

Sardinien im Frühling
Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat
Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.
Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.
Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.
Ein Tag im La-Maddalena-Archipel
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.
Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.
Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.
Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.
Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.
Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.
Großer Fehler.
Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.
Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.
https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)
Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick
Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.
Unser erstes Ziel war Posada.
Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.
Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.
Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.
Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.
Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.
Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.
Unser Zuhause zwischen den Bergen
Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.
Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.
Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.
Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.
Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.
Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause
Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.
Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.
Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.
Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.
Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.
Tja.
Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.
Also liefen wir einfach los.
Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.
Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.
Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.
Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.
Bereut habe ich es trotzdem nicht.
Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.
Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.
https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)
Das verlassene Dorf Gairo Vecchio
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.
Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.
Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.
Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.
Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.
Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.
Entspannte Tage im Süden Sardiniens
Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.
Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.
Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.
Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.
Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.
Nur eines fehlte ständig.
Eine geöffnete Post.
Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.
Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.
Auch das gehört eben zu Italien.
Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.
Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.
Abschied in Cagliari
Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.
Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.
Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.
Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.
Typisch.
Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.
Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:
Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.
Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus
Sardinien hat mich überrascht.
Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.
Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.
Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.
Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.
Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.
Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.
Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.
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Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen.
Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt.
Nicht, weil ich ihn so oft besucht habe.
Sondern weil ich dort seit meiner Kindheit mitwirke.
Vor rund 16 Jahren stand hier eine kleine Glühweinhütte. Mehr nicht. Ein paar Besucher, etwas Weihnachtsmusik und die Idee, den Menschen in der Adventszeit einen gemütlichen Treffpunkt zu schaffen.
Dass daraus einmal ein Lichterpark mit fast 300.000 Lichtern, handgeschnitzten Kunstwerken, einem Weihnachtsbaumverkauf und tausenden Besuchern entstehen würde, hätte damals wahrscheinlich niemand gedacht.
Deshalb ist dieser Reisebericht für mich auch etwas Besonderes.
Er ist kein klassischer Reisebericht.
Er ist die Geschichte eines Ortes, den ich über viele Jahre wachsen sehen durfte – und den ich euch heute aus tiefster Überzeugung als Winterausflug empfehlen kann.
Schon die Anfahrt entschleunigt
Wer über die A9 anreist, nimmt die Ausfahrt Lederhose. Allein der Name sorgt meistens schon für das erste Schmunzeln.
Von dort sind es nur wenige Minuten bis nach Münchenbernsdorf. Kurz bevor ihr das Gelände erreicht, führt die Straße durch den Wald. Zwischen den Bäumen beginnen schon die ersten Lichter zu glitzern. Genau dieser Moment sorgt jedes Jahr wieder für Vorfreude.
Die Parkeinweiser begrüßen die Besucher, Autos rollen langsam auf die großzügigen Parkflächen und die Hektik des Alltags bleibt gefühlt schon am Eingang zurück.
Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Kommt besonders am Wochenende lieber etwas früher. Holt euch einen heißen Glühwein oder Kakao, genießt die ersten Minuten in Ruhe und wartet gemeinsam auf den Moment, wenn die Lichter eingeschaltet werden. Genau dann beginnt die Magie.
Weihnachtsbaum aussuchen gehört einfach dazu
Noch bevor sich am Nachmittag die Tore des Lichterparks öffnen, herrscht auf dem Gelände bereits reges Treiben.
Vom ersten Advent bis zum 23. Dezember findet täglich von 9 bis 20 Uhr der Weihnachtsbaumverkauf statt. Viele Familien verbinden den Besuch inzwischen miteinander: Erst wird gemeinsam der perfekte Weihnachtsbaum ausgesucht und später, wenn es langsam dunkel wird, geht es weiter in den Lichterpark.
An den Wochenenden könnt ihr euren Weihnachtsbaum sogar selbst schlagen. Zwischen 9 und 16 Uhr wird daraus für viele Familien inzwischen eine kleine Adventstradition.
Wenn fast 300.000 Lichter den Wald verwandeln
Punkt 16 Uhr verändert sich die Stimmung.
