

Unser erstes Mal auf den Malediven - 10 Tage barfuß im Paradies
Von „müssen wir nicht unbedingt“ zum absoluten Wow-Moment
Die Malediven standen ehrlich gesagt lange Zeit gar nicht besonders weit oben auf meiner Reiseliste. Freunde von uns waren allerdings schon mehrfach dort und haben uns irgendwann mit ihrem Reisefieber angesteckt. Da ich es liebe, neue Orte zu entdecken und unterschiedliche Reisearten auszuprobieren, wollten wir also prüfen, ob die Malediven wirklich so “WOW” sind.
Für unsere erste Reise haben wir uns für zehn Nächte im Adaaran Select Meedhupparu im Raa-Atoll eingebucht. Wichtig war, keine zu kleine Insel zu wählen, weil wir tatsächlich ein wenig Sorge hatten, dass uns nach einigen Tagen langweilig werden könnte. Dazu später mehr..
Schon die Anreise war ein Erlebnis
Da wir vorher schon einige karibische Inseln gesehen hatten, waren wir überzeugt, dass uns die Malediven zwar gefallen würden, der große Wow-Effekt aber vielleicht ausbleiben würde. Spoiler: Diese Einschätzung hielt ungefähr bis zum Wasserflugzeug.
Nach der Ankunft wurden wir direkt zur Lounge des Resorts gebracht, wo Getränke bereitstanden und wir auf unser Wasserflugzeug warteten. Allein dort zuzuschauen, wie die Wasserflugzeuge starten und landen, war ein Erlebnis.
Der Flug mit dem Wasserflugzeug war für mich erstmal eine kleine Herausforderung. Mit Flugangst in so eine kleine Maschine zu steigen und dann zu sehen, dass der Pilot ganz entspannt barfuß im Cockpit sitzt – sagen wir so: Mein Vertrauen musste kurz hinterherkommen.
Aber spätestens beim Blick aus dem Fenster war klar: Es lohnt sich wirklich! Unter uns ein Atoll nach dem anderen, dazu diese unglaublichen Farben des Wassers – schöner hätte die Anreise kaum sein können. Als wir schließlich auf unserer Insel ankamen, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. Obwohl ich schon viel von der Welt gesehen habe, ist dieser Anblick der Wahnsinn.
Barfuß einmal um die Insel
Meedhupparu kann man ungefähr in 25 bis 30 Minuten einmal zu Fuß umrunden – am besten natürlich barfuß. Genau das mochte ich besonders, denn Schuhe braucht man hier eigentlich kaum.
Die Strände sind wunderschön, das Wasser ist sehr flach abfallend und teilweise führen Sandbänke meterweit ins Meer. Liegen waren während unseres Aufenthalts immer ausreichend vorhanden und überlaufen hat es sich zu keinem Zeitpunkt angefühlt. Teilweise sind wir über die Insel gelaufen und haben mehrere Minuten lang keinen einzigen anderen Menschen gesehen; wie ein kleines Robinson Crusoe-Gefühl.
Auch die vielen Bars haben uns besonders gut gefallen. Mit den Füßen im Sand, einem Mango Daiquiri in der Hand und Blick aufs Meer den Sonnenuntergang zu beobachten, wurde ziemlich schnell zu unserem Abendritual.
Schnorcheln mit Haien und Rochen
Natürlich gehört auf den Malediven auch die Unterwasserwelt dazu. Beim Schnorcheln haben wir viele bunte Fische, kleine Haie und sogar Manta-Rochen gesehen. Trotzdem muss ich hier vielleicht einen kleinen negativen Punkt mit einbringen: Das Korallenriff rund um die Insel haben wir stellenweise als bereits deutlich abgestorben wahrgenommen. Die Tierwelt war für uns trotzdem beeindruckend, wer seine Insel aber hauptsächlich nach einem besonders intakten Hausriff auswählt, sollte diesen Punkt berücksichtigen.
Zusätzlich haben wir eine Delfintour gemacht und unglaublich viele Delfine aus nächster Nähe erlebt; dies war ab einem Aufenthalt von mindestens sieben Tagen bereits kostenlos inkludiert. Auf der Insel gibt es außerdem eine eigene Tauchschule und verschiedene Wassersportmöglichkeiten. Wir selbst haben unter anderem Stand-up-Paddling ausprobiert.
Beach Villa oder Water Villa auf Meedhupparu?
Die ersten sechs Nächte verbrachten wir in einem Deluxe Beach Bungalow Sunset. Direkt vom Zimmer an den Strand und aufs Meer schauen zu können, war schon für sich ein Traum. Die Zimmer wurden täglich gereinigt und auch die Minibar regelmäßig aufgefüllt. Die Einrichtung ist eher ursprünglich und mit viel dunklem Holz gestaltet. Wer ein sehr modernes, minimalistisches Resort sucht, findet sicherlich andere passendere Inseln – uns hat es für diese Reise aber überhaupt nicht gestört.
