ROBINSON Sarigerme Park

Ehrlicher Club-Check: Meine Erfahrungen an der Ägäis
Türkei
Melanie Reiß-Hollenbach
15.08.2026
5 min Lesezeit

Bei diesem Urlaub sollte ein Teenager (15) mitreisen, deshalb war uns ein abwechslungsreiches Sportangebot besonders wichtig. Volleyball, Tennis, Padel und Basketball gehören ebenso dazu wie verschiedene Wassersportmöglichkeiten. Da es in der Türkei im Oktober häufig noch angenehm warm ist und die Flugzeit von Düsseldorf überschaubar bleibt, fiel unsere Wahl auf den ROBINSON Sarigerme Park.

Die Küche war für mich ein echtes Highlight

Da für mich frisches Obst und Gemüse sehr wichtig ist, habe ich mich über die morgendliche Auswahl besonders gefreut.  Es gab verschiedene Sorten frisches Kräuterwasser, zum Beispiel Thymian- oder Ingwerwasser, und frisch gepressten Orangensaft. Die Orangen waren wirklich süß und aromatisch. Auch wer lieber klassisch frühstückt, findet Brötchen mit Butter, Ei und Speck oder Müsli. Insgesamt habe ich die Auswahl als frisch, abwechslungsreich und für ganz unterschiedliche Vorlieben passend erlebt.

Wenn du aus gesundheitlichen Gründen eine besondere Ernährung benötigst oder bestimmte Lebensmittel nicht verträgst, kannst du hier deine Wünsche absprechen. Hierzu empfehle ich dir ca. 14 Tage vor Anreise Kontakt aufzunehmen (am besten per Mail) und zu erfragen, was umgesetzt werden kann. Am Tag der Ankunft konnte ich mich mit dem Küchenchef besprechen und habe zu jeder Mahlzeit meine besondere Schonkost erhalten. Da das nicht in jedem Hotel so gut gehändelt wird und nicht selbstverständlich ist, war ich sehr dankbar dafür.

Der Küchenchef hatte sein Personal so gut instruiert, dass ich an dem Hawaii-Themenabend, so gerne eine Suppe gegessen hätte, die es dort am Buffet gab. Obwohl ich mich mit dem Küchenassistenten nur mit Händen und Füßen verständigen konnte, hat er mir dann diese Suppe ohne Salz, Öl, Gewürz etc. gebracht. Vorher hatte er mich aber davon abgehalten davon zu essen, weil der Chef erklärt hatte, was ich essen dürfe und was nicht. Das hat mich positiv sehr überrascht.

Die Mitarbeiter sind sehr nett und zuvorkommend, wie man es von türkischen Gastgebern gewohnt ist.

Die Mitarbeiter, mit denen ich zu tun hatte, habe ich als hilfsbereit erlebt. Auch die Clubleitung (Stevie) war während meines Aufenthalts präsent, ging regelmäßig durch die Anlage und hatte ein offenes Ohr für die Gäste. Diese persönliche Ansprechbarkeit trägt viel zu einer angenehmen Clubatmosphäre bei. Mittlerweile gibt es einen neuen Clubchef Mammut, der aber seinem vorauseilenden Ruf mit Sicherheit sehr gut gerecht wird.

Eine weitläufige Anlage mit vielen Höhenunterschieden

Der Club liegt auf einem Felsen. Wenn du gut zu Fuß bist, wirst du die Wege wahrscheinlich einfach als Teil der Anlage wahrnehmen. Die Höhenlage sorgt schließlich auch für die schönen Ausblicke. Wenn du jedoch einen Rollator oder Rollstuhl nutzt, nur eingeschränkt Treppen steigen kannst oder mit einem Buggy unterwegs bist, solltest du besser einen anderen Club besuchen.

