Amsterdam

Meine besten Tipps für Grachten, Foodspots & unvergessliche Erlebnisse
Niederlande
Christiane Seliger
08.08.2026
5 min Lesezeit

Amsterdam gehört für mich zu den Städten, die einfach immer funktionieren. Egal ob für ein verlängertes Wochenende, einen spontanen Städtetrip oder als Zwischenstopp – langweilig wird es hier garantiert nicht. Das liegt nicht nur an den berühmten Grachten oder den schmalen Häusern, sondern vor allem an der entspannten Atmosphäre. Obwohl Amsterdam eine Millionenstadt ist, fühlt sie sich erstaunlich ruhig und gemütlich an. Überall fahren Fahrräder vorbei, kleine Cafés reihen sich aneinander und hinter jeder Ecke wartet ein neues Fotomotiv.

Mittlerweile war ich bereits zweimal in Amsterdam – und beide Reisen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Beim ersten Besuch standen die klassischen Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Keukenhof, Grachtenfahrt, A’DAM Lookout und Museum of Illusions. Beim zweiten Mal wollten wir die Stadt einfach nur genießen, ohne Zeitdruck und ohne To-do-Liste. Rückblickend kann ich sagen: Beide Arten, Amsterdam zu erleben, haben ihren ganz eigenen Charme.

In diesem Reisebericht nehme ich euch mit zu meinen persönlichen Highlights, verrate euch meine liebsten Foodspots und gebe euch ehrliche Tipps, welche Ausflüge sich wirklich lohnen.

Anreise nach Amsterdam: Nachtzug oder Flug?

Tatsächlich bin ich schon auf zwei verschiedene Arten nach Amsterdam gereist.

Beim ersten Mal haben wir den Nachtzug ab Nürnberg genommen. Das war überraschend entspannt. Wir hatten Schlafwagen gebucht und konnten die komplette Nacht durchfahren. Am nächsten Morgen rollte der Zug direkt am Amsterdamer Hauptbahnhof ein – ausgeschlafen mitten im Zentrum. Gerade für einen kurzen Städtetrip finde ich das eine richtig angenehme Alternative zum Flugzeug.

Beim zweiten Besuch kamen wir von Mallorca und flogen nach Amsterdam Schiphol. Schon der Flughafen hat mich begeistert. Alles ist modern, übersichtlich und hervorragend ausgeschildert. Vom Flughafen fährt regelmäßig ein Zug direkt zum Hauptbahnhof. Die Tickets lassen sich unkompliziert am Automaten kaufen und wenige Minuten später steht man bereits mitten in Amsterdam.

Allein die unkomplizierte Anreise macht Amsterdam für mich zu einem perfekten Ziel für ein verlängertes Wochenende.

Unsere Unterkünfte: Zwischen absolutem Reinfall und echter Empfehlung

Bei unserer ersten Reise übernachteten wir im ClinkMama.

Die Lage war grundsätzlich gut und viele Sehenswürdigkeiten konnten wir bequem zu Fuß erreichen. Leider hörten die positiven Punkte dort auch schon auf. Das Hotel war nicht besonders sauber und insgesamt hat uns der Aufenthalt enttäuscht. Deshalb würde ich es heute nicht mehr empfehlen.

Ganz anders sah es bei unserer zweiten Reise aus.

Diesmal entschieden wir uns für das ClinkNOORD Hostel. Auch wenn der Name zunächst nach klassischem Hostel klingt, hatten wir dort ein eigenes Doppelzimmer und waren wirklich positiv überrascht.

Das Beste ist allerdings die Lage.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die kostenlose Fähre, die den ganzen Tag zwischen Amsterdam Noord und dem Hauptbahnhof pendelt. Innerhalb weniger Minuten steht ihr mitten im Zentrum – schneller geht es kaum.

Das Frühstück würde ich persönlich nicht dazubuchen. Es war vollkommen in Ordnung, aber Amsterdam bietet so viele schöne Cafés, dass sich Frühstücken außerhalb deutlich mehr lohnt.

Für Preis-Leistung und Lage bekommt das ClinkNOORD von mir eine klare Empfehlung.

Warum sich Amsterdam so besonders anfühlt

Was mich an Amsterdam immer wieder begeistert, ist das Lebensgefühl.

