Sardinien im Frühling

Zwischen Traumstränden, Bergwelten und Dolce Vita
Italien
Christiane Seliger
15.10.2026
•
5 min Lesezeit

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat

Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.

Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.

Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.

Ein Tag im La-Maddalena-Archipel

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.

Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.

Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.

Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.

Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.

Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.

Großer Fehler.

Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.

Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.

https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)

Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick

Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.

Unser erstes Ziel war Posada.

Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.

Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.

Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.

Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.

Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.

Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.

Unser Zuhause zwischen den Bergen

Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.

Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.

Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.

Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.

Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.

Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause

Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.

Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.

Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.

Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.

Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.

Tja.

Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.

Also liefen wir einfach los.

Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.

Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.

Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.

Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.

Bereut habe ich es trotzdem nicht.

Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.

Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.

https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)

Das verlassene Dorf Gairo Vecchio

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.

Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.

Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.

Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.

Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.

Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Entspannte Tage im Süden Sardiniens

Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.

Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.

Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.

Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.

Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.

Nur eines fehlte ständig.

Eine geöffnete Post.

Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.

Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.

Auch das gehört eben zu Italien.

Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.

Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.

Abschied in Cagliari

Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.

Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.

Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.

Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.

Typisch.

Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.

Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:

Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.

Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus

Sardinien hat mich überrascht.

Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.

Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.

Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.

Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.

Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.

Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.

Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.

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Italien

Amalfiküste

Die Amalfiküste stand schon lange auf meiner Reiseliste. Diese bunten Häuser, die steilen Klippen, das türkisfarbene Meer und dieses typische italienische Lebensgefühl – genau das, was man sich unter „Dolce Vita“ vorstellt. Nachdem unsere Sardinien-R
Christiane Seliger
15.10.2026
•
5 min Lesezeit

Die Amalfiküste stand schon lange auf meiner Reiseliste. Diese bunten Häuser, die steilen Klippen, das türkisfarbene Meer und dieses typische italienische Lebensgefühl – genau das, was man sich unter „Dolce Vita“ vorstellt.

Nachdem unsere Sardinien-Reise zu Ende ging, ging es für uns weiter nach Rom und anschließend an die Amalfiküste. Unsere Route führte uns von Rom Termini mit dem Zug nach Salerno und von dort mit der Fähre weiter nach Positano.

Und ich kann direkt vorwegnehmen: Die Amalfiküste ist wunderschön. Aber sie ist auch speziell. Zwischen Instagram-Hype, überfüllten Gassen, teilweise absurden Preisen und ganz besonderen Momenten liegen manchmal nur wenige Meter.

Gerade diese Mischung hat die Reise aber so besonders gemacht.

Mit dem Zug von Rom nach Salerno – entspannt Richtung Amalfiküste

Nach unserem Aufenthalt in Rom ging es für uns weiter Richtung Süden. Wir sind von Rom Termini mit dem Zug nach Salerno gefahren.

Eigentlich wollten wir unsere Tickets ganz normal am Automaten kaufen, aber wie so oft in Italien kam direkt jemand zur Hilfe. Eine Mitarbeiterin hat uns gefragt, wo wir hinmöchten, uns den passenden Zug herausgesucht und direkt die Tickets verkauft.

Einfach, unkompliziert und wieder einmal unglaublich freundlich.

Wir hatten Tickets für die zweite Klasse und trotzdem war die Zugfahrt wirklich angenehm. Der Zug fuhr pünktlich los, wir hatten feste Sitzplätze und was ich tatsächlich so noch nicht erlebt hatte: Es kam sogar ein kleiner Servierwagen durch den Zug. Es gab Getränke und einen kleinen Snack dazu.

Klar, es ist keine Weltreise – aber genau diese kleinen Dinge machen das Reisen für mich aus.

In Salerno angekommen, mussten wir uns erst einmal orientieren und den Hafen finden. Mit Google Maps beziehungsweise Apple Karten war das aber überhaupt kein Problem. Der Weg war gut machbar und auch die Fähre nach Positano zu finden, war einfacher, als gedacht.

Die Tickets konnten wir direkt am Hafen kaufen. Es gab verschiedene Linien und die Abfahrtszeiten waren gut ausgeschildert. Auch wenn zwischendurch kurz Verwirrung herrschte, welche Fähre jetzt unsere war, wurde uns sofort weitergeholfen.

Dann ging es endlich los: Mit der Fähre entlang der Küste Richtung Positano.

Positano – wunderschön, aber auch unglaublich voll

Schon die Anfahrt nach Positano war beeindruckend. Die bunten Häuser, die sich an die Felsen schmiegen, das Meer und diese besondere Kulisse – man versteht sofort, warum dieser Ort so beliebt ist.

Bei unserer Ankunft am einzigen öffentlichen Strandabschnitt von Positano war allerdings direkt klar: Hier sind viele Menschen.

Sehr viele Menschen.

Mit uns kamen zahlreiche Tagesausflügler mit der Fähre an, die nur für ein paar Stunden in Positano bleiben wollten. Entsprechend voll waren die Gassen und der Bereich rund um den Hafen.

Kaum von der Fähre runter, wurden wir direkt angesprochen, ob wir einen Gepäcktransport zu unserem Hotel benötigen würden.

Unser Handgepäckkoffer hätte bis zur Mittelstation etwa 20 Euro gekostet, bis ganz nach oben sogar rund 40 Euro pro Koffer. Da wir aber nur mit kleinem Gepäck unterwegs waren und laut Karten-App nur etwa 15 Minuten laufen sollten, entschieden wir uns dagegen.

Also machten wir uns mit unseren Koffern auf den Weg durch Positano.

Mit Gepäck durch die engen, vollen Gassen von Positano zu laufen, war definitiv eine Erfahrung. Vor allem, weil unser Hotel ziemlich weit oben lag. Aber irgendwie gehört auch genau das dazu.

Später fanden wir heraus, dass man auch über Treppenwege deutlich angenehmer nach unten kommt. Positano ist eben nicht nur schön – es ist auch sportlich.

Unser Boutique-Hotel in Positano – ein echtes Highlight

Unser Hotel lag oberhalb von Positano und war ein kleines Boutique-Hotel mit nur wenigen Zimmern.

Schon beim Betreten haben wir uns direkt wohlgefühlt.

Unser Zimmer war komplett im Zitronenstil eingerichtet: warme Gelbtöne, kombiniert mit Blau, liebevolle Details und ein Balkon mit Blick aufs Meer.

Besonders schön fand ich das Fenster mit der kleinen Sitzbank direkt zum Meer. Einfach morgens dort sitzen, den Blick schweifen lassen und kurz vergessen, dass man überhaupt irgendwo hinmuss.

Das Bett war unglaublich gemütlich und alles wirkte sehr persönlich gestaltet.

