New York zur Weihnachtszeit

Eine unvergessliche Reise
USA
Jenny Schubert
20.10.2026
•
5 min Lesezeit

Im Dezember 2025 reiste ich gemeinsam mit meiner besten Freundin nach New York. Diese Reise hatte ich von meiner Familie und meinen Freunden zu meinem 30. Geburtstag geschenkt bekommen. Für mich war sofort klar: Wenn ich jemanden spontan davon überzeugen konnte, ein solches Abenteuer mit mir zu erleben, dann war sie es.

Anreise und die ersten Eindrücke

Am 7. Dezember 2025 machten wir uns mitten in der Nacht von Thüringen aus auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Jeweils mit einem 10 kg Handgepäckskoffer und einem kleinen Rucksack begannen wir unser Abenteuer.

Noch vor dem Abflug stand bereits ein kleines Interview auf Englisch mit einem Mitarbeiter von Delta Airlines an. Dabei wurden wir unter anderem nach unseren Reiseabsichten in den USA sowie unseren familiären und beruflichen Verhältnissen in Deutschland gefragt. Als wir diese „Befragung“ hinter uns hatten, gönnten wir uns noch ein kleines Sektchen, um auf unsere bevorstehende Reise anzustoßen und dann ging es auch schon los.

Der Flug mit Delta Airlines war angenehm. Sowohl das Verpflegungs- als auch das Entertainmentangebot waren super. Lediglich die Mittelplätze waren nicht ganz so optimal und beim Verstauen unserer Koffer und der dicken Winterjacken in den Gepäckfächern gab es zunächst ein paar Schwierigkeiten, aber davon ließen wir uns die Laune nicht verderben.

Am JFK angekommen, hatten wir gehofft, mithilfe der MPC-App die lange Schlange bei der Einreisekontrolle umgehen zu können. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer, denn da wir die entsprechenden Voraussetzungen für die bevorzugte Schlange nicht erfüllten, nämlich mit dem aktuell gültigen ESTA schon einmal eingereist zu sein, mussten wir uns ganz normal anstellen und warteten etwa eineinhalb Stunden bis wir an der Reihe waren. Als es endlich soweit war, ging es dafür dann aber umso schneller. Der Beamte hatte keine weiteren Fragen und nahm lediglich unsere Fingerabdrücke und ein Foto auf.

Anschließend verließen wir den Flughafen und fuhren mit dem AirTrain zur Jamaica Station. Schon auf dem Weg dorthin war ich von den ersten Eindrücken und dem Blick auf die New Yorker Skyline überwältigt. An der Station besorgten wir uns eine MetroCard mit 7-Day-Pass sowie einen kleinen Snack und etwas Wasser, bevor wir mit der Subway zu unserem Hotel, dem Arthouse Hotel NYC auf der Upper West Side, weiterfuhren.

Beim Umsteigen mussten wir einmal an die Oberfläche und dort erlebte ich meinen ersten magischen NYC Moment. Ich bekam direkt Gänsehaut, als ich zum ersten Mal die hohen Häuser und die typische New Yorker Geräuschkulisse wahrnahm.

Als es weitergehen sollte, passierte uns direkt der erste Fauxpas mit der Subway. Wir gingen ganz selbstverständlich nach unten in die Station und durch das Drehkreuz. Dort stellten wir allerdings fest, dass die Züge auf dieser Seite nur in eine Richtung fuhren, und zwar natürlich genau in die falsche. Also wieder nach oben, den richtigen Eingang suchen und weiter ging es.

Im Hotel angekommen, checkten wir kurz ein, machten uns frisch und zogen trotz der Müdigkeit direkt wieder los. Schließlich wollten wir den ersten Abend noch voll ausnutzen. Am südwestlichen Ende des Central Parks, dem Columbus Circle, verließen wir die Subway und starteten von dort mit unserer To-do-Liste und den ersten Must-sees.

