

Music, Strand und BBQ
Unsere dritte USA-Reise war bewusst als Roadtrip geplant und sollte Städte und Natur verbinden. Die klassischen Routen wie Kalifornien und Florida hatten wir bereits vor einigen Jahren bereist. Dieses Mal wollten wir eine Tour unter dem Motto „Music und BBQ“ fahren. Neu für uns war, dass es unser erster längerer Roadtrip mit Kind war. Deshalb plante ich bewusst längere Aufenthalte an den einzelnen Orten ein und versuchte, so viel Abwechslung wie möglich für unseren Sohn einzubauen.
Statt möglichst vieler Sehenswürdigkeiten stand dieses Mal die Frage im Mittelpunkt, wie sich Orte anfühlen und wie gut sie sich in ein entspanntes Reisetempo integrieren lassen. So war Atlanta für uns nur Start- und Endpunkt der Reise. Dort hatte ich bewusst nur den Besuch im Aquarium eingeplant, der Rest der Zeit diente dem Ankommen und Akklimatisieren. Nach drei kurzen Nächten war die Umstellung geschafft, und wir machten uns auf den Weg Richtung Süden – Ziel: Meer und Strand.
Der Küstenabschnitt zwischen Panama City und Pensacola am Golf von Mexiko hat uns besonders gut gefallen. Das Wasser ist überwiegend flach, klar und ruhig – ideal zum Baden und Planschen. Im Vergleich zu den Stränden weiter östlich wirkt die Region deutlich entspannter: Weniger Menschen, keine langen Schlangen an den Parkplätzen und jede Menge Platz. Für Familien mit kleinen Kindern ist diese Kombination aus ruhigem Wasser, feinem Sand und überschaubarem Trubel ein echter Gewinn. Für uns war dieser Küstenabschnitt einer der schönsten Orte zum Erholen und Spielen am Meer.
New Orleans war im Vorfeld einer der Orte, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Die Stadt steht für Musik, Geschichte und kulturelle Vielfalt. Vor Ort stellte sich jedoch ein zwiespältiges Gefühl ein. Viele Bereiche, insbesondere rund um das French Quarter, wirkten stark touristisch geprägt. Die Atmosphäre, die ich mir erhofft hatte, blieb für mich aus. Besonders erschrocken hat mich, wie heruntergekommen und teilweise ungepflegt gerade dieser berühmte Teil der Stadt wirkte.
Deutlich besser gefallen haben uns die ländlicheren Gebiete südlich von New Orleans. Eines unserer absoluten Highlights war eine Swamp Tour durch die Bayou-Region Louisianas. Vom Boot aus konnten wir einige Alligatoren beobachten und sogar einen Weißkopfseeadler entdecken – ein Erlebnis, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Von dort aus ging es weiter Richtung Norden am Mississippi entlang. Zwei kleinere Städte haben mich besonders beeindruckt: Natchez und Tupelo. Beide besitzen ein eigenes Flair, das für mich den Reiz der Südstaaten besonders deutlich macht. In Natchez begeistern die historischen Häuser und der malerische Blick auf den Mississippi, in Tupelo das charmante Stadtzentrum und die entspannte Kleinstadtstimmung – ideale Orte für eine Pause vom Roadtrip, um die Atmosphäre einfach auf sich wirken zu lassen.
Nashville war für mich der positivste Ort und der perfekte Abschluss dieser Reise. Musik ist hier allgegenwärtig und zieht einen einfach mit. Vormittags am Broadway schlendert man quasi von einem Live-Konzert zum nächsten. Musik kam aus offenen Türen, aus kleinen Bars oder von der Straße. Diese Selbstverständlichkeit hat mich mehr beeindruckt als jede große Inszenierung.
Tipp: Unbedingt Gehörschutz fürs Kind mitnehmen, tagsüber sind Kinder in den Bars willkommen. Für unseren Sohn war es ein besonderes Erlebnis, in der ersten Reihe bei einer Countryband zu tanzen. Ein erneuter Besuch würde sich für mich lohnen, gerade weil Nashville eine Stadt ist, die man beim ersten Aufenthalt nicht vollständig erfassen kann – und wir leider viel zu wenig Zeit eingeplant hatten.
Kurz noch zum Thema BBQ, hier kann man in den Südstaaten eigentlich nichts verkehrt machen.
2 Dinge sind uns immer wieder aufgefallen, um so unscheinbarer das Lokal, umso besser das Essen. Einfach und rustikal ist hier 100mal besser als ein herausgeputzter Laden. Und in einigen Lokalen gibt es das Angebot: Wenn die Eltern eine „volle Mahlzeit“ bestellen, ist das Kindermenü kostenlos.
Fazit:
Das Reisen mit Kind verstärkt den Perspektivwechsel. Planung wird bewusster, das Tempo langsamer, die Auswahl der Orte überlegter. Nicht jede bekannte Sehenswürdigkeit passt in dieses Konzept – so haben wir bewusst auf den Besuch von Museen verzichtet, was mir besonders in Nashville und Memphis schwerfiel. Stattdessen verbrachten wir mehr Zeit in der Natur und achteten bei der Auswahl der Unterkünfte auf eine kinderfreundliche Lage. Nach einem Tag im Auto tut es gut, wenn ein kleiner Park oder Spielplatz in der Nähe ist, an dem die Kinder toben und rennen können.
Diese USA-Reise war weniger von klassischen Highlights geprägt, dafür umso mehr von persönlichen Eindrücken. Nashville hat mich durch seine Unaufgeregtheit überzeugt, New Orleans hat meine Erwartungen nicht erfüllt, mir aber wichtige Impulse gegeben.
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