Genau das ist für mich der Vorteil kleiner Boutique-Hotels: Es fühlt sich nicht anonym an. Man kennt sich, bekommt Tipps und fühlt sich eher wie ein Gast als wie eine Zimmernummer.

Auch Sarah und Elvira vom Hotel waren unglaublich herzlich. Sie haben uns direkt Restauranttipps gegeben, Ausflüge empfohlen und uns bei allem unterstützt.

Am Abend sind wir dann wieder Richtung Positano gelaufen. Da die meisten Tagesgäste mittlerweile verschwunden waren, zeigte sich der Ort plötzlich von einer ganz anderen Seite.

Die Gassen waren leerer.

Der Strand war ruhig.

Und plötzlich konnte man Positano wirklich genießen.

Wir haben uns keine große Restauranttour gemacht, sondern einfach eine Pizza geholt, uns an den Strand gesetzt und dazu einen Aperol beziehungsweise Limoncello Spritz getrunken.

Und ganz ehrlich: Viel mehr braucht es manchmal nicht.

Frühstück mit Meerblick und ein entspannter Tag in Positano

Am nächsten Morgen gab es erst einmal Frühstück.

Und dieses Frühstück war wirklich ein Erlebnis.

Jeden Abend bekamen wir eine Liste, auf der wir für den nächsten Morgen ankreuzen konnten, was wir gerne essen möchten. Und die Auswahl war wirklich verrückt.

Obstplatten, Porridge, Eier, Avocado, Tomate-Mozzarella, Lachs, verschiedene Getränke – alles wurde wunderschön angerichtet.

Dazu gab es jeden Morgen Zitronenwasser und einen leckeren Latte Macchiato.

Nach dem Frühstück wollten wir Positano noch einmal ohne Gepäck erkunden.

Also ging es wieder runter in den Ort.

Und ja – es war wieder voll.

Sehr voll.

Die berühmten Zitronenkleider, die kleinen Boutiquen und die Instagram-Spots sind natürlich wunderschön anzusehen. Aber gleichzeitig merkt man auch schnell, dass Positano extrem vom Social-Media-Hype lebt.

Ein Zitronenkleid für 140 Euro? Kann man machen. Muss man aber nicht.

Wir haben lieber die Atmosphäre genossen, sind durch die kleinen Gassen geschlendert und haben uns einfach treiben lassen.

Mein Tipp für Positano: Wenn ihr den Ort wirklich erleben möchtet, kommt früh morgens oder bleibt bis zum Abend. Genau dann zeigt Positano seine schönste Seite.

Capri als Tagesausflug – wunderschön, aber nicht mein persönliches Highlight

Am nächsten Tag ging es für uns mit der Fähre nach Capri.

Wir hatten vorher keine große Planung gemacht und dachten uns: Wird schon passen.

Rückblickend würde ich das anders machen.

Capri ist wunderschön, aber ohne Plan verliert man schnell Zeit. Wir sind angekommen und direkt mitten im Trubel gelandet.

Natürlich wollten wir das berühmte Zitronensorbet probieren.

Also haben wir uns hingesetzt, ein Zitronensorbet bestellt und dazu noch einen Aperol getrunken.

Was soll ich sagen?

Es war lecker.

Aber der Preis war definitiv ein Erlebnis.

Für zwei Zitronensorbets und zwei Aperol haben wir knapp 80 Euro bezahlt.

Für mich war das der Moment, wo ich dachte: Okay, Capri hat seinen Preis.

Danach sind wir noch weiter nach oben gelaufen, haben die Aussicht genossen und sind durch die Luxusgeschäfte geschlendert. Louis Vuitton und Co. waren vertreten – wir haben uns allerdings eher wie Besucher aus einer anderen Welt gefühlt.

Capri ist schön, keine Frage.

Aber wenn ich noch einmal hinfahren würde, würde ich deutlich besser planen. Vielleicht mit einem Fahrer, einer geführten Tour oder einem klaren Plan, welche Orte ich sehen möchte.

Die Lemon Tour – das schönste Erlebnis an der Amalfiküste

Und dann kam das Erlebnis, das für mich die gesamte Amalfiküste geprägt hat.

Die Lemon Tour.

Eigentlich wollten wir nach unserem Capri-Tag fast absagen. Das Wetter war bewölkt, wir waren etwas enttäuscht von Capri und hatten morgens beim Frühstück nicht so richtig Motivation.

Aber wir hatten die Tour bereits bezahlt.

Also sind wir gegangen.

Und zum Glück.

Die Lemon Tour kostet zwar 95 Euro pro Person, aber sie war jeden Cent wert.

Wir waren nur eine kleine Gruppe von vier Personen. Neben uns waren noch zwei Mädels aus Amerika dabei, mit denen wir uns direkt super verstanden haben.

Statt einer klassischen Tour mit Reisegruppe landeten wir mitten auf einer kleinen Zitronenfarm, die in die Felsen gebaut war.

Wir haben die Zitronenbäume kennengelernt, viel über den Anbau erfahren und einen Einblick in das echte Leben an der Amalfiküste bekommen.

Danach wurde für uns auf der Terrasse ein Essen vorbereitet.

Es gab Salat, frische Zitronenprodukte und natürlich Lemon Pasta.

Und diese Pasta war unglaublich lecker.

Ich hätte nie gedacht, dass Zitronennudeln so gut schmecken können.

Besonders schön war, dass alles so familiär war. Die Besitzer haben sich Zeit genommen, mit uns gesprochen und wir hatten nicht das Gefühl, einfach nur eine Touristin auf einer Liste zu sein.

Zur Farm gehörte sogar ein kleiner privater Strandabschnitt, den wir danach hätten nutzen können.

Keine Menschenmassen.

Keine überfüllte Badebucht.

Einfach Ruhe.

Genau solche Momente bleiben von einer Reise hängen.

Italienische Spezialitäten direkt von der Zitronenfarm nach Hause

Und tatsächlich hat sich dort auch mein kleines Paketproblem gelöst.

Schon auf Sardinien hatte ich versucht, italienische Lebensmittel nach Hause zu schicken. Aber irgendwie hat es nie funktioniert. Entweder war die Post geschlossen oder irgendetwas hat gefehlt.

Die Zitronenfarm an der Amalfiküste verschickt ihre Produkte weltweit.

Also habe ich zugeschlagen.

Zehn Kilo Zitronen, mehrere Flaschen Olivenöl, Limoncello und weitere italienische Spezialitäten wurden kurzerhand nach Deutschland geschickt.

Und ich würde jederzeit wieder dort bestellen.

Nicht nur, weil die Produkte unglaublich gut sind, sondern weil ich weiß, wo sie herkommen und welche Menschen dahinterstehen.

Aus einer einfachen Lemon Tour sind echte Kontakte entstanden.

