New York im November

Thanksgiving, Black Friday und unvergessliche Tage in der Stadt, die niemals schläft
USA
Christina Höritzsch
15.08.2026
5 min Lesezeit

New York City war für mich kein unbekanntes Reiseziel. Ich war bereits mehrfach dort und kannte dieses besondere Gefühl, wenn die Skyline wieder vor einem auftaucht. Und trotzdem ist jede Reise nach New York anders.

Diese Reise fiel in eine ganz besondere Zeit. Thanksgiving stand unmittelbar bevor, die Stadt bereitete sich auf Weihnachten vor und mit dem Black Friday wartete einer der größten Shoppingtage des Jahres auf uns.

Sechs Tage New York lagen vor uns – voller Sightseeing, Shopping, Weihnachtsstimmung und spontaner Planänderungen. Dazu kamen ein Tagesausflug nach Philadelphia und ein Besuch im Lancaster County in Pennsylvania.

Schon bei der Ankunft wusste ich wieder, warum mich diese Stadt immer wieder zurückzieht.

Tag 1 – Welcome back to New York City

Montag, 19. November

Der erste Reisetag begann zu einer Uhrzeit, zu der normalerweise noch niemand freiwillig aufsteht: um vier Uhr morgens.

Am Flughafen Frankfurt angekommen folgte die erste positive Überraschung: Mein Koffer brachte gerade einmal zehn Kilogramm auf die Waage. Bei großzügigem Freigepäck bedeutete das vor allem eines: reichlich Platz für die geplanten Einkäufe.

Die Wartezeit am Flughafen vertrieben wir uns unter anderem mit einem ersten Besuch bei Tiffany & Co., bevor wir unseren Airbus A380 von Singapore Airlines bestiegen. Die Maschine war erstaunlich leer und wir hatten entsprechend viel Platz.

Mit rund einer Stunde Verspätung hoben wir schließlich ab. Vor uns lagen knapp neun Stunden Flugzeit nach New York. Viel bekam ich davon allerdings nicht mit, denn ich schlief einen großen Teil des Fluges tief und fest. Die letzten Stunden vertrieb ich mir mit einem Film.

Und dann war es endlich so weit.

Welcome back to New York City!

Wir landeten am John F. Kennedy International Airport und kamen erstaunlich schnell durch die Immigration. Kurz darauf warteten wir bereits auf unseren vorab gebuchten Shuttle nach Manhattan.

Unser Hotel lag im Financial District, unmittelbar am damaligen Ground Zero.

Doch bevor wir dort ankamen, bekamen wir erst einmal eine typische New-York-Begrüßung: Verkehr.

Mitten in der Rushhour ging es teilweise nur im Schritttempo voran. Irgendwann löste sich der Stau und wir näherten uns Manhattan.

Und dann tauchte sie vor uns auf: die Skyline.

Auch wenn ich New York bereits kannte, verlor dieser Anblick nichts von seiner Wirkung. In diesem Moment war ich wieder da.

Da wir im Shuttle als Letzte abgesetzt wurden, dauerte die Fahrt fast zwei Stunden. Doch das Warten sollte sich lohnen.

Beim Check-in konnte unsere Reservierung zunächst nicht gefunden werden. Das kleine Chaos endete für uns allerdings äußerst angenehm: Wir bekamen ein besonders schönes Zimmer im 29. Stock mit Kingsize-Bett und einem spektakulären Ausblick.

Direkt vor uns lagen das 9/11 Memorial und das Gelände des World Trade Centers. Das One World Trade Center befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau und ragte bereits weit über Manhattan hinaus. Dahinter konnten wir den Hudson River sehen.

Ich hätte wahrscheinlich stundenlang am Fenster stehen können.

Dieser Ausblick sollte in den nächsten Tagen zu einem meiner liebsten Bilder der Reise werden – morgens, wenn Manhattan langsam erwachte, und abends, wenn die Lichter der Stadt unter uns leuchteten.

Nachdem die Koffer ausgepackt und das Hotelzimmer innerhalb kürzester Zeit zu unserem persönlichen New Yorker Basislager geworden war, hielt es uns nicht lange drinnen.

Direkt vor der Tür lag eine Subway-Station.

Also: auf zum Times Square.

Nach dem vergleichsweise ruhigen Financial District war der Times Square das komplette Gegenteil. Menschen, Leuchtreklamen, riesige Bildschirme, Taxis, Geschäfte – dieses kontrollierte New Yorker Chaos, das man entweder furchtbar findet oder liebt.

Ich liebe es.

Wir schlenderten über den Times Square, bunt, laut und einfach ein Stück New York.

