

London – wo Träume Wirklichkeit werden
Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.
Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.
Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.
Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.
Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.
Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.
Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.
Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.
Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.
Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.
Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.
Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.
Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.
Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.
Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.
Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.
Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.
London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.
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Manchmal entstehen die schönsten Reisen völlig spontan. Genau so war es bei unserem Wintertrip nach Riga. Eigentlich wollten wir im Dezember einfach noch einmal für ein paar Tage dem Alltag entfliehen. Das Budget war überschaubar, wir hatten beide bereits einige Reisen hinter uns und suchten einfach nach einem Ziel, das wir beide noch nicht kannten. Bei der Recherche tauchte plötzlich Riga auf. Ein kurzer Blick auf die Sehenswürdigkeiten, der berühmte Berg der Kreuze und ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt - mehr brauchten wir eigentlich nicht. Wenige Minuten später waren die Flüge gebucht.
Riga gehört für mich zu den unterschätztesten Städtereisezielen Europas. Gerade zur Weihnachtszeit entfaltet die lettische Hauptstadt ihren ganze eigenen Charme. Verschneite Gassen, trockene Winterkälte, gemütliche Cafés und historische Gebäude sorgen für eine Atmosphäre, die man so nur selten erlebt.
Anreise nach Riga - Direktflug ab Berlin
Wir sind direkt mit Ryanair von Berlin nach Riga geflogen. Der Flug dauert gerade einmal rund zwei Stunden und eignet sich deshalb perfekt für einen verlängerten Wochenendtrip oder einen fünftägigen Städtetrip.
Schon bei der Landung fiel uns auf, wie ruhig alles war. Kein hektisches Großstadtgefühl, sondern eine entspannte Atmosphäre. Genau das sollte sich während der gesamten Reise bestätigen. Für den Transfer vom Flughafen in die Innenstadt hatten wir vorab über Booking einen Shuttle gebucht. Das funktionierte problemlos und brachte uns direkt bis vor unser Hotel.
Unser Hotel in Riga
Unser Hotel lag sehr zentral. Gegenüber befand sich zwar gerade eine Baustelle, gestört hat uns das allerdings kaum. Dadurch konnten wir die Altstadt bequem zu Fuß erkunden und mussten nur selten auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.
Gerade im Winter empfand ich die zentrale Lage als großen Vorteil. Nach ein paar Stunden auf dem Weihnachtsmarkt oder einem längeren Spaziergang durch die verschneite Altstadt war man schnell wieder im Warmen.
Fortbewegung in Riga - Mein Geheimtipp heißt Bolt
Wenn ich einen einzigen Tipp für Riga geben müsste, dann wäre es dieser: Ladet euch Bolt herunter.
Während unseres Aufenthalts war Bolt unglaublich günstig. Viele Fahrten kosteten gerade einmal vier oder fünf Euro. Dadurch mussten wir überhaupt nicht überlegen, ob wir laufen oder fahren. Gerade im Winter, wenn es draußen dauerhaft unter null Grad hat, spart man sich damit einiges an Zeit und bleibt trotzdem flexibel. Für längere Strecken - beispielsweise nach Jurmala - haben wir dagegen den Zug genutzt. Auch das funktionierte überraschend unkompliziert.
Riga zur Weihnachtszeit - Eine Stadt voller Atmosphäre
Wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück. Statt Regen erwarteten uns angenehme Minusgrade von ungefähr fünf Grad. Die Kälte war trocken und dadurch wesenlich angenehmer als die feuchte Winterkälte, die man häufig aus Deutschland kennt. Dazu kamen verschneite Straßen, festlich geschmückte Häuser und überall kleine Lichterketten. Gerade abends wirkte Riga unglaublich gemütlich. Der Weihnachtsmakrt gehört zwar nicht zu den größten Europas, dafür aber definitiv zu den stimmungsvollsten. Zwischen den kleinen Holzhütten gab es regionales Kunsthandwerk, warme Getränke und jede Menge lettische Spezialitäten zu entdecken. Ich habe dort gefühlt jeden Abend Pelmeni gegessen - mal klassisch gekocht, mal angebraten und jedes Mal mit einer anderen Füllung. Wenn ihr gerne lokale Küche ausprobiert, seid ihr hier genau richtig.
Gingerbread Glühwein & Black Balsam - Zwei Spezialitäten aus Lettland
Natürlich durfte auch der berühmte Gingerbread Glühwein nicht fehlen. Den haben wir direkt am ersten Abend auf dem Weihnachtsmarkt probiert. Geschmacklich erinnert er an flüssigen Lebkuchen - definitiv mal etwas anderes. Obwohl…. ganz ehrlich: Mein Fall war es nicht unbedingt. Am nächsten Morgen mussten wir früh zum Tagesausflug aufbrechen und mir ging es überhaupt nicht gut.
Deutlich überzeugender fand ich dagegen den berühmten Riga Black Balsam. Auf Empfehlung eines Freundes kauften wir gleich mehrere Flaschen als Mitbringsel. Der Kräuterlikör wir nach einem traditionellen Rezept aus zahlreichen Kräutern hergestellt und gilt in Lettland fast schon als Hausmittel gegen Erkältungen. Zu Hause habe ich ihn tatsächlich ausprobiert, als ich krank war - und ich muss sagen: Ganz ohne Wirkung war es definitiv nicht.
Museum of Illusions – Perfekt für Regentage und Familien
Eines unserer Highlights in Riga war außerdem das Museum of Illusions.