Für unsere letzten vier Nächte entschieden wir uns spontan für ein kostenpflichtiges Upgrade auf eine Water Villa und würden die Kombination jederzeit wieder so wählen. Was uns direkt gecatcht hat ist, dass wir mit Adam sogar unseren persönlichen Butler hatten, der uns wirklich jeden Wunsch erfüllt hat. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unser Frühstück: Wir konnten Adam am Abend vorher einfach eine WhatsApp schreiben und bekamen unser Wunsch-Frühstück morgens direkt zur abgestimmten Uhrzeit in die Villa gebracht. Auf der eigenen Terrasse zu frühstücken, während unter uns Fische und gelegentlich kleine Haie vorbeischwimmen, ist schwer zu toppen. Selbst durch ein Sichtfenster im Boden unserer Villa konnten wir die Unterwasserwelt beobachten.
All Inclusive, das seinen Namen verdient
Auch kulinarisch hat die Insel einiges zu bieten: Neben dem Buffetrestaurant mit wechselnden Themenabenden gab es verschiedene weitere Restaurants, unter anderem italienische und indische Küche. Die À-la-carte-Restaurants waren in unserem All-Inclusive-Paket ohne Aufpreis enthalten, mussten allerdings reserviert werden. Mein Tipp: Direkt zu Beginn des Aufenthalts Termine sichern, denn die verfügbaren Plätze können schnell knapp werden.
Zusätzlich gab es tagsüber eine Snackbar mit Pizza, Burgern, Pasta und Salaten. Extra bezahlt werden musste bei unserem Paket eigentlich nur für besondere Speisen wie Lobster, bestimmte hochwertige Fleisch- oder Fischgerichte sowie z.B. Champagner.
Auch auf meine Nussallergie wurde sehr gut eingegangen. Gerade bei einer Fernreise ist das für mich ein wichtiger Punkt und ich habe mich beim Essen jederzeit gut aufgehoben gefühlt.
Keine Langeweile – aber auch keine Daueranimation
Was uns besonders gefallen hat: Auf der Insel kann man etwas unternehmen, muss man aber nicht. Es gibt keine permanente Animation oder Dauerbeschallung. Stattdessen werden beispielsweise Yoga am Strand, Tanzstunden oder abendliche Shows und Livemusik angeboten.
Wir haben außerdem den Spa-Bereich ausprobiert und uns eine Massage gegönnt – allein die Atmosphäre dort hat perfekt zu dieser unglaublich entschleunigenden Reise gepasst. Auch eine kleine Minigolfanlage gibt es, die man reservieren kann. Dazu wurden uns Snacks und Getränke serviert.
Und dann passierte übrigens noch etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Gleich zu Beginn lernten wir ein anderes Paar aus Deutschland kennen. Aus einem zufälligen Kennenlernen wurde ein fast komplett gemeinsam verbrachter Urlaub. Bis heute haben wir engen Kontakt, besuchen uns gegenseitig und aus einer Begegnung mitten im Indischen Ozean ist eine echte Freundschaft entstanden.
Malediven im Oktober? Kein Showstopper!
Vor der Reise haben wir oft gelesen, dass Oktober nicht unbedingt als optimale Reisezeit für die Malediven gilt. Unsere Erfahrung war komplett anders. In den zehn Tagen hatten wir nur an einem Nachmittag ungefähr eine Stunde Regen - aber dann auch richtig. Ansonsten erwarteten uns Sonnenschein pur und fantastische Sonnenuntergänge.
Die Luftfeuchtigkeit war teilweise sehr hoch und gerade in den ersten Tagen gewöhnungsbedürftig. Nach zwei bis drei Tagen hatten wir uns daran aber gut gewöhnt. Natürlich ist unser Wetter keine Garantie für einen Aufenthalt im Oktober – wir persönlich würden den Monat nach dieser Erfahrung jedoch wieder wählen.
Würden wir Meedhupparu noch einmal buchen?
Definitiv. Für unsere erste Maledivenreise war die Insel genau die richtige Entscheidung. Sie ist groß genug, um verschiedene Restaurants, Bars und Aktivitäten zu bieten und gleichzeitig klein genug für dieses typische Inselgefühl, ohne ständig Menschen um sich herum zu haben.
Beim nächsten Mal würden wir trotzdem wahrscheinlich eine andere Insel wählen. Aber nicht, weil uns das Adaaran Select Meedhupparu nicht gefallen hat, sondern weil die Malediven uns so begeistert haben, dass wir unbedingt noch mehr davon kennenlernen möchten und andere Hotels/Resorts ausprobieren wollen.
Was wir wieder machen würden: Beach Villa und Water Villa miteinander kombinieren. Beide Erlebnisse sind so unterschiedlich, dass ich mich bis heute nicht entscheiden könnte, welches mir besser gefallen hat.
Fazit: Für Langeweile bleibt erstaunlich wenig Zeit, wenn man den halben Tag damit beschäftigt ist, aufs Meer zu starren und sich zu fragen, wie Wasser bitte so aussehen kann.
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