Inzwischen gewann allerdings der Jetlag.

Also zurück in die Subway und Richtung World Trade Center. Die Bahn war fast leer und ich hätte vermutlich problemlos während der Fahrt einschlafen können.

Zurück im Hotel stand ich noch einmal am Fenster und betrachtete Manhattan bei Nacht.

Was für ein erster Tag.

Am nächsten Morgen wartete schließlich eines unserer wichtigsten Reiseziele auf uns:

Woodbury Common.

Oder anders gesagt: Shopping.

Tag 2 – Rockefeller Center und Shop till you drop

Dienstag, 20. November

Der Plan, morgens gemütlich auszuschlafen, scheiterte am Jetlag.

Schon mitten in der Nacht waren wir zeitweise hellwach. Gegen halb sieben gaben wir den Kampf schließlich auf und starteten in den Tag.

Während wir uns fertig machten, liefen im Fernsehen die amerikanischen Morgennachrichten. Dort erfuhren wir, dass vor dem Rockefeller Center ein Konzert einer bekannten Sängerin stattfinden sollte. Kostenfrei, vor einer der Top Attraktionen in New York und das am frühen Morgen - einfach so. 

Wir änderten unsere Pläne und fuhren hin.

Genau solche spontanen Entscheidungen gehören für mich zu New York dazu.

Leider kamen wir zu spät. Als wir gegen halb zehn ankamen, war das Konzert tatsächlich schon vorbei.

Dafür entdeckten wir etwas anderes: den riesigen Swarovski-Stern, der für die Spitze des berühmten Weihnachtsbaums am Rockefeller Center bestimmt war. Außerdem konnten wir einen Blick auf eine Live-Aufzeichnung der „Today Show" werfen.

Direkt um die Ecke liegt die Radio City Music Hall.

Dort versuchten wir unser Glück – und bekamen tatsächlich noch Karten für die berühmte „Christmas Spectacular"-Show der Rockettes. Eine absolute Empfehlung in der Vorweihnachtszeit!!!!

Ich hatte die Show schon bei einer früheren New-York-Reise sehen wollen, aber nie hatte es geklappt.

Diesmal würde ich sie endlich sehen.

Bevor es zum Shopping ging, machten wir noch einen Abstecher zur Magnolia Bakery, bekannt aus Sex and the City und kauften etwas Proviant für die Busfahrt.

Danach ging es zum Port Authority Bus Terminal.

Unser Ziel: Woodbury Common Premium Outlets.

Schließlich saßen wir im Bus und fuhren durch den Lincoln Tunnel unter dem Hudson River hindurch nach New Jersey. Kurz darauf eröffnete sich von der Autobahn ein wunderbarer Blick zurück auf Manhattan.

Dieser Blick auf die Skyline gehört für mich bis heute zu den schönsten Perspektiven auf New York.

Nach rund einer Stunde erreichten wir Woodbury Common.

Ab diesem Moment gab es nur noch ein Motto:

Shop till you drop.

Und wir nahmen es ziemlich wörtlich.

Stunden später schmerzten die Hände von den Einkaufstüten. Ein großer Teil der Weihnachtsgeschenke war bereits gekauft – und natürlich waren auch einige Dinge für uns selbst dabei.

Eigentlich wollten wir rechtzeitig zurück nach Manhattan, denn dort hatten wir am Abend einen Tisch reserviert.

Doch vor dem Bus hatte sich eine lange Schlange gebildet.

Warten?

Nein.

Wir schnappten uns kurzerhand einen herrenlosen Einkaufswagen, verstauten darin unsere zahlreichen Tüten und zogen wieder los.

Noch ein bisschen Shopping konnte schließlich nicht schaden.

Aus „noch ein bisschen" wurden natürlich weitere Einkäufe. Irgendwann beschlossen wir, vor Ort zu essen und erst später nach Manhattan zurückzufahren.

Am Abend saßen wir schließlich wieder im Bus.

Und wie so oft auf dieser Reise schliefen wir beinahe sofort ein.

Zurück in Manhattan ging es direkt mit der Subway ins Hotel.

Dort wartete allerdings schon der nächste frühe Start auf uns.

Am folgenden Morgen mussten wir bereits um sieben Uhr an der Grand Central Station sein.

Philadelphia rief.

Tag 3 – Philadelphia, Rocky und das Lancaster County

Mittwoch, 21. November

Der Wecker klingelte um 4:45 Uhr.

Urlaub kann erstaunlich anstrengend sein.

Kurz nach sechs verließen wir das Hotel und machten uns mit der Subway auf den Weg zum Treffpunkt unserer Tagestour.