Und genau das liebe ich am Reisen.

Mein Fazit zur Amalfiküste – würde ich wiederkommen?

Ja.

Aber anders.

Die Amalfiküste ist wunderschön und Positano gehört definitiv zu den Orten, die man einmal gesehen haben sollte. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass die Region extrem touristisch ist.

Mein größter Tipp: Nehmt euch Zeit.

Versucht nicht, jeden Ort abzuhaken.

Genießt lieber ein langes Frühstück mit Meerblick, einen Spaziergang durch leere Gassen am Abend, eine Pizza am Strand oder einen kleinen Ausflug, den ihr nicht auf jeder Top-10-Liste findet.

Capri würde ich persönlich beim nächsten Mal anders planen oder vielleicht sogar auslassen.

Dafür würde ich definitiv wieder eine Lemon Tour machen.

Denn genau diese Momente – die Begegnungen, die kleinen Geschichten und die besonderen Erlebnisse – machen für mich eine Reise unvergesslich.

Die Amalfiküste ist nicht perfekt.

Aber vielleicht macht genau das ihren Charme aus.
 

Tschechien

Harrachov im Riesengebirge

Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben. Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise. Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp ein
Christiane Seliger
15.10.2026
•
5 min Lesezeit

Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben.

Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise.

Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp eine Woche nach Tschechien gefahren. Unser Plan war eigentlich ziemlich simpel: ein schönes, modernes Wellnesshotel, ein bisschen wandern, gut essen und vor allem runterkommen.

Keine Bucketlist, die wir abarbeiten mussten. Keine Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt sehen wollten. Einfach ein paar Tage raus aus dem Alltag.

Dass aus dieser entspannten Wellness-Auszeit am Ende unter anderem eine 30-Kilometer-Wanderung durch das Riesengebirge werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen.

Und genau das ist irgendwie typisch für uns.

Harrachov im Riesengebirge: Entspannte Auszeit nur vier Stunden von Deutschland entfernt

Harrachov liegt im Norden Tschechiens direkt am Rand des Riesengebirges und ist von Deutschland aus mit dem Auto überraschend schnell erreichbar.

Wir sind selbst mit dem Auto angereist und waren ungefähr vier Stunden unterwegs. Für einen Kurzurlaub oder eine spontane Auszeit ist die Region deshalb wirklich praktisch.

Unser Ziel war vor allem Erholung.

Wir hatten uns ein kleines, modernes Wellnesshotel ausgesucht, das im Vergleich zu vielen Unterkünften in den klassischen Alpenregionen erstaunlich günstig war. Unser Zimmer war modern eingerichtet, das Essen war gut und besonders schön war der Wellnessbereich.

Die Sauna hatte sogar einen direkten Blick auf die Skipiste.

Da wir im Oktober und damit außerhalb der Wintersaison dort waren, war im Hotel außerdem kaum etwas los. Teilweise hatten wir das Gefühl, den Wellnessbereich fast für uns alleine zu haben.

Genau das hatte ich mir unter einer Auszeit vorgestellt.

Und trotzdem waren wir fast jeden Tag unterwegs.

Ich merke mittlerweile, dass meine Reisen eigentlich fast immer aktiv sind. Strandurlaub, bei dem ich eine Woche lang nur auf einer Liege liege, ist einfach nicht so mein Ding.

Ich brauche Bewegung.

Und am liebsten verbinde ich sie mit Natur, gutem Essen und ein bisschen Wellness.

Harrachov hat dafür überraschend gut funktioniert.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Mit der Seilbahn ins Riesengebirge

Am ersten Tag wollten wir es trotzdem ruhig angehen lassen.

Eine der bekanntesten Attraktionen in Harrachov ist die Seilbahn, die direkt im Ort startet. Also entschieden wir uns, einfach einmal hochzufahren und anschließend zu Fuß wieder zurückzugehen.

Ein ziemlich guter Plan – zumindest theoretisch.

Oben angekommen, wurden wir direkt mit einer wunderschönen Herbstlandschaft belohnt. Im Oktober hatte sich das Laub bereits goldgelb verfärbt und überall im Wald entdeckten wir Pilze.

Wir sammelten einige davon und nahmen sie mit zurück ins Hotel, wo wir sie später in unserem Zimmer zum Trocknen auslegten.

Ein bisschen ungewöhnlich, aber irgendwie gehörte genau das zu unserer Reise.

Auf dem Weg nach unten entdeckten wir außerdem einen Regenbogen.

Und irgendwann verloren wir natürlich den Weg.

Wir liefen querfeldein und waren irgendwann nicht mehr ganz sicher, ob wir überhaupt noch auf einem offiziellen Wanderweg unterwegs waren.

Aber gut: Wir kamen wieder unten an.

Und genau deshalb würde ich diesen Tag auch nicht als Wanderung im klassischen Sinne bezeichnen. Es war eher unser erster kleiner Vorgeschmack darauf, dass wir in dieser Woche vielleicht nicht immer ganz nach Plan unterwegs sein würden.

Am Abend blieben wir im Hotel und aßen dort zu Abend.

Böhmische Küche, ein gemütliches Hotel und danach Sauna – für den ersten Urlaubstag konnte es schlechter laufen.

Ausflug von Harrachov Richtung Polen: Shopping und ein Wasserfall im Wald

Am nächsten Tag wollten wir etwas mehr von der Umgebung sehen.

Wir fuhren mit dem Auto Richtung Polen und verbanden den Ausflug kurzerhand mit einem Shoppingtrip.

Auf dem Rückweg machten wir spontan noch einen Stopp an einem Wasserfall, der mitten im Wald lag.

Vom Parkplatz aus führte ein Weg ungefähr eine halbe Stunde durch den Wald bis zur Wasserfallanlage. Für das Parken mussten wir eine kleine Gebühr bezahlen.

Schon am Weg dorthin merkte man, dass der Wasserfall eine beliebte Ausflugsattraktion in der Region ist. Vor Ort gab es sogar einen kleinen Imbiss, an dem man sich hinsetzen und etwas essen oder trinken konnte.

Nach dem Shopping war dieser spontane Zwischenstopp eigentlich genau das Richtige.

Wir schauten uns den Wasserfall an, liefen anschließend zurück zum Auto und fuhren wieder nach Harrachov.

Abends ging es diesmal nicht ins Hotelrestaurant, sondern in eine kleine Kneipe im Ort.

Und daraus wurde kurzerhand unsere Stammkneipe für den Rest des Aufenthalts.

Felsenstadt Adršpach: Ein Must-See im Riesengebirge

Am nächsten Tag stand für mich eines der schönsten Ausflugsziele unserer Reise auf dem Programm: die Felsenstadt Adršpach.

