Im Herzen des Himalaya

Vom höchsten Berg der Welt bis in den Dschungel
Sarah Döbel
25.03.2026
5 min Lesezeit

Nepal hat uns nicht einfach nur beeindruckt. Dieses Land hat uns wahrlich durchgeschüttelt, berührt und verändert.

Schon wenige Tage nach unserer Ankunft hatten wir die einmalige Gelegenheit, ein Fest voller Leben, voller Energie und voller Herzlichkeit zu erleben – das Holi Fest. Überall begegneten uns Menschen mit offenen Gesichtern, die uns „Happy Holi“ wünschten. Fremde schienen in dem Moment sehr vertraut. Pulver in leuchtenden Tönen wurde lachend geworfen, Kinder jagten sich mit Wasserpistolen, aus denen buntes Wasser spritzte. Es gab kein Entkommen. Hinter jeder Ecke wartete die nächste Farbattacke. Und genau das machte es aus. Es war ein Gefühl völliger Leichtigkeit. Wir waren mittendrin und konnten uns dem nicht entziehen. Wir wollten es auch nicht.

In einem Tempel tanzten und sangen wir gemeinsam mit einer Gruppe von Frauen. Es war kein geplanter Programmpunkt, sondern ein Moment, der einfach so entstand. Ohne Sprache, ohne Erklärung. Nur Musik, Bewegung und ein Gefühl von Gemeinschaft.

Nepal zeigt sich aber nicht nur in solchen Momenten. Die Straßenverhältnisse haben wenig mit dem zu tun, was wir aus Deutschland kennen. Baustellen sind Teil der Strecke, nicht die Ausnahme. Es wird gehupt, aber nicht aus Ärger. Jedes Signal hat seine Bedeutung. Es kündigt ein Überholen an, es schafft Aufmerksamkeit. Der Verkehr funktioniert durch gegenseitige Rücksichtnahme, nicht durch starre Regeln. Für 79 Kilometer haben wir dreieinhalb Stunden benötigt. 

Ein ganz anderer Abschnitt unserer Reise führte uns in den Chitwan Nationalpark. Dort erlebten wir Natur in ihrer rohesten Form. Wir beobachteten ein Nashornpaar, das ruhig nebeneinander lief und schließlich gemeinsam in Richtung Sonnenuntergang verschwand. Ein stiller und irgendwie friedlicher Moment. Ein völlig gegensätzliches Erlebnis erlebten wir ebenfalls. Zum ersten Mal in unserem Leben sahen wir, wie eine Python ein Reh vollständig verschlang. Es war unmöglich wegzusehen. Natur ohne Filter.

Nepal ist ein Land der Extreme. Vom Himalaya, den höchsten Bergen der Welt, bis hin zu dichten, tropischen Dschungellandschaften. Diese Vielfalt, vereint in diesem kleinen Land, macht Nepal zu etwas Besonderem. Doch nicht nur das, auch der Zeitunterschied von 4:45 Stunden gilt spezifisch für Nepal. 

Ein weiterer Höhepunkt war unser Flug mit Buddha Air entlang des Himalaya. Eine Stunde in der Luft, mit Blick auf den Mount Everest. Der höchste Berg der Welt lag vor uns, klar und mit einer Zipfelmütze aus Wolken. Acht der vierzehn Achttausender befinden sich im Himalaya. Diese Dimensionen lassen sich kaum begreifen. Es war ein Moment, der uns den Atem verschlug.

In den Tempelanlagen begegneten uns immer wieder Sadhus. Heilige Männer, die ihr Leben der spirituellen Suche widmen. Ihre Präsenz war ruhig und dennoch ist ihr Aussehen sehr markant – sie tragen meist safranfarbene Kleidung oder sind nackt und schmieren sich mit Asche ein, um die Vergänglichkeit des Körpers zu symbolisieren. Lange Haarknoten sind typisch und symbolisieren die Dauer ihres asketischen Weges. 

