Griechenland

Kreta erleben – Spinalonga, Rethymno und ein unvergesslicher Segeltörn nach Dia Island
Griechenland
Christiane Seliger
19.06.2026
5 min Lesezeit

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang

Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.

So ging es mir auf Kreta.

Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.

Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.

Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.

Ankommen, abschalten und den Sommer genießen

Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.

Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.

Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.

Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte

Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.

Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.

Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.

Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.

Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.

Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.

Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.

Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung

Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.

Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.

Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.

Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.

Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.

Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.

Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.

Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.

Das Problem?

40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.

Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.

Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:

Wir drehten wieder um.

Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.

Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.

Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.

Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug

Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.

Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“

Gesagt, getan.

Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.

Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.

Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte

Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.

Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.

Rethymno hat mir genau das gegeben.

Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.

Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.

Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.

Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.

Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.

Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön

Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.

Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.

Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.

Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.

Wir haben entschleunigt.

Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.

Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.

Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.

Mein Fazit zu Kreta

Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.

Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.

Kreta hat mich entschleunigt.

Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.

Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.

Griechenland muss man erleben.

Am besten vom Wasser aus.

Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.

Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.

Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.

Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.

Und genau dazu gehört für mich Griechenland.

Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.

Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

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Schweiz

Schweiz

Eine Woche Auszeit in den Bergen Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen. Genau das war das
Christiane Seliger
19.06.2026
5 min Lesezeit

Eine Woche Auszeit in den Bergen

Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen.

Genau das war das Motto unserer Herbstreise in die Schweiz.

Für eine Woche zog es uns ins Kiental – eine Region, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Schweiz zeigte sich von ihrer vielleicht schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in warmen Rot-, Gelb- und Orangetönen, die Ahornbäume erinnerten mich an den berühmten Indian Summer in Nordamerika und die Bergkulisse sorgte dafür, dass ich gefühlt alle paar Minuten nach meiner Kamera griff.

Tagsüber waren wir auf Wanderungen unterwegs, abends saßen wir mit Blick auf die Berge im Whirlpool auf unserer Terrasse und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.

Viel mehr braucht es manchmal nicht.

Die Aareschlucht – der perfekte Einstieg

Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Aareschlucht.

Die Schlucht selbst lässt sich relativ entspannt erkunden und eignet sich perfekt für einen halben Tagesausflug. Für den Zugang wird Eintritt erhoben, was sich meiner Meinung nach aber definitiv lohnt.

Die gewaltigen Felswände, das tosende Wasser und die spektakulär angelegten Wege machen die Aareschlucht zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.

Wir haben den Besuch anschließend noch mit einem kleinen Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite kombiniert und konnten dort weitere schöne Ausblicke genießen.

Wer in der Region unterwegs ist, sollte die Aareschlucht auf jeden Fall mitnehmen.

Der Oeschinensee – mein persönliches Highlight

Wenn ich mich für nur eine Wanderung dieser Reise entscheiden müsste, wäre meine Antwort ganz klar: der Oeschinensee.

Schon vor der Reise hatte ich unzählige Bilder dieses Bergsees gesehen. Dass die Realität die Fotos jedoch noch übertreffen würde, hätte ich nicht gedacht.

Wir entschieden uns bewusst gegen die Gondel und starteten bereits früh am Morgen vom Parkplatz im Tal.

Der Start war allerdings alles andere als vielversprechend. Es war grau, kalt und neblig. Die Wolken hingen tief zwischen den Bergen und ich dachte bereits, dass meine Kamera an diesem Tag wohl kaum zum Einsatz kommen würde.

Doch je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Höhe der Wolkendecke. Plötzlich brach die Sonne durch und unter uns lag das gesamte Tal unter einer geschlossenen Nebeldecke.

Ich machte eines meiner absoluten Lieblingsfotos dieser Reise.

Unter uns das Wolkenmeer. Dahinter die Berggipfel. Über uns strahlend blauer Himmel.

Allein für diesen Moment hätte sich die Wanderung bereits gelohnt.

Als wir schließlich den Oeschinensee erreichten, zeigte sich schnell, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturhighlights der Schweiz gehört.

Direkt am See und an der Bergstation war allerdings auch entsprechend viel los. Viele Besucher fahren mit der Gondel hinauf, weshalb sich die meisten Menschen rund um das Restaurant und das Ufer sammeln.