Normalerweise bin ich bei solchen Museen eher skeptisch. Viele wirken nach kurzer Zeit ziemlich eintönig.
Dieses hier hat mich allerdings positiv überrascht.
Fast jede Station war interaktiv. Es gab Spiegelräume, optische Täuschungen und zahlreiche Fotomotive, bei denen man selbst Teil der Illusion wurde.
Gerade wenn ihr zu zweit oder mit Freunden unterwegs seid, macht das unglaublich viel Spaß.
Für Familien mit Kindern würde ich das Museum ebenfalls jederzeit empfehlen.
Eine Kerze im Dom von Riga
Wie auf vielen unserer Reisen durfte auch diesmal ein Besuch in einer Kirche nicht fehlen.
Wir sind durch den Dom von Riga geschlendert, haben uns ein wenig Zeit genommen und natürlich wieder eine Kerze angezündet.
Gerade in der Weihnachtszeit hatte dieser Ort noch einmal eine ganz besondere Stimmung. Draußen herrschte winterliches Treiben, drinnen war es ruhig und angenehm warm.
Solche kleinen Momente sind oft die, an die ich mich später am meisten erinnere.
Lohnt sich der Zentralmarkt?
Natürlich wollten wir auch den berühmten Zentralmarkt von Riga besuchen.
Ich hatte vorher ehrlich gesagt etwas anderes erwartet.
Gedanklich hatte ich eher die Foodhallen in Amsterdam im Kopf – mit vielen kleinen Ständen und frisch zubereiteten Gerichten.
Tatsächlich handelt es sich aber eher um einen klassischen Markt, auf dem überwiegend Einheimische einkaufen. Fleisch, Fisch, Gemüse und regionale Produkte stehen hier im Mittelpunkt.
Interessant war der Besuch auf jeden Fall, allein schon, um einen Einblick in den Alltag der Letten zu bekommen.
Ein absolutes Highlight war der Markt für mich persönlich allerdings nicht.
Der Berg der Kreuze – Der beeindruckendste Ausflug unserer Lettland-Reise
Wenn ihr während eurer Reise nach Riga nur einen einzigen Tagesausflug machen möchtet, dann sollte es definitiv der Berg der Kreuze sein.
Den Ausflug hatten wir bereits vor unserer Reise über GetYourGuide gebucht. Der große Vorteil: Der Transfer ab Riga war bereits inklusive. Wir wurden früh morgens direkt in der Innenstadt abgeholt und mussten uns um nichts kümmern.
Die Fahrt dauert zwar rund zwei Stunden pro Strecke, aber schon unterwegs hat sich der Ausflug gelohnt. Unser Fahrer sprach sehr gut Englisch und erzählte uns unglaublich viel über Lettland, die Geschichte des Landes und das Leben der Menschen dort. Dadurch verging die Zeit fast wie im Flug. Wir waren insgesamt nur zu dritt im Auto. Eine weitere Mitreisende aus unserer Gruppe verschlief allerdings fast die komplette Fahrt - umso mehr kontnen wir die spannenden Gespräche mit unserem Fahrer genießen.
Der Berg der Kreuze im Winter - Mystisch und unglaublich beeindruckend
Als wir ankamen, wusste ich sofort, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte.
Der gesamte Berg lag im Nebel. Dazu kam der frische Schnee, der überall zwischen den Millionen von Kreuzen lag. Die Atmosphäre war gleichzeitig ruhig, nachdenklich und irgendwie magisch.
Man steht dort zwischen unzähligen Kreuzen, die Menschen aus aller Welt im Laufe der Jahrzehnte aufgestellt haben. Unser Fahrer erzählte uns viel über die Geschichte dieses besonderen Ortes und erklärte, warum der Berg bis heute für viele Menschen ein Symbol für Hoffnung, Glauben und Freiheit ist.
Ich glaube, genau dieses Winterwetter hat den Moment noch einmal verstärkt. Bei Sonnenschein hätte der Ort sicherlich ebenfalls beeindruckt – aber dieser Nebel und die verschneite Landschaft haben dem Ganzen eine fast mystische Stimmung verliehen.
Für mich war das ohne Frage das Highlight der gesamten Reise.
Jurmala Beach - Ein kilometerlanger Sandstrand im Winter
An einem weiteren Tag wollten wir noch etwas mehr von Lettland entdecken und sind deshalb mit dem Zug nach Jurmala gefahren.
Die Tickets haben wir direkt am Bahnhof gekauft. Das war unkompliziert und günstig, außerdem erklärte uns die Mitarbeiterin direkt, wann unser letzter Zug zurück nach Riga fährt.
Schon die Zugfahrt war entspannt.
Am Strand angekommen erwartete uns ein komplett anderes Bild als man es normalerweise von einem Badeort kennt.
Statt Sonnenliegen und Badegästen lagen Schnee und Eis auf dem kilometerlangen Sandstrand.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hatte dieser Ort etwas ganz Besonderes.
Wir sind lange am Wasser entlang spaziert, haben die Ruhe genossen und uns vorgestellt, wie belebt der Strand wohl im Sommer sein muss.
Ich könnte mir gut vorstellen, Lettland irgendwann noch einmal in der warmen Jahreszeit zu besuchen.
Ein weiterer Tipp für den Sommer: Der Kemeri-Nationalpark
Leider fehlte uns während dieser Reise die Zeit für den Ķemeri-Nationalpark.
Eigentlich stand er auf unserer Liste, aber fünf Tage vergehen in Riga schneller als gedacht.
