

Unser Schweden-Urlaub 2024
Wenn ihr wissen möchtet, warum wir ein besonderes Highlight leider verpasst haben und weshalb wir unbedingt nochmal nach Schweden müssen, dürft ihr bis zum Ende lesen :)
Im Sommer 2024 ging es für uns mit dem Camper nach Schweden. Wir hatten uns einen großen Caravan ausgeliehen und sind von unserer Heimat im Erzgebirge zunächst Richtung Warnemünde gefahren.
Da die Fähre nach Schweden ziemlich früh am Morgen ging, haben wir uns in Warnemünde noch einen Stellplatz gesucht und dort übernachtet. Am nächsten Morgen ging es dann zeitig mit der Fähre nach Trelleborg. Für uns war das schon irgendwie der erste Teil des Urlaubs – früh aufstehen, mit dem Camper auf die Fähre fahren (was schon ein Highlight an sich ist, wenn man sieht wieviele Camper, Autos und Menschen auf diese Fähren passen und die Parkordnung der Caravans in den unteren Decks exakt geplant ist) und dann langsam Richtung Schweden.
In Trelleborg kamen wir am Nachmittag an und von dort ging es weiter durch Südschweden.
Unser erster größerer Halt war Älmhult, dort befindet sich das IKEA Museum. Das war natürlich irgendwie Pflicht, wenn man schon einmal in Schweden ist. Danach ging es weiter nach Småland. Einer der Punkte, auf den wir uns besonders gefreut hatten, war Vimmerby und die Gegend rund um Astrid Lindgren.
In Vimmerby steht auf dem großen Marktplatz die Bronzestatue von Astrid Lindgren. Sie sitzt dort an ihrer Schreibmaschine, und gegenüber steht ein Stuhl als Foto-Hotspot. Immer im Innenraum des Campers zu hören : ABBA - ein Muss wenn man durch Schweden reist.
Und dann ging es weiter nach Katthult, dem Original-Drehort von Michel aus Lönneberga. Und das war irgendwie unreal.
Dort steht tatsächlich noch das Haus, das man aus den Filmen kennt. Man kann über das Gelände laufen und sich alles anschauen. Wir sind dort auch mit diesen Stelzen gelaufen, die man aus den Geschichten kennt. Das Ganze hat bei mir sofort Kindheitserinnerungen geweckt. Man steht da und denkt sich irgendwie: Das kenne ich doch alles. Und gleichzeitig ist man jetzt tatsächlich an dem Ort, an dem die Filme gedreht wurden.
Stockholm
Von dort ging es weiter Richtung Linköping und später nach Stockholm. Stockholm ist eine unglaublich schöne Stadt. Umgeben von Wasser und “no cash” Schildern in den Läden. Selbst die öffentlichen Toiletten werden hier mit Kreditkarte bezahlt. Wir haben uns die Stadt angeschaut, waren unterwegs in der Altstadt “Gamla Stan” und dem großen Park “Djurgarden”, konnten uns an den “lösgodis”, zu deutsch “loser Süßkram” also diese großen Süßigkeitenregale kaum sattsehen und haben natürlich auch typisch schwedisch gegessen.
Was uns aber mindestens genauso begeistert hat wie die Städte, war die Landschaft dazwischen.
Wir sind immer wieder an großen Seen vorbeigekommen und haben teilweise richtig schöne Stellen gefunden. Naturbelassene Ufer, Holzstege, kaum Menschen – einfach wunderschön. Und wenn man bei richtig warmem Sommerwetter an so einem See steht, dann muss man natürlich ins Wasser.
Also Anlauf nehmen und reinspringen. Das haben wir auch gemacht - in uns kam so ein Gefühl von Kindheit und Freiheit, was man schwer beschreiben kann.
Wir hatten tatsächlich richtig Glück mit dem Wetter. Es war über viele Tage hinweg super warm und sonnig. Besser hätten wir es uns für eine Camperreise eigentlich gar nicht wünschen können.
Weiter Richtung Norden
Von Uppsala, der Universitätsstadt, aus ging es für uns weiter Richtung Mora.
