Kreuzfahrt in die Karibik & Mittelamerika

Reggae, Rum & Faultiere
Costa Rica
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5 min Lesezeit

Eine Karibik-Kreuzfahrt ist der Inbegriff eines jeden Urlaubtraums. Als ich noch ganz klein war, haben meine Eltern immer das Traumschiff im Fernsehen geguckt. Seitdem war das der ganz große Traum, der jedoch weit entfernt war. Dank eines super Angebots bei Aida war es dieses Jahr tatsächlich soweit. Wir würden in die Karibik und nach Südamerika reisen.

01. Februar

Heute war es soweit. Unser Flug startete um 09:20 Uhr mit Condor ab Frankfurt. Wir sind bereits wieder einen Tag vorher angereist und haben bequem in einem Park, Sleep & Fly Hotel übernachtet. Knapp 10 Stunden später landeten wir gegen 15:00 Uhr auf dem kleinen Flughafen in La Romana. Dort kann man als Individualreisender nicht anreisen, der Flughafen ist Passagieren mit AIDA-Anreisepaket vorenthalten.

Ein witziges Detail dort ist, dass man nicht mal den Flughafen betreten muss, sondern direkt vom Flieger in den Bus umsteigt und zum Schiff gefahren wird. Die Koffer sieht man nach dem Check-In in Frankfurt auch erst in seiner Kabine auf dem Schiff wieder, das macht die ganze Anreise sehr entspannt.

Nach einer kurzen Busfahrt mit karibischen Klängen im Radio, erreichten wir unser Zuhause für die nächsten 14 Tage, AIDA Luna. Das Hafenterminal in La Romana ist toll gestaltet, mit vielen kleinen Shops, Bars und Restaurants in bunten Farben. Nach einer kurzen Dusche auf der Kabine, erforschten wir erst mal das Schiff und es wurde Zeit für den ersten Cocktail unter der karibischen Sonne in der Ocean Bar.

Wie immer ein einmaliger Moment, der einem ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. JA, wir haben Urlaub!!

Nach dem Abendessen gab es eine späte Seenotrettungsübung, bevor dann gegen 22:00 Uhr die große Reise startete. Zum Glück war der nächste Tag ein Seetag und wir konnten erst mal richtig ankommen, ausschlafen, das Schiff erkunden und faul am Pool rumliegen.

Martinique

Unser erster Hafen in der Karibik ist Martinique, das zu Frankreich gehört. Hier kann man übrigens bedenkenlos sein Handy anschalten und Nachrichten versenden oder telefonieren, man ist ja immerhin in der EU. Ein seltsames Gefühl, aber ich habe die Gelegenheit genutzt um mal kurz meine Mum und meinen Dad anzurufen. :)

Ich habe vorab einen Ausflug in den Süden bei Cathrin Herbert gebucht. Der Franzose Arnaud hat uns am Hafen zusammen mit einer deutschen Auswanderin abgeholt und in einer kleinen Gruppe sind wir in den Süden von Martinique gefahren. Zuerst haben wir ein Rumtasting in der Rumfabrik Trois Rivieres gemacht, die in einer wunderschönen Parkanlage eingebettet ist und in der man die einzelnen Stationen der Rumherstellung ansehen kann.

Anschließend ging es zum Traumstrand Les Salines, an dem wir genügend Zeit zum Baden und Relaxen hatten. Arnauds deutsche Frau Cathrin hat ein typisch einheimisches Picknick vorbereitet und so konnten wir direkt im Sand unter einem Pavillon ein leckeres Mittagessen mit Rumpunsch und Bier genießen. Den restlichen Nachmittag fuhren wir noch quer durch den Süden, unter anderem zum Aussichtspunkt Le Diamant mit Aussicht auf den riesigen Felsen und zum Sklavendenkmal Memorial de l´Anse Cafard. Nach 8 tollen und interessanten Stunden, erreichten wir gegen 17:30 Uhr den Hafen und wir verarbeiteten die ersten Eindrücke bei einem leckeren Cocktail.

Antigua

Am nächsten Tag erreichten wir Antigua. Es heisst, die Insel hat 365 traumhafte Strände, für jeden Tag des Jahres einen. Da wir soviel leider nicht schaffen konnten, haben wir uns vorab für einen "Hauptstrand" entschieden. Zusammen mit unserer Urlaubsbekanntschaft haben wir uns entschlossen, im Hafen einen Fahrer für den Tag zu suchen. Der war schnell gefunden, da im Hafen massenweise Taxifahrer auf die Passagiere warten. Wir suchten uns einfach einen sympathischen jungen Mann heraus und verhandelten für uns 5 einen Festpreis für den gesamten Tag (wir haben umgerechnet 120 Euro gezahlt).

