Von der Toskana bis nach Sizilien – eine Reise, zwei völlig unterschiedliche Welten

Zwischen Weinbergen, Florenz und Pisa, einer Sprachschule in Cefalù und den ersten Frühlingsgefühlen auf Sizilien habe ich Italien noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt.
Italien
Christiane Seliger
07.07.2026
5 min Lesezeit

Toskana & Sizilien – wie eine Zugfahrt meine Liebe zu Süditalien noch größer machte

Nach meiner ersten Italienreise war für mich eines klar: Das würde nicht das letzte Mal gewesen sein.

Anfang 2025 zog es mich deshalb erneut nach Italien. Eigentlich wollte ich nur dem grauen deutschen Winter entfliehen. Daraus wurde am Ende eine mehrwöchige Reise, die unterschiedlicher kaum hätte sein können.

Der erste Teil führte mich gemeinsam mit einer Freundin in die Toskana. Danach ging es für mich alleine weiter – mit dem Nachtzug bis nach Sizilien.

Und genau diese Kombination hat diese Reise so besonders gemacht.

Die Toskana im Winter – eine ganz andere Seite Italiens

Unsere ersten Tage verbrachten wir in der Toskana. Auf dem Programm standen natürlich die Klassiker: Florenz, Pisa und eine Weinverkostung im Chianti-Gebiet.

Florenz haben wir komplett auf eigene Faust erkundet. Ehrlich gesagt braucht man dort gar nicht unbedingt einen straffen Sightseeing-Plan. Gerade die kleinen Gassen, die Cafés, die historischen Plätze und die besondere Atmosphäre machen den Charme dieser Stadt aus.

Natürlich kann man auf die Domkuppel steigen oder verschiedene Museen besuchen. Uns hat es aber völlig gereicht, einfach durch die Stadt zu schlendern, hier und da in kleine Läden zu schauen und den italienischen Alltag aufzusaugen.

Besonders überrascht hat mich allerdings die Reisezeit.

Wir waren Ende Februar dort. Natürlich war es noch zu kalt für kurze Hosen und T-Shirts – den Wintermantel hatten wir definitiv noch dabei. Dafür waren die Straßen angenehm leer. Kein Gedränge, keine langen Warteschlangen und deutlich entspannter als in den Sommermonaten.

Gerade wenn ihr Städte lieber in Ruhe erkundet, würde ich die Toskana außerhalb der Hauptsaison jederzeit wieder empfehlen.

Durch die Weinberge des Chianti

Ein echtes Highlight war unser Ausflug ins Chianti-Gebiet.

Über GetYourGuide hatten wir eine Tour inklusive Weinverkostung gebucht und besuchten zwei verschiedene Weingüter mitten in den sanften Hügeln der Toskana.

Allein die Landschaft war schon den Ausflug wert. Endlose Weinreben, kleine Dörfer, Zypressen und diese typisch toskanischen Straßen, die man sonst nur aus Filmen kennt.

Die Weinverkostungen haben natürlich ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Da wir vorher ehrlich gesagt nicht besonders viel gegessen hatten, machte sich der Wein auch ziemlich schnell bemerkbar. Im Nachhinein gehört genau das aber zu den Momenten, über die wir heute noch lachen müssen.

Trotzdem würde ich den Ausflug heute wahrscheinlich etwas anders planen.

Damals waren wir mit einem Reisebus unterwegs. Das war zwar unkompliziert, aber mittlerweile würde ich mir lieber einen Mietwagen nehmen und die Toskana ganz individuell erkunden. Einfach dort anhalten, wo es gerade schön ist, spontan in einem kleinen Weingut einkehren und den Tag ohne festen Zeitplan genießen.

Genau so stelle ich mir die Toskana heute vor – am liebsten sogar mit einem kleinen Cabrio.

Die Ausflüge, die ich selbst empfehlen kann, findet ihr natürlich wieder gesammelt in meinem persönlichen Aktivitäten-Guide.