Nach und nach beginnen fast 300.000 kleine Lichter zu leuchten. Wege, Bäume und Figuren werden mal in warmes, mal in kühles Licht getaucht und plötzlich wirkt der ganze Park wie eine kleine Weihnachtswelt.
Viele Besucher erzählen später denselben Satz:
“Sobald man durch das Eingangstor läuft, fühlt es sich an wie eine andere Welt.”
Und genau das beschreibt den Lichterpark wahrscheinlich am besten.
Es ist kein Ort, durch den man einfach hindurchläuft.
Man bleibt stehen.
Schaut sich um.
Entdeckt kleine Details.
Und vergisst für einen Moment den Alltag.
Märchenfiguren, die jedes Jahr ein wenig anders wirken
Obwohl ich im Dezember fast täglich zwischen den Figuren unterwegs bin, gibt es Momente, in denen ich selbst noch kurz stehen bleibe.
Gerade wenn am frühen Abend langsam alle Lichter angehen, wirken die riesigen Holzfiguren jedes Jahr wieder ein bisschen anders.
Das liegt auch daran, dass wir sie immer wieder neu in Szene setzen. Mal verändert sich die Beleuchtung, mal bekommt eine Figur einen neuen Platz oder eine neue Kulisse. Dadurch entdeckt selbst jemand wie ich, der den Park seit Jahren kennt, immer wieder neue Blickwinkel.
Internationale Kettensägenkünstler haben über viele Jahre hinweg beeindruckende Märchenwelten erschaffen. Rapunzel, Hänsel und Gretel, das tapfere Schneiderlein, Rübezahl oder die Eiskönigin – überall warten kleine Szenen darauf, entdeckt zu werden.
Viele Figuren laden außerdem zum Mitmachen ein. Ihr könnt auf einem Drachenthron Platz nehmen, euch in eine alte Lokomotive setzen oder gemeinsam mit Rübezahl Erinnerungsfotos machen.
Gerade Kinder laufen mit großen Augen durch den Park.
Und ehrlich gesagt stehen ihnen die Erwachsenen dabei oft in nichts nach.
Ein Ort, an dem selbst ich manchmal kurz durchatme
Mitten im Park befindet sich eines der beeindruckendsten Kunstwerke.
Das lebensgroße letzte Abendmahl aus Holz.
Sieben internationale Kettensägenkünstler haben über mehrere Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Heute wird die Szene stimmungsvoll beleuchtet und durch eine Überdachung geschützt.
Ich laufe im Dezember eigentlich selten bewusst dort vorbei.
Aber es gab schon einige Abende, nachdem die letzten Besucher den Park verlassen hatten und langsam Ruhe eingekehrt war, an denen ich noch einmal dort oben stehen geblieben bin.
Einfach, um kurz durchzuatmen.
Die Beleuchtung, die Stille und dieses riesige Kunstwerk schaffen eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann.
Durch den Lichtertunnel schlendern
Einer meiner Lieblingsorte ist der lange Lichtertunnel.
Schon von Weitem zieht er alle Blicke auf sich. Tausende kleine Lichter bilden ein leuchtendes Dach über den Köpfen der Besucher.
Mittendrin befinden sich liebevoll dekorierte Verkaufsstände mit Weihnachtsdekoration, Geschenkideen und kleinen Mitbringseln.
Ich habe schon oft beobachtet, wie Menschen eigentlich nur kurz hindurchlaufen wollten und eine halbe Stunde später immer noch dort standen und gestöbert haben.
Verlaufen ausdrücklich erlaubt
Im unteren Bereich wartet ein weiteres Highlight auf Familien.
Das große beleuchtete Labyrinth.
Eigentlich richtet es sich an Kinder.
In der Praxis verirren sich dort aber mindestens genauso viele Erwachsene.
Es ist herrlich zu beobachten, wie zuerst die Kinder losrennen und wenig später die Eltern genauso ratlos nach dem Ausgang suchen.