Besonders tief hat sich der Besuch der Tempelanlage Pashupatinath in uns eingeprägt. Der Rauch lag schwer über dem Gelände. Am Bagmati-Fluss fanden die Verbrennungen der Verstorbenen statt. Die letzten Rituale wurden direkt am Wasser durchgeführt, bevor die Körper verbrannt wurden. Es war ein Moment, der uns an unsere eigenen kulturellen Grenzen gebracht hat. Der Umgang mit Tod ist dort sichtbar, offen und Teil des Lebens. Für uns war das beklemmend und hallte lange in uns nach. 

Diese Reise hat uns verändert. Wir sind zurückgekommen mit mehr als nur Bildern. Mit Erfahrungen, die nachhallen. Mit Momenten, die bleiben. Und mit einem Herzen voller Erinnerungen.

Teile diesen Beitrag
No items found.
KONTAKT

Urlaubsreif? Gleich bei mir melden!

Kontaktinformationen
Schreib mir ganz bequem über das Kontaktformular eine Nachricht – gemeinsam finden wir, was Du suchst! Oder schreibe mir eine E-Mail oder rufe mich an. Ich helfe dir gerne weiter.
Dankeschön! Ich habe deine Anfrage erhalten!
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Vielen Dank!
Ich habe deine Nachricht erhalten und freue mich schon darauf, mich in deine Reisewünsche zu vertiefen.

Ich schaue mir deine Anfrage jetzt genau an und melde mich innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden persönlich bei dir, um gemeinsam deine Traumreise zu gestalten. Ich freue mich auf unser Gespräch!
Bis dahin,
Sarah Döbel
Reiseberichte

Noch mehr Inspiration für deine nächste Traumreise

Zwischen Laternen, Tempeln und Kaffee

Vietnam hat mich auf dieser Reise auf eine Weise überrascht, für die es einiger Worte bedarf. Das Land zieht sich über mehr als 1.600 Kilometer von Nord nach Süd und verändert dabei ständig sein Gesicht. Landschaft, Klima, Menschen, Küche und sogar d
This is some text inside of a div block.
Sarah Döbel
25.03.2026
5 min Lesezeit

Vietnam hat mich auf dieser Reise auf eine Weise überrascht, für die es einiger Worte bedarf. Das Land zieht sich über mehr als 1.600 Kilometer von Nord nach Süd und verändert dabei ständig sein Gesicht. Landschaft, Klima, Menschen, Küche und sogar die Atmosphäre der Städte wirken in jeder Region anders. Genau diese Vielfalt macht eine Reise durch Vietnam so faszinierend.

Unsere Reise begann im Norden, in Hanoi. Die Hauptstadt empfängt Besucher mit einem ganz eigenen Rhythmus. Auf den ersten Blick wirkt zunächst alles chaotisch. Tausende Mopeds, Roller und Motorroller bewegen sich gleichzeitig durch die Straßen. Wer das zum ersten Mal sieht, denkt sofort: Das kann doch unmöglich funktionieren. Unser Guide erklärte uns den Verkehr anhand eines Gleichnis: Er verhält sich wie „fließendes Wasser“. Jeder bewegt sich langsam, aufmerksam und irgendwie findet jeder seinen Weg und kommt letztlich zum Ziel. Es wirkt wild, aber erstaunlicherweise läuft alles mühelos.

Einen von Leichtigkeit und Frohsinn geprägten Abend erlebten wir in der berühmten Hanoi Train Street. Zwischen schmalen Häuserreihen verläuft hier eine aktive Bahnstrecke. Direkt daneben gibt es zahlreiche kleine Bars, Cafés und Restaurants. Man sitzt entspannt mit einem Getränk in der Hand, während wenige Zentimeter entfernt ein Zug vorbeifährt. Teilweise müssen Tische und Stühle kurzzeitig beiseite geräumt werden. Die Atmosphäre war locker und fröhlich. Menschen aus aller Welt saßen zusammen, lachten, aßen, tranken und genossen einfach den Moment. Genau diese leichte, gesellige Stimmung machte diesen Abend zu einem der besonderen Augenblicke der Reise.