Zunächst ging es zum Plaza Hotel. Leider durften wir am Abend nicht hineinschauen, um die Gäste nicht zu stören, aber schon von außen war das Hotel ein echtes Highlight. Anschließend liefen wir die 5th Avenue entlang. Überall glitzerte und funkelte es, und zahlreiche bunt geschmückte Rikschas fuhren mit Weihnachtsliedern und typischer New-York-Musik an uns vorbei.

Bei Saks Fifth Avenue sahen wir uns die berühmte Weihnachts-Lichtershow an. Das Zusammenspiel von Licht und Musik war sehr besonders. Danach versuchten wir, uns zum Weihnachtsbaum am Rockefeller Center durchzudrängeln. Dort war allerdings kaum ein Durchkommen. 

Anschließend besuchten wir noch den Weihnachtsmarkt am Bryant Park. Besonders am Abend war es dort wunderschön, denn die beleuchteten Stände und die Eisbahn sorgten für eine richtig weihnachtliche Atmosphäre. Bei den eisigen Temperaturen wäre ein Glühwein eigentlich genau das Richtige gewesen. Als wir allerdings den Preis von 16 Dollar pro Becher sahen, entschieden wir uns doch dagegen. So schön die weihnachtliche Stimmung auch war, das war es uns dann doch nicht wert. 

Also ging es weiter zum Times Square. Überall waren Autos, riesige Leuchtreklamen, Menschen, Musik und Straßenkünstler. Es war überwältigend und genau das Bild, das man von New York im Kopf hat.

Nach fast 24 Stunden auf den Beinen waren wir schließlich völlig erschöpft und wollten nur noch ins Hotel.

Tag 2 – New York von oben und ein weihnachtliches Lichtermeer

Lange schlafen konnten wir wegen des Jetlags leider nicht. Bereits gegen fünf Uhr morgens machten wir uns wieder auf den Weg. Unser erster Stopp war erneut der Times Square, der zu dieser Uhrzeit kaum wiederzuerkennen war. Die Leuchtreklamen und die Weihnachtsdekoration waren zwar noch da, aber die sonst riesigen Menschenmengen fehlten fast vollständig. So konnten wir ganz in Ruhe das ein oder andere Foto machen.

Anschließend besuchten wir noch einmal den Weihnachtsbaum am Rockefeller Center und das Plaza Hotel. Diesmal konnten wir die Umgebung ohne den großen Trubel genießen und schöne Erinnerungsfotos machen. Im Plaza Hotel durften wir nun auch die berühmte Eingangshalle betreten, durch die auch Kevin in "Kevin – Allein in New York" läuft. Ein tolles Gefühl, diesen Ort einmal selbst zu sehen, besonders wenn man weiß, dass das Hotel jetzt erstmal für eine längere Zeit zu Restaurationszwecken schließen wird!

Wir fuhren zum Grand Central Terminal, dessen beeindruckende Halle wir uns natürlich ebenfalls ansahen. Im Anschluss stand schon das nächste Highlight auf dem Programm: das Summit One Vanderbilt. Wir hatten Tickets für den ersten Timeslot gebucht.

Zum Glück hatten wir unsere Sonnenbrillen dabei, denn durch die vielen Glasflächen, Spiegel und die Sonne blendete es ziemlich. Die Aussicht von oben war einfach unglaublich. Die Stadt, der Central Park und die vielen Wolkenkratzer – ich habe mich richtig in New York verliebt. Selbst das Empire State Building wirkte von dort oben fast klein. Dazu gönnten wir uns noch einen kleinen Snack sowie einen Cocktail hoch über den Dächern der Stadt, bevor es wieder nach unten ging.

Anschließend spazierten wir durch den Central Park, sahen uns dort die Eisbahn an und liefen zurück zum Hotel. Nach einem späten Mittagessen und einer kurzen Pause im Hotel machten wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in Richtung Dyker Heights in Brooklyn.

