

Griechenland
Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang
Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.
So ging es mir auf Kreta.
Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.
Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.
Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.
Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.
Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.
Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.
Ankommen, abschalten und den Sommer genießen
Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.
Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.
Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.
Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.
Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte
Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.
Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.
Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.
Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.
Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.
Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.
Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.
Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.
Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung
Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.
Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.
Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.
Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.
Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.
Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.
Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.
Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.
Das Problem?
40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.
Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.
Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:
Wir drehten wieder um.
Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.
Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.
Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.
Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug
Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.
Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.
Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“
Gesagt, getan.
Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.
Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.
Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.
Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte
Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.
Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.
Rethymno hat mir genau das gegeben.
Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.
Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.
Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.
Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.
Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.
Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.
Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön
Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.
Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.
Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.
Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.
Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.
Wir haben entschleunigt.
Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.
Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.
Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.
Mein Fazit zu Kreta
Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.
Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.
Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.
Kreta hat mich entschleunigt.
Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.
Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.
Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.
Griechenland muss man erleben.
Am besten vom Wasser aus.
Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.
Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.
Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.
Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.
Und genau dazu gehört für mich Griechenland.
Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.
Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.
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Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen.
Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt.
Nicht, weil ich ihn so oft besucht habe.
Sondern weil ich dort seit meiner Kindheit mitwirke.
Vor rund 16 Jahren stand hier eine kleine Glühweinhütte. Mehr nicht. Ein paar Besucher, etwas Weihnachtsmusik und die Idee, den Menschen in der Adventszeit einen gemütlichen Treffpunkt zu schaffen.
Dass daraus einmal ein Lichterpark mit fast 300.000 Lichtern, handgeschnitzten Kunstwerken, einem Weihnachtsbaumverkauf und tausenden Besuchern entstehen würde, hätte damals wahrscheinlich niemand gedacht.
Deshalb ist dieser Reisebericht für mich auch etwas Besonderes.
Er ist kein klassischer Reisebericht.
Er ist die Geschichte eines Ortes, den ich über viele Jahre wachsen sehen durfte – und den ich euch heute aus tiefster Überzeugung als Winterausflug empfehlen kann.
Schon die Anfahrt entschleunigt
Wer über die A9 anreist, nimmt die Ausfahrt Lederhose. Allein der Name sorgt meistens schon für das erste Schmunzeln.
Von dort sind es nur wenige Minuten bis nach Münchenbernsdorf. Kurz bevor ihr das Gelände erreicht, führt die Straße durch den Wald. Zwischen den Bäumen beginnen schon die ersten Lichter zu glitzern. Genau dieser Moment sorgt jedes Jahr wieder für Vorfreude.
Die Parkeinweiser begrüßen die Besucher, Autos rollen langsam auf die großzügigen Parkflächen und die Hektik des Alltags bleibt gefühlt schon am Eingang zurück.
Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Kommt besonders am Wochenende lieber etwas früher. Holt euch einen heißen Glühwein oder Kakao, genießt die ersten Minuten in Ruhe und wartet gemeinsam auf den Moment, wenn die Lichter eingeschaltet werden. Genau dann beginnt die Magie.
Weihnachtsbaum aussuchen gehört einfach dazu
Noch bevor sich am Nachmittag die Tore des Lichterparks öffnen, herrscht auf dem Gelände bereits reges Treiben.
Vom ersten Advent bis zum 23. Dezember findet täglich von 9 bis 20 Uhr der Weihnachtsbaumverkauf statt. Viele Familien verbinden den Besuch inzwischen miteinander: Erst wird gemeinsam der perfekte Weihnachtsbaum ausgesucht und später, wenn es langsam dunkel wird, geht es weiter in den Lichterpark.
An den Wochenenden könnt ihr euren Weihnachtsbaum sogar selbst schlagen. Zwischen 9 und 16 Uhr wird daraus für viele Familien inzwischen eine kleine Adventstradition.
Wenn fast 300.000 Lichter den Wald verwandeln
Punkt 16 Uhr verändert sich die Stimmung.