Für uns war deshalb schnell klar: Wir laufen weiter.

Je höher wir kamen, desto ruhiger wurde es. Und genau dort entstanden die Ausblicke, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.

Der türkisfarbene See, eingerahmt von steilen Felswänden und den ersten Herbstfarben, wirkte fast unwirklich.

Als wir am Abend wieder am Auto ankamen, waren wir zwar vollkommen ausgepowert, aber jeder einzelne Höhenmeter hatte sich gelohnt.

Die Triftbrücke – die Wanderung, bei der meine Höhenangst gewann

Mein zweites großes Highlight dieser Reise war gleichzeitig auch die Wanderung, die mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat.

Die Wanderung zur Triftbrücke.

Vorweg: Wer diese Tour machen möchte, sollte gute Wanderschuhe, Trittsicherheit, Ausdauer und möglichst keine Höhenangst mitbringen.

Google beschrieb die Tour damals relativ entspannt. Die Realität sah etwas anders aus.

Bereits die Anfahrt beginnt mit einer Gondelfahrt. Von der Talstation fährt man ein gutes Stück hinauf in die Berge. Allein das Ticket für Hin- und Rückfahrt war sein Geld absolut wert, denn die eigentliche Wanderung beginnt erst danach.

An der Bergstation angekommen, fragten wir noch nach der benötigten Zeit. Die Dame vor Ort grinste nur und meinte, wir sollten lieber etwas mehr Zeit einplanen als bei Google angegeben.

Heute weiß ich auch warum.

Zunächst führt der Weg noch relativ angenehm durch die Berglandschaft. Doch je weiter man kommt, desto anspruchsvoller wird die Strecke.

Aus Wandern wird irgendwann Klettern.

Die Wege werden schmaler, die Steine größer und an einigen Stellen verschwindet der eigentliche Wanderweg gefühlt komplett.

Da wir im Oktober unterwegs waren, war es in höheren Lagen bereits deutlich kühler. Die Steine waren teilweise feucht und rutschig und man merkte, dass der Winter nicht mehr weit entfernt war.

Trotzdem war die Landschaft atemberaubend.

Immer wieder öffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge, die Gletscherlandschaft und das Tal unter uns.

Mit meiner Höhenangst war das allerdings nicht immer ganz einfach.

Mehrmals musste ich tief durchatmen und mich selbst überzeugen, einfach Schritt für Schritt weiterzugehen.

Und tatsächlich schaffte ich es deutlich weiter, als ich vorher gedacht hätte.

Bis kurz vor die Triftbrücke.

Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Ziel war für mich Schluss.

Der Weg verlief direkt an einem steilen Abhang entlang. Es gab keine Absicherung, keinen Handlauf und teilweise musste man von Fels zu Fels springen, um weiterzukommen.

Für viele Wanderer vermutlich kein Problem.

Für mich schon.

Dort habe ich entschieden umzudrehen.

Und ganz ehrlich? Das war vollkommen in Ordnung.

Natürlich hätte ich die Brücke gerne selbst gesehen. Die Bilder davon sind beeindruckend und wer sich diesen letzten Abschnitt zutraut, wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

Aber manchmal bedeutet Abenteuer eben nicht, jeden Gipfel zu erreichen oder jedes Ziel zu erzwingen.

Manchmal bedeutet Abenteuer auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.

Und allein der Weg dorthin war für mich bereits ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Lauterbrunnen – schön, aber nicht mein persönliches Highlight

Auf dem Rückweg von der Triftbrücke haben wir noch einen Zwischenstopp in Lauterbrunnen eingelegt. Der Ort taucht gefühlt in jedem zweiten Schweiz-Video auf Instagram auf und gilt mittlerweile fast schon als Pflichtstopp im Berner Oberland.

Natürlich wollten wir uns deshalb auch selbst ein Bild davon machen.

Wir sind zu einem der bekannten Wasserfälle gelaufen und die letzten Meter über einige Treppenstufen hinaufgestiegen. Der Wasserfall selbst war beeindruckend. Die Wassermassen, die sich dort in die Tiefe stürzen, haben schon etwas Faszinierendes und die Kulisse ist ohne Frage wunderschön.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich war Lauterbrunnen nicht das Highlight der Reise.

Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor bereits so viele spektakuläre Naturerlebnisse hatten. Vielleicht aber auch daran, dass dort einfach unglaublich viele Menschen unterwegs waren. Während wir am Oeschinensee oder rund um Kiental oft das Gefühl hatten, die Natur nahezu für uns allein zu haben, war Lauterbrunnen deutlich voller.

Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, würde ich auf jeden Fall kurz anhalten und den Wasserfall anschauen. Der Ort ist schön und definitiv sehenswert. Extra quer durch die Schweiz fahren würde ich persönlich dafür allerdings nicht. Dafür gibt es in der Region einfach zu viele andere Plätze, die mich noch mehr begeistert haben.

Entschleunigung mit Bergblick

Nach unseren Wanderungen wurden die Abende deutlich ruhiger.

Wir ließen den Tag bei gutem Essen ausklingen, genossen die Aussicht auf die Berge und verbrachten viele Stunden in unserem Whirlpool auf der Terrasse.

Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwand und die Temperaturen sanken, blickten wir auf die bunten Wälder des Kientals.

Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung machte die Reise für mich so besonders.

Warum ich die Schweiz im Herbst jederzeit wieder wählen würde

Wenn mich heute jemand fragt, wann die schönste Reisezeit für die Schweiz ist, würde ich ohne zu zögern den Herbst nennen.

Die bunten Wälder, die klare Bergluft, die ruhigen Wanderwege und die besondere Stimmung zwischen Sommer und Winter haben diese Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Es war keine Reise voller spektakulärer Attraktionen oder ständig neuer Sehenswürdigkeiten.

Es war eine Reise, die entschleunigt hat.

Eine Reise voller Natur, Bewegung, frischer Bergluft und kleiner Glücksmomente.

Und manchmal sind genau das die Reisen, die einem am längsten in Erinnerung bleiben.

Sri Lanka

Sri Lanka und Malediven - die perfekte Kombination aus Abendteuer und Erholung

Wer mich nach einer Reise fragt, die Abenteuer, Natur, Kultur und Erholung perfekt miteinander verbindet, dem empfehle ich immer wieder die Kombination aus Sri Lanka und den Malediven. Ich selbst habe diese Reise 2025 gemacht und denke bis heute sehr
Christiane Seliger
19.06.2026
5 min Lesezeit

Wer mich nach einer Reise fragt, die Abenteuer, Natur, Kultur und Erholung perfekt miteinander verbindet, dem empfehle ich immer wieder die Kombination aus Sri Lanka und den Malediven. Ich selbst habe diese Reise 2025 gemacht und denke bis heute sehr gerne – und vor allem sehr oft – daran zurück. Und das liegt nicht daran, dass ich seitdem nichts Neues erlebt habe. ;)

Sri Lanka hat mich vom ersten Moment in seinen Bann gezogen und mit seiner unglaublichen Vielfalt begeistert. Der chaotische Verkehr, die herzlichen Menschen, die gelebte Gastfreundschaft, endlos weite Strände, eine Tierwelt, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt, und Abenteuer, die einen den Alltag für eine Weile komplett vergessen lassen - all das macht dieses Land zu einem ganz besonderen Reiseziel. Es ist einer dieser Orte, die man besucht und die einen auch nach der Rückkehr nicht mehr so richtig loslassen.

