

USA und Kanada zum Indian Summer
Buchung
Im Frühjahr hatte TUI Cruises ein sehr attraktives Angebot, bei dem wir einfach zuschlagen mussten. Wir buchten eine 10-Nächte-Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 1 inklusive TUI Cruises An- und Abreisepaket. Dazu kamen attraktive Flugzeiten mit Singapore Airlines – und rund sechs Monate Vorfreude inklusive.
Vorübernachtung und Anreise
Aufgrund des frühen Hinfluges habe ich eine Vorübernachtung direkt am Frankfurter Flughafen gebucht. Auch meinen PKW konnte ich bequem am Terminal parken.
Eine weise Entscheidung, denn bereits um 5:40 Uhr öffnete der Check-in. Dieser war zwingend am Schalter notwendig, da es sich um einen Flug in die USA handelte. Hier sollte man auf jeden Fall immer einen großzügigen Zeitpuffer einplanen.
Der Flug mit Singapore Airlines in der Economy Class war trotz ausgebuchter Maschine erstaunlich komfortabel und angenehm. Auch das großzügige Freigepäck von zweimal 23 kg pro Person ist natürlich ein Pluspunkt.
Am JFK Airport in New York angekommen, benötigte ich etwa 70 Minuten für die Einreiseformalitäten. Anschließend konnte ich direkt in den bereitstehenden Transferbus von TUI Cruises einsteigen.
Der Transfer zum Kreuzfahrthafen Bayonne in New Jersey vor den Toren Manhattans dauerte etwa zwei Stunden. Langweilig wurde es dabei allerdings keineswegs: Die Fahrt entwickelte sich quasi zu einer ersten Panoramatour mitten durch Manhattan.
Man kam aus dem Staunen kaum heraus. Was für eine Stadt!
An der Mein Schiff 1 angekommen, war der Check-in innerhalb weniger Minuten erledigt. Kurz darauf konnten wir unsere Kabine beziehen, eine Kleinigkeit essen und bei einem ersten Getränk an Bord den Blick auf die Skyline von Manhattan genießen.
Eine unerwartete Hafenrundfahrt
Die erste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten.
Aufgrund einer behördlichen Weisung musste die Mein Schiff 1 am Abend zwischen 21 und 23 Uhr vorübergehend ihren Liegeplatz verlassen, um zwei Containerschiffen Platz zu machen.
Kapitän Sven Kassel nutzte die Gelegenheit kurzerhand für eine kleine „Hafenrundfahrt“ – mit traumhaftem Blick auf die Skyline Manhattans und die Freiheitsstatue.
Ein ungeplanter, aber wirklich besonderer Auftakt unserer Reise.
Overnight in Bayonne
Nach einer erholsamen ersten Nacht an Bord war es Zeit für einen Ausflug nach Manhattan.
Ich hatte über TUI Cruises einen Ausflug gebucht, der einen Fährtransfer direkt vom Schiff nach Manhattan beinhaltete. Dadurch hatte ich von etwa 9:00 bis 17:45 Uhr Zeit, Manhattan auf eigene Faust zu erkunden.
Diese Variante kann ich absolut empfehlen. Man umgeht den Stau von und zum Schiff und vermeidet lange Fahrten im Reisebus. Bequemer und schneller kommt man vom Schiff kaum mitten ins Geschehen.
Auch das Wetter spielte an diesem Tag – wie eigentlich während der gesamten Reise – hervorragend mit: rund 20 Grad und strahlender Sonnenschein.
Zu Fuß und mit der Subway ließ sich Manhattan wunderbar erkunden. Und Sightseeing muss dabei nicht zwangsläufig viel Geld kosten. Viele Sehenswürdigkeiten sind komplett kostenlos. Die Überquerung der Brooklyn Bridge, der Besuch des 9/11 Memorials oder ein Spaziergang über die High Line sind dafür nur einige Beispiele.
Auch einen Besuch der Aussichtsplattform The Edge mit ihrem spektakulären Blick über Manhattan kann ich sehr empfehlen.
Erster Seetag und Eindrücke von Bord
Zurück an Bord folgte zunächst ein im Reisepreis enthaltenes 5-Gang-Menü im Atlantik – Klassik Restaurant. Anschließend hieß es zum ersten Mal: Leinen los! Eine spektakuläre Ausfahrt aus dem Hafen von Bayonne und eine Fahrt unter der Verrazano-Narrows Bridge.
Die Mein Schiff 1 nahm Kurs auf Boston, und vor uns lag der erste Seetag.
Nach einem ausgiebigen À-la-carte-Frühstück im Atlantik – Mediterran Restaurant konnte man das vielfältige Angebot an Bord genießen.
Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Sport, Sauna, Entspannung oder interessante Vorträge der landeskundlichen Lektorin. Vieles davon ist bereits im Reisepreis enthalten.
Boston
In Boston erwartete uns erneut traumhaft sonniges Wetter.
Die Stadt lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Selbst den Mein Schiff Shuttlebus benötigt man nicht zwangsläufig, wenn man einigermaßen gut zu Fuß ist.
Historisch und kulinarisch hat Boston einiges zu bieten. Nach einem Besuch des Massachusetts State House folgte ein Spaziergang entlang des berühmten Freedom Trail, der schließlich am Quincy Market endete.
Eine wirklich tolle Stadt für einen Kreuzfahrtstopp.
