Kalifornien-Rundreise – Teil 2: Vom Napa Valley bis ins Spielerparadies Las Vegas

Von San Francisco über den Highway No. 1 bis nach San Diego mit Stopover in Las Vegas
USA
Tanja Bürger
06.11.2026
•
5 min Lesezeit

Wir verlassen San Francisco und fahren zunächst zum Baker Beach. Von hier werfen wir noch einmal einen Abschiedsblick auf die Stadt. Dann geht es weiter nach Norden, in Richtung Sonoma und ins Napa Valley.

Sonoma: Buena Vista Winery

In Sonoma besuchen wir die Buena Vista Winery. Schon beim Ankommen fällt mir auf, wie sorgfältig hier alles gepflegt ist. Die Wege, die Gebäude, die Außenanlagen: Alles wirkt sauber, ordentlich und aufgeräumt. Man schaut sich gerne um. Im Visitor Center fühlen wir uns gleich willkommen. Die Besuche sind bestens organisiert, und wir bekommen einen guten Überblick darüber, was wir uns ansehen können. Es gibt geführte Touren durch die Weinberge und Informationen darüber, wie die Trauben verarbeitet und die Weine gekeltert werden. Auch die Besonderheiten der einzelnen Weine werden erklärt.

Ich finde es interessant, einmal mehr über das zu erfahren, was sonst einfach fertig in der Flasche vor einem steht. Wie viel Arbeit dazugehört und auf wie viele Einzelheiten es ankommt, wird bei einem Besuch vor Ort viel anschaulicher. Wir lassen uns Zeit, schauen uns auf dem Gelände um und genießen diesen entspannten Zwischenstopp.

Napa Valley: Beringer Vineyards

Das historische Weingut Beringer Vineyards ist unser nächster Sightseeing-Punkt auf unserer Tour. Auf dem Weg dorthin sehen wir immer wieder die gleichmäßigen Reihen der Weinreben. Alles ist sorgfältig angelegt und gepflegt. Auch auf dem Weingut setzt sich dieser Eindruck fort. Kein wildes Durcheinander, sondern ordentliche Wege, gepflegte Anlagen und ein gut organisierter Empfang.

Hier versteht man es, Besucher willkommen zu heißen. Das Visitor Center ist auf Gäste eingestellt, und auch ohne großes Vorwissen findet man sich gut zurecht.

Bei den angebotenen Führungen geht es hinaus in die Weinberge. Dazu gibt es Erklärungen zum Weinbau, zum Keltern und zu den Besonderheiten der Weine. Es lohnt sich, dafür Zeit einzuplanen und Fragen zu stellen. Ich möchte schließlich nicht nur wissen, welcher Wein wie heißt, sondern auch, was ihn ausmacht.

Highway No. 1 – Big Sur & junge See-Elefanten

Danach führt unsere Reise wieder nach Süden und auf den Highway No. 1. Wir folgen der Küstenstraße in Richtung Big Sur und zum Julia Pfeiffer Burns State Park.

Die Straße führt durch viele Kurven. Hinter den Biegungen öffnet sich immer wieder der Blick auf die Küste. Unten schlägt das Wasser gegen die Felsen, an den steilen Hängen zieht sich die Straße entlang. Wir machen eine kleine Pause und beim Aussteigen spüren wir die frische Meeresluft. Der Wind fährt durch die Haare, und von unten ist die Brandung zu hören. Wir schauen auf die Felsen und die Buchten, machen Fotos und genießen die Naturgewalt Pazifik.

Auch rund um den Julia Pfeiffer Burns State Park nehmen wir uns Zeit für die Landschaft. Die Küste ist hier steil und zerklüftet. Zwischen den Hängen und dem Wasser gibt es ständig etwas zu entdecken. Auf den Bildern lässt sich später kaum zeigen, wie weit der Blick tatsächlich reicht und wie wundervoll die Natur ist.

Piedras Blancas: See-Elefanten direkt neben dem Highway

Bei Piedras Blancas, nördlich von San Simeon, lohnt sich ein Zwischenstopp bei den See-Elefanten. Der Aussichtspunkt liegt direkt am Highway No. 1. Vom Holzsteg oberhalb des Strandes lassen sich die Tiere beobachten, ohne sie zu stören.

Unten liegen die massigen Körper dicht nebeneinander im Sand. Viele Tiere ruhen, andere bewegen sich schwerfällig über den Strand. Anfang Mai kommen besonders viele Weibchen und Jungtiere zum Fellwechsel an Land – passend zu unserer Reisezeit.

Der Besuch ist kostenlos, eine Reservierung ist nicht erforderlich. Vom Parkplatz gelangt man zum barrierefreien Beobachtungsbereich. Ein toller Platz, an dem die Tiere sich sicher und geschützt fühlen können. Ich hätte nie gedacht, dass See-Elefanten so streng riechen, besser gesagt stinken. Das ist eine bleibende Erinnerung.

Tal des Todes: Geröllfelder und endlose Weite

Schließlich verlassen wir den Highway No. 1 und fahren ins Landesinnere. Unser nächstes Ziel ist das Death Valley, das Tal des Todes. An der Küste war es kühl und eine Jacke war selbst im Auto erforderlich. Aber je näher wir dem Death Valley kommen, desto höher steigt die Temperatur. Es wird wärmer und wärmer.

Vor uns liegt eine endlose Weite aus Geröllfeldern und Steinen, Staub und kahlen Berghängen, so weit wir sehen können. Wir sehen keinen Baum oder Strauch, nichts Grünes, keinen See oder Fluss. Manche Abschnitte wirken wie eine Mondlandschaft. Auf unserer Strecke kommen uns kaum andere Autos entgegen. Niemand steht am Straßenrand, niemand läuft durch die Landschaft. Wir sind ganz für uns. Anfangs finde ich diese Einsamkeit beeindruckend.

Hier möchte man wirklich keine Panne haben. Ein zuverlässiges Fahrzeug und ausreichend Wasser sind wichtig. Auf WLAN oder eine verlässliche Mobilfunkverbindung können wir unterwegs nicht zählen. Der Gedanke, hier liegen zu bleiben, gefällt mir überhaupt nicht. Ein paar Stoßgebete schicke ich vorsichtshalber schon einmal los.

Trotzdem schaue ich immer wieder fasziniert nach draußen. Diese Geröllfelder scheinen einfach nicht aufzuhören.

Death Valley: Ein Himmel voller Sterne

Wir sind länger unterwegs als geplant. Es wird dunkel, und irgendwann ist es wirklich stockdunkel. Keine Straßenlaternen, keine beleuchteten Häuser, kein Licht am Horizont. Nichts, einfach nur Dunkelheit.