Unsere Rundreise begann in Sigirya, wo wir zwei Nächte verbrachten. Natürlich durfte die Besteigung des berühmten Lion Rock nicht fehlen. Mindestens so beeindruckend fand ich allerdings den Aufstieg auf den Pidurangala Rock, von dem man einen fantastischen Blick auf den Lion Rock und die umliegende Landschaft hat.
Wir sind noch vor Sonnenaufgang gestartet. Über unser Hotel haben wir uns ein Tuk-Tuk organisiert, das uns im Dunkeln zum Startpunkt gebracht hat. Als wir ankamen, war es noch stockfinster. Im Internet hatten wir vorher gelesen, dass es sich um eine leichte Wanderung handelt. Also bin ich wie immer in warmen Ländern in Flip Flops und langem Kleid losgelaufen. Das lange Kleid war tatsächlich gar nicht so verkehrt, denn zu Beginn führt der Weg durch einen Tempelbereich, in dem Schultern und Knie bedeckt sein müssen. Die Flipflops hingegen würde ich niemanden empfehlen.
Von einer leichten Wanderung würde ich persönlich nämlich nicht sprechen. Es geht über viele, unregelmäßige Stufen stetig bergauf. Kurz vor dem Gipfel wird aus der Wanderung sogar eine kleine Kletterpartie. Um den Aussichtspunkt zu erreichen, muss man sich zwischen und über große Felsbrocken seinen Weg nach oben bahnen. In Flipflops war das definitiv eine interessante Erfahrung - eine, die ich nicht unbedingt wiederholen müsste. Mit festen Schuhen macht man sich das Leben dann doch etwas leichter.
Oben angekommen waren die Strapazen allerdings sofort vergessen. Den Sonnenaufgang über der Landschaft Sri Lankas zu erleben und dabei den Lion Rock in der Ferne aus dem Morgennebel auftauchen zu sehen, war einer der magischsten Momente unserer gesamten Reise.
Der Lion Rock selbst ist natürlich ebenfalls ein absolutes Highlight und für Erstbesucher aus meiner Sicht ein Muss. Der Eintritt ist allerdings deutlich teurer und lag bei unserem Besuch bei rund 30 $ pro Person. Für den Pidurangala Rock zahlt man dagegen nur einen Bruchteil davon. Wenn ich heute noch einmal nach Sri Lanka reisen würde, würde ich wahrscheinlich nur den Pidurangala Rock besteigen. Wer jedoch zum ersten Mal dort ist, sollte sich beide Erlebnisse nicht entgehen lassen. Sie ergänzen sich perfekt und bieten jeweils eine ganz eigene Perspektive auf diese beeindruckende Region.
Ein weiteres schönes Erlebnis was man bei beiden Wanderungen hat: Affen, die durch die Bäume und über die Wege sprangen. Sie kamen erstaunlich nah, wirkten aber völlig entspannt und friedlich. Gerade diese kleinen, ungeplanten Momente sind es oft, die einem noch lange nach einer Reise im Gedächtnis bleiben.

Am nächsten Tag wurden wir mit einem Fahrer nach Kandy gefahren. Auf dem Weg haben wir einen Halt am Dambulla Cave Temple gemacht, was ein weiteres Highlight der Reise war. Der kunstvolle Höhlentempel hinterlässt mit seinen beeindruckenden Buddha-Statuen einen bleibenden Eindruck.
Eine Nacht verbrachten wir in Kandy. Die Stadt gilt als kulturelles Herz Sri Lankas und war für uns vor allem Ausgangspunkt für eine der schönsten Zugfahrten, die ich bisher erleben durfte. Die Strecke von Kandy nach Ella führt durch die grünen Teeplantagen, vorbei an Wasserfällen und kleinen Dörfern. Mein Tipp: Die Tickets unbedingt vorab reservieren, beispielsweise über GetYourGuide.
In Ella verbrachten wir zwei Nächte. Der kleine Ort hat einen ganz besonderen Charme und ist ein Paradies für Naturliebhaber. Besonders gefallen hat mir die Wanderung zum Little Adam´s Peak. Der Aufstieg ist unkompliziert und auch in Flip Flops machbar. ;)
Die berühmte Nine Arch Bridge haben wir ebenfalls besucht - ein kurzer Fotostopp, der sich definitiv lohnt.

Danach folgte ein Highlight, was meiner Meinung nach den zweiten Platz - wenn nicht sogar den ersten Platz - belegt. Zwei Tage verbachten wir in Udawalawe. Die Safari im Udawalawe Nationalpark zählt bis heute zu meinen schönsten Tiererlebnissen überhaupt. Wer Elefanten liebt, wird diesen Ort lieben. Während unserer Safari hatten wir teilweise das Gefühl, von Elefant zu Elefant zu fahren. Immer wieder tauchten neue Herden auf, oft ganz nah an den Wegen. Da Elefanten zu meinen absoluten Lieblingstieren gehören, war dieser Teil der Reise für mich etwas ganz Besonderes.
Als Alternative wird oft der Yala Nationalpark empfohlen. Dieser ist vor allem für seine Leoparden bekannt und die Chancen auf eine Sichtung sind dort höher als in Udawalawe. Garantiert ist eine Begegnung allerdings auch dort nicht. Wir selbst hatten in Udawalawe leider kein Glück mit einer Leopardensichtung, obwohl die Tiere grundsätzlich auch dort vorkommen.