Wenn ich noch einmal nach Lettland reisen würde – vor allem im Sommer –, würde ich diesen Nationalpark definitiv mit einplanen. Besonders die bekannten Moorlandschaften und Holzstege sehen auf Bildern unglaublich schön aus und wären sicherlich eine tolle Ergänzung zu einem Städtetrip nach Riga.
Mein Fazit: Warum Riga für mich zu den unterschätztesten Reisezielen Europas gehört
Ganz ehrlich?
Diese Reise haben wir damals fast blind gebucht.
Wir wollten einfach noch einmal spontan im Dezember verreisen, hatten ein begrenztes Budget und suchten nach einer Stadt, die wir beide noch nicht kannten.
Dass daraus einer unserer schönsten Winter-Städtetrips werden würde, hätten wir vorher nie gedacht.
Riga hat genau die richtige Größe. Die Altstadt ist gemütlich, alles wirkt entspannt und gleichzeitig gibt es genug zu entdecken. Dazu kommen die verschneite Atmosphäre, der wunderschöne Weihnachtsmarkt, leckeres Essen und außergewöhnliche Ausflugsziele wie der Berg der Kreuze oder Jurmala.
Gerade zur Weihnachtszeit hat die Stadt einen ganz besonderen Charme, den ich so vorher überhaupt nicht erwartet hätte.
Wenn ihr auf der Suche nach einem Reiseziel seid, das noch nicht von Touristen überlaufen ist, dann kann ich euch Riga wirklich ans Herz legen.
Und falls ihr mich fragt, welches Erlebnis mir bis heute am meisten in Erinnerung geblieben ist?
Ganz klar der verschneite Berg der Kreuze.
Allein für diesen Moment würde ich jederzeit wieder nach Lettland reisen.

Tschechien
Harrachov im Riesengebirge
Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben.
Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise.
Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp eine Woche nach Tschechien gefahren. Unser Plan war eigentlich ziemlich simpel: ein schönes, modernes Wellnesshotel, ein bisschen wandern, gut essen und vor allem runterkommen.
Keine Bucketlist, die wir abarbeiten mussten. Keine Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt sehen wollten. Einfach ein paar Tage raus aus dem Alltag.
Dass aus dieser entspannten Wellness-Auszeit am Ende unter anderem eine 30-Kilometer-Wanderung durch das Riesengebirge werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen.
Und genau das ist irgendwie typisch für uns.
Harrachov im Riesengebirge: Entspannte Auszeit nur vier Stunden von Deutschland entfernt
Harrachov liegt im Norden Tschechiens direkt am Rand des Riesengebirges und ist von Deutschland aus mit dem Auto überraschend schnell erreichbar.
Wir sind selbst mit dem Auto angereist und waren ungefähr vier Stunden unterwegs. Für einen Kurzurlaub oder eine spontane Auszeit ist die Region deshalb wirklich praktisch.
Unser Ziel war vor allem Erholung.
Wir hatten uns ein kleines, modernes Wellnesshotel ausgesucht, das im Vergleich zu vielen Unterkünften in den klassischen Alpenregionen erstaunlich günstig war. Unser Zimmer war modern eingerichtet, das Essen war gut und besonders schön war der Wellnessbereich.
Die Sauna hatte sogar einen direkten Blick auf die Skipiste.
Da wir im Oktober und damit außerhalb der Wintersaison dort waren, war im Hotel außerdem kaum etwas los. Teilweise hatten wir das Gefühl, den Wellnessbereich fast für uns alleine zu haben.
Genau das hatte ich mir unter einer Auszeit vorgestellt.
Und trotzdem waren wir fast jeden Tag unterwegs.
Ich merke mittlerweile, dass meine Reisen eigentlich fast immer aktiv sind. Strandurlaub, bei dem ich eine Woche lang nur auf einer Liege liege, ist einfach nicht so mein Ding.
Ich brauche Bewegung.
Und am liebsten verbinde ich sie mit Natur, gutem Essen und ein bisschen Wellness.
Harrachov hat dafür überraschend gut funktioniert.
Harrachov Sehenswürdigkeiten: Mit der Seilbahn ins Riesengebirge
Am ersten Tag wollten wir es trotzdem ruhig angehen lassen.
Eine der bekanntesten Attraktionen in Harrachov ist die Seilbahn, die direkt im Ort startet. Also entschieden wir uns, einfach einmal hochzufahren und anschließend zu Fuß wieder zurückzugehen.
Ein ziemlich guter Plan – zumindest theoretisch.
Oben angekommen, wurden wir direkt mit einer wunderschönen Herbstlandschaft belohnt. Im Oktober hatte sich das Laub bereits goldgelb verfärbt und überall im Wald entdeckten wir Pilze.
Wir sammelten einige davon und nahmen sie mit zurück ins Hotel, wo wir sie später in unserem Zimmer zum Trocknen auslegten.
Ein bisschen ungewöhnlich, aber irgendwie gehörte genau das zu unserer Reise.
Auf dem Weg nach unten entdeckten wir außerdem einen Regenbogen.
Und irgendwann verloren wir natürlich den Weg.
Wir liefen querfeldein und waren irgendwann nicht mehr ganz sicher, ob wir überhaupt noch auf einem offiziellen Wanderweg unterwegs waren.
Aber gut: Wir kamen wieder unten an.
Und genau deshalb würde ich diesen Tag auch nicht als Wanderung im klassischen Sinne bezeichnen. Es war eher unser erster kleiner Vorgeschmack darauf, dass wir in dieser Woche vielleicht nicht immer ganz nach Plan unterwegs sein würden.