Olaf, der Weihnachtsmann und viele strahlende Gesichter
Wer den Park am Wochenende besucht, sollte die Augen offen halten.
Regelmäßig sind Olaf, zwei Eisbären, ein Elch und natürlich der Weihnachtsmann auf dem Gelände unterwegs.
Für Kinder sind sie das absolute Highlight.
Und spätestens wenn die Erwachsenen anfangen, genauso viele Erinnerungsfotos zu machen wie ihre Kinder, merkt man schnell, dass Weihnachten eben keine Frage des Alters ist.
Je nach Wochenende sorgen außerdem Livemusik, Feuershows oder Moderationen für zusätzliche Highlights. Deshalb gleicht kaum ein Besuch dem anderen.
Thüringer Gemütlichkeit statt Weihnachtsmarkt-Hektik
Natürlich gehört gutes Essen zu einem gelungenen Winterabend dazu.
Im Park gibt es unter anderem Thüringer Rostbrätel, Flammkuchen, Ofenbrot, Pilzpfanne, Fischbrötchen, Burger, Gulaschsuppe am Wochenende, gebrannte Mandeln, heißen Kakao und natürlich Glühwein.
Was ich dabei besonders mag:
Der Lichterpark versucht gar nicht, der größte Weihnachtsmarkt zu sein.
Es geht nicht um möglichst viele Buden.
Es geht nicht um Konsum.
Es geht um Atmosphäre.
Um Gespräche.
Und um Menschen, die gemeinsam einen schönen Winterabend verbringen.
Jeder erlebt den Park ein bisschen anders
Obwohl ich hier seit meiner Kindheit mitwirke, entdecke ich den Lichterpark jedes Jahr ein Stück weit neu.
Nicht, weil sich alles verändert.
Sondern weil ich die Reaktionen der Besucher sehe.
Familien, die zum ersten Mal unter dem Lichtertunnel stehen.
Kinder, die staunend durch das Labyrinth laufen.
Großeltern, die ihren Enkeln die Märchenfiguren zeigen.
Und Menschen, die sich einfach irgendwo mit einem Glühwein hinstellen und den Moment genießen.
Genau diese Begegnungen machen den Lichterpark jedes Jahr aufs Neue besonders.
Mein Fazit
Ich durfte in den vergangenen Jahren viele wunderschöne Orte dieser Welt bereisen.
Tropische Strände.
Historische Städte.
Beeindruckende Nationalparks.
Und trotzdem gibt es einen Ort, auf den ich mich jedes Jahr wieder freue.
Nicht, weil ich dort Urlaub mache.
Sondern weil ich jedes Jahr miterleben darf, wie Menschen den Park zum ersten Mal betreten und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.
Genau deshalb wollte ich diesen Artikel schreiben.
Nicht, weil es unser Familienunternehmen ist.
Sondern weil ich überzeugt bin, dass besondere Ausflugsziele nicht immer am anderen Ende der Welt liegen müssen.
Manchmal findet man sie direkt vor der eigenen Haustür.
Und vielleicht geht es euch nach einem Besuch im Seliger’s Lichterpark genauso.
Instagram: https://www.instagram.com/seligers_weihnachtsbaeume?igsh=dGlvd2NjankxbDdz&utm_source=qr

Italien
Apulien
Apulien, oder auf Italienisch Puglia, stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben.
Im März 2025 war es dann endlich soweit. Nach meiner Italienreise durch die Toskana und Sizilien ging es nur kurze Zeit später erneut nach Italien. Dieses Mal führte uns die Reise in den Süden des Landes: nach Apulien.
Unsere Idee klang dabei ziemlich perfekt: eine Vespa mieten und damit durch die Landschaft fahren, kleine Orte entdecken und das Dolce Vita genießen.
Der einzige kleine Haken: Wir hatten beide noch nie wirklich eine Vespa gefahren.
Aber genau solche spontanen Ideen machen am Ende oft die besten Geschichten.
