Kreuzfahrt Singapur & Indonesien

Götter, Drachen & Tempel
Indonesien
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5 min Lesezeit

Obwohl ich mittlerweile schon etliche Fernreisen hinter mir hatte, war ich selten so aufgeregt wie vor dieser Reise. Noch nie war ich so lange und vor allem auch so weit weg von Zuhause. Davor hatte ich tatsächlich etwas Respekt

Gebucht hatten wir sie bereits während unserer ersten Kreuzfahrt und der Countdown waren stolze 487 Tage. Aber so hatte ich immerhin genügend Zeit, die Reise in Ruhe vorzubereiten. Da wir vorab über Lufthansa einen relativ günstigen Direktflug im Airbus A380 bekommen haben, haben wir uns bewusst für eine individuelle Anreise entschieden. Das ist bei Kreuzfahrten natürlich immer ein Risiko, aus diesem Grund sind wir auch schon 2 Tage eher angereist.

15. November 

Nun ging es endlich los. Obwohl der Flug erst abends um 22:00 Uhr starten sollte, haben wir uns bereits Mittag auf den Weg nach Frankfurt gemacht. Wir sind immer etwas vorsichtig und lieber eher als kurz vor knapp am Flughafen. Unser Auto haben wir ein paar Kilometer außerhalb auf einen bewachten Parkplatz abgestellt und von dort wurden wir mit einem Shuttle-Bus zum Terminal 1 gebracht.

Der erste Flug mit dem Airbus A380 verlief auch sehr angenehm, wir hatten einen Platz im Upper Deck reserviert und dank Nachtflug konnten wir auch etliche Stunden am Stück schlafen.

Relativ fit und ausgeschlafen, landeten wir 12,5 Stunden später um 17:10 Uhr Ortszeit am Changi Airport in Singapur. Vorab hatte ich über Expedia einen Fahrer organisiert, der uns vom Flughafen zu unserem Hotel fahren sollte.

>> Carlton City Hotel Singapur - 1 Gopeng Street - 078862 Singapur <<

Das Carlton ist ein tolles und modernes Stadthotel in Hafen- und Chinatown-Nähe mit Pool im 12 Stockwerk. Dorthin sind wir tatsächlich auch als erstes gegangen, nachdem wir unseren Koffer ins Zimmer gelegt hatten. Es war noch sehr warm  und wir sind erst mal eine Runde schwimmen gegangen. Anschließend haben wir dann noch die Gegend um das Hotel herum erkundet, ein quirliger Stadtteil mit vielen kleinen Bars, Cafes und Restaurants. Wir sind zu dem 1km entfernten Maxwell Food Court gelaufen, eine typische Halle mit vielen kleinen Ständen, an denen einheimisches Essen für kleines Geld angeboten wird. Hier sitzt man mitten unter den Einheimischen, die nach Feierabend hier ihr Abendessen genießen. Ein toller erster Abend in Singapur.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kleinen Stadtbummel in der Nähe unseres Hotel, konnten wir mit dem Taxi in den Hafen fahren um auf der kleinen AidaVita einzuchecken. Unsere Kabine war sogar schon fertig und der Koffer kam auch relativ schnell, so konnten wir gleich zum Mittagessen und in der Ocean Bar unseren ersten obligatorischen Cocktail an Bord in der Sonne genießen. Dies ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Schiffsreisen geworden und einfach ein toller Start in den Urlaub.

Da wir einen overnight stay hatten und erst am nächsten Abend starteten, konnten wir uns am Nachmittag auf in die Stadt machen. Wir sind mit dem Taxi erst einmal zum berühmten Marina Bay Sands Hotel gefahren. Ich habe vorab über "Get your guide" ein Kombiticket für die Aussichtsplattform sowie für den Gardens by the bay für 30,-€ pro Person gekauft. So konnten wir ohne anzustehen direkt mit dem Aufzug auf das Observation Deck des Hotels fahren. Dieses befindet sich, ebenso wie der berühmte Swimmingpool, ganz oben und man hat einen sensationellen Rundumblick. Zu dem Pool dürfen aber ausschließlich Hotelgäste.

Anschließend sind wir zu Fuß in die Gardens by the bay gelaufen, ein riesiges grünes Areal mit den tollen Super Trees. Mit dem Ticket konnten wir ebenfalls kostenlos in den Flower Dome & Cloud Forest, 2 riesige Kuppeln, in denen sich ein künstlich angelegter Regenwald und eine unendliche Vielfalt an Blumen und Pflanzen befindet. Hier kann man locker etliche Stunden verbringen, aber als es so langsam Abend wurde haben wir uns in Richtung der Super Trees aufgemacht. Jeden Abend findet um 19:45 Uhr eine Lichter- und Musikshow statt, zu der sich hunderte von Menschen versammeln. Mit dem beleuchteten Marina Bay Sands im Hintergrund ein wunderschöner Gänsehaut-Moment.

