

3 Tage England
Wenn wir an einen Städtetrip nach England denken, führt der erste Gedanke meistens nach London. Doch England hat so viel mehr zu bieten. Genau deshalb wollten meine Freundin und ich dieses Mal bewusst eine andere Route ausprobieren. Keine klassische London-Reise, sondern ein Roadtrip durch Südengland mit einigen Orten, die schon lange auf unserer persönlichen Wunschliste standen.
Und so viel kann ich vorwegnehmen: Diese drei Tage waren vollgepackt. Auf dem Papier klingt unsere Route vielleicht ein wenig verrückt – in der Realität war sie aber vor allem eines: ein Highlight nach dem nächsten.
Tag 1: Von Gatwick über Hogwarts nach Oxford
Los ging unsere Reise mit dem Direktflug von Köln/Bonn nach London-Gatwick. Dort angekommen, holten wir direkt unseren Mietwagen ab – und damit begann auch schon das erste kleine Abenteuer.
Linksverkehr!
Die ersten Kilometer waren definitiv ein kleiner Adrenalinkitzel. Kreisverkehre, die „falsche“ Straßenseite und der Scheibenwischer, der gerne einmal statt des Blinkers anging – vermutlich kennt jeder dieses Gefühl, der zum ersten Mal selbst in Großbritannien gefahren ist. Aus Erfahrungen vergangener Reisen war wir schnell drin und konnten uns unserem ersten großen Ziel widmen.
Unser erster Stopp: die Warner Bros. Studio Tour London – The Making of Harry Potter.
Hier befinden sich originale Sets, Requisiten und Kostüme aus den Harry-Potter-Filmen. Man läuft tatsächlich durch Kulissen, die man über viele Jahre immer wieder auf der Kinoleinwand gesehen hat. Die Tour gibt außerdem spannende Einblicke in die Entstehung der Filme und zeigt, wie viel Detailarbeit hinter dieser magischen Welt steckt.
Wir liefen durch die Winkelgasse, standen in Dumbledores Büro und durften natürlich auch den obligatorischen Versuch unternehmen, mit unseren Koffern durch die Wand zu Gleis 9¾ zu verschwinden. Der Hogwarts Express durfte dabei selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen.
Mein ganz persönliches Highlight wartete allerdings an einem anderen Ort.
Wie viele von euch wissen, bin ich hauptberuflich im Finanzwesen bei einer Bank tätig. Was könnte für mich bei einer Harry-Potter-Tour also passender sein als ein Besuch in der Gringotts Wizarding Bank?
Zwischen den imposanten Säulen, Kronleuchtern und den Schaltern der Kobolde musste ich schon ein wenig schmunzeln. Mein Arbeitsplatz sieht zwar etwas anders aus – aber Gringotts war für mich trotzdem eines der absoluten Highlights.
Und natürlich gibt es am Ende der Tour noch einen Shop. Dass wir diesen nicht ganz ohne ein paar Souvenirs für zu Hause verlassen würden, war vermutlich von Anfang an klar.
Nach einigen Stunden in der Welt von Harry Potter ging es für uns weiter nach Oxford.
Und Oxford empfing uns genau so, wie man sich diese traditionsreiche Universitätsstadt vorstellt: alte Colleges, historische Fassaden, kleine Geschäfte und dieses ganz besondere englische Flair.
Wir ließen uns zunächst einfach treiben, schauten uns die kleinen Shops an und genossen die Atmosphäre der Stadt. Rund um die berühmte Radcliffe Camera blieben wir eine Weile stehen und lauschten der Musik. Gerade am Abend hatte Oxford für uns eine wunderschöne Stimmung.
Manchmal sind es auf Reisen aber ohnehin nicht die minutiös geplanten Programmpunkte, an die man sich später am liebsten erinnert.
Während wir durch die Gassen schlenderten, entdeckten wir eher zufällig einen etwas versteckt gelegenen Pub. Genau solche Orte liebe ich: keine große Planung, kein Punkt auf einer To-do-Liste – einfach hineingehen und schauen, was passiert.
Die Stimmung war wunderbar, die Menschen entspannt und natürlich durfte zum Dinner auch ein Cider nicht fehlen.
Danach spazierten wir noch weiter durch Oxford, genossen die Stadt am Abend und ließen unseren ersten, bereits ziemlich ereignisreichen Reisetag ausklingen.
Und dann hieß es: ab ins Bett. Denn am nächsten Morgen wartete das eigentliche Herzstück unserer Reise auf uns.
Tag 2: Willkommen in den Cotswolds
Am zweiten Tag starteten wir früh. Von Oxford aus ging es hinein in die Cotswolds – jene Region, die mit ihren honigfarbenen Steinhäusern, kleinen Dörfern, grünen Hügeln und traditionellen Pubs für viele der Inbegriff des ländlichen Englands ist.
Und schon nach kurzer Zeit verstanden wir, warum diese Gegend so viele Menschen begeistert.
Unser Frühstück genossen wir ganz gemütlich in Burford, bevor wir unsere Entdeckungstour fortsetzten.
Einer unserer ersten ausführlicheren Stopps war Stow-on-the-Wold.
Der kleine Ort bietet genau das, was man sich von den Cotswolds erhofft: gemütliche Cafés, kleine Boutiquen, individuelle Geschäfte und wunderschöne historische Gebäude.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns St Edward’s Church.
Als wir die Kirche betraten, wurden wir von einer Gruppe älterer Damen begrüßt, die dort gemeinsam saßen und strickten. Eine dieser kleinen Begegnungen, die man nicht planen kann und die einem Ort sofort Persönlichkeit verleihen.
Berühmt ist die Kirche vor allem für ihre Nordtür, die von zwei alten Eiben eingerahmt wird und dadurch beinahe aussieht, als würde sie direkt in eine andere Welt führen. Häufig wird erzählt, sie habe J. R. R. Tolkien zu den „Doors of Durin“ in Der Herr der Ringe inspiriert. Belegt ist diese Geschichte zwar nicht – märchenhaft sieht die Tür aber definitiv aus.
Nach dem Kirchenbesuch bummelten wir noch ein wenig durch die kleinen Geschäfte, bevor es weiterging.
Unser nächster Halt war Bourton-on-the-Water.
Der Ort wird wegen des kleinen Flusses Windrush und seiner niedrigen Steinbrücken gerne als das „Venedig der Cotswolds“ bezeichnet. Entlang des Wassers reihen sich Cafés, kleine Geschäfte und die typischen Cotswold-Häuser aneinander.
Natürlich ist Bourton-on-the-Water gerade im Sommer kein Geheimtipp mehr. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, denn die Kulisse ist einfach wunderschön.
Weiter ging es nach Bibury.
Spätestens hier fühlt man sich, als sei man mitten in einer englischen Postkarte gelandet. Die historischen Steinhäuser, kleinen Gärten und schmalen Wege ergeben eine Kulisse, die beinahe zu perfekt wirkt, um echt zu sein.