Nach den vielen Eindrücken im Landesinneren zog es uns an die Küste. Unsere letzten Tage in Sri Lanka verbrachten wir in Welligama und Mirissa. Beide Orte haben ihren ganz eigenen Charakter. Welligama ist etwas lebhafter und besonders bei Surfern beliebt, während Mirissa mit entspannten Stränden und traumhaften Sonnenuntergängen punktet. Wir waren während dieser Zeit fast täglich surfen und haben das entspannte Lebensgefühl an der Südküste in vollen Zügen genossen.
Zu den schönsten Ausflugszielen in dieser Region zählen für mich der Turtle Beach, an dem man Schildkröten beobachten kann, sowie Coconut Hill mit seinem spektakulären Ausblick auf den Ozean.

Nach den erlebnisreichen Tagen ging die Reise für uns weiter in eine absolute Traumdestination - die Malediven. Der Flug mit SriLankan Airlines dauerte nur etwa eineinhalb Stunden und verlief vollkommen unkompliziert. Für uns war diese Kombination ideal, da man die beiden Reisziele problemlos miteinander verbinden kann.
Da wir auf den Malediven nur drei Tage verbringen wollten, hatten wir uns bewusst für ein Resort entschieden, das ohne zusätzlichen Wasserflugzeug-Transfer erreichbar war. Stattdessen wurden wir direkt nach unserer Ankunft am Flughafen von einem Mitarbeiter des Resorts empfangen und nach einer kurzen Fahrt mit dem Speed-Boot zu unserer Insel gebracht. Bereits die Anreise fühlte sich an wie der Beginn eines kleinen Paradieses.
Im Resort angekommen, wurden wir mit Trommeln und einem erfrischenden Kokosnusseis begrüßt. Anschließend zeigte uns das Hotelpersonal bei einer Rundfahrt mit dem Golfcart die gesamte Anlage. Schon in diesem Moment wussten wir: Hier würden wir die letzten Tage unserer Reise in vollen Zügen genießen.

Leider hatte ich mir während der Rundreise in Sri Lanka eine kleine Erkältung eingefangen, vermutlich durch die ständigen Temperaturunterschiede und Klimaanlagen. Statt jeden Ausflug mitzunehmen, verbrachten wir also die Tage ganz entspannt zwischen Pool, Strand und Meer, lasen Bücher, genossen die Ruhe und tankten Kraft.

Ein Highlight konnten wir dennoch nicht auslassen: Das Schnorcheln im Haus-Riff. Die Ausrüstung wurde kostenlos zur Verfügung gestellt und schon nach wenigen Minuten im Wasser eröffnete sich eine faszinierende Unterwasserwelt. Zwischen bunten Fischen, Korallen und kristallklaren Wasser fühlte man sich tatsächlich wie mitten in einem Naturfilm. Und natürlich durfte in diesem Film Findet Nemo und seine Freunde nicht fehlen.

Wenn ich heute an diese Kombination aus Sri Lanka und den Malediven zurückdenke, denke ich nicht nur an die einzelnen Sehenswürdigkeiten oder Ausflüge. Ich denke an die Elefanten in Udawalawe, an den Sonnenaufgang auf dem Pidurangala Rock, an die Zugfahrt durch die Teeplantagen, an die Schildkröten im indischen Ozean, an die unzähligen Sonnenuntergänge, an die herzlichen Menschen und an die vielen kleinen Momente dazwischen. Die gesamte Reise hat mich mit einer tiefen Dankbarkeit und Freude erfüllt - und genau deshalb denke ich bis heute so oft und so gerne daran zurück.