Anreise nach Apulien und unsere Unterkunft in Putignano
Unsere Reise startete mit einem Flug von Berlin nach Bari. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Putignano, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage.
Die Anreise war überraschend unkompliziert. Der Zug brachte uns entspannt in unseren Urlaubsort und schon während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Apulien.
Unsere Unterkunft war eine kleine Ferienwohnung mit Frühstück und hat uns direkt begeistert. Besonders die Gastgeber waren unglaublich herzlich und haben uns jeden Tag gefragt, ob alles passt oder ob wir irgendetwas brauchen.
Diese Gastfreundschaft war etwas ganz Besonderes.
Die Wohnung selbst war modern eingerichtet, hatte ein schönes Bad und sogar einen Jacuzzi im Schlafzimmer. Gerade im März war das perfekt, denn die Temperaturen waren noch nicht sommerlich warm. Nach einem Tag voller Erlebnisse im warmen Wasser zu entspannen, war einfach herrlich.
Zum Frühstück gingen wir jeden Morgen ins nahegelegene Restaurant Mirum. Dort konnten wir uns unser Frühstück individuell zusammenstellen und wurden ebenfalls unglaublich freundlich empfangen.
Die Besitzer gaben uns Tipps, brachten uns kleine Antipasti zum Probieren und spendierten uns sogar einmal einen Aperol.
Genau diese kleinen Momente sind es, die für mich das italienische Lebensgefühl ausmachen.
Mit der Vespa durch Apulien: Zwischen Abenteuer und Herausforderung
Natürlich durfte bei unserer Apulienreise eine Sache nicht fehlen: eine Vespa.
Die Vorstellung war romantisch. Durch Olivenhaine fahren, spontan anhalten und die Landschaft genießen. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.
Die Realität begann allerdings etwas anders.
Als die Vespa vor uns stand, schauten wir uns erstmal an und dachten: „Okay, das wird interessant.“
Denn tatsächlich hatten wir beide kaum Erfahrung mit Zweirädern. Keine Routine, kein Fahrgefühl und dazu noch der italienische Verkehr.
Nach einem kleinen Aperol zur mentalen Vorbereitung wagten wir uns schließlich auf die Straße.
Die ersten Kilometer waren aufregend. Besonders der Verkehr in Süditalien ist eine Erfahrung für sich. Es wird gehupt, überholt und gefahren, als gäbe es keine Regeln.
Für jemanden, der gerade erst seine ersten Vespa-Erfahrungen sammelt, kann das durchaus herausfordernd sein.
Wir tasteten uns langsam heran und erkundeten erstmal Putignano und die nähere Umgebung.
Rückblickend war genau diese Mischung aus Unsicherheit, Abenteuer und spontanen Entscheidungen das, was diese Reise so besonders gemacht hat.
Putignano: Kleine Gassen, italienisches Essen und Dolce Vita
Putignano selbst hat uns mit seinem Charme überrascht.
Abends schlenderten wir durch die kleinen Gassen, vorbei an Lichterketten, Pflanzenkübeln und liebevoll dekorierten Häusern.
Besonders ein Restaurant in einem Kellergewölbe ist uns im Gedächtnis geblieben. Dort gab es unter anderem eine Pizza mit Pistazien – und sie war unglaublich lecker.
Auch die Atmosphäre war genau das, was wir uns von Italien erhofft hatten: gemütliche Gassen, gutes Essen und dieses Gefühl, dass das Leben hier einfach etwas langsamer läuft.
Alberobello: Die berühmten Trulli von Apulien
Ein absolutes Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach Alberobello.
https://gyg.me/wp6kxmrt (Rundgang durch Alberobello mit einem Einheimischen)
Mit der Vespa fuhren wir durch die Landschaft Apuliens und durchquerten wunderschöne Olivenhaine. Alleine die Fahrt war schon ein Erlebnis.
In Alberobello angekommen, parkten wir etwas außerhalb des Zentrums und liefen die letzten Minuten zu Fuß.