Besonders bekannt ist die Häuserzeile Arlington Row – und dementsprechend beliebt ist Bibury natürlich auch bei Fotografen und Besuchern aus aller Welt. Mein Tipp: kommt bevor die Reisebusse aus London mit all Ihren Besuchern eintreffen!!!
Zu Mittag haben wir dann im berühmten The Swan Hotel des Ortes gegessen. Englischer Charm, Fish & Chips und die Kulisse des Ortes.
Nach unserem Tag zwischen den kleinen Dörfern ging es weiter nach Bath.
Hier bezogen wir ein wunderschönes, viktorianisch eingerichtetes Hotel mitten im Stadtzentrum. Die Lage war für uns perfekt, denn von dort konnten wir Bath komplett zu Fuß erkunden und den Mietwagen für den Abend auf dem Parkplatz des Hotels stehen lassen.
Bath besitzt eine ganz andere Atmosphäre als die kleinen Cotswolds-Dörfer – elegant, historisch und gleichzeitig lebendig.
Natürlich durfte ein Besuch am berühmten Royal Crescent nicht fehlen. Wir spazierten durch den Park davor und ließen uns anschließend weiter durch die Stadt treiben.
Für Fans von Bridgerton kommt dabei immer wieder dieses Gefühl auf: Moment mal – diese Straße, dieses Haus oder dieser Platz sieht doch irgendwie bekannt aus?
Genau diese Mischung aus georgianischer Architektur, Geschichte und Filmkulisse macht Bath für mich so besonders.
Nach unserem Stadtbummel endete auch dieser Abend wieder ganz klassisch englisch: in einem Pub.
Diesmal entschieden wir uns für einen traditionellen Pie – und den kann ich wirklich nur empfehlen. Für mich gehört es zu einer Reise immer dazu, auch die typischen Gerichte des Landes auszuprobieren.
Passend dazu lief an diesem Wochenende auch noch die Fußball-Weltmeisterschaft. So wurde aus unserem Pub-Abend gleichzeitig ein ziemlich britisches Fußballerlebnis.
Tag 3: Von Bath nach Castle Combe
Nach einem reichhaltigen Frühstück in unserem wunderschönen Hotel starteten wir in den dritten und leider schon letzten Tag unserer Reise.
Zunächst fuhren wir noch einmal an einigen Highlights Baths vorbei, bevor es zum Prior Park Landscape Garden ging.
Und diesen Park kann ich wirklich empfehlen.
Die weitläufige Gartenanlage mit ihren Spazierwegen, Ausblicken und der berühmten Palladian Bridge bietet eine ganz andere Perspektive auf Bath. Wer historische englische Landschaftsgärten und die Atmosphäre klassischer britischer Literatur und Kostümserien liebt, sollte hier etwas Zeit einplanen.
Nach zwei sehr vollen Tagen tat es außerdem gut, einfach ein wenig durch das Grün zu spazieren und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
Castle Combe – mein persönlicher Cotswolds-Favorit
Danach ging es an einen Ort, der mich vollkommen begeistert hat: Castle Combe.
Wenn ich mich für das schönste Dorf unserer kurzen Reise entscheiden müsste, wäre es für mich ganz klar Castle Combe.
Schon bei der Ankunft hatte ich das Gefühl, in einer Filmkulisse gelandet zu sein. Kleine Steinhäuser, Blumen, schmale Straßen und diese traumhafte englische Landschaft – hier passte für mich einfach alles zusammen.
Während unseres Spaziergangs konnten wir sogar einem Maler über die Schulter schauen, der gerade die Kulisse des Dorfes auf die Leinwand brachte. Und weil es manchmal genau diese besonderen Erinnerungsstücke sind, die eine Reise noch lange lebendig halten, haben wir eines seiner Bilder gekauft.
Jetzt haben wir ein kleines Stück Castle Combe zu Hause.
Bei unserem Rundgang entdeckte ich außerdem ein Herrenhaus, ein exklusives Hotel in traumhafter Lage. Das Haus bietet auch Hochzeiten und Zeremonien an; zum Anwesen gehört zudem ein 18-Loch-Championship-Golfplatz.
Für mich stand dort ziemlich schnell fest:
Hier möchte ich noch einmal herkommen.
Am liebsten würde ich Castle Combe einmal in der Weihnachtszeit erleben. Wenn dieser Ort im Sommer schon so märchenhaft aussieht, möchte ich unbedingt wissen, wie er sich im Winter und in der Vorweihnachtszeit anfühlt.
Ein etwas anderer Souvenirstopp
Auf dem Weg zu unserem nächsten großen Programmpunkt musste dann noch ein sehr wichtiges Reiseziel angesteuert werden:
Aldi Nord.
Ja, richtig gelesen
Ich liebe es, im Ausland durch Supermärkte zu laufen. Dort entdeckt man oft Produkte, die es bei uns nicht gibt, und bekommt nebenbei einen ganz anderen Einblick in den Alltag eines Landes.
Unser Ziel war in diesem Fall ziemlich eindeutig: Scones für zu Hause.
Und auch wenn es vielleicht nicht der glamouröseste Programmpunkt unseres Roadtrips war – die Scones waren den Zwischenstopp definitiv wert.
Das große Finale: Highclere Castle
Dann kam endlich der Ort, der eigentlich der Hauptgrund für unsere gesamte Reise gewesen war.
Wir hatten unsere Flüge umgebucht und die Route unseres Wochenendes ganz bewusst so geplant, dass wir an diesem Sonntag hier sein konnten:
Highclere Castle.
Für alle Fans von Downton Abbey dürfte dieser Name sofort Bilder hervorrufen. Highclere Castle ist das berühmte Anwesen, das in der Serie und den Kinofilmen als Familiensitz der Crawleys zu sehen ist.
Und plötzlich selbst davor zu stehen, war für uns etwas ganz Besonderes.
Wir besichtigten das Schloss von innen und konnten einige der Räume sehen, die man aus Downton Abbey kennt. Dazu kamen Informationen und Ausstellungen rund um die Produktionen.
Wenn man eine Serie über Jahre verfolgt hat und plötzlich tatsächlich durch diese Räume läuft, entsteht ein ganz eigenes Gefühl. Man erkennt Perspektiven wieder, erinnert sich an bestimmte Szenen und betrachtet gleichzeitig das reale Schloss hinter der Filmwelt.
Danach gönnten wir uns noch eine Tea Time im Garten.
Bei Sonnenschein saßen wir dort, ließen den Blick über das Anwesen und den weitläufigen Park schweifen und genossen einfach den Moment.
Und ja: Wir konnten danach sehr gut verstehen, warum die Crawleys ihr Anwesen nicht verkaufen wollten.
Eigentlich hätte Highclere Castle bereits ein perfekter Abschluss sein können.
Aber wir hatten noch einen letzten Stopp geplant.
Auf dem Weg zurück Richtung Flughafen fuhren wir nach Shere in Surrey.