Seetage
Bis zum nächsten Stopp in Charlottetown auf Prince Edward Island lagen zwei Seetage vor uns.
Diese nutzte ich vor allem dazu, einmal richtig runterzukommen. Der Blick auf die Heckwelle entspannt mich dabei ungemein.
Wer es lieber aktiver mag, findet an Bord ebenfalls genügend Möglichkeiten. Sportkurse, Workshops, Lesungen und sogar Tanzkurse wurden angeboten.
Auf unserer Reise fand außerdem ein Oktoberfest mit zahlreichen Aktionen statt. Neben Tauziehen und Maßkrugstemmen gab es natürlich auch passende kulinarische Highlights.
So kommt auch an mehreren aufeinanderfolgenden Seetagen keine Langeweile auf.
Charlottetown – Prince Edward Island
In Charlottetown begrüßte uns trockenes, aber deutlich windigeres Wetter. Man merkte, dass wir mittlerweile ein gutes Stück weiter im Norden angekommen waren.
Bereits im Vorfeld hatten wir bei einer Mietwagenstation in Hafennähe einen Wagen reserviert.
Damit erkundeten wir die Region rund um Cavendish. Dort besuchten wir unter anderem das Besucherzentrum rund um die Kulisse und Geschichte von Anne of Green Gables und unternahmen eine kleine Wanderung durch einen typisch kanadischen Wald.
Natürlich durfte auch der Besuch eines Leuchtturms nicht fehlen.
Mit dem Mietwagen lässt sich Prince Edward Island auf eigene Faust hervorragend erkunden.
Sydney und der Cabot Trail
Der nächste Stopp war zugleich eines der großen Highlights der Reise: Sydney in Nova Scotia – nicht zu verwechseln mit Sydney in Australien!
Auch hier entschieden wir uns für einen Mietwagen und machten uns auf den Weg zum weltberühmten Cabot Trail.
Den kompletten Cabot Trail kann man bei der begrenzten Liegezeit eines Kreuzfahrtschiffes allerdings kaum entspannt bewältigen.
Daher fuhren wir bis Neil's Harbour, drehten dort um und machten uns mit mehreren Fotostopps gemütlich auf den Rückweg zum Schiff.
So konnten wir die eindrucksvolle Landschaft genießen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen.
Halifax
Der letzte Hafen unserer Reise war Halifax.
Hier hatten wir einen Ausflug zu einem der bekanntesten und meistfotografierten Leuchttürme Kanadas gebucht: dem Leuchtturm von Peggy's Cove.
Für mich ein absolutes Must-see, wenn man Halifax anläuft.
Mütze, Sonnenbrille und winddichte Jacke waren an diesem Tag allerdings dringend zu empfehlen. Die etwa einstündige Panoramafahrt nach Peggy's Cove lohnt sich definitiv und ist durch die schöne Landschaft sehr kurzweilig.
Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp am Fairview Lawn Cemetery ein. Dort befinden sich zahlreiche Grabstätten von Opfern der Titanic-Katastrophe.
Ein sehr bewegender Ort.
Ein kurzer Spaziergang entlang der Halifax Waterfront rundete unseren letzten Hafenaufenthalt schließlich ab.
Letzter Seetag und Abreise
Langsam näherte sich diese wundervolle Reise ihrem Ende.
Am letzten Seetag genossen wir die Mein Schiff 1 noch einmal in vollen Zügen. Das Freizeitangebot, die Crew und die Kulinarik haben uns – wie eigentlich immer bei Mein Schiff – vollends begeistert.
Dass uns zusätzlich während nahezu der gesamten Reise perfektes Wetter begleitete, war natürlich ein besonderer Glücksfall.
Für den Abreisetag hatten wir ebenfalls einen Ausflug über TUI Cruises gebucht.
Nach dem Ausschiffen wurden wir mit dem Bus ins Zentrum von Manhattan gebracht und hatten dort noch einmal etwa sechs Stunden Freizeit, um die Stadt weiter auf eigene Faust zu erkunden.
Das Besondere dabei: Unser gesamtes Gepäck konnte währenddessen sicher im Bus bleiben.
Anschließend brachte uns derselbe Bus bequem zum Flughafen JFK.
Für uns war das eine nahezu perfekte Möglichkeit, auch den Abreisetag noch sinnvoll zu nutzen. Bequemer und effizienter hätte man diesen letzten Tag kaum gestalten können.
Fazit
Eine rundum gelungene und besondere Kreuzfahrt mit traumhaften Destinationen.
Die Mein Schiff 1, ihre Crew, das gastronomische Angebot und das gesamte Reisekonzept haben uns erneut überzeugt – so sehr, dass wir direkt an Bord bereits unsere nächste Reise für das kommende Jahr gebucht haben.
Bei Nordamerika-Kreuzfahrten sollte man lediglich beachten, dass es aufgrund behördlicher Vorschriften teilweise kleinere Abweichungen bei den gewohnten Abläufen und Serviceangeboten an Bord geben kann.
Das eigentliche "Mein Schiff" Gefühl" wurde dadurch für uns aber keineswegs getrübt.
Ganz im Gegenteil: Die Kombination aus New York, Neuengland, Kanada, wunderschönen Landschaften, entspannten Seetagen und dem Komfort der Mein Schiff 1 machte diese Reise für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis.
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