London – wo Träume Wirklichkeit werden

Zwischen Mamma Mia! The Party, Harry Potter und Stonehenge: Fünf Tage voller unvergesslicher Erlebnisse
Grossbritannien
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.

Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.

Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.

Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.

Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.

Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.

Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.

Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.

Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.

Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.

Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.

Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.

Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.

Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.

Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.

Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.

Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.

London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.

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Tschechien

Harrachov im Riesengebirge

Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben. Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise. Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp ein
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben.

Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise.

Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp eine Woche nach Tschechien gefahren. Unser Plan war eigentlich ziemlich simpel: ein schönes, modernes Wellnesshotel, ein bisschen wandern, gut essen und vor allem runterkommen.

Keine Bucketlist, die wir abarbeiten mussten. Keine Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt sehen wollten. Einfach ein paar Tage raus aus dem Alltag.

Dass aus dieser entspannten Wellness-Auszeit am Ende unter anderem eine 30-Kilometer-Wanderung durch das Riesengebirge werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen.

Und genau das ist irgendwie typisch für uns.

Harrachov im Riesengebirge: Entspannte Auszeit nur vier Stunden von Deutschland entfernt

Harrachov liegt im Norden Tschechiens direkt am Rand des Riesengebirges und ist von Deutschland aus mit dem Auto überraschend schnell erreichbar.

Wir sind selbst mit dem Auto angereist und waren ungefähr vier Stunden unterwegs. Für einen Kurzurlaub oder eine spontane Auszeit ist die Region deshalb wirklich praktisch.

Unser Ziel war vor allem Erholung.

Wir hatten uns ein kleines, modernes Wellnesshotel ausgesucht, das im Vergleich zu vielen Unterkünften in den klassischen Alpenregionen erstaunlich günstig war. Unser Zimmer war modern eingerichtet, das Essen war gut und besonders schön war der Wellnessbereich.

Die Sauna hatte sogar einen direkten Blick auf die Skipiste.

Da wir im Oktober und damit außerhalb der Wintersaison dort waren, war im Hotel außerdem kaum etwas los. Teilweise hatten wir das Gefühl, den Wellnessbereich fast für uns alleine zu haben.

Genau das hatte ich mir unter einer Auszeit vorgestellt.

Und trotzdem waren wir fast jeden Tag unterwegs.

Ich merke mittlerweile, dass meine Reisen eigentlich fast immer aktiv sind. Strandurlaub, bei dem ich eine Woche lang nur auf einer Liege liege, ist einfach nicht so mein Ding.

Ich brauche Bewegung.

Und am liebsten verbinde ich sie mit Natur, gutem Essen und ein bisschen Wellness.

Harrachov hat dafür überraschend gut funktioniert.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Mit der Seilbahn ins Riesengebirge

Am ersten Tag wollten wir es trotzdem ruhig angehen lassen.

Eine der bekanntesten Attraktionen in Harrachov ist die Seilbahn, die direkt im Ort startet. Also entschieden wir uns, einfach einmal hochzufahren und anschließend zu Fuß wieder zurückzugehen.

Ein ziemlich guter Plan – zumindest theoretisch.

Oben angekommen, wurden wir direkt mit einer wunderschönen Herbstlandschaft belohnt. Im Oktober hatte sich das Laub bereits goldgelb verfärbt und überall im Wald entdeckten wir Pilze.

Wir sammelten einige davon und nahmen sie mit zurück ins Hotel, wo wir sie später in unserem Zimmer zum Trocknen auslegten.

Ein bisschen ungewöhnlich, aber irgendwie gehörte genau das zu unserer Reise.

Auf dem Weg nach unten entdeckten wir außerdem einen Regenbogen.

Und irgendwann verloren wir natürlich den Weg.

Wir liefen querfeldein und waren irgendwann nicht mehr ganz sicher, ob wir überhaupt noch auf einem offiziellen Wanderweg unterwegs waren.

Aber gut: Wir kamen wieder unten an.

Und genau deshalb würde ich diesen Tag auch nicht als Wanderung im klassischen Sinne bezeichnen. Es war eher unser erster kleiner Vorgeschmack darauf, dass wir in dieser Woche vielleicht nicht immer ganz nach Plan unterwegs sein würden.