Am nächsten Tag sind wir nach dem Frühstück zunächst zu der Seilbahn-Station Harbourfront. Je nach Liegeplatz des Schiffes (wir lagen direkt dort vor Sentosa Island) ist die Station direkt am Anlegeplatz. Auch hier habe ich die Tickets vorab über "Get your guide" gebucht. Zunächst ging es mit der Seilbahn vom Hafen hinauf auf den Mount Faber, dem Hausberg Singapurs. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf den Hafen sowie die Stadt. Es gibt dort viele Wälder und Wanderwege und wir waren fast 2 Stunden unterwegs. Es war himmlisch ruhig und idyllisch und man konnte die vielen Vögel zwitschern hören. Vom Mount Faber sind wir zu der Henderson Wave gelaufen, eine tolle Brücke ganz aus Holz und zurück durch den Regenwald. Alles ist gut ausgeschildert und man kann sich nicht verlaufen.

Zurück an der Seilbahn-Station sind wir dann rüber zur Insel Sentosa gefahren. Die Insel befindet sich direkt vor Singapur und bietet alles was Spaß macht. Riesige Hotels, Wasserparks, die Universal Studios, 4D Kinos, Schmetterlingspark und noch vieles mehr. Auch viele tolle Strände und Beachclubs gibt es hier. Wir waren einfach mit einer leckeren Kokosnuss im warmen Sand gesessen und haben alles auf uns wirken lassen. Auf der Insel selbst fahren kostenlose Shuttle-Busse von einer Attraktion zur nächsten. Am späten Nachmittag sind wir nach 2 tollen Tagen in Singapur aufs Schiff zurück gekehrt, denn am Abend hieß es erst einmal Leinen los und bis in 2 Wochen.

Nach 2 erholsamen Seetagen mit tollem Essen und Wellness erreichten wir schließlich unseren ersten Anlegehafen, Semarang auf der Hauptinsel Java. Wir haben uns hier einem Mitreisenden angeschlossen, der eine private Tour zum Borobudur-Tempel organisiert hat. Der Borobudur-Tempel ist tatsächlich der größte buddhistische Tempel der Welt und wurde 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Da der Verkehr auf Java mehr als chaotisch ist, hatten wir sogar eine eigene Polizeieskorte, die uns den Weg dorthin freigemacht hat. Ein prägendes Erlebnis mit vielen Nahtot-Erfahrungen.. :-) Nach gut 2 Stunden Aufenthaltszeit bei diesem beeindruckenden Bauwerk ging es weiter in ein kleines indonesisches Dorf, ein wahnsinnig leckeres Mittagessen einnehmen. Im Anschluss daran haben wir noch 2 kleinere Tempelanlagen sowie eine kleines Kaffeehaus besichtigt, in dem der teuerste Kaffee der Welt hergestellt wird, der sogenannte Kopi-Luwak-Kaffee. Der Kaffee erhält sein besonderes Aroma, in dem die Luwak-Katzen die Bohnen essen und zusammen mit dem Kot wieder ausscheiden. Wir haben nicht probiert, aber er soll wohl eine Delikatesse sein. Nach einem aufregenden Tag ging es am späten Nachmittag wieder zurück zum Schiff.

Bereits am nächsten Tag erreichten wir unseren nächsten Anlegehafen Surabaya, ebenfalls auf der Hauptinsel Java. Ehrlich gesagt sind wir hier nicht von Bord gegangen, da wir nicht so recht wussten, was wir unternehmen sollen und der Tagesausflug den Tag zuvor schon recht anstrengend war. Zudem haben wir die Temperaturen etwas unterschätzt. Es ist hier einfach nur extrem heiß. Tagsüber hatten wir nie unter

38 - 40 Grad mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und auch nachts sind die Temperaturen selten unter 35 Grad gefallen. Man fühlte sich Tag und Nacht wie in einer Sauna und wurden auch immer vom Kapitän daran erinnert genügend zu trinken. Da Indonesien direkt am Äquator liegt brennt die Sonne wirklich erbarmungslos runter, deswegen empfehle ich auch jedem eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.

Nach einem weiteren Seetag erreichten wir unseren 3. und einzigen Tenderhafen, Komodo Island. Eigentlich buchen wir selten Ausflüge über Aida, aber hier ist es ausnahmsweise mal einer geworden, da der Preis meiner Meinung nach nicht sehr viel mehr war als bei den Privaten und noch dazu getendert wurde. Hat man einen Ausflug über Aida gebucht, kann man automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit ins Tenderboot, bei den individuellen Ausflügen muss man sich am Abend vorher anstellen und ein Ticket ziehen. Früh um 9 ging es mit dem Boot dann an den langen Steg vom UNESCO-Weltnaturerbe Komodo. Hier wurden wir in kleine Gruppen eingeteilt und machten eine 1,5 stündige Wanderung durch den Nationalpark. Tatsächlich haben wir auch mehrere freilebende Komodo-Warane gesehen. Es sind sehr beeindruckende, aber auch gefährliche Tiere weshalb auch immer ein Guide an unserer Seite war und aufgepasst hat. Im Anschluss ging es mit einem tollen Holzboot 20 Minuten übers Meer zu einer benachbarten Insel mit einem von 10 Pink Beaches weltweit. Die pinke Farbe kommt durch rote Korallen zustande und die Farbzusammensetzung aus dem glasklaren türkisfarbenen Meer, dem rosa Sand und den dunklen Felsen im Hintergrund war wirklich ein traumhaftes Bild. Man kann hier wunderbar Schnorcheln und Baden. Da wir relativ früh dort waren, konnten wir den Strand auch noch richtig genießen, als wir gegangen sind kamen immer größere Menschenmassen und es wurde sehr sehr voll.