Schon beim ersten Anblick der weißen Häuser mit den typischen Trulli-Dächern wussten wir: Dieser Ort ist wirklich besonders.
Zum Glück waren wir im März unterwegs. Alberobello ist inzwischen sehr bekannt und besonders in der Hauptsaison sicherlich extrem voll. Während unseres Besuchs konnten wir die kleinen Gassen noch relativ entspannt erleben.
Wir schlenderten durch die Straßen, besuchten Souvenirshops, tranken Kaffee, aßen Eis und genossen einfach die Atmosphäre.
Besonders schön waren die kleinen Dachterrassen, die man teilweise über Geschäfte erreichen konnte. Plötzlich stand man mitten auf einem weißen Trullo und hatte einen wunderschönen Blick über die Stadt.
Ein perfekter Moment, um einfach stehen zu bleiben und den Augenblick zu genießen.
Bari entdecken: Stadtleben statt Vespa-Abenteuer
Für unseren Ausflug nach Bari entschieden wir uns bewusst gegen die Vespa und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Und das war definitiv die richtige Entscheidung.
Bari ist deutlich lebendiger und chaotischer als die kleinen Orte in der Umgebung.
Wir schlenderten durch die Stadt, gingen shoppen und erkundeten die Straßen.
Eigentlich hatten wir auch eine Bootstour geplant, um die Küste und die Höhlen rund um Apulien zu entdecken.
https://gyg.me/GtwS6g6E (Sunset-Bootstour mit Aperitif)
Aufgrund des starken Windes entschieden wir uns jedoch dagegen. Da ich schnell seekrank werde, war das wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung.
Nicht jeder Plan muss umgesetzt werden – manchmal entstehen gerade dadurch die schönsten Tage.
Polignano a Mare, Locorotondo und italienische Genussmomente
Natürlich standen auch weitere Orte auf unserer Liste.
Locorotondo konnten wir kurz besuchen und waren begeistert von den weißen Häusern und den kleinen Gassen.
Auch Polignano a Mare durfte nicht fehlen.
https://gyg.me/uivvxWjI (Besichtigung der Grotten in Polignano a Mare)
Dort machten wir unter anderem eine kleine Grottentour und erkundeten die beeindruckende Küste.
Was uns aber genauso im Gedächtnis geblieben ist: das Essen.
Die italienischen Essenszeiten waren für uns zunächst ungewohnt. Wer um 18 Uhr essen gehen möchte, wird in vielen Restaurants eher fragend angeschaut.
Nach einigen Tagen hatten wir uns aber daran gewöhnt und saßen teilweise erst gegen 23 Uhr beim Abendessen.
Und genau das gehört irgendwie dazu.
Das Essen in Apulien war fantastisch. Pizza, Pasta und regionale Spezialitäten haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.
Unser Fazit zur Apulien Reise
Unsere Reise nach Apulien war nicht perfekt geplant – und genau deshalb war sie perfekt.
Wir haben nicht jeden bekannten Ort gesehen. Ostuni, Monopoli und viele weitere Orte stehen weiterhin auf unserer Wunschliste.
Aber darum ging es auch gar nicht.
Wir wollten Italien erleben, nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten abhaken.
Wir wollten durch Gassen schlendern, italienischen Kaffee trinken, spontan irgendwo anhalten und das Leben genießen.
Und genau das haben wir gemacht.
Apulien bedeutet für mich Dolce Vita: herzliche Menschen, gutes Essen, wunderschöne Landschaften und dieses besondere Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer und leichter wird.
Eine Reise, die definitiv nach Wiederholung ruft.

Italien
Von der Toskana bis nach Sizilien – eine Reise, zwei völlig unterschiedliche Welten
Toskana & Sizilien – wie eine Zugfahrt meine Liebe zu Süditalien noch größer machte
Nach meiner ersten Italienreise war für mich eines klar: Das würde nicht das letzte Mal gewesen sein.