Am Abend blieben wir im Hotel und aßen dort zu Abend.

Böhmische Küche, ein gemütliches Hotel und danach Sauna – für den ersten Urlaubstag konnte es schlechter laufen.

Ausflug von Harrachov Richtung Polen: Shopping und ein Wasserfall im Wald

Am nächsten Tag wollten wir etwas mehr von der Umgebung sehen.

Wir fuhren mit dem Auto Richtung Polen und verbanden den Ausflug kurzerhand mit einem Shoppingtrip.

Auf dem Rückweg machten wir spontan noch einen Stopp an einem Wasserfall, der mitten im Wald lag.

Vom Parkplatz aus führte ein Weg ungefähr eine halbe Stunde durch den Wald bis zur Wasserfallanlage. Für das Parken mussten wir eine kleine Gebühr bezahlen.

Schon am Weg dorthin merkte man, dass der Wasserfall eine beliebte Ausflugsattraktion in der Region ist. Vor Ort gab es sogar einen kleinen Imbiss, an dem man sich hinsetzen und etwas essen oder trinken konnte.

Nach dem Shopping war dieser spontane Zwischenstopp eigentlich genau das Richtige.

Wir schauten uns den Wasserfall an, liefen anschließend zurück zum Auto und fuhren wieder nach Harrachov.

Abends ging es diesmal nicht ins Hotelrestaurant, sondern in eine kleine Kneipe im Ort.

Und daraus wurde kurzerhand unsere Stammkneipe für den Rest des Aufenthalts.

Felsenstadt Adršpach: Ein Must-See im Riesengebirge

Am nächsten Tag stand für mich eines der schönsten Ausflugsziele unserer Reise auf dem Programm: die Felsenstadt Adršpach.

Wenn du im Riesengebirge unterwegs bist, würde ich diesen Ausflug definitiv einplanen.

Die Felsenstadt ist eine beeindruckende Landschaft aus riesigen Sandsteinformationen, schmalen Wegen und natürlichen Felsentoren. Durch die Felsen führt ein gut ausgebauter Rundweg, sodass man die Anlage entspannt erkunden kann.

Der Eintritt kostet zwar etwas, aber für die gepflegte Anlage und die besondere Landschaft lohnt sich das meiner Meinung nach absolut.

Besonders schön war bei uns der Zeitpunkt.

Wir waren Mitte Oktober dort und hatten Glück mit dem Wetter. Es war sonnig, das Laub hatte sich bereits goldgelb verfärbt und gleichzeitig waren nur wenige Besucher unterwegs.

Dadurch wirkte die gesamte Felsenstadt unglaublich ruhig.

Der See in der Felsenstadt: Herbstlandschaft wie in den Canadian Rockies

Auf dem Rundweg kommt man außerdem an einem See vorbei.

Und genau dort hatte ich einen dieser Momente, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Die Sonne schien, die Bäume rund um den See leuchteten in den unterschiedlichsten Herbstfarben und das Wasser war so ruhig und klar, dass sich die komplette Landschaft darin spiegelte.

Ich hatte tatsächlich kurz das Gefühl, irgendwo in den Canadian Rockies zu stehen.

Auf meinem Foto ist eine Ente auf dem Wasser zu sehen, während sich die goldenen Bäume dahinter spiegeln.

Das Bild gehört bis heute zu meinen liebsten Erinnerungen an diese Reise.

Die Felsenstadt Adršpach war für mich deshalb nicht einfach nur ein weiterer Punkt auf unserer Ausflugsliste, sondern wirklich einer der schönsten Orte, die wir während der Woche gesehen haben.

Mummelfall in Harrachov: Wandern und Wellness perfekt kombiniert

Am 16. Oktober wollten wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen.

Der Mummelfall, beziehungsweise Mumlavský vodopád, liegt direkt bei Harrachov und lässt sich von vielen Unterkünften im Ort problemlos zu Fuß erreichen.

Von unserem Hotel aus war der Weg eher ein Spaziergang als eine richtige Wanderung.

Wir liefen durch den Herbstwald zum Wasserfall, genossen die Natur und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

Genau solche kleinen Wanderungen fand ich an Harrachov so angenehm.