Ich kann kaum noch erkennen, was neben der Straße liegt. Dafür ist über uns ein fantastischer Sternenhimmel zu sehen. Die Dunkelheit um uns herum bleibt ungewohnt. Ich bin inzwischen froh über jeden Kilometer, den wir weiterkommen. Gleichzeitig ist dieser Himmel und die vielen Sternenbilder ein unvergesslicher Anblick.

Viva Las Vegas

Wir fahren weiter durch die Nacht und auf einmal erstrahlt vor uns ein Lichtermeer in der Dunkelheit … Las Vegas! Die Lichter der Stadt weisen uns den Weg. Der Anblick ist grandios. Wir haben zurück in die Zivilisation gefunden. Nach der langen Fahrt bin ich erleichtert, dass wir bald ankommen.

Las Vegas empfängt uns mit einem Strahlen, das ich nicht vergessen werde. Wieder eine Erinnerung, die unbezahlbar ist und ein Leben lang bleibt.

… Fortsetzung folgt in Teil 3 ….

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USA

Kalifornien-Rundreise - Teil 1: San Francisco mit Mietwagen, Alcatraz & SFO Giants

Von San Francisco über den Highway No. 1 bis nach San Diego, mit Abstechern nach Las Vegas und ins Death Valley. Die Route verspricht eine Reise voller Gegensätze. Den Auftakt macht unser Flug nach San Francisco, wo wir unsere Kalifornien-Rundreise s
Tanja Bürger
06.11.2026
•
5 min Lesezeit

Von San Francisco über den Highway No. 1 bis nach San Diego, mit Abstechern nach Las Vegas und ins Death Valley. Die Route verspricht eine Reise voller Gegensätze. Den Auftakt macht unser Flug nach San Francisco, wo wir unsere Kalifornien-Rundreise starten. Die Reise habe ich selbst nach eigenen Ideen und Wünschen geplant und gebucht. Sehr gerne plane ich auch deine individuelle Rundreise.

San Francisco: Küstennebel & Emotionen

Es ist Anfang Mai. Die Wettervorhersage hat bereits warme Temperaturen angekündigt. Morgens liegt Nebel über der Stadt. Bei gerade einmal zehn Grad ist es empfindlich kühl, und der Wind bläst durch die Straßenschluchten und lässt mich die Jacke noch enger zuziehen. Doch im Laufe des Tages verändert sich das Bild: Der Nebel lichtet sich, die Sonne kommt heraus, und plötzlich wird es mit 25 Grad angenehm warm.

Wer hier auf Entdeckertour geht, sollte auf alles vorbereitet sein. Vom Pelzmantel bis zum T-Shirt könnte man tatsächlich die gesamte Garderobe gebrauchen. Am praktischsten sind mehrere Schichten, die sich nach und nach ausziehen lassen. San Francisco macht es einem jedenfalls schwer, sich morgens für ein Outfit zu entscheiden.

Hippieviertel und Chinatown

Heute wollen wir nach Haight-Ashbury. Das Viertel ist als Geburtsstätte der Hippiebewegung bekannt und war in den sechziger Jahren das Mekka der Flower-Power-Bewegung. Von der Hippiezeit sind nur noch vereinzelt Spuren zu sehen. Einige schrille Cafés, Secondhandshops und Boutiquen mit exotischer Kleidung sind noch in der Haight Street zu finden. Ab und zu begegnen uns noch Alt-Hippies und Punks. Schön anzusehen sind die viktorianische Architektur der Häuser und die bunten Wandmalereien.

In San Francisco liegt eines der ältesten und größten Chinatown-Viertel außerhalb Asiens. Bunte Pagodendächer, Märkte, Teeläden, Asia-Food-Shops, kleine Garküchen und Dim-Sum-Restaurants bieten chinesisches Flair auf amerikanischem Boden. Die Hauptstraße ist die Grant Avenue, und auch in der Nähe der Jackson Street findest du viele leckere Lokale.

Ein Geheimtipp für vergleichsweise preiswertes Essen in San Francisco ist das Hunan House in Chinatown. Beim Mittagstisch (Lunch Specials) gibt es eine große Auswahl an authentischen Gerichten für ca. 20 US-Dollar pro Person.

Adresse: Hunan House, 826 Washington Street, San Francisco, CA

Alcatraz: eisiger Wind und bedrückende Eindrücke

Nicht jedes Erlebnis dieser Reise bleibt mir als schönes in Erinnerung. Am Bonita Lighthouse und bei unserem Besuch auf Alcatraz ist es eisig kalt und windig. Doch während mich am Leuchtturm vor allem das Wetter frösteln lässt, geht die Kälte auf Alcatraz für mich tiefer.

Ich empfinde die Atmosphäre der ehemaligen Gefängnisinsel als bedrückend. Bei jedem Schritt durch die Anlage muss ich an die Menschen denken, die hier eingesperrt waren. Die Verzweiflung, die ich mit diesem Ort verbinde, lässt mich während des Rundgangs nicht los.

Was auch immer diese Menschen getan haben mögen: Für mich bleibt Alcatraz ein schrecklicher, unmenschlicher Ort. Die Anlage ist nicht einfach eine Sehenswürdigkeit, sondern ein abschreckendes Beispiel dafür, welche Formen von Bestrafung Menschen sich für Menschen ausdenken. Deshalb würde ich einen Besuch nur bedingt empfehlen. Ein schönes Ausflugsziel ist es in meinen Augen nicht.

San Francisco Giants: ein Stadion voller Emotionen

Wie anders fühlt sich dagegen der Besuch eines Baseballspiels der San Francisco Giants an! Ich bin kein Sportfan und trotzdem gehört dieses Event für mich zu den Erlebnissen, die ich unbedingt weiterempfehle.

Schon die Größe des Stadions beeindruckt mich. Dazu kommt der Blick auf das Wasser der Bucht von San Francisco. Das ist ein atemberaubender Anblick. Und die Fankultur ist hier intensiver als in deutschen Fußballstadien. Die Fans erlebe ich an diesem Abend als besonders begeisterungsfähig und emotional.

Bei jedem Schlagversuch spürt man die Spannung auf den Rängen. Ein verfehlter Ball, ein kurzer Moment des Innehaltens, das gemeinsame Hoffen auf den nächsten Treffer. Selbst ohne große Baseballkenntnisse werde ich Teil dieser Atmosphäre.