Zuerst ging es zum 10 Minuten entfernten Dickenson Bay. Dort hielten wir uns nicht lange auf, aber es gibt dort DAS ultimative Fotomotiv, eine knallrote englische Telefonzelle mitten am türkisfarbenen karibischen Meer. Das muss man einfach fotografiert haben und gehört zu einem meiner Lieblingsbilder der Reise. Anschließend fuhren wir zum Aussichtspunkt Shirley Heights hoch oben über dem Meer, von dem man einen atemberaubenden Blick auf English Harbour hat.

Den restlichen Tag verbrachten wir am Traumstrand Jolly Beach, der Inbegriff eines karibischen Strandes, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und eine Kokosnuss in der Hand.

St. Maarten

Heute legten wir auf St. Maarten an. Die Insel ist zweigeteilt, die eine Hälfte gehört zu den Niederlanden, die andere Hälfte zu Frankreich, aus diesem Grund hat die Insel auch zwei Hauptstädte. Unsere Aida lag in der niederländischen Hauptstadt Philipsburg.

Mit unseren Bekannten haben wir beschlossen erst einmal zu Fuß in die Stadt zu laufen. Auch wenn die Taxifahrer einen überzeugen wollen, dass es besser ist zu fahren, ist der Weg überhaupt kein Problem. Man macht einen 10-minütigen Spaziergang auf einem Fußweg und erreicht schon die Strandpromenade. Die kleine Stadt ist wunderschön angelegt mit einer tollen Promenade, vielen kleinen Strandbars, Restaurants  und Shops, die zum bummeln und Kaffee trinken einladen. Uns persönlich hat Philipsburg richtig gut gefallen und überhaupt hatte St. Maarten ein tolles Flair, das den Tag besonders gemacht hat.

Auch hier haben wir uns wieder einen Taxifahrer gesucht, der uns zum Mullet Beach (eine halbe Stunde entfernt) gefahren hat (wir haben umgerechnet 8 Euro pro Person gezahlt). Dort haben wir mehrere Stunden verbracht, gebadet, relaxt und einen Cocktail in der Sonne genossen. Von dort sind wir gegen 13:00 Uhr zum weltberühmten Maho Beach gelaufen (ca. 20 Minuten zu Fuß entfernt). Direkt hinter dem Strand beginnt die Landebahn des Flughafens und die Flugzeuge fliegen nur wenige Meter über den Menschen am Strand hinweg. Wir haben uns vorab den Flugplan herausgesucht und so wussten wir, dass gegen 14:00 Uhr die großen Flieger aus Amerika ankommen würden. Der Strand ist zwar maßlos überfüllt, aber es ist einfach ein einmaliges Erlebnis wenn die riesigen Maschinen knapp über den Köpfen der Menschen hinwegfliegen. Am Rande des Strands gibt es noch eine kleine quirlige Bar mit Live-Musik, in der man eine Kleinigkeit essen und trinken kann. Ein rundum toller Tag mit außergewöhnlichen Erlebnissen.

Tortola

Am nächsten Tag hielten wir auf der Insel Tortola, die zu den britischen Jungferninseln gehört. Wir haben von einer tollen kleinen Insel in der Nähe gehört, die wir unbedingt besuchen wollten. Deswegen haben wir gleich nach dem Anlegen um 07:00 Uhr das Schiff verlassen um unsere Fähre zu erreichen. Der Fähranleger befindet sich auf der linken Seite 300 Meter vom Schiff entfernt. Die netten Menschen dort haben uns das richtige Boot gezeigt und so fuhren wir bereits um 07:45 Uhr zur kleinen Insel The Baths. Die Tickets für die Hin- und Rückfahrt, sowie die Bustickets für die Fahrt zum Eingang zum Nationalpark bezahlt man direkt auf der Fähre und kosten ca. 38 Euro pro Person.

Nach 45 Minuten erreichten wir Virgin Gorda / The Baths und mit dem Bus fuhren wir noch mal eine viertel Stunde zum Nationalpark. Dort führen mehrere kleine Wanderwege zu den Stränden. Wenn man dort ankommt, denkt man erst mal man wäre in einer anderen Welt. Die Landschaft dort ist wirklich außergewöhnlich, die kleinen Wälder dort sind gespickt mit vielen Kakteen und die Strände sind voll mit riesigen Felsen und Felsformationen. Teilweise erinnert die Insel mit den Steinen und Höhlen an die Seychellen. Zum Strand The Baths führt ein kleiner Weg über Brücken, mit Wasser voll gelaufenen Höhlen und kleinen Treppchen. Ein richtiges Abenteuer wenn man zwischen haushohen Felsen und kleinen Lagunen den Weg zum Strand erforscht.