Am Abend blieben wir im Hotel und aßen dort zu Abend.
Böhmische Küche, ein gemütliches Hotel und danach Sauna – für den ersten Urlaubstag konnte es schlechter laufen.
Ausflug von Harrachov Richtung Polen: Shopping und ein Wasserfall im Wald
Am nächsten Tag wollten wir etwas mehr von der Umgebung sehen.
Wir fuhren mit dem Auto Richtung Polen und verbanden den Ausflug kurzerhand mit einem Shoppingtrip.
Auf dem Rückweg machten wir spontan noch einen Stopp an einem Wasserfall, der mitten im Wald lag.
Vom Parkplatz aus führte ein Weg ungefähr eine halbe Stunde durch den Wald bis zur Wasserfallanlage. Für das Parken mussten wir eine kleine Gebühr bezahlen.
Schon am Weg dorthin merkte man, dass der Wasserfall eine beliebte Ausflugsattraktion in der Region ist. Vor Ort gab es sogar einen kleinen Imbiss, an dem man sich hinsetzen und etwas essen oder trinken konnte.
Nach dem Shopping war dieser spontane Zwischenstopp eigentlich genau das Richtige.
Wir schauten uns den Wasserfall an, liefen anschließend zurück zum Auto und fuhren wieder nach Harrachov.
Abends ging es diesmal nicht ins Hotelrestaurant, sondern in eine kleine Kneipe im Ort.
Und daraus wurde kurzerhand unsere Stammkneipe für den Rest des Aufenthalts.
Felsenstadt Adršpach: Ein Must-See im Riesengebirge
Am nächsten Tag stand für mich eines der schönsten Ausflugsziele unserer Reise auf dem Programm: die Felsenstadt Adršpach.
Wenn du im Riesengebirge unterwegs bist, würde ich diesen Ausflug definitiv einplanen.
Die Felsenstadt ist eine beeindruckende Landschaft aus riesigen Sandsteinformationen, schmalen Wegen und natürlichen Felsentoren. Durch die Felsen führt ein gut ausgebauter Rundweg, sodass man die Anlage entspannt erkunden kann.
Der Eintritt kostet zwar etwas, aber für die gepflegte Anlage und die besondere Landschaft lohnt sich das meiner Meinung nach absolut.
Besonders schön war bei uns der Zeitpunkt.
Wir waren Mitte Oktober dort und hatten Glück mit dem Wetter. Es war sonnig, das Laub hatte sich bereits goldgelb verfärbt und gleichzeitig waren nur wenige Besucher unterwegs.
Dadurch wirkte die gesamte Felsenstadt unglaublich ruhig.
Der See in der Felsenstadt: Herbstlandschaft wie in den Canadian Rockies
Auf dem Rundweg kommt man außerdem an einem See vorbei.
Und genau dort hatte ich einen dieser Momente, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Die Sonne schien, die Bäume rund um den See leuchteten in den unterschiedlichsten Herbstfarben und das Wasser war so ruhig und klar, dass sich die komplette Landschaft darin spiegelte.
Ich hatte tatsächlich kurz das Gefühl, irgendwo in den Canadian Rockies zu stehen.
Auf meinem Foto ist eine Ente auf dem Wasser zu sehen, während sich die goldenen Bäume dahinter spiegeln.
Das Bild gehört bis heute zu meinen liebsten Erinnerungen an diese Reise.
Die Felsenstadt Adršpach war für mich deshalb nicht einfach nur ein weiterer Punkt auf unserer Ausflugsliste, sondern wirklich einer der schönsten Orte, die wir während der Woche gesehen haben.
Mummelfall in Harrachov: Wandern und Wellness perfekt kombiniert
Am 16. Oktober wollten wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen.
Der Mummelfall, beziehungsweise Mumlavský vodopád, liegt direkt bei Harrachov und lässt sich von vielen Unterkünften im Ort problemlos zu Fuß erreichen.
Von unserem Hotel aus war der Weg eher ein Spaziergang als eine richtige Wanderung.
Wir liefen durch den Herbstwald zum Wasserfall, genossen die Natur und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.
Genau solche kleinen Wanderungen fand ich an Harrachov so angenehm.
Man muss nicht jedes Mal einen ganzen Tag unterwegs sein. Viele Sehenswürdigkeiten und Wanderwege liegen direkt vor der Haustür.
Und danach wartet im besten Fall die Sauna.
Wellness in Harrachov: Sauna, Massage und eine kleine kreative Pause
Nach dem Spaziergang zum Mummelfall gönnten wir uns noch etwas Besonderes:
eine Massage.
Wir entschieden uns für eine Fußmassage und eine klassische Massage.
Und genau das war einer der Vorteile unseres Aufenthalts in Harrachov: Wellnessanwendungen waren im Vergleich zu Deutschland und vielen bekannten Wellnessregionen relativ günstig, sodass man sich so etwas auch spontan gönnen konnte.
Die Massage war unglaublich wohltuend.
Anschließend ging es natürlich wieder in die Sauna.
An den meisten Abenden gehörte die Sauna zu unserem festen Tagesprogramm. Nur nach unserer großen Wanderung am nächsten Tag waren wir dafür definitiv zu müde.
An einem weiteren Nachmittag wurden wir außerdem kreativ und gestalteten unsere eigenen Gläser.
Wir haben unsere eigenen Aperol- und Lele-Gläser bemalt.