In der Gegend um Mora wollten wir unbedingt noch etwas anderes sehen: das berühmte Dala-Pferd, welches ich nur aus IKEA Dekoregalen kannte.
Dafür sind wir nach Nusnäs gefahren. Dort werden diese typischen roten Dala-Pferde hergestellt und dort ist auch ihre Tradition zu Hause.
Man kennt diese roten Pferdchen ja aus Schweden und natürlich auch aus vielen Geschäften – aber dann tatsächlich dort zu stehen, wo sie hergestellt werden, war schon etwas anderes.
„Die Deutschen haben immer Stress“
Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr haben wir auch gemerkt, dass wir vielleicht ein bisschen zu viel auf unserem Plan hatten.
Wir waren irgendwann schon ziemlich "weit oben" (immernoch im unteren Drittel von Schweden) und kamen auf einem Stellplatz mit dem Betreiber ins Gespräch. Er fragte uns, wo wir herkommen und wo wir als Nächstes hinwollen.
Wir haben ihm erzählt, dass wir aus Deutschland kommen und nur zwei Wochen Urlaub haben. Und dann haben wir eben unsere nächsten Ziele aufgezählt. Da meinte er „Oh yes, the Germans. They are always in such a hurry.“ Das war irgendwie lustig – gleichzeitig zeigte es uns, wie uns andere Länder wahrnehmen. Ständig Stress, Pläne verfolgen und Meilesteine abschließen wollen.
Wir hatten tatsächlich diesen Gedanken im Kopf: Wir haben nur zwei Wochen, wir müssen noch dorthin, wir wollen noch das sehen und das wollen wir auch noch schaffen.
Dabei ist Schweden ja eigentlich genau das Land, in dem man das nicht machen möchte.
Wenn man irgendwo ankommt und es gefällt einem, dann möchte man eigentlich gar nicht gleich wieder weiter.
Und genau das haben wir auf unserer Reise irgendwann auch gemacht. Wir haben unseren ursprünglichen Plan nicht mehr ganz so ernst genommen und sind einfach dort länger geblieben, wo es uns gefallen hat.
Die langen hellen Abende
Was uns im Norden auch sehr beeindruckt hat, waren die langen hellen Sommerabende. Man schaut irgendwann auf die Uhr und denkt: Eigentlich müsste es längst dunkel sein. Aber draußen ist es einfach noch hell.
Und selbst wenn die Sonne irgendwann weg ist, bleibt diese lange Dämmerung. Gerade wenn man aus Deutschland kommt, ist das schon ein ganz anderes Gefühl. Man sitzt abends noch draußen am Camper, schaut in die Landschaft und hat überhaupt nicht das Gefühl, dass es eigentlich schon mitten in der Nacht ist.
Das war für uns eines dieser Dinge, die man wahrscheinlich erst richtig versteht, wenn man es selbst erlebt hat.
Fulufjället – unser nördlichster Punkt
Unser nördlichster Punkt war dann der Fulufjället-Nationalpark. Zwei Highlights sind Schwedens höchster Wasserfall und der älteste Baum der Welt “Old Tjikko” mit seiner über 9550 jährigen Geschichte!
Dort haben wir eine spannende Wanderung gemacht und die Landschaft genossen. Es war wieder ganz anders als weiter unten in Schweden. Viel Weite, Wald und einfach unglaublich viel Natur. Eigentlich wollten wir noch weiter nach Norden. Aber irgendwann mussten wir uns eingestehen, dass zwei Wochen eben nicht unendlich lang sind. Und wir wollten auch nicht nur von einem Ort zum nächsten fahren.
Also war Fulufjället für uns der Wendepunkt. Von dort ging es wieder Richtung Süden.
Zurück Richtung Westküste
Wir fuhren weiter Richtung schwedische Westküste und kamen schließlich in die Gegend der Schären.
Dort haben wir genau diese schwedische Landschaft gefunden, die man von vielen Postkarten kennt: Felsen im Wasser, kleine Inseln, bunte Häuser und irgendwo dieses typische weiße Haus auf einem Felsen. Wir waren dort wandern und haben köstliche Fischsuppe gegessen.