Obwohl täglich tausende Touristen durch die Stadt laufen, wirkt Amsterdam nie stressig. Vielleicht liegt es an den vielen Grachten, vielleicht an den kleinen Häusern oder daran, dass überall Fahrräder unterwegs sind. Jedenfalls fühlt sich die Stadt deutlich entschleunigter an als viele andere europäische Metropolen.

Besonders gerne laufe ich einfach ohne Ziel durch die verschiedenen Viertel.

Das Jordaan-Viertel gehört für mich zu den schönsten Ecken der Stadt. Kleine Grachten, gemütliche Cafés, individuelle Boutiquen und jede Menge ruhige Seitenstraßen laden dazu ein, einfach loszulaufen und sich treiben zu lassen.

Ganz anders wirkt dagegen Damrak. Hier stehen die berühmten schmalen Grachtenhäuser, die wahrscheinlich jeder schon einmal auf Instagram oder auf einer Postkarte gesehen hat. Gerade morgens lassen sich hier wunderschöne Fotos machen, bevor die Menschenmassen eintreffen.

Keukenhof: Auch für Nicht-Blumenfans einen Besuch wert

Bei unserem ersten Besuch waren wir Ende März in Amsterdam und entschieden uns für einen Tagesausflug zum Keukenhof.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tulpenblüte gerade erst begonnen. Natürlich standen noch nicht alle Felder in voller Blüte, trotzdem war der Park beeindruckend.

Ich würde mich selbst nicht unbedingt als großen Blumenfan bezeichnen. Trotzdem gehört der Keukenhof für mich einfach zu einer Amsterdam-Reise im Frühling dazu. Die riesigen Blumenbeete, die liebevoll angelegten Gärten und die Farben sind einfach etwas Besonderes.

Praktisch fand ich außerdem, dass wir das Ticket als Kombi inklusive Grachtenfahrt gebucht hatten. Dadurch musste man sich vor Ort um nichts mehr kümmern.

Amsterdam vom Wasser entdecken: Die Grachtenfahrt

Wenn ihr Amsterdam zum ersten Mal besucht, solltet ihr unbedingt eine Grachtenfahrt machen.

Viele Sehenswürdigkeiten wirken vom Wasser aus noch einmal ganz anders. Gleichzeitig bekommt man einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile und entdeckt Ecken, die man zu Fuß wahrscheinlich nie gefunden hätte.

Für mich gehört die Grachtenfahrt mittlerweile genauso zu Amsterdam wie die Fahrräder oder die schmalen Häuser.

A’DAM Lookout: Die beste Aussicht über Amsterdam

Ein weiteres Highlight war für mich der A’DAM Lookout.

Schon die Aussichtsplattform bietet einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt. Wer möchte, kann sich dort einen Cocktail bestellen und einfach die Aussicht genießen.

Natürlich musste ich auch die berühmte Schaukel ausprobieren.

Zugegeben – ein bisschen Überwindung kostet sie schon. Schließlich schaukelt man mehrere Meter über dem Boden. Aber genau deshalb macht sie auch so viel Spaß.

Auch hier gibt es häufig Kombitickets inklusive Getränk, was sich preislich durchaus lohnt.

Museum of Illusions: Überraschend unterhaltsam

Das Museum of Illusions stand eher zufällig auf unserer Liste.

Eigentlich hatten wir gar keine großen Erwartungen. Umso überraschter waren wir hinterher.

Die verschiedenen Räume und optischen Täuschungen machen richtig Spaß und sorgen für viele lustige Fotos. Gerade wenn das Wetter einmal nicht mitspielt oder ihr zwischendurch etwas anderes erleben möchtet, kann ich das Museum definitiv empfehlen.

Meine liebsten Foodspots in Amsterdam

Amsterdam hat kulinarisch deutlich mehr zu bieten, als viele denken.

Natürlich musste auch ich die berühmten Stroopwafels bei Van Wonderen probieren. Frisch gebacken, mit Schokolade und verschiedenen Toppings – definitiv nichts für jeden Tag, aber unglaublich lecker.

Mindestens genauso begeistert war ich von Fabel Friet.

Ja, man steht meistens eine Weile an. Aber die Pommes mit Trüffelcreme, Käse und den hausgemachten Soßen gehören für mich zu den besten Pommes, die ich bisher gegessen habe.

Wenn ihr mit mehreren Leuten unterwegs seid und jeder etwas anderes essen möchte, solltet ihr unbedingt bei den Foodhallen vorbeischauen. Dort findet ihr Streetfood aus aller Welt unter einem Dach – von Burgern bis asiatischen Gerichten.