Es war eigentlich nur eine kleine Beschäftigung für zwischendurch, aber genau solche Dinge machen für mich eine gelungene Auszeit aus: Man muss nicht ständig etwas unternehmen.
Man kann auch einfach mal einen Nachmittag im Hotel verbringen.
Wandern im Riesengebirge: Unsere völlig ungeplante 30-Kilometer-Tour
Und dann kam der 17. Oktober.
Der Tag, an dem aus unserer entspannten Wellnessreise plötzlich eine ziemlich ambitionierte Wanderung wurde.
Wir wollten unbedingt den Pančavský vodopád sehen – den höchsten Wasserfall Tschechiens.
Der Wasserfall liegt im Riesengebirge im Gebiet des Nationalparks und ist von Harrachov aus nicht gerade um die Ecke.
Unser Navi zeigte ungefähr zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto an.
Wir schauten auf die Entfernung und dachten:
„Das sind doch nur ungefähr 15 Kilometer.“
Also beschlossen wir kurzerhand:
Wir laufen.
Rückblickend war das vermutlich nicht unsere cleverste Entscheidung.
Wir hatten zwar Wanderschuhe an, aber ansonsten waren wir alles andere als professionell für eine solche Tour vorbereitet.
Wir hatten eine kleine Flasche Wasser dabei.
Ein Hanuta.
Und natürlich meine Kamera.
Die Kamera war mir wichtig.
Wasser offenbar weniger.
Außerdem hatten wir die Karte nicht offline gespeichert.
Kein Empfang.
Keine vernünftige Vorbereitung.
Aber dafür jede Menge Motivation.
Pančavský vodopád: Wenn Google Maps plötzlich keine gute Idee mehr ist
Wir starteten morgens voller Elan.
Der Weg führte zunächst wieder am Mummelfall vorbei und anschließend immer weiter bergauf.
Es war kein besonders steiler Anstieg, aber es ging wirklich dauerhaft nach oben.
Irgendwann waren wir schon ziemlich genervt.
Und dann kamen wir immer weiter ins Nirgendwo.
Die Menschen wurden weniger.
Der Empfang verschwand.
Und irgendwann begegneten uns überhaupt keine anderen Wanderer mehr.
Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir auf der gesamten Strecke vielleicht acht Menschen gesehen.
Und die meisten davon waren tatsächlich erst in der Nähe des Wasserfalls.
Irgendwann kamen wir an eine Weggabelung.
Auf der Karte sah es für uns allerdings nicht nach zwei Wegen aus.
Ein Weg führte leicht bergab.
Der andere geradeaus.
Da wir keinen Empfang hatten und die Karte nicht offline gespeichert war, konnten wir nicht überprüfen, welcher Weg der richtige war.
Also liefen wir geradeaus.
Natürlich.
Und natürlich war das falsch.
Durch den Sumpf statt über die Brücke
Google Maps hatte inzwischen einen ganz eigenen Plan für uns.
Laut Navi sollten wir einfach noch ungefähr 20 Meter geradeaus laufen und dann wieder auf den richtigen Weg kommen.
Das Problem:
Vor uns lag ein Sumpf.
Und dahinter ein ziemlich steiler Hang.
Der Hang war voller Brombeeren, umgestürzter Bäume, Baumstümpfe und Äste.
Also im Grunde einfach Wald.
Nur nicht der Wald, durch den man gemütlich spazieren möchte.
Unsere Wanderschuhe waren zwar vorhanden, aber definitiv nicht dafür gemacht, durch einen Sumpf zu stapfen.
An dieser Stelle mussten wir beide erst einmal ziemlich durchatmen.
Denn inzwischen war uns klar:
Der eigentliche Weg war gar nicht so weit entfernt.
Wir hätten an der Gabelung einfach den Weg links bergab nehmen müssen. Dort hätte eine Brücke über das Wasser geführt und wir wären anschließend problemlos auf dem richtigen Wanderweg gelandet.
Stattdessen standen wir nun im Sumpf.
Wir waren genervt, hatten keinen Empfang und waren irgendwo mitten im Wald.
Kurz gesagt:
Wir hatten beide einen kleinen Nervenzusammenbruch.
Und ganz ehrlich: In diesem Moment war das auch absolut verständlich.
Denn wenn dort tatsächlich etwas passiert wäre, hätten wir ein echtes Problem gehabt.
Kein Netz.
Kaum Menschen.
Und Harrachov war ziemlich weit entfernt.
Unüberlegt war die Tour definitiv.
Aber abbrechen wollten wir trotzdem nicht.
Also kämpften wir uns durch Sumpf und Wald, kletterten den Hang hinauf und schafften es irgendwann tatsächlich zurück auf den richtigen Weg.
Und dann ging es weiter.
Der höchste Wasserfall Tschechiens: Pančavský vodopád
Nach diesem kleinen Abenteuer erreichten wir schließlich den Nationalpark und kamen irgendwann am Pančavský vodopád an.
Und plötzlich war der ganze Ärger vergessen.
Der Pančavský vodopád ist mit rund 148 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Tschechiens.
Wir konnten ihn allerdings nur von oben beziehungsweise seitlich betrachten.
Eine Drohne hatten wir natürlich nicht dabei – obwohl ich rückblickend wirklich gerne eine Aufnahme von oben gehabt hätte.
Trotzdem war der Anblick beeindruckend.
Nach ungefähr 15 Kilometern Hinweg machten wir dort eine kurze Pause, aßen unser Hanuta und tranken etwas.