Unsere Reisegruppe war angenehm klein. Gemeinsam verließen wir Manhattan durch den Lincoln Tunnel und fuhren zunächst durch New Jersey Richtung Pennsylvania.

Unser erster großer Halt war Philadelphia.

Dort begannen wir in der Elfreth's Alley. Die schmale historische Straße mit ihren alten Häusern vermittelt noch heute einen Eindruck vom kolonialen Philadelphia.

Anschließend ging es weiter in das historische Zentrum rund um die Independence Hall und zur Liberty Bell.

Unser Guide versorgte uns währenddessen mit amerikanischer Geschichte – und hatte einen Satz, den er immer wieder gerne verwendete:

„Wir sind aus New York, wir dürfen das." - bis heute ist er bei uns etabliert.

Mit jedem Mal gefiel mir der Spruch besser.

Natürlich gehörte zu unserem Philadelphia-Besuch auch ein klassisches Souvenir. Ein Magnet musste mit.

Danach ging es zu einem Ort, den vermutlich fast jeder Filmfan erkennt: die Treppe des Philadelphia Museum of Art.

Rocky.

Selbstverständlich gehörten sowohl ein Foto an der Rocky-Statue als auch einmal Treppen hoch und wieder herunter zum Pflichtprogramm.

Nach dem Großstadtprogramm änderte sich die Landschaft komplett.

Wir fuhren weiter ins Lancaster County.

Hochhäuser und Straßenschluchten verschwanden, stattdessen lagen plötzlich Felder, Farmen und Obstplantagen vor uns.

Bei einer Kutschfahrt bekamen wir einen Eindruck von der ländlichen Region und erfuhren mehr über die dort lebenden Amish-Gemeinschaften.

Besonders interessant fand ich, wie sehr sich meine vorherigen Vorstellungen von der Realität unterschieden. Ich hatte ein ziemlich vereinfachtes Bild eines vollkommen von der modernen Welt abgeschotteten Lebens im Kopf. Vor Ort wurde schnell deutlich, dass die Lebensweisen wesentlich differenzierter sind und sich nicht jede Gemeinschaft nach denselben Regeln richtet.

Gerade solche Momente machen Reisen für mich interessant: wenn die Wirklichkeit das Bild korrigiert, das man vorher im Kopf hatte.

Nach einem Besuch in einem kleinen Village begann die rund dreistündige Rückfahrt nach New York.

Zurück in Manhattan stiegen wir in der Nähe des Times Square aus und suchten uns etwas zu essen. Nach den üppigeren Mahlzeiten der vergangenen Tage entschieden wir uns diesmal für einen frisch zusammengestellten Salat.

Noch kurz Nachrichten checken, ein kleiner Abstecher in einen Drugstore – dann war endgültig Schluss.

Zurück ins Hotel und ins Bett.

Denn am nächsten Morgen sollte New York eines seiner größten Ereignisse feiern.

Thanksgiving.

Tag 4 – Thanksgiving in Manhattan

Donnerstag, 22. November

Happy Thanksgiving!

Schon beim ersten Blick aus dem Hotelfenster merkte ich, dass dieser Morgen anders war.

Normalerweise herrschte rund um das World Trade Center schon früh reger Betrieb. Autos fuhren durch die Straßen, Menschen waren unterwegs und auf der Baustelle des One World Trade Centers wurde gearbeitet.

An diesem Morgen war es ungewöhnlich ruhig.

Beim Fertigmachen lief der Fernseher und dort sahen wir bereits die Macy's Thanksgiving Day Parade.

Und plötzlich stellten wir fest: Die Parade war schon viel weiter fortgeschritten als gedacht.

Also beeilen.

Rund um Macy's angekommen, erwartete uns das komplette Gegenteil der morgendlichen Ruhe im Financial District.

Menschen. Überall Menschen.

Wir drängten uns so weit wie möglich nach vorne und bekamen schließlich einen Blick auf die Parade.

Vor allem die riesigen Ballons waren beeindruckend. Im Fernsehen wirken sie schon groß – zwischen den Hochhäusern Manhattans bekommen ihre Dimensionen aber noch einmal eine ganz andere Wirkung.

Als Santa Claus traditionell das Ende der Parade bildete, setzte sich die gesamte Menschenmenge beinahe gleichzeitig in Bewegung.

Unser Ziel war die Subway.

Unterwegs entdeckten wir allerdings eine geöffnete GAP-Filiale.

Eigentlich stand GAP erst für den Black Friday am nächsten Tag auf unserem Plan. Doch in den Schaufenstern hingen bereits die großen Rabatt-Schilder.

40 Prozent.

60 Prozent.

Damit war der ursprüngliche Plan erledigt.

Natürlich gingen wir hinein.

Nach dem spontanen Thanksgiving-Shopping fuhren wir zum Rockefeller Center und stärkten uns erst einmal.

Danach wartete eines meiner persönlichen Highlights dieser Reise.

Die Radio City Music Hall.

Pünktlich um 14 Uhr begann die „Christmas Spectacular"-Show der Rockettes.

Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Ballett, Theater, Musik, aufwendige Bühnenbilder und technische Effekte verschmolzen zu einer riesigen Weihnachtsshow.

Für mich stand bereits während der Vorstellung fest:

Das würde ich mir wieder ansehen.

Nach der Show wollten wir Thanksgiving auch kulinarisch amerikanisch feiern.

In einer Brasserie gegenüber dem Rockefeller Center gab es traditionell Truthahn und anschließend Apfeltarte mit Vanilleeis.

Nicht ganz günstig – aber an diesem Tag durfte es etwas Besonderes sein.

Danach fuhren wir zurück ins Hotel.

Keine weitere Sightseeing-Tour. Kein zusätzlicher Shopping-Stopp.

Nur noch Einkäufe sortieren, den Ausblick genießen und früh schlafen.

Denn am nächsten Morgen wartete der Tag, auf den wir uns als begeisterte Shopper natürlich besonders gefreut hatten:

Black Friday.

Tag 5 – Black Friday und Fifth Avenue

Freitag, 23. November

Black Friday.

Schon früh am Morgen zeigte das amerikanische Fernsehen Livebilder aus Macy's. Menschenmassen strömten durch die Türen und stürzten sich auf die Angebote.

Ich betrachtete das Spektakel zunächst lieber aus sicherer Entfernung.

Erst einmal Frühstück bei Starbucks.

Danach starteten wir direkt in der Nähe unseres Hotels bei Century 21.

Der große Vorteil unseres Hotels im Financial District: Die ersten Einkaufstüten konnten wir zwischendurch einfach im Zimmer abstellen.

Anschließend ging es zur Fifth Avenue.

Wir liefen Richtung Central Park und schauten uns das berühmte Plaza Hotel von innen an.

Danach ging es langsam wieder Richtung Downtown – vorbei an einigen der bekanntesten Geschäfte der Welt.

Tiffany & Co. gehörte natürlich dazu.

Auch bei Louis Vuitton musste ich zumindest kurz hineinschauen.

Anschließend besuchten wir den Trump Tower und schauten uns einen der öffentlich zugänglichen Bereiche im Inneren an.

Weiter ging es zur New York Public Library.

Als „Sex and the City"-Fan wollte ich natürlich den Ort sehen, an dem im ersten Kinofilm Carries geplante Hochzeit mit Mr. Big spektakulär scheiterte.

Von dort liefen wir weiter zum Times Square.

Dann wieder zurück ins Hotel.

Tüten abstellen.

Und weiter.

Als Nächstes stand Macy's auf dem Programm.

Spätestens dort lernten wir den Black Friday in seiner vollen Dimension kennen.

Es war unglaublich voll.

Menschen, Kleidung, Taschen, Angebote – überall herrschte Chaos.

Irgendwann war selbst für uns die Grenze erreicht.

Genug Shopping.

Zurück im Hotel begannen wir, die Koffer für die Heimreise zu packen.

Dabei wurde ziemlich schnell klar, dass meine anfänglichen zehn Kilogramm Gepäck längst Geschichte waren.

Und trotzdem fehlte noch etwas:

ein zusätzlicher Koffer.

Tag 6 – Ein letzter Tag in New York

Samstag, 24. November

Der letzte Morgen in New York hat für mich immer eine ganz eigene Stimmung.

Einerseits möchte ich noch möglichst viel sehen und erledigen. Andererseits weiß ich bei allem, was ich tue: Das ist jetzt das letzte Mal auf dieser Reise.

Der letzte Morgen am Times Square.

Die letzte Subwayfahrt.

Der letzte Kaffee to go.

Und irgendwann der letzte Blick auf Manhattan.

Bis zwölf Uhr mussten wir auschecken, und unsere Liste war noch erstaunlich lang.

Vor allem brauchte ich dringend einen zusätzlichen Koffer.

Also machte ich mich früh am Morgen noch einmal auf den Weg zu Century 21 und wurde tatsächlich fündig: Ein großer champagnerfarbener Koffer sollte meine zahlreichen Einkäufe nach Deutschland bringen.