Man muss nicht jedes Mal einen ganzen Tag unterwegs sein. Viele Sehenswürdigkeiten und Wanderwege liegen direkt vor der Haustür.

Und danach wartet im besten Fall die Sauna.

Wellness in Harrachov: Sauna, Massage und eine kleine kreative Pause

Nach dem Spaziergang zum Mummelfall gönnten wir uns noch etwas Besonderes:

eine Massage.

Wir entschieden uns für eine Fußmassage und eine klassische Massage.

Und genau das war einer der Vorteile unseres Aufenthalts in Harrachov: Wellnessanwendungen waren im Vergleich zu Deutschland und vielen bekannten Wellnessregionen relativ günstig, sodass man sich so etwas auch spontan gönnen konnte.

Die Massage war unglaublich wohltuend.

Anschließend ging es natürlich wieder in die Sauna.

An den meisten Abenden gehörte die Sauna zu unserem festen Tagesprogramm. Nur nach unserer großen Wanderung am nächsten Tag waren wir dafür definitiv zu müde.

An einem weiteren Nachmittag wurden wir außerdem kreativ und gestalteten unsere eigenen Gläser.

Wir haben unsere eigenen Aperol- und Lele-Gläser bemalt.

Es war eigentlich nur eine kleine Beschäftigung für zwischendurch, aber genau solche Dinge machen für mich eine gelungene Auszeit aus: Man muss nicht ständig etwas unternehmen.

Man kann auch einfach mal einen Nachmittag im Hotel verbringen.

Wandern im Riesengebirge: Unsere völlig ungeplante 30-Kilometer-Tour

Und dann kam der 17. Oktober.

Der Tag, an dem aus unserer entspannten Wellnessreise plötzlich eine ziemlich ambitionierte Wanderung wurde.

Wir wollten unbedingt den Pančavský vodopád sehen – den höchsten Wasserfall Tschechiens.

Der Wasserfall liegt im Riesengebirge im Gebiet des Nationalparks und ist von Harrachov aus nicht gerade um die Ecke.

Unser Navi zeigte ungefähr zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto an.

Wir schauten auf die Entfernung und dachten:

„Das sind doch nur ungefähr 15 Kilometer.“

Also beschlossen wir kurzerhand:

Wir laufen.

Rückblickend war das vermutlich nicht unsere cleverste Entscheidung.

Wir hatten zwar Wanderschuhe an, aber ansonsten waren wir alles andere als professionell für eine solche Tour vorbereitet.

Wir hatten eine kleine Flasche Wasser dabei.

Ein Hanuta.

Und natürlich meine Kamera.

Die Kamera war mir wichtig.

Wasser offenbar weniger.

Außerdem hatten wir die Karte nicht offline gespeichert.

Kein Empfang.

Keine vernünftige Vorbereitung.

Aber dafür jede Menge Motivation.

Pančavský vodopád: Wenn Google Maps plötzlich keine gute Idee mehr ist

Wir starteten morgens voller Elan.

Der Weg führte zunächst wieder am Mummelfall vorbei und anschließend immer weiter bergauf.

Es war kein besonders steiler Anstieg, aber es ging wirklich dauerhaft nach oben.

Irgendwann waren wir schon ziemlich genervt.

Und dann kamen wir immer weiter ins Nirgendwo.

Die Menschen wurden weniger.

Der Empfang verschwand.

Und irgendwann begegneten uns überhaupt keine anderen Wanderer mehr.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir auf der gesamten Strecke vielleicht acht Menschen gesehen.

Und die meisten davon waren tatsächlich erst in der Nähe des Wasserfalls.

Irgendwann kamen wir an eine Weggabelung.

Auf der Karte sah es für uns allerdings nicht nach zwei Wegen aus.

Ein Weg führte leicht bergab.

Der andere geradeaus.

Da wir keinen Empfang hatten und die Karte nicht offline gespeichert war, konnten wir nicht überprüfen, welcher Weg der richtige war.

Also liefen wir geradeaus.

Natürlich.

Und natürlich war das falsch.

Durch den Sumpf statt über die Brücke

Google Maps hatte inzwischen einen ganz eigenen Plan für uns.

Laut Navi sollten wir einfach noch ungefähr 20 Meter geradeaus laufen und dann wieder auf den richtigen Weg kommen.

