

Amsterdam
Amsterdam gehört für mich zu den Städten, die einfach immer funktionieren. Egal ob für ein verlängertes Wochenende, einen spontanen Städtetrip oder als Zwischenstopp – langweilig wird es hier garantiert nicht. Das liegt nicht nur an den berühmten Grachten oder den schmalen Häusern, sondern vor allem an der entspannten Atmosphäre. Obwohl Amsterdam eine Millionenstadt ist, fühlt sie sich erstaunlich ruhig und gemütlich an. Überall fahren Fahrräder vorbei, kleine Cafés reihen sich aneinander und hinter jeder Ecke wartet ein neues Fotomotiv.
Mittlerweile war ich bereits zweimal in Amsterdam – und beide Reisen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Beim ersten Besuch standen die klassischen Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Keukenhof, Grachtenfahrt, A’DAM Lookout und Museum of Illusions. Beim zweiten Mal wollten wir die Stadt einfach nur genießen, ohne Zeitdruck und ohne To-do-Liste. Rückblickend kann ich sagen: Beide Arten, Amsterdam zu erleben, haben ihren ganz eigenen Charme.
In diesem Reisebericht nehme ich euch mit zu meinen persönlichen Highlights, verrate euch meine liebsten Foodspots und gebe euch ehrliche Tipps, welche Ausflüge sich wirklich lohnen.
Anreise nach Amsterdam: Nachtzug oder Flug?
Tatsächlich bin ich schon auf zwei verschiedene Arten nach Amsterdam gereist.
Beim ersten Mal haben wir den Nachtzug ab Nürnberg genommen. Das war überraschend entspannt. Wir hatten Schlafwagen gebucht und konnten die komplette Nacht durchfahren. Am nächsten Morgen rollte der Zug direkt am Amsterdamer Hauptbahnhof ein – ausgeschlafen mitten im Zentrum. Gerade für einen kurzen Städtetrip finde ich das eine richtig angenehme Alternative zum Flugzeug.
Beim zweiten Besuch kamen wir von Mallorca und flogen nach Amsterdam Schiphol. Schon der Flughafen hat mich begeistert. Alles ist modern, übersichtlich und hervorragend ausgeschildert. Vom Flughafen fährt regelmäßig ein Zug direkt zum Hauptbahnhof. Die Tickets lassen sich unkompliziert am Automaten kaufen und wenige Minuten später steht man bereits mitten in Amsterdam.
Allein die unkomplizierte Anreise macht Amsterdam für mich zu einem perfekten Ziel für ein verlängertes Wochenende.
Unsere Unterkünfte: Zwischen absolutem Reinfall und echter Empfehlung
Bei unserer ersten Reise übernachteten wir im ClinkMama.
Die Lage war grundsätzlich gut und viele Sehenswürdigkeiten konnten wir bequem zu Fuß erreichen. Leider hörten die positiven Punkte dort auch schon auf. Das Hotel war nicht besonders sauber und insgesamt hat uns der Aufenthalt enttäuscht. Deshalb würde ich es heute nicht mehr empfehlen.
Ganz anders sah es bei unserer zweiten Reise aus.
Diesmal entschieden wir uns für das ClinkNOORD Hostel. Auch wenn der Name zunächst nach klassischem Hostel klingt, hatten wir dort ein eigenes Doppelzimmer und waren wirklich positiv überrascht.
Das Beste ist allerdings die Lage.
Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die kostenlose Fähre, die den ganzen Tag zwischen Amsterdam Noord und dem Hauptbahnhof pendelt. Innerhalb weniger Minuten steht ihr mitten im Zentrum – schneller geht es kaum.
Das Frühstück würde ich persönlich nicht dazubuchen. Es war vollkommen in Ordnung, aber Amsterdam bietet so viele schöne Cafés, dass sich Frühstücken außerhalb deutlich mehr lohnt.
Für Preis-Leistung und Lage bekommt das ClinkNOORD von mir eine klare Empfehlung.
Warum sich Amsterdam so besonders anfühlt
Was mich an Amsterdam immer wieder begeistert, ist das Lebensgefühl.