Und dann kam der Moment, in dem wir uns eingestehen mussten:
Wir müssen zurück.
Es war Oktober.
Und damit wurde es am Nachmittag ziemlich schnell dunkel.
Also machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Diesmal natürlich über die Brücke.
Man lernt ja dazu.
30 Kilometer Wandern im Riesengebirge: Unser längster Tag in Harrachov
Der Rückweg zog sich.
Wir liefen wieder durch den Nationalpark, anschließend den Weg zurück Richtung Harrachov und irgendwann kamen wir wieder in der Nähe des Mummelfalls an.
Es war inzwischen ungefähr fünf oder sechs Uhr am Nachmittag.
Und langsam wurde es dunkel.
Am Ende hatten wir an diesem Tag rund 30 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und ungefähr 40.000 Schritte gesammelt.
Für einen Tag, an dem wir morgens mit einem Hanuta und einer kleinen Flasche Wasser losgelaufen waren, gar nicht so schlecht.
War es anstrengend?
Oh ja.
Teilweise richtig.
Irgendwann läuft man einfach nur noch.
Man denkt nicht mehr darüber nach, ob die Füße wehtun oder wie viele Kilometer noch fehlen.
Man läuft.
Und läuft.
Und läuft.
Trotzdem fühlte es sich am Ende unglaublich gut an.
Als wir endlich unsere Stammkneipe erreichten, gingen wir sogar noch in voller Wanderkleidung hinein und aßen dort zu Abend.
Danach wollten wir eigentlich nur noch zurück ins Hotel, duschen und ins Bett.
Und trotzdem würde ich diese Wanderung heute tatsächlich wieder machen.
Nur mit einer Offline-Karte.
Mehr Wasser.
Und vielleicht ein bisschen besserer Vorbereitung.
Wellness nach der Wanderung: Warum wir trotzdem kaum Muskelkater hatten
Das Verrückte war:
Am nächsten Morgen hatten wir kaum Muskelkater.
Vielleicht lag es an der Massage am Vortag.
Vielleicht an den regelmäßigen Saunagängen.
Oder vielleicht waren wir einfach fitter, als wir dachten.
Unser Wellnesshotel war jedenfalls die perfekte Ergänzung zu den aktiven Tagen.
Bis auf den großen Wandertag waren wir eigentlich jeden Abend in der Sauna.
Nach einem langen Tag draußen in der Kälte in der Sauna zu sitzen und dabei auf die Skipiste zu schauen, war genau das, was wir nach unseren Wanderungen gebraucht haben.
Und genau diese Kombination aus Bewegung und Erholung hat mir an Harrachov besonders gut gefallen.
Harrachov im Oktober: Warum sich der Herbst für das Riesengebirge lohnt
Ich war im Oktober in Harrachov – und für mich war das eine richtig schöne Reisezeit.
Das Riesengebirge zeigt sich im Herbst von einer ganz anderen Seite.
Die Wälder färben sich goldgelb, die Temperaturen sind angenehm kühl zum Wandern und gleichzeitig ist deutlich weniger los als in der Hauptsaison.
Gerade an der Felsenstadt Adršpach haben wir davon profitiert.
Auch unser Hotel war aufgrund der Nebensaison sehr ruhig.
Wer also nicht unbedingt Schnee und Skifahren sucht, sondern Wandern, Wellness und Natur miteinander verbinden möchte, sollte den Herbst definitiv in Betracht ziehen.
Skifahren in Harrachov: Für Anfänger und Familien besonders interessant
Harrachov ist nicht nur ein Ziel für Wanderer und Wellnessurlauber.
Der Ort ist vor allem als Wintersportort bekannt.
Das Skigebiet ist meiner Meinung nach besonders für Anfänger und Familien interessant.
Wer riesige Skigebiete mit anspruchsvollen schwarzen Pisten und kilometerlangen Abfahrten sucht, wird in den österreichischen Alpen sicherlich mehr Auswahl finden.
Für Anfänger, Kinder und alle, die entspannt ein paar Tage Ski fahren möchten, bietet Harrachov aber eine angenehme Alternative.
Eine weitere bekannte Attraktion des Ortes ist die Skisprungschanze von Harrachov, die schon von Weitem auffällt und zum Ortsbild gehört.
Harrachov Sehenswürdigkeiten: Meine persönlichen Empfehlungen
Wenn du einen Urlaub in Harrachov planst, würde ich diese Erlebnisse auf meine persönliche Liste setzen:
- Mumlavský vodopád / Mummelfall – leicht erreichbar und perfekt für einen Spaziergang
- Felsenstadt Adršpach – für mich ein absolutes Muss
- Pančavský vodopád – spektakulär, aber nur mit guter Planung und passender Wanderroute
- Seilbahn in Harrachov – ideal, wenn man schnell Höhenmeter überwinden möchte
- Skisprungschanze Harrachov – eine interessante Sehenswürdigkeit direkt im Ort
- Wanderungen durch das Riesengebirge – besonders schön im Herbst
- Wellness und Sauna – perfekt als Ausgleich nach aktiven Tagen
Wie viele Tage braucht man für Harrachov?
Für Harrachov würde ich mindestens vier bis fünf Tage einplanen.
Wir waren knapp eine Woche dort und fanden diese Zeit perfekt.
So konnten wir verschiedene Wanderungen unternehmen, einen größeren Ausflug zur Felsenstadt machen und trotzdem genügend Zeit für Wellness und Erholung einplanen.