Wenn du im Riesengebirge unterwegs bist, würde ich diesen Ausflug definitiv einplanen.

Die Felsenstadt ist eine beeindruckende Landschaft aus riesigen Sandsteinformationen, schmalen Wegen und natürlichen Felsentoren. Durch die Felsen führt ein gut ausgebauter Rundweg, sodass man die Anlage entspannt erkunden kann.

Der Eintritt kostet zwar etwas, aber für die gepflegte Anlage und die besondere Landschaft lohnt sich das meiner Meinung nach absolut.

Besonders schön war bei uns der Zeitpunkt.

Wir waren Mitte Oktober dort und hatten Glück mit dem Wetter. Es war sonnig, das Laub hatte sich bereits goldgelb verfärbt und gleichzeitig waren nur wenige Besucher unterwegs.

Dadurch wirkte die gesamte Felsenstadt unglaublich ruhig.

Der See in der Felsenstadt: Herbstlandschaft wie in den Canadian Rockies

Auf dem Rundweg kommt man außerdem an einem See vorbei.

Und genau dort hatte ich einen dieser Momente, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Die Sonne schien, die Bäume rund um den See leuchteten in den unterschiedlichsten Herbstfarben und das Wasser war so ruhig und klar, dass sich die komplette Landschaft darin spiegelte.

Ich hatte tatsächlich kurz das Gefühl, irgendwo in den Canadian Rockies zu stehen.

Auf meinem Foto ist eine Ente auf dem Wasser zu sehen, während sich die goldenen Bäume dahinter spiegeln.

Das Bild gehört bis heute zu meinen liebsten Erinnerungen an diese Reise.

Die Felsenstadt Adršpach war für mich deshalb nicht einfach nur ein weiterer Punkt auf unserer Ausflugsliste, sondern wirklich einer der schönsten Orte, die wir während der Woche gesehen haben.

Mummelfall in Harrachov: Wandern und Wellness perfekt kombiniert

Am 16. Oktober wollten wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen.

Der Mummelfall, beziehungsweise Mumlavský vodopád, liegt direkt bei Harrachov und lässt sich von vielen Unterkünften im Ort problemlos zu Fuß erreichen.

Von unserem Hotel aus war der Weg eher ein Spaziergang als eine richtige Wanderung.

Wir liefen durch den Herbstwald zum Wasserfall, genossen die Natur und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

Genau solche kleinen Wanderungen fand ich an Harrachov so angenehm.

Man muss nicht jedes Mal einen ganzen Tag unterwegs sein. Viele Sehenswürdigkeiten und Wanderwege liegen direkt vor der Haustür.

Und danach wartet im besten Fall die Sauna.

Wellness in Harrachov: Sauna, Massage und eine kleine kreative Pause

Nach dem Spaziergang zum Mummelfall gönnten wir uns noch etwas Besonderes:

eine Massage.

Wir entschieden uns für eine Fußmassage und eine klassische Massage.

Und genau das war einer der Vorteile unseres Aufenthalts in Harrachov: Wellnessanwendungen waren im Vergleich zu Deutschland und vielen bekannten Wellnessregionen relativ günstig, sodass man sich so etwas auch spontan gönnen konnte.

Die Massage war unglaublich wohltuend.

Anschließend ging es natürlich wieder in die Sauna.

An den meisten Abenden gehörte die Sauna zu unserem festen Tagesprogramm. Nur nach unserer großen Wanderung am nächsten Tag waren wir dafür definitiv zu müde.

An einem weiteren Nachmittag wurden wir außerdem kreativ und gestalteten unsere eigenen Gläser.

Wir haben unsere eigenen Aperol- und Lele-Gläser bemalt.

Es war eigentlich nur eine kleine Beschäftigung für zwischendurch, aber genau solche Dinge machen für mich eine gelungene Auszeit aus: Man muss nicht ständig etwas unternehmen.

Man kann auch einfach mal einen Nachmittag im Hotel verbringen.

Wandern im Riesengebirge: Unsere völlig ungeplante 30-Kilometer-Tour

Und dann kam der 17. Oktober.

Der Tag, an dem aus unserer entspannten Wellnessreise plötzlich eine ziemlich ambitionierte Wanderung wurde.

Wir wollten unbedingt den Pančavský vodopád sehen – den höchsten Wasserfall Tschechiens.

Der Wasserfall liegt im Riesengebirge im Gebiet des Nationalparks und ist von Harrachov aus nicht gerade um die Ecke.

Unser Navi zeigte ungefähr zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto an.

Wir schauten auf die Entfernung und dachten:

„Das sind doch nur ungefähr 15 Kilometer.“

Also beschlossen wir kurzerhand:

Wir laufen.

Rückblickend war das vermutlich nicht unsere cleverste Entscheidung.

Wir hatten zwar Wanderschuhe an, aber ansonsten waren wir alles andere als professionell für eine solche Tour vorbereitet.

Wir hatten eine kleine Flasche Wasser dabei.

Ein Hanuta.

Und natürlich meine Kamera.

Die Kamera war mir wichtig.

Wasser offenbar weniger.

Außerdem hatten wir die Karte nicht offline gespeichert.

Kein Empfang.

Keine vernünftige Vorbereitung.

Aber dafür jede Menge Motivation.

Pančavský vodopád: Wenn Google Maps plötzlich keine gute Idee mehr ist

Wir starteten morgens voller Elan.

Der Weg führte zunächst wieder am Mummelfall vorbei und anschließend immer weiter bergauf.

Es war kein besonders steiler Anstieg, aber es ging wirklich dauerhaft nach oben.

Irgendwann waren wir schon ziemlich genervt.

Und dann kamen wir immer weiter ins Nirgendwo.

Die Menschen wurden weniger.

Der Empfang verschwand.

Und irgendwann begegneten uns überhaupt keine anderen Wanderer mehr.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir auf der gesamten Strecke vielleicht acht Menschen gesehen.

Und die meisten davon waren tatsächlich erst in der Nähe des Wasserfalls.

Irgendwann kamen wir an eine Weggabelung.

Auf der Karte sah es für uns allerdings nicht nach zwei Wegen aus.

Ein Weg führte leicht bergab.

Der andere geradeaus.

Da wir keinen Empfang hatten und die Karte nicht offline gespeichert war, konnten wir nicht überprüfen, welcher Weg der richtige war.

Also liefen wir geradeaus.

Natürlich.

Und natürlich war das falsch.

Durch den Sumpf statt über die Brücke

Google Maps hatte inzwischen einen ganz eigenen Plan für uns.

Laut Navi sollten wir einfach noch ungefähr 20 Meter geradeaus laufen und dann wieder auf den richtigen Weg kommen.

Das Problem:

Vor uns lag ein Sumpf.