Ein Homerun und der Jubel bricht los; eine Welle aus Freude, Adrenalin und Begeisterung schwappt durch das Stadion. Für einen Moment bin ich vollkommen dabei und fiebere mit. Es ist unmöglich, sich dem Sog der Begeisterung zu entziehen.

Für mich ist dieses Erlebnis mit einem Besuch im Fußballstadion in Deutschland kaum zu vergleichen. Baseball hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Spannung – und eine Wirkung, mit der ich nicht gerechnet hätte.

Mein persönlicher Tipp für San Francisco steht deshalb fest: Ein Spiel der Giants lohnt sich auch für Menschen, die sich eigentlich nicht für Sport begeistern. Schon die Aussicht von den oberen Rängen über die Bay von San Francisco und den dunkelblauen Pazifik macht den Besuch für mich unvergesslich und lohnenswert.

Chevrolet Tahoe - “Kreuzfahrtschiff” & San Francisco

Wir erkunden San Francisco auf eigene Faust mit unserem Mietwagen, einem Chevrolet Tahoe. Ein riesiges Teil von Auto. Die Motorhaube ist so hoch, dass mal eben Scheibenwischen an der Tankstelle nicht möglich ist. Und auch die Parkplatzsuche in San Francisco ist spannend, da Parkplätze hier aufgrund der hohen Nachfrage in jede Ecke gequetscht werden. Ein Auto gefühlt so groß wie ein Kreuzfahrtschiff in eine Parklücke für einen Fiat 500 zu bugsieren, ist dann schon eine Herausforderung. Die Preise für Parktickets sind hoch und man könnte meinen, dass man den Parkplatz gekauft hat, was aber leider nicht der Fall ist. 

Zwischen den Straßenschluchten und auf den steilen Hügeln eröffnen sich immer wieder faszinierende Ausblicke. Die ersten Tage war ich vor allem mit Schauen und Staunen beschäftigt. Am liebsten hätte ich alles mit der Kamera festgehalten, aber dann lebt man nicht den Moment. Die Fahrt durch die Häuserschluchten und das Auf und Ab der Straßen fühlten sich an wie eine Achterbahnfahrt.

Kult Straßenbahn: Cable Car

San Francisco  und die legendäre Straßenbahn - Cable Cars. Das sind die weltberühmten, von Stahlseilen unter dem Boden gezogenen Seilstraßenbahnen, die die steilen Hügel überwinden. Es gibt heute noch drei aktive Linien (Powell/Hyde, Powell/Mason und California Line). 

Powell & Market Street (Süden):
Dies ist der bekannteste und beliebteste Startpunkt mitten in der Innenstadt (nahe Union Square). Hier starten gleich zwei Linien: die Powell-Hyde Line und die Powell-Mason Line. Da die meisten Touristen hier einsteigen, musst du tagsüber oft mit Wartezeiten von 30 bis 60 Minuten rechnen

California & Market Street (Osten / Financial District):
Hier startet die California Line, die schnurgerade von Osten nach Westen über den Nob Hill führt. Da sie weniger bekannte Touristen-Ziele ansteuert, ist dies ein hervorragender Geheimtipp, wenn du ohne langes Anstehen direkt einsteigen möchtest.

Fisherman's Wharf / Waterfront (Norden):
Wenn du die umgekehrte Richtung (von Norden zurück in die Innenstadt) fahren möchtest, startest du an der Hafenpromenade: Die Powell-Hyde Line startet an der Station Hyde & Beach Street (nahe Ghirardelli Square). Die Powell-Mason Line startet an der Station Bay & Taylor Street.

Einfach am Startpunkt einsteigen, ohne festes Ziel und das Flair der Stadt auf sich wirken lassen. Manchmal braucht es gar kein großes Programm, um einen Ort zu erleben.

Embarcadero

Der Embarcadero ist die Hafenpromenade und ein Vergnügungszentrum der Stadt. Hier kann man San Francisco am Wasser genießen. Gleichzeitig laden Restaurants, Bars und Geschäfte zum Bummeln und Verweilen ein. Ein bisschen bummeln, etwas essen, auf das Wasser schauen und beobachten, was um einen herum passiert. Und achte auf die vielen Seelöwen an Pier 39.

Adresse: 1–4 Embarcadero Center, San Francisco, CA 94111.

Rock ’n’ Roll auf dem Wasser

Eine absolute Empfehlung ist für mich die RocketBoat-Tour. Schon die Mischung klingt vielversprechend: hohe Geschwindigkeit, wilde Drehungen, jede Menge Gischt und dazu ein Rock-’n’-Roll-Soundtrack.

Die Fahrt führt an den Seelöwen von Pier 39 vorbei, entlang der Waterfront und mit ordentlich Tempo unter der San Francisco Oakland Bay Bridge hindurch. Die Stadt, die wir zuvor aus dem Chevrolet betrachtet haben, zeigt sich vom Wasser aus noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive.

Viel Zeit für beschauliche Betrachtungen bleibt allerdings nicht. Bei den schnellen Wendungen spritzt die Gischt, der Fahrtwind fegt ins Gesicht, und die Musik liefert die passende Begleitung. Das ist eine Hafenrundfahrt mit reichlich Adrenalin – laut, rasant und ein Riesenspaß.

Für mich gehört diese Tour unbedingt zu San Francisco dazu. Erst die Stadt in Ruhe auf sich wirken lassen und dann mit Rock ’n’ Roll über die Bucht jagen. Ein cooles Erlebnis, das in Erinnerung bleibt. 

Sausalito & Abschied

Zum Schluss fahren wir noch einmal über die Golden Gate Bridge und schauen uns Sausalito auf der anderen Seite der Bay an. Sausalito ist ein kleines, malerisches Küstenstädtchen mit einer schönen Uferpromenade, kleinen Galerien, Boutiquen, dem Sausalito Center for Arts und dem Vina del Mar Park. Wer es einmal etwas ruhiger möchte, sollte hier einen Tag verweilen.

Wer kein Auto zur Verfügung hat, kann auch mit der Golden Gate Ferry vom San Francisco Ferry Building für 14 USD eine 30-minütige Fahrt buchen und vom Wasser aus Eindrücke sammeln.

Immer wenn ich heute den Song „If you're going to San Francisco. Be sure to wear some flowers in your hair …“ höre, denke ich automatisch an die Fahrt über die Golden Gate Bridge. Beides ist verknüpft, weil der Song gerade im Radio lief, als wir bei unserem Besuch über die Brücke gefahren sind. Das sind Erinnerungen, die für immer bleiben und unbezahlbar sind.