Anfang 2025 zog es mich deshalb erneut nach Italien. Eigentlich wollte ich nur dem grauen deutschen Winter entfliehen. Daraus wurde am Ende eine mehrwöchige Reise, die unterschiedlicher kaum hätte sein können.
Der erste Teil führte mich gemeinsam mit einer Freundin in die Toskana. Danach ging es für mich alleine weiter – mit dem Nachtzug bis nach Sizilien.
Und genau diese Kombination hat diese Reise so besonders gemacht.
Die Toskana im Winter – eine ganz andere Seite Italiens
Unsere ersten Tage verbrachten wir in der Toskana. Auf dem Programm standen natürlich die Klassiker: Florenz, Pisa und eine Weinverkostung im Chianti-Gebiet.
Florenz haben wir komplett auf eigene Faust erkundet. Ehrlich gesagt braucht man dort gar nicht unbedingt einen straffen Sightseeing-Plan. Gerade die kleinen Gassen, die Cafés, die historischen Plätze und die besondere Atmosphäre machen den Charme dieser Stadt aus.
Natürlich kann man auf die Domkuppel steigen oder verschiedene Museen besuchen. Uns hat es aber völlig gereicht, einfach durch die Stadt zu schlendern, hier und da in kleine Läden zu schauen und den italienischen Alltag aufzusaugen.
Besonders überrascht hat mich allerdings die Reisezeit.
Wir waren Ende Februar dort. Natürlich war es noch zu kalt für kurze Hosen und T-Shirts – den Wintermantel hatten wir definitiv noch dabei. Dafür waren die Straßen angenehm leer. Kein Gedränge, keine langen Warteschlangen und deutlich entspannter als in den Sommermonaten.
Gerade wenn ihr Städte lieber in Ruhe erkundet, würde ich die Toskana außerhalb der Hauptsaison jederzeit wieder empfehlen.
Durch die Weinberge des Chianti
Ein echtes Highlight war unser Ausflug ins Chianti-Gebiet.
Über GetYourGuide hatten wir eine Tour inklusive Weinverkostung gebucht und besuchten zwei verschiedene Weingüter mitten in den sanften Hügeln der Toskana.
Allein die Landschaft war schon den Ausflug wert. Endlose Weinreben, kleine Dörfer, Zypressen und diese typisch toskanischen Straßen, die man sonst nur aus Filmen kennt.
Die Weinverkostungen haben natürlich ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Da wir vorher ehrlich gesagt nicht besonders viel gegessen hatten, machte sich der Wein auch ziemlich schnell bemerkbar. Im Nachhinein gehört genau das aber zu den Momenten, über die wir heute noch lachen müssen.
Trotzdem würde ich den Ausflug heute wahrscheinlich etwas anders planen.
Damals waren wir mit einem Reisebus unterwegs. Das war zwar unkompliziert, aber mittlerweile würde ich mir lieber einen Mietwagen nehmen und die Toskana ganz individuell erkunden. Einfach dort anhalten, wo es gerade schön ist, spontan in einem kleinen Weingut einkehren und den Tag ohne festen Zeitplan genießen.
Genau so stelle ich mir die Toskana heute vor – am liebsten sogar mit einem kleinen Cabrio.
Die Ausflüge, die ich selbst empfehlen kann, findet ihr natürlich wieder gesammelt in meinem persönlichen Aktivitäten-Guide.
Mit dem Nachtzug nach Sizilien
Nach einigen wunderschönen Tagen verabschiedete sich meine Freundin wieder Richtung Deutschland.
Für mich begann jetzt der zweite Teil der Reise – und auf den hatte ich mich fast noch mehr gefreut.
Ich stieg in Pisa in den Nachtzug und fuhr quer durch Italien bis ganz in den Süden.
Allein diese Zugfahrt war schon ein Erlebnis.
Am nächsten Morgen erreichte ich das italienische Festland bei Reggio Calabria. Von dort ging es weiter mit der Fähre nach Sizilien.