Göteborg
Unser nächstes Ziel war Göteborg. Wir haben uns die Stadt angeschaut und natürlich durfte auch hier etwas Schwedisches nicht fehlen.
Und zwar eine richtig große Zimtschnecke. Die war wirklich riesig. Ich glaube, allein dafür hätte man schon nach Schweden fahren können. Vom Skansen Kronach aus hat man eine gute Sicht auf Göteborg von oben. Danach hieß es leider langsam Abschied nehmen.
Wir machten uns wieder Richtung Süden auf den Weg. Unterwegs ging es unter der Öresundbrücke bei Kopenhagen hindurch und schließlich zurück Richtung Deutschland. Je nachdem, wie genau wir gefahren sind, waren es insgesamt ungefähr 3500 Kilometer, die wir mit dem Camper unterwegs waren. Von Lübeck aus ging es dann zurück ins Erzgebirge.
Was uns von dieser Reise geblieben ist
Wenn wir heute an unseren Schwedenurlaub zurückdenken, dann sind es gar nicht unbedingt die großen Städte, an die wir zuerst denken.
Es sind eher die kleinen Dinge.
Die Natur und endlose, wunderschöne Weite.
Die Seen.
Die Holzstege.
Das Springen ins Wasser.
Das Kochen von Köttbullar mit Kartoffelbrei im Camper.
Die langen hellen Abende.
Das riesige Dala-Pferd in Nusnäs.
Der Spruch vom Stellplatzbetreiber über die Deutschen und unseren Stress.
Und natürlich Katthult - vor diesem Michel-Haus zu stehen und sich plötzlich wieder wie ein Kind zu fühlen, war wirklich etwas Besonderes.
Wir hatten uns vor der Reise natürlich einiges vorgenommen. Und einiges davon haben wir auch geschafft. Aber längst nicht alles. Und das war im Nachhinein überhaupt nicht schlimm. Denn irgendwann haben wir einfach aufgehört, auf die Uhr und auf unseren Plan zu schauen.
Wenn uns ein Ort gefallen hat, sind wir geblieben. Wenn ein See schön war, haben wir dort Pause gemacht. Wenn wir baden wollten, sind wir baden gegangen. Und wenn wir abends noch draußen sitzen wollten, dann haben wir das eben gemacht – auch wenn es eigentlich schon mitten in der Nacht war und draußen immer noch hell war.
Genau das ist es, was mir von dieser Reise besonders in Erinnerung geblieben ist. Dieses Gefühl, Freiheit und Natur irgendwie neu entdeckt zu haben.
Mit unserem Camper, ohne jeden Tag genau zu wissen, was am Ende des Tages passiert.
Schweden war für uns deshalb nicht einfach nur eine Rundreise mit vielen Sehenswürdigkeiten.
Es war ein wahnsinnig schöner Sommerurlaub. Vielleicht sogar mit einer der Schönsten!
Mit viel Natur, viel Wasser, gutem Essen, schönen Städten, ein bisschen Kindsein und vor allem einem besonderen Gefühl von Freiheit und unendlicher Weite.
Welches Highlight haben wir nun leider verpasst und müssen nochmal nach Schweden?
Ich wollte unbedingt einen Elch live sehen und es hat leider nicht geklappt - vermutlich war es Ihnen zu heiß :)
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Im September 2025 ging es für uns nach Madeira. Eine Woche wollten wir die Insel erkunden und hatten dafür auch gleich für die komplette Zeit einen Mietwagen gebucht. Das war im Nachhinein auch absolut die richtige Entscheidung. Madeira ist nämlich alles andere als flach. Kaum fährt man von der Küste ein Stück ins Landesinnere, geht es eigentlich schon ordentlich bergauf.
Ein kleiner Flitzer mit ein bisschen Bums unter der Haube. Gerade bei den vielen Steigungen waren wir froh darüber.
Schon die Landung war ein Erlebnis
Los ging es also mit dem Flieger Richtung Funchal. Und eigentlich fing das Madeira-Abenteuer schon kurz vor der Landung an.