Vereinigte Arabische Emirate

Zwischen Wüstensand und Zukunftsvision

Manche Reiseziele landen auf der Bucketlist, weil man schöne Bilder davon gesehen hat. Andere ziehen einen an, ohne dass man genau erklären kann, warum. Dubai gehörte für mich lange zur zweiten Kategorie. Schon Jahre bevor ich tatsächlich dort war, w
Christiane Seliger
19.06.2026
5 min Lesezeit

Manche Reiseziele landen auf der Bucketlist, weil man schöne Bilder davon gesehen hat. Andere ziehen einen an, ohne dass man genau erklären kann, warum.

Dubai gehörte für mich lange zur zweiten Kategorie.

Schon Jahre bevor ich tatsächlich dort war, wollte ich diese Stadt unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen. Die Stadt der Superlative. Der Burj Khalifa. Die künstlichen Inseln. Die Wolkenkratzer, die scheinbar direkt aus der Wüste wachsen. Irgendetwas daran hat mich fasziniert.

2019 ergab sich dann plötzlich die Gelegenheit. Während meiner Zeit im Reisebüro landete ein besonders attraktives Reiseangebot für Dubai in meinem Postfach. Ich musste nicht lange überlegen. Das war einer dieser Momente, in denen man einfach weiß: Wenn ich das jetzt nicht buche, werde ich mich später ärgern.

Eigentlich sollte die Reise gemeinsam mit meiner Schwester stattfinden. Doch kurz vor Abflug stellte sich heraus, dass sie nicht mitreisen konnte. Für einen Moment sah es so aus, als würde mein lang gehegter Traum vielleicht doch noch platzen.

Damals war ich noch nicht die Person, die spontan alleine in ein Flugzeug steigt und auf eigene Faust die Welt erkundet. Alleinreisen war für mich noch keine Option. Also begann die Suche nach einer Alternative – und tatsächlich fand ich kurzfristig eine Freundin, die mitkam.

Rückblickend betrachtet war das eine dieser Entscheidungen, die das Leben manchmal ganz nebenbei trifft. Denn aus der damaligen Reisebegleitung wurde später eine meiner engsten Freundinnen.

Meine erste große Reise

Heute muss ich oft schmunzeln, wenn ich daran denke. Denn damals fühlte sich Dubai für mich fast wie eine Reise ans andere Ende der Welt an.

Vor meiner Zeit im Reisebüro bestanden meine Urlaube hauptsächlich aus Familienreisen und vielen Sommern an der Ostsee. Während meiner Jahre in der Touristik hatte ich zwar bereits einige Reiseziele kennengelernt, doch Städte dieser Größenordnung waren für mich völliges Neuland.

Dubai war meine erste echte Metropole. Meine erste Reise in eine Welt voller Wolkenkratzer, Luxus, Innovation und Möglichkeiten.

Rückblickend glaube ich sogar, dass diese Reise ein kleines Stück dazu beigetragen hat, die Reiselust in mir endgültig zu wecken. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich Jahre später alleine nach Bali, Singapur oder Sri Lanka reisen würde. Aber irgendwo muss jede Reisegeschichte beginnen – und meine begann vielleicht genau hier.

Sechs Jahre später zurück in Dubai

Die Reise von 2019 sollte allerdings nicht meine letzte nach Dubai bleiben. Sechs Jahre später zog es mich erneut in die Wüstenmetropole – und ich war gespannt, wie sich die Stadt in der Zwischenzeit verändert hatte.

Was soll ich sagen? Ich war sprachlos.

Natürlich wusste ich, dass Dubai wächst und sich ständig weiterentwickelt. Aber die Geschwindigkeit, mit der dort neue Projekte entstehen, neue Viertel gebaut werden und sich die Skyline verändert, ist beeindruckend. An manchen Orten hatte ich das Gefühl, eine völlig neue Stadt zu entdecken.

Während ich bei meiner ersten Reise möglichst viele Sehenswürdigkeiten sehen wollte, habe ich meinen zweiten Aufenthalt deutlich entspannter gestaltet. Ich verbrachte viel Zeit am Strand, erkundete verschiedene Stadtteile, traf Freunde, die mittlerweile in Dubai leben, und genoss einfach den besonderen Mix aus Moderne, Internationalität und Wüstenflair.