Das Problem:

Vor uns lag ein Sumpf.

Und dahinter ein ziemlich steiler Hang.

Der Hang war voller Brombeeren, umgestürzter Bäume, Baumstümpfe und Äste.

Also im Grunde einfach Wald.

Nur nicht der Wald, durch den man gemütlich spazieren möchte.

Unsere Wanderschuhe waren zwar vorhanden, aber definitiv nicht dafür gemacht, durch einen Sumpf zu stapfen.

An dieser Stelle mussten wir beide erst einmal ziemlich durchatmen.

Denn inzwischen war uns klar:

Der eigentliche Weg war gar nicht so weit entfernt.

Wir hätten an der Gabelung einfach den Weg links bergab nehmen müssen. Dort hätte eine Brücke über das Wasser geführt und wir wären anschließend problemlos auf dem richtigen Wanderweg gelandet.

Stattdessen standen wir nun im Sumpf.

Wir waren genervt, hatten keinen Empfang und waren irgendwo mitten im Wald.

Kurz gesagt:

Wir hatten beide einen kleinen Nervenzusammenbruch.

Und ganz ehrlich: In diesem Moment war das auch absolut verständlich.

Denn wenn dort tatsächlich etwas passiert wäre, hätten wir ein echtes Problem gehabt.

Kein Netz.

Kaum Menschen.

Und Harrachov war ziemlich weit entfernt.

Unüberlegt war die Tour definitiv.

Aber abbrechen wollten wir trotzdem nicht.

Also kämpften wir uns durch Sumpf und Wald, kletterten den Hang hinauf und schafften es irgendwann tatsächlich zurück auf den richtigen Weg.

Und dann ging es weiter.

Der höchste Wasserfall Tschechiens: Pančavský vodopád

Nach diesem kleinen Abenteuer erreichten wir schließlich den Nationalpark und kamen irgendwann am Pančavský vodopád an.

Und plötzlich war der ganze Ärger vergessen.

Der Pančavský vodopád ist mit rund 148 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Tschechiens.

Wir konnten ihn allerdings nur von oben beziehungsweise seitlich betrachten.

Eine Drohne hatten wir natürlich nicht dabei – obwohl ich rückblickend wirklich gerne eine Aufnahme von oben gehabt hätte.

Trotzdem war der Anblick beeindruckend.

Nach ungefähr 15 Kilometern Hinweg machten wir dort eine kurze Pause, aßen unser Hanuta und tranken etwas.

Und dann kam der Moment, in dem wir uns eingestehen mussten:

Wir müssen zurück.

Es war Oktober.

Und damit wurde es am Nachmittag ziemlich schnell dunkel.

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Diesmal natürlich über die Brücke.

Man lernt ja dazu.

30 Kilometer Wandern im Riesengebirge: Unser längster Tag in Harrachov

Der Rückweg zog sich.

Wir liefen wieder durch den Nationalpark, anschließend den Weg zurück Richtung Harrachov und irgendwann kamen wir wieder in der Nähe des Mummelfalls an.

Es war inzwischen ungefähr fünf oder sechs Uhr am Nachmittag.

Und langsam wurde es dunkel.

Am Ende hatten wir an diesem Tag rund 30 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und ungefähr 40.000 Schritte gesammelt.

Für einen Tag, an dem wir morgens mit einem Hanuta und einer kleinen Flasche Wasser losgelaufen waren, gar nicht so schlecht.

War es anstrengend?

Oh ja.

Teilweise richtig.

Irgendwann läuft man einfach nur noch.

Man denkt nicht mehr darüber nach, ob die Füße wehtun oder wie viele Kilometer noch fehlen.

Man läuft.

Und läuft.

Und läuft.

Trotzdem fühlte es sich am Ende unglaublich gut an.

Als wir endlich unsere Stammkneipe erreichten, gingen wir sogar noch in voller Wanderkleidung hinein und aßen dort zu Abend.

Danach wollten wir eigentlich nur noch zurück ins Hotel, duschen und ins Bett.

Und trotzdem würde ich diese Wanderung heute tatsächlich wieder machen.

Nur mit einer Offline-Karte.

Mehr Wasser.

Und vielleicht ein bisschen besserer Vorbereitung.