Der Flughafen von Funchal ist ja bekannt für seine besondere Lage direkt am Meer und zwischen den Bergen. Die Landung selbst ist deshalb schon etwas Besonderes. Man fliegt nicht einfach ganz gemütlich gerade auf die Landebahn zu, sondern muss sich ziemlich spektakulär in die Kurve legen, um auf die relativ kurze Landebahn zu kommen.
Wir saßen da und dachten uns eigentlich schon: Okay, das ist jetzt schon mal ein Highlight, obwohl wir noch nicht einmal ausgestiegen sind. Die Landebahn liegt teilweise auf einer riesigen Konstruktion über dem Meer und die Kombination aus Bergen, Wasser und dieser ungewöhnlichen Anflugroute war wirklich beeindruckend.
Funchal und unser erster Eindruck von Madeiras Grün
Am ersten Tag ging es nach Funchal.
Unser Hotel lag relativ nah an der Stadt, sodass wir ins Zentrum zum Fuß gelaufen sind. Funchal hat uns direkt ziemlich gut gefallen. Die Stadt ist zwar touristisch, aber gleichzeitig wirkt sie nicht wie irgendein klassischer Urlaubsort.
Unser erstes größeres Ziel war der botanische beziehungsweise tropische Garten oberhalb der Stadt. Sehr viele Touristen nehmen die berühmte Seilbahn nach oben. Nachdem wir die Warteschlange gesehen haben, haben wir uns entschlossen mit dem Taxi nach oben zu fahren. Gleicher Preis und dafür kein stundenlanges Warten.
Ich als Pflanzenliebhaber war natürlich direkt beeindruckt von der grünen Pflanzenwelt.
Man hört ja vorher immer: Madeira ist so grün. Madeira ist eine grüne Insel.
Aber wenn man dann selbst dort ist, merkt man erst, was damit eigentlich gemeint ist.
Überall wachsen Pflanzen, Blumen und Bäume, die wir teilweise überhaupt nicht kannten. Alles ist so dicht und üppig. Dazu die Berge im Hintergrund und das Meer – das war schon ziemlich krass. Insgesamt war der Garten für uns ein richtig schöner Einstieg in die Insel.
Danach ging es weiter durch Funchal. Selbstverständlich mit dem Highlight der Stadt: Die Korbschlitten. Vom Bereich des botanischen Gartens beziehungsweise von Monte aus geht es mit diesen traditionellen Korbschlitten den Berg hinunter. Man sitzt zu zweit in so einem Korbsessel und zwei Männer schieben und lenken das Ganze von hinten. Das Ding rollt dann einfach den steilen Berg hinunter.
Es fühlt sich ein bisschen verrückt an, weil man eigentlich nur in diesem Korb sitzt und zwei Leute dafür sorgen, dass man heil unten ankommt. Aber genau das macht es ja aus. Und dabei merkt man auch wieder, wie steil Madeira eigentlich ist. Funchal liegt direkt am Hang und von der Küste geht es eigentlich sofort nach oben. Das ist für uns eine der Sachen, die die Insel so charakteristisch machen.
Unten in der Stadt haben wir uns die Märkte angeschaut und waren vor allem von den ganzen exotischen Früchten begeistert. Die werden dort teilweise richtig kunstvoll an den Ständen angerichtet. Man läuft vorbei und denkt sich bei manchen Früchten erst einmal: Was ist das überhaupt? Probiert haben wir die Frucht die wir auch im botanischen Garten an einem Baum gesehen hatten und aussieht wie ein Mix aus Tannenzapfen und grünen Maiskolben. Die „Ananas-Banane“. Muss man probiert haben, schmeckt schön süß.
Auch die berühmte Straße „Rue de Santa Maria“ in der Altstadt mit den bemalten Türen haben wir uns angeschaut. Dort sind die alten Türen bunt und teilweise richtig kreativ gestaltet. Jede Tür sieht anders aus. Das ist so eine kleine Sache, die man vielleicht vorher gar nicht so auf dem Schirm hat, die aber beim Herumlaufen richtig Spaß macht.