Auch die Bar N-JOY hat mir richtig gut gefallen. Eine entspannte Atmosphäre, leckere Cocktails und der perfekte Ort, um den Abend einzuläuten.

Amsterdam bei Nacht: Mein absolutes Highlight war die Silent Disco

Amsterdam ist tagsüber wunderschön – aber auch abends hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme.

Natürlich gibt es unzählige Bars, Restaurants und Clubs. Wer aber mal etwas anderes erleben möchte, dem kann ich die Silent Disco Tour wirklich empfehlen.

Gebucht hatten wir sie damals über eine Ausflugsplattform wie GetYourGuide oder Tripadvisor. Im Preis war sogar ein Begrüßungscocktail enthalten.

Bevor die Tour losging, saßen wir noch gemütlich in der N-JOY Bar, haben unseren ersten Cocktail getrunken und anschließend unsere Kopfhörer bekommen.

Von außen muss das ziemlich verrückt ausgesehen haben.

Wir liefen tanzend durch die Straßen Amsterdams, jeder mit Kopfhörern auf den Ohren. Das Lustigste passierte immer dann, wenn man die Kopfhörer kurz abnahm.

Während die eine Hälfte laut Macarena mitsang, schmetterte die andere Gruppe plötzlich All I Want for Christmas Is You – und das mitten im März.

Ohne Musik hörte man also nur Menschen, die völlig unterschiedliche Lieder gleichzeitig sangen.

Genau das machte den Abend so witzig.

Es war eine dieser Aktivitäten, bei denen man sich vorher fragt, ob das wirklich Spaß macht – und hinterher gehört sie plötzlich zu den schönsten Erinnerungen der ganzen Reise.

Amsterdam ganz entspannt erleben

Bei meinem zweiten Besuch haben wir bewusst auf Sehenswürdigkeiten verzichtet.

Stattdessen wollten wir die Stadt einfach genießen.

Wir sind stundenlang durch Jordaan und Damrak geschlendert, haben kleine Boutiquen entdeckt, an den Grachten gesessen und einfach das Leben beobachtet.

Genau dafür eignet sich Amsterdam perfekt.

Man braucht hier nicht zwingend einen straffen Zeitplan.

Oft entstehen die schönsten Momente einfach beim Herumlaufen.

Ein Besuch im Coffeeshop gehört irgendwie dazu

Natürlich wollten wir auch einmal einen typischen Amsterdamer Coffeeshop besuchen.

Also haben wir uns Cookies bestellt und wollten einfach ausprobieren, warum dieser Teil der niederländischen Kultur so bekannt ist.

Um ehrlich zu sein?

Ich hatte deutlich spektakulärere Geschichten erwartet.

Wir mussten zwar ziemlich viel lachen, aber da ich sowieso ein Mensch bin, der ständig lacht, war der Unterschied ehrlich gesagt gar nicht so groß.

Trotzdem gehört diese Erfahrung für mich irgendwie zu Amsterdam dazu.

Einmal gemacht, darüber gelacht und eine weitere Geschichte für den Reisebericht gesammelt.

Shopping zwischen Grachten und kleinen Boutiquen

Auch zum Shoppen eignet sich Amsterdam hervorragend.

Zwischen den bekannten Marken findet ihr immer wieder kleine Boutiquen, Concept Stores und individuelle Läden, die man in Deutschland so kaum findet.

Gerade rund um die Grachten macht das Bummeln unglaublich viel Spaß.

Man entdeckt ständig neue Ecken und läuft dabei automatisch an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Meine persönlichen Tipps für 3 bis 4 Tage Amsterdam

https://gyg.me/5wlPAhda (Rijkmuseum) 

https://gyg.me/1Tb8sdVk (Heineken Experience)

Grachtenfahrt am Abend https://gyg.me/laI4GQj5

Keukenhof + Grachtenfahrt https://gyg.me/FR75G6on

A‘DAM Lookout mit Essen https://gyg.me/NJVmSWVq 


Alternativ könnt ihr den Tag auch komplett entspannt in Amsterdam verbringen, durch die Viertel schlendern oder eines der vielen Museen besuchen.

Habt ihr vier Tage Zeit, bleibt sogar noch genügend Raum, einfach ohne Plan durch die Stadt zu laufen.

Und genau das würde ich inzwischen jedem empfehlen.