Es gibt alternative Wege, über die einzelne Bereiche ohne die direkten Treppen erreichbar sind. Diese Wege sind allerdings deutlich länger und führen teilweise in einem großen Bogen um die Anlage. Wer in den gehoberen Suiten untergebracht wurde, kann sich zum Mittagessen oder auch zum Abendessen mit dem Shuttle (sieht aus wie ein Golferwagen mit Wagons), bis zur Rezeption oder zum Pool und vermutlich auch zur Wassersportbar fahren lasse. Das muss aber angemeldet werden und ist nur zu bestimmten Zeiten möglich.

Trotzdem würde ich den Club bei stärkeren Mobilitätseinschränkungen nicht ohne vorherige, sehr konkrete Rücksprache buchen.

Auch im Hauptgebäude lassen sich nicht alle Bereiche ausschließlich über Aufzüge erreichen. Vom Lobbybereich gelangt man zwar mit dem Aufzug zu den Zimmeretagen, doch je nach Ziel bleiben Treppen oder längere Wege. Für Familien mit kleinen Kindern ist eine Tragehilfe oder ein Tragetuch die bessere Variante für dich und dein Kind. Natürlich kann man einen Buggy zu zweit tragen, man sollte nur wissen, dass dies im Urlaub häufiger nötig sein wird.

Bei der Zimmerwahl lohnt sich ein genauer Blick

Wegen unserer besonderen Anforderungen hatten wir bereits vor der Reise Kontakt mit dem Club aufgenommen. Wir wünschten uns ein Zimmer in einer der unteren Etagen und baten aufgrund meiner Duftstoffallergie um eine besondere, duftfreie Reinigung. Bei der Ankunft erhielten wir zunächst ein Zimmer in der siebten Etage. Die Entscheidung war gut gemeint, denn mit dem Aufzug waren das Restaurant und der Außenbereich schnell erreichbar. Das Zimmer selbst war wie vereinbart duftfrei vorbereitet.

Da mein Mann Höhenangst hat, mussten wir das Zimmer trotzdem tauschen. Das war überhaupt kein Problem. Wir bekamen ein Zimmer im Erdgeschoss in der Nähe der Wassersportstation. Von dort waren einige Wege zwar etwas länger, für uns war diese Lage aber genau richtig.

Ganz besonders wichtig ist die gebuchte Zimmerkategorie: Es gibt auch Zimmer ohne Balkon. Wenn du morgens oder abends gern draußen sitzt, solltest du nicht nur nach dem Zimmerpreis schauen, sondern die Beschreibung wirklich genau lesen oder dich gut beraten lassen.

Die Balkone haben klassische Metallgeländer mit Streben. Familien mit Kleinkindern sollten das im Blick behalten und die Kinder dort entsprechend beaufsichtigen. Für Kinder gibt es zwar den ROBY CLUB, bei der Zimmer- und Wegeplanung spielen Alter und Mobilität des Kindes dennoch eine wichtige Rolle.

Essen mit Meerblick – vom Frühstück bis zum Abend

Zum Frühstück und Abendessen konnte man oberhalb des eigentlichen Speisebereichs draußen essen. Von dort ist der Blick über das Meer hervorragend. Für mich war das einer der schönsten Plätze am Morgen. Wer diese Möglichkeit nutzen möchte, sollte eher früh kommen oder beobachten, wann der größte Gästestrom zu Tisch kommt, denn die Plätze sind begrenzt.

Der Speisesaal selbst ist nicht besonders groß. Zu den klassischen Stoßzeiten kann es deshalb voller werden und die Platzsuche etwas dauern. Mit einer etwas früheren oder späteren Essenszeit lässt sich das meist entspannter gestalten. Auf der Außenterrasse durfte während meines Aufenthalts in bestimmten Bereichen geraucht werden. Wer auf Rauch empfindlich reagiert, sollte bei der Platzwahl darauf achten. Für Raucher hingegen ist es ein Traum, schließlich darf in immer weniger Hotelanlagen beim Essen draußen geraucht werden.