Die Ostküste – plötzlich sieht Madeira ganz anders aus
Am nächsten Tag ging es an die Ostküste. Eine Wanderung zum Pico do Furado.
Und da zeigte sich Madeira plötzlich von einer ganz anderen Seite.
Während wir Funchal und den botanischen Garten noch als unglaublich grün erlebt hatten, war die Landschaft hier teilweise fast karg. Viel Fels, Steine und wenig bis keine Vegetation.
Der Weg war schon ordentlich und gerade bei der Wärme haben wir gemerkt, dass Madeira nicht unbedingt nur aus gemütlichen Spaziergängen besteht. Oben angekommen wurden wir aber mit einem richtig schönen Panorama belohnt.
Was uns dabei auch immer wieder aufgefallen ist, waren die kleinen Eidechsen. Die liefen überall zwischen den Felsen herum. Teilweise haben sie sich sogar über kleine Essensreste hergemacht, welche die Leute liegen gelassen hatten.
Der Nebelwald – und plötzlich war November
Ein weiterer Tag führte uns in den berühmten Laurissilva-Wald, den alten Lorbeerwald Madeiras.
Das war wahrscheinlich einer der Orte, die uns wettertechnisch am meisten überrascht haben.
Als wir angekommen sind, war strahlend blauer Himmel. Sonne, super Wetter, eigentlich perfekter Urlaubstag.
Und dann kam der Nebel. Die Nebelwolken haben sich aus dem Tal nach oben geschoben und innerhalb von vielleicht einer halben Stunde war die komplette Landschaft verändert.
Plötzlich war alles grau und neblig. Natürlich weiterhin warm.
Der Wald sah auf einmal komplett anders aus. Vorher war alles hell und freundlich, und plötzlich hatte man das Gefühl, man wäre mitten in einem alten Märchenwald - wie ein mystischer Hexenwald.
Das Faszinierende war einfach, dass es exakt dieselbe Landschaft war. Nur eben 30 Minuten später.
Und trotzdem sah alles komplett anders aus. Ich glaube, genau da haben wir zum ersten Mal so richtig verstanden, was die Leute mit dem Mikroklima auf Madeira meinen.
Unsere erste Levada-Wanderung
Nach dem Nebelwald haben wir dann unsere erste Levada-Wanderung gemacht.
Die Levadas sind diese alten Wasserkanäle, die quer durch die Berge verlaufen und teilweise von Wanderwegen begleitet werden. Das Wasser läuft die ganze Zeit neben einem her und ringsherum ist es unglaublich grün.
Grundsätzlich fanden wir die Wanderung richtig schön. Allerdings mussten wir irgendwann auch ein bisschen schmunzeln.
Denn bei uns im Erzgebirge gibt es ebenfalls einen alten Floßgraben, der sich über ungefähr 14 Kilometer zieht. Und an manchen Stellen sah unsere Levada-Wanderung tatsächlich fast genauso aus. Natürlich mit einem kleinen Unterschied - Madeira ist einfach viel, viel, viel grüner.
Seixal – unser erstes Bad im Naturpool
An einem der nächsten Tage ging es an die Nordküste nach Seixal.
Dort haben wir unseren ersten Naturpool besucht. Für uns war das tatsächlich etwas Neues, weil wir vorher noch nie in einem natürlichen Meerwasserpool geschwommen waren. Die Natur hat dort quasi selbst ein Becken aus den schwarzen Vulkanfelsen geschaffen. Das Meer schlägt von außen gegen die Felsen und immer wieder kommt eine Welle über die Begrenzung in den Pool geschwappt. Man sitzt dort also relativ ruhig im Wasser und direkt daneben kracht der Atlantik gegen die Felsen.
Das war schon ein ziemlich besonderes Erlebnis. Auch die Landschaft drumherum war wieder typisch Madeira: schwarzes Gestein, tiefblaues Meer und dahinter die grünen Berge.
Eine Klippenwanderung bei São Jorge
An einem der Tage ging es noch zu einer Klippenwanderung im Bereich von São Jorge.