Wellness nach der Wanderung: Warum wir trotzdem kaum Muskelkater hatten

Das Verrückte war:

Am nächsten Morgen hatten wir kaum Muskelkater.

Vielleicht lag es an der Massage am Vortag.

Vielleicht an den regelmäßigen Saunagängen.

Oder vielleicht waren wir einfach fitter, als wir dachten.

Unser Wellnesshotel war jedenfalls die perfekte Ergänzung zu den aktiven Tagen.

Bis auf den großen Wandertag waren wir eigentlich jeden Abend in der Sauna.

Nach einem langen Tag draußen in der Kälte in der Sauna zu sitzen und dabei auf die Skipiste zu schauen, war genau das, was wir nach unseren Wanderungen gebraucht haben.

Und genau diese Kombination aus Bewegung und Erholung hat mir an Harrachov besonders gut gefallen.

Harrachov im Oktober: Warum sich der Herbst für das Riesengebirge lohnt

Ich war im Oktober in Harrachov – und für mich war das eine richtig schöne Reisezeit.

Das Riesengebirge zeigt sich im Herbst von einer ganz anderen Seite.

Die Wälder färben sich goldgelb, die Temperaturen sind angenehm kühl zum Wandern und gleichzeitig ist deutlich weniger los als in der Hauptsaison.

Gerade an der Felsenstadt Adršpach haben wir davon profitiert.

Auch unser Hotel war aufgrund der Nebensaison sehr ruhig.

Wer also nicht unbedingt Schnee und Skifahren sucht, sondern Wandern, Wellness und Natur miteinander verbinden möchte, sollte den Herbst definitiv in Betracht ziehen.

Skifahren in Harrachov: Für Anfänger und Familien besonders interessant

Harrachov ist nicht nur ein Ziel für Wanderer und Wellnessurlauber.

Der Ort ist vor allem als Wintersportort bekannt.

Das Skigebiet ist meiner Meinung nach besonders für Anfänger und Familien interessant.

Wer riesige Skigebiete mit anspruchsvollen schwarzen Pisten und kilometerlangen Abfahrten sucht, wird in den österreichischen Alpen sicherlich mehr Auswahl finden.

Für Anfänger, Kinder und alle, die entspannt ein paar Tage Ski fahren möchten, bietet Harrachov aber eine angenehme Alternative.

Eine weitere bekannte Attraktion des Ortes ist die Skisprungschanze von Harrachov, die schon von Weitem auffällt und zum Ortsbild gehört.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Meine persönlichen Empfehlungen

Wenn du einen Urlaub in Harrachov planst, würde ich diese Erlebnisse auf meine persönliche Liste setzen:

  • Mumlavský vodopád / Mummelfall – leicht erreichbar und perfekt für einen Spaziergang
  • Felsenstadt Adršpach – für mich ein absolutes Muss
  • Pančavský vodopád – spektakulär, aber nur mit guter Planung und passender Wanderroute
  • Seilbahn in Harrachov – ideal, wenn man schnell Höhenmeter überwinden möchte
  • Skisprungschanze Harrachov – eine interessante Sehenswürdigkeit direkt im Ort
  • Wanderungen durch das Riesengebirge – besonders schön im Herbst
  • Wellness und Sauna – perfekt als Ausgleich nach aktiven Tagen


Wie viele Tage braucht man für Harrachov?

Für Harrachov würde ich mindestens vier bis fünf Tage einplanen.

Wir waren knapp eine Woche dort und fanden diese Zeit perfekt.

So konnten wir verschiedene Wanderungen unternehmen, einen größeren Ausflug zur Felsenstadt machen und trotzdem genügend Zeit für Wellness und Erholung einplanen.

Gerade wenn du Harrachov mit Wellness und Wandern verbinden möchtest, würde ich nicht versuchen, jeden Tag komplett durchzuplanen.

Ein aktiver Tag.

Ein ruhiger Tag.

Vielleicht ein Ausflug.

Und dazwischen Sauna, gutes Essen und einfach mal nichts tun.

Genau dafür eignet sich die Region meiner Meinung nach besonders gut.
 

Mein Fazit: Harrachov ist perfekt für eine aktive Auszeit

Harrachov stand 2024 definitiv nicht auf meiner Bucketlist.

