

Mittelmeerkreuzfahrt mit der MSC World Europa
Paul, mein zukünftiger Mann, und ich gehen mal wieder auf Reisen.
Diesmal jedoch mit einer etwas anderen Motivation: Ich wollte ein großes, außergewöhnliches Kreuzfahrtschiff selbst testen, um künftig noch besser beraten zu können.
Die Reiseroute:
Barcelona – Marseille – Genua – Civitavecchia – Messina – Valletta – Barcelona
Barcelona - ein perfekter Auftakt
Wir sind bereits einen Tag früher angereist und konnten so noch einen zusätzlichen Tag in Barcelona genießen.
Der Transfer vom Flughafen zur Innenstadt hatten wir vorab gebucht und bezahlt (mit dem Aerobus). Unser Hotel, das Leonardo Barcelona Las Ramblas, konnte fußläufig erreicht werden und lag herrlich zentral. Mit einem digitalen Reiseführer erkundeten wir die historische Altstadt ganz in unserem eigenen Tempo. Ohne Gruppe und ideal mit eigenen Kopfhörern entdeckten wir die Geschichte und Kuriositäten der Altstadt. Schon hier zeigt sich wieder einer der großen Vorteile einer Kreuzfahrt: Sie ermöglichen es, Städte und Häfen kennenzulernen und rasch ein Gefühl dafür zu bekommen, ob man sie unbedingt noch einmal besuchen möchte oder ob ein einmaliger Besuch genügt.
Barcelona gehört für uns definitiv zur ersten Kategorie: Wir kommen wieder!
Anregungen / Tipps
• Digitaler Stadtführer für individuelle Erkundungen
• Sagrada Familia Tickets unbedingt von zuhause buchen
Die Kreuzfahrt beginnt
Am nächsten Morgen ging es dann zu Fuß Richtung Hafen und wir fuhren mit dem öffentlichen Transfer zur MSC World Europa.
Schon der erste Eindruck von außen war beeindruckend. Ich war bereits mit einigen Reedereien unterwegs, aber diese Bauart mit dem offenen Heck ist wirklich ein Hingucker. Der Check-In verlief absolut reibungslos. Wir waren sehr früh an Bord und konnten das Schiff noch vor dem Kabinenbezug in Augenschein nehmen. Mein erster Eindruck an Bord war allerdings sofort: „sehr laut“. Da wir das Glück eines Upgrades hatten (freu) von Innenkabine auf Juniorsuite (Aurea), konnten wir der Lautstärke häufig entfliehen, indem wir uns auf unsere große Terrasse zurückzogen.
Vorab sei gesagt: Für diese Reise hatten wir einiges geplant. Da mich aber eine Grippe niederstreckte, mussten wir einiges umwerfen und haben uns zwischendurch auch mal nur treiben lassen.
Marseille - zwischen Hafenflair und spontaner Planänderung
Geplant war ursprünglich eine Wanderung im Calanques-Nationalpark.
Wir nutzten den kostenlosen Shuttle vom Hafen, der uns an einem Einkaufzentrum absetzte. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum alten Hafen, ein gemütlicher Spaziergang immer am Wasser entlang, vorbei an stilvollen Hotels, Cafés und Restaurant mit Blick aufs Meer zum Yachthafen. Dort angekommen, konnten wir beobachten, wie Fischer ihren Fang direkt vom Boot aus verkauften. Die Fähre zum Nationalpark fuhr zu meinem Glück an diesem Tag nicht, es war schlicht zu windig!
Meiner Grippe musste ich Tribut zollen und wir nahmen uns erst einmal einen Platz in der ersten Reihe eines Cafés, beobachteten dabei das Treiben am Yachthafen, den Fischverkauf und genossen die Sonne – für mich mal gut, etwas ausgebremst zu werden. Wie wir eben so sind, wollten wir ganz ohne Stadterlebnis nun auch nicht bleiben und was bietet sich da besseres als ein Hop-on/Hop-off-Bus an. Schnell wurde umgeplant, die nächste Haltestelle gesucht und los ging es durch enge Gassen hinauf zur Notre-Dame de la Garde, die auf einer 161 Meter hohen Anhöhe steht und einen wunderschönen Blick hinunter auf Marseille zulässt. Nach einer kurzen Besichtigung fuhren wir mit dem nächsten Bus Richtung Einkaufszentrum. Von dort nahmen wir wieder den kostenlosen Shuttle zurück zum Schiff.