Und dahinter ein ziemlich steiler Hang.

Der Hang war voller Brombeeren, umgestürzter Bäume, Baumstümpfe und Äste.

Also im Grunde einfach Wald.

Nur nicht der Wald, durch den man gemütlich spazieren möchte.

Unsere Wanderschuhe waren zwar vorhanden, aber definitiv nicht dafür gemacht, durch einen Sumpf zu stapfen.

An dieser Stelle mussten wir beide erst einmal ziemlich durchatmen.

Denn inzwischen war uns klar:

Der eigentliche Weg war gar nicht so weit entfernt.

Wir hätten an der Gabelung einfach den Weg links bergab nehmen müssen. Dort hätte eine Brücke über das Wasser geführt und wir wären anschließend problemlos auf dem richtigen Wanderweg gelandet.

Stattdessen standen wir nun im Sumpf.

Wir waren genervt, hatten keinen Empfang und waren irgendwo mitten im Wald.

Kurz gesagt:

Wir hatten beide einen kleinen Nervenzusammenbruch.

Und ganz ehrlich: In diesem Moment war das auch absolut verständlich.

Denn wenn dort tatsächlich etwas passiert wäre, hätten wir ein echtes Problem gehabt.

Kein Netz.

Kaum Menschen.

Und Harrachov war ziemlich weit entfernt.

Unüberlegt war die Tour definitiv.

Aber abbrechen wollten wir trotzdem nicht.

Also kämpften wir uns durch Sumpf und Wald, kletterten den Hang hinauf und schafften es irgendwann tatsächlich zurück auf den richtigen Weg.

Und dann ging es weiter.

Der höchste Wasserfall Tschechiens: Pančavský vodopád

Nach diesem kleinen Abenteuer erreichten wir schließlich den Nationalpark und kamen irgendwann am Pančavský vodopád an.

Und plötzlich war der ganze Ärger vergessen.

Der Pančavský vodopád ist mit rund 148 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Tschechiens.

Wir konnten ihn allerdings nur von oben beziehungsweise seitlich betrachten.

Eine Drohne hatten wir natürlich nicht dabei – obwohl ich rückblickend wirklich gerne eine Aufnahme von oben gehabt hätte.

Trotzdem war der Anblick beeindruckend.

Nach ungefähr 15 Kilometern Hinweg machten wir dort eine kurze Pause, aßen unser Hanuta und tranken etwas.

Und dann kam der Moment, in dem wir uns eingestehen mussten:

Wir müssen zurück.

Es war Oktober.

Und damit wurde es am Nachmittag ziemlich schnell dunkel.

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Diesmal natürlich über die Brücke.

Man lernt ja dazu.

30 Kilometer Wandern im Riesengebirge: Unser längster Tag in Harrachov

Der Rückweg zog sich.

Wir liefen wieder durch den Nationalpark, anschließend den Weg zurück Richtung Harrachov und irgendwann kamen wir wieder in der Nähe des Mummelfalls an.

Es war inzwischen ungefähr fünf oder sechs Uhr am Nachmittag.

Und langsam wurde es dunkel.

Am Ende hatten wir an diesem Tag rund 30 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und ungefähr 40.000 Schritte gesammelt.

Für einen Tag, an dem wir morgens mit einem Hanuta und einer kleinen Flasche Wasser losgelaufen waren, gar nicht so schlecht.

War es anstrengend?

Oh ja.

Teilweise richtig.

Irgendwann läuft man einfach nur noch.

Man denkt nicht mehr darüber nach, ob die Füße wehtun oder wie viele Kilometer noch fehlen.

Man läuft.

Und läuft.

Und läuft.

Trotzdem fühlte es sich am Ende unglaublich gut an.

Als wir endlich unsere Stammkneipe erreichten, gingen wir sogar noch in voller Wanderkleidung hinein und aßen dort zu Abend.

Danach wollten wir eigentlich nur noch zurück ins Hotel, duschen und ins Bett.

Und trotzdem würde ich diese Wanderung heute tatsächlich wieder machen.

Nur mit einer Offline-Karte.

Mehr Wasser.

Und vielleicht ein bisschen besserer Vorbereitung.

Wellness nach der Wanderung: Warum wir trotzdem kaum Muskelkater hatten

Das Verrückte war:

Am nächsten Morgen hatten wir kaum Muskelkater.

Vielleicht lag es an der Massage am Vortag.

Vielleicht an den regelmäßigen Saunagängen.

Oder vielleicht waren wir einfach fitter, als wir dachten.

Unser Wellnesshotel war jedenfalls die perfekte Ergänzung zu den aktiven Tagen.

Bis auf den großen Wandertag waren wir eigentlich jeden Abend in der Sauna.

Nach einem langen Tag draußen in der Kälte in der Sauna zu sitzen und dabei auf die Skipiste zu schauen, war genau das, was wir nach unseren Wanderungen gebraucht haben.

Und genau diese Kombination aus Bewegung und Erholung hat mir an Harrachov besonders gut gefallen.

Harrachov im Oktober: Warum sich der Herbst für das Riesengebirge lohnt

Ich war im Oktober in Harrachov – und für mich war das eine richtig schöne Reisezeit.

Das Riesengebirge zeigt sich im Herbst von einer ganz anderen Seite.

Die Wälder färben sich goldgelb, die Temperaturen sind angenehm kühl zum Wandern und gleichzeitig ist deutlich weniger los als in der Hauptsaison.

Gerade an der Felsenstadt Adršpach haben wir davon profitiert.

Auch unser Hotel war aufgrund der Nebensaison sehr ruhig.

Wer also nicht unbedingt Schnee und Skifahren sucht, sondern Wandern, Wellness und Natur miteinander verbinden möchte, sollte den Herbst definitiv in Betracht ziehen.

Skifahren in Harrachov: Für Anfänger und Familien besonders interessant

Harrachov ist nicht nur ein Ziel für Wanderer und Wellnessurlauber.

Der Ort ist vor allem als Wintersportort bekannt.

Das Skigebiet ist meiner Meinung nach besonders für Anfänger und Familien interessant.

Wer riesige Skigebiete mit anspruchsvollen schwarzen Pisten und kilometerlangen Abfahrten sucht, wird in den österreichischen Alpen sicherlich mehr Auswahl finden.

Für Anfänger, Kinder und alle, die entspannt ein paar Tage Ski fahren möchten, bietet Harrachov aber eine angenehme Alternative.