Zurück im Hotel begann das große Packen.

Jetzt zeigte sich, ob unsere Shoppingbegeisterung mit der erlaubten Gepäckmenge vereinbar war.

Nachdem die Koffer schließlich geschlossen waren, checkten wir aus und bestellten beim Concierge unseren Shuttle zum Flughafen.

Wegen des starken Reiseverkehrs an diesem Thanksgiving-Wochenende sollten wir bereits früher als geplant abgeholt werden.

Damit wurde unser letzter Vormittag plötzlich sehr kurz.

Also noch einmal zum Times Square.

Frühstücken, letzte Souvenirs kaufen und natürlich noch ein finaler Besuch bei Sephora.

Danach fuhren wir zur Seventh Avenue und erledigten ein paar letzte Einkäufe.

Mit dem Taxi ging es zurück zum Hotel.

Und dann stand der Shuttle schon vor der Tür.

Das war's.

Ich warf noch einmal einen Blick zurück.

Bye-bye, New York City.

Am JFK hatten wir anschließend noch etwas Zeit. Wir aßen, bummelten durch den Flughafen und saßen schließlich am Gate, während die vergangenen Tage langsam sacken konnten.

Dann begann das Boarding.

Wieder A380.

Wieder Richtung Frankfurt.

Nur dieses Mal wollte die Zeit überhaupt nicht vergehen. Schlafen konnte ich kaum und der Flug fühlte sich deutlich länger an als auf dem Hinweg.

Irgendwann tauchte schließlich Deutschland unter uns auf.

New York lag wieder hinter mir.

Tag 7 – Zurück zu Hause

Sonntag, 25. November

Durch die Zeitverschiebung war bereits Sonntag, als wir in Frankfurt landeten.

Koffer holen, durch den Zoll und weiter Richtung Bahnhof.

Im ICE konnte ich mich zurücklehnen.

Mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde ging es Richtung Heimat.

Nach sechs intensiven Tagen in New York, einem Tagesausflug nach Philadelphia und ins Lancaster County, Thanksgiving, Black Friday, unzähligen Subwayfahrten, vielen Kilometern zu Fuß und einer kaum noch überschaubaren Zahl an Einkaufstüten freute ich mich auf zu Hause.

Und gleichzeitig wusste ich schon, dass ich New York bald wieder vermissen würde.

Eine Reise, die geblieben ist.

Was mir von dieser Reise besonders in Erinnerung geblieben ist, sind gar nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten.

Es sind die einzelnen Momente.

Der erste Blick auf die Skyline nach der Fahrt durch New Jersey.

Das Gefühl, am Fenster unseres Hotelzimmers im 29. Stock zu stehen und auf das World Trade Center zu schauen.

Der noch nicht fertiggestellte Wolkenkratzer, der jeden Tag ein Teil unseres Ausblicks war.

Die riesigen Ballons der Thanksgiving Parade zwischen den Hochhäusern.

Die Weihnachtsstimmung in der Radio City Music Hall.

Die vollkommen überfüllten Geschäfte am Black Friday.

Der Blick zurück auf Manhattan nach der Fahrt durch den Lincoln Tunnel.

Und natürlich unsere vielen spontanen Planänderungen.

Wir verpassten einen Bus, kamen zu spät zu einem Konzert, standen im Stau, änderten Reservierungen, schliefen regelmäßig während längerer Busfahrten ein und kauften am Ende so viel ein, dass noch ein zusätzlicher Koffer her musste.

Nicht alles lief nach Plan.

Aber vielleicht war genau das der Grund, warum diese Reise so schön war.

New York muss für mich nicht perfekt organisiert sein.

Diese Stadt lebt von ihrer Geschwindigkeit, ihrem Chaos und dem Gefühl, dass hinter der nächsten Straßenecke schon wieder etwas passieren kann, mit dem man morgens noch nicht gerechnet hat.

Und obwohl ich schon vorher mehrfach in New York gewesen war, hatte diese Reise ihren ganz eigenen Charakter.

Thanksgiving und Black Friday, die beginnende Weihnachtszeit und das sich damals sichtbar verändernde World Trade Center machten sie zu einer Momentaufnahme der Stadt, die ich so kein zweites Mal erleben konnte.

New York war laut, voll und anstrengend.

Es war aufregend, manchmal chaotisch und gelegentlich völlig übertrieben.

Und genau deshalb liebe ich diese Stadt.

Als der ICE schließlich Richtung Heimat fuhr, war für mich eines sicher:

Das war ganz bestimmt nicht mein letzter Besuch in New York City.

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