Natürlich durfte auch ein Ausflug zur berühmten Halong Bay nicht fehlen. Die Kalksteinfelsen, die aus dem smaragdgrünen Wasser ragen, gehören zu den beeindruckendsten Landschaften Südostasiens. Gleichzeitig muss ich ehrlich sagen: Die Bucht ist heute deutlich stärker besucht als bei meinem ersten Besuch im Jahr 2019. Damals wirkte vieles ruhiger und ursprünglicher. Heute teilen sich viele Boote gleichzeitig dieselben Routen. Deshalb würde ich inzwischen eher einen Tagesausflug empfehlen statt einer Übernachtung. Die Landschaft bleibt trotzdem spektakulär.

Je weiter wir Richtung Zentralvietnam reisten, desto spürbarer veränderte sich das Klima. Während der Norden sehr kühl und neblig war, empfängt Zentralvietnam uns mit tropischer Wärme und einer völlig anderen Landschaft. Der Schal und die Jacken konnten von nun an im Koffer bleiben. Besonders bezaubernd war die Atmosphäre in Hoi An. Diese Stadt ist bekannt als Stadt der Laternen und verwandelt sich am Abend in eine zauberhafte Kulisse. Überall hängen farbige Lampions, die Straßen sind in warmes Licht getaucht und der Fluss spiegelt die vielen Lichter wider. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen und sogen dieses beschauliche Flair wie Schwämme in uns auf. 

Auch in Hue spürt man die Geschichte des Landes. Tempel, Pagoden und alte Paläste erzählen von der Zeit der Kaiser. Überall begegnet man in Vietnam religiösen Orten. Pagoden und Tempel gehören fest zum Alltag der Menschen. Besonders spannend fand ich die Opfergaben. Neben Obst, Blumen, Cola, Alkohol und Räucherstäbchen lagen auch manchmal Dinge auf den Altären, die ich dort nicht erwartet hätte. In einem Tempel stand tatsächlich ein Spanferkel als Opfergabe angerichtet. Ein Anblick, der mich zunächst überrascht und dann zum Schmunzeln gebracht hat.

Ein bedeutendes Kapitel nimmt die vietnamesische Kaffeekultur ein. Vietnam gehört zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt, und das merkt man sofort. Kaffee wird hier auf viele verschiedene Arten serviert. Besonders beliebt ist der kräftige Kaffee mit gezuckerter Kondensmilch. Daneben gibt es kreative Varianten wie Kokosnusskaffee oder den berühmten Eierkaffee, bei dem eine cremige Schaumschicht aus Ei und Zucker auf dem Kaffee liegt. Klingt ungewöhnlich, schmeckt aber super lecker.

Außerdem sind da noch die selbst gebrannten Reisschnäpse, die man in vielen Regionen findet und teilweise rustikal in Plastikflaschen serviert bekommt. Manche Varianten werden mit Kräutern angesetzt, andere sogar mit Schlangen oder Skorpionen in der Flasche. Das sieht spektakulär aus und eine Kostprobe lohnt sich!

Den wohl größten Zauber bekam unsere Reise jedoch durch das vietnamesische Neujahrsfest, das Tết Nguyên Đán. Überall im Land wurde gefeiert und auch schief gesungen. Straßen, Häuser und Plätze waren geschmückt mit Fahnen, Wimpeln und einem Meer aus Blüten. Vor Tempeln, Geschäften und Wohnhäusern standen kunstvoll arrangierte Blumen. Ganze Städte wirkten plötzlich farbenfroher und lebendiger als ohnehin schon. Diese festliche Stimmung war überall zu spüren und machte die Reise zu etwas ganz Besonderem.

Zum Abschluss führte uns die Reise noch in den Süden nach Ho Chi Minh City, das viele noch unter dem alten Namen Saigon kennen. Hier pulsiert das moderne Vietnam. Nebst Wolkenkratzern, Märkten, Streetfood und einem ununterbrochenen Strom von Mopeds, ist die Stadt geprägt von der französischen Kolonialära und so manches erinnert noch daran, so auch das Hauptpostamt von Ho Chi Minh Stadt.