Am Strand angekommen, waren wir tatsächlich einer der Ersten. Da hat sich das frühe Aufstehen gelohnt. Es gibt dort außerdem eine Bar, Toiletten und Duschen, so kann man den Tag dort richtig genießen. Bereits um 13:30 Uhr haben wir uns dann so langsam auf den Rückweg zur Fähre gemacht. Da die Liegezeit in Tortola nicht so lange ist und es nur 2 Fähren zurück gibt, sollte man sich genau überlegen wann man zurück fährt. Wir haben sicherheitshalber die frühere Fähre zurück genommen und haben den restlichen Nachmittag am Pool genossen.

Samana

Mit unserem Anlegeort Samana sind wir wieder zurück in der Dominikanischen Republik. Da sich hier die Wale zum Paaren treffen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, auf dem Weg dorthin diese beeindruckenden Tiere zu sehen. Und auch wir hatten das große Glück, den einen oder anderen Wal zu bestaunen.

Samana ist der einzige Hafen der Reise, in dem getendert wird. Da die Dominikanische Republik für ihre traumhaften Strände bekannt ist, haben wir hier über AIDA eine 3-Strände-Tour gebucht und wir wurden nicht enttäuscht. Mit dem Bus und einem deutschsprechenden einheimischen Führer fuhren wir zunächst zu einem Strand, an dem uns die kleinen Schnellboote erwarteten.

Von dort aus ging es im rasanten Tempo über die Wellen zu unserem ersten Strand, dem Fronton Beach. Da sich der Strand nur per Schnellboot oder nach einer anstrengenden Wanderung erreichen lässt, gibt es hier so gut wie keine Menschen. Hunderte Kokosnusspalmen, ein verlassenes Bambushüttchen, ein an den Strand grenzendes Korallenriff, die hoch aufragende Steilküste dahinter und türkisblaues Wasser - mehr Robinson-Crusoe-Feeling geht kaum mehr.

Im Anschluss ging es zum Playa Madama, ein ebenso menschenleerer, paradiesischer Strand an dem wir erst einmal frische Kokosnüsse und Ananas verspeisten. Am Ende fuhren wir noch zu unserem letzten Strand La Playita, an dem wir ein leckeres einheimisches Buffet und eine frische Pina Colada aus der Ananas genießen durften. Alles in allem ein sehr entspannter und relaxter Tag, ganz im Zeichen von Sonne, Strand und Meer.

Montego Bay

Nach einem erholsamen Seetag mit einem Vormittag in der Wellness-Suite erreichten wir schließlich Jamaica. Auf diese Insel waren wir sehr gespannt und leider wurden wir etwas enttäuscht. Die ersten Eindrücke, die wir von Jamaica gewonnen haben, waren leider nicht so positiv. 

Es erschien uns als sehr dreckig, einschüchternd und gefährlich, was aber natürlich nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss.

Gebucht hatten wir einen 3-stündigen Ausflug über Aida in das Krokodil-Camp. Dieser war sehr interessant und ich fand es wirklich beeindruckend, diese gefährlichen Tiere mal aus nächster Nähe zu sehen. In dem Camp wurde sogar eine Szene aus dem James Bond Film "Live and let die" gedreht. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus noch durch verschiedene Außenbereiche von Montego Bay um einen kleinen Eindruck der Insel zu gewinnen.

Nachdem wir schon früh am Schiff zurück waren und noch massenhaft Zeit hatten, beschlossen wir nach dem Mittagessen noch einmal zum Hard Rock Cafe in der Nähe des Hafens zu gehen. Es verkehrt ein kostenloser Shuttle-Bus vom HRC, der direkt am Hafen wartet. Alternativ kann man aber auch die 10 Minuten laufen (aus dem Hafen raus und rechts).  Das Hard Rock Cafe hat einen eigenen Pool und einen traumhaften kleinen Strandabschnitt (Eintritt inkl. Liege und Sonnenschirm ca. 6 Euro pro Person), an dem wir den restlichen Tag verbrachten.

Puerto Limon

Nach 2 weiteren Seetag erreichten wir schließlich Puerto Limon auf Costa Rica. Auf Grund der unruhigen See, wussten wir lange Zeit nicht ob wir überhaupt anlegen konnten. Zum Glück hat es aber geklappt, ich hatte mich schon sehr auf diese Insel gefreut.