Und vielleicht war genau das der größte Unterschied zwischen meinen beiden Reisen: Beim ersten Mal wollte ich alles sehen. Beim zweiten Mal wollte ich die Stadt einfach erleben.

Meine Highlights für eine erste Dubai-Reise

Trotzdem gibt es einige Erlebnisse, die ich jedem bei einer ersten Dubai-Reise empfehlen würde.

Ganz oben auf meiner Liste steht eine Wüstensafari. Sie gehört für mich zu den Ausflügen, die man einfach gemacht haben muss. Die Weite der Wüste, die Ruhe, die untergehende Sonne und der Kontrast zur modernen Skyline machen dieses Erlebnis unvergesslich.

Bei meinem zweiten Besuch habe ich zusätzlich eine Nachtsafari gemacht. Dabei konnten wir unter anderem Gazellen beobachten und die Wüste noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Natürlich gehört auch der Burj Khalifa dazu. Ja, er ist touristisch. Ja, man teilt sich den Aufzug mit vielen anderen Besuchern. Aber manchmal sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten eben genau deshalb so beliebt, weil sie wirklich beeindruckend sind. Der Blick über Dubai zeigt erst, welche Dimensionen diese Stadt tatsächlich hat.

Auch die Dubai Mall sollte man nicht nur als Einkaufszentrum betrachten. Selbst wenn Shopping nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht, lohnt sich ein Besuch. Das riesige Aquarium, die Wasserspiele vor dem Burj Khalifa und die schiere Größe des Komplexes machen ihn zu einer Sehenswürdigkeit für sich.

Besonders begeistert hat mich bei beiden Reisen der Miracle Garden. Mitten in einer Wüstenstadt plötzlich Millionen von Blumen in den unterschiedlichsten Formen und Farben zu sehen, wirkt fast surreal. Direkt daneben befindet sich der Butterfly Garden, der sich wunderbar mit einem Besuch kombinieren lässt.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte außerdem einen Tagesausflug nach Abu Dhabi einplanen. Bei meinem ersten Besuch stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Damals reichte die Zeit leider nicht für die Ferrari World – ein Erlebnis, das weiterhin ganz oben auf meiner persönlichen Bucketlist steht. Vielleicht erfüllt sich dieser Traum eines Tages im Rahmen eines Formel-1-Wochenendes.

Überhaupt ist Dubai für Motorsportfans ein spannendes Reiseziel. Die Nähe zu Abu Dhabi, die Begeisterung für Sportwagen und die Formel-1-Kultur in der Region sorgen dafür, dass man als Fan schnell ins Schwärmen gerät.

Und wer die Wüste noch einmal auf eine ganz besondere Art erleben möchte, sollte sich eine Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang anschauen. Diese steht bis heute auf meiner eigenen Liste für den nächsten Dubai-Besuch.

Warum mich Dubai bis heute fasziniert

Wenn mich heute jemand fragt, ob sich Dubai lohnt, lautet meine Antwort ganz klar: Ja.

Nicht, weil die Stadt perfekt ist. Nicht, weil sie besonders traditionell oder authentisch wäre. Sondern weil sie etwas verkörpert, das man nur selten so deutlich sieht: den Mut, groß zu denken.

Ich bin eigentlich ein Naturmensch. Ich liebe Berge, Küsten, Nationalparks und Orte, an denen man einfach mal durchatmen kann. Und trotzdem fasziniert mich Dubai.

Vielleicht gerade deshalb.

Denn Dubai zeigt, was möglich ist, wenn Visionen Realität werden. Die Stadt entwickelt sich in einem Tempo, das man kaum greifen kann. Wer einmal dort war und einige Jahre später zurückkehrt, wird verstehen, was ich meine.

Dubai wird wahrscheinlich nie mein klassisches Lieblingsreiseziel für Wanderurlaub oder Naturerlebnisse werden. Dafür gibt es andere Orte auf dieser Welt.

Aber Dubai inspiriert. Dubai beeindruckt. Und Dubai erinnert mich jedes Mal daran, wie groß diese Welt eigentlich ist.

Und genau deshalb hat mich diese Stadt inzwischen schon zweimal in ihren Bann gezogen.

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