Italien - Zwischen Neapel und Rom, wo meine Liebe zum Reisen begonnen hat

Ein Land, das kein Reiseziel ist, sondern ein Gefühl
Italien
Christiane Seliger
06.07.2026
5 min Lesezeit

Es gibt Reisen, die man macht, weil sie auf einer Bucketlist stehen. Und es gibt Reisen, die etwas verändern.

Italien gehört für mich zu Letzteren.

Ich kann gar nicht genau sagen, wann diese Verbindung entstanden ist. Irgendwann war da einfach dieses Gefühl: Italien zieht mich an. Die Toskana, die Küste, das Essen, die Sprache - all das hat in mir schon lange etwas ausgelöst, bevor ich überhaupt dort war.

Heute versuche ich sogar, ein Stück dieses Lebensgefühls in meinen Alltag zu integrieren. Durch die Art, wie ich esse, wie ich meinen Tag gestalte oder wie ich Dinge wahrnehme. Aber der eigentliche Beginn dieser Verbindung liegt in einer Reise, die ich 2023 gemacht habe.

Der Anfang: Ein Hotelgutschein und eine spontane Entscheidung

Es war eine Zeit nach Corona, in der vieles wieder möglich wurde und Reisen sich langsam wieder normal anfühlten. Ich hatte einen Hotelgutschein, flexibel einlösbar in vielen Ländern. Eigentlich hätte es überall hingehen können. Am Ende habe ich mich ganz bewusst für Italien entschieden.

Nicht für einen klassischen Badeurlaub. Nicht für einen Luxusaufenthalt. Sondern für eine Route, die mich neugierig gemacht hat: Neapel, Amalfiküste und Rom. Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung.

Neapel - erster Abend, erster Überblick, erstes Gefühl von Italien

Wir sind in Neapel bzw. genauer gesagt in der Region Cassino angekommen und hatten dort im Best Western Rocca unser Basislager für die ersten Tage. Von dort aus haben wir die Umgebung mit dem Mietwagen erkundet.

Der erste Tag war noch ruhig - aber der erste Abend hat direkt etwas in mir verändert.

Nach dem Check-in und einem kurzen Besuch im nahegelegenen Freibad sind wir später am Abend einfach losgefahren, ohne konkreten Plan, nur um unsere Umgebung kennenzulernen. Wir sind irgendwo hochgefahren, auf eine Anhöhe mit Aussicht. In der Nähe war vermutlich eine Gedenkstätte oder ein historisches Gebäude - ganz genau kann ich es heute nicht mehr sagen. Aber das spielt auch keine Rolle. Was zählt, ist dieser Moment.

Die Sonne ist langsam untergegangen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich in Italien angekommen. Kein Sightseeing. Kein Programm. Nur dieser Blick, dieses Licht, diese Stimmung. Ein erster Überblick über unsere neue Umgebung - und gleichzeitig der Beginn einer Reise, die viel mehr werden sollte als nur Urlaub.

Paestum - wo Geschichte plötzlich greifbar wird 

Am nächsten Tag ging es nach Paestum, einer archäologischen Stätte mit beeindruckenden antiken Tempeln. Wir sind dort ohne Guide durchgelaufen, einfach durch die Anlage geschlendert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen. 

Es war heiß, ruhig und gleichzeit unglaublich eindrucksvoll. Zwischendurch ein Gelato, alte Steine, Sonne auf der Haut - genau diese Mischung macht Italien für mich aus.

Der Vesuv bei goldener Stunde und Pompeji im Morgentakt

Einer der intensivsten Tage begann früh in Pompeji. Wir waren direkt morgens dort, als die Anlage noch vergleichsweise leer war. Stundenlang sind wir durch die Straßen dieser antiken Stadt gelaufen. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, an einem Ort zu stehen, der so viel Geschichte in sich trägt. Am Nachmittag haben wir eine Pause eingelegt, etwas gegessen und uns dann auf den Weg Richtung Vesuv gemacht. Der Aufstieg zum Vesuv ist überraschend unkompliziert. Man kann relativ weit mit dem Auto hinauffahren und läuft dann nur noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten bis zum Kraterrand. Der Weg ist gut ausgebaut, breit und leicht zu gehen - anders, als viele es erwarten würden. Oben angekommen war es einer dieser Momente die sich einprägen.

Nicht ganz Sonnenuntergang, aber goldene Stunde über dem Golf von Neapel. Die Landschaft, das Licht, die Weite - einfach magisch.

Amalfiküste - Zitroneneis, Chaos und Umwege

Die Amalfiküste hat uns auf ihre ganz eigene Weise eingefangen. Mit viel Verkehr. Sehr viel Verkehr. 

Ich habe es geschafft, mich mehrfach an denselben Mautstaionen zu verfahren und bin zweimal wieder dort gelandet, wo ich bereits gewesen war. Am Ende bedeutete das: dreimal Maut zahlen und eine kleine Lektion in italienischer Straßenlogik. An der Küste selbst sind wir am Ende gar nicht richtig angekommen. Stattdessen haben wir oberhalb gehalten, Zitroneneis gegessen und einfach die Aussicht genossen. Nicht alles muss perfekt geplant sein, um in Erinnerung zu bleiben. Und was ich damals noch nicht wusste - ich sollte 3 Jahre später in einem kleinen, nieldichen Boutiquehotel direkt in Positano einchecken und die Amalfiküste auf ganz entspannte Weise kennenlernen.

Rom - die Stadt, die man zu Fuß versteht

Nach Neapel ging es weiter nach Rom. Dort haben wir den Mietwagen abgegeben und die Stadt komplett zu Fuß erkundet. Rom ist keine Stadt, die man einfach “besichtigt”.

Rom erlebt man.

Früh morgens standen wir am Petersdom, noch bevor die großen Menschenmassen da waren. Ohne Wartezeit sind wir direkt zur Kuppel aufgestiegen - sportlich über die Treppen, aber absolut lohnenswert. Oben hatten wir einen Moment lang das Gefühl, die Stadt gehört uns allein. Kurz danach war der Platz komplett überfüllt. Dieser Kontrast ist Rom. 

Am Nachmittag folgten Kolosseum und Forum Romanum - enspannt, mit festen Zeitfenstern und ohne Stress. Dazwischen sind wir einfach durch die Stadt gelaufen: Spanische Treppen, kleine Cafés, enge Gassen und dieses Gefühl, dass Geschichte hier nicht hinter Glas steckt, sondern mitten im Alltag lebt. 

Der Trevi-Brunnen war damals noch frei zugänglich. Nachts dort zu stehen, eine Münze hineinzuwerfen und diesen Moment mitzunehmen, war etwas ganz Besonderes.

Was Italien wirklich mit mir gemacht hat

Diese Reise war für mich mehr als eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Sie war der Beginn eines Gefühls. Italien hat mir eine Form von Leichtigkeit gezeigt, die ich vorher so nicht kannte. Dieses draußen sein, dieses Essen, die Lebensfreude, diese Wärme, diese Art zu leben. Ich war selten so entspannt wie in diesen Tagen. Und genau deshalb ist Italien für mich bis heute kein Urlaubsziel. Sondern ein Lebensgefühl.

Rückblickend war diese Reise der Startpunkt meiner Verbidnung zu Italien. Neapel mit seinem Chaos und seinen Momenten. 

Der Vesuv mit seiner Ruhe über den Wolken.

Und Rom, das alles zusammenführt.

Es war nicht perfekt geplant. Es war nicht perfekt organisiert.

Aber genau deshalb war es perfekt.

Ausflüge Rom: 

https://gyg.me/hfn0qIuP (Colosseum, Forum Romanum und Palatinhügel)

https://gyg.me/N4PnBrRk (Petersdom, Vatikan und Päpstliche Gräber)

Ausflüge Golf von Neapel:

https://gyg.me/8JaDWrB1 (Pompeji ohne Anstehen mit Audioguide)

https://gyg.me/tgiNo57I (Vesuv Ticket ohne Anstehen)

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Indonesien

Bali & Singapur – Reiseziele, die nicht unterschiedlicher sein könnten

Manche Reisen plant man monatelang bis ins kleinste Detail. Und dann gibt es Reisen, die unterwegs plötzlich eine völlig andere Richtung einschlagen. Meine dreiwöchige Solo-Reise nach Bali und Singapur gehörte definitiv zur zweiten Kategorie. Eigentl
Christiane Seliger
06.07.2026
5 min Lesezeit

Manche Reisen plant man monatelang bis ins kleinste Detail. Und dann gibt es Reisen, die unterwegs plötzlich eine völlig andere Richtung einschlagen. Meine dreiwöchige Solo-Reise nach Bali und Singapur gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.

Eigentlich sollte alles ganz unkompliziert sein: einige Tage auf Bali, anschließend ein kurzer Aufenthalt in Singapur und danach zurück nach Deutschland. Dass daraus am Ende eine meiner schönsten und gleichzeitig ungeplantesten Reisen werden würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mein Abenteuer begann Ende Februar auf Bali – mitten in der Regenzeit. Schon bei der Ankunft in Denpasar wurde ich daran erinnert, dass selbst gelernte Tourismuskauffrauen nicht immer perfekt vorbereitet sind. Das E-Visum hatte ich natürlich nicht vorab ausgefüllt. Also stand ich nach einem langen Flug erst einmal am Flughafen und versuchte mit einer eher mäßigen Internetverbindung sämtliche Formulare auszufüllen. Nicht mein glorreichster Reisemoment, aber am Ende hat natürlich alles funktioniert.

Von dort ging es weiter nach Ubud. Mein erstes Hotel lag mitten im Grünen, mit einem Infinity-Pool und Blick auf die Reisfelder. Theoretisch zumindest. Praktisch regnete es während meines Aufenthalts immer wieder, sodass Baden eher zweitrangig wurde.

Ubud selbst hat einen ganz besonderen Charakter. Zwischen Tempeln, kleinen Cafés und tropischer Vegetation dreht sich hier vieles um Yoga, Meditation, Heilung und Entschleunigung. Genau darauf habe ich mich eingelassen. Statt Sehenswürdigkeiten im Akkord abzuhaken, verbrachte ich meine Tage mit Yoga, Pilates, Meditation, Spaziergängen und Content Creation.

Besonders begeistert haben mich das Alchemy, die Pyramids of Chi und der Campuhan Ridge Walk. Wer nach Ubud reist, sollte sich für diese Orte bewusst Zeit nehmen. Auf die bekannten Instagram-Hotspots wie den Jungle Swing habe ich dagegen ganz bewusst verzichtet. Das war einfach nicht die Art von Bali, die ich erleben wollte.

Nach einigen Tagen ging es weiter Richtung Norden. Für die Strecke hatte ich mir einen Fahrer organisiert und unterwegs mehrere Stopps eingeplant. Der Leke-Leke-Wasserfall war wunderschön, ebenso der beeindruckende Wassertempel Pura Ulun Danu Beratan, der malerisch auf dem See zu schweben scheint.

Mein eigentliches Highlight im Norden war jedoch die Region rund um Munduk und den Sekumpul-Wasserfall. Schon die Unterkunft war ein kleines Paradies: ein Infinity-Pool mit Blick über den Regenwald, absolute Ruhe und eine Atmosphäre, die sofort entschleunigt. Den Sekumpul-Wasserfall selbst habe ich von oben betrachtet und bei einer Limonade in der nahegelegenen Hanging Restaurant & Bar einfach die Aussicht genossen.

Viele Reisende besuchen den Norden nur als Tagesausflug. Ich persönlich würde davon abraten. Die Straßen sind teilweise langwierig zu fahren und gerade die Ruhe dieser Region verdient mehr als einen kurzen Fotostopp. Wer Zeit mitbringt, sollte mindestens ein oder zwei Nächte bleiben und die Gegend in Ruhe genießen.

Eigentlich wollte ich anschließend weiter nach Uluwatu reisen. Doch genau in diesem Moment kam die Nachricht, die meine gesamte Reise verändern sollte: Mein Rückflug wurde gestrichen.

Plötzlich stand nicht mehr die Frage im Raum, welche Sehenswürdigkeit ich als Nächstes besuchen würde, sondern wie ich überhaupt wieder nach Hause kommen sollte.

Anstatt weitere Abenteuer zu planen, entschied ich mich für das, was ich in diesem Moment am meisten brauchte: Ruhe.

Also zog es mich nach Canggu.

Die folgenden Tage verbrachte ich mit Surfen, Yoga, Pilates, Eisbädern, Saunagängen, Fitnessstudio, langen Spaziergängen und gutem Essen. Ich lernte tolle Menschen kennen, arbeitete, fotografierte und genoss das Leben in einem Tempo, das ich aus meinem Alltag kaum kenne.

Rückblickend habe ich auf Bali nicht die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen. Aber ich habe etwas viel Wertvolleres gefunden.

Bali hat mir nicht das gegeben, was ich erwartet habe. Aber es hat mir genau das gegeben, was ich gebraucht habe.

Während ich auf Bali zur Ruhe kam, wartete in Singapur bereits das komplette Gegenteil auf mich.

Schon der Anflug war spektakulär. Die unzähligen Containerschiffe vor der Küste, die beeindruckende Skyline und die schiere Größe dieses Hafens hinterließen sofort Eindruck. Und spätestens beim Betreten des Flughafens war klar, dass Singapur eine Welt für sich ist.

Allein der Flughafen ist eine Sehenswürdigkeit. Futuristische Skytrains, tropische Pflanzen, riesige Wasserfälle und moderne Architektur sorgen dafür, dass man beinahe vergisst, überhaupt an einem Flughafen zu sein.

Allerdings begann mein Aufenthalt zunächst mit einer kleinen Herausforderung. Da mein Rückflug bereits gestrichen worden war, besaß ich plötzlich kein gültiges Ausreiseticket mehr. Für die Einreise nach Singapur musste ich jedoch genau das vorweisen. Also buchte ich kurzerhand einen Flug nach Malaysia, den ich später nie antreten sollte, nur um überhaupt ein gültiges Weiterreiseticket vorzeigen zu können.

Nachdem auch diese Hürde genommen war, verbrachte ich mehrere Stunden am Flughafen und versuchte gleichzeitig herauszufinden, wie ich nun eigentlich wieder nach Deutschland kommen würde.

Die Mitarbeiter von Qatar Airways waren unglaublich hilfsbereit. Nach vielen Stunden und zahlreichen Gesprächen fanden sie schließlich eine Lösung. Ich wurde kostenfrei auf einen Flug mit Air China über Peking umgebucht.

Was sich zunächst wie eine Katastrophe angefühlt hatte, entwickelte sich im Nachhinein zu einem der schönsten Teile der gesamten Reise.

Statt einer Nacht blieb ich mehrere zusätzliche Tage in Singapur.

Und ich nutzte jede einzelne Minute.

Mein Hotel lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, bot jedoch einen wunderschönen Blick auf die Skyline und war perfekt an die Stadt angebunden. Morgens ging es meist ins Fitnessstudio und anschließend in den Pool, bevor ich die Stadt erkundete.

Für mich als Formel-1-Fan war es ein unbeschreibliches Gefühl, entlang der Marina Bay zu laufen und die berühmten Streckenabschnitte des Singapur Grand Prix mit eigenen Augen zu sehen. Wer kein Formel-1-Fan ist, wird das vermutlich nicht ganz nachvollziehen können. Für mich war es jedoch einer dieser Momente, die für immer bleiben.

Mindestens genauso beeindruckend waren die Gardens by the Bay. Der Cloud Forest, der Flower Dome und der OCBC Skyway gehören für mich zu den absoluten Highlights der Stadt.

Doch nichts hat mich so berührt wie die abendliche Lichtshow der Supertrees.

Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke. Die Musik, die Lichter, die Atmosphäre und die Kulisse dieser außergewöhnlichen Stadt waren schlichtweg magisch. Abend für Abend saß bzw. lag ich dort und konnte mich nicht sattsehen.

Auch die Universal Studios, die Aussicht auf das Marina Bay Sands und die vielen kleinen Entdeckungen zwischendurch machten jeden Tag besonders.

Dabei war es gar nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, die mich so begeistert hat.

Es war das Gesamtgefühl.

Singapur ist modern, futuristisch und gleichzeitig unglaublich grün. Die Stadt wirkt sauber, sicher und organisiert, ohne dabei steril zu erscheinen. Zwischen Wolkenkratzern findet man Parks, Gärten und Orte zum Durchatmen.

Eigentlich bin ich kein großer Stadtmensch. Normalerweise zieht es mich eher in die Berge, ans Meer oder in die Natur. Doch Singapur hat mich eines Besseren belehrt.

Diese Stadt hat mich tief beeindruckt.

Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, denke ich nicht an den gestrichenen Rückflug. Ich denke an die Ruhe Balis, an die Wasserfälle im Norden, an Yoga bei tropischem Regen, an die Formel-1-Strecke von Singapur, an die Lichtshow der Supertrees und an das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

Manchmal sind es eben die ungeplanten Umwege, die zu den schönsten Erinnerungen werden.

Ausflüge Bali 

Ausflüge Singapur

Griechenland

Griechenland

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen
Christiane Seliger
06.07.2026
5 min Lesezeit

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang

Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.

So ging es mir auf Kreta.

Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.

Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.

Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.

Ankommen, abschalten und den Sommer genießen

Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.

Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.

Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.

Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte

Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.

Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.

Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.

Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.

Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.

Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.

Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.

Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung

Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.

Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.

Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.

Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.

Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.

Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.

Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.

Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.

Das Problem?

40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.

Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.

Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:

Wir drehten wieder um.

Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.

Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.

Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.

Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug

Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.

Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“

Gesagt, getan.

Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.

Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.

Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte

Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.

Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.

Rethymno hat mir genau das gegeben.

Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.

Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.

Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.

Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.

Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.

Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön

Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.

Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.

Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.

Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.

Wir haben entschleunigt.

Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.

Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.

Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.

Mein Fazit zu Kreta

Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.

Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.

Kreta hat mich entschleunigt.

Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.

Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.

Griechenland muss man erleben.

Am besten vom Wasser aus.

Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.

Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.

Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.

Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.

Und genau dazu gehört für mich Griechenland.

Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.

Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

Schweiz

Schweiz

Eine Woche Auszeit in den Bergen Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen. Genau das war das
Christiane Seliger
06.07.2026
5 min Lesezeit

Eine Woche Auszeit in den Bergen

Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen.

Genau das war das Motto unserer Herbstreise in die Schweiz.

Für eine Woche zog es uns ins Kiental – eine Region, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Schweiz zeigte sich von ihrer vielleicht schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in warmen Rot-, Gelb- und Orangetönen, die Ahornbäume erinnerten mich an den berühmten Indian Summer in Nordamerika und die Bergkulisse sorgte dafür, dass ich gefühlt alle paar Minuten nach meiner Kamera griff.

Tagsüber waren wir auf Wanderungen unterwegs, abends saßen wir mit Blick auf die Berge im Whirlpool auf unserer Terrasse und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.

Viel mehr braucht es manchmal nicht.

Die Aareschlucht – der perfekte Einstieg

Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Aareschlucht.

Die Schlucht selbst lässt sich relativ entspannt erkunden und eignet sich perfekt für einen halben Tagesausflug. Für den Zugang wird Eintritt erhoben, was sich meiner Meinung nach aber definitiv lohnt.

Die gewaltigen Felswände, das tosende Wasser und die spektakulär angelegten Wege machen die Aareschlucht zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.

Wir haben den Besuch anschließend noch mit einem kleinen Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite kombiniert und konnten dort weitere schöne Ausblicke genießen.

Wer in der Region unterwegs ist, sollte die Aareschlucht auf jeden Fall mitnehmen.

Der Oeschinensee – mein persönliches Highlight

Wenn ich mich für nur eine Wanderung dieser Reise entscheiden müsste, wäre meine Antwort ganz klar: der Oeschinensee.

Schon vor der Reise hatte ich unzählige Bilder dieses Bergsees gesehen. Dass die Realität die Fotos jedoch noch übertreffen würde, hätte ich nicht gedacht.

Wir entschieden uns bewusst gegen die Gondel und starteten bereits früh am Morgen vom Parkplatz im Tal.

Der Start war allerdings alles andere als vielversprechend. Es war grau, kalt und neblig. Die Wolken hingen tief zwischen den Bergen und ich dachte bereits, dass meine Kamera an diesem Tag wohl kaum zum Einsatz kommen würde.

Doch je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Höhe der Wolkendecke. Plötzlich brach die Sonne durch und unter uns lag das gesamte Tal unter einer geschlossenen Nebeldecke.

Ich machte eines meiner absoluten Lieblingsfotos dieser Reise.

Unter uns das Wolkenmeer. Dahinter die Berggipfel. Über uns strahlend blauer Himmel.

Allein für diesen Moment hätte sich die Wanderung bereits gelohnt.

Als wir schließlich den Oeschinensee erreichten, zeigte sich schnell, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturhighlights der Schweiz gehört.

Direkt am See und an der Bergstation war allerdings auch entsprechend viel los. Viele Besucher fahren mit der Gondel hinauf, weshalb sich die meisten Menschen rund um das Restaurant und das Ufer sammeln.

Für uns war deshalb schnell klar: Wir laufen weiter.

Je höher wir kamen, desto ruhiger wurde es. Und genau dort entstanden die Ausblicke, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.

Der türkisfarbene See, eingerahmt von steilen Felswänden und den ersten Herbstfarben, wirkte fast unwirklich.

Als wir am Abend wieder am Auto ankamen, waren wir zwar vollkommen ausgepowert, aber jeder einzelne Höhenmeter hatte sich gelohnt.

Die Triftbrücke – die Wanderung, bei der meine Höhenangst gewann

Mein zweites großes Highlight dieser Reise war gleichzeitig auch die Wanderung, die mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat.

Die Wanderung zur Triftbrücke.

Vorweg: Wer diese Tour machen möchte, sollte gute Wanderschuhe, Trittsicherheit, Ausdauer und möglichst keine Höhenangst mitbringen.

Google beschrieb die Tour damals relativ entspannt. Die Realität sah etwas anders aus.

Bereits die Anfahrt beginnt mit einer Gondelfahrt. Von der Talstation fährt man ein gutes Stück hinauf in die Berge. Allein das Ticket für Hin- und Rückfahrt war sein Geld absolut wert, denn die eigentliche Wanderung beginnt erst danach.

An der Bergstation angekommen, fragten wir noch nach der benötigten Zeit. Die Dame vor Ort grinste nur und meinte, wir sollten lieber etwas mehr Zeit einplanen als bei Google angegeben.

Heute weiß ich auch warum.

Zunächst führt der Weg noch relativ angenehm durch die Berglandschaft. Doch je weiter man kommt, desto anspruchsvoller wird die Strecke.

Aus Wandern wird irgendwann Klettern.

Die Wege werden schmaler, die Steine größer und an einigen Stellen verschwindet der eigentliche Wanderweg gefühlt komplett.

Da wir im Oktober unterwegs waren, war es in höheren Lagen bereits deutlich kühler. Die Steine waren teilweise feucht und rutschig und man merkte, dass der Winter nicht mehr weit entfernt war.

Trotzdem war die Landschaft atemberaubend.

Immer wieder öffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge, die Gletscherlandschaft und das Tal unter uns.

Mit meiner Höhenangst war das allerdings nicht immer ganz einfach.

Mehrmals musste ich tief durchatmen und mich selbst überzeugen, einfach Schritt für Schritt weiterzugehen.

Und tatsächlich schaffte ich es deutlich weiter, als ich vorher gedacht hätte.

Bis kurz vor die Triftbrücke.

Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Ziel war für mich Schluss.

Der Weg verlief direkt an einem steilen Abhang entlang. Es gab keine Absicherung, keinen Handlauf und teilweise musste man von Fels zu Fels springen, um weiterzukommen.

Für viele Wanderer vermutlich kein Problem.

Für mich schon.

Dort habe ich entschieden umzudrehen.

Und ganz ehrlich? Das war vollkommen in Ordnung.

Natürlich hätte ich die Brücke gerne selbst gesehen. Die Bilder davon sind beeindruckend und wer sich diesen letzten Abschnitt zutraut, wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

Aber manchmal bedeutet Abenteuer eben nicht, jeden Gipfel zu erreichen oder jedes Ziel zu erzwingen.

Manchmal bedeutet Abenteuer auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.

Und allein der Weg dorthin war für mich bereits ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Lauterbrunnen – schön, aber nicht mein persönliches Highlight

Auf dem Rückweg von der Triftbrücke haben wir noch einen Zwischenstopp in Lauterbrunnen eingelegt. Der Ort taucht gefühlt in jedem zweiten Schweiz-Video auf Instagram auf und gilt mittlerweile fast schon als Pflichtstopp im Berner Oberland.

Natürlich wollten wir uns deshalb auch selbst ein Bild davon machen.

Wir sind zu einem der bekannten Wasserfälle gelaufen und die letzten Meter über einige Treppenstufen hinaufgestiegen. Der Wasserfall selbst war beeindruckend. Die Wassermassen, die sich dort in die Tiefe stürzen, haben schon etwas Faszinierendes und die Kulisse ist ohne Frage wunderschön.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich war Lauterbrunnen nicht das Highlight der Reise.

Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor bereits so viele spektakuläre Naturerlebnisse hatten. Vielleicht aber auch daran, dass dort einfach unglaublich viele Menschen unterwegs waren. Während wir am Oeschinensee oder rund um Kiental oft das Gefühl hatten, die Natur nahezu für uns allein zu haben, war Lauterbrunnen deutlich voller.

Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, würde ich auf jeden Fall kurz anhalten und den Wasserfall anschauen. Der Ort ist schön und definitiv sehenswert. Extra quer durch die Schweiz fahren würde ich persönlich dafür allerdings nicht. Dafür gibt es in der Region einfach zu viele andere Plätze, die mich noch mehr begeistert haben.

Entschleunigung mit Bergblick

Nach unseren Wanderungen wurden die Abende deutlich ruhiger.

Wir ließen den Tag bei gutem Essen ausklingen, genossen die Aussicht auf die Berge und verbrachten viele Stunden in unserem Whirlpool auf der Terrasse.

Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwand und die Temperaturen sanken, blickten wir auf die bunten Wälder des Kientals.

Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung machte die Reise für mich so besonders.

Warum ich die Schweiz im Herbst jederzeit wieder wählen würde

Wenn mich heute jemand fragt, wann die schönste Reisezeit für die Schweiz ist, würde ich ohne zu zögern den Herbst nennen.

Die bunten Wälder, die klare Bergluft, die ruhigen Wanderwege und die besondere Stimmung zwischen Sommer und Winter haben diese Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Es war keine Reise voller spektakulärer Attraktionen oder ständig neuer Sehenswürdigkeiten.

Es war eine Reise, die entschleunigt hat.

Eine Reise voller Natur, Bewegung, frischer Bergluft und kleiner Glücksmomente.

Und manchmal sind genau das die Reisen, die einem am längsten in Erinnerung bleiben.

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