Eine weitere bekannte Attraktion des Ortes ist die Skisprungschanze von Harrachov, die schon von Weitem auffällt und zum Ortsbild gehört.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Meine persönlichen Empfehlungen

Wenn du einen Urlaub in Harrachov planst, würde ich diese Erlebnisse auf meine persönliche Liste setzen:

  • Mumlavský vodopád / Mummelfall – leicht erreichbar und perfekt für einen Spaziergang
  • Felsenstadt Adršpach – für mich ein absolutes Muss
  • Pančavský vodopád – spektakulär, aber nur mit guter Planung und passender Wanderroute
  • Seilbahn in Harrachov – ideal, wenn man schnell Höhenmeter überwinden möchte
  • Skisprungschanze Harrachov – eine interessante Sehenswürdigkeit direkt im Ort
  • Wanderungen durch das Riesengebirge – besonders schön im Herbst
  • Wellness und Sauna – perfekt als Ausgleich nach aktiven Tagen


Wie viele Tage braucht man für Harrachov?

Für Harrachov würde ich mindestens vier bis fünf Tage einplanen.

Wir waren knapp eine Woche dort und fanden diese Zeit perfekt.

So konnten wir verschiedene Wanderungen unternehmen, einen größeren Ausflug zur Felsenstadt machen und trotzdem genügend Zeit für Wellness und Erholung einplanen.

Gerade wenn du Harrachov mit Wellness und Wandern verbinden möchtest, würde ich nicht versuchen, jeden Tag komplett durchzuplanen.

Ein aktiver Tag.

Ein ruhiger Tag.

Vielleicht ein Ausflug.

Und dazwischen Sauna, gutes Essen und einfach mal nichts tun.

Genau dafür eignet sich die Region meiner Meinung nach besonders gut.
 

Mein Fazit: Harrachov ist perfekt für eine aktive Auszeit

Harrachov stand 2024 definitiv nicht auf meiner Bucketlist.

Und vielleicht war genau das das Schöne daran.

Ich hatte keine großen Erwartungen und wollte eigentlich nur ein paar Tage abschalten.

Am Ende habe ich eine Woche voller kleiner Abenteuer erlebt: Wir sind mit der Seilbahn gefahren, haben uns im Wald verlaufen, Pilze gesammelt, einen Regenbogen entdeckt, die Felsenstadt Adršpach erkundet, sind zum Mummelfall gelaufen und haben spontan eine 30-Kilometer-Wanderung zum höchsten Wasserfall Tschechiens daraus gemacht.

Dazu kamen Sauna, Massagen, gutes Essen und ein Hotel, das für vergleichsweise wenig Geld wirklich viel geboten hat.

Harrachov ist vielleicht nicht der Ort für den großen Luxusurlaub.

Aber genau das muss er auch gar nicht sein.

Für mich war es eher Back to the roots.

Natur statt Programm.

Bewegung statt Liegestuhl.

Sauna statt Party.

Und abends eine kleine Kneipe im Ort statt schickem Restaurant.

Wer einen günstigen Urlaub im Riesengebirge sucht und dabei Wandern, Wellness und Natur verbinden möchte, sollte Harrachov meiner Meinung nach definitiv auf dem Schirm haben.

Ich würde jederzeit wiederkommen.

Vielleicht beim nächsten Mal sogar mit einer heruntergeladenen Offline-Karte.

Sri Lanka

Sri Lanka und Malediven - die perfekte Kombination aus Abendteuer und Erholung

Sri Lanka Rundreise mit Malediven: Meine perfekte Kombination aus Abenteuer, Natur und Erholung Wenn mich jemand nach einer Reise fragt, die Abenteuer, Natur, Kultur und Entspannung miteinander verbindet, fällt mir sofort eine Kombination ein: eine S
Christiane Seliger
15.10.2026
•
5 min Lesezeit

Sri Lanka Rundreise mit Malediven: Meine perfekte Kombination aus Abenteuer, Natur und Erholung

Wenn mich jemand nach einer Reise fragt, die Abenteuer, Natur, Kultur und Entspannung miteinander verbindet, fällt mir sofort eine Kombination ein: eine Sri Lanka Rundreise mit anschließendem Urlaub auf den Malediven.

Genau diese Reise habe ich 2025 selbst gemacht – und obwohl seitdem einige neue Erlebnisse dazugekommen sind, denke ich noch immer regelmäßig daran zurück. Nicht, weil danach nichts Spannendes passiert ist, sondern weil diese Reise so viele unterschiedliche Momente vereint hat: aufregende Tierbeobachtungen, beeindruckende Landschaften, herzliche Begegnungen und schließlich ein paar entspannte Tage im Paradies.

Sri Lanka ist ein Land voller Gegensätze. Auf einer einzigen Reise erlebt man historische Tempel, grüne Teeplantagen, wilde Nationalparks, traumhafte Strände und eine Kultur, die unglaublich lebendig ist.

Gleichzeitig ist Sri Lanka nicht perfekt organisiert – und genau das macht für mich einen Teil des Charmes aus. Der chaotische Verkehr, die bunten Straßen, die spontanen Begegnungen und die herzliche Gastfreundschaft der Menschen machen jede Fahrt und jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer.

Unsere Route durch Sri Lanka führte uns von den kulturellen Highlights rund um Sigiriya über die berühmte Zugstrecke nach Ella und eine Elefanten-Safari im Udawalawe Nationalpark bis an die Südküste. Zum Abschluss ging es für einige entspannte Tage auf die Malediven – die perfekte Ergänzung nach zwei intensiven Wochen voller Eindrücke.

Unsere Sri Lanka Route: Von Sigiriya bis an die Südküste

Unsere Rundreise durch Sri Lanka begann in Sigiriya, einer Region, die für viele Reisende zu den absoluten Highlights des Landes gehört.

Hier verbrachten wir zwei Nächte – und schon der erste Stopp zeigte uns, warum Sri Lanka als eines der abwechslungsreichsten Reiseziele Asiens gilt.

Zwischen historischen Bauwerken, tropischer Natur und einer beeindruckenden Tierwelt gibt es in dieser Gegend unglaublich viel zu entdecken.

Sigiriya und Pidurangala Rock: Der perfekte Sonnenaufgang über Sri Lanka

Natürlich durfte bei unserer Reise eines der bekanntesten Wahrzeichen Sri Lankas nicht fehlen: der berühmte Lion Rock.

Noch beeindruckender fand ich persönlich allerdings den Aufstieg zum Pidurangala Rock. Von dort oben hat man einen spektakulären Blick auf den Lion Rock und die umliegende Landschaft – besonders zum Sonnenaufgang.

Für diesen Moment standen wir sehr früh auf.

Über unser Hotel organisierten wir uns ein Tuk-Tuk, das uns noch im Dunkeln zum Ausgangspunkt brachte. Als wir ankamen, war es tatsächlich noch komplett dunkel und die Umgebung wirkte fast ein wenig geheimnisvoll.

