

Sardinien im Frühling
Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat
Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.
Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.
Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.
Ein Tag im La-Maddalena-Archipel
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.
Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.
Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.
Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.
Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.
Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.
Großer Fehler.
Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.
Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.
https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)
Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick
Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.
Unser erstes Ziel war Posada.
Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.
Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.
Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.
Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.
Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.
Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.
Unser Zuhause zwischen den Bergen
Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.
Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.
Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.
Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.
Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.
Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause
Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.
Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.
Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.
Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.
Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.
Tja.
Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.
Also liefen wir einfach los.
Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.
Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.
Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.
Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.
Bereut habe ich es trotzdem nicht.
Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.
Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.
https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)
Das verlassene Dorf Gairo Vecchio
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.
Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.
Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.
Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.
Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.
Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.
Entspannte Tage im Süden Sardiniens
Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.
Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.
Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.
Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.
Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.
Nur eines fehlte ständig.
Eine geöffnete Post.
Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.
Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.
Auch das gehört eben zu Italien.
Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.
Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.
Abschied in Cagliari
Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.
Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.
Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.
Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.
Typisch.
Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.
Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:
Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.
Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus
Sardinien hat mich überrascht.
Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.
Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.
Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.
Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.
Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.
Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.
Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.
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Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang
Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.
So ging es mir auf Kreta.
Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.
Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.
Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.
Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.
Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.
Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.
Ankommen, abschalten und den Sommer genießen
Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.
Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.
Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.
Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.
Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte
Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.
Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.
Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.
Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.
Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.
Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.
Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.
Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.
Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung
Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.
Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.
Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.
Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.
Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.
Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.
Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.
Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.
Das Problem?
40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.
Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.
Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:
Wir drehten wieder um.
Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.
Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.
Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.
Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug
Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.
Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.
Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“
Gesagt, getan.
Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.
Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.
Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.
Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte
Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.
Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.
Rethymno hat mir genau das gegeben.
Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.
Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.
Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.
Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.
Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.
Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.
Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön
Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.
Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.
Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.
Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.
Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.
Wir haben entschleunigt.
Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.
Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.
Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.
Mein Fazit zu Kreta
Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.
Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.
Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.
Kreta hat mich entschleunigt.
Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.
Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.
Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.
Griechenland muss man erleben.
Am besten vom Wasser aus.
Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.
Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.
Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.
Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.
Und genau dazu gehört für mich Griechenland.
Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.
Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

Grossbritannien
London – wo Träume Wirklichkeit werden
Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.
Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.
Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.
Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.
Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.
Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.
Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.
Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.
Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.
Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.
Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.
Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.
Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.
Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.
Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.
Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.
Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.
London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.
Meine Ausflugstipps für dich:

Indonesien
Bali & Singapur
Solo-Reise nach Bali und Singapur: Wie ein gestrichener Rückflug meine Reise verändert hat
Manche Reisen plant man monatelang bis ins kleinste Detail. Man liest Reiseführer, speichert Orte auf Google Maps und überlegt sich schon vor der Abreise, welche Cafés, Strände und Sehenswürdigkeiten man besuchen möchte.
Und dann gibt es diese Reisen, bei denen plötzlich nichts mehr nach Plan läuft – und genau dadurch alles besonders wird.
Meine dreiwöchige Solo-Reise nach Bali und Singapur sollte eigentlich ganz unkompliziert werden: einige Tage Bali, anschließend ein kurzer Aufenthalt in Singapur und danach zurück nach Deutschland. Dass ausgerechnet ein gestrichener Rückflug dazu führen würde, dass ich die Reise völlig anders erleben würde als geplant, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Rückblickend war genau dieser ungeplante Umweg das Beste, was mir passieren konnte.
Bali in der Regenzeit: Mein chaotischer Start in die Reise
Mein Abenteuer begann Ende Februar auf Bali – mitten in der Regenzeit. Schon bei meiner Ankunft am Flughafen in Denpasar wurde ich daran erinnert, dass selbst gelernte Tourismuskauffrauen nicht immer perfekt vorbereitet sind.
Das E-Visum hatte ich natürlich nicht vorab ausgefüllt.