Wer Weihnachten genauso liebt wie ich und The Holiday – Liebe braucht keine Ferienregelmäßig schaut, dürfte bei diesem Namen hellhörig werden. Shere gehörte zu den englischen Drehorten des Films mit Cameron Diaz, Kate Winslet, Jude Law und Jack Black. Unter anderem wurden Szenen im Dorf und im Pub The White Horse gedreht.
Mit seinen historischen Häusern, kleinen Straßen und dieser typisch englischen Dorfatmosphäre war Shere für uns der perfekte letzte Stopp.
Jude Law ist uns leider nicht über den Weg gelaufen.
Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und unser letztes Abendessen in einem Pub genossen.
Und irgendwie hätte unsere Reise auch kaum passender enden können: Harry Potter, Oxford, Cotswolds, Bridgerton, Downton Abbey und schließlich The Holiday – Südengland hatte uns innerhalb von drei Tagen durch erstaunlich viele unserer liebsten Film- und Serienwelten geführt.
Und dann war da noch die Fußball-WM …
Zurück am Flughafen blieb uns vor dem Abflug noch etwas Zeit in der Lounge.
Und auch dort passte das Timing unserer Reise perfekt: Wir konnten noch das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien verfolgen. Spanien gewann das Finale nach Verlängerung mit 1:0 und wurde Weltmeister.
Danach hieß es endgültig Abschied nehmen.
Zurück ins Flugzeug, zurück nach Deutschland – und erst einmal all die Eindrücke der vergangenen drei Tage verarbeiten.
Mein Fazit: Drei Tage, die sich wie eine ganze Woche angefühlt haben
Wenn ich unsere Route heute aufzähle, klingt sie tatsächlich ein bisschen verrückt:
Harry Potter, Oxford, die Cotswolds, Bath, Prior Park, Castle Combe, Highclere Castle und Shere – und das alles innerhalb von drei Tagen.
War es entspannt?
Nicht immer.
War es intensiv?
Definitiv.
Würde ich es wieder machen?
Sofort.
Denn manchmal sind es genau diese Reisen, bei denen man morgens früh startet, abends müde ins Bett fällt und am nächsten Morgen schon wieder voller Vorfreude losfährt, die einem besonders lange in Erinnerung bleiben.
Südengland hat uns gezeigt, dass man für einen außergewöhnlichen England-Trip nicht zwangsläufig nach London fahren muss. Nur wenige Tage reichen aus, um zwischen jahrhundertealten Universitätsgebäuden, kleinen Cotswolds-Dörfern, eleganten Städten, englischen Pubs, herrschaftlichen Anwesen und weltbekannten Filmkulissen unglaublich viel zu erleben.
Und genau deshalb steht für mich eines fest:
Ich komme wieder.
Vielleicht schon zur Weihnachtszeit. Denn Castle Combe im Winter fehlt definitiv noch auf meiner Liste.
Meine Route für drei intensive Tage in Südengland
Tag 1: Flug Köln/Bonn – London Gatwick → Mietwagen → Warner Bros. Studio Tour London → Oxford
Tag 2: Oxford → Cotswolds → Stow-on-the-Wold → Bourton-on-the-Water → Bibury → Bath
Tag 3: Bath → Prior Park Landscape Garden → Castle Combe → Highclere Castle → Shere/Surrey → London Gatwick → Rückflug
Mein Tipp als Reiseberaterin: Wer diese Route nachreisen möchte, sollte sich bewusst sein, dass drei Tage sportlich sind. Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, dem würde ich vier bis fünf Tage empfehlen. So bleibt mehr Zeit für spontane Stopps, gemütliche Tea Times und die vielen kleinen Dörfer, bei denen man unterwegs am liebsten einfach noch einmal abbiegen möchte.
Denn genau darin liegt für mich der Zauber der Cotswolds: Man fährt nicht nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Oft sind es gerade die kleinen Straßen, Pubs, Cafés, Gärten und zufälligen Entdeckungen dazwischen, die am Ende zu den schönsten Erinnerungen der Reise werden.
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New York City war für mich kein unbekanntes Reiseziel. Ich war bereits mehrfach dort und kannte dieses besondere Gefühl, wenn die Skyline wieder vor einem auftaucht. Und trotzdem ist jede Reise nach New York anders.
Diese Reise fiel in eine ganz besondere Zeit. Thanksgiving stand unmittelbar bevor, die Stadt bereitete sich auf Weihnachten vor und mit dem Black Friday wartete einer der größten Shoppingtage des Jahres auf uns.
Sechs Tage New York lagen vor uns – voller Sightseeing, Shopping, Weihnachtsstimmung und spontaner Planänderungen. Dazu kamen ein Tagesausflug nach Philadelphia und ein Besuch im Lancaster County in Pennsylvania.
Schon bei der Ankunft wusste ich wieder, warum mich diese Stadt immer wieder zurückzieht.
Tag 1 – Welcome back to New York City
Montag, 19. November
Der erste Reisetag begann zu einer Uhrzeit, zu der normalerweise noch niemand freiwillig aufsteht: um vier Uhr morgens.
Am Flughafen Frankfurt angekommen folgte die erste positive Überraschung: Mein Koffer brachte gerade einmal zehn Kilogramm auf die Waage. Bei großzügigem Freigepäck bedeutete das vor allem eines: reichlich Platz für die geplanten Einkäufe.
Die Wartezeit am Flughafen vertrieben wir uns unter anderem mit einem ersten Besuch bei Tiffany & Co., bevor wir unseren Airbus A380 von Singapore Airlines bestiegen. Die Maschine war erstaunlich leer und wir hatten entsprechend viel Platz.
Mit rund einer Stunde Verspätung hoben wir schließlich ab. Vor uns lagen knapp neun Stunden Flugzeit nach New York. Viel bekam ich davon allerdings nicht mit, denn ich schlief einen großen Teil des Fluges tief und fest. Die letzten Stunden vertrieb ich mir mit einem Film.
Und dann war es endlich so weit.
Welcome back to New York City!
Wir landeten am John F. Kennedy International Airport und kamen erstaunlich schnell durch die Immigration. Kurz darauf warteten wir bereits auf unseren vorab gebuchten Shuttle nach Manhattan.
Unser Hotel lag im Financial District, unmittelbar am damaligen Ground Zero.
Doch bevor wir dort ankamen, bekamen wir erst einmal eine typische New-York-Begrüßung: Verkehr.
Mitten in der Rushhour ging es teilweise nur im Schritttempo voran. Irgendwann löste sich der Stau und wir näherten uns Manhattan.
Und dann tauchte sie vor uns auf: die Skyline.
Auch wenn ich New York bereits kannte, verlor dieser Anblick nichts von seiner Wirkung. In diesem Moment war ich wieder da.
Da wir im Shuttle als Letzte abgesetzt wurden, dauerte die Fahrt fast zwei Stunden. Doch das Warten sollte sich lohnen.