Ich weiß gar nicht genau, warum mich dieser Moment so begeistert hat. Wahrscheinlich, weil ich plötzlich merkte, wie unkompliziert Reisen eigentlich sein kann.
Ich musste nicht noch einmal zum Flughafen, kein weiteres Mal einchecken oder durch Sicherheitskontrollen. Ich stieg einfach aus dem Zug, kaufte mir direkt am Hafen ein Fährticket, setzte innerhalb kurzer Zeit auf die Insel über und fuhr anschließend wieder ganz entspannt mit dem Zug weiter.
Irgendwie hatte das etwas unglaublich Entschleunigendes.
Sizilien – Liebe auf den ersten Blick
Von der Fähre ging es weiter nach Cefalù, wo meine Sprachschule lag.
Und genau auf dieser Zugfahrt passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Sizilien hatte mich innerhalb weniger Minuten komplett für sich gewonnen.
Es war Ende Februar beziehungsweise Anfang März und trotzdem herrschten dort angenehme 16 Grad. Während in Deutschland noch Winter war, schien hier die Sonne vom Himmel.
Links glitzerte das tiefblaue Meer, rechts zogen Palmen, Zitronen-, Orangen- und Avocadoplantagen vorbei. Dazwischen kleine Dörfer, grüne Hügel und in der Ferne der Ätna.
Ich hatte vorher ehrlich gesagt überhaupt nicht erwartet, dass Sizilien so grün ist.
In meinem Kopf war die Insel eher trocken und karg.
Die Realität sah komplett anders aus.
Je weiter der Zug Richtung Cefalù fuhr, desto mehr war ich einfach nur sprachlos. Diese Mischung aus Bergen, Meer, mediterraner Vegetation und dem allgegenwärtigen Vulkan im Hintergrund hat mich vom ersten Moment an begeistert.
Noch bevor ich überhaupt in meiner Unterkunft angekommen war, wusste ich bereits:
Diese Insel wird etwas ganz Besonderes.
Eine Woche Italienisch lernen – und dabei Sizilien kennenlernen
Mein Zuhause für die kommende Woche war die Solemar Academy in Cefalù.
Ich hatte mich bewusst für einen Sprachkurs entschieden und direkt über die Sprachschule ein Zimmer in einer WG gebucht. Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich immer noch ein bisschen über mich selbst lachen. Dass ich das wirklich gemacht habe, hätte ich mir ein paar Jahre vorher niemals zugetraut.
Rückblickend war es aber genau die richtige Entscheidung.
Ich wohnte mit zwei jungen Frauen zusammen, die beide bereits auf Sizilien lebten. Dadurch bekam ich nicht nur einen Sprachkurs, sondern auch ein kleines Stück italienischen Alltag mit.
Da die Sprachschule gerade erst aus der Winterpause zurückkam, waren wir in meiner Woche insgesamt nur drei Sprachschüler. Für mich bedeutete das einen riesigen Vorteil: Ich bekam praktisch Einzelunterricht.
Jeden Morgen begann der Unterricht gegen neun Uhr und ging bis mittags. Danach gab es Hausaufgaben – und genau die habe ich auch ernst genommen.
Denn ich war nicht nach Sizilien gereist, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ich wollte die Sprache lernen.
Also verbrachte ich meine Nachmittage damit, Vokabeln zu lernen, Grammatik zu üben und das Gelernte direkt im Alltag anzuwenden.
Ich ging zum Bäcker, kaufte Obst und Gemüse auf den kleinen Wochenmärkten, bestellte mein Gelato auf Italienisch und versuchte, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.
Gerade diese kleinen Momente haben mir unglaublich viel gebracht.
Besonders begeistert haben mich die vielen kleinen Obst- und Gemüseläden in Cefalù.
Alles wirkte frisch, regional und irgendwie viel ursprünglicher als ich es aus Deutschland kannte. Die Erdbeeren hatten tatsächlich Geschmack, die Orangen schmeckten nach Sonne und selbst ein einfacher Einkauf fühlte sich plötzlich nach Urlaub an.
