Zwei Wochen Portugal – von Lissabon bis ans Ende Europas

Mit dem Auto durch Portugal
Portugal
Sandra Ittlinger
•
5 min Lesezeit

Im Mai war es endlich so weit: Zwei Wochen Portugal lagen vor uns. Zwei Wochen Sonne, Atlantik, kurvige Straßen, kleine Entdeckungen und die Freiheit, einfach dort anzuhalten, wo es uns gefiel. Mit unserem Mietauto wollten wir Lissabon erkunden und anschließend die Algarve entdecken. Geschlafen haben wir in Ferienwohnungen, also nicht einfach nur irgendwo übernachten, sondern ein kleines Stück Alltag in Portugal erleben.

Lissabon liegt auf sieben Hügeln, und das merkt man denn wir haben Lissabon zu Fuß erkundet. Mal ging es steil bergauf, kurz darauf wieder hinunter durch enge Gassen, vorbei an bunten Häusern, kleinen Cafés und den typischen alten Straßenbahnen. Die Stadt wirkte auf uns gleichzeitig lebendig und etwas verträumt.Eines der beeindruckendsten Bauwerke war für uns die Ponte 25 de Abril. Die riesige rote Hängebrücke überspannt den Tejo und erinnert ein wenig an die Golden Gate Bridge. Wenn man davorsteht und die gewaltige Konstruktion über dem Wasser sieht, bekommt man erst richtig ein Gefühl für ihre Größe.

Auf der anderen Seite des Tejo wartete dann noch ein ganz anderes Wahrzeichen auf uns, die Cristo Rei Statue, die ganz oben auf einem Berg steht. Von dort oben konnten wir die Ponte 25 de Abril noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive betrachten.

Ein besonderes Erlebnis war die Rua Nova do Carvalho, die wohl jeder unter ihrem berühmteren Namen kennt: Pink Street. Der Boden der Fußgängerstraße ist leuchtend pink und schon allein dadurch ein echter Hingucker. Tagsüber wirkt sie fast wie eine Kulisse für ein Foto, am Abend wird daraus eine völlig andere Welt. Bars und Lokale öffnen ihre Türen, Musik dringt nach draußen, Straßenkünstler kommen vorbei und überall sind Menschen unterwegs.Ein besonderer Anlaufpunkt war der Time Out Market. Viele verschiedene Gerichte, Düfte und Menschen auf engem Raum, genau der richtige Ort, um sich durch die portugiesische Küche zu probieren und gleichzeitig das quirlige Leben der Stadt aufzusaugen. Wir haben uns in Lissabon in die Süßspeise Pastel de Nata verliebt. Das Blätterteigtörtchen ist unglaublich lecker und wir holten uns jeden Tag mindestens zwei.

Danach gings für uns an die Algarve und schon die Fahrt dorthin wurde Teil des Urlaubs. Mit dem Mietwagen waren wir unabhängig und konnten unseren eigenen Rhythmus bestimmen. Kein Busfahrplan, kein ständiges Rucksackpacken. Einfach losfahren und schauen, was hinter der nächsten Kurve kommt. In Lagos haben wir in der Unterkunft "Palm Villa Estudios" geschlafen. War nicht weit von der Stadt und dem Strand entfernt.Rund um Lagos erwartete uns dann Portugal von einer ganz anderen Seite. Die Landschaft wurde wilder, die Küste spektakulärer. Steile Felsen ragten aus dem Meer, dazwischen lagen kleine Buchten und Strände. Lagos ist eine schöne kleine Stadt die am Hafen liegt.

Einer unserer besonderen Ausflüge führte uns schließlich ganz in den Südwesten Portugals. Unser Ziel: der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands.Die Fahrt dorthin fühlte sich ein bisschen wie eine Reise ans Ende der Welt an. Der Atlantik wurde immer gewaltiger. Und dann standen wir tatsächlich dort, an der Küste, wo Europa scheinbar einfach aufhört.Und natürlich durfte an einem solchen Ort ein ganz besonderer Imbiss nicht fehlen: die berühmte „Letzte Bratwurst vor Amerika“.

Allein der Name ist schon ein Erlebnis. Eine deutsche Bratwurst irgendwo am äußersten Punkt Portugals, mit Blick auf den Atlantik und Amerika gedanklich irgendwo hinter dem Horizont.

Es waren nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten in Lissabon oder die spektakulären Felsen der Algarve. Es waren die vielen kleinen Augenblicke dazwischen: gemeinsam im Auto unterwegs zu sein, unbekannte Straßen entlangzufahren, irgendwo anzuhalten, wenn die Aussicht schön war, nach einem erlebnisreichen Tag in unsere Ferienwohnung zurückzukommen und den nächsten Tag zu planen.

Portugal hatte uns gezeigt, wie unterschiedlich ein Land sein kann: das historische Lissabon mit seiner quirligen Stadt und seinem pulsierenden Nachtleben, mit seinen Hügeln und dem Tejo – und wenige Stunden später die raue, wilde Atlantikküste der Algarve.

Unsere Reise in Portugal beginnt mit Lissabon, führt über den Atlantik bis nach Lagos und endet dort, wo Europa aufhört.

Fast zumindest.

Denn ganz am Ende gab es ja noch eine Bratwurst.

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