Und vielleicht war genau das das Schöne daran.

Ich hatte keine großen Erwartungen und wollte eigentlich nur ein paar Tage abschalten.

Am Ende habe ich eine Woche voller kleiner Abenteuer erlebt: Wir sind mit der Seilbahn gefahren, haben uns im Wald verlaufen, Pilze gesammelt, einen Regenbogen entdeckt, die Felsenstadt Adršpach erkundet, sind zum Mummelfall gelaufen und haben spontan eine 30-Kilometer-Wanderung zum höchsten Wasserfall Tschechiens daraus gemacht.

Dazu kamen Sauna, Massagen, gutes Essen und ein Hotel, das für vergleichsweise wenig Geld wirklich viel geboten hat.

Harrachov ist vielleicht nicht der Ort für den großen Luxusurlaub.

Aber genau das muss er auch gar nicht sein.

Für mich war es eher Back to the roots.

Natur statt Programm.

Bewegung statt Liegestuhl.

Sauna statt Party.

Und abends eine kleine Kneipe im Ort statt schickem Restaurant.

Wer einen günstigen Urlaub im Riesengebirge sucht und dabei Wandern, Wellness und Natur verbinden möchte, sollte Harrachov meiner Meinung nach definitiv auf dem Schirm haben.

Ich würde jederzeit wiederkommen.

Vielleicht beim nächsten Mal sogar mit einer heruntergeladenen Offline-Karte.

Italien

Sardinien im Frühling

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen u
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat

Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.

Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.

Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.

Ein Tag im La-Maddalena-Archipel

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.

Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.

Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.

Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.

Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.

Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.

Großer Fehler.

Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.

Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.

https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)

Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick

Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.

Unser erstes Ziel war Posada.

Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.

Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.

Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.

Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.

Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.

Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.

Unser Zuhause zwischen den Bergen

Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.

Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.

Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.

Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.

Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.

Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause

Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.

Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.

Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.

Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.

Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.

Tja.

Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.

Also liefen wir einfach los.

Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.

Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.

Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.

Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.

Bereut habe ich es trotzdem nicht.

Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.

Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.

https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)

Das verlassene Dorf Gairo Vecchio

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.

Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.

Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.

Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.

Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.

Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Entspannte Tage im Süden Sardiniens

Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.

Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.

Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.

Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.

Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.

Nur eines fehlte ständig.

Eine geöffnete Post.

Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.

Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.

Auch das gehört eben zu Italien.

Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.

Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.

Abschied in Cagliari

Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.

Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.

Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.

Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.

Typisch.

Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.

Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:

Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.

Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus

Sardinien hat mich überrascht.

Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.

Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.

Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.

Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.

Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.

Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.

Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.

Deutschland

Seliger‘s Lichterpark

Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen. Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen.

Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt.

Nicht, weil ich ihn so oft besucht habe.

Sondern weil ich dort seit meiner Kindheit mitwirke.

Vor rund 16 Jahren stand hier eine kleine Glühweinhütte. Mehr nicht. Ein paar Besucher, etwas Weihnachtsmusik und die Idee, den Menschen in der Adventszeit einen gemütlichen Treffpunkt zu schaffen.

Dass daraus einmal ein Lichterpark mit fast 300.000 Lichtern, handgeschnitzten Kunstwerken, einem Weihnachtsbaumverkauf und tausenden Besuchern entstehen würde, hätte damals wahrscheinlich niemand gedacht.

Deshalb ist dieser Reisebericht für mich auch etwas Besonderes.

Er ist kein klassischer Reisebericht.

Er ist die Geschichte eines Ortes, den ich über viele Jahre wachsen sehen durfte – und den ich euch heute aus tiefster Überzeugung als Winterausflug empfehlen kann.

Schon die Anfahrt entschleunigt

Wer über die A9 anreist, nimmt die Ausfahrt Lederhose. Allein der Name sorgt meistens schon für das erste Schmunzeln.

Von dort sind es nur wenige Minuten bis nach Münchenbernsdorf. Kurz bevor ihr das Gelände erreicht, führt die Straße durch den Wald. Zwischen den Bäumen beginnen schon die ersten Lichter zu glitzern. Genau dieser Moment sorgt jedes Jahr wieder für Vorfreude.

Die Parkeinweiser begrüßen die Besucher, Autos rollen langsam auf die großzügigen Parkflächen und die Hektik des Alltags bleibt gefühlt schon am Eingang zurück.

Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Kommt besonders am Wochenende lieber etwas früher. Holt euch einen heißen Glühwein oder Kakao, genießt die ersten Minuten in Ruhe und wartet gemeinsam auf den Moment, wenn die Lichter eingeschaltet werden. Genau dann beginnt die Magie.

Weihnachtsbaum aussuchen gehört einfach dazu

Noch bevor sich am Nachmittag die Tore des Lichterparks öffnen, herrscht auf dem Gelände bereits reges Treiben.

Vom ersten Advent bis zum 23. Dezember findet täglich von 9 bis 20 Uhr der Weihnachtsbaumverkauf statt. Viele Familien verbinden den Besuch inzwischen miteinander: Erst wird gemeinsam der perfekte Weihnachtsbaum ausgesucht und später, wenn es langsam dunkel wird, geht es weiter in den Lichterpark.

An den Wochenenden könnt ihr euren Weihnachtsbaum sogar selbst schlagen. Zwischen 9 und 16 Uhr wird daraus für viele Familien inzwischen eine kleine Adventstradition.

Wenn fast 300.000 Lichter den Wald verwandeln

Punkt 16 Uhr verändert sich die Stimmung.

Nach und nach beginnen fast 300.000 kleine Lichter zu leuchten. Wege, Bäume und Figuren werden mal in warmes, mal in kühles Licht getaucht und plötzlich wirkt der ganze Park wie eine kleine Weihnachtswelt.

Viele Besucher erzählen später denselben Satz:

“Sobald man durch das Eingangstor läuft, fühlt es sich an wie eine andere Welt.”

Und genau das beschreibt den Lichterpark wahrscheinlich am besten.

Es ist kein Ort, durch den man einfach hindurchläuft.

Man bleibt stehen.

Schaut sich um.

Entdeckt kleine Details.

Und vergisst für einen Moment den Alltag.

Märchenfiguren, die jedes Jahr ein wenig anders wirken

Obwohl ich im Dezember fast täglich zwischen den Figuren unterwegs bin, gibt es Momente, in denen ich selbst noch kurz stehen bleibe.

Gerade wenn am frühen Abend langsam alle Lichter angehen, wirken die riesigen Holzfiguren jedes Jahr wieder ein bisschen anders.

Das liegt auch daran, dass wir sie immer wieder neu in Szene setzen. Mal verändert sich die Beleuchtung, mal bekommt eine Figur einen neuen Platz oder eine neue Kulisse. Dadurch entdeckt selbst jemand wie ich, der den Park seit Jahren kennt, immer wieder neue Blickwinkel.

Internationale Kettensägenkünstler haben über viele Jahre hinweg beeindruckende Märchenwelten erschaffen. Rapunzel, Hänsel und Gretel, das tapfere Schneiderlein, Rübezahl oder die Eiskönigin – überall warten kleine Szenen darauf, entdeckt zu werden.

Viele Figuren laden außerdem zum Mitmachen ein. Ihr könnt auf einem Drachenthron Platz nehmen, euch in eine alte Lokomotive setzen oder gemeinsam mit Rübezahl Erinnerungsfotos machen.

Gerade Kinder laufen mit großen Augen durch den Park.

Und ehrlich gesagt stehen ihnen die Erwachsenen dabei oft in nichts nach.

Ein Ort, an dem selbst ich manchmal kurz durchatme

Mitten im Park befindet sich eines der beeindruckendsten Kunstwerke.

Das lebensgroße letzte Abendmahl aus Holz.

Sieben internationale Kettensägenkünstler haben über mehrere Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Heute wird die Szene stimmungsvoll beleuchtet und durch eine Überdachung geschützt.

Ich laufe im Dezember eigentlich selten bewusst dort vorbei.

Aber es gab schon einige Abende, nachdem die letzten Besucher den Park verlassen hatten und langsam Ruhe eingekehrt war, an denen ich noch einmal dort oben stehen geblieben bin.

Einfach, um kurz durchzuatmen.

Die Beleuchtung, die Stille und dieses riesige Kunstwerk schaffen eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann.

Durch den Lichtertunnel schlendern

Einer meiner Lieblingsorte ist der lange Lichtertunnel.