Mein Fazit: Würde ich wieder nach Amsterdam reisen?

Definitiv.

Amsterdam gehört inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsstädten in Europa.

Nicht, weil die Stadt die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten besitzt oder weil man hier möglichst viele Attraktionen abhaken muss.

Sondern weil Amsterdam unglaublich entschleunigt wirkt.

Die Grachten, die schmalen Häuser, die vielen Fahrräder und die gemütlichen Cafés sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird.

Natürlich gibt es die klassischen Highlights wie den Keukenhof, den A’DAM Lookout oder eine Grachtenfahrt. Sie gehören für mich definitiv dazu und gerade beim ersten Besuch würde ich sie auch immer wieder machen.

Mindestens genauso viel Spaß haben mir aber die kleinen Momente gemacht.

Mit einer Portion Pommes an einer Gracht sitzen.

Frisch gebackene Stroopwafels essen.

Ohne Ziel durch Jordaan laufen.

Mit Kopfhörern mitten durch Amsterdam tanzen.

Oder einfach auf die kostenlose Fähre steigen und den Blick auf die Skyline genießen.

Genau diese Mischung macht Amsterdam für mich so besonders.

Wenn ich noch einmal hinreise – und das werde ich ganz sicher – würde ich wahrscheinlich noch weniger planen als beim letzten Mal. Ich würde mir morgens einen guten Kaffee holen, durch die Straßen schlendern, hier und da spontan einkehren und den Abend wieder mit Freunden in einer Bar oder bei einer außergewöhnlichen Aktivität ausklingen lassen.

Denn manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die eine Reise unvergesslich machen – sondern genau diese kleinen, ungeplanten Momente.

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Italien

Apulien

Apulien, oder auf Italienisch Puglia , stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben. Im März 2025 war es dann en
Christiane Seliger
08.08.2026
5 min Lesezeit

Apulien, oder auf Italienisch Puglia, stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben.

Im März 2025 war es dann endlich soweit. Nach meiner Italienreise durch die Toskana und Sizilien ging es nur kurze Zeit später erneut nach Italien. Dieses Mal führte uns die Reise in den Süden des Landes: nach Apulien.

Unsere Idee klang dabei ziemlich perfekt: eine Vespa mieten und damit durch die Landschaft fahren, kleine Orte entdecken und das Dolce Vita genießen.

Der einzige kleine Haken: Wir hatten beide noch nie wirklich eine Vespa gefahren.

Aber genau solche spontanen Ideen machen am Ende oft die besten Geschichten.

Anreise nach Apulien und unsere Unterkunft in Putignano

Unsere Reise startete mit einem Flug von Berlin nach Bari. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Putignano, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage.

Die Anreise war überraschend unkompliziert. Der Zug brachte uns entspannt in unseren Urlaubsort und schon während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Apulien.

Unsere Unterkunft war eine kleine Ferienwohnung mit Frühstück und hat uns direkt begeistert. Besonders die Gastgeber waren unglaublich herzlich und haben uns jeden Tag gefragt, ob alles passt oder ob wir irgendetwas brauchen.

Diese Gastfreundschaft war etwas ganz Besonderes.

Die Wohnung selbst war modern eingerichtet, hatte ein schönes Bad und sogar einen Jacuzzi im Schlafzimmer. Gerade im März war das perfekt, denn die Temperaturen waren noch nicht sommerlich warm. Nach einem Tag voller Erlebnisse im warmen Wasser zu entspannen, war einfach herrlich.

Zum Frühstück gingen wir jeden Morgen ins nahegelegene Restaurant Mirum. Dort konnten wir uns unser Frühstück individuell zusammenstellen und wurden ebenfalls unglaublich freundlich empfangen.

Die Besitzer gaben uns Tipps, brachten uns kleine Antipasti zum Probieren und spendierten uns sogar einmal einen Aperol.

Genau diese kleinen Momente sind es, die für mich das italienische Lebensgefühl ausmachen.

Mit der Vespa durch Apulien: Zwischen Abenteuer und Herausforderung

Natürlich durfte bei unserer Apulienreise eine Sache nicht fehlen: eine Vespa.

Die Vorstellung war romantisch. Durch Olivenhaine fahren, spontan anhalten und die Landschaft genießen. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.

Die Realität begann allerdings etwas anders.