Der Stadtteil ist vor allem für die aufwendige Weihnachtsdekoration seiner Bewohner bekannt. Die Häuser und Vorgärten werden mit unzähligen Lichtern und Figuren geschmückt, teilweise sogar mit künstlichen Schneemaschinen und Musik. Es werden auch geführte Touren angeboten, wir entschieden uns aber dafür, selbstständig durch die Straßen zu laufen.

Ich liebe Weihnachten, aber selbst mir blieb bei manchen Häusern der Mund offen stehen. So viel Beleuchtung, so viel Dekoration! Da bin ich einfach mal typisch deutsch und sage: "Die Stromrechnung möchte ich nicht bezahlen!" ;). Leider hatten wir kein Bargeld dabei, da wir bisher überall mit Kreditkarte bezahlen konnten, aber einige Bewohner hatten sogar kleine Glühwein Verkaufsstände vor ihren Häusern aufgebaut.

Nachdem wir von Dyker Heights zurückgekehrt waren, stand noch ein weiteres kleines Abenteuer auf dem Programm. Mit unserer MetroCard konnten wir auch die Roosevelt Island Tramway nutzen. Die Fahrt war wirklich faszinierend, denn die Gondel führte direkt an riesigen Hochhäusern vorbei. Teilweise konnte man sogar bis in die Wohnzimmer der Menschen schauen. Gerade diese Perspektive auf die Stadt bei Nacht war noch einmal etwas ganz anderes und ein schöner Abschluss für einen ohnehin schon ereignisreichen Tag.

Müde und kaputt, aber voller neuer Eindrücke, fielen wir ins Bett.

Tag 3 – Brooklyn Bridge, Freiheitsstatue und Broadway

Auch am dritten Tag standen wir früh auf. Wir wollten rechtzeitig an der Brooklyn Bridge sein, um dort den Sonnenaufgang zu erleben und Fotos zu machen. Und tatsächlich hatten wir großes Glück: Der Sonnenaufgang war traumhaft schön.

Allerdings zeigten unsere Handys an diesem Morgen eine Temperatur von minus 15 Grad an, und die gefühlte Temperatur lag sogar noch darunter. Trotz Handschuhen, dicker Jacke, zwei Pullovern, Winterschuhen und Thermoleggings unter der Jeans haben wir ordentlich gefroren. Nach unserem nächsten Fotostopp in DUMBO und einem kurzen Spaziergang am East River eilten wir deshalb schnell in ein Einkaufszentrum, um uns aufzuwärmen.

Nach einer kleinen Stärkung besuchten wir das 9/11 Memorial. Es war beeindruckend und traurig zugleich, diesen Ort einmal selbst zu erleben. Anschließend ging es durch den Financial District und entlang der Wall Street zur Staten Island Ferry. Die Fähre ist kostenlos und fährt direkt an der Freiheitsstatue vorbei.

Vom Wasser aus und im Vergleich zu den riesigen Wolkenkratzern, die wir bisher gesehen hatten, wirkte die Statue fast klein. Das machte ihren besonderen Anblick aber keineswegs weniger beeindruckend. Danach kehrten wir direkt wieder zurück nach Manhattan.

Am Abend wartete noch ein ganz besonderes Erlebnis auf uns: Wir hatten bei der Broadway-Lotterie tatsächlich Tickets zu einem sehr günstigen Preis gewonnen und besuchten das Musical Aladdin. Die Show war unglaublich schön, mit toller Musik und sehr talentierten Darstellern. Ein perfekter Abschluss für unseren dritten Tag!

Tag 4 – Spielzeugläden, Wasserblicke und New York bei Nacht

Am vierten Tag führte uns unser erster Weg direkt zur Ladenöffnung zu FAO Schwarz, einem der bekanntesten Spielzeugläden New Yorks. Ein Souvenir für meine Tochter durfte schließlich nicht fehlen. Da ich dort zunächst nichts Passendes fand, schauten wir anschließend noch im Disney Store vorbei. Dort wurde ich zum Glück fündig und kaufte ihr eine Minnie Maus als Freiheitsstatue.