Anregungen / Tipps
• Den Shuttle der Reedereien kann man sich getrost sparen
• Der Hop-on/Hop-off-Bus hält direkt am Einkaufszentrum vor dem Hafen
Genua und Portofino - Dolce Vita mit Aussicht
Geplant war eine Autofahrt entlang der ligurischen Küste bis nach Portofino.
Früh gingen wir von Bord und hatten vorab ein Auto am Genua-Flughafen gemietet. Mit dem Taxi ging es zunächst zum Flughafen, dort übernahmen wir das Auto und fädelten uns in den italienischen Straßenverkehr ein. Auf dem Weg Richtung Portofino nahmen wir die Küstenstraße und wurden immer wieder mit atemberaubenden Anblicken auf die bunte Küste Italiens belohnt. Die Fahrt führte uns durch einige der schönsten Orte der italienischen Riviera. Am Ende der Straße wartete Portofino und wir waren auf dem letzten Stück der Straße sehr froh, einen Kleinwagen gemietet zu haben.
Portofino ist berühmt für seine bunten Häuser und sein exklusives Dolce-Vita-Lifestyle. Uns hat es im Februar gut gefallen, im Sommer wird es dort sicher überfüllt sein und ob wir dann dieses Ziel gewählt hätten, ist fraglich. Das Dorf der „Schönen und Reichen“ hat ohne Frage seinen besonderen Reiz. Wir setzten uns direkt am Wasser in ein Restaurant und ließen das Treiben der anderen Touristen an uns vorbeiziehen. Ein Aperol und Ipanema ließ unser Portemonnaie zwar glühen, aber egal: Wir machen Urlaub! Zurück ging es zügig über die Autobahn zum Flughafen. Da wir zeitig dort waren und der Taxifahrer uns eine deutlich teurere Fahrt anbot, entschieden wir uns für die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Bus ging es zum Bahnhof und dann mit dem Zug in die Innenstadt von Genua. Von dort aus ist der Hafen fußläufig erreichbar. Statt 30 € zahlten wir so nur 8 € (die Cocktails wurden so wieder reingeholt, smile).
Anregungen / Tipps
• Öffentliche Verkehrsmittel in Italien sind sehr günstig und pünktlich!
• Genua ist eine Industriestadt unbedingt rausfahren, mit Auto oder Zug
Civitavecchia – nicht alle Wege führen nach Rom
Geplant war eine Autofahrt nach Civita di Bagnoregio
Typischerweise fahren viele von diesem Hafen Richtung Rom. Dies haben wir bewusst abgewählt, denn die Anreise und die Aufenthaltszeit vor Ort stehen für uns nicht in Relation. So entschieden wir uns, in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Autovermietungen gibt es direkt am Hafenausgang und das Fahrzeug sollte am besten von zuhause aus, idealerweise von eurer mobilen Reiseberatung, vorab gebucht werden. Wir bekamen einen wunderschönen Fiat 500 in knallrot. Ein wenig Toskana wollten wir auch erleben und so führte uns die Fahrt gemütlich durch kleine Dörfer Richtung Viterbo zum Lago di Bolensa. Von dort aus ist es nur noch ein kurzer, wunderschöner Weg bis zur „sterbenden Stadt“ Civita di Bagnregio. Schon von der Ferne erhascht man bereits immer wieder ein Blick auf die Stadt, die auf einer 443 Meter hohen Lehmklippe erbaut wurde. Sie wurde als eines der schönsten Dörfer Italiens ausgezeichnet. Nachdem man Eintritt gezahlt hat, lässt sich die Stadt über eine Fußgängerbrücke erreichen. Uns genügte der Blick von der gegenüberliegenden Seite. Wir setzten uns auf eine Bank und ließen die beeindruckende Klippe einfach auf uns wirken: Sonne, Aussicht und gute Laune… leider kein Aperol soweit das Auge reicht. Auch unsere Drohne durfte kurz aufsteigen und landete glücklicherweise wieder sicher (warum ich das erwähne, erfahrt ihr in meinem Reisebericht über Grönland).