Gerade wenn du Harrachov mit Wellness und Wandern verbinden möchtest, würde ich nicht versuchen, jeden Tag komplett durchzuplanen.
Ein aktiver Tag.
Ein ruhiger Tag.
Vielleicht ein Ausflug.
Und dazwischen Sauna, gutes Essen und einfach mal nichts tun.
Genau dafür eignet sich die Region meiner Meinung nach besonders gut.
Mein Fazit: Harrachov ist perfekt für eine aktive Auszeit
Harrachov stand 2024 definitiv nicht auf meiner Bucketlist.
Und vielleicht war genau das das Schöne daran.
Ich hatte keine großen Erwartungen und wollte eigentlich nur ein paar Tage abschalten.
Am Ende habe ich eine Woche voller kleiner Abenteuer erlebt: Wir sind mit der Seilbahn gefahren, haben uns im Wald verlaufen, Pilze gesammelt, einen Regenbogen entdeckt, die Felsenstadt Adršpach erkundet, sind zum Mummelfall gelaufen und haben spontan eine 30-Kilometer-Wanderung zum höchsten Wasserfall Tschechiens daraus gemacht.
Dazu kamen Sauna, Massagen, gutes Essen und ein Hotel, das für vergleichsweise wenig Geld wirklich viel geboten hat.
Harrachov ist vielleicht nicht der Ort für den großen Luxusurlaub.
Aber genau das muss er auch gar nicht sein.
Für mich war es eher Back to the roots.
Natur statt Programm.
Bewegung statt Liegestuhl.
Sauna statt Party.
Und abends eine kleine Kneipe im Ort statt schickem Restaurant.
Wer einen günstigen Urlaub im Riesengebirge sucht und dabei Wandern, Wellness und Natur verbinden möchte, sollte Harrachov meiner Meinung nach definitiv auf dem Schirm haben.
Ich würde jederzeit wiederkommen.
Vielleicht beim nächsten Mal sogar mit einer heruntergeladenen Offline-Karte.

Schweiz
Schweiz
Eine Woche Auszeit in den Bergen
Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen.
Genau das war das Motto unserer Herbstreise in die Schweiz.
Für eine Woche zog es uns ins Kiental – eine Region, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Schweiz zeigte sich von ihrer vielleicht schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in warmen Rot-, Gelb- und Orangetönen, die Ahornbäume erinnerten mich an den berühmten Indian Summer in Nordamerika und die Bergkulisse sorgte dafür, dass ich gefühlt alle paar Minuten nach meiner Kamera griff.
Tagsüber waren wir auf Wanderungen unterwegs, abends saßen wir mit Blick auf die Berge im Whirlpool auf unserer Terrasse und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.
Viel mehr braucht es manchmal nicht.
Die Aareschlucht – der perfekte Einstieg
Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Aareschlucht.
Die Schlucht selbst lässt sich relativ entspannt erkunden und eignet sich perfekt für einen halben Tagesausflug. Für den Zugang wird Eintritt erhoben, was sich meiner Meinung nach aber definitiv lohnt.
Die gewaltigen Felswände, das tosende Wasser und die spektakulär angelegten Wege machen die Aareschlucht zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.
Wir haben den Besuch anschließend noch mit einem kleinen Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite kombiniert und konnten dort weitere schöne Ausblicke genießen.
Wer in der Region unterwegs ist, sollte die Aareschlucht auf jeden Fall mitnehmen.
Der Oeschinensee – mein persönliches Highlight
Wenn ich mich für nur eine Wanderung dieser Reise entscheiden müsste, wäre meine Antwort ganz klar: der Oeschinensee.
Schon vor der Reise hatte ich unzählige Bilder dieses Bergsees gesehen. Dass die Realität die Fotos jedoch noch übertreffen würde, hätte ich nicht gedacht.
Wir entschieden uns bewusst gegen die Gondel und starteten bereits früh am Morgen vom Parkplatz im Tal.
Der Start war allerdings alles andere als vielversprechend. Es war grau, kalt und neblig. Die Wolken hingen tief zwischen den Bergen und ich dachte bereits, dass meine Kamera an diesem Tag wohl kaum zum Einsatz kommen würde.
Doch je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Höhe der Wolkendecke. Plötzlich brach die Sonne durch und unter uns lag das gesamte Tal unter einer geschlossenen Nebeldecke.
Ich machte eines meiner absoluten Lieblingsfotos dieser Reise.
Unter uns das Wolkenmeer. Dahinter die Berggipfel. Über uns strahlend blauer Himmel.
Allein für diesen Moment hätte sich die Wanderung bereits gelohnt.
Als wir schließlich den Oeschinensee erreichten, zeigte sich schnell, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturhighlights der Schweiz gehört.
Direkt am See und an der Bergstation war allerdings auch entsprechend viel los. Viele Besucher fahren mit der Gondel hinauf, weshalb sich die meisten Menschen rund um das Restaurant und das Ufer sammeln.
Für uns war deshalb schnell klar: Wir laufen weiter.
Je höher wir kamen, desto ruhiger wurde es. Und genau dort entstanden die Ausblicke, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Der türkisfarbene See, eingerahmt von steilen Felswänden und den ersten Herbstfarben, wirkte fast unwirklich.
Als wir am Abend wieder am Auto ankamen, waren wir zwar vollkommen ausgepowert, aber jeder einzelne Höhenmeter hatte sich gelohnt.