Meine Nachmittage verliefen deshalb meistens ganz entspannt.
Ich machte meine Hausaufgaben, lernte noch ein bisschen Italienisch, ging am Strand spazieren, fotografierte mit meiner Kamera, machte Yoga oder setzte mich einfach mit einem Gelato ans Meer.
Abends wurde dann gekocht oder ich probierte eines der kleinen Restaurants in der Altstadt aus.
Genau diese Mischung aus Lernen, Entschleunigung und italienischem Alltag machte diese Woche für mich so besonders.
Palermo – der perfekte Abschluss
Nach meinem letzten Unterrichtstag wollte ich die Insel aber natürlich nicht verlassen, ohne wenigstens noch eine ihrer bekanntesten Städte kennenzulernen.
Also fuhr ich mit dem Zug nach Palermo.
Allein diese Zugfahrt war wieder völlig unkompliziert. Genau das liebe ich mittlerweile an Italien: Man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft erstaunlich entspannt von A nach B.
Für meine letzte Nacht hatte ich ein kleines Boutique-Hotel in der Nähe des Hafens gebucht.
Und Palermo überraschte mich.
Besonders der Hafen mit seinen Bars und Restaurants hat mir unglaublich gut gefallen. Abends saßen dort Menschen zusammen, lachten, unterhielten sich und genossen einfach den Abend.
Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass Palermo selbst Anfang März schon voller Leben war.
In den Straßen spielte Musik, die Restaurants waren gut besucht und überall herrschte diese besondere italienische Atmosphäre, die ich mittlerweile so liebe.
Mein Rückflug ging bereits früh am nächsten Morgen.
Trotzdem machte mir selbst die Heimreise keinen Stress. Vom Hotel lief ich einfach zum Bahnhof, stieg in den Zug zum Flughafen und wenige Minuten später saß ich bereits auf dem Weg nach Hause.
Einfacher hätte die Rückreise kaum sein können.
Warum ich definitiv zurückkehren werde
Diese Reise war anders als meine bisherigen Italienurlaube.
Ich habe in dieser Woche längst nicht alle Sehenswürdigkeiten Siziliens gesehen.
Ich war weder auf dem Ätna noch in Catania, habe viele Strände ausgelassen und Palermo eigentlich nur angerissen.
Aber genau deshalb weiß ich heute schon, dass ich zurückkommen werde.
Denn während andere Reiseziele für mich irgendwann abgeschlossen sind, hatte ich bei Sizilien eher das Gefühl, gerade erst angefangen zu haben.
Schon während meines Aufenthalts plante ich gedanklich meine nächste Rundreise über die Insel.
Dann mit mehr Zeit.
Mit einem Mietwagen.
Und mit deutlich besseren Italienischkenntnissen.
Denn Sizilien hat mich nicht nur landschaftlich begeistert.
Es hat mir gezeigt, wie schön es sein kann, eine Reise einmal nicht nach Sehenswürdigkeiten zu planen, sondern nach Erlebnissen.
Und genau deshalb gehört diese Woche bis heute zu meinen persönlich wertvollsten Reisen.
- https://gyg.me/MudDdqNf (Kajak-Tour Pisa)
- https://gyg.me/oBUzQAHV (Ticket für Pisa Kathedrale und Baptisterium)
- https://gyg.me/Es1n8L2T (Ticket für Brunelleschis Domkuppel Florenz)
- https://gyg.me/PQFROvVy (Florenz Golfcart Tour auf den Hügeln von Florenz und dem Piazza Michelangelo)
- https://gyg.me/PAl0LZBQ (Pastamaking in den Hügeln von Chianti)
- https://gyg.me/XATkEDA9 (Tour durch die Toskana in einem Fiat 500)
- https://gyg.me/YHHnGPOg (Heißluftballonfahrt über Chianti)