Nach und nach beginnen fast 300.000 kleine Lichter zu leuchten. Wege, Bäume und Figuren werden mal in warmes, mal in kühles Licht getaucht und plötzlich wirkt der ganze Park wie eine kleine Weihnachtswelt.
Viele Besucher erzählen später denselben Satz:
“Sobald man durch das Eingangstor läuft, fühlt es sich an wie eine andere Welt.”
Und genau das beschreibt den Lichterpark wahrscheinlich am besten.
Es ist kein Ort, durch den man einfach hindurchläuft.
Man bleibt stehen.
Schaut sich um.
Entdeckt kleine Details.
Und vergisst für einen Moment den Alltag.
Märchenfiguren, die jedes Jahr ein wenig anders wirken
Obwohl ich im Dezember fast täglich zwischen den Figuren unterwegs bin, gibt es Momente, in denen ich selbst noch kurz stehen bleibe.
Gerade wenn am frühen Abend langsam alle Lichter angehen, wirken die riesigen Holzfiguren jedes Jahr wieder ein bisschen anders.
Das liegt auch daran, dass wir sie immer wieder neu in Szene setzen. Mal verändert sich die Beleuchtung, mal bekommt eine Figur einen neuen Platz oder eine neue Kulisse. Dadurch entdeckt selbst jemand wie ich, der den Park seit Jahren kennt, immer wieder neue Blickwinkel.
Internationale Kettensägenkünstler haben über viele Jahre hinweg beeindruckende Märchenwelten erschaffen. Rapunzel, Hänsel und Gretel, das tapfere Schneiderlein, Rübezahl oder die Eiskönigin – überall warten kleine Szenen darauf, entdeckt zu werden.
Viele Figuren laden außerdem zum Mitmachen ein. Ihr könnt auf einem Drachenthron Platz nehmen, euch in eine alte Lokomotive setzen oder gemeinsam mit Rübezahl Erinnerungsfotos machen.
Gerade Kinder laufen mit großen Augen durch den Park.
Und ehrlich gesagt stehen ihnen die Erwachsenen dabei oft in nichts nach.
Ein Ort, an dem selbst ich manchmal kurz durchatme
Mitten im Park befindet sich eines der beeindruckendsten Kunstwerke.
Das lebensgroße letzte Abendmahl aus Holz.
Sieben internationale Kettensägenkünstler haben über mehrere Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Heute wird die Szene stimmungsvoll beleuchtet und durch eine Überdachung geschützt.
Ich laufe im Dezember eigentlich selten bewusst dort vorbei.
Aber es gab schon einige Abende, nachdem die letzten Besucher den Park verlassen hatten und langsam Ruhe eingekehrt war, an denen ich noch einmal dort oben stehen geblieben bin.
Einfach, um kurz durchzuatmen.
Die Beleuchtung, die Stille und dieses riesige Kunstwerk schaffen eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann.
Durch den Lichtertunnel schlendern
Einer meiner Lieblingsorte ist der lange Lichtertunnel.
Schon von Weitem zieht er alle Blicke auf sich. Tausende kleine Lichter bilden ein leuchtendes Dach über den Köpfen der Besucher.
Mittendrin befinden sich liebevoll dekorierte Verkaufsstände mit Weihnachtsdekoration, Geschenkideen und kleinen Mitbringseln.
Ich habe schon oft beobachtet, wie Menschen eigentlich nur kurz hindurchlaufen wollten und eine halbe Stunde später immer noch dort standen und gestöbert haben.
Verlaufen ausdrücklich erlaubt
Im unteren Bereich wartet ein weiteres Highlight auf Familien.
Das große beleuchtete Labyrinth.
Eigentlich richtet es sich an Kinder.
In der Praxis verirren sich dort aber mindestens genauso viele Erwachsene.
Es ist herrlich zu beobachten, wie zuerst die Kinder losrennen und wenig später die Eltern genauso ratlos nach dem Ausgang suchen.