Nach einigen Tagen in der „Hippiemetropole“ geht es jetzt weiter ins Napa Valley und nach Las Vegas … Fortsetzung folgt in Teil 2 …

USA

Kalifornien-Rundreise – Teil 3: Las Vegas über San Diego nach Los Angeles

Glitzer & Bling-Bling – Viva Las Vegas! Las Vegas macht es einem leicht, eine Meinung zu haben. Entweder man mag diese Stadt oder man möchte möglichst schnell wieder weg. Es ist laut, schrill, glitzernd und an jeder Ecke passiert etwas. Überall l
Tanja Bürger
06.11.2026
•
5 min Lesezeit

Glitzer & Bling-Bling – Viva Las Vegas!

Las Vegas macht es einem leicht, eine Meinung zu haben. Entweder man mag diese Stadt oder man möchte möglichst schnell wieder weg. Es ist laut, schrill, glitzernd und an jeder Ecke passiert etwas. Überall leuchten riesige Bildschirme, Musik dringt aus den Hotels, und auf den Gehwegen schieben sich die Menschen aneinander vorbei. Ich weiß manchmal gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Nach den ruhigeren Tagen in den Weinbergen und der Fahrt durch die Wüste ist das hier die totale Reizüberflutung.

Wir sind spät angekommen, aber Las Vegas schläft nie. Also machen wir uns auf, den Strip zu erkunden. Der Strip ist die Straße mit den riesigen Hotels und deren Attraktionen. Die Hotels sehen aus der Entfernung zum Greifen nah aus. Doch schon beim ersten Spaziergang merken wir, wie groß hier alles ist. Allein an einem Hotelkomplex vorbeizulaufen, dauert länger als gedacht.

Bellagio: Fontänen, Musik und ein Platz in der ersten Reihe

Vor dem Bellagio versammeln sich die Menschen am Wasserbecken. Auch wir suchen uns einen Platz am Geländer und warten auf die nächste Fontänen Show.

„Viva Las Vegas“ von Elvis setzt ein und die Wasserstrahlen bewegen sich im Takt, ziehen Bögen und schießen plötzlich hoch in die Luft. Einen passenderen Song kann ich mir für diesen Ort kaum vorstellen … Danke, Elvis! Ich bin so begeistert von dem Spektakel, dass ich erst gar nicht versuche, die Show mit der Kamera einzufangen. Die Show ist kostenlos und man sollte sie sich beim Spaziergang über den Strip unbedingt ansehen.

Venetian: Gondeln und italienische Kulissen

Im Venetian stehen wir plötzlich vor Kanälen, Brücken und venezianischen Fassaden. Gondeln gleiten übers Wasser, vorbei an Cafés und Luxusgeschäften. Man kann selbst einsteigen und sich von einem singenden Gondoliere durch die Kanäle fahren lassen.

Ich schaue nach oben auf den künstlichen Himmel. Für einen Moment muss ich mich daran erinnern, dass wir uns in einem Gebäude befinden. Hier ist alles so aufwendig gestaltet, dass es ständig neue Einzelheiten zu entdecken gibt. Natürlich ist das eine Kulisse. Trotzdem macht es Spaß, durch diese kleine venezianische Welt zu bummeln und den Gondeln zuzusehen. Las Vegas nimmt es mit der Geografie eben nicht so genau.

STRAT Tower: Dinner im Restaurant Top of the World

Wer Las Vegas von oben sehen möchte, kann im STRAT Tower einen Tisch im Restaurant „Top of the World“ reservieren. Der Speisesaal dreht sich langsam und benötigt für eine vollständige Runde etwa 80 Minuten. Beim Essen verändert sich dadurch nach und nach die Aussicht. Der Blick reicht über die Hotels und Straßen bis zur Dunkelheit der Wüste im Hintergrund.

Für diesen Abend haben wir uns Zeit genommen. Wir genießen die Stadt von oben in einer ruhigen Atmosphäre: ein Fensterplatz, ein leckeres Steak auf dem Teller und ein Glas Wein dazu. Ich empfehle, schon bei der Planung oder zu Beginn der Reise einen Tisch zu reservieren, da die Plätze sehr begehrt sind.

Cirque du Soleil: Welche Show darf es sein?

Zu Las Vegas gehören für mich auch die großen Shows. Besonders die Produktionen des Cirque du Soleil sind eine gute Gelegenheit, einen ganzen Abend einzuplanen. Dabei lohnt es sich, vorher genauer hinzuschauen: Die Shows unterscheiden sich deutlich.

„O“ im Hotel Bellagio verbindet Akrobatik mit einer Wasserbühne. Die Künstler treten im, auf und über dem Wasser auf. Wer sich für kunstvolle Bilder, Sprünge und Wasserartistik begeistert, sollte sich diese Produktion näher ansehen.

„KÀ“ im MGM Grand setzt auf eine Abenteuergeschichte, Luftakrobatik und eine gewaltige, bewegliche Bühne. Hier gehört schon die Bühnentechnik zum Spektakel.

Bei „Mystère“ im Treasure Island stehen Akrobatik, Tanz und kräftige Trommelrhythmen im Mittelpunkt. Für einen ersten Cirque-du-Soleil-Abend ist das eine naheliegende Wahl.

„Michael Jackson ONE“ im Mandalay Bay verbindet die Musik von Michael Jackson mit Tanz, Akrobatik und visuellen Effekten. Wer seine Songs mag, findet hier einen Showabend mit vertrautem Soundtrack.

Das sind nur einige Möglichkeiten. Las Vegas verändert sich schnell, und es entstehen neue Attraktionen. Deshalb ist es am besten, sich direkt auf Visit Las Vegas über das aktuelle Angebot zu informieren.

Genug Showzirkus: Wir tauschen Lichtermeer gegen Küste

Wir verbringen unsere Tage mit Spaziergängen, Hotelbesichtigungen und dem großen Unterhaltungsangebot. Dabei muss man nicht ständig spielen oder eine Eintrittskarte kaufen. Schon durch die Hotels zu laufen und das Geschehen auf dem Strip zu beobachten, beschäftigt uns eine ganze Weile.

Aber irgendwann merke ich auch, dass es reicht. Noch eine Leuchtreklame, noch ein riesiger Bildschirm, noch mehr Musik. Las Vegas fordert Aufmerksamkeit, und nach ein paar Tagen freue ich mich darauf, wieder weiterzureisen.

Der Anblick bei unserer nächtlichen Ankunft bleibt trotzdem unvergesslich. Und auch die Fontänen, die aufwendigen Hotelwelten und das Leben auf dem Strip gehören jetzt zu unseren Reiseerinnerungen.