Beim Check-in konnte unsere Reservierung zunächst nicht gefunden werden. Das kleine Chaos endete für uns allerdings äußerst angenehm: Wir bekamen ein besonders schönes Zimmer im 29. Stock mit Kingsize-Bett und einem spektakulären Ausblick.
Direkt vor uns lagen das 9/11 Memorial und das Gelände des World Trade Centers. Das One World Trade Center befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau und ragte bereits weit über Manhattan hinaus. Dahinter konnten wir den Hudson River sehen.
Ich hätte wahrscheinlich stundenlang am Fenster stehen können.
Dieser Ausblick sollte in den nächsten Tagen zu einem meiner liebsten Bilder der Reise werden – morgens, wenn Manhattan langsam erwachte, und abends, wenn die Lichter der Stadt unter uns leuchteten.
Nachdem die Koffer ausgepackt und das Hotelzimmer innerhalb kürzester Zeit zu unserem persönlichen New Yorker Basislager geworden war, hielt es uns nicht lange drinnen.
Direkt vor der Tür lag eine Subway-Station.
Also: auf zum Times Square.
Nach dem vergleichsweise ruhigen Financial District war der Times Square das komplette Gegenteil. Menschen, Leuchtreklamen, riesige Bildschirme, Taxis, Geschäfte – dieses kontrollierte New Yorker Chaos, das man entweder furchtbar findet oder liebt.
Ich liebe es.
Wir schlenderten über den Times Square, bunt, laut und einfach ein Stück New York.
Inzwischen gewann allerdings der Jetlag.
Also zurück in die Subway und Richtung World Trade Center. Die Bahn war fast leer und ich hätte vermutlich problemlos während der Fahrt einschlafen können.
Zurück im Hotel stand ich noch einmal am Fenster und betrachtete Manhattan bei Nacht.
Was für ein erster Tag.
Am nächsten Morgen wartete schließlich eines unserer wichtigsten Reiseziele auf uns:
Woodbury Common.
Oder anders gesagt: Shopping.
Tag 2 – Rockefeller Center und Shop till you drop
Dienstag, 20. November
Der Plan, morgens gemütlich auszuschlafen, scheiterte am Jetlag.
Schon mitten in der Nacht waren wir zeitweise hellwach. Gegen halb sieben gaben wir den Kampf schließlich auf und starteten in den Tag.
Während wir uns fertig machten, liefen im Fernsehen die amerikanischen Morgennachrichten. Dort erfuhren wir, dass vor dem Rockefeller Center ein Konzert einer bekannten Sängerin stattfinden sollte. Kostenfrei, vor einer der Top Attraktionen in New York und das am frühen Morgen - einfach so.
Wir änderten unsere Pläne und fuhren hin.
Genau solche spontanen Entscheidungen gehören für mich zu New York dazu.
Leider kamen wir zu spät. Als wir gegen halb zehn ankamen, war das Konzert tatsächlich schon vorbei.
Dafür entdeckten wir etwas anderes: den riesigen Swarovski-Stern, der für die Spitze des berühmten Weihnachtsbaums am Rockefeller Center bestimmt war. Außerdem konnten wir einen Blick auf eine Live-Aufzeichnung der „Today Show" werfen.
Direkt um die Ecke liegt die Radio City Music Hall.
Dort versuchten wir unser Glück – und bekamen tatsächlich noch Karten für die berühmte „Christmas Spectacular"-Show der Rockettes. Eine absolute Empfehlung in der Vorweihnachtszeit!!!!
Ich hatte die Show schon bei einer früheren New-York-Reise sehen wollen, aber nie hatte es geklappt.
Diesmal würde ich sie endlich sehen.
Bevor es zum Shopping ging, machten wir noch einen Abstecher zur Magnolia Bakery, bekannt aus Sex and the City und kauften etwas Proviant für die Busfahrt.
Danach ging es zum Port Authority Bus Terminal.
Unser Ziel: Woodbury Common Premium Outlets.
Schließlich saßen wir im Bus und fuhren durch den Lincoln Tunnel unter dem Hudson River hindurch nach New Jersey. Kurz darauf eröffnete sich von der Autobahn ein wunderbarer Blick zurück auf Manhattan.
Dieser Blick auf die Skyline gehört für mich bis heute zu den schönsten Perspektiven auf New York.
Nach rund einer Stunde erreichten wir Woodbury Common.
Ab diesem Moment gab es nur noch ein Motto:
Shop till you drop.
Und wir nahmen es ziemlich wörtlich.
Stunden später schmerzten die Hände von den Einkaufstüten. Ein großer Teil der Weihnachtsgeschenke war bereits gekauft – und natürlich waren auch einige Dinge für uns selbst dabei.
Eigentlich wollten wir rechtzeitig zurück nach Manhattan, denn dort hatten wir am Abend einen Tisch reserviert.
Doch vor dem Bus hatte sich eine lange Schlange gebildet.
Warten?
Nein.
Wir schnappten uns kurzerhand einen herrenlosen Einkaufswagen, verstauten darin unsere zahlreichen Tüten und zogen wieder los.
Noch ein bisschen Shopping konnte schließlich nicht schaden.
Aus „noch ein bisschen" wurden natürlich weitere Einkäufe. Irgendwann beschlossen wir, vor Ort zu essen und erst später nach Manhattan zurückzufahren.
Am Abend saßen wir schließlich wieder im Bus.
Und wie so oft auf dieser Reise schliefen wir beinahe sofort ein.
Zurück in Manhattan ging es direkt mit der Subway ins Hotel.
Dort wartete allerdings schon der nächste frühe Start auf uns.
Am folgenden Morgen mussten wir bereits um sieben Uhr an der Grand Central Station sein.
Philadelphia rief.
Tag 3 – Philadelphia, Rocky und das Lancaster County
Mittwoch, 21. November
Der Wecker klingelte um 4:45 Uhr.
Urlaub kann erstaunlich anstrengend sein.
Kurz nach sechs verließen wir das Hotel und machten uns mit der Subway auf den Weg zum Treffpunkt unserer Tagestour.
Unsere Reisegruppe war angenehm klein. Gemeinsam verließen wir Manhattan durch den Lincoln Tunnel und fuhren zunächst durch New Jersey Richtung Pennsylvania.
Unser erster großer Halt war Philadelphia.
Dort begannen wir in der Elfreth's Alley. Die schmale historische Straße mit ihren alten Häusern vermittelt noch heute einen Eindruck vom kolonialen Philadelphia.
Anschließend ging es weiter in das historische Zentrum rund um die Independence Hall und zur Liberty Bell.
Unser Guide versorgte uns währenddessen mit amerikanischer Geschichte – und hatte einen Satz, den er immer wieder gerne verwendete:
„Wir sind aus New York, wir dürfen das." - bis heute ist er bei uns etabliert.
Mit jedem Mal gefiel mir der Spruch besser.
Natürlich gehörte zu unserem Philadelphia-Besuch auch ein klassisches Souvenir. Ein Magnet musste mit.