Die Wanderung war teilweise ziemlich steil und durch die Wärme auch nicht ganz ohne.
Was wir dort aber richtig schön fanden: Wir waren fast komplett alleine. Keine Menschenschlange, keine Reisegruppen, einfach niemand. Nur wir und die Landschaft.
Man konnte dort richtig in Ruhe unterwegs sein und hatte das Gefühl, ein bisschen abseits vom normalen Tourismus zu sein. Allerdings haben wir auch gemerkt, dass manche Wege dort nicht mehr ganz so gut in Schuss sind. Teilweise gab es Brücken und andere Stellen, die schon ziemlich mitgenommen aussahen. Da sollte man wirklich vorsichtig sein und nicht einfach blind draufloslaufen. Trotzdem war gerade diese Abgeschiedenheit für uns eines der schönen Erlebnisse.
Santana und die kleinen bunten Häuser
Natürlich wollten wir auch die typischen Häuser Madeiras sehen.
Dafür ging es unter anderem nach Santana. Dort stehen die berühmten kleinen Häuser mit den bunten Fassaden und den steilen Reetdächern. Die Häuser sehen wirklich fast ein bisschen aus wie aus einem Kinderbuch. Rot, blau und weiß gestrichen, davor Blumen und überall liebevoll gepflegte kleine Gärten. Wir fanden das richtig liebevoll. Man merkt dort auch, wie sehr die Häuser einfach zum Bild der Insel gehören.
Pico Ruivo – über den Wolken
Eigentlich hatten wir den wohl berühmtesten Wanderweg Madeiras geplant, zum Pico Arieiro aber durch vorherige Unwetter war die Strecke gesperrt. Es hatte dort wohl Steinschläge gegeben und deshalb konnten wir den klassischen Weg nicht so gehen, wie wir es ursprünglich vorhatten.
Also ging es stattdessen Richtung Pico Ruivo. Die Wanderung dort oben war ziemlich anspruchsvoll. Es gab ordentlich Höhenmeter und irgendwann merkt man die Beine dann auch.
Aber die Aussicht war einfach unglaublich. Wir hatten strahlend blauen Himmel und standen irgendwann so hoch, dass wir über die Wolken schauen konnten. Unter uns lag ein richtiges Wolkenmeer. Man steht dort oben, schaut über die Wolken und denkt sich eigentlich nur: Was ist das bitte für eine vielfältige Landschaft?
Ribeira da Janela und die Felsen im Meer
An der Nordküste waren wir außerdem bei Ribeira da Janela. Dort ragen diese markanten Felsen aus dem Atlantik. Madeira hat ja sowieso ständig irgendwelche spektakulären Felsformationen. Gerade an der Nordküste hat man immer wieder diese Kombination aus steilen grünen Bergen, schwarzen Felsen und dem blauen Atlantik. Man könnte eigentlich alle paar Kilometer anhalten und Fotos machen.
Porto Moniz – Naturpools
Natürlich durfte auch Porto Moniz nicht fehlen. Dort gibt es ebenfalls die bekannten Naturpools.
Im Vergleich zu Seixal sind die Anlagen dort etwas stärker ausgebaut. Es gibt richtige Badebecken und insgesamt ist es touristischer. Trotzdem ist es schon ziemlich beeindruckend, in diesen natürlichen Lavabecken zu schwimmen und dabei direkt den Atlantik vor sich zu haben.
Für uns war es auf jeden Fall noch einmal ein anderes Erlebnis als der Naturpool in Seixal.
Wasserfälle und Bananenstauden
Auf unseren Fahrten über die Insel haben wir auch immer wieder an Wasserfällen angehalten.
Einer davon fiel direkt auf beziehungsweise neben eine Straße. Teilweise sind solche Straßen wegen der Wassermengen oder wegen Steinschlag auch gesperrt. Das zeigt einem schon ganz gut, wie viel Wasser und welche Kräfte hier teilweise unterwegs sind. Und dann gab es natürlich noch die Bananenstauden. Für uns ist es einfach etwas Besonderes, Bananen nicht irgendwo im Supermarkt zu sehen, sondern einfach draußen an der Pflanze. Und wenn man dann einmal genauer hinschaut, merkt man auch, wie die Bananen eigentlich wachsen. Die hängen teilweise ziemlich ungewöhnlich an der Staude. Für uns war das jedenfalls ein kleines Highlight.