San Diego und Los Angeles: Rodeo, Meeresluft und Filmkulissen

Nach unseren Tagen in Las Vegas geht es weiter nach San Diego. Hier steht ein Besuch auf dem Programm, auf den ich besonders neugierig bin: ein Rodeo. Cowboys, Barrel Racing und das Einfangen von Kälbern kenne ich bisher nur aus dem Fernsehen. Jetzt sitzen wir selbst am Rand der Arena.

Rodeo: Nationalhymne & Cowboys

Schon vor dem ersten Wettbewerb gehört die Aufmerksamkeit ganz der Arena. Die amerikanische Nationalhymne wird gespielt, die Zuschauer erheben sich. Der Auftakt ist feierlich und ausgesprochen patriotisch. Dann beginnt die Action.

Beim Barrel Racing reiten die Teilnehmerinnen in hohem Tempo um die aufgestellten Tonnen. Pferd und Reiterin müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Eine zu weit gerittene Kurve kostet Zeit, eine umgestoßene Tonne bringt eine Strafe. Kaum ist die letzte Wendung geschafft, geht es mit voller Geschwindigkeit Richtung Ziel.

Auch beim Einfangen der Kälber passiert alles schnell. Das Kalb läuft los, der Cowboy folgt zu Pferd und wirft sein Lasso. Ich versuche, die einzelnen Handgriffe mitzuverfolgen. Dabei wird deutlich, wie viel Übung hinter den Bewegungen steckt.

Trotzdem schaue ich nicht bei allem unbeschwert zu. Wenn die Tiere eingefangen werden, hoffe ich, dass sie sich nicht verletzen. Die Aufregung auf den Rängen, das Tempo und die ungewohnten Wettbewerbe beschäftigen mich noch eine Weile. Ein Rodeo ist jedenfalls ein Erlebnis, bei dem man viel zu beobachten hat.

SeaWorld San Diego: Orcas aus nächster Nähe

Auch ein Besuch bei SeaWorld gehört zu unserem Aufenthalt in San Diego. Besonders gespannt bin ich auf die Vorführung mit den Orcas. Als die schwarz-weißen Tiere vor uns auftauchen, fällt mir erst auf, wie groß sie tatsächlich sind. Ich verfolge ihre Bewegungen durchs Becken und staune über die Kraft, mit der sie aus dem Wasser kommen.

Ich möchte einfach zuschauen und diesen Anblick auf mich wirken lassen. Die Orcas aus solcher Nähe zu sehen, ist ein eindrückliches Erlebnis. Ich bin bei solchen Veranstaltungen sehr zwiegespalten: Einerseits ist es interessant, die Tiere zu sehen, andererseits finde ich es verwerflich, Tiere zur Unterhaltung des Menschen einzusperren und zu dressieren.

Las Americas Premium Outlet: Shopping direkt an der Grenze zu Mexiko

Ein weiterer Ausflug führt uns nach San Ysidro, einem Stadtteil von San Diego direkt an der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko. Auf der anderen Seite liegt Tijuana. Las Americas Premium Outlets ist das größte Outlet-Center der Region und bietet laut Betreiber rund 125 Geschäfte, darunter Läden von Marken wie Nike, J.Crew, Coach, Michael Kors und Tommy Hilfiger.

Adresse: 4211 Camino de la Plaza, San Diego, CA 92173, USA

Man kann vom Center aus direkt auf den Grenzzaun und auf Tijuana blicken, und es gibt in der Nähe auch einen Fußgänger-Grenzübergang. Ich empfinde das als etwas bedrückend. Hier die Opulenz des Shoppens von Markenklamotten und auf der anderen Seite die Armut, die ich dort wahrzunehmen meine. Es ist ein eigenartiges Gefühl, zum Einkaufen unterwegs zu sein und gleichzeitig so nah an der Grenze zu einem Land zu stehen, das in Sicherheitsfragen mittlerweile keinen besonders guten Ruf hat. Nach ausgiebigem Stöbern und Anprobieren verlassen wir das Outlet zufrieden mit unseren Shopping-Schnäppchen und gut gefüllten Einkaufstaschen. In den USA lohnt sich ein Besuch in einem Outlet-Center auf jeden Fall. 

Los Angeles: Kreuzfahrtlegende Queen Mary 

Von San Diego fahren wir weiter Richtung Los Angeles. In Long Beach besuchen wir die Queen Mary.

Schon vom Kai aus beeindruckt mich die Größe des alten Passagierschiffs. Der lange Rumpf, die Aufbauten und die markanten Schornsteine machen neugierig auf das, was uns an Bord erwartet. Beim Rundgang schaue ich mir die Gänge, Räume und vielen Einzelheiten an. Ich stelle mir vor, wie die Passagiere hier mit ihrem Gepäck angekommen sind und sich für eine längere Überfahrt eingerichtet haben. Auf einem solchen Schiff zu reisen, muss ein ganz eigener Teil des Urlaubs gewesen sein. 

Adresse: 1126 Queens Highway, Long Beach, CA 90802, USA

Santa Monica Pier: Riesenrad und Meeresluft

Unser nächstes Ziel ist der Santa Monica Pier. Auf den Holzplanken sind viele Menschen unterwegs. Wir hören Musik und Stimmen, schauen auf die Fahrgeschäfte und gehen langsam weiter Richtung Wasser. Familien ziehen an uns vorbei, Besucher bleiben am Geländer stehen, und unter dem Pier bewegen sich die Wellen.

Vom Rand aus blicken wir über den breiten Strand. Hier möchte ich noch ein bisschen bleiben, die Meeresluft genießen und beobachten, was um uns herum passiert. Für einen Spaziergang mit vielen kleinen Unterbrechungen ist der Pier genau der richtige Ort.

Bubba Gump: Run, Forrest, Run!

Bei unserem Bummel über den Santa Monica Pier kehren wir bei Bubba Gump Shrimp Co. ein. Hier gibt es leckere Garnelen und jede Menge Erinnerungen an „Forrest Gump“. Filmfotos, Drehbuchseiten und Erinnerungsstücke gehören zur Einrichtung. Während wir auf unser Essen warten, genieße ich den Blick auf das Meer und die interessante Einrichtung des Lokals. 

Adresse: 301 Santa Monica Pier, Building 9, Santa Monica, CA 90401, USA

Der Name erinnert an Forrests Freund Bubba und dessen Begeisterung für Garnelen. Da passt unsere Bestellung bestens dazu. Wir lassen es uns schmecken und genießen die Pause mitten auf dem belebten Pier. Für mich ein schöner Zwischenstopp – leckeres Essen und ein bisschen Filmnostalgie direkt am Meer.