Vor der Reise hatte ich gelesen, dass es sich beim Pidurangala Rock um eine leichte Wanderung handelt. Also machte ich das, was ich in warmen Ländern häufiger mache: Ich startete in Flip-Flops und einem langen Kleid.

Das Kleid war tatsächlich gar keine schlechte Entscheidung, denn der Weg führt zunächst durch einen Tempelbereich, in dem Schultern und Knie bedeckt sein müssen.

Die Flip-Flops hingegen waren definitiv nicht die beste Idee.

Pidurangala Rock Wanderung: Warum feste Schuhe die bessere Wahl sind

Von einer entspannten kleinen Wanderung würde ich persönlich nicht sprechen.

Der Weg führt über zahlreiche unregelmäßige Stufen stetig bergauf. Kurz vor dem Aussichtspunkt wird es deutlich anspruchsvoller und aus der Wanderung wird eher eine kleine Kletterpartie.

Um den Gipfel zu erreichen, muss man über große Felsen steigen und sich teilweise den besten Weg suchen.

Mit Flip-Flops war das eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde – allerdings nicht unbedingt eine, die ich wiederholen möchte.

Mein Tipp für alle, die den Pidurangala Rock besuchen möchten: Zieht feste Schuhe an. Sie machen den Aufstieg deutlich angenehmer und sicherer.

Oben angekommen waren die Strapazen jedoch sofort vergessen.

Als die Sonne langsam über der Landschaft Sri Lankas aufging und der Lion Rock aus dem Morgennebel auftauchte, wussten wir sofort, warum dieser Ort zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas gehört.

Dieser Moment war einer der Höhepunkte unserer gesamten Reise.

Lion Rock oder Pidurangala Rock: Welche Wanderung lohnt sich mehr?

Der Lion Rock ist ohne Frage eines der bekanntesten Wahrzeichen Sri Lankas und für viele Erstbesucher ein absolutes Muss.

Der historische Felsen mit seiner beeindruckenden Lage und Geschichte ist einzigartig. Allerdings ist der Eintritt deutlich teurer und lag bei unserem Besuch bei rund 30 US-Dollar pro Person.

Der Pidurangala Rock kostet dagegen nur einen Bruchteil davon und bietet meiner Meinung nach den spektakuläreren Blick, weil man von dort aus den Lion Rock selbst sehen kann.

Wenn ich heute noch einmal nach Sri Lanka reisen würde, würde ich wahrscheinlich wieder den Pidurangala Rock wählen.

Für eine erste Sri Lanka Reise würde ich trotzdem empfehlen, beide Orte einzuplanen. Sie bieten zwei völlig unterschiedliche Perspektiven auf diese beeindruckende Region.

Affen, Tempel und kleine Momente: Das macht Sri Lanka besonders

Was mir neben den großen Sehenswürdigkeiten besonders gefallen hat, waren die kleinen Begegnungen unterwegs.

Während unserer Wanderungen begegneten wir immer wieder Affen, die durch die Bäume sprangen oder entspannt am Wegesrand saßen.

Sie kamen erstaunlich nah, wirkten dabei aber völlig ruhig.

Genau diese unerwarteten Momente sind es, die Reisen für mich besonders machen. Nicht nur die Sehenswürdigkeiten selbst bleiben im Gedächtnis, sondern auch die Situationen dazwischen.

Dambulla und Kandy: Kultur und die berühmteste Zugfahrt Sri Lankas

Nach unseren Tagen rund um Sigiriya ging unsere Sri Lanka Rundreise weiter Richtung Kandy.

Auf dem Weg dorthin legten wir einen Stopp am Dambulla Cave Temple ein – einem der bedeutendsten kulturellen Highlights Sri Lankas.

Der buddhistische Höhlentempel besteht aus mehreren miteinander verbundenen Höhlen, die mit beeindruckenden Buddha-Statuen, farbenfrohen Wandmalereien und jahrhundertealter Geschichte gefüllt sind.

Schon beim Betreten der Anlage spürt man, dass dieser Ort nicht nur eine Sehenswürdigkeit für Besucher ist, sondern bis heute eine wichtige religiöse Bedeutung für die Menschen vor Ort hat.

Gerade diese Mischung aus Kultur, Spiritualität und Geschichte macht viele Orte in Sri Lanka so besonders.

Kandy: Das kulturelle Herz Sri Lankas

Unsere nächste Station war Kandy, die ehemalige Königsstadt im Zentrum des Landes.

Die Stadt gilt als kulturelles Zentrum Sri Lankas und ist vor allem für den berühmten Zahntempel bekannt. Auch wenn wir nur eine Nacht dort verbrachten, war Kandy für uns der perfekte Ausgangspunkt für eines der absoluten Highlights jeder Sri-Lanka-Reise:

Die Zugfahrt von Kandy nach Ella.

Diese Strecke zählt nicht ohne Grund zu den schönsten Zugfahrten der Welt.

Zugfahrt von Kandy nach Ella: Durch Teeplantagen und Berglandschaften

Schon vor unserer Reise hatten wir gehört, dass die Zugfahrt von Kandy nach Ella ein Erlebnis für sich sein soll.

Und tatsächlich: Sie hielt alles, was wir uns davon versprochen hatten.

Die Bahn schlängelt sich langsam durch die grünen Berge des Hochlands, vorbei an endlosen Teeplantagen, Wasserfällen, kleinen Dörfern und beeindruckenden Aussichtspunkten.

Besonders schön war, dass man während der gesamten Fahrt nicht nur aus dem Fenster schaut, sondern wirklich Teil der Landschaft wird.

Die offenen Türen, der Fahrtwind und die wechselnden Ausblicke machen diese Zugfahrt zu einem Erlebnis, das man nicht einfach nur fotografiert – man erlebt es.

Mein Tipp für alle, die diese Zugstrecke ebenfalls planen:

Reserviert die Tickets unbedingt frühzeitig. Gerade die beliebten Plätze in den schöneren Klassen sind schnell vergeben.

Wir hatten unsere Tickets vorab organisiert und waren froh darüber, denn die Strecke zwischen Kandy und Ella gehört zu den beliebtesten Aktivitäten in Sri Lanka.

Ella: Wandern, Natur und entspannte Atmosphäre

Nach der Zugfahrt erreichten wir Ella – einen kleinen Ort mitten in den Bergen, der sich deutlich entspannter anfühlt als viele andere Stationen unserer Sri Lanka Rundreise.

Ella ist besonders bei Naturliebhabern, Wanderern und Backpackern beliebt.

Der Ort verbindet wunderschöne Landschaften mit gemütlichen Cafés, kleinen Restaurants und einer entspannten Atmosphäre.

Hier verbrachten wir zwei Nächte und nutzten die Zeit, um die Umgebung zu erkunden.