Schon von Weitem zieht er alle Blicke auf sich. Tausende kleine Lichter bilden ein leuchtendes Dach über den Köpfen der Besucher.

Mittendrin befinden sich liebevoll dekorierte Verkaufsstände mit Weihnachtsdekoration, Geschenkideen und kleinen Mitbringseln.

Ich habe schon oft beobachtet, wie Menschen eigentlich nur kurz hindurchlaufen wollten und eine halbe Stunde später immer noch dort standen und gestöbert haben.

Verlaufen ausdrücklich erlaubt

Im unteren Bereich wartet ein weiteres Highlight auf Familien.

Das große beleuchtete Labyrinth.

Eigentlich richtet es sich an Kinder.

In der Praxis verirren sich dort aber mindestens genauso viele Erwachsene.

Es ist herrlich zu beobachten, wie zuerst die Kinder losrennen und wenig später die Eltern genauso ratlos nach dem Ausgang suchen.

Olaf, der Weihnachtsmann und viele strahlende Gesichter

Wer den Park am Wochenende besucht, sollte die Augen offen halten.

Regelmäßig sind Olaf, zwei Eisbären, ein Elch und natürlich der Weihnachtsmann auf dem Gelände unterwegs.

Für Kinder sind sie das absolute Highlight.

Und spätestens wenn die Erwachsenen anfangen, genauso viele Erinnerungsfotos zu machen wie ihre Kinder, merkt man schnell, dass Weihnachten eben keine Frage des Alters ist.

Je nach Wochenende sorgen außerdem Livemusik, Feuershows oder Moderationen für zusätzliche Highlights. Deshalb gleicht kaum ein Besuch dem anderen.

Thüringer Gemütlichkeit statt Weihnachtsmarkt-Hektik

Natürlich gehört gutes Essen zu einem gelungenen Winterabend dazu.

Im Park gibt es unter anderem Thüringer Rostbrätel, Flammkuchen, Ofenbrot, Pilzpfanne, Fischbrötchen, Burger, Gulaschsuppe am Wochenende, gebrannte Mandeln, heißen Kakao und natürlich Glühwein.

Was ich dabei besonders mag:

Der Lichterpark versucht gar nicht, der größte Weihnachtsmarkt zu sein.

Es geht nicht um möglichst viele Buden.

Es geht nicht um Konsum.

Es geht um Atmosphäre.

Um Gespräche.

Und um Menschen, die gemeinsam einen schönen Winterabend verbringen.

Jeder erlebt den Park ein bisschen anders

Obwohl ich hier seit meiner Kindheit mitwirke, entdecke ich den Lichterpark jedes Jahr ein Stück weit neu.

Nicht, weil sich alles verändert.

Sondern weil ich die Reaktionen der Besucher sehe.

Familien, die zum ersten Mal unter dem Lichtertunnel stehen.

Kinder, die staunend durch das Labyrinth laufen.

Großeltern, die ihren Enkeln die Märchenfiguren zeigen.

Und Menschen, die sich einfach irgendwo mit einem Glühwein hinstellen und den Moment genießen.

Genau diese Begegnungen machen den Lichterpark jedes Jahr aufs Neue besonders.

Mein Fazit

Ich durfte in den vergangenen Jahren viele wunderschöne Orte dieser Welt bereisen.

Tropische Strände.

Historische Städte.

Beeindruckende Nationalparks.

Und trotzdem gibt es einen Ort, auf den ich mich jedes Jahr wieder freue.

Nicht, weil ich dort Urlaub mache.

Sondern weil ich jedes Jahr miterleben darf, wie Menschen den Park zum ersten Mal betreten und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.

Genau deshalb wollte ich diesen Artikel schreiben.

Nicht, weil es unser Familienunternehmen ist.

Sondern weil ich überzeugt bin, dass besondere Ausflugsziele nicht immer am anderen Ende der Welt liegen müssen.

Manchmal findet man sie direkt vor der eigenen Haustür.

Und vielleicht geht es euch nach einem Besuch im Seliger’s Lichterpark genauso.

Instagram: https://www.instagram.com/seligers_weihnachtsbaeume?igsh=dGlvd2NjankxbDdz&utm_source=qr 
 

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