Mein Weg über die Alpen

Gipfel, Hüttenzauber und viele besondere Momente
Italien
Annelie Posselt
17.10.2026
•
5 min Lesezeit

Eine Alpenüberquerung stand schon lange ganz oben auf meiner persönlichen Bucket List. Mitte Juli war es endlich so weit: Ich konnte mir diesen Wunsch erfüllen und wanderte auf der Tour „Von Alm zu Alm“ von Innsbruck bis zum Brenner.
Ich war allein unterwegs – und genau das war im Nachhinein eine meiner besten Entscheidungen. Denn schon nach kurzer Zeit war ich nicht mehr wirklich allein. Aus zunächst fremden Menschen wurden schnell Wegbegleiter. Wir wanderten gemeinsam, lachten viel, motivierten uns und verbrachten auch die Abende zusammen.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Diese Reise würde bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mein Start in Innsbruck

Ich bin bereits einen Tag vor Tourbeginn angereist und hatte so genügend Zeit, Innsbruck ganz entspannt zu erkunden. Ich schlenderte durch die Altstadt, schaute mir das Goldene Dachl an und genoss einfach das Flair der Stadt.
Ein besonderes Highlight war für mich die Auffahrt zum „Top of Innsbruck“ auf 2.334 Metern. Mit den Bahnen der Nordkette ist man innerhalb kurzer Zeit mitten in der Bergwelt. Oben angekommen, war ich erst einmal sprachlos. Der Blick über Innsbruck und die umliegenden Gipfel ist wirklich beeindruckend.
Und dann ging es am nächsten Morgen tatsächlich los.

Von Alm zu Alm

Am ersten Wandertag lernten wir unsere Bergführerin Jane und die restliche Gruppe kennen. Wir waren insgesamt nur acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer – eine angenehme Größe, bei der man schnell miteinander ins Gespräch kommt.
Schon an diesem ersten Tag bekam ich ein Gefühl dafür, was diese Reise ausmachen würde: wunderschöne Landschaften, ordentlich Höhenmeter, gemütliche Hütten und vor allem viele gemeinsame Momente.
Auf unseren Wegen begleiteten uns immer wieder Kühe. Das Läuten ihrer Glocken gehörte irgendwann einfach zur Wanderkulisse dazu. Ich fand das unglaublich schön und genau so hatte ich mir eine Wanderung in den Alpen vorgestellt.

Die erste Nacht auf der Adolf-Pichler-Hütte

Am ersten Wandertag kehrten wir in der Adolf-Pichler-Hütte ein. Für mich war das die urigste Hütte der gesamten Tour – genau so, wie man sich eine Übernachtung in den Bergen vorstellt.
Obwohl es mitten im Hochsommer war, wurde es am Abend richtig kalt. Der Ofen wurde angeheizt und sorgte schnell für Wärme in der Hütte.
Und dann gab es Schweinebraten mit einer richtig knusprigen Kruste aus dem Ofen auf dem Hof. Nach einem langen Wandertag war das genau das Richtige.
Geschlafen wurde im Doppelstockbett. Viel Schlaf gab es in dieser Nacht ehrlich gesagt nicht. Aber dafür umso mehr Atmosphäre.
Es war nicht luxuriös, aber authentisch. Man war mitten in den Bergen und das hat man auch gespürt.

Jeden Tag neue Eindrücke

Ich hatte ehrlich gesagt mit deutlich mehr Schotterwegen gerechnet. Umso mehr hat mich überrascht, wie abwechslungsreich die Landschaft jeden Tag war.
Wir wanderten durch schattige Nadelwälder, über felsige Grate, alpine Schotterfelder und blühende Almwiesen. Immer wieder kamen neue Ausblicke dazu – auf die Kalkkögel, das Stubaital und die umliegenden Gipfel.
Und natürlich gab es auch die weniger gemütlichen Momente: lange Anstiege, steile Abstiege und ordentlich Höhenmeter.
Einer dieser Tage ist mir besonders im Gedächtnis geblieben.

30 Grad, 1.800 Höhenmeter und ein altes Kloster

Am dritten Tag wurde es richtig heiß. Rund 30 Grad und eine lange Etappe lagen vor uns.
Zuerst ging es etwa 800 Höhenmeter hinunter ins Stubaital. Danach warteten noch einmal rund 1.000 Höhenmeter bergauf auf uns.
Das war der Tag, an dem ich gemerkt habe: Jetzt wird es richtig anstrengend. Die Hitze und die vielen Höhenmeter haben mir persönlich ordentlich zugesetzt. Irgendwann waren wir alle einfach nur noch damit beschäftigt, weiterzugehen und das Ziel zu erreichen.
Als wir schließlich Maria Waldrast erreichten, war die Erleichterung bei allen groß.
Und dann kam die Belohnung: Wir übernachteten in einer alten Klosteranlage.
Allein der Ort war etwas ganz Besonderes. Nach diesem anstrengenden Tag dort anzukommen, war für mich ein echtes Highlight. Eine Nacht in einem alten Kloster zu verbringen, ist schließlich auch nicht gerade alltäglich.

Hüttenromantik trifft Komfort

Genau diese Mischung hat mir an der Reise besonders gut gefallen.
Auf der einen Seite gab es die urigen Hütten, Doppelstockbetten und das einfache Leben in den Bergen. Auf der anderen Seite erwarteten uns zwischendurch komfortablere Unterkünfte und sogar eine Sauna.
Nach vielen gelaufenen Höhenmetern waren die müden Beine für ein bisschen Wärme und Entspannung durchaus dankbar.
Für mich war das die richtige Mischung. Ich wollte die Berge erleben, aber nach mehreren Wandertagen war ich auch froh über ein bisschen Komfort.

Wandern macht hungrig

Dass gutes Essen auf einer Wanderreise eine wichtige Rolle spielt, wusste ich natürlich vorher. Dass wir uns aber schon am Nachmittag Gedanken darüber machten, was es wohl am Abend geben würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Irgendwie gehörte die Frage „Was gibt es heute Abend zu essen?“ schon fast genauso zur Tagesplanung wie die nächste Etappe.
Fast jeden Nachmittag kehrten wir auf einer Alm ein. Ein Stück frischer Apfel- oder Topfenstrudel und dazu ein kühles Skiwasser – mehr brauchte es manchmal gar nicht.
Abends wurden wir in den Unterkünften mit regionalen, mehrgängigen Menüs verwöhnt. Und wie das nach einem langen Wandertag so ist: Irgendwie schmeckt dann einfach alles noch besser.
Nach mehreren Stunden in den Bergen freute ich mich jedes Mal darauf, am Tisch zu sitzen, etwas Leckeres vor mir zu haben und den Tag gemeinsam mit der Gruppe ausklingen zu lassen.
Gutes Essen, gute Gespräche und eine ordentliche Portion Hunger – auch das gehörte für mich zu dieser Reise dazu.

Allein angereist – gemeinsam gewandert

Ich war die gesamte Reise über allein unterwegs und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.
Unsere Gruppe war bunt gemischt: Paare, Geschwister, Vater und Sohn und eben auch Alleinreisende wie ich. Vom Jugendlichen bis zum erfahrenen Wanderer war alles dabei.
Schon nach kurzer Zeit entstand ein richtig schönes Miteinander. Wir motivierten uns gegenseitig, halfen uns bei schwierigen Passagen und freuten uns gemeinsam über jede geschaffte Etappe.
Besonders schön waren die Abende. Die Handys verschwanden fast wie von selbst in den Rucksäcken. Stattdessen spielten wir Uno, lachten viel und unterhielten uns über alles Mögliche. Und genau das habe ich als unglaublich angenehm empfunden. Eine Woche lang war das Handy plötzlich nicht mehr wichtig. Man war draußen, hatte Zeit und war einfach im Moment.

Ein besonderer Abschluss auf der Sattelberg Alm

Am letzten Tag kehrten wir auf der Sattelberg Alm ein. Für mich war das ein richtig schöner Abschluss dieser Reise.
Die Wirte waren unglaublich nett, die Lage fantastisch und der Blick auf die umliegenden Gipfel einfach wunderschön.
Und dann gab es noch eine besondere Überraschung: Für uns wurde der Hotpot angeheizt.
Ein alter Holzzuber, gefüllt mit warmem Wasser und beheizt durch einen Holzofen. Mit einem kühlen Getränk in der Hand saßen wir schließlich im Hotpot und schauten über die Berge. Wir ließen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren, erzählten von unseren schönsten Momenten und genossen einfach den letzten Abend gemeinsam.
Ich glaube, besser hätte diese Reise kaum enden können.

Mein persönliches Fazit

Diese Alpenüberquerung war für mich mehr als eine Wanderreise.
Natürlich waren die Landschaften beeindruckend. Natürlich war es anstrengend und natürlich gab es Tage, an denen ich froh war, endlich am Ziel angekommen zu sein.
Aber was mir vor allem geblieben ist, sind die vielen kleinen Momente: das Kuhglockenläuten auf den Wegen, der warme Ofen in der Hütte, der Schweinebraten nach einem langen Wandertag, das gemeinsame Lachen am Abend, die Gespräche, der Blick vom Kloster über die Berge und schließlich der letzte Abend im Hotpot.
Die Berge haben bei mir definitiv etwas ausgelöst.
Ich habe gemerkt, wie gut es mir tut, mehrere Tage draußen zu sein, mich zu bewegen und dabei einfach mal weniger Ablenkung zu haben. Man kommt morgens los, hat ein Ziel vor Augen und beschäftigt sich zwischendurch eigentlich nur mit dem nächsten Wegstück, der nächsten Pause oder der Frage, was es abends zu essen gibt.

Mit einer Schwierigkeit von 3 von 5 halte ich die Tour für geeignet, wenn man gerne wandert, eine gute Grundkondition und Trittsicherheit mitbringt und sich den Traum von einer Alpenüberquerung erfüllen möchte.
Mein persönlicher Ausrüstungstipp: Gute, eingelaufene Wanderschuhe mit Knöchelschutz und Wanderstöcke haben sich für mich gerade bei den längeren Abstiegen absolut bewährt.

Als ich am letzten Tag am Brenner angekommen bin, war ich stolz, glücklich und gleichzeitig ein bisschen wehmütig, dass diese besondere Woche schon vorbei war.
Für mich steht fest: Das war ganz sicher nicht meine letzte Alpenüberquerung.

Und wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, die Alpen einmal zu Fuß zu überqueren oder noch nicht weißt, welche Wanderreise zu dir passen könnte, dann erzähle ich dir gerne persönlich von meinen Erfahrungen.

Teile diesen Beitrag
No items found.
KONTAKT

Urlaubsreif? Gleich bei mir melden!

Kontaktinformationen
Schreib mir ganz bequem über das Kontaktformular eine Nachricht – gemeinsam finden wir, was Du suchst! Oder schreibe mir eine E-Mail oder rufe mich an. Ich helfe dir gerne weiter.
Dankeschön! Ich habe deine Anfrage erhalten!
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Vielen Dank!
Ich habe deine Nachricht erhalten und freue mich schon darauf, mich in deine Reisewünsche zu vertiefen.
‍
‍Ich schaue mir deine Anfrage jetzt genau an und melde mich innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden persönlich bei dir, um gemeinsam deine Traumreise zu gestalten. Ich freue mich auf unser Gespräch!
Bis dahin,
Annelie Posselt
Reiseberichte

Noch mehr Inspiration für deine nächste Traumreise

No items found.
annelie-posselt
WhatsApp
Click to Chat