Nach einem langen Flug stand ich also mit meinem Gepäck am Flughafen, suchte eine halbwegs stabile Internetverbindung und versuchte, sämtliche Formulare auszufüllen. Die Verbindung war eher bescheiden und meine Geduld wurde direkt auf die Probe gestellt.
Nicht unbedingt der entspannteste Start in eine Reise – aber nach einigen Versuchen war alles erledigt und mein Bali-Abenteuer konnte endlich beginnen.
Von Denpasar ging es weiter nach Ubud, meinem ersten Stopp auf der Insel.
Ubud: Yoga, Reisfelder und Entschleunigung im Herzen Balis
Meine Unterkunft in Ubud lag mitten im Grünen. Ein Infinity-Pool mit Blick auf die umliegenden Reisfelder klang nach dem perfekten Ort, um nach der langen Anreise anzukommen.
Zumindest theoretisch.
Praktisch regnete es während meines Aufenthalts immer wieder. Anstatt stundenlang am Pool zu liegen, verbrachte ich mehr Zeit damit, den tropischen Regen zu beobachten und die besondere Atmosphäre dieser Jahreszeit auf Bali auf mich wirken zu lassen.
Genau das machte Ubud für mich so besonders.
Der Ort hat eine ganz eigene Energie. Zwischen Tempeln, kleinen Cafés, Reisfeldern und dichter tropischer Vegetation dreht sich vieles um Yoga, Meditation, Wellness und einen bewussteren Lebensstil.
Ich hatte mir vorgenommen, Bali nicht wie eine Checkliste abzuarbeiten. Deshalb standen nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten pro Tag auf meinem Programm, sondern genau das Gegenteil: Yoga, Pilates, Meditation, Spaziergänge, gutes Essen und Zeit für meine Arbeit als Content Creator.
Meine Highlights in Ubud: Alchemy, Pyramids of Chi und Campuhan Ridge Walk
Besonders gefallen haben mir das Alchemy, die Pyramids of Chi und der Campuhan Ridge Walk.
Gerade der Campuhan Ridge Walk war für mich einer dieser Orte, an denen man nicht unbedingt eine spektakuläre Sehenswürdigkeit erwartet, aber trotzdem gerne länger bleibt. Der Weg durch die grüne Landschaft, die Ruhe am frühen Morgen und die Aussicht auf die umliegenden Hügel gehören zu den Momenten, die Bali für mich ausmachen.
Auf die bekannten Instagram-Spots wie den Jungle Swing habe ich bewusst verzichtet. Nicht, weil diese Orte grundsätzlich schlecht sind, sondern weil ich Bali anders erleben wollte. Mich reizten weniger perfekte Fotomotive und mehr die kleinen Momente dazwischen.
Nordbali: Warum sich ein Aufenthalt in Munduk lohnt
Nach einigen Tagen in Ubud ging meine Reise weiter Richtung Norden. Für die Strecke hatte ich mir einen privaten Fahrer organisiert und mehrere Stopps eingeplant.
Schon die Fahrt selbst war ein Erlebnis. Während sich die Straßen langsam von den belebteren Gegenden entfernten, wurde die Landschaft immer grüner und ruhiger.
Ein erster Stopp war der Leke-Leke Waterfall. Der Weg dorthin führte durch dichten Wald und die natürliche Umgebung machte den Wasserfall für mich besonders sehenswert.
Auch der Pura Ulun Danu Beratan war ein beeindruckender Anblick. Der berühmte Wassertempel liegt am Bratan-See und wirkt durch seine Lage fast so, als würde er auf dem Wasser schweben.
Mein eigentliches Highlight im Norden Balis war jedoch die Region rund um Munduk und der Sekumpul Waterfall.
Munduk und Sekumpul Wasserfall: Das ruhige Bali abseits der bekannten Orte
Schon meine Unterkunft in Munduk war ein Erlebnis für sich. Ein Infinity-Pool mit Blick über den Regenwald, absolute Stille und diese besondere Atmosphäre, die man in den touristischeren Regionen Balis teilweise vermisst.