Mit dem roten Flitzer ging es weiter vorbei am Lago di Bolensa in Richtung Meer bis nach Orbetello. Über einen etwa vier Kilometer langen Verbindungsdamm fuhren wir weiter zum Monte Arentario. Wir besuchten noch ein Café und beschlossen zeitig zurück zum Schiff zu kommen. Meine Grippe hatte mich leider noch fest im Griff.
Anregungen / Tipps
• Mutig sein und im Ausland ein Auto mieten, Rom kann schließlich jeder
• Stadtführung in der mittelalterlich Stadt Civitavecchia machen
Messina - ein Tag ohne Plan, aber mit besonderem Ergebnis
Da die Ankunft in Messina um 12 Uhr geplant war, konnten wir die Durchfahrt durch die Straße von Messina ganz entspannt von unserer Terrasse aus beobachten.
Geplant war eine Zugfahrt entlang der Küste bis nach Taormina.
Da es mir immer noch nicht richtig gut ging, planten wir spontan um und wollten uns durch Messina treiben lassen. Eine gute Entscheidung. Das Kreuzfahrtterminal liegt gefühlt direkt in der Stadt. Nach dem Mittagessen machten wir uns in aller Ruhe auf den Weg. Viel Hupen, viel Verkehr - ein ganz anderes Lebensgefühl! Die Innenstadt bietet einige Boutiquen und da wir noch ein tolles Ereignis im Sommer vor uns haben, schlenderten wir in das ein oder andere Geschäft hinein. Mit großem Erfolg: Mein Kleid und Pauls Anzug für unsere standesamtliche Trauung mussten tatsächlich noch in unseren Koffern Platz finden. Manchmal eskaliert ein Spaziergang eben stilvoll. Besonders ein Herrenausstatter hatte es uns angetan, solch ein Service und Freundlichkeit sucht in Deutschland seinesgleichen. Relativ früh gingen wir wieder zurück an Bord. Wir wollten das Schiff tagsüber noch etwas erkunden und uns eine ruhige Stelle suchen.
Anregungen / Tipps
• unbedingt einen Ausflug zum Ätna machen, da ich aber bereits zweimal dort war, kam er für uns diesmal nicht infrage.
Valletta - Stadtmauern, Sonnenuntergang und ganz viel Malta
Die Einfahrt in den spektakulären Naturhafen sollte man auf keinen Fall verpassen. In Valletta legen Kreuzfahrtschiffe im Grand Harbour an und die Stadt ist gut zu Fuß erreichbar. Es gibt zwei Möglichkeiten die Altstadt zu erreichen:
- rechts aus dem Hafen zum Barrakka Lift, der für 1 € 21 Personen ganze 58 Meter in die Höhe befördert
- unsere Wahl: man läuft links vom Hafen die Straße bergauf
Oben angekommen gingen wir noch ein Stück weiter links in Richtung Vihena Garden, entlang der Stadtmauer. Von dort hat man einen besonders schönen Blick von oben aufs Schiff. Dies ist ein echter Geheimtipp, denn wir waren dort oben ganz allein. Für die Altstadt selbst luden wir uns wieder einen digitalen Reiseführer herunter und ließen die Stadt mit ihrer rund 500-jährigen Geschichte auf uns wirken. Wir waren begeistert. Ein Cafébesuch durfte nicht fehlen, Genuss und so. Wer weiter entfernte Ziele erreichen möchte, kann dafür wunderbar das öffentliche Verkehrsnetz nutzen. Direkt vor der Altstadt befindet sich der Busbahnhof. Das Ticket kann direkt im Bus gekauft werden, kostet im Winter 2 € und im Sommer 3 €. Es ist jeweils 100 Minuten gültig. Wir haben es genutzt, um ein bestimmtes Geschäft aufzusuchen. Zurück auf dem Schiff wurden wir auf unserer Kabine mit Prosecco und Schoko-Erdbeeren überrascht. Die Ausfahrt bei Sonnenuntergang war einfach traumhaft und nochmal ein echtes Highlight: Die Stadt mit ihrem Naturhafen färbte sich in warmes orange, und wir genossen diesen Moment ganz in Ruhe auf unserer Terrasse.