Los Angeles entdecken: Beverly Hills, Rodeo Drive und Filmkulissen

Zum Abschluss machen wir eine Stadtrundfahrt durch Los Angeles. Dabei merke ich erst, wie weit die einzelnen Ziele auseinanderliegen. Auf der Karte sieht manches nach einem kurzen Abstecher aus. Unterwegs braucht es dann doch seine Zeit. Ich schaue aus dem Fenster auf breite Straßen, Palmen, Häuser und große Werbetafeln. Immer wieder tauchen Namen auf, die ich aus Filmen oder dem Fernsehen kenne. 

Während der Rundfahrt bekommen wir einen kleinen Einblick über diese riesige Stadt. Alles lässt sich bei einem Besuch ohnehin nicht erfassen. Aber wir sammeln Eindrücke, entdecken bekannte Häuser und sehen auch die ganz normalen Straßen dazwischen.

Wir fahren durch Beverly Hills und lassen den Reichtum auf uns wirken. Die Häuser der Reichen und Schönen sind hinter dicken Mauern und hohen Bäumen verborgen. Wir sehen breite, von Palmen gesäumte Straßen und viele teure Autos, die an uns vorbeifahren. Mit unserem Chevy Tahoe fallen wir hier fast schon auf, obwohl er nicht gerade ein Kleinwagen ist.

Der Rodeo Drive liegt in Beverly Hills. Sein berühmter Einkaufsabschnitt mit den Nobelboutiquen erstreckt sich über drei Straßenblöcke zwischen dem Wilshire Boulevard und dem Little Santa Monica Boulevard. Wir machen einen Stopp am Rodeo Drive – der Straße mit den Luxuslabels und hochpreisigen Designerläden. Dort zu sein, erinnert an den Film „Pretty Woman“. Vor einigen Eingängen steht Sicherheitspersonal, manche Türen sind verschlossen. Einfach überall hineinzuspazieren, scheint hier nicht selbstverständlich zu sein.

Die sehr futuristische Walt Disney Concert Hall fällt uns mit ihrer geschwungenen Edelstahlfassade auf. Das von Frank Gehry entworfene und 2003 eröffnete Konzerthaus ist die Heimat des Los Angeles Philharmonic Orchestra.

Nach mehr als drei Wochen und über 1.500 Meilen geht es jetzt zum Flughafen von Los Angeles mit Ziel Deutschland. Eine Kalifornien-Rundreise ist eine tolle Erfahrung und sehr zu empfehlen. Ich komme gerne wieder zurück. 

Thailand

Thailand-Rundreise – Bangkok bis Chiang Mai & Badeurlaub Phuket

Bangkok – Kulturschock, Hitze, Verkehr und Essen Unsere Rundreise begann in Bangkok, einer Stadt, die mich mit ihren vielen Eindrücken immer wieder überrascht. Überall ist etwas los: hupende Autos, Staus, geschäftige Straßen und gefühlt an jeder Ecke
Tanja Bürger
06.11.2026
•
5 min Lesezeit

Bangkok – Kulturschock, Hitze, Verkehr und Essen

Unsere Rundreise begann in Bangkok, einer Stadt, die mich mit ihren vielen Eindrücken immer wieder überrascht. Überall ist etwas los: hupende Autos, Staus, geschäftige Straßen und gefühlt an jeder Ecke eine kleine Garküche – das pure Leben. Die extremen Gegensätze sind hier allgegenwärtig. Auf der einen Seite moderne Hochhäuser und große Einkaufszentren, auf der anderen traditionelle Häuser, prächtige Tempelanlagen und Menschen, die vor kleinen Schreinen beten. 

Gefühlt gibt es an jeder Ecke in Bangkok eine kleine Garküche. Ein Wok und jemand, der frisches und leckeres Essen zubereitet. Ich freue mich immer sehr darauf, das frisch zubereitete Essen zu probieren. Die Garküchen sind günstig und das Essen ist gesund, da es überwiegend aus Gemüse besteht. Daher empfehle ich in Thailand immer nur Übernachtung mit Frühstück zu buchen. In der Nähe jedes Hotels findet ihr diese Garküchen oder kleinen Lokale mit den einheimischen Spezialitäten. 

Empfehlung für Europäer/Erstbesucher: Eine Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Tagen kann sinnvoll sein, denn nicht jeder verträgt das Essen aus den Garküchen an der Straße sofort. Wer noch nie in Asien war und das Klima sowie die Hitze nicht gewohnt ist, sollte es am Anfang etwas ruhiger angehen lassen mit den exotischen Speisen.

Ich war schon mehrfach in Bangkok und wusste um die Hitze, den Verkehr und die vielen Menschen, aber trotzdem ist es hier völlig anders als in Europa und für Erstbesucher definitiv ein Kulturschock. Bangkok ist laut und ziemlich chaotisch, aber genau das macht die Stadt auch interessant. Diese besondere Mischung aus geschäftigen Straßen, überfüllten Märkten, hupenden TukTuks und die ruhigen Tempelanlangen dazwischen faszinieren mich immer wieder.

Ayutthaya – Die historische Königsstadt entdecken

In Ayutthaya besuchten wir Wat Phra Si Sanphet, eine der bekanntesten Tempelanlagen der ehemaligen Königsstadt. Schon beim Anblick der drei großen Chedis wird deutlich, dass dieser Ort einmal eine besondere Bedeutung gehabt haben muss. Die Überreste der einst bedeutenden Stadt sind heute zwischen Grünflächen und alten Mauern zu entdecken.

Es war faszinierend, auf den Spuren der Vergangenheit unterwegs zu sein. Leider ist vieles zerstört, aber durch die anschaulichen Erklärungen unseres Guides konnte ich mir gut vorstellen, wie beeindruckend die Anlage früher gewesen sein muss. Die Ruinen zeigen, wie sehr sich Macht und Reichtum im Laufe der Zeit verändern können. Ayutthaya war über viele Jahrhunderte ein wichtiges politisches und kulturelles Zentrum, bevor die Stadt 1767 von den Birmanen zerstört wurde.

Lopburi – Humorvolle Begegnung mit den Affen

Die nächste Sehenswürdigkeit war der Tempel Prang Sam Yot. Die drei Türme des Tempels sind ein besonderes Beispiel für die alte Khmer-Architektur und die Mischung verschiedener kultureller und religiöser Einflüsse, die sich an diesem Bauwerk widerspiegelt.