Olaf, der Weihnachtsmann und viele strahlende Gesichter
Wer den Park am Wochenende besucht, sollte die Augen offen halten.
Regelmäßig sind Olaf, zwei Eisbären, ein Elch und natürlich der Weihnachtsmann auf dem Gelände unterwegs.
Für Kinder sind sie das absolute Highlight.
Und spätestens wenn die Erwachsenen anfangen, genauso viele Erinnerungsfotos zu machen wie ihre Kinder, merkt man schnell, dass Weihnachten eben keine Frage des Alters ist.
Je nach Wochenende sorgen außerdem Livemusik, Feuershows oder Moderationen für zusätzliche Highlights. Deshalb gleicht kaum ein Besuch dem anderen.
Thüringer Gemütlichkeit statt Weihnachtsmarkt-Hektik
Natürlich gehört gutes Essen zu einem gelungenen Winterabend dazu.
Im Park gibt es unter anderem Thüringer Rostbrätel, Flammkuchen, Ofenbrot, Pilzpfanne, Fischbrötchen, Burger, Gulaschsuppe am Wochenende, gebrannte Mandeln, heißen Kakao und natürlich Glühwein.
Was ich dabei besonders mag:
Der Lichterpark versucht gar nicht, der größte Weihnachtsmarkt zu sein.
Es geht nicht um möglichst viele Buden.
Es geht nicht um Konsum.
Es geht um Atmosphäre.
Um Gespräche.
Und um Menschen, die gemeinsam einen schönen Winterabend verbringen.
Jeder erlebt den Park ein bisschen anders
Obwohl ich hier seit meiner Kindheit mitwirke, entdecke ich den Lichterpark jedes Jahr ein Stück weit neu.
Nicht, weil sich alles verändert.
Sondern weil ich die Reaktionen der Besucher sehe.
Familien, die zum ersten Mal unter dem Lichtertunnel stehen.
Kinder, die staunend durch das Labyrinth laufen.
Großeltern, die ihren Enkeln die Märchenfiguren zeigen.
Und Menschen, die sich einfach irgendwo mit einem Glühwein hinstellen und den Moment genießen.
Genau diese Begegnungen machen den Lichterpark jedes Jahr aufs Neue besonders.
Mein Fazit
Ich durfte in den vergangenen Jahren viele wunderschöne Orte dieser Welt bereisen.
Tropische Strände.
Historische Städte.
Beeindruckende Nationalparks.
Und trotzdem gibt es einen Ort, auf den ich mich jedes Jahr wieder freue.
Nicht, weil ich dort Urlaub mache.
Sondern weil ich jedes Jahr miterleben darf, wie Menschen den Park zum ersten Mal betreten und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.
Genau deshalb wollte ich diesen Artikel schreiben.
Nicht, weil es unser Familienunternehmen ist.
Sondern weil ich überzeugt bin, dass besondere Ausflugsziele nicht immer am anderen Ende der Welt liegen müssen.
Manchmal findet man sie direkt vor der eigenen Haustür.
Und vielleicht geht es euch nach einem Besuch im Seliger’s Lichterpark genauso.
Instagram: https://www.instagram.com/seligers_weihnachtsbaeume?igsh=dGlvd2NjankxbDdz&utm_source=qr

Portugal
Madeira – das Hawaii Europas zwischen Levadas, Nebelwäldern und dem wilden Atlantik
Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.
Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.
Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal
Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.
Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.
Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben
Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.
Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.
Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.
Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.
Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.
Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken
Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.
Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.
Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.
Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte
Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.
Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.
Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.
Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.
Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.
Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch
Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.
Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.
Fazit – warum Madeira hängen bleibt
Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.
Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:
* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt
Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.
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Italien
Italien - Zwischen Neapel und Rom, wo meine Liebe zum Reisen begonnen hat
Es gibt Reisen, die man macht, weil sie auf einer Bucketlist stehen. Und es gibt Reisen, die etwas verändern.