Little Adam’s Peak: Eine einfache Wanderung mit großer Aussicht

Eines unserer Highlights in Ella war die Wanderung zum Little Adam’s Peak.

Im Vergleich zum Pidurangala Rock ist der Aufstieg deutlich einfacher und auch für weniger erfahrene Wanderer gut machbar.

Der Weg führt durch grüne Landschaften und Teeplantagen und bietet bereits während der Wanderung tolle Ausblicke.

Obwohl die Wanderung unkompliziert ist, lohnt sich der Aufstieg besonders wegen der Aussicht vom Gipfel.

Für alle, die in Ella nicht viel Zeit haben, ist der Little Adam’s Peak deshalb eine Sehenswürdigkeit, die ich definitiv empfehlen würde.

Nine Arch Bridge: Das bekannte Fotomotiv in Ella

Natürlich durfte auch die berühmte Nine Arch Bridge nicht fehlen.

Die historische Eisenbahnbrücke gehört zu den bekanntesten Fotospots Sri Lankas und ist nur einen kurzen Spaziergang von Ella entfernt.

Wir haben dort einen klassischen Fotostopp eingelegt – und auch wenn der Ort inzwischen sehr bekannt ist, lohnt sich der Besuch.

Besonders schön ist der Moment, wenn ein Zug über die Brücke fährt und sich durch die grüne Landschaft bewegt.

Auch hier zeigt sich wieder, was Sri Lanka so besonders macht: Selbst bekannte Sehenswürdigkeiten wirken durch die natürliche Umgebung noch einmal ganz anders.

Udawalawe Nationalpark: Elefanten-Safari als eines der größten Highlights unserer Sri Lanka Reise

Nach den kulturellen Sehenswürdigkeiten, den Bergen und den beeindruckenden Landschaften im Landesinneren wartete eines der Erlebnisse auf uns, auf das ich mich besonders gefreut hatte: eine Safari in Sri Lanka.

Zwei Tage verbrachten wir in der Region rund um den Udawalawe Nationalpark – und dieser Aufenthalt gehört bis heute zu meinen schönsten Reiseerinnerungen.

Wer Elefanten liebt, sollte den Udawalawe Nationalpark bei einer Sri Lanka Rundreise unbedingt einplanen.

Schon während der ersten Minuten unserer Safari wurde klar, warum dieser Nationalpark so beliebt ist.

Immer wieder tauchten neue Elefantenherden auf. Manche Tiere liefen entspannt durch die Landschaft, andere standen direkt neben den Wegen oder bewegten sich langsam durch das hohe Gras.

Teilweise hatten wir tatsächlich das Gefühl, von einer Elefantenfamilie zur nächsten zu fahren.

Für viele Menschen sind Elefanten ein Symbol für Sri Lanka – und sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, war für mich ein unglaublich besonderer Moment.

Anders als in Zoos oder Tierparks erlebt man hier Tiere, die einfach ihrem natürlichen Rhythmus folgen.

Genau diese Nähe zur Natur macht eine Safari in Sri Lanka für mich so einzigartig.

Udawalawe oder Yala Nationalpark: Welcher Nationalpark lohnt sich mehr?

Bei der Planung einer Sri Lanka Rundreise stellt sich vielen Reisenden die Frage: Udawalawe oder Yala Nationalpark?

Beide Nationalparks haben ihre eigenen Stärken.

Der Yala Nationalpark ist besonders bekannt für seine Leopardenpopulation. Die Chance, einen Leoparden zu sehen, ist dort höher als in vielen anderen Nationalparks Sri Lankas.

Allerdings gibt es auch im Yala Nationalpark keine Garantie für eine Sichtung.

Der Udawalawe Nationalpark ist dagegen vor allem für seine Elefanten bekannt und bietet sehr gute Möglichkeiten, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Da Elefanten zu meinen absoluten Lieblingstieren gehören, war Udawalawe für mich persönlich die perfekte Wahl.

Eine Leoparden-Sichtung hatten wir dort zwar nicht – allerdings hätte dieser Moment unsere Safari kaum schöner machen können. Die Begegnungen mit den Elefanten waren für mich bereits etwas ganz Besonderes.

Sri Lankas Südküste: Entspannung nach vielen Erlebnissen

Nach den vielen Eindrücken im Landesinneren führte uns unsere Route weiter Richtung Süden.

Nach Tagen voller Kultur, Wanderungen und Safari freuten wir uns darauf, etwas langsamer zu machen und das Meer zu genießen.

Unsere letzten Tage in Sri Lanka verbrachten wir in Weligama und Mirissa – zwei Orte an der Südküste, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Weligama und Mirissa: Surfen, Strände und Sonnenuntergänge

Weligama ist besonders bei Surfern beliebt und bietet ideale Bedingungen für Anfänger und alle, die ihre ersten Erfahrungen auf dem Brett sammeln möchten.

Mirissa hingegen wirkt etwas entspannter und ist bekannt für seine schönen Strände, gemütlichen Restaurants und spektakulären Sonnenuntergänge.

Wir verbrachten in dieser Zeit viel Zeit am Meer, gingen fast täglich surfen und genossen dieses besondere Lebensgefühl, das die Südküste Sri Lankas ausstrahlt.

Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Tage war es schön, einfach mal weniger zu planen und den Moment zu genießen.

Die schönsten Ausflüge rund um Weligama und Mirissa

Auch an der Südküste gibt es einige Orte, die man während einer Sri Lanka Reise nicht verpassen sollte.

Besonders gefallen haben mir:

Turtle Beach

Am Turtle Beach kann man mit etwas Glück Meeresschildkröten beobachten, die relativ nah an die Küste kommen.

Diese Begegnungen wirken zunächst fast unwirklich: Man steht im Wasser und plötzlich taucht neben einem eine Schildkröte auf.

Auch wenn man natürlich respektvoll Abstand halten sollte, sind solche Momente etwas, das man nicht so schnell vergisst.

Coconut Hill in Mirissa

Ein weiterer schöner Ort ist Coconut Hill in Mirissa.

Die kleine Landzunge mit den vielen Palmen bietet einen wunderschönen Blick über den Indischen Ozean und ist besonders zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang ein beliebter Fotospot.

Für mich waren es genau diese ruhigen Momente am Meer, die einen perfekten Ausgleich zu den vielen Abenteuern der ersten Hälfte unserer Reise geschaffen haben.

Nach fast zwei Wochen voller Eindrücke, Begegnungen und neuer Erfahrungen hieß es jedoch langsam Abschied nehmen von Sri Lanka.

Doch unsere Reise war noch nicht vorbei.

Denn als nächstes wartete ein kompletter Kontrast auf uns:

Die Malediven.

Meine Ausflugstipps für dich:

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