Danach ging es zu einem Ort, den vermutlich fast jeder Filmfan erkennt: die Treppe des Philadelphia Museum of Art.
Rocky.
Selbstverständlich gehörten sowohl ein Foto an der Rocky-Statue als auch einmal Treppen hoch und wieder herunter zum Pflichtprogramm.
Nach dem Großstadtprogramm änderte sich die Landschaft komplett.
Wir fuhren weiter ins Lancaster County.
Hochhäuser und Straßenschluchten verschwanden, stattdessen lagen plötzlich Felder, Farmen und Obstplantagen vor uns.
Bei einer Kutschfahrt bekamen wir einen Eindruck von der ländlichen Region und erfuhren mehr über die dort lebenden Amish-Gemeinschaften.
Besonders interessant fand ich, wie sehr sich meine vorherigen Vorstellungen von der Realität unterschieden. Ich hatte ein ziemlich vereinfachtes Bild eines vollkommen von der modernen Welt abgeschotteten Lebens im Kopf. Vor Ort wurde schnell deutlich, dass die Lebensweisen wesentlich differenzierter sind und sich nicht jede Gemeinschaft nach denselben Regeln richtet.
Gerade solche Momente machen Reisen für mich interessant: wenn die Wirklichkeit das Bild korrigiert, das man vorher im Kopf hatte.
Nach einem Besuch in einem kleinen Village begann die rund dreistündige Rückfahrt nach New York.
Zurück in Manhattan stiegen wir in der Nähe des Times Square aus und suchten uns etwas zu essen. Nach den üppigeren Mahlzeiten der vergangenen Tage entschieden wir uns diesmal für einen frisch zusammengestellten Salat.
Noch kurz Nachrichten checken, ein kleiner Abstecher in einen Drugstore – dann war endgültig Schluss.
Zurück ins Hotel und ins Bett.
Denn am nächsten Morgen sollte New York eines seiner größten Ereignisse feiern.
Thanksgiving.
Tag 4 – Thanksgiving in Manhattan
Donnerstag, 22. November
Happy Thanksgiving!
Schon beim ersten Blick aus dem Hotelfenster merkte ich, dass dieser Morgen anders war.
Normalerweise herrschte rund um das World Trade Center schon früh reger Betrieb. Autos fuhren durch die Straßen, Menschen waren unterwegs und auf der Baustelle des One World Trade Centers wurde gearbeitet.
An diesem Morgen war es ungewöhnlich ruhig.
Beim Fertigmachen lief der Fernseher und dort sahen wir bereits die Macy's Thanksgiving Day Parade.
Und plötzlich stellten wir fest: Die Parade war schon viel weiter fortgeschritten als gedacht.
Also beeilen.
Rund um Macy's angekommen, erwartete uns das komplette Gegenteil der morgendlichen Ruhe im Financial District.
Menschen. Überall Menschen.
Wir drängten uns so weit wie möglich nach vorne und bekamen schließlich einen Blick auf die Parade.
Vor allem die riesigen Ballons waren beeindruckend. Im Fernsehen wirken sie schon groß – zwischen den Hochhäusern Manhattans bekommen ihre Dimensionen aber noch einmal eine ganz andere Wirkung.
Als Santa Claus traditionell das Ende der Parade bildete, setzte sich die gesamte Menschenmenge beinahe gleichzeitig in Bewegung.
Unser Ziel war die Subway.
Unterwegs entdeckten wir allerdings eine geöffnete GAP-Filiale.
Eigentlich stand GAP erst für den Black Friday am nächsten Tag auf unserem Plan. Doch in den Schaufenstern hingen bereits die großen Rabatt-Schilder.
40 Prozent.
60 Prozent.
Damit war der ursprüngliche Plan erledigt.
Natürlich gingen wir hinein.
Nach dem spontanen Thanksgiving-Shopping fuhren wir zum Rockefeller Center und stärkten uns erst einmal.
Danach wartete eines meiner persönlichen Highlights dieser Reise.
Die Radio City Music Hall.
Pünktlich um 14 Uhr begann die „Christmas Spectacular"-Show der Rockettes.
Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Ballett, Theater, Musik, aufwendige Bühnenbilder und technische Effekte verschmolzen zu einer riesigen Weihnachtsshow.
Für mich stand bereits während der Vorstellung fest:
Das würde ich mir wieder ansehen.
Nach der Show wollten wir Thanksgiving auch kulinarisch amerikanisch feiern.
In einer Brasserie gegenüber dem Rockefeller Center gab es traditionell Truthahn und anschließend Apfeltarte mit Vanilleeis.
Nicht ganz günstig – aber an diesem Tag durfte es etwas Besonderes sein.
Danach fuhren wir zurück ins Hotel.
Keine weitere Sightseeing-Tour. Kein zusätzlicher Shopping-Stopp.
Nur noch Einkäufe sortieren, den Ausblick genießen und früh schlafen.
Denn am nächsten Morgen wartete der Tag, auf den wir uns als begeisterte Shopper natürlich besonders gefreut hatten:
Black Friday.
Tag 5 – Black Friday und Fifth Avenue
Freitag, 23. November
Black Friday.
Schon früh am Morgen zeigte das amerikanische Fernsehen Livebilder aus Macy's. Menschenmassen strömten durch die Türen und stürzten sich auf die Angebote.
Ich betrachtete das Spektakel zunächst lieber aus sicherer Entfernung.
Erst einmal Frühstück bei Starbucks.
Danach starteten wir direkt in der Nähe unseres Hotels bei Century 21.
Der große Vorteil unseres Hotels im Financial District: Die ersten Einkaufstüten konnten wir zwischendurch einfach im Zimmer abstellen.
Anschließend ging es zur Fifth Avenue.
Wir liefen Richtung Central Park und schauten uns das berühmte Plaza Hotel von innen an.
Danach ging es langsam wieder Richtung Downtown – vorbei an einigen der bekanntesten Geschäfte der Welt.
Tiffany & Co. gehörte natürlich dazu.
Auch bei Louis Vuitton musste ich zumindest kurz hineinschauen.
Anschließend besuchten wir den Trump Tower und schauten uns einen der öffentlich zugänglichen Bereiche im Inneren an.
Weiter ging es zur New York Public Library.
Als „Sex and the City"-Fan wollte ich natürlich den Ort sehen, an dem im ersten Kinofilm Carries geplante Hochzeit mit Mr. Big spektakulär scheiterte.
Von dort liefen wir weiter zum Times Square.
Dann wieder zurück ins Hotel.
Tüten abstellen.
Und weiter.
Als Nächstes stand Macy's auf dem Programm.
Spätestens dort lernten wir den Black Friday in seiner vollen Dimension kennen.
Es war unglaublich voll.
Menschen, Kleidung, Taschen, Angebote – überall herrschte Chaos.
Irgendwann war selbst für uns die Grenze erreicht.
Genug Shopping.
Zurück im Hotel begannen wir, die Koffer für die Heimreise zu packen.