Die Taberna da Poncha
Ein weiterer Pflichttermin war für uns die Taberna da Poncha.
Wenn man auf Madeira ist, sollte man dort unserer Meinung nach auf jeden Fall einmal vorbeischauen. Poncha gehört einfach zur Insel dazu und in der Taberna wird das Ganze noch einmal auf eine sehr ursprüngliche Art erlebt. Und dort gibt es auch die Sache mit den Erdnüssen. Die Schalen werden einfach auf den Boden geworfen. Alle machen es. Der Boden sieht entsprechend aus. Also wirklich ziemlich chaotisch. Aber genau das gehört dort einfach zur Tradition und macht die Atmosphäre irgendwie besonders. Wir fanden es jedenfalls ziemlich lustig, weil man in Deutschland wahrscheinlich schon nach fünf Minuten einen Besen holen würde.
Das Mikroklima – und warum Madeira so besonders grün ist
Was uns während der ganzen Woche immer wieder beschäftigt hat, war dieses besondere Mikroklima. Man fährt ein paar Kilometer und plötzlich sieht alles komplett anders aus.
Hier sonnig und trocken, dort neblig und feucht. An einer Stelle wachsen Palmen, an der nächsten stehen riesige Farne. Dann kommt man wieder an eine Felslandschaft und ein paar Kilometer später sieht es schon fast tropisch aus. Besonders bei den Hortensien ist uns das aufgefallen. Bei uns zu Hause freut man sich, wenn eine Hortensie schön groß wird und viele Blüten bekommt. Man düngt sie, kümmert sich darum und wartet jedes Jahr darauf. Auf Madeira stehen teilweise riesige Schneeballhortensien einfach am Straßenrand. Einfach so. Diese Pflanzen wachsen dort teilweise wirklich gigantisch und ohne dass sich jemand groß darum kümmern muss. Das war für uns wahrscheinlich eines der besten Beispiele dafür, wie besonders das Klima auf der Insel ist.
Was wir uns von dieser Reise mitnehmen
Eine Woche Madeira war für uns definitiv viel zu kurz. Wir haben zwar unglaublich viel gesehen, aber gleichzeitig hatten wir am Ende das Gefühl, dass wir eigentlich erst einen kleinen Teil der Insel kennengelernt haben. Was uns besonders gefallen hat, war diese unglaubliche Abwechslung.
Man kann morgens am Meer stehen, mittags durch einen dichten Nebelwald laufen und ein paar Stunden später oben auf einem Berg über den Wolken stehen. Man sieht karge Felsen, tropisch grünen Wald, Wasserfälle, Bananenplantagen, Levadas und gleichzeitig den Atlantik. Und das alles auf einer relativ kleinen Insel. Natürlich gibt es viele touristische Orte und gerade an den bekannten Sehenswürdigkeiten ist man nicht immer alleine. Aber sobald man ein bisschen abseits unterwegs ist, findet man auch Ecken, an denen man plötzlich ganz alleine in dieser unglaublichen Natur steht.
Genau diese Mischung hat uns an Madeira so begeistert.
Und wahrscheinlich sind es gar nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, an die wir uns später erinnern werden.
Es sind auch die kleinen Dinge:
Die Naturpools.
Die Eidechsen zwischen den Felsen.
Der Nebel, der innerhalb von 30 Minuten aus dem Tal hochkommt.
Die riesigen Hortensien am Straßenrand.
Die Bananenstauden.
Der Poncha.
Die Erdnussschalen auf dem Boden.
Die Fahrt mit dem Korbschlitten.
Und natürlich dieses Gefühl, oben auf dem Berg zu stehen und unter sich einfach nur ein riesiges Wolkenmeer zu sehen.
Madeira hat uns auf jeden Fall stark beeindruckt.