Lustig war es, die vielen Affen zu beobachten, die sich in der Umgebung aufhalten. Die kleinen, frechen Diebe sind immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Bei einem Besuch sollte man deshalb gut auf seine Sachen aufpassen. Sonst sind die kleinen Affenhändchen schneller in der Tasche, als man schauen kann. Diese ungewöhnliche Begegnung machte den Besuch lebendig und bleibt mir wegen der teils komischen Situationen mit einem Lächeln in Erinnerung.

Phitsanulok – Religiöses Leben und Atmosphäre

In Phitsanulok besichtigten wir den Tempel Wat Phra Si Rattan Mahathat, der auch für seine bedeutende Buddha-Statue bekannt ist. Schon beim Betreten der Anlage fiel mir die besondere Atmosphäre auf. Während es vor den Toren geschäftig zuging, wirkte der Tempel selbst deutlich ruhiger. Menschen kamen zum Beten, zündeten Räucherstäbchen an, spendeten Lotusblüten oder verharrten für einen Moment in Stille.

Ich fand es interessant, einen Einblick in die religiöse Praxis zu bekommen, statt Tempel nur als historische Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Die Menschen waren nicht einfach nur Besucher, sondern viele waren hier um zu Beten oder um Opfergaben zu hinterlassen. Ich fühlte mich nicht mehr nur als Touristin, sondern bekam einen kleinen Einblick in das Leben der Einheimischen. Mir wurde bewusst, dass solche Tempel nicht nur aus schönen Gebäuden und kunstvollen Figuren bestehen, sondern für viele Menschen ein wichtiger Teil ihres täglichen Lebens sind.

Sukhothai – Ruhe, Natur und historische Dimension

Die Ruinenstadt Sukhothai gehörte für mich zu den eindrucksvollsten Stationen der Rundreise. Das weitläufige Gelände mit seinen alten Tempeln, Buddha-Statuen, Wasserflächen und Bäumen hatte eine sehr beruhigende und friedliche Wirkung auf mich.

Besonders gut gefiel mir die Verbindung von Natur und Geschichte. Die alten Steinbauten stehen nicht einfach isoliert herum, sondern sind in eine Landschaft eingebettet, die an vielen Stellen fast friedlich wirkt. Beim Betrachten der Ruinen fragte ich mich, wie das Leben hier vor vielen Jahrhunderten wohl ausgesehen haben mag. Sukhothai gilt als eines der wichtigen frühen Zentren des thailändischen Königreichs und spielte eine große Rolle bei der Entwicklung der thailändischen Kunst und Kultur.

Wat Phra That Suthon Mongkhon Khiri – Farben und moderne Tempelbaukunst

Der Besuch des Wat Phra That Suthon Mongkhon Khiri war eine weiterer Stopp auf unserer Rundreise. Der Tempel unterscheidet sich von den älteren Ruinenanlagen, denn hier stehen kunstvolle Verzierungen und eine farbenreiche Gestaltung stärker im Vordergrund. Die Architektur wirkt teilweise sehr aufwendig und verbindet traditionelle religiöse Motive mit einer ganz eigenen Gestaltung.

Mir gefiel besonders, dass dieser Tempel nicht einfach wie eine weitere historische Ruine wirkte. Hier konnte man sehen, dass die buddhistische Tempelbaukunst in Thailand keine abgeschlossene Vergangenheit ist, sondern bis heute weiterlebt. Nach den vielen alten Gemäuern der vorherigen Tage war das eine schöne Abwechslung. Von diesem Besuch nahm ich vor allem den Eindruck mit, wie vielfältig Tempel in Thailand sein können und dass viele nicht nur alte Bauwerke sind, sondern bis heute eine kulturelle und religiöse Bedeutung haben.

Phrae – Regionale Kultur und religiöse Tradition

Phrae empfand ich als einen angenehmen Kontrast zu den größeren Städten und den bekannten touristischen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist für ihre traditionelle Baukultur und ihre lange Geschichte bekannt. Hier wirkte vieles etwas ruhiger und weniger hektisch als in Bangkok. Gerade das fand ich schön, denn nach den vielen Besichtigungen tat es gut, auch einmal eine andere Seite Thailands kennenzulernen.

Mich interessierte vor allem, wie sich die regionalen Besonderheiten von denen anderer Landesteile unterschieden. Thailand ist eben nicht überall gleich. Je nach Region verändern sich die Architektur, die Landschaft und die Atmosphäre der Orte. In Phrae hatte ich den Eindruck, eine Seite Thailands kennenzulernen, die nicht nur aus bekannten Tempeln und touristischen Höhepunkten besteht.

Wat Pratatchohae – Ein besonderer Tempel

In Phrae besuchten wir den Pagodentempel Wat Pratatchohae. Die goldene Pagode und die religiöse Bedeutung des Tempels machten den Ort zu einem besonderen Zwischenstopp. Die Anlage wirkte auf mich zugleich eindrucksvoll und ruhig. Es war spannend, wieder einen Tempel kennenzulernen, der sich in seiner Gestaltung von den vorherigen Sehenswürdigkeiten unterschied.

Was mir bei solchen Besuchen zunehmend auffiel, war, dass ich mit jeder Station genauer hinsah. Zu Beginn der Reise hatte ich vor allem die Größe und die goldenen Verzierungen bewundert. Inzwischen achtete ich stärker auf die Details und darauf, wie die Menschen die Tempelanlagen nutzten. Ich begann auch besser zu verstehen, dass religiöse Orte nicht nur wegen ihrer Architektur wichtig sind, sondern weil sie Geschichte, Glauben und Gemeinschaft miteinander verbinden.

Pae Muang Pee – Die Kraft der Natur

Das Erosionstal Pae Muang Pee war eine willkommene Abwechslung zu den vielen Tempelbesichtigungen. Hier standen nicht historische Gebäude, sondern die Kräfte der Natur im Mittelpunkt. Die ungewöhnlichen Sandsteinformationen sind durch Verwitterung und Erosion entstanden. Pae Muang Pee wird manchmal auch als der „Grand Canyon Thailands“ bezeichnet.

Ich fand es beeindruckend, wie unterschiedlich die Landschaft in Thailand sein kann. Nach den Tempelanlagen und historischen Städten wirkte dieser Ort fast unwirklich. Die Felsen und Säulen zeigten, was Wind und Wasser über lange Zeiträume verändern können. Besonders interessant fand ich den Gedanken, dass diese Formen nicht von Menschen geschaffen wurden, sondern ganz natürlich entstanden sind. Die Natur erzählt hier ihre eigene Geschichte, manchmal sogar über einen viel längeren Zeitraum als die Bauwerke, die wir zuvor gesehen hatten.