Obwohl täglich tausende Touristen durch die Stadt laufen, wirkt Amsterdam nie stressig. Vielleicht liegt es an den vielen Grachten, vielleicht an den kleinen Häusern oder daran, dass überall Fahrräder unterwegs sind. Jedenfalls fühlt sich die Stadt deutlich entschleunigter an als viele andere europäische Metropolen.
Besonders gerne laufe ich einfach ohne Ziel durch die verschiedenen Viertel.
Das Jordaan-Viertel gehört für mich zu den schönsten Ecken der Stadt. Kleine Grachten, gemütliche Cafés, individuelle Boutiquen und jede Menge ruhige Seitenstraßen laden dazu ein, einfach loszulaufen und sich treiben zu lassen.
Ganz anders wirkt dagegen Damrak. Hier stehen die berühmten schmalen Grachtenhäuser, die wahrscheinlich jeder schon einmal auf Instagram oder auf einer Postkarte gesehen hat. Gerade morgens lassen sich hier wunderschöne Fotos machen, bevor die Menschenmassen eintreffen.
Keukenhof: Auch für Nicht-Blumenfans einen Besuch wert
Bei unserem ersten Besuch waren wir Ende März in Amsterdam und entschieden uns für einen Tagesausflug zum Keukenhof.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tulpenblüte gerade erst begonnen. Natürlich standen noch nicht alle Felder in voller Blüte, trotzdem war der Park beeindruckend.
Ich würde mich selbst nicht unbedingt als großen Blumenfan bezeichnen. Trotzdem gehört der Keukenhof für mich einfach zu einer Amsterdam-Reise im Frühling dazu. Die riesigen Blumenbeete, die liebevoll angelegten Gärten und die Farben sind einfach etwas Besonderes.
Praktisch fand ich außerdem, dass wir das Ticket als Kombi inklusive Grachtenfahrt gebucht hatten. Dadurch musste man sich vor Ort um nichts mehr kümmern.
Amsterdam vom Wasser entdecken: Die Grachtenfahrt
Wenn ihr Amsterdam zum ersten Mal besucht, solltet ihr unbedingt eine Grachtenfahrt machen.
Viele Sehenswürdigkeiten wirken vom Wasser aus noch einmal ganz anders. Gleichzeitig bekommt man einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile und entdeckt Ecken, die man zu Fuß wahrscheinlich nie gefunden hätte.
Für mich gehört die Grachtenfahrt mittlerweile genauso zu Amsterdam wie die Fahrräder oder die schmalen Häuser.
A’DAM Lookout: Die beste Aussicht über Amsterdam
Ein weiteres Highlight war für mich der A’DAM Lookout.
Schon die Aussichtsplattform bietet einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt. Wer möchte, kann sich dort einen Cocktail bestellen und einfach die Aussicht genießen.
Natürlich musste ich auch die berühmte Schaukel ausprobieren.
Zugegeben – ein bisschen Überwindung kostet sie schon. Schließlich schaukelt man mehrere Meter über dem Boden. Aber genau deshalb macht sie auch so viel Spaß.
Auch hier gibt es häufig Kombitickets inklusive Getränk, was sich preislich durchaus lohnt.
Museum of Illusions: Überraschend unterhaltsam
Das Museum of Illusions stand eher zufällig auf unserer Liste.
Eigentlich hatten wir gar keine großen Erwartungen. Umso überraschter waren wir hinterher.
Die verschiedenen Räume und optischen Täuschungen machen richtig Spaß und sorgen für viele lustige Fotos. Gerade wenn das Wetter einmal nicht mitspielt oder ihr zwischendurch etwas anderes erleben möchtet, kann ich das Museum definitiv empfehlen.
Meine liebsten Foodspots in Amsterdam
Amsterdam hat kulinarisch deutlich mehr zu bieten, als viele denken.
Natürlich musste auch ich die berühmten Stroopwafels bei Van Wonderen probieren. Frisch gebacken, mit Schokolade und verschiedenen Toppings – definitiv nichts für jeden Tag, aber unglaublich lecker.
Mindestens genauso begeistert war ich von Fabel Friet.
Ja, man steht meistens eine Weile an. Aber die Pommes mit Trüffelcreme, Käse und den hausgemachten Soßen gehören für mich zu den besten Pommes, die ich bisher gegessen habe.
Wenn ihr mit mehreren Leuten unterwegs seid und jeder etwas anderes essen möchte, solltet ihr unbedingt bei den Foodhallen vorbeischauen. Dort findet ihr Streetfood aus aller Welt unter einem Dach – von Burgern bis asiatischen Gerichten.
Auch die Bar N-JOY hat mir richtig gut gefallen. Eine entspannte Atmosphäre, leckere Cocktails und der perfekte Ort, um den Abend einzuläuten.
Amsterdam bei Nacht: Mein absolutes Highlight war die Silent Disco
Amsterdam ist tagsüber wunderschön – aber auch abends hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme.
Natürlich gibt es unzählige Bars, Restaurants und Clubs. Wer aber mal etwas anderes erleben möchte, dem kann ich die Silent Disco Tour wirklich empfehlen.
Gebucht hatten wir sie damals über eine Ausflugsplattform wie GetYourGuide oder Tripadvisor. Im Preis war sogar ein Begrüßungscocktail enthalten.
Bevor die Tour losging, saßen wir noch gemütlich in der N-JOY Bar, haben unseren ersten Cocktail getrunken und anschließend unsere Kopfhörer bekommen.
Von außen muss das ziemlich verrückt ausgesehen haben.
Wir liefen tanzend durch die Straßen Amsterdams, jeder mit Kopfhörern auf den Ohren. Das Lustigste passierte immer dann, wenn man die Kopfhörer kurz abnahm.
Während die eine Hälfte laut Macarena mitsang, schmetterte die andere Gruppe plötzlich All I Want for Christmas Is You – und das mitten im März.
Ohne Musik hörte man also nur Menschen, die völlig unterschiedliche Lieder gleichzeitig sangen.
Genau das machte den Abend so witzig.
Es war eine dieser Aktivitäten, bei denen man sich vorher fragt, ob das wirklich Spaß macht – und hinterher gehört sie plötzlich zu den schönsten Erinnerungen der ganzen Reise.
Amsterdam ganz entspannt erleben
Bei meinem zweiten Besuch haben wir bewusst auf Sehenswürdigkeiten verzichtet.
Stattdessen wollten wir die Stadt einfach genießen.
Wir sind stundenlang durch Jordaan und Damrak geschlendert, haben kleine Boutiquen entdeckt, an den Grachten gesessen und einfach das Leben beobachtet.
Genau dafür eignet sich Amsterdam perfekt.
Man braucht hier nicht zwingend einen straffen Zeitplan.
Oft entstehen die schönsten Momente einfach beim Herumlaufen.
Ein Besuch im Coffeeshop gehört irgendwie dazu
Natürlich wollten wir auch einmal einen typischen Amsterdamer Coffeeshop besuchen.
Also haben wir uns Cookies bestellt und wollten einfach ausprobieren, warum dieser Teil der niederländischen Kultur so bekannt ist.
Um ehrlich zu sein?
Ich hatte deutlich spektakulärere Geschichten erwartet.
Wir mussten zwar ziemlich viel lachen, aber da ich sowieso ein Mensch bin, der ständig lacht, war der Unterschied ehrlich gesagt gar nicht so groß.
Trotzdem gehört diese Erfahrung für mich irgendwie zu Amsterdam dazu.
Einmal gemacht, darüber gelacht und eine weitere Geschichte für den Reisebericht gesammelt.
Shopping zwischen Grachten und kleinen Boutiquen
Auch zum Shoppen eignet sich Amsterdam hervorragend.
Zwischen den bekannten Marken findet ihr immer wieder kleine Boutiquen, Concept Stores und individuelle Läden, die man in Deutschland so kaum findet.
Gerade rund um die Grachten macht das Bummeln unglaublich viel Spaß.
Man entdeckt ständig neue Ecken und läuft dabei automatisch an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.
Meine persönlichen Tipps für 3 bis 4 Tage Amsterdam
https://gyg.me/5wlPAhda (Rijkmuseum)
https://gyg.me/1Tb8sdVk (Heineken Experience)
Grachtenfahrt am Abend https://gyg.me/laI4GQj5
Keukenhof + Grachtenfahrt https://gyg.me/FR75G6on
A‘DAM Lookout mit Essen https://gyg.me/NJVmSWVq
Alternativ könnt ihr den Tag auch komplett entspannt in Amsterdam verbringen, durch die Viertel schlendern oder eines der vielen Museen besuchen.
Habt ihr vier Tage Zeit, bleibt sogar noch genügend Raum, einfach ohne Plan durch die Stadt zu laufen.
Und genau das würde ich inzwischen jedem empfehlen.
Mein Fazit: Würde ich wieder nach Amsterdam reisen?
Definitiv.
Amsterdam gehört inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsstädten in Europa.
Nicht, weil die Stadt die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten besitzt oder weil man hier möglichst viele Attraktionen abhaken muss.
Sondern weil Amsterdam unglaublich entschleunigt wirkt.
Die Grachten, die schmalen Häuser, die vielen Fahrräder und die gemütlichen Cafés sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird.
Natürlich gibt es die klassischen Highlights wie den Keukenhof, den A’DAM Lookout oder eine Grachtenfahrt. Sie gehören für mich definitiv dazu und gerade beim ersten Besuch würde ich sie auch immer wieder machen.
Mindestens genauso viel Spaß haben mir aber die kleinen Momente gemacht.
Mit einer Portion Pommes an einer Gracht sitzen.
Frisch gebackene Stroopwafels essen.
Ohne Ziel durch Jordaan laufen.
Mit Kopfhörern mitten durch Amsterdam tanzen.
Oder einfach auf die kostenlose Fähre steigen und den Blick auf die Skyline genießen.
Genau diese Mischung macht Amsterdam für mich so besonders.
Wenn ich noch einmal hinreise – und das werde ich ganz sicher – würde ich wahrscheinlich noch weniger planen als beim letzten Mal. Ich würde mir morgens einen guten Kaffee holen, durch die Straßen schlendern, hier und da spontan einkehren und den Abend wieder mit Freunden in einer Bar oder bei einer außergewöhnlichen Aktivität ausklingen lassen.
Denn manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die eine Reise unvergesslich machen – sondern genau diese kleinen, ungeplanten Momente.
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Manchmal entstehen die schönsten Reisen völlig spontan. Genau so war es bei unserem Wintertrip nach Riga. Eigentlich wollten wir im Dezember einfach noch einmal für ein paar Tage dem Alltag entfliehen. Das Budget war überschaubar, wir hatten beide bereits einige Reisen hinter uns und suchten einfach nach einem Ziel, das wir beide noch nicht kannten. Bei der Recherche tauchte plötzlich Riga auf. Ein kurzer Blick auf die Sehenswürdigkeiten, der berühmte Berg der Kreuze und ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt - mehr brauchten wir eigentlich nicht. Wenige Minuten später waren die Flüge gebucht.
Riga gehört für mich zu den unterschätztesten Städtereisezielen Europas. Gerade zur Weihnachtszeit entfaltet die lettische Hauptstadt ihren ganze eigenen Charme. Verschneite Gassen, trockene Winterkälte, gemütliche Cafés und historische Gebäude sorgen für eine Atmosphäre, die man so nur selten erlebt.
Anreise nach Riga - Direktflug ab Berlin
Wir sind direkt mit Ryanair von Berlin nach Riga geflogen. Der Flug dauert gerade einmal rund zwei Stunden und eignet sich deshalb perfekt für einen verlängerten Wochenendtrip oder einen fünftägigen Städtetrip.
Schon bei der Landung fiel uns auf, wie ruhig alles war. Kein hektisches Großstadtgefühl, sondern eine entspannte Atmosphäre. Genau das sollte sich während der gesamten Reise bestätigen. Für den Transfer vom Flughafen in die Innenstadt hatten wir vorab über Booking einen Shuttle gebucht. Das funktionierte problemlos und brachte uns direkt bis vor unser Hotel.
Unser Hotel in Riga
Unser Hotel lag sehr zentral. Gegenüber befand sich zwar gerade eine Baustelle, gestört hat uns das allerdings kaum. Dadurch konnten wir die Altstadt bequem zu Fuß erkunden und mussten nur selten auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.
Gerade im Winter empfand ich die zentrale Lage als großen Vorteil. Nach ein paar Stunden auf dem Weihnachtsmarkt oder einem längeren Spaziergang durch die verschneite Altstadt war man schnell wieder im Warmen.
Fortbewegung in Riga - Mein Geheimtipp heißt Bolt
Wenn ich einen einzigen Tipp für Riga geben müsste, dann wäre es dieser: Ladet euch Bolt herunter.
Während unseres Aufenthalts war Bolt unglaublich günstig. Viele Fahrten kosteten gerade einmal vier oder fünf Euro. Dadurch mussten wir überhaupt nicht überlegen, ob wir laufen oder fahren. Gerade im Winter, wenn es draußen dauerhaft unter null Grad hat, spart man sich damit einiges an Zeit und bleibt trotzdem flexibel. Für längere Strecken - beispielsweise nach Jurmala - haben wir dagegen den Zug genutzt. Auch das funktionierte überraschend unkompliziert.
Riga zur Weihnachtszeit - Eine Stadt voller Atmosphäre
Wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück. Statt Regen erwarteten uns angenehme Minusgrade von ungefähr fünf Grad. Die Kälte war trocken und dadurch wesenlich angenehmer als die feuchte Winterkälte, die man häufig aus Deutschland kennt. Dazu kamen verschneite Straßen, festlich geschmückte Häuser und überall kleine Lichterketten. Gerade abends wirkte Riga unglaublich gemütlich. Der Weihnachtsmakrt gehört zwar nicht zu den größten Europas, dafür aber definitiv zu den stimmungsvollsten. Zwischen den kleinen Holzhütten gab es regionales Kunsthandwerk, warme Getränke und jede Menge lettische Spezialitäten zu entdecken. Ich habe dort gefühlt jeden Abend Pelmeni gegessen - mal klassisch gekocht, mal angebraten und jedes Mal mit einer anderen Füllung. Wenn ihr gerne lokale Küche ausprobiert, seid ihr hier genau richtig.
Gingerbread Glühwein & Black Balsam - Zwei Spezialitäten aus Lettland
Natürlich durfte auch der berühmte Gingerbread Glühwein nicht fehlen. Den haben wir direkt am ersten Abend auf dem Weihnachtsmarkt probiert. Geschmacklich erinnert er an flüssigen Lebkuchen - definitiv mal etwas anderes. Obwohl…. ganz ehrlich: Mein Fall war es nicht unbedingt. Am nächsten Morgen mussten wir früh zum Tagesausflug aufbrechen und mir ging es überhaupt nicht gut.
Deutlich überzeugender fand ich dagegen den berühmten Riga Black Balsam. Auf Empfehlung eines Freundes kauften wir gleich mehrere Flaschen als Mitbringsel. Der Kräuterlikör wir nach einem traditionellen Rezept aus zahlreichen Kräutern hergestellt und gilt in Lettland fast schon als Hausmittel gegen Erkältungen. Zu Hause habe ich ihn tatsächlich ausprobiert, als ich krank war - und ich muss sagen: Ganz ohne Wirkung war es definitiv nicht.
Museum of Illusions – Perfekt für Regentage und Familien
Eines unserer Highlights in Riga war außerdem das Museum of Illusions.
Normalerweise bin ich bei solchen Museen eher skeptisch. Viele wirken nach kurzer Zeit ziemlich eintönig.
Dieses hier hat mich allerdings positiv überrascht.
Fast jede Station war interaktiv. Es gab Spiegelräume, optische Täuschungen und zahlreiche Fotomotive, bei denen man selbst Teil der Illusion wurde.
Gerade wenn ihr zu zweit oder mit Freunden unterwegs seid, macht das unglaublich viel Spaß.
Für Familien mit Kindern würde ich das Museum ebenfalls jederzeit empfehlen.
Eine Kerze im Dom von Riga
Wie auf vielen unserer Reisen durfte auch diesmal ein Besuch in einer Kirche nicht fehlen.
Wir sind durch den Dom von Riga geschlendert, haben uns ein wenig Zeit genommen und natürlich wieder eine Kerze angezündet.
Gerade in der Weihnachtszeit hatte dieser Ort noch einmal eine ganz besondere Stimmung. Draußen herrschte winterliches Treiben, drinnen war es ruhig und angenehm warm.
Solche kleinen Momente sind oft die, an die ich mich später am meisten erinnere.
Lohnt sich der Zentralmarkt?
Natürlich wollten wir auch den berühmten Zentralmarkt von Riga besuchen.
Ich hatte vorher ehrlich gesagt etwas anderes erwartet.
Gedanklich hatte ich eher die Foodhallen in Amsterdam im Kopf – mit vielen kleinen Ständen und frisch zubereiteten Gerichten.
Tatsächlich handelt es sich aber eher um einen klassischen Markt, auf dem überwiegend Einheimische einkaufen. Fleisch, Fisch, Gemüse und regionale Produkte stehen hier im Mittelpunkt.
Interessant war der Besuch auf jeden Fall, allein schon, um einen Einblick in den Alltag der Letten zu bekommen.
Ein absolutes Highlight war der Markt für mich persönlich allerdings nicht.
Der Berg der Kreuze – Der beeindruckendste Ausflug unserer Lettland-Reise
Wenn ihr während eurer Reise nach Riga nur einen einzigen Tagesausflug machen möchtet, dann sollte es definitiv der Berg der Kreuze sein.
Den Ausflug hatten wir bereits vor unserer Reise über GetYourGuide gebucht. Der große Vorteil: Der Transfer ab Riga war bereits inklusive. Wir wurden früh morgens direkt in der Innenstadt abgeholt und mussten uns um nichts kümmern.
Die Fahrt dauert zwar rund zwei Stunden pro Strecke, aber schon unterwegs hat sich der Ausflug gelohnt. Unser Fahrer sprach sehr gut Englisch und erzählte uns unglaublich viel über Lettland, die Geschichte des Landes und das Leben der Menschen dort. Dadurch verging die Zeit fast wie im Flug. Wir waren insgesamt nur zu dritt im Auto. Eine weitere Mitreisende aus unserer Gruppe verschlief allerdings fast die komplette Fahrt - umso mehr kontnen wir die spannenden Gespräche mit unserem Fahrer genießen.
Der Berg der Kreuze im Winter - Mystisch und unglaublich beeindruckend
Als wir ankamen, wusste ich sofort, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte.
Der gesamte Berg lag im Nebel. Dazu kam der frische Schnee, der überall zwischen den Millionen von Kreuzen lag. Die Atmosphäre war gleichzeitig ruhig, nachdenklich und irgendwie magisch.
Man steht dort zwischen unzähligen Kreuzen, die Menschen aus aller Welt im Laufe der Jahrzehnte aufgestellt haben. Unser Fahrer erzählte uns viel über die Geschichte dieses besonderen Ortes und erklärte, warum der Berg bis heute für viele Menschen ein Symbol für Hoffnung, Glauben und Freiheit ist.
Ich glaube, genau dieses Winterwetter hat den Moment noch einmal verstärkt. Bei Sonnenschein hätte der Ort sicherlich ebenfalls beeindruckt – aber dieser Nebel und die verschneite Landschaft haben dem Ganzen eine fast mystische Stimmung verliehen.
Für mich war das ohne Frage das Highlight der gesamten Reise.
Jurmala Beach - Ein kilometerlanger Sandstrand im Winter
An einem weiteren Tag wollten wir noch etwas mehr von Lettland entdecken und sind deshalb mit dem Zug nach Jurmala gefahren.
Die Tickets haben wir direkt am Bahnhof gekauft. Das war unkompliziert und günstig, außerdem erklärte uns die Mitarbeiterin direkt, wann unser letzter Zug zurück nach Riga fährt.
Schon die Zugfahrt war entspannt.
Am Strand angekommen erwartete uns ein komplett anderes Bild als man es normalerweise von einem Badeort kennt.
Statt Sonnenliegen und Badegästen lagen Schnee und Eis auf dem kilometerlangen Sandstrand.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hatte dieser Ort etwas ganz Besonderes.
Wir sind lange am Wasser entlang spaziert, haben die Ruhe genossen und uns vorgestellt, wie belebt der Strand wohl im Sommer sein muss.
Ich könnte mir gut vorstellen, Lettland irgendwann noch einmal in der warmen Jahreszeit zu besuchen.
Ein weiterer Tipp für den Sommer: Der Kemeri-Nationalpark
Leider fehlte uns während dieser Reise die Zeit für den Ķemeri-Nationalpark.
Eigentlich stand er auf unserer Liste, aber fünf Tage vergehen in Riga schneller als gedacht.
Wenn ich noch einmal nach Lettland reisen würde – vor allem im Sommer –, würde ich diesen Nationalpark definitiv mit einplanen. Besonders die bekannten Moorlandschaften und Holzstege sehen auf Bildern unglaublich schön aus und wären sicherlich eine tolle Ergänzung zu einem Städtetrip nach Riga.
Mein Fazit: Warum Riga für mich zu den unterschätztesten Reisezielen Europas gehört
Ganz ehrlich?
Diese Reise haben wir damals fast blind gebucht.
Wir wollten einfach noch einmal spontan im Dezember verreisen, hatten ein begrenztes Budget und suchten nach einer Stadt, die wir beide noch nicht kannten.
Dass daraus einer unserer schönsten Winter-Städtetrips werden würde, hätten wir vorher nie gedacht.
Riga hat genau die richtige Größe. Die Altstadt ist gemütlich, alles wirkt entspannt und gleichzeitig gibt es genug zu entdecken. Dazu kommen die verschneite Atmosphäre, der wunderschöne Weihnachtsmarkt, leckeres Essen und außergewöhnliche Ausflugsziele wie der Berg der Kreuze oder Jurmala.
Gerade zur Weihnachtszeit hat die Stadt einen ganz besonderen Charme, den ich so vorher überhaupt nicht erwartet hätte.
Wenn ihr auf der Suche nach einem Reiseziel seid, das noch nicht von Touristen überlaufen ist, dann kann ich euch Riga wirklich ans Herz legen.
Und falls ihr mich fragt, welches Erlebnis mir bis heute am meisten in Erinnerung geblieben ist?
Ganz klar der verschneite Berg der Kreuze.
Allein für diesen Moment würde ich jederzeit wieder nach Lettland reisen.

Italien
Sardinien im Frühling
Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat
Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.
Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.
Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.
Ein Tag im La-Maddalena-Archipel
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.
Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.
Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.
Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.
Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.
Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.
Großer Fehler.
Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.
Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.
https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)
Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick
Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.
Unser erstes Ziel war Posada.
Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.
Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.
Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.
Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.
Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.
Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.
Unser Zuhause zwischen den Bergen
Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.
Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.
Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.
Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.
Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.
Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause
Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.
Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.
Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.
Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.
Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.
Tja.
Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.
Also liefen wir einfach los.
Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.
Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.
Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.
Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.
Bereut habe ich es trotzdem nicht.
Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.
Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.
https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)
Das verlassene Dorf Gairo Vecchio
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.
Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.
Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.
Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.
Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.
Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.
Entspannte Tage im Süden Sardiniens
Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.
Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.
Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.
Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.
Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.
Nur eines fehlte ständig.
Eine geöffnete Post.
Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.
Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.
Auch das gehört eben zu Italien.
Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.
Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.
Abschied in Cagliari
Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.
Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.
Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.
Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.
Typisch.
Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.
Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:
Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.
Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus
Sardinien hat mich überrascht.
Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.
Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.
Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.
Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.
Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.
Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.
Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.

Portugal
Madeira – das Hawaii Europas zwischen Levadas, Nebelwäldern und dem wilden Atlantik
Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.
Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.
Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal
Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.
Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.
Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben
Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.
Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.
Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.
Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.
Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.
Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken
Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.
Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.
Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.
Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte
Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.
Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.
Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.
Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.
Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.
Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch
Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.
Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.
Fazit – warum Madeira hängen bleibt
Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.
Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:
* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt
Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.
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