Nach Tagen voller Geräusche, Verkehr und neuer Eindrücke fühlte sich dieser Ort unglaublich entschleunigend an.
Den Sekumpul-Wasserfall selbst habe ich nicht von unten besucht, sondern die Aussicht von oben genossen. Bei einer Limonade in der nahegelegenen Hanging Restaurant & Bar saß ich einfach da und ließ diesen Moment auf mich wirken.
Genau diese Situationen bleiben mir von Reisen oft am stärksten im Gedächtnis: nicht unbedingt die größten Sehenswürdigkeiten, sondern die Momente, in denen man einfach innehält.
Warum Nordbali mehr als einen Tagesausflug wert ist
Viele Reisende besuchen den Norden Balis nur im Rahmen eines Tagesausflugs. Ich persönlich würde davon abraten.
Die Fahrtzeiten sind nicht zu unterschätzen und gerade die Ruhe dieser Region ist etwas, das man nicht zwischen zwei Programmpunkten erleben kann.
Wer nach Bali reist und nicht nur die bekannten Orte sehen möchte, sollte meiner Meinung nach mindestens ein bis zwei Nächte in Munduk einplanen. Die Region zeigt eine andere Seite der Insel: grüner, ruhiger und deutlich weniger hektisch.
Ein gestrichener Rückflug: Als meine Bali-Reise plötzlich anders verlief
Eigentlich sollte meine Reise nach dem Aufenthalt im Norden Balis noch weiter nach Uluwatu gehen. Ich hatte bereits Pläne gemacht, Unterkünfte angeschaut und mich darauf gefreut, noch eine weitere Facette der Insel kennenzulernen.
Doch genau in diesem Moment kam die Nachricht, die alles veränderte:
Mein Rückflug wurde gestrichen.
Plötzlich ging es nicht mehr darum, welchen Tempel oder welchen Strand ich als Nächstes besuchen wollte. Die einzige Frage war: Wie komme ich überhaupt wieder nach Hause?
Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt ziemlich überfordert. Eine gestrichene Rückreise bedeutet nicht nur, einen neuen Flug zu finden. Es bedeutet auch, Unterkünfte neu zu planen, Termine zu verschieben und sich mit einer Situation auseinanderzusetzen, auf die man überhaupt nicht vorbereitet war.
Nach kurzem Überlegen entschied ich mich jedoch bewusst gegen weiteren Stress.
Statt noch mehr zu organisieren und möglichst schnell einen Ersatzplan aufzustellen, wollte ich einfach einen Ort finden, an dem ich zur Ruhe kommen konnte.
Meine Wahl fiel auf Canggu.
Canggu: Surfen, Wellness und ein Alltag ohne festen Plan
Die nächsten Tage in Canggu waren ganz anders als der ursprüngliche Teil meiner Bali-Reise.
Während Ubud für mich vor allem Ruhe, Spiritualität und Natur bedeutete, fühlte sich Canggu lebendiger und internationaler an. Hier treffen Surfer, digitale Nomaden, Yogis, Kreative und Reisende aus aller Welt aufeinander.
Mein Tagesablauf hatte plötzlich keinen festen Plan mehr – und genau das tat gut.
Ich verbrachte meine Zeit mit Surfen, Yoga, Pilates, Eisbädern, Saunagängen, Training im Fitnessstudio und langen Spaziergängen. Dazwischen gab es gutes Essen, Gespräche mit neuen Menschen und viele kleine Momente, für die im normalen Alltag oft wenig Platz bleibt.
Eigentlich hatte ich diese ungeplanten Tage zunächst als notwendige Verlängerung gesehen. Im Nachhinein waren sie aber einer der wertvollsten Teile meiner Reise.
Denn manchmal merkt man erst, wie sehr man eine Pause braucht, wenn man sie plötzlich bekommt.