Das Goldene Dreieck – Grenzregion mit schwieriger Vergangenheit

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war für mich das Goldene Dreieck. Hier treffen Thailand, Laos und Myanmar in der Grenzregion am Mekong aufeinander. Der Gedanke, an einem Ort zu stehen, von dem aus man gleich mehrere Länder überblicken kann, fand ich faszinierend.

Die Region ist allerdings nicht nur für ihre Lage bekannt, sondern auch für ihre Geschichte. Lange Zeit war das Goldene Dreieck vor allem mit dem Opiumanbau und dem Drogenhandel verbunden. Deshalb hatte ich gemischte Gefühle und fühlte mich etwas unwohl. In Thailand können Drogendelikte schwerwiegende rechtliche Folgen haben. Die Landschaft wirkte auf den ersten Blick ruhig und schön, gleichzeitig steckt hinter dem Namen eine schwierige Vergangenheit. Der Opiumanbau soll in der Region durch staatliche Maßnahmen zurückgedrängt worden sein. Ich fand es interessant, mehr über diese Zusammenhänge zu erfahren. Dadurch wurde mir klar, dass Orte, die heute touristisch erschlossen sind, oft eine Geschichte haben, die weit über das hinausgeht, was man vor Ort auf den ersten Blick erkennen kann.

Mekong Fluss – Persönliches Erlebnis der Bootsfahrt

Die Bootstour über den Mekong nach Laos war ein Erlebniss, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Wir sind mit einem Speedboot regelrecht über das Wasser geflogen. Der Mekong ist sehr breit, fließt schnell und führt braunes Wasser und ist nicht einladend für ein Bad. Unsere Bootsführer trug einen Motorradhelm, den er aber nur während der Fahrt anzog, während wir den Blick nach vorne gerichtet hatten. Für die Gäste gab es keine Sicherheitshelme. Mir ist das nur durch das Selfie aufgefallen; die Gefahrensituation war wohl größer, als uns bewusst war. 

Der Mekong ist nicht einfach nur ein Fluss, sondern für Millionen Menschen eine wichtige Lebensader. Er verbindet verschiedene Regionen und Länder miteinander und spielt für Handel, Fischerei und den Alltag vieler Menschen eine große Rolle. Vom Wasser aus wirkten die Grenzen, die auf einer Landkarte eingezeichnet sind, plötzlich nebensächlich. Die Bootsfahrt war für mich eine spannende Erfahrung – zumal unser Guide einen Motorradhelm trug. Ein Sturz aus dem Boot wäre wohl nicht einfach nur ein Fall ins Wasser gewesen. Die Sicherheitsvorkehrungen wirkten hier auf mich weniger streng als in Deutschland. Die Angst, das etwas Schlimmes passieren könnte, sollte man am besten nicht mit in den Koffer packen. 

Mae Sai – Leben an der Grenze

Mae Sai, im Norden Thailands an der Grenze zu Myanmar gelegen, war ein weiterer interessanter Ort unserer Reise. Ich fand es spannend, eine Gegend kennenzulernen, die nicht nur durch Sehenswürdigkeiten geprägt ist, sondern auch durch ihren Alltag und den Austausch zwischen verschiedenen Ländern.

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass eine Grenze für die Menschen vor Ort etwas ganz anderes bedeuten kann als für Reisende. Für uns war es ein weiterer Programmpunkt, für andere ist diese Region Heimat, Arbeitsplatz und Mittelpunkt des täglichen Lebens. Dieser Gedanke hat meinen Blick auf das Leben der Menschen noch einmal verändert.

Von Chiang Mai nach Phuket – Übergang von Kultur zur Erholung

Nach den vielen kulturellen Eindrücken und Besichtigungen im Norden Thailands ging es von Chiang Mai aus mit dem Flugzeug weiter nach Phuket. Der Wechsel war ein kleiner Kontrast: Hinter uns lagen historische Tempel, alte Königsstädte und die abwechslungsreiche Landschaft des Nordens, vor uns lagen das Meer und ein paar Tage Erholung am Strand.

Ich fand es schön, dass die Reise nicht nur aus einem Besichtigungsprogramm bestand. In den vergangenen Tagen hatten wir viel gesehen und zahlreiche neue Eindrücke gesammelt. Da tat es gut, einmal etwas Abstand davon zu bekommen und die Erlebnisse in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Gleichzeitig war ich gespannt auf den Süden Thailands, der landschaftlich noch einmal ganz anders ist als die Regionen, die wir zuvor kennengelernt hatten.

Phuket – Entspannung am Strand nach der Rundreise

Auf Phuket konnten wir die letzten Tage unserer Thailand-Rundreise etwas ruhiger angehen lassen. Nach den vielen Tempelbesuchen und den längeren Fahrten durch das Land war die Zeit am Strand eine willkommene Abwechslung. Das Meer, der Sand und die Möglichkeit, einfach einmal nichts unternehmen zu müssen, waren genau das Richtige, um die vielen Eindrücke der Rundreise zu verarbeiten.

Einfach am Strand chillen, eine Fußmassage genießen, leckeres Essen an den kleinen Garküchen probieren und die Sonne genießen – das tat richtig gut. Die Seele baumeln lassen, die Atmosphäre und das Meer genießen und Zeit für sich haben: Das war der krönende Abschluss einer fantastischen Reise.

Fazit – Thailand mit vielen neuen Eindrücken

Wenn ich auf unsere Thailand-Rundreise zurückblicke, denke ich vor allem an die vielen unterschiedlichen Eindrücke. Die alten Ruinen von Ayutthaya und Sukhothai, die beeindruckenden Tempelanlagen, die ungewöhnlichen Felsformationen von Pae Muang Pee und die Bootsfahrt auf dem Mekong waren jeweils auf ihre eigene Weise besonders. Dazu kamen die Begegnungen und Beobachtungen in den Städten und Grenzregionen, durch die ich einen anderen Eindruck vom Land bekommen habe.

Die Menschen habe ich wie immer als herzlich und freundlich erlebt. Ich war noch nie in einem Land, das auf mich eine so friedvolle Ausstrahlung hatte. Auch den Buddhismus habe ich während unserer Reise als eine Religion wahrgenommen, die für viele Menschen mit Ruhe, Achtsamkeit und Mitgefühl verbunden ist.

Aus dieser Rundreise nehme ich nicht nur Erinnerungen an schöne Orte mit, sondern auch die Erkenntnis, wie vielfältig Thailand ist. Geschichte, Religion, Natur und modernes Leben liegen oft dicht beieinander und machen das Land so interessant. Thailand ist abwechslungsreich und bietet viele Gelegenheiten, auf spielerische Weise über den eigenen Tellerrand zu schauen.

tanja-buerger
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