Ärmelkanal & Golf von Biskaya mit AIDA Sol

Abwechslungsreiche Kreuzfahrt mit England, Spanien und Frankreich ohne Fliegen
Kreuzfahrt
David Georgi
17.09.2026
5 min Lesezeit
  • Wann: 26.07.-07.08.2026
  • Schiff: AIDA Sol
  • Kabine: Meerblick / 11106 (fühlt sich nach VIP-Bereich an, weil in dem Gang nur vier Kabinen sind, große Fenster mit tollem Blick von oben und gemütlicher Fensterbank)
  • Häfen: Hamburg, Portland, Falmouth, A Coruña, Gijon, Getxo/Bilbao, Cherbourg (Overnight), Hamburg
  • Bester Stopp: Bilbao 
  • Seegang: kaum/wenig

Abreise in Hamburg am 26.07.2026

Die Abfahrt fand in Altona statt. Wir sind mit der Elbfähre zum Terminal gefahren, an der Sol vorbei, eine besondere Art sich dem Schiff zu nähern. 

Portland (England)

Portland begrüßte uns mit viel Sonnenschein und warmem Wetter. Nach erfolgter (etwas zeitaufwändiger) ETA und Passkontrolle gingen wir von Bord und per Shuttle aus dem Hafen. Unsere Ausflugsstationen (alles per Bus): Portland Castle – Tout Quarry Sculpture Park (ein alter Steinbruch mit Skulpturen von Künstlern und beeindruckender Aussicht auf Chesil Beach, Eintritt frei) – Leuchtturm Portland Bill Lighthouse (schönes Fotomotiv) – Wanderung auf dem Coastal PATH bis Church Ope Cove (etwa eine Stunde, überwiegend gut zu laufen, teilweise schmal und steil) – das Dorf Easton (einige hübsche Häuser und eine Burg) – Busfahrt nach Weymouth (45 Minuten Fahrzeit). Weymouth ist ein typisches englisches Seebad, mit tollem Strand, Fahrgeschäften und hübschen Gassen. Mit dem Shuttle vom „Hope Square“ zurück zum Schiff.

Falmouth (England)

Die Sol hatte den Anker ausgeworfen und wir sind mit Tenderbooten an Land gebracht worden. Wir hatten das Glück von einer hübschen alten Fähre gefahren zu werden, die eigentlich auf die andere Seite der Bucht fährt, aber zusätzlich zum Tendern eingesetzt wurde. Heute war das Wetter bedeckt und kühler. Wir haben uns den hübschen Ort angeschaut und sind durch die englischen Charity-Shops gestreift. Nach einem Cornwall typischen Mittagssnack (Cornish Pasties - unbedingt probieren) sind wir zum Pendennis Point gewandert. Hier hat man einen schönen Blick auf den Hafen und das Schiff. Anschließend führte uns der Weg unterhalb des Schlosses zurück zum Sandstrand Gyllyngvase. Auf dem Rückweg mussten wir leider eine Stunde anstehen, bis wir auf ein Tenderboot kamen.

A Coruña (Spanien)

Nach einer ruhigen Biskaya-Überquerung (See-Tag), haben wir am 31.07. in A Coruña festgemacht. Wetter 24° und Wind. Highlights der Stadt: 1. der Leuchtturm Torre de Hércules (ca. 30-40 Minuten Fußmarsch). Der Leuchtturm ist der älteste aktive Leuchtturm aus der Römerzeit; 2. Die berühmten Glasbalkone „Galerías“; 3. Hübsche Gassen mit vielen Geschäften; 4. Die Stadtstrände Praia de Riazor und Praia do Orzán (breiter Sand-Kiesstrand mit Duschen, teilweise stärkere Strömung); für unsere Tochter 5. Kokos Eis aus der Kokosschale im Mercadona kaufen und direkt in der Sitzecke des Supermarkts essen.

Gijon (Spanien)

Galicien und Asturien haben gemäßigtes Atlantikklima. Viele hatten sich in Spanien wärmeres Wetter versprochen. Über 25 Grad geht es hier selten hinaus und wir hatten Wind, 20 Grad und Nieselregen. Kreuzfahrtschiffe legen im Industriehafen „El Musel“ an, ca. 7 km von der Stadt entfernt. Der Fußweg ist nicht sonderlich attraktiv und wir haben den AIDA-Shuttle genutzt. An der Marina steht in großen roten Buchstaben „Gijon“, schönes Fotomotiv. Durch die noch verschlafene Stadt ging es auf den Hügel „Cerro de Santa Catalina“. Das Betonkunstwerk „Elogio del horizonte“ ist akustisch beeindruckend, optisch etwas gewöhnungsbedürftig, hier in die Mitte stellen und Wind und Wellen auf sich wirken lassen. Anschließend haben wir noch die Stadt erkundet. Unsere Tochter empfiehlt die Eisdiele „Cremela Helados y Chocolates“ mit selbstgemachtem, köstlichem Eis in vielen Sorten. Ich wollte den Asturischen Apfelwein Sidra probieren, der hier von Kellnern aus großer Höhe eingegossen wird, damit er schäumt und sein Aroma entfaltet. Wir haben auch eine kleine Sidreria gefunden, ich dachte 4 Euro ein Glas, kann man mal probieren. Es war jedoch eine Flasche, die immer wieder in kleinen Portionen nachgegossen wird. Etwas beschwingt ging es zur Playa de San Lorenzo, großer Strand direkt an der schönen Uferpromenade „Paseo del Muro“. 

Getxo/Bilbao (Spanien)

Endlich warm: 31° und 26° Wassertemperatur. Ca. 15 km von Bilbao entfernt hält hier das Schiff im Hafen von Getxo. Ein schöner Vorort, mit tollen Villen und einem schönen Strand direkt beim Schiff. Fahrt nach Bilbao Fußweg (20 Min) und Metro (20 Min, Tickets am Automaten) bis zum Guggenheim-Museum. Highlights: 1. Guggenheim-Museum von außen mit der Titanfassade und der Blumen-Hunde-Statue „Puppy“ und auch von innen (haben wir nicht angeschaut); 2. Altstadt mit Catedral de Santiago; 3. Uferpromenade mit Hängebrücke; 4. Prächtig renovierte Häuser in der ganzen Innenstadt. 5. Trendiges Café mit Matcha und köstlichen Bagels: Aroma Specialty Coffee. Besonderheit: An diesem Sonntag fand ein baskisches Radrennen statt. Auffällig war die Sauberkeit von Bilbao und trotz vieler Menschen eine entspannte Stimmung. 

Cherbourg – Overnight (Frankreich)

Wir hatten uns schon sehr auf Bordeaux gefreut. Aufgrund der starken Brände in der Region hatte der Kapitän bereits am letzten Seetag verkündet, dass dieser Stopp ausfällt. Stattdessen haben wir direkt nach Bilbao einen Seetag eingelegt und blieben über Nacht in Cherbourg. Diese Entscheidung war nachvollziehbar, aber für uns nicht so schön, da wir in Cherbourg bereits waren. Wir haben dann kurzerhand unseren Mietwagen für Bordeaux storniert und einen für Cherbourg gebucht. Auch wenn wir über eine Stunde auf unser Auto warten mussten (europcar), hat sich der Ausflug in die Umgebung gelohnt. Barfleur ist ein wirklich schönes Dorf („Perle des Cotentin“). Hafenrestaurants, bunte Fischkutter, die beeindruckende Kirche Saint-Nicolas und die Granitformationen laden zum Entdecken ein. Weiter ging es zu den 128 m hohen Klippen am Kap de la Hague (Auberge des Grottes). Wir hatten sonniges Wetter, aber die Regenwolken waren nicht fern. Das Licht und die Landschaft bilden schöne Fotomotive. Tipp unserer Tochter: Crêpes essen im Kiosk am Parkplatz Nez de Jobourg. Weiter fuhren wir zum Jardin botanique de Vauville, ein absolutes Kleinod und die 14 Euro Eintritt wirklich wert. Über 1200 Pflanzenarten wachsen hier seit 1948, geschützt vom Golfstrom. Das Meer rauscht in der Ferne, der Wind in den Palmen und Eukalyptusbäumen und alles duftet. Der Empfang an der Kasse war sehr herzlich und es gibt sogar ein ausführliches Buch in Braille-Schrift. Am späten Abend ging es noch zum Strand, der ganz in der Nähe ist. 25 Minuten dauerte die Fahrt zum Bahnhof von Cherbourg, bei dem wir das Auto abgestellt haben.

Am zweiten Tag sind wir in die beschauliche Innenstadt und am Nachmittag mit dem Bus zur Plage de Collignon (bei Flut schmal, steinig). 

Hamburg (Deutschland)

Am letzten See-Tag, auf Höhe der Niederlande, gab es leichte Schiffsbewegungen, die wir wohlig im Whirlpool genossen haben. Anders als bei der Abfahrt hielt die Sol in Hamburg am Cruise Center in Steinwerder. Wir liefen zur Argentinien-Brücke und fuhren mit der Fähre zur S-Bahn-Station.

Fazit:

Sehr schöne Route, schade, dass wir nicht in Bordeaux halten konnten. Die Sol ist etwas in die Jahre gekommen, wird jetzt aber auch im Rahmen des Evolution Programms modernisiert. Leider wird dann der FKK-Whirlpool-Bereich auf dem oberen Deck deutlich verkleinert. Wir hatten in Nordspanien teilweise deutlich kältere Temperaturen als zu Hause. Die Städte und Regionen waren abwechslungsreich und die Strecke zwischen A Coruña und Bilbao ging an der felsigen Küste entlang, so dass abends schöne Landschaften vorbeizogen. Wir würden diese Strecke empfehlen und hoffen, dass euch unsere Ausflugstipps weiterhelfen.

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