Ich arbeitete, fotografierte, erstellte Content und genoss es, meinen Tag nach meinem eigenen Rhythmus zu gestalten. Ohne ständige To-do-Liste, ohne Zeitdruck und ohne das Gefühl, möglichst viel sehen zu müssen.
Was ich auf Bali wirklich gesucht habe
Wenn ich heute auf meinen Bali-Aufenthalt zurückblicke, fällt mir auf, dass ich gar nicht die meisten Sehenswürdigkeiten der Insel gesehen habe.
Ich war nicht an jedem berühmten Strand, habe nicht jede bekannte Sehenswürdigkeit besucht und habe nicht versucht, möglichst viele Orte auf meiner Karte abzuhaken.
Und genau das war vielleicht das Schönste daran.
Bali hat mir nicht die perfekte Postkartenreise beschert, die ich ursprünglich geplant hatte. Stattdessen hat mir die Insel etwas anderes gegeben: Zeit.
Zeit, langsamer zu werden. Zeit, neue Menschen kennenzulernen. Zeit, wieder mehr auf mein eigenes Gefühl zu hören.
Als ich Bali schließlich verlassen musste, hatte ich nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Vielmehr hatte ich das Gefühl, genau das erlebt zu haben, was ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht hatte.
Doch während ich auf Bali langsam zur Ruhe gekommen war, wartete in Singapur bereits ein kompletter Kontrast auf mich.
Singapur: Der perfekte Gegensatz zu Bali
Nach den ruhigen Tagen zwischen Reisfeldern, Regenwald und Stränden hätte der Wechsel kaum größer sein können.
Während Bali vor allem durch Natur, Spiritualität und Gelassenheit geprägt war, empfing mich Singapur mit futuristischer Architektur, beeindruckender Ordnung und einer Skyline, die wie aus einem Science-Fiction-Film wirkt.
Schon der Anflug auf Singapur war spektakulär.
Unter mir erstreckte sich die Küste mit unzähligen Containerschiffen, während die Hochhäuser der Stadt immer näher kamen. Die Größe und Organisation dieser Metropole waren bereits aus der Luft beeindruckend.
Und spätestens beim Betreten des Flughafens wurde klar: Singapur ist anders.
Jewel Changi Airport: Ein Flughafen, der selbst zur Sehenswürdigkeit wird
Normalerweise verbindet man einen Flughafen mit Warten, Umsteigen und möglichst schnellem Weiterreisen.
Der Jewel Changi Airport ist jedoch eine Ausnahme.
Tropische Pflanzen, riesige Wasserfälle, moderne Architektur und futuristische Skytrains sorgen dafür, dass man fast vergisst, dass man sich überhaupt an einem Flughafen befindet.
Allein dieser Ort wäre für viele Reisende bereits einen Besuch wert.
Für mich war es der perfekte erste Eindruck von Singapur: eine Stadt, die Technik und Natur miteinander verbindet.
Die nächste Herausforderung: Einreise ohne gültiges Rückflugticket
Allerdings begann mein Aufenthalt zunächst mit einer weiteren kleinen Herausforderung.
Da mein ursprünglicher Rückflug gestrichen worden war, hatte ich plötzlich kein gültiges Ausreiseticket mehr. Für die Einreise nach Singapur musste ich jedoch genau dieses vorweisen können.
Also musste ich kurzfristig handeln.
Ich buchte einen Flug nach Malaysia, den ich später nie antreten würde – nur um ein gültiges Weiterreiseticket nachweisen zu können.
Es war definitiv nicht die eleganteste Lösung, aber in diesem Moment ging es vor allem darum, überhaupt weiterzukommen.
Nachdem auch diese Hürde gelöst war, verbrachte ich mehrere Stunden am Flughafen und versuchte herauszufinden, wie meine tatsächliche Rückreise nach Deutschland aussehen würde.
Dann kam endlich die gute Nachricht.