Vietnam ist ein Land voller Kontraste. Ruhige Tempel neben lauten Straßen. Alte Traditionen neben moderner Großstadt. Tropische Landschaften, historische Städte und kulinarische Highlights, die an jeder Straßenecke überraschen. Genau diese Mischung macht das Reisen durch Vietnam so besonders. Und wenn dann noch ein ganzes Land sein Neujahrsfest feiert und alles in Farben und Blüten taucht, wird aus einer Reise schnell ein unvergessliches Erlebnis.

Rundreise durch Indiens Norden

Im September begann unsere Rundreise durch Indien. Es war eine Reise voller Kontraste. Indien ist laut, bunt, überwältigend und bietet zudem Momente, die einen still werden lassen. Schon die besonderen Unterkünfte, die Heritage Hotels, waren ein Erle
This is some text inside of a div block.
Sarah Döbel
25.03.2026
5 min Lesezeit

Im September begann unsere Rundreise durch Indien. Es war eine Reise voller Kontraste. Indien ist laut, bunt, überwältigend und bietet zudem Momente, die einen still werden lassen.

Schon die besonderen Unterkünfte, die Heritage Hotels, waren ein Erlebnis. Die kunstvollen Details der Paläste, die Verzierungen, Innenhöfe und Säle fühlten sich an wie eine Reise in eine andere, längst vergangene Zeit. 
Dieses besondere Ambiente fühlte sich zauberhaft an. Ich konnte mich an den Details nicht satt sehen und entdecke noch heute auf den Bildern immer wieder Neues. 

Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben. In Gajner fuhren wir im Kamelwagen in die Wüste zum Gala Abendessen. Über uns thronte der Sternenhimmel. Vor uns traditionelle Musik und Tanz. Dazu gab es typisches Essen. Die Atmosphäre war fröhlich und es gab ein schönes Feuerwerk als krönenden Abschluss. Es war einer dieser Augenblicke, die ich in mir aufsauge.

Indien hat mich aber auch zum Staunen gebracht. Den Verkehr kann man kaum beschreiben. Auf einer fünfspurigen Straße fuhren sechs Autos, dazu Mopeds und Fahrräder. Außerdem laufen die heiligen Kühe kreuz und quer. Alles gleichzeitig, teilweise sogar in unterschiedliche Richtungen. Es wirkte chaotisch, aber irgendwie funktionierte es. 
Für uns unvorstellbar! 

Ein kleiner persönlicher Wunsch von mir ging ebenfalls in Erfüllung. Auf dem Weg zum Amber Fort begegnete uns ein Elefant. Das Universum meinte es gut mit mir. Das war ein kleiner und dennoch ganz großer Moment für mich. 

Betroffen gemacht, hat mich die Müllproblematik. Ein Bild, welches sich bei mir im Gedächtnis eingebrannt hat: Eine Kuh, die mitten im Müll stand und Papier fraß.

Der emotionalste Moment der Reise war der Besuch des Taj Mahal. Am Abend besuchten wir den Park auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses und blieben bis zum Sonnenuntergang. Als die blaue Stunde einsetzte, wirkte das Bauwerk fast unwirklich. Am nächsten Morgen besuchten wir es bei strahlendem Sonnenschein nochmal und der weiße Marmor leuchtete. Da mussten wir uns gegenseitig kneifen, um zu realisieren, dass wir das wahrhaftig erleben. Vor diesem Weltwunder zu stehen, war ein sehr bewegender Moment.

Als Fazit kann man sagen, dass diese Reise voller Gegensätze war. Auf der einen Seite prachtvolle Paläste und andererseits große Armut. Ruhe in der Wüste und pulsierender Verkehr in den Städten. Genau diese Vielfalt und diese Gegensätze haben Indien für mich so besonders gemacht.

sarah-doebel
WhatsApp
Click to Chat