Das Mittagessen wird an der Poolbar im Freien angeboten, zum Abendessen geht es wieder ins Hauptrestaurant. Wenn du zwischen Mittag- und Abendessen noch einmal Hunger bekommst, kannst du es dir an der Wassersportbar gut gehen lassen und dort eine Kleinigkeit essen. So ist über den ganzen Tag hinweg für Verpflegung gesorgt.

Meine persönliche Erfahrung mit MCS und Duftstoffen

Weil ich selbst an MCS leide, muss ich noch einen Punkt erwähnen, der für die meisten Gäste wahrscheinlich keine Rolle spielt. Ich reagiere sehr stark auf Duft- und andere chemische Stoffe. Die Beduftung in der Lobby und in Teilen der Anlage war während meines Aufenthalts für mich deutlich wahrnehmbar. Für Menschen mit MCS oder ausgeprägten Duftstoffallergien ist diese Information sehr wichtig.

Die vorab vereinbarte besondere Zimmerreinigung hat bei uns gut funktioniert: Das zunächst zugewiesene Zimmer war duftfrei vorbereitet. Das Team ging freundlich und lösungsorientiert mit unseren Wünschen um.

Mein Tipp für Gäste mit entsprechenden Allergien oder Unverträglichkeiten ist deshalb, die Anforderungen schon vor der Anreise möglichst genau und schriftlich anzukündigen und bei der Ankunft noch einmal direkt mit der Abteilung für Guest Relations zu sprechen. Je klarer du erklärst was du benötigst – beispielsweise ein möglichst wenig beduftetes Zimmer, unparfümierte Bettwäsche oder eine niedrigere Etage – desto besser kann das Team nach einer passenden Lösung suchen.

All-inclusive und warmes Meer im Oktober

Der ROBINSON Sarigerme Park wird als All-inclusive-Club geführt. Mahlzeiten, Snacks und eine große Getränkeauswahl stehen über den Tag verteilt zur Verfügung. Während unseres Aufenthalts wurden auch Markengetränke wie Coca-Cola angeboten; verschiedene alkoholische Getränke und Cocktails waren ebenfalls eingeschlossen. Es handelt sich hier nicht ausschließlich um Landesküche.

Mein Insider-Tipp: Wenn du eine eiskalte Cola aus der Glasflasche möchtest, dann hol dir eine (gegen Bezahlung) an der Innenbar. Auch ein kostenpflichtiges Auffüllen der Mini-Bar mit Dosen ist ebenfalls möglich.

Auch im Oktober war das Meer herrlich warm – zeitweise sogar wärmer als die Luft. Während für mich der Strand wichtig war, um mich zu entspannen und ein wenig Sonne zu genießen, wollten die jungen Herrschaften natürlich möglichst schnell ins Wasser. Für einen Badeurlaub im Herbst war das ideal.

Mein Fazit zum ROBINSON Sarigerme Park

Die Anlage ist groß, es gibt viele schöne Meerblicke, das Wasser ist warm und das All-inclusive-Angebot umfangreich. 

Gerade mit einem sportbegeisterten Teenager hat der Club für uns gut gepasst: Es gab viele Möglichkeiten, aktiv zu sein, während ich die Zeit am Strand genießen konnte. Wenn du eine lebendige Clubatmosphäre magst, gern unterwegs bist und dich an längeren Wegen nicht störst, kannst du hier eine richtig gute Zeit haben. Bei eingeschränkter Mobilität, starker Höhenangst, einer ausgeprägten Duftstoffempfindlichkeit oder einer Reise mit sehr kleinen Kindern würde ich die Zimmer- und Lagewahl vorher genauer besprechen oder einen anderen Club auswählen. Der Club muss einfach zu den eigenen Bedürfnissen passen. Wer mit kleinen Kindern anreist, sollte diese, wenn er sie nicht im Roby-Club unterbringt, stets gut beaufsichtigen. Teenager hingegen können sich sehr gut und eigenständig bewegen und sich sportlich austoben.

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