Danach spazierten wir erneut durch den Central Park und sahen uns das American Museum of Natural History zumindest von außen an. Am Nachmittag machten wir noch eine Fahrt mit der East River Ferry, bevor es weiter zu den Hudson Yards ging.

Dort besuchten wir die Aussichtsplattform The Edge. Wir blieben so lange, bis es dunkel wurde, und konnten New York dadurch noch einmal bei Nacht von oben erleben. Der leichte Regen trübte die Stimmung zum Glück nicht, nur die Glasplattform durfte dadurch nicht betreten werden. Es war faszinierend, wie viele Lichter eine einzige Stadt haben kann. In jeder Richtung erstreckte sich das Lichtermeer, ohne dass ein Ende der Stadt zu erkennen war.

Zum Abschluss des Tages nahmen wir noch an einer geführten Nachttour teil, bei der wir weitere interessante Details über New York erfuhren. So konnten wir die Stadt noch einmal aus der Perspektive eines Einheimischen kennenlernen, der uns auch ein paar Insider verriet.

Tag 5 – Ein letzter Spaziergang durch New York

Am Morgen unseres fünften Tages konnten wir endlich etwas länger schlafen, zumindes bis etwa 7 Uhr. Allerdings mussten wir dann auch schon unsere Koffer packen, denn es war tatsächlich unser letzter Tag.

Wir fuhren nach Chelsea, besuchten dort den Chelsea Market und kauften noch ein paar Souvenirs. Anschließend spazierten wir über die High Line, eine ehemalige Hochbahntrasse, die zu einer grünen Parkanlage umgebaut wurde. Es war wieder sehr kalt und windig, aber wir genossen den Spaziergang trotzdem.

Auf dem Weg zu den Hudson Yards fiel mir besonders auf, wie gerade die Straßen in Manhattan tatsächlich verlaufen. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage achtete ich plötzlich auch auf solche Kleinigkeiten.

Zum Abschied fuhren wir noch einmal zum Times Square. Mir war in diesem Moment schon klar, dass es kein Abschied für immer sein würde. Ich werde wiederkommen – garantiert!

Mein Fazit: New York, ich komme wieder!

Rückblickend kann ich sagen, dass mich diese Stadt vollkommen fasziniert hat. New York bietet unzählige Möglichkeiten und hat so viele verschiedene Facetten. Besonders zur Weihnachtszeit war die Stadt für mich ein echtes Highlight. Es war sehr voll, keine Frage, aber das ist New York wahrscheinlich immer. Die festliche Beleuchtung überall, die riesigen Weihnachtsbäume und die übertrieben geschmückten Häuser in Dyker Heights haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. Beim nächsten Mal würde ich dann eher in einer wärmeren Jahreszeit reisen, da durch die Kälte einfach nicht viel Zeit blieb, um zwischendurch irgendwo gemütlich zu verweilen und in Ruhe alles aufzusaugen. 

Fünf Tage haben für uns vollkommen ausgereicht. Wir haben alles gesehen, was ich bei meiner ersten Reise nach New York und besonder zur Weihnachtszeit erleben wollte. Auch wenn die ersten Tage ziemlich voll gepackt waren, hatten wir das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Mit kleineren Kindern würde ich einen Besuch in New York persönlich nicht unbedingt empfehlen. Man läuft sehr viel, in den Bahnen kann es extrem voll werden und die Zugänge zur Subway sind mit Kinderwagen nicht immer besonders gut zu erreichen. Selbst für mich war es teilweise reizüberflutend, aber sobald meine Tochter etwas älter ist, möchte ich ihr diese faszinierende Stadt unbedingt selbst zeigen.

Ich hoffe, mein Reisebericht hat euch gefallen und ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine New-York-Reise zur Weihnachtszeit geben. Vielleicht konnte ich euch ja sogar ein wenig Lust auf eine eigene Reise in den Big Apple machen!

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