Italien gehört für mich zu Letzteren.
Ich kann gar nicht genau sagen, wann diese Verbindung entstanden ist. Irgendwann war da einfach dieses Gefühl: Italien zieht mich an. Die Toskana, die Küste, das Essen, die Sprache - all das hat in mir schon lange etwas ausgelöst, bevor ich überhaupt dort war.
Heute versuche ich sogar, ein Stück dieses Lebensgefühls in meinen Alltag zu integrieren. Durch die Art, wie ich esse, wie ich meinen Tag gestalte oder wie ich Dinge wahrnehme. Aber der eigentliche Beginn dieser Verbindung liegt in einer Reise, die ich 2023 gemacht habe.
Der Anfang: Ein Hotelgutschein und eine spontane Entscheidung
Es war eine Zeit nach Corona, in der vieles wieder möglich wurde und Reisen sich langsam wieder normal anfühlten. Ich hatte einen Hotelgutschein, flexibel einlösbar in vielen Ländern. Eigentlich hätte es überall hingehen können. Am Ende habe ich mich ganz bewusst für Italien entschieden.
Nicht für einen klassischen Badeurlaub. Nicht für einen Luxusaufenthalt. Sondern für eine Route, die mich neugierig gemacht hat: Neapel, Amalfiküste und Rom. Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung.
Neapel - erster Abend, erster Überblick, erstes Gefühl von Italien
Wir sind in Neapel bzw. genauer gesagt in der Region Cassino angekommen und hatten dort im Best Western Rocca unser Basislager für die ersten Tage. Von dort aus haben wir die Umgebung mit dem Mietwagen erkundet.
Der erste Tag war noch ruhig - aber der erste Abend hat direkt etwas in mir verändert.
Nach dem Check-in und einem kurzen Besuch im nahegelegenen Freibad sind wir später am Abend einfach losgefahren, ohne konkreten Plan, nur um unsere Umgebung kennenzulernen. Wir sind irgendwo hochgefahren, auf eine Anhöhe mit Aussicht. In der Nähe war vermutlich eine Gedenkstätte oder ein historisches Gebäude - ganz genau kann ich es heute nicht mehr sagen. Aber das spielt auch keine Rolle. Was zählt, ist dieser Moment.
Die Sonne ist langsam untergegangen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich in Italien angekommen. Kein Sightseeing. Kein Programm. Nur dieser Blick, dieses Licht, diese Stimmung. Ein erster Überblick über unsere neue Umgebung - und gleichzeitig der Beginn einer Reise, die viel mehr werden sollte als nur Urlaub.
Paestum - wo Geschichte plötzlich greifbar wird
Am nächsten Tag ging es nach Paestum, einer archäologischen Stätte mit beeindruckenden antiken Tempeln. Wir sind dort ohne Guide durchgelaufen, einfach durch die Anlage geschlendert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen.
Es war heiß, ruhig und gleichzeit unglaublich eindrucksvoll. Zwischendurch ein Gelato, alte Steine, Sonne auf der Haut - genau diese Mischung macht Italien für mich aus.
Der Vesuv bei goldener Stunde und Pompeji im Morgentakt
Einer der intensivsten Tage begann früh in Pompeji. Wir waren direkt morgens dort, als die Anlage noch vergleichsweise leer war. Stundenlang sind wir durch die Straßen dieser antiken Stadt gelaufen. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, an einem Ort zu stehen, der so viel Geschichte in sich trägt. Am Nachmittag haben wir eine Pause eingelegt, etwas gegessen und uns dann auf den Weg Richtung Vesuv gemacht. Der Aufstieg zum Vesuv ist überraschend unkompliziert. Man kann relativ weit mit dem Auto hinauffahren und läuft dann nur noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten bis zum Kraterrand. Der Weg ist gut ausgebaut, breit und leicht zu gehen - anders, als viele es erwarten würden. Oben angekommen war es einer dieser Momente die sich einprägen.