Als die Vespa vor uns stand, schauten wir uns erstmal an und dachten: „Okay, das wird interessant.“

Denn tatsächlich hatten wir beide kaum Erfahrung mit Zweirädern. Keine Routine, kein Fahrgefühl und dazu noch der italienische Verkehr.

Nach einem kleinen Aperol zur mentalen Vorbereitung wagten wir uns schließlich auf die Straße.

Die ersten Kilometer waren aufregend. Besonders der Verkehr in Süditalien ist eine Erfahrung für sich. Es wird gehupt, überholt und gefahren, als gäbe es keine Regeln.

Für jemanden, der gerade erst seine ersten Vespa-Erfahrungen sammelt, kann das durchaus herausfordernd sein.

Wir tasteten uns langsam heran und erkundeten erstmal Putignano und die nähere Umgebung.

Rückblickend war genau diese Mischung aus Unsicherheit, Abenteuer und spontanen Entscheidungen das, was diese Reise so besonders gemacht hat.

Putignano: Kleine Gassen, italienisches Essen und Dolce Vita

Putignano selbst hat uns mit seinem Charme überrascht.

Abends schlenderten wir durch die kleinen Gassen, vorbei an Lichterketten, Pflanzenkübeln und liebevoll dekorierten Häusern.

Besonders ein Restaurant in einem Kellergewölbe ist uns im Gedächtnis geblieben. Dort gab es unter anderem eine Pizza mit Pistazien – und sie war unglaublich lecker.

Auch die Atmosphäre war genau das, was wir uns von Italien erhofft hatten: gemütliche Gassen, gutes Essen und dieses Gefühl, dass das Leben hier einfach etwas langsamer läuft.

Alberobello: Die berühmten Trulli von Apulien

Ein absolutes Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach Alberobello.

https://gyg.me/wp6kxmrt (Rundgang durch Alberobello mit einem Einheimischen)

Mit der Vespa fuhren wir durch die Landschaft Apuliens und durchquerten wunderschöne Olivenhaine. Alleine die Fahrt war schon ein Erlebnis.

In Alberobello angekommen, parkten wir etwas außerhalb des Zentrums und liefen die letzten Minuten zu Fuß.

Schon beim ersten Anblick der weißen Häuser mit den typischen Trulli-Dächern wussten wir: Dieser Ort ist wirklich besonders.

Zum Glück waren wir im März unterwegs. Alberobello ist inzwischen sehr bekannt und besonders in der Hauptsaison sicherlich extrem voll. Während unseres Besuchs konnten wir die kleinen Gassen noch relativ entspannt erleben.

Wir schlenderten durch die Straßen, besuchten Souvenirshops, tranken Kaffee, aßen Eis und genossen einfach die Atmosphäre.

Besonders schön waren die kleinen Dachterrassen, die man teilweise über Geschäfte erreichen konnte. Plötzlich stand man mitten auf einem weißen Trullo und hatte einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Ein perfekter Moment, um einfach stehen zu bleiben und den Augenblick zu genießen.

Bari entdecken: Stadtleben statt Vespa-Abenteuer

Für unseren Ausflug nach Bari entschieden wir uns bewusst gegen die Vespa und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Und das war definitiv die richtige Entscheidung.

Bari ist deutlich lebendiger und chaotischer als die kleinen Orte in der Umgebung.

Wir schlenderten durch die Stadt, gingen shoppen und erkundeten die Straßen.

Eigentlich hatten wir auch eine Bootstour geplant, um die Küste und die Höhlen rund um Apulien zu entdecken.

https://gyg.me/GtwS6g6E (Sunset-Bootstour mit Aperitif)

Aufgrund des starken Windes entschieden wir uns jedoch dagegen. Da ich schnell seekrank werde, war das wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung.

Nicht jeder Plan muss umgesetzt werden – manchmal entstehen gerade dadurch die schönsten Tage.

Polignano a Mare, Locorotondo und italienische Genussmomente

Natürlich standen auch weitere Orte auf unserer Liste.

Locorotondo konnten wir kurz besuchen und waren begeistert von den weißen Häusern und den kleinen Gassen.

Auch Polignano a Mare durfte nicht fehlen.

https://gyg.me/uivvxWjI (Besichtigung der Grotten in Polignano a Mare)

Dort machten wir unter anderem eine kleine Grottentour und erkundeten die beeindruckende Küste.

Was uns aber genauso im Gedächtnis geblieben ist: das Essen.

Die italienischen Essenszeiten waren für uns zunächst ungewohnt. