Familienrundreise auf Java

Raus aus der Komfortzone
Indonesien
Lena Schweitzer
19.06.2026
5 min Lesezeit

Familienrundreise auf Java

Den Jahreswechsel in Asien zu verbringen, ist für uns als Familie nun schon zum zweiten Mal Wirklichkeit geworden. Warme Temperaturen, kulturelle Highlights und atemberaubende Natur sind auf meinem Lieblingskontinent Standard. Wir haben uns bewusst gegen Bali entschieden, weil wir das ursprüngliche und traditionellere Indonesien abseits der Touristenhochburgen kennenlernen wollten.

Noch vor Weihnachten sind wir mit Garuda nonstop von Amsterdam nach Jakarta geflogen und haben die ersten Nächte im wahren Luxus verbracht. Noch nie hatten wir die Gelegenheit, ein so gutes und vielfältiges Frühstück zu genießen, und die Poollandschaft über den Dächern Jakartas war perfekt, um den Jetlag hinter sich zu lassen. Das Merlynn Park Hotel hat uns liebevoll in Indonesien willkommen geheißen.

In Jakarta selbst haben wir uns innerhalb von zwei Tagen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeschaut und anschließend unsere Weiterreise angetreten. Das ist absolut empfehlenswert, denn Jakarta besticht im Vergleich zu anderen asiatischen Metropolen nicht unbedingt durch seine Schönheit.

Von Jakarta aus führte uns unsere Reise zunächst nach Semarang, einer historischen Stadt mit viel Geschichte und kolonialer Architektur. Als Zwischenstopp auf dem Weg zur Nordküste ist sie absolut empfehlenswert und an einem vollen Tag lassen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten problemlos erkunden.

Den ursprünglichen Plan, auf die Insel Karimunjawa zu fahren, mussten wir leider ändern, da wir die Hauptsaison rund um Weihnachten und Silvester völlig unterschätzt hatten. Sowohl Zug- und Fährtickets als auch Hotels waren kaum noch verfügbar. Aus diesem Grund haben wir viele Strecken mit einem Privatfahrer zurückgelegt.

Nach zwei Tagen Erholung an der Küste – in absoluter Abgeschiedenheit, mit kleinen Hütten, traditionellem Essen und nur wenigen Menschen – machten wir uns für den Jahreswechsel auf den Weg nach Yogyakarta. Unsere Unterkunft dort war ein Homestay, das keine Wünsche offenließ: die Nextdoor Rooms, eine grüne Oase mitten in der Großstadt.

Von dort aus erkundeten wir die Tempelanlage Borobudur. Trotz unserer bisherigen Asienreisen verschlug uns diese beeindruckende Anlage die Sprache. Mit einem hervorragenden Guide konnten wir das UNESCO-Weltkulturerbe entdecken und gleichzeitig viel über das Leben vor dem Einzug des Massentourismus erfahren.

Der Einklang der Indonesier mit der Natur zeigt sich besonders im Zusammenleben mit den teilweise noch aktiven Vulkanen rund um Yogyakarta. Die Stadt selbst wirkt modern, viele junge Menschen zieht es ins Zentrum der Insel, und insgesamt bot sie ein äußerst multikulturelles Erlebnis.

Ein absolutes Highlight war unser privater Kochkurs. Gemeinsam mit unserer Lehrerin trafen wir uns zunächst auf dem Markt, um frische Zutaten einzukaufen. Anschließend ging es in ihr privates Wohnhaus, wo wir ein typisches Festmahl zubereiteten. Durch die kleine Gruppengröße entstand ein sehr persönlicher Austausch und wir erhielten neben dem Kochen viele spannende Einblicke in das Familienleben.

Nach dem Essen durften wir mit einer Nachbarin eine Fahrradtour unternehmen und die ländliche Umgebung rund um Yogyakarta erleben. Wir lernten ihre Freunde und Familie kennen und konnten die Vorbereitungen für den Neujahrstag hautnah miterleben. Dabei wurden wir selbst zu einem beliebten Fotomotiv und mussten immer wieder anhalten, damit die Einheimischen diesen besonderen Moment festhalten konnten.

Der letzte Stopp unserer Reise war Malang, gewissermaßen der Ausgangspunkt für die Besteigung des Mount Bromo. Malang selbst wurde einst durch soziale Medien bekannt und auch wir bestaunten die bunt bemalten Häuser des ehemaligen Slumviertels. Leider blieb uns nur ein Tag, um diese spannende Stadt zu entdecken.

Noch in derselben Nacht wurden wir mit einem Jeep in die Berge gefahren. Dort konnten wir zunächst den Sonnenaufgang über dem Mount Bromo genießen, bevor wir den aktiven Vulkan später selbst bestiegen. Ein solches Naturschauspiel hat uns erneut die Sprache verschlagen und ist für jeden Besucher Javas ein absolutes Muss.

Die letzten beiden Tage unserer 19-tägigen Reise standen dann ganz im Zeichen der Entspannung – in einem wunderschönen Resort auf dem Land.

Was man über Java definitiv wissen sollte: Es handelt sich um eine sehr gläubige, überwiegend muslimische Insel. Zahlreiche Moscheen prägen das Landschaftsbild und der Konsum von Alkohol ist außerhalb der Touristengebiete weder besonders erwünscht noch aufgrund des begrenzten Angebots leicht möglich. Der klassische All-inclusive-Tourist ist daher möglicherweise auf Bali oder Lombok besser aufgehoben.

Abschließend können wir ein klares Fazit ziehen: Landschaftlich gehört Java zu den schönsten Reisezielen Asiens. Kulinarisch gab es zwar noch Luft nach oben, doch die Freundlichkeit der Menschen verdient fünf Sterne. Wer bereit ist, tief in die Geschichte und Kultur eines Landes einzutauchen und dabei auch einmal seine Komfortzone zu verlassen, erlebt auf Java ein fantastisches Abenteuer mit herzlichen Einheimischen und nur wenigen Touristen.

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