Nicht ganz Sonnenuntergang, aber goldene Stunde über dem Golf von Neapel. Die Landschaft, das Licht, die Weite - einfach magisch.
Amalfiküste - Zitroneneis, Chaos und Umwege
Die Amalfiküste hat uns auf ihre ganz eigene Weise eingefangen. Mit viel Verkehr. Sehr viel Verkehr.
Ich habe es geschafft, mich mehrfach an denselben Mautstaionen zu verfahren und bin zweimal wieder dort gelandet, wo ich bereits gewesen war. Am Ende bedeutete das: dreimal Maut zahlen und eine kleine Lektion in italienischer Straßenlogik. An der Küste selbst sind wir am Ende gar nicht richtig angekommen. Stattdessen haben wir oberhalb gehalten, Zitroneneis gegessen und einfach die Aussicht genossen. Nicht alles muss perfekt geplant sein, um in Erinnerung zu bleiben. Und was ich damals noch nicht wusste - ich sollte 3 Jahre später in einem kleinen, nieldichen Boutiquehotel direkt in Positano einchecken und die Amalfiküste auf ganz entspannte Weise kennenlernen.
Rom - die Stadt, die man zu Fuß versteht
Nach Neapel ging es weiter nach Rom. Dort haben wir den Mietwagen abgegeben und die Stadt komplett zu Fuß erkundet. Rom ist keine Stadt, die man einfach “besichtigt”.
Rom erlebt man.
Früh morgens standen wir am Petersdom, noch bevor die großen Menschenmassen da waren. Ohne Wartezeit sind wir direkt zur Kuppel aufgestiegen - sportlich über die Treppen, aber absolut lohnenswert. Oben hatten wir einen Moment lang das Gefühl, die Stadt gehört uns allein. Kurz danach war der Platz komplett überfüllt. Dieser Kontrast ist Rom.
Am Nachmittag folgten Kolosseum und Forum Romanum - enspannt, mit festen Zeitfenstern und ohne Stress. Dazwischen sind wir einfach durch die Stadt gelaufen: Spanische Treppen, kleine Cafés, enge Gassen und dieses Gefühl, dass Geschichte hier nicht hinter Glas steckt, sondern mitten im Alltag lebt.
Der Trevi-Brunnen war damals noch frei zugänglich. Nachts dort zu stehen, eine Münze hineinzuwerfen und diesen Moment mitzunehmen, war etwas ganz Besonderes.
Was Italien wirklich mit mir gemacht hat
Diese Reise war für mich mehr als eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Sie war der Beginn eines Gefühls. Italien hat mir eine Form von Leichtigkeit gezeigt, die ich vorher so nicht kannte. Dieses draußen sein, dieses Essen, die Lebensfreude, diese Wärme, diese Art zu leben. Ich war selten so entspannt wie in diesen Tagen. Und genau deshalb ist Italien für mich bis heute kein Urlaubsziel. Sondern ein Lebensgefühl.
Rückblickend war diese Reise der Startpunkt meiner Verbidnung zu Italien. Neapel mit seinem Chaos und seinen Momenten.
Der Vesuv mit seiner Ruhe über den Wolken.
Und Rom, das alles zusammenführt.
Es war nicht perfekt geplant. Es war nicht perfekt organisiert.
Aber genau deshalb war es perfekt.
Ausflüge Rom:
- https://gyg.me/hfn0qIuP (Colosseum, Forum Romanum und Palatinhügel)
- https://gyg.me/N4PnBrRk (Petersdom, Vatikan und Päpstliche Gräber)
Ausflüge Golf von Neapel:
- https://gyg.me/8JaDWrB1 (Pompeji ohne Anstehen mit Audioguide)
- https://gyg.me/tgiNo57I (Vesuv Ticket ohne Anstehen)