Dabei wurde ziemlich schnell klar, dass meine anfänglichen zehn Kilogramm Gepäck längst Geschichte waren.
Und trotzdem fehlte noch etwas:
ein zusätzlicher Koffer.
Tag 6 – Ein letzter Tag in New York
Samstag, 24. November
Der letzte Morgen in New York hat für mich immer eine ganz eigene Stimmung.
Einerseits möchte ich noch möglichst viel sehen und erledigen. Andererseits weiß ich bei allem, was ich tue: Das ist jetzt das letzte Mal auf dieser Reise.
Der letzte Morgen am Times Square.
Die letzte Subwayfahrt.
Der letzte Kaffee to go.
Und irgendwann der letzte Blick auf Manhattan.
Bis zwölf Uhr mussten wir auschecken, und unsere Liste war noch erstaunlich lang.
Vor allem brauchte ich dringend einen zusätzlichen Koffer.
Also machte ich mich früh am Morgen noch einmal auf den Weg zu Century 21 und wurde tatsächlich fündig: Ein großer champagnerfarbener Koffer sollte meine zahlreichen Einkäufe nach Deutschland bringen.
Zurück im Hotel begann das große Packen.
Jetzt zeigte sich, ob unsere Shoppingbegeisterung mit der erlaubten Gepäckmenge vereinbar war.
Nachdem die Koffer schließlich geschlossen waren, checkten wir aus und bestellten beim Concierge unseren Shuttle zum Flughafen.
Wegen des starken Reiseverkehrs an diesem Thanksgiving-Wochenende sollten wir bereits früher als geplant abgeholt werden.
Damit wurde unser letzter Vormittag plötzlich sehr kurz.
Also noch einmal zum Times Square.
Frühstücken, letzte Souvenirs kaufen und natürlich noch ein finaler Besuch bei Sephora.
Danach fuhren wir zur Seventh Avenue und erledigten ein paar letzte Einkäufe.
Mit dem Taxi ging es zurück zum Hotel.
Und dann stand der Shuttle schon vor der Tür.
Das war's.
Ich warf noch einmal einen Blick zurück.
Bye-bye, New York City.
Am JFK hatten wir anschließend noch etwas Zeit. Wir aßen, bummelten durch den Flughafen und saßen schließlich am Gate, während die vergangenen Tage langsam sacken konnten.
Dann begann das Boarding.
Wieder A380.
Wieder Richtung Frankfurt.
Nur dieses Mal wollte die Zeit überhaupt nicht vergehen. Schlafen konnte ich kaum und der Flug fühlte sich deutlich länger an als auf dem Hinweg.
Irgendwann tauchte schließlich Deutschland unter uns auf.
New York lag wieder hinter mir.
Tag 7 – Zurück zu Hause
Sonntag, 25. November
Durch die Zeitverschiebung war bereits Sonntag, als wir in Frankfurt landeten.
Koffer holen, durch den Zoll und weiter Richtung Bahnhof.
Im ICE konnte ich mich zurücklehnen.
Mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde ging es Richtung Heimat.
Nach sechs intensiven Tagen in New York, einem Tagesausflug nach Philadelphia und ins Lancaster County, Thanksgiving, Black Friday, unzähligen Subwayfahrten, vielen Kilometern zu Fuß und einer kaum noch überschaubaren Zahl an Einkaufstüten freute ich mich auf zu Hause.
Und gleichzeitig wusste ich schon, dass ich New York bald wieder vermissen würde.
Eine Reise, die geblieben ist.
Was mir von dieser Reise besonders in Erinnerung geblieben ist, sind gar nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten.
Es sind die einzelnen Momente.
Der erste Blick auf die Skyline nach der Fahrt durch New Jersey.
Das Gefühl, am Fenster unseres Hotelzimmers im 29. Stock zu stehen und auf das World Trade Center zu schauen.
Der noch nicht fertiggestellte Wolkenkratzer, der jeden Tag ein Teil unseres Ausblicks war.
Die riesigen Ballons der Thanksgiving Parade zwischen den Hochhäusern.
Die Weihnachtsstimmung in der Radio City Music Hall.
Die vollkommen überfüllten Geschäfte am Black Friday.
Der Blick zurück auf Manhattan nach der Fahrt durch den Lincoln Tunnel.
Und natürlich unsere vielen spontanen Planänderungen.
Wir verpassten einen Bus, kamen zu spät zu einem Konzert, standen im Stau, änderten Reservierungen, schliefen regelmäßig während längerer Busfahrten ein und kauften am Ende so viel ein, dass noch ein zusätzlicher Koffer her musste.
Nicht alles lief nach Plan.
Aber vielleicht war genau das der Grund, warum diese Reise so schön war.
New York muss für mich nicht perfekt organisiert sein.
Diese Stadt lebt von ihrer Geschwindigkeit, ihrem Chaos und dem Gefühl, dass hinter der nächsten Straßenecke schon wieder etwas passieren kann, mit dem man morgens noch nicht gerechnet hat.
Und obwohl ich schon vorher mehrfach in New York gewesen war, hatte diese Reise ihren ganz eigenen Charakter.
Thanksgiving und Black Friday, die beginnende Weihnachtszeit und das sich damals sichtbar verändernde World Trade Center machten sie zu einer Momentaufnahme der Stadt, die ich so kein zweites Mal erleben konnte.
New York war laut, voll und anstrengend.
Es war aufregend, manchmal chaotisch und gelegentlich völlig übertrieben.
Und genau deshalb liebe ich diese Stadt.
Als der ICE schließlich Richtung Heimat fuhr, war für mich eines sicher:
Das war ganz bestimmt nicht mein letzter Besuch in New York City.

Spanien
Familienurlaub auf Mallorca
Im September 2026 hieß es für uns: Mallorca – und zwar mit der ganzen Familie.
Und wenn ich „die ganze Familie“ sage, dann meine ich das auch so: meine Eltern, mein Bruder, meine Schwägerin, mein dreijähriger Neffe und ich. Drei Generationen, fünf erwachsene Charaktere mit durchaus unterschiedlichen Vorstellungen von Urlaub – und mittendrin ein kleiner Mann, für den diese neun Tage mindestens genauso besonders werden sollten wie für uns Erwachsene.
Die Herausforderung bei der Planung war mir deshalb schnell klar: Wie findet man ein Hotel, in dem wirklich jeder auf seine Kosten kommt? Wo wir gemeinsam Zeit verbringen können, ohne neun Tage lang alles gemeinsam machen zu müssen? Wo mein Neffe Kind sein darf und nicht einfach nur beim Erwachsenenurlaub „mitläuft“? Und wo gleichzeitig Aktivitäten, gutes Essen, Sport, Ruhe und ein gewisser Anspruch an Qualität nicht zu kurz kommen?
Für mich stand der Ort sofort fest: die Playa de Muro
Bei einem Punkt musste ich tatsächlich nicht lange überlegen. Wenn Familienurlaub auf Mallorca, dann sollte es für uns an die Playa de Muro in der Bucht von Alcúdia gehen.