Mit dem Nachtzug nach Sizilien

Nach einigen wunderschönen Tagen verabschiedete sich meine Freundin wieder Richtung Deutschland.

Für mich begann jetzt der zweite Teil der Reise – und auf den hatte ich mich fast noch mehr gefreut.

Ich stieg in Pisa in den Nachtzug und fuhr quer durch Italien bis ganz in den Süden.

Allein diese Zugfahrt war schon ein Erlebnis.

Am nächsten Morgen erreichte ich das italienische Festland bei Reggio Calabria. Von dort ging es weiter mit der Fähre nach Sizilien.

Ich weiß gar nicht genau, warum mich dieser Moment so begeistert hat. Wahrscheinlich, weil ich plötzlich merkte, wie unkompliziert Reisen eigentlich sein kann.

Ich musste nicht noch einmal zum Flughafen, kein weiteres Mal einchecken oder durch Sicherheitskontrollen. Ich stieg einfach aus dem Zug, kaufte mir direkt am Hafen ein Fährticket, setzte innerhalb kurzer Zeit auf die Insel über und fuhr anschließend wieder ganz entspannt mit dem Zug weiter.

Irgendwie hatte das etwas unglaublich Entschleunigendes.

Sizilien – Liebe auf den ersten Blick

Von der Fähre ging es weiter nach Cefalù, wo meine Sprachschule lag.

Und genau auf dieser Zugfahrt passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Sizilien hatte mich innerhalb weniger Minuten komplett für sich gewonnen.

Es war Ende Februar beziehungsweise Anfang März und trotzdem herrschten dort angenehme 16 Grad. Während in Deutschland noch Winter war, schien hier die Sonne vom Himmel.

Links glitzerte das tiefblaue Meer, rechts zogen Palmen, Zitronen-, Orangen- und Avocadoplantagen vorbei. Dazwischen kleine Dörfer, grüne Hügel und in der Ferne der Ätna.

Ich hatte vorher ehrlich gesagt überhaupt nicht erwartet, dass Sizilien so grün ist.

In meinem Kopf war die Insel eher trocken und karg.

Die Realität sah komplett anders aus.

Je weiter der Zug Richtung Cefalù fuhr, desto mehr war ich einfach nur sprachlos. Diese Mischung aus Bergen, Meer, mediterraner Vegetation und dem allgegenwärtigen Vulkan im Hintergrund hat mich vom ersten Moment an begeistert.

Noch bevor ich überhaupt in meiner Unterkunft angekommen war, wusste ich bereits:

Diese Insel wird etwas ganz Besonderes.

Eine Woche Italienisch lernen – und dabei Sizilien kennenlernen

Mein Zuhause für die kommende Woche war die Solemar Academy in Cefalù.

Ich hatte mich bewusst für einen Sprachkurs entschieden und direkt über die Sprachschule ein Zimmer in einer WG gebucht. Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich immer noch ein bisschen über mich selbst lachen. Dass ich das wirklich gemacht habe, hätte ich mir ein paar Jahre vorher niemals zugetraut.

Rückblickend war es aber genau die richtige Entscheidung.

Ich wohnte mit zwei jungen Frauen zusammen, die beide bereits auf Sizilien lebten. Dadurch bekam ich nicht nur einen Sprachkurs, sondern auch ein kleines Stück italienischen Alltag mit.

Da die Sprachschule gerade erst aus der Winterpause zurückkam, waren wir in meiner Woche insgesamt nur drei Sprachschüler. Für mich bedeutete das einen riesigen Vorteil: Ich bekam praktisch Einzelunterricht.

Jeden Morgen begann der Unterricht gegen neun Uhr und ging bis mittags. Danach gab es Hausaufgaben – und genau die habe ich auch ernst genommen.

Denn ich war nicht nach Sizilien gereist, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ich wollte die Sprache lernen.

Also verbrachte ich meine Nachmittage damit, Vokabeln zu lernen, Grammatik zu üben und das Gelernte direkt im Alltag anzuwenden.

Ich ging zum Bäcker, kaufte Obst und Gemüse auf den kleinen Wochenmärkten, bestellte mein Gelato auf Italienisch und versuchte, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Gerade diese kleinen Momente haben mir unglaublich viel gebracht.

Besonders begeistert haben mich die vielen kleinen Obst- und Gemüseläden in Cefalù.

Alles wirkte frisch, regional und irgendwie viel ursprünglicher als ich es aus Deutschland kannte. Die Erdbeeren hatten tatsächlich Geschmack, die Orangen schmeckten nach Sonne und selbst ein einfacher Einkauf fühlte sich plötzlich nach Urlaub an.

Meine Nachmittage verliefen deshalb meistens ganz entspannt.

Ich machte meine Hausaufgaben, lernte noch ein bisschen Italienisch, ging am Strand spazieren, fotografierte mit meiner Kamera, machte Yoga oder setzte mich einfach mit einem Gelato ans Meer.

Abends wurde dann gekocht oder ich probierte eines der kleinen Restaurants in der Altstadt aus.

Genau diese Mischung aus Lernen, Entschleunigung und italienischem Alltag machte diese Woche für mich so besonders.

Palermo – der perfekte Abschluss

Nach meinem letzten Unterrichtstag wollte ich die Insel aber natürlich nicht verlassen, ohne wenigstens noch eine ihrer bekanntesten Städte kennenzulernen.

Also fuhr ich mit dem Zug nach Palermo.

Allein diese Zugfahrt war wieder völlig unkompliziert. Genau das liebe ich mittlerweile an Italien: Man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft erstaunlich entspannt von A nach B.

Für meine letzte Nacht hatte ich ein kleines Boutique-Hotel in der Nähe des Hafens gebucht.

Und Palermo überraschte mich.

Besonders der Hafen mit seinen Bars und Restaurants hat mir unglaublich gut gefallen. Abends saßen dort Menschen zusammen, lachten, unterhielten sich und genossen einfach den Abend.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass Palermo selbst Anfang März schon voller Leben war.

In den Straßen spielte Musik, die Restaurants waren gut besucht und überall herrschte diese besondere italienische Atmosphäre, die ich mittlerweile so liebe.

Mein Rückflug ging bereits früh am nächsten Morgen.

Trotzdem machte mir selbst die Heimreise keinen Stress. Vom Hotel lief ich einfach zum Bahnhof, stieg in den Zug zum Flughafen und wenige Minuten später saß ich bereits auf dem Weg nach Hause.

Einfacher hätte die Rückreise kaum sein können.

Warum ich definitiv zurückkehren werde

Diese Reise war anders als meine bisherigen Italienurlaube.

Ich habe in dieser Woche längst nicht alle Sehenswürdigkeiten Siziliens gesehen.

Ich war weder auf dem Ätna noch in Catania, habe viele Strände ausgelassen und Palermo eigentlich nur angerissen.

Aber genau deshalb weiß ich heute schon, dass ich zurückkommen werde.

Denn während andere Reiseziele für mich irgendwann abgeschlossen sind, hatte ich bei Sizilien eher das Gefühl, gerade erst angefangen zu haben.

Schon während meines Aufenthalts plante ich gedanklich meine nächste Rundreise über die Insel.

Dann mit mehr Zeit.

Mit einem Mietwagen.

Und mit deutlich besseren Italienischkenntnissen.

Denn Sizilien hat mich nicht nur landschaftlich begeistert.

Es hat mir gezeigt, wie schön es sein kann, eine Reise einmal nicht nach Sehenswürdigkeiten zu planen, sondern nach Erlebnissen.

Und genau deshalb gehört diese Woche bis heute zu meinen persönlich wertvollsten Reisen.

 

https://gyg.me/MudDdqNf (Kajak-Tour Pisa) 

https://gyg.me/oBUzQAHV (Ticket für Pisa Kathedrale und Baptisterium)
 

https://gyg.me/Es1n8L2T (Ticket für Brunelleschis Domkuppel Florenz)
 
https://gyg.me/PQFROvVy (Florenz Golfcart Tour auf den Hügeln von Florenz und dem Piazza Michelangelo)


https://gyg.me/PAl0LZBQ (Pastamaking in den Hügeln von Chianti)

https://gyg.me/XATkEDA9 (Tour durch die Toskana in einem Fiat 500)

https://gyg.me/YHHnGPOg (Heißluftballonfahrt über Chianti)

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Zwischen Wüstensand und Zukunftsvision

Manche Reiseziele landen auf der Bucketlist, weil man schöne Bilder davon gesehen hat. Andere ziehen einen an, ohne dass man genau erklären kann, warum. Dubai gehörte für mich lange zur zweiten Kategorie. Schon Jahre bevor ich tatsächlich dort war, w
Christiane Seliger
07.07.2026
5 min Lesezeit

Manche Reiseziele landen auf der Bucketlist, weil man schöne Bilder davon gesehen hat. Andere ziehen einen an, ohne dass man genau erklären kann, warum.

Dubai gehörte für mich lange zur zweiten Kategorie.

Schon Jahre bevor ich tatsächlich dort war, wollte ich diese Stadt unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen. Die Stadt der Superlative. Der Burj Khalifa. Die künstlichen Inseln. Die Wolkenkratzer, die scheinbar direkt aus der Wüste wachsen. Irgendetwas daran hat mich fasziniert.

2019 ergab sich dann plötzlich die Gelegenheit. Während meiner Zeit im Reisebüro landete ein besonders attraktives Reiseangebot für Dubai in meinem Postfach. Ich musste nicht lange überlegen. Das war einer dieser Momente, in denen man einfach weiß: Wenn ich das jetzt nicht buche, werde ich mich später ärgern.

Eigentlich sollte die Reise gemeinsam mit meiner Schwester stattfinden. Doch kurz vor Abflug stellte sich heraus, dass sie nicht mitreisen konnte. Für einen Moment sah es so aus, als würde mein lang gehegter Traum vielleicht doch noch platzen.

Damals war ich noch nicht die Person, die spontan alleine in ein Flugzeug steigt und auf eigene Faust die Welt erkundet. Alleinreisen war für mich noch keine Option. Also begann die Suche nach einer Alternative – und tatsächlich fand ich kurzfristig eine Freundin, die mitkam.

Rückblickend betrachtet war das eine dieser Entscheidungen, die das Leben manchmal ganz nebenbei trifft. Denn aus der damaligen Reisebegleitung wurde später eine meiner engsten Freundinnen.

Meine erste große Reise

Heute muss ich oft schmunzeln, wenn ich daran denke. Denn damals fühlte sich Dubai für mich fast wie eine Reise ans andere Ende der Welt an.

Vor meiner Zeit im Reisebüro bestanden meine Urlaube hauptsächlich aus Familienreisen und vielen Sommern an der Ostsee. Während meiner Jahre in der Touristik hatte ich zwar bereits einige Reiseziele kennengelernt, doch Städte dieser Größenordnung waren für mich völliges Neuland.

Dubai war meine erste echte Metropole. Meine erste Reise in eine Welt voller Wolkenkratzer, Luxus, Innovation und Möglichkeiten.

Rückblickend glaube ich sogar, dass diese Reise ein kleines Stück dazu beigetragen hat, die Reiselust in mir endgültig zu wecken. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich Jahre später alleine nach Bali, Singapur oder Sri Lanka reisen würde. Aber irgendwo muss jede Reisegeschichte beginnen – und meine begann vielleicht genau hier.

Sechs Jahre später zurück in Dubai

Die Reise von 2019 sollte allerdings nicht meine letzte nach Dubai bleiben. Sechs Jahre später zog es mich erneut in die Wüstenmetropole – und ich war gespannt, wie sich die Stadt in der Zwischenzeit verändert hatte.

Was soll ich sagen? Ich war sprachlos.

Natürlich wusste ich, dass Dubai wächst und sich ständig weiterentwickelt. Aber die Geschwindigkeit, mit der dort neue Projekte entstehen, neue Viertel gebaut werden und sich die Skyline verändert, ist beeindruckend. An manchen Orten hatte ich das Gefühl, eine völlig neue Stadt zu entdecken.

Während ich bei meiner ersten Reise möglichst viele Sehenswürdigkeiten sehen wollte, habe ich meinen zweiten Aufenthalt deutlich entspannter gestaltet. Ich verbrachte viel Zeit am Strand, erkundete verschiedene Stadtteile, traf Freunde, die mittlerweile in Dubai leben, und genoss einfach den besonderen Mix aus Moderne, Internationalität und Wüstenflair.

Und vielleicht war genau das der größte Unterschied zwischen meinen beiden Reisen: Beim ersten Mal wollte ich alles sehen. Beim zweiten Mal wollte ich die Stadt einfach erleben.

Meine Highlights für eine erste Dubai-Reise

Trotzdem gibt es einige Erlebnisse, die ich jedem bei einer ersten Dubai-Reise empfehlen würde.

Ganz oben auf meiner Liste steht eine Wüstensafari. Sie gehört für mich zu den Ausflügen, die man einfach gemacht haben muss. Die Weite der Wüste, die Ruhe, die untergehende Sonne und der Kontrast zur modernen Skyline machen dieses Erlebnis unvergesslich.

Bei meinem zweiten Besuch habe ich zusätzlich eine Nachtsafari gemacht. Dabei konnten wir unter anderem Gazellen beobachten und die Wüste noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Natürlich gehört auch der Burj Khalifa dazu. Ja, er ist touristisch. Ja, man teilt sich den Aufzug mit vielen anderen Besuchern. Aber manchmal sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten eben genau deshalb so beliebt, weil sie wirklich beeindruckend sind. Der Blick über Dubai zeigt erst, welche Dimensionen diese Stadt tatsächlich hat.

Auch die Dubai Mall sollte man nicht nur als Einkaufszentrum betrachten. Selbst wenn Shopping nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht, lohnt sich ein Besuch. Das riesige Aquarium, die Wasserspiele vor dem Burj Khalifa und die schiere Größe des Komplexes machen ihn zu einer Sehenswürdigkeit für sich.

Besonders begeistert hat mich bei beiden Reisen der Miracle Garden. Mitten in einer Wüstenstadt plötzlich Millionen von Blumen in den unterschiedlichsten Formen und Farben zu sehen, wirkt fast surreal. Direkt daneben befindet sich der Butterfly Garden, der sich wunderbar mit einem Besuch kombinieren lässt.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte außerdem einen Tagesausflug nach Abu Dhabi einplanen. Bei meinem ersten Besuch stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Damals reichte die Zeit leider nicht für die Ferrari World – ein Erlebnis, das weiterhin ganz oben auf meiner persönlichen Bucketlist steht. Vielleicht erfüllt sich dieser Traum eines Tages im Rahmen eines Formel-1-Wochenendes.

Überhaupt ist Dubai für Motorsportfans ein spannendes Reiseziel. Die Nähe zu Abu Dhabi, die Begeisterung für Sportwagen und die Formel-1-Kultur in der Region sorgen dafür, dass man als Fan schnell ins Schwärmen gerät.

Und wer die Wüste noch einmal auf eine ganz besondere Art erleben möchte, sollte sich eine Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang anschauen. Diese steht bis heute auf meiner eigenen Liste für den nächsten Dubai-Besuch.

Warum mich Dubai bis heute fasziniert

Wenn mich heute jemand fragt, ob sich Dubai lohnt, lautet meine Antwort ganz klar: Ja.

Nicht, weil die Stadt perfekt ist. Nicht, weil sie besonders traditionell oder authentisch wäre. Sondern weil sie etwas verkörpert, das man nur selten so deutlich sieht: den Mut, groß zu denken.

Ich bin eigentlich ein Naturmensch. Ich liebe Berge, Küsten, Nationalparks und Orte, an denen man einfach mal durchatmen kann. Und trotzdem fasziniert mich Dubai.

Vielleicht gerade deshalb.

Denn Dubai zeigt, was möglich ist, wenn Visionen Realität werden. Die Stadt entwickelt sich in einem Tempo, das man kaum greifen kann. Wer einmal dort war und einige Jahre später zurückkehrt, wird verstehen, was ich meine.

Dubai wird wahrscheinlich nie mein klassisches Lieblingsreiseziel für Wanderurlaub oder Naturerlebnisse werden. Dafür gibt es andere Orte auf dieser Welt.

Aber Dubai inspiriert. Dubai beeindruckt. Und Dubai erinnert mich jedes Mal daran, wie groß diese Welt eigentlich ist.

Und genau deshalb hat mich diese Stadt inzwischen schon zweimal in ihren Bann gezogen.

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Bali & Singapur – Reiseziele, die nicht unterschiedlicher sein könnten

Manche Reisen plant man monatelang bis ins kleinste Detail. Und dann gibt es Reisen, die unterwegs plötzlich eine völlig andere Richtung einschlagen. Meine dreiwöchige Solo-Reise nach Bali und Singapur gehörte definitiv zur zweiten Kategorie. Eigentl
Christiane Seliger
07.07.2026
5 min Lesezeit

Manche Reisen plant man monatelang bis ins kleinste Detail. Und dann gibt es Reisen, die unterwegs plötzlich eine völlig andere Richtung einschlagen. Meine dreiwöchige Solo-Reise nach Bali und Singapur gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.

Eigentlich sollte alles ganz unkompliziert sein: einige Tage auf Bali, anschließend ein kurzer Aufenthalt in Singapur und danach zurück nach Deutschland. Dass daraus am Ende eine meiner schönsten und gleichzeitig ungeplantesten Reisen werden würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mein Abenteuer begann Ende Februar auf Bali – mitten in der Regenzeit. Schon bei der Ankunft in Denpasar wurde ich daran erinnert, dass selbst gelernte Tourismuskauffrauen nicht immer perfekt vorbereitet sind. Das E-Visum hatte ich natürlich nicht vorab ausgefüllt. Also stand ich nach einem langen Flug erst einmal am Flughafen und versuchte mit einer eher mäßigen Internetverbindung sämtliche Formulare auszufüllen. Nicht mein glorreichster Reisemoment, aber am Ende hat natürlich alles funktioniert.

Von dort ging es weiter nach Ubud. Mein erstes Hotel lag mitten im Grünen, mit einem Infinity-Pool und Blick auf die Reisfelder. Theoretisch zumindest. Praktisch regnete es während meines Aufenthalts immer wieder, sodass Baden eher zweitrangig wurde.

Ubud selbst hat einen ganz besonderen Charakter. Zwischen Tempeln, kleinen Cafés und tropischer Vegetation dreht sich hier vieles um Yoga, Meditation, Heilung und Entschleunigung. Genau darauf habe ich mich eingelassen. Statt Sehenswürdigkeiten im Akkord abzuhaken, verbrachte ich meine Tage mit Yoga, Pilates, Meditation, Spaziergängen und Content Creation.

Besonders begeistert haben mich das Alchemy, die Pyramids of Chi und der Campuhan Ridge Walk. Wer nach Ubud reist, sollte sich für diese Orte bewusst Zeit nehmen. Auf die bekannten Instagram-Hotspots wie den Jungle Swing habe ich dagegen ganz bewusst verzichtet. Das war einfach nicht die Art von Bali, die ich erleben wollte.

Nach einigen Tagen ging es weiter Richtung Norden. Für die Strecke hatte ich mir einen Fahrer organisiert und unterwegs mehrere Stopps eingeplant. Der Leke-Leke-Wasserfall war wunderschön, ebenso der beeindruckende Wassertempel Pura Ulun Danu Beratan, der malerisch auf dem See zu schweben scheint.

Mein eigentliches Highlight im Norden war jedoch die Region rund um Munduk und den Sekumpul-Wasserfall. Schon die Unterkunft war ein kleines Paradies: ein Infinity-Pool mit Blick über den Regenwald, absolute Ruhe und eine Atmosphäre, die sofort entschleunigt. Den Sekumpul-Wasserfall selbst habe ich von oben betrachtet und bei einer Limonade in der nahegelegenen Hanging Restaurant & Bar einfach die Aussicht genossen.

Viele Reisende besuchen den Norden nur als Tagesausflug. Ich persönlich würde davon abraten. Die Straßen sind teilweise langwierig zu fahren und gerade die Ruhe dieser Region verdient mehr als einen kurzen Fotostopp. Wer Zeit mitbringt, sollte mindestens ein oder zwei Nächte bleiben und die Gegend in Ruhe genießen.

Eigentlich wollte ich anschließend weiter nach Uluwatu reisen. Doch genau in diesem Moment kam die Nachricht, die meine gesamte Reise verändern sollte: Mein Rückflug wurde gestrichen.

Plötzlich stand nicht mehr die Frage im Raum, welche Sehenswürdigkeit ich als Nächstes besuchen würde, sondern wie ich überhaupt wieder nach Hause kommen sollte.

Anstatt weitere Abenteuer zu planen, entschied ich mich für das, was ich in diesem Moment am meisten brauchte: Ruhe.

Also zog es mich nach Canggu.

Die folgenden Tage verbrachte ich mit Surfen, Yoga, Pilates, Eisbädern, Saunagängen, Fitnessstudio, langen Spaziergängen und gutem Essen. Ich lernte tolle Menschen kennen, arbeitete, fotografierte und genoss das Leben in einem Tempo, das ich aus meinem Alltag kaum kenne.

Rückblickend habe ich auf Bali nicht die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen. Aber ich habe etwas viel Wertvolleres gefunden.

Bali hat mir nicht das gegeben, was ich erwartet habe. Aber es hat mir genau das gegeben, was ich gebraucht habe.

Während ich auf Bali zur Ruhe kam, wartete in Singapur bereits das komplette Gegenteil auf mich.

Schon der Anflug war spektakulär. Die unzähligen Containerschiffe vor der Küste, die beeindruckende Skyline und die schiere Größe dieses Hafens hinterließen sofort Eindruck. Und spätestens beim Betreten des Flughafens war klar, dass Singapur eine Welt für sich ist.

Allein der Flughafen ist eine Sehenswürdigkeit. Futuristische Skytrains, tropische Pflanzen, riesige Wasserfälle und moderne Architektur sorgen dafür, dass man beinahe vergisst, überhaupt an einem Flughafen zu sein.

Allerdings begann mein Aufenthalt zunächst mit einer kleinen Herausforderung. Da mein Rückflug bereits gestrichen worden war, besaß ich plötzlich kein gültiges Ausreiseticket mehr. Für die Einreise nach Singapur musste ich jedoch genau das vorweisen. Also buchte ich kurzerhand einen Flug nach Malaysia, den ich später nie antreten sollte, nur um überhaupt ein gültiges Weiterreiseticket vorzeigen zu können.

Nachdem auch diese Hürde genommen war, verbrachte ich mehrere Stunden am Flughafen und versuchte gleichzeitig herauszufinden, wie ich nun eigentlich wieder nach Deutschland kommen würde.

Die Mitarbeiter von Qatar Airways waren unglaublich hilfsbereit. Nach vielen Stunden und zahlreichen Gesprächen fanden sie schließlich eine Lösung. Ich wurde kostenfrei auf einen Flug mit Air China über Peking umgebucht.

Was sich zunächst wie eine Katastrophe angefühlt hatte, entwickelte sich im Nachhinein zu einem der schönsten Teile der gesamten Reise.

Statt einer Nacht blieb ich mehrere zusätzliche Tage in Singapur.

Und ich nutzte jede einzelne Minute.

Mein Hotel lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, bot jedoch einen wunderschönen Blick auf die Skyline und war perfekt an die Stadt angebunden. Morgens ging es meist ins Fitnessstudio und anschließend in den Pool, bevor ich die Stadt erkundete.

Für mich als Formel-1-Fan war es ein unbeschreibliches Gefühl, entlang der Marina Bay zu laufen und die berühmten Streckenabschnitte des Singapur Grand Prix mit eigenen Augen zu sehen. Wer kein Formel-1-Fan ist, wird das vermutlich nicht ganz nachvollziehen können. Für mich war es jedoch einer dieser Momente, die für immer bleiben.

Mindestens genauso beeindruckend waren die Gardens by the Bay. Der Cloud Forest, der Flower Dome und der OCBC Skyway gehören für mich zu den absoluten Highlights der Stadt.

Doch nichts hat mich so berührt wie die abendliche Lichtshow der Supertrees.

Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke. Die Musik, die Lichter, die Atmosphäre und die Kulisse dieser außergewöhnlichen Stadt waren schlichtweg magisch. Abend für Abend saß bzw. lag ich dort und konnte mich nicht sattsehen.

Auch die Universal Studios, die Aussicht auf das Marina Bay Sands und die vielen kleinen Entdeckungen zwischendurch machten jeden Tag besonders.

Dabei war es gar nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, die mich so begeistert hat.

Es war das Gesamtgefühl.

Singapur ist modern, futuristisch und gleichzeitig unglaublich grün. Die Stadt wirkt sauber, sicher und organisiert, ohne dabei steril zu erscheinen. Zwischen Wolkenkratzern findet man Parks, Gärten und Orte zum Durchatmen.

Eigentlich bin ich kein großer Stadtmensch. Normalerweise zieht es mich eher in die Berge, ans Meer oder in die Natur. Doch Singapur hat mich eines Besseren belehrt.

Diese Stadt hat mich tief beeindruckt.

Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, denke ich nicht an den gestrichenen Rückflug. Ich denke an die Ruhe Balis, an die Wasserfälle im Norden, an Yoga bei tropischem Regen, an die Formel-1-Strecke von Singapur, an die Lichtshow der Supertrees und an das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

Manchmal sind es eben die ungeplanten Umwege, die zu den schönsten Erinnerungen werden.

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Griechenland

Griechenland

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen
Christiane Seliger
07.07.2026
5 min Lesezeit

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang

Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.

So ging es mir auf Kreta.

Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.

Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.

Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.

Ankommen, abschalten und den Sommer genießen

Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.

Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.

Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.

Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte

Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.

Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.

Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.

Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.

Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.

Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.

Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.

Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung

Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.

Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.

Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.

Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.

Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.

Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.

Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.

Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.

Das Problem?

40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.

Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.

Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:

Wir drehten wieder um.

Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.

Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.

Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.

Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug

Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.

Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“

Gesagt, getan.

Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.

Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.

Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte

Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.

Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.

Rethymno hat mir genau das gegeben.

Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.

Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.

Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.

Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.

Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.

Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön

Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.

Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.

Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.

Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.

Wir haben entschleunigt.

Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.

Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.

Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.

Mein Fazit zu Kreta

Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.

Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.

Kreta hat mich entschleunigt.

Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.

Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.

Griechenland muss man erleben.

Am besten vom Wasser aus.

Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.

Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.

Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.

Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.

Und genau dazu gehört für mich Griechenland.

Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.

Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

christiane-seliger
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