Die Mitarbeiter von Qatar Airways waren unglaublich hilfsbereit und suchten gemeinsam mit mir nach einer Lösung. Nach vielen Gesprächen wurde ich schließlich kostenfrei auf einen Flug mit Air China über Peking umgebucht.
Was sich wenige Stunden zuvor noch wie ein großes Problem angefühlt hatte, entwickelte sich plötzlich zu einer unerwarteten Chance.
Denn statt nur wenige Stunden in Singapur zu verbringen, hatte ich nun mehrere zusätzliche Tage in dieser faszinierenden Stadt vor mir.
Singapur entdecken: Zwischen Skyline, Gärten und Formel-1-Momenten
Was zunächst wie eine ungeplante Verlängerung meiner Reise aussah, entwickelte sich schnell zu einem der schönsten Abschnitte meiner gesamten Solo-Reise nach Bali und Singapur.
Statt nur auf meinen Rückflug zu warten, entschied ich mich, jede zusätzliche Minute in dieser außergewöhnlichen Stadt zu nutzen.
Mein Hotel lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, hatte aber einen wunderschönen Blick auf die Skyline und war dank der hervorragenden öffentlichen Verkehrsmittel perfekt angebunden. Genau das ist einer der Punkte, die Singapur so angenehm machen: Trotz der Größe der Stadt kommt man schnell und unkompliziert von einem Ort zum nächsten.
Meine Tage begannen meistens mit einer Runde im Fitnessstudio und Zeit am Pool, bevor ich mich auf den Weg machte, die verschiedenen Viertel und Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden.
Dabei wurde mir schnell klar: Singapur ist nicht nur ein Ort, den man besucht, um bestimmte Attraktionen abzuhaken. Die Stadt lebt vor allem von ihren Kontrasten.
Moderne Wolkenkratzer stehen direkt neben tropischen Grünanlagen, futuristische Architektur trifft auf traditionelle Viertel und trotz der Größe wirkt die Stadt erstaunlich entspannt.
Marina Bay: Mein persönlicher Formel-1-Moment in Singapur
Für mich als Formel-1-Fan gab es einen Ort, der natürlich ganz oben auf meiner Liste stand: die Strecke des Singapur Grand Prix.
Entlang der Marina Bay zu laufen und die berühmten Streckenabschnitte mit eigenen Augen zu sehen, war ein besonderer Moment.
Für Menschen, die mit Motorsport nichts anfangen können, klingt das wahrscheinlich unspektakulär. Für mich war es jedoch genau einer dieser Augenblicke, die man auf Reisen nicht planen kann.
Ich stand dort, wo jedes Jahr einige der spektakulärsten Rennen der Formel 1 stattfinden, und konnte mir kaum vorstellen, dass dieselben Straßen normalerweise von Rennwagen mit über 300 km/h befahren werden.
Diese Verbindung aus meiner persönlichen Leidenschaft und dem Gefühl, tatsächlich an diesem Ort zu sein, machte diesen Moment für mich besonders.
Gardens by the Bay: Das Wahrzeichen von Singapur
Einer der Orte, die bei keiner Singapur-Reise fehlen dürfen, sind die Gardens by the Bay.
Schon beim ersten Blick auf die riesigen Supertrees merkt man, dass Singapur einen ganz eigenen Weg geht. Die Stadt zeigt eindrucksvoll, dass moderne Architektur und Natur kein Gegensatz sein müssen.
Besonders beeindruckt haben mich:
- der Cloud Forest
- der Flower Dome
- der OCBC Skyway
Der Cloud Forest mit seinem riesigen Wasserfall wirkt fast unwirklich. Zwischen tropischen Pflanzen, Nebel und moderner Architektur fühlt man sich eher wie in einer anderen Welt als mitten in einer Großstadt.
Doch mein persönliches Highlight war die abendliche Lichtshow der Supertrees.
Die Supertree Grove Lichtshow: Einer meiner schönsten Momente der Reise
Noch heute denke ich gerne an diese Abende zurück.
Ich setzte mich unter die beleuchteten Supertrees, hörte die Musik und beobachtete, wie die riesigen Baumkonstruktionen langsam zum Leben erwachten. Die Kombination aus Licht, Klang und der Skyline im Hintergrund hatte etwas unglaublich Besonderes.
Ich blieb nicht nur einmal länger dort als geplant.
Eigentlich wollte ich nur kurz vorbeischauen – und saß am Ende doch wieder da, weil ich mich von dieser Atmosphäre nicht lösen konnte.
Genau solche Momente machen für mich das Reisen aus. Es sind nicht immer die größten Abenteuer oder spektakulärsten Sehenswürdigkeiten. Manchmal ist es einfach dieses Gefühl, irgendwo zu sitzen und zu denken: „Genau jetzt möchte ich nirgendwo anders sein.“
Weitere Singapur-Highlights: Universal Studios, Marina Bay Sands und kleine Entdeckungen
Neben den großen Sehenswürdigkeiten waren es auch die vielen kleinen Erlebnisse, die meinen Aufenthalt in Singapur besonders gemacht haben.
Die Universal Studios Singapore sorgten für einen abwechslungsreichen Tag und waren eine schöne Abwechslung zu Architektur und Sightseeing.
Auch der Blick auf die Skyline vom Marina Bay Sands gehört zu den klassischen Singapur-Erlebnissen, die trotzdem nichts von ihrer Faszination verlieren.
Was ich an Singapur besonders mochte: Die Stadt fühlt sich trotz ihrer Größe nicht erdrückend an.
Zwischen den Hochhäusern findet man Parks, Gärten, Wasserflächen und ruhige Orte, an denen man einfach kurz stehen bleiben kann.
Mein Fazit zu Singapur: Eine Stadt, die mich überrascht hat
Eigentlich war ich nie jemand, der sich besonders zu Großstädten hingezogen gefühlt hat.
Normalerweise suche ich auf Reisen eher Berge, Meer, Natur und Orte, an denen man abschalten kann.
Singapur hat diese Einstellung verändert.
Die Stadt hat mir gezeigt, dass eine Metropole nicht automatisch hektisch und anonym sein muss. Singapur ist modern, sauber, sicher und unglaublich gut organisiert – gleichzeitig aber voller Grünflächen und besonderer Orte, die zum Verweilen einladen.
Genau diese Mischung hat mich begeistert.
Fazit meiner Solo-Reise nach Bali und Singapur
Wenn ich heute auf meine dreiwöchige Reise zurückblicke, denke ich nicht mehr an den gestrichenen Rückflug oder die Unsicherheit, die damit verbunden war.
Ich denke an Bali in der Regenzeit, an Yoga zwischen tropischem Grün, an die Wasserfälle im Norden, an ruhige Momente in Munduk und an die Tage in Canggu, an denen ich gelernt habe, ohne festen Plan zu genießen.
Ich denke an Singapur, an die Lichter der Supertrees, an die Marina Bay, an die Formel-1-Strecke und an das Gefühl, eine Stadt entdeckt zu haben, die ich ursprünglich gar nicht geplant hatte.
Diese Reise hat mir gezeigt, dass nicht immer die perfekt geplanten Reisen die schönsten sind.
Manchmal entstehen die besten Erinnerungen genau dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Mein gestrichener Rückflug war zunächst ein Problem. Am Ende war er der Grund dafür, dass ich Bali noch intensiver erleben und Singapur überhaupt entdecken durfte.
Und genau deshalb werde ich diese Reise wahrscheinlich nie vergessen.
Ausflüge Bali
- Ubud Wasserfall & Reisterassentour
- Mount Batur zum Sonnenaufgang
- ATV-Tour durch den Dschungel
- Ijen 3-Tages Reise
- Delfintour im Norden Balis
- Feuertanzshow Bali
Ausflüge Singapur