Für mich gehört dieser Teil Mallorcas zu den schönsten Strandregionen der Insel. Heller Sand, dieses wunderbare Türkisblau des Mittelmeers und vor allem das sehr flach abfallende Wasser machen den Strand gerade mit kleinen Kindern zu einem Traum.
Auch Mitte bis Ende September konnten wir bei 30 Grad noch wunderbar im Meer schwimmen und die warmen Temperaturen genießen. Für mich ohnehin eine herrliche Reisezeit für Mallorca.
Ein Resort – und trotzdem zwei unterschiedliche Urlaubswelten
Bei der Hotelauswahl entschied ich mich ganz bewusst für eine Anlage, die aus zwei miteinander verbundenen Hotels besteht. Und genau dieses Konzept sollte sich für unsere Familienkonstellation als großer Vorteil herausstellen.
Wir selbst wohnten in dem Hotelbereich mit Doppelzimmern und Suiten. Schon beim Betreten fällt die helle und offene Gestaltung auf. Viel Grün, natürliche Elemente und ein nachhaltiges Gesamtkonzept sorgen dafür, dass die Anlage trotz ihrer Größe angenehm und einladend wirkt.
Der zweite Hotelbereich richtet sich noch konsequenter an Familien mit Kindern.
Und eigentlich versteht man das Konzept schon beim Check-in.
Während wir Erwachsenen nach der Rezeption ganz klassisch die Treppe hinunter in Richtung Garten und Poollandschaft gehen, gibt es für die Kinder einen deutlich besseren Weg:
Sie rutschen einfach in den Urlaub.
Eine große Rutsche führt von der Rezeption hinunter in die Anlage. Und spätestens in diesem Moment ist jedem Kind klar: Hier geht es auch um mich.
Ich liebe solche Details, denn Familienfreundlichkeit zeigt sich für mich nicht allein darin, dass irgendwo ein Kinderpool vorhanden ist. Sie zeigt sich darin, ob ein Hotel versucht, die Welt auch einmal aus Kinderaugen zu betrachten.
Wenn ein Familienzimmer tatsächlich für Familien gemacht ist
Genau dieser Gedanke setzt sich in den Familienzimmern fort. Sie sind großzügig gestaltet und mit vielen liebevollen Details ausgestattet.
Da steht beispielsweise im Badezimmer ein kleiner Hocker, damit Kinder selbstständig ans Waschbecken gelangen und ihre Hände waschen können. Oder es gibt einen Toiletten Aufsatz für die Kleinen. Eigentlich nur eine Kleinigkeit – und gleichzeitig genau die Art von Kleinigkeit, die zeigt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat.
Die Familienzimmer bieten außerdem eine räumliche Trennung zwischen dem Schlafzimmer der Eltern und dem Wohn- beziehungsweise Kinderbereich und können mit bis zu fünf Personen belegt werden. Bei der Einrichtung kommen die Kinder nicht zu kurz.
Auch draußen dreht sich vieles um die kleinen Gäste: Es gibt eine große Wasserlandschaft, einen separaten Kleinkinderpool mit gerade einmal bis zu 25 Zentimetern Wassertiefe und einen eigenen Spielplatz. Besonders schön: Von einigen Gartenzimmern lässt sich dieser Bereich direkt erreichen.
Mit einem Dreijährigen im Urlaub lernt man solche Dinge sehr schnell zu schätzen.
Ein Kids Club, der Kinder nicht einfach nur beschäftigt
Auch der Kids Club hat mich begeistert. Denn hier geht es nicht darum, Kinder einfach für ein paar Stunden zu beschäftigen. Das Programm ist auf unterschiedliche Altersgruppen abgestimmt und bietet entsprechend verschiedene Aktivitäten.
Schon für die Kleinsten von 0 bis 3 Jahren gibt es passende Angebote. Danach folgen die Altersgruppen 4 bis 7 Jahre und 8 bis 12 Jahre, und auch für ältere Kinder und Jugendliche geht das Angebot weiter.
Gerade bei Familien mit mehreren Kindern unterschiedlichen Alters ist das für mich ein wichtiger Punkt. Ein Dreijähriger möchte schließlich etwas vollkommen anderes erleben als ein Zehnjähriger – und Teenager wiederum haben ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was im Urlaub Spaß macht.
Hier hatte ich tatsächlich das Gefühl: Kinder werden nicht als eine einzige Zielgruppe betrachtet. Man schaut genauer hin, was in welchem Alter spannend ist.
Einmal Mallorca von ganz oben – auch für die Kleinsten
Einer der schönsten Momente mit meinem Neffen erwartete uns allerdings einige Etagen weiter oben.
Denn neben dem Adults-Only-Prestige-Bereich gibt es eine weitere Rooftop-Terrasse mit Infinity Pool, die der gesamten Familie offensteht. Und genau das finde ich an diesem Konzept so gelungen: Dieser fantastische Blick über die Playa de Muro ist eben nicht ausschließlich den Erwachsenen vorbehalten.
Natürlich mussten wir gemeinsam nach oben.
Und für meinen dreijährigen Neffen eröffnete sich dort plötzlich eine vollkommen neue Welt.
Von oben auf das Meer, die Pools, die Hotelanlage und die Umgebung zu schauen, war für ihn offensichtlich etwas völlig anderes, als all das unten zu erleben. Er war regelrecht überwältigt von dem, was er plötzlich aus dieser Perspektive entdecken konnte.
Für uns Erwachsene ist ein schöner Ausblick etwas, das wir genießen und vielleicht mit einem Foto festhalten. Für ein kleines Kind kann derselbe Ausblick ein richtiges Erlebnis sein.
Ihn dort oben zu beobachten, war deshalb für mich fast schöner als die Aussicht selbst.
Tagsüber Wasserspaß – abends große Augen
Verbunden werden beide Hotelbereiche unter anderem durch den großen Showbereich. Dahinter beginnt bereits der geschützte Naturbereich, durch den man zur Playa de Muro gelangt.
Am Abend wurde dieser Bereich regelmäßig zu unserem Treffpunkt. Unterschiedliche Shows sorgten dafür, dass es auch nach dem Abendessen noch etwas zu erleben gab – und sie waren so gestaltet, dass insbesondere die Kinder begeistert zuschauen konnten.
Für mich sind es genau diese gemeinsamen Momente, die einen Familienurlaub ausmachen: zusammen am Tisch sitzen, anschließend zur Show gehen, die Begeisterung meines Neffen beobachten und irgendwann feststellen, dass man gerade Erinnerungen sammelt, über die man wahrscheinlich noch Jahre später sprechen wird.
All Inclusive – aber bitte auf richtig gut
Das Highlights meines Vaters war definitiv das gastronomische Konzept.
All Inclusive und ein hoher kulinarischer Anspruch schließen sich nämlich keineswegs aus. Man muss nur das richtige Hotel finden.
Food & Beverage spielt in diesem Resort eine besonders große Rolle. Insgesamt gibt es drei Buffetrestaurants.