Unser 4. Anlegehafen war Lombok und hat mir persönlich am Besten gefallen. Lombok wird häufig als kleine Schwester von Bali bezeichnet und ist noch sehr ursprünglich und vom Tourismus unberührt. Es ist dort wahnsinnig grün und die Mensch sind unglaublich freundlich (wie eigentlich überall in Indonesien). Ich habe vorab einen Ausflug über www.lombokurlaub.com gebucht, der sogar auf Deutsch stattfand. Mit dem Bus ging es erst mal eine dreiviertel Stunde quer über die Insel zu einem kleinen Bootsanlegeplatz mitten im Nirgendwo. Dort sind wir auf ein Boot umgestiegen und zur ersten von 3 kleinen Gili-Inseln gefahren, Gili Nanggu. Dort gibt es nichts außer ein kleines Bungalow-Resort und traumhafte Strände zum Schnorcheln und Baden. Nach gut 2,5 Stunden Aufenthalt fuhren wir weiter zu Gili Sudak. Eine Insel in die ich mich verliebt habe. Hier gibt es ebenfalls ein kleines Resort mit Strandrestaurant und auf der ganzen Insel sind Muschelketten und selbstgebastelte Schilder verteilt, ein kleiner Traum und bildschön. Abschließend ging es noch zu Gili Kedig, eine Insel mitten im Ozean, die man in 2 Minuten umrunden kann. Auch dort gab es wieder bildschöne Strände und man konnte baden und schnorcheln gehn. Danach hieß es für uns Abschied nehmen und erst mit dem Boot und dann mit dem Bus fuhren wir zum Schiff zurück. Es war ein traumhafter Tag ganz im Zeichen von Sonne, Strand und Meer und auch das Auslaufen aus Lombok war wunderschön, die Natur und Landschaft dort ist traumhaft.

Bevor es wieder nach Singapur zurück ging, hatten wir noch unseren 5. und letzten Stop auf Bali. Hier lagen wir over night und hatten dadurch 2 volle Tage zur Verfügung. Vorab habe ich über www.balisupertrip.com einen Fahrer gebucht, der uns pünktlich und gut gelaunt am Schiff empfangen hat. Dino hat 5 Jahre in Frankfurt am Main studiert und kann perfekt Deutsch sprechen. Zusammen mit ihm sind wir quer über die Insel gefahren und haben uns ein paar Highlights angesehen. Man darf nie den Verkehr außer Acht lassen, in manchen Städten und Regionen kommt man leider nur sehr sehr langsam voran.

Wir waren zum Beispiel in Kuta und am Kuta Beach (ein sehr trubeliges Städtchen, das vor allem die Australier zum Feiern nutzen), in Ubud (ein kleines Künstlerstädtchen mitten im Grünen), am Tegenungan Wasserfall (ein wunderschönes Fleckchen Erde), am Quellentempel Gunung Kawi Sebatu, Mittagessen inmitten der Reisterrassen, am berühmten Wassertempel Tanah Lot, bei einer Kaffee- und Teeprobe mitten im Regenwald und im weniger bekannten, dafür aber umso schöneren und ruhigeren Affenwald Sangeh. Uns persönlich hat Bali richtig gut gefallen, aber wir waren auch an Orten, an denen weniger Touristen unterwegs sind. Ansonsten kann es ganz schön touristisch und voll sein, gerade in beliebten Städten wie Kuta kann man wenig Unterschiede zum spanischen Ballermann erkennen.

Nach 2 tollen und erlebnisreichen Wochen, sind wir schließlich wieder nach Singapur zurück gekehrt und hatten noch einen over night stay bevor wir abreisen mussten. Den letzten Tag haben wir genutzt um uns in der Stadt noch ein bisschen umzusehen. Wir waren zum Beispiel im Stadtteil Little India, in Chinatown und auf der Orchard Road, die stark an die Champ Elysee in Paris erinnert. Hier reiht sich ein Shoppingcenter an das andere und man kann über Luxusmarken aber auch H&M alles erwerben was das Shopping-Herz begehrt. Den letzten Abend haben wir dann noch gemütlich bei einem Cocktail auf dem Schiff verbracht bevor es am nächsten Tag zurück ins kalte Deutschland ging.

Auch den Flughafen in Singapur, den Changi Airport sollte man noch lobenswert erwähnen. Es war definitiv der schönste Flughafen den ich jemals gesehen habe, mit unzähligen Attraktionen wie Kletterparks, einem Weihnachtsmarkt, Shoppingcentern, Foodcourts, Bars, Restaurants, Regenwald sowie dem größten Indoor-Wasserfall der Welt. Die 6 Stunden Wartezeit dort vergingen wie im Flug.

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