Vorab habe ich einen Ausflug bei www.redfrogtours.de gebucht, eine deutsche Auswanderin, die für deutsche Touristen Ausflüge anbietet.

Zuerst fuhren wir in einer kleinen Gruppe zum Cahuita Nationalpark direkt am Meer. Quer durch den Regenwald führt ein kleiner Weg, von dem aus wir freilebende Affen, Faultiere, Schlangen, Schildkröten und Waschbären beobachten konnten. Auf der anderen Seite befindet sich der Naturstrand, an dem man auch baden kann. Leider war das Meer an diesem Tag wirklich rauh und so verbrachten wir mehr Zeit im Regenwald.  Anschließend fuhren wir mit dem Bus weiter über die Insel. Unterwegs hielten wir öfters mal an, um Bananenplantagen, kleine Obststände oder interessante Pflanzen zu besuchen. Costa Rica ist ein wahres Natur- und Tierparadies, alles ist wahnsinnig grün und wild bewachsen.

Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch mit dem Boot auf die Tortuguero-Kanäle. Auch hier haben wir wieder viele freilebende Tiere beobachten können, viele Vögel, Leguane und als absolutes Highlight ein Faultier, das direkt neben unserem Boot über dem Wasser hing. Es ist so beeindruckend, diese Tiere einmal im Leben aus nächster Nähe betrachten zu können und zählt auch zu einem unserer persönlichen Highlights.

Colon

Am nächsten Tag legten wir in Colon in Panama an. Die Stadt an sich hat keine Highlights und ist sehr sehr arm und gefährlich. Ich habe hier einen Ausflug über www.bisbaldtours.com gebucht, wieder ein deutscher Auswanderer mit deutschsprachigen Führern.

Zuerst ging es im Kleinbus zum eine Stunde entfernten Stausee des Panamakanals, dem Gatun-See. Hier stiegen wir aufs Boot um und ließen uns 2 Stunden lang von einer kleiner Insel zur anderen treiben. Die Inseln sind unbewohnt und lediglich die Heimat von Leguanen und kleinen Äffchen, die wir sogar vom Boot aus füttern konnten. Je nach Rasse liegt die Vorliebe eher bei Bananen oder Weintrauben, die sie einem vorsichtig aus der Hand nehmen und genüsslich verspeisen.

Anschließend machten wir eine 1-stündige Wanderung durch den Regenwald mit Mittagessen bei einem Wasserfall. Ein toller Ort um einfach mal runter zu kommen und die Natur zu genießen. Wenn man einmal in Panama ist, darf man sich natürlich die weltberühmten Schleusen nicht entgehen lassen. Die Durchfahrt kostet die Schiffe immerhin bis zu 1 Millionen Euro. Auch wir hatten das Glück, einen kompletten Schleusen-Vorgang mitzuerleben, was wirklich beeindruckend ist. Zu den Agua Clara Schleusen gehört auch noch ein kleines Museum sowie ein tolles Besucherzentrum. Nach einem spannenden Tag ging es am späten Nachmittag wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause.

Cartagena

Zu guter Letzt erreichten wir noch unseren letzten Stop, Cartagena in Kolumbien. Hier war uns bereits klar, dass wir uns einfach nur die Altstadt anschauen möchten. Direkt im Anschluss an den Hafen, gibt es einen wunderschönen und toll angelegten Zoo, durch den man automatisch durchläuft, er kostet auch keinen Eintritt. Hier gibt es hunderte von Papageien, Ameisenbären, Pfauen, Affen und Flamingos.

Wir haben uns ein Taxi in die Altstadt genommen (insgesamt ca. 15 Euro für 5 Personen) und waren nach 10 Minuten schon dort. Das Städtchen ist einfach der Hammer und an Schönheit kaum zu übertreffen. Die bunten Häuser mit ihren toll bepflanzten Balkonen reihen sich aneinander, überall herrscht gute Laune und die südamerikanische Musik schallt durch die kleinen Gassen. Hier haben wir uns einfach ohne Plan durch die Gassen treiben lassen, haben Eis gegessen, waren bummeln und shoppen und haben den Abschluss dieser atemberaubenden Tour genossen. Da es an diesem Tag sehr sehr heiß war, sind wir am frühen Nachmittag zurück zum Schiff gefahren und haben bei einem Cocktail und wunderschönen Sonnenuntergang am Abend die Reise noch mal Revue passieren lassen.

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