Anregungen / Tipps
• Vihena Garden für einen besonderen Blick aufs Schiff
• Eine Stadtführung sollte man, egal in welcher Form, machen
Zurück in Barcelona:
Nach einem Seetag erreichten wir wieder unseren Startpunkt Barcelona. Diesmal wählten wir den Transfer von der MSC. Das war für uns ideal, weil wir dadurch länger auf dem Schiff bleiben konnten und der Transfer direkt vom Hafen zum Flughafen ging.
Fakten zum Schiff:
Die MSC World Europa ist ein innovativer Schiffstyp. Mit einer Länge von 333 Meter bietet sie Platz für über 6.700 Passagiere und fährt mit Flüssigerdgas (LNG).
Zu den Besonderheiten zählen unter anderem:
104 Meter lange Innen- und Außenpromenade mit Geschäften, Restaurants und Bars
7 Innen- und Außenpools, 13 Whirlpools, mehrere Wasserrutschen und eine spektakuläre Trockenrutsche über 11 Decks
Eine beeindruckende Außenpromenade mit täglicher Lightshow (absoluter Hingucker)
Internationales Publikum
Mein persönliches Fazit dieser Reise:
Es war eine klassische Mittelmeerkreuzfahrt, wie sie von vielen Reedereien angeboten wird.
Der Service ließ keine Wünsche offen. Alle Durchsagen erfolgten in fünf Sprachen und es gab sogar eine tägliche Sprechstunde für das deutsche Publikum. An keiner Bar kam es zu langen Wartezeiten. Kulinarisch ist viel vorhanden: Buffetrestaurants, Bedienrestaurants mit zugeteiltem Tisch und festen Essenzeiten, Spezialitätenrestaurants sowie Pizza und Burger gefühlt rund um die Uhr. Einen Abend verbrachten wir im Steakhouse (Zuzahlung ca. 100,- €) mit einer top Fleischqualität.
Das tägliche Programm bot alles, was man sich vorstellen kann und wurde täglich in der App veröffentlicht. Für die Shows konnten Plätze vorher reserviert werden.
Und trotzdem ist mein ganz persönliches Fazit: Nichts für MICH (beziehungsweise für uns).
Dies möchte ich natürlich begründen: Es war nicht meine erste internationale Kreuzfahrt und bereits meine fünfte Reise mit MSC. Aber, die Lautstärke war für mich die größte Herausforderung. Gerade in den Buffetrestaurants, egal zu welcher Mahlzeit, war es unglaublich laut… unfassbar was da so los ist. Dank des AUREA-Upgrades konnten wir täglich ein Frühstück auf unsere Kabine bestellen. Das war für mich Goldwert, denn ich hätte das morgens nicht ausgehalten (Gruß vom Morgenmuffel). Abends gingen wir meist in das Restaurant mit täglich wechselndem Menü und wir waren mit der Qualität zufrieden und genossen dort vor allem eines: RUHE. Auch hier kommt das AUREA-Paket wieder ins Spiel, da wir keine festen Tischzeiten hatten!
Positiv hervorzuheben ist auch, dass auf Beschwerden sofort reagiert wurde. Service wird bei MSC großgeschrieben. Dieses Schiff hat mit Sicherheit sein Publikum! Für Familien mit Kindern wird unfassbar viel geboten. Mir persönlich sind fast 7.000 Menschen einfach zu viele, ganz unabhängig welcher Nationalität!
Anregungen / Tipps
• Aurea wählen
• Auf dieser Schiffsklasse gibt es Außenkabinen bei denen man das Fenster öffnen kann!
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