Die Triftbrücke – die Wanderung, bei der meine Höhenangst gewann
Mein zweites großes Highlight dieser Reise war gleichzeitig auch die Wanderung, die mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat.
Die Wanderung zur Triftbrücke.
Vorweg: Wer diese Tour machen möchte, sollte gute Wanderschuhe, Trittsicherheit, Ausdauer und möglichst keine Höhenangst mitbringen.
Google beschrieb die Tour damals relativ entspannt. Die Realität sah etwas anders aus.
Bereits die Anfahrt beginnt mit einer Gondelfahrt. Von der Talstation fährt man ein gutes Stück hinauf in die Berge. Allein das Ticket für Hin- und Rückfahrt war sein Geld absolut wert, denn die eigentliche Wanderung beginnt erst danach.
An der Bergstation angekommen, fragten wir noch nach der benötigten Zeit. Die Dame vor Ort grinste nur und meinte, wir sollten lieber etwas mehr Zeit einplanen als bei Google angegeben.
Heute weiß ich auch warum.
Zunächst führt der Weg noch relativ angenehm durch die Berglandschaft. Doch je weiter man kommt, desto anspruchsvoller wird die Strecke.
Aus Wandern wird irgendwann Klettern.
Die Wege werden schmaler, die Steine größer und an einigen Stellen verschwindet der eigentliche Wanderweg gefühlt komplett.
Da wir im Oktober unterwegs waren, war es in höheren Lagen bereits deutlich kühler. Die Steine waren teilweise feucht und rutschig und man merkte, dass der Winter nicht mehr weit entfernt war.
Trotzdem war die Landschaft atemberaubend.
Immer wieder öffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge, die Gletscherlandschaft und das Tal unter uns.
Mit meiner Höhenangst war das allerdings nicht immer ganz einfach.
Mehrmals musste ich tief durchatmen und mich selbst überzeugen, einfach Schritt für Schritt weiterzugehen.
Und tatsächlich schaffte ich es deutlich weiter, als ich vorher gedacht hätte.
Bis kurz vor die Triftbrücke.
Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Ziel war für mich Schluss.
Der Weg verlief direkt an einem steilen Abhang entlang. Es gab keine Absicherung, keinen Handlauf und teilweise musste man von Fels zu Fels springen, um weiterzukommen.
Für viele Wanderer vermutlich kein Problem.
Für mich schon.
Dort habe ich entschieden umzudrehen.
Und ganz ehrlich? Das war vollkommen in Ordnung.
Natürlich hätte ich die Brücke gerne selbst gesehen. Die Bilder davon sind beeindruckend und wer sich diesen letzten Abschnitt zutraut, wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.
Aber manchmal bedeutet Abenteuer eben nicht, jeden Gipfel zu erreichen oder jedes Ziel zu erzwingen.
Manchmal bedeutet Abenteuer auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.
Und allein der Weg dorthin war für mich bereits ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Lauterbrunnen – schön, aber nicht mein persönliches Highlight
Auf dem Rückweg von der Triftbrücke haben wir noch einen Zwischenstopp in Lauterbrunnen eingelegt. Der Ort taucht gefühlt in jedem zweiten Schweiz-Video auf Instagram auf und gilt mittlerweile fast schon als Pflichtstopp im Berner Oberland.
Natürlich wollten wir uns deshalb auch selbst ein Bild davon machen.
Wir sind zu einem der bekannten Wasserfälle gelaufen und die letzten Meter über einige Treppenstufen hinaufgestiegen. Der Wasserfall selbst war beeindruckend. Die Wassermassen, die sich dort in die Tiefe stürzen, haben schon etwas Faszinierendes und die Kulisse ist ohne Frage wunderschön.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich war Lauterbrunnen nicht das Highlight der Reise.
Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor bereits so viele spektakuläre Naturerlebnisse hatten. Vielleicht aber auch daran, dass dort einfach unglaublich viele Menschen unterwegs waren. Während wir am Oeschinensee oder rund um Kiental oft das Gefühl hatten, die Natur nahezu für uns allein zu haben, war Lauterbrunnen deutlich voller.
Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, würde ich auf jeden Fall kurz anhalten und den Wasserfall anschauen. Der Ort ist schön und definitiv sehenswert. Extra quer durch die Schweiz fahren würde ich persönlich dafür allerdings nicht. Dafür gibt es in der Region einfach zu viele andere Plätze, die mich noch mehr begeistert haben.
Entschleunigung mit Bergblick
Nach unseren Wanderungen wurden die Abende deutlich ruhiger.
Wir ließen den Tag bei gutem Essen ausklingen, genossen die Aussicht auf die Berge und verbrachten viele Stunden in unserem Whirlpool auf der Terrasse.
Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwand und die Temperaturen sanken, blickten wir auf die bunten Wälder des Kientals.
Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung machte die Reise für mich so besonders.
Warum ich die Schweiz im Herbst jederzeit wieder wählen würde
Wenn mich heute jemand fragt, wann die schönste Reisezeit für die Schweiz ist, würde ich ohne zu zögern den Herbst nennen.
Die bunten Wälder, die klare Bergluft, die ruhigen Wanderwege und die besondere Stimmung zwischen Sommer und Winter haben diese Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Es war keine Reise voller spektakulärer Attraktionen oder ständig neuer Sehenswürdigkeiten.
Es war eine Reise, die entschleunigt hat.
Eine Reise voller Natur, Bewegung, frischer Bergluft und kleiner Glücksmomente.
Und manchmal sind genau das die Reisen, die einem am längsten in Erinnerung bleiben.