Und damit ist kulinarisch noch lange nicht Schluss.
Am Abend kann man Abwechslung in drei verschiedenen À-la-carte-Restaurants genießen: mexikanisch, griechisch oder spanisch. Gerade bei einem neuntägigen Aufenthalt ist diese Vielfalt unglaublich angenehm, weil eben nicht jeder Abend gleich aussieht.
Dazu kommt ein 24-Stunden-Café, in dem rund um die Uhr Snacks bereitstehen. Auch namenhafte Getränke sind jederzeit erhältlich.
Der Traum aller Kinder ist die eigene Eisdiele im Hotel. Verschiedene Eissorten haben hier alle Herzen höher schlagen lassen.
Für eine Familie ist das ein Komfort, den man nicht unterschätzen sollte. Denn Hunger hält sich – insbesondere bei kleinen Kindern – bekanntlich nur selten an die offiziellen Restaurantzeiten.
Zwischen Familienzeit, Yoga und Functional Training
Und dann gibt es im Familienurlaub natürlich noch die Momente, in denen jeder seinen eigenen Interessen nachgehen darf.
Für mich gehört Bewegung zum Urlaub einfach dazu. Und da ich Yoga liebe, musste ich beim Sportprogramm nicht lange überlegen. Paddle-Yoga war mir jedoch neu: Yoga auf einem Stand-Up-Paddle im Pool, definitiv Nix für mich!
Überhaupt geht das Sportprogramm weit über das hinaus, was ich aus vielen klassischen Ferienhotels kenne. Natürlich gibt es Aqua-Fitness – aber eben auch Aqua-Spinning und Aqua-Fun.
Wer lieber an Land trainiert, findet ebenfalls Möglichkeiten. Functional Training kann draußen in einem wunderschönen Outdoor-Bereich stattfinden. Gerade in einer Zeit, in der Trainingsformen rund um HYROX immer populärer werden, passt ein solches funktionelles Workout wunderbar in das Konzept.
Das Schöne daran: Man kann aktiv sein, ohne das Gefühl zu haben, seinen Familienurlaub dafür unterbrechen zu müssen. Eine Stunde Sport – und danach trifft man sich wieder am Pool, am Strand oder zum Essen.
Und wenn man das Hotel einmal verlassen möchte …
Auch dafür ist gesorgt.
Direkt vor dem Hotel stehen Fahrräder und E-Scooter zur Verfügung. Damit lässt sich die nähere Umgebung unkompliziert erkunden oder man fährt einfach einmal in Richtung Stadt.
Ich mag solche Angebote besonders, weil man dadurch nicht für jede kleine Unternehmung ein Auto benötigt. Einfach spontan losfahren, die Umgebung entdecken und Mallorca außerhalb der Hotelanlage erleben – auch das gehört für mich zum Urlaub dazu.
Und dann gibt es noch Urlaub für die Tante …
So sehr ich es liebe, Zeit mit meinem Neffen und meiner Familie zu verbringen: Familienurlaub bedeutet für mich nicht, dass wir vom Frühstück bis zum Schlafengehen ununterbrochen zusammensitzen müssen.
Im Gegenteil.
Für mich funktioniert gemeinsamer Urlaub besonders gut, wenn jeder zwischendurch auch genau das tun kann, was ihm selbst guttut.
Und an diesem Punkt wurde der Prestige-Bereich zu meinem ganz persönlichen Lieblingsplatz.
Die Anlage besteht aus drei Hauptgebäuden und auf den Dächern befinden sich unterschiedliche Rooftop-Bereiche. Während wir den Infinity Pool auf der familienfreundlichen Rooftop-Terrasse gemeinsam genießen konnten, war der mittlere Prestige-Bereich ausschließlich Erwachsenen und den entsprechenden Hotelgästen vorbehalten.
Und genau diese Trennung fand ich großartig.
Denn nachdem ich oben noch gemeinsam mit meinem Neffen seine Begeisterung über die neue Perspektive erlebt hatte, konnte ich zu einem anderen Zeitpunkt an meinen ganz persönlichen Rückzugsort wechseln.
Hier oben war dann meine Zeit.
Ruhe. Sonne. Ein wunderschöner Blick von dem ich u.a. eure Anfragen bearbeiten konnte. Und Liegen mit einem kleinen Detail, an das ich mich ausgesprochen schnell gewöhnen konnte: einer Klingel.
Einmal drücken und das Getränk wird direkt an die Liege gebracht.
Für mich durfte es dann gerne ein Pornstar Martini sein. Öfter aber ganz unspektakulär ein gutes Sprudelwasser mit Zitrone.
Mit Blick auf das türkisblaue Meer der Playa de Muro, die Segelboote und Yachten auf dem Wasser und das Treiben rund um die Bucht konnte ich hier wunderbar abschalten.
Und das Beste an dieser kleinen Auszeit?
Wenn es mir oben doch einmal zu ruhig wurde oder ich meine Familie vermisste, musste ich eigentlich nur nach unten schauen. Irgendwo entdeckte ich sie meistens.
Einmal winken.
Und schon wusste jeder: Die Tante ist noch da.
Vielleicht ist genau das für mich echter Familienurlaub
Diese neun Tage haben mir noch einmal gezeigt, dass ein guter Familienurlaub nicht bedeutet, für alle den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.
Er bedeutet vielmehr, einen Ort auszuwählen, der unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig zulässt.
Mein dreijähriger Neffe durfte einen Urlaub erleben, in dem seine Bedürfnisse nicht Nebensache waren. Er konnte planschen, spielen, Neues entdecken und plötzlich vom Rooftop aus die Welt aus einer völlig neuen Perspektive betrachten.
Meine Eltern konnten genießen und entspannen. Mein Bruder und meine Schwägerin hatten einen Ort, der ihnen vieles im Alltag mit Kind erleichterte. Und ich konnte Tante sein, gemeinsame Familienzeit genießen, Yoga und Sport machen, mich zurückziehen und zwischendurch mit einem Cocktail auf dem Rooftop sitzen.
Und anschließend waren wir wieder alle zusammen.
Vielleicht ist genau das der größte Luxus, den ein Familienhotel bieten kann: nicht ständig alles gemeinsam machen zu müssen – aber jederzeit gemeinsam sein zu können.
Als Tante kann ich dieses Konzept deshalb Familien empfehlen, die unterschiedliche Generationen und Urlaubswünsche zusammenbringen möchten, ohne dass einer von ihnen zurückstecken muss.
Denn am Ende waren es nicht der Infinity Pool, das Essen, die Rooftop-Bar oder selbst das wunderschöne Meer, an das ich zuerst zurückdenken werde.
Es waren die neun Tage, die wir als Familie gemeinsam hatten.
Und mein kleiner Neffe, der wahrscheinlich schon am ersten Tag verstanden hatte, wie Familienurlaub richtig funktioniert:
Manchmal muss man eben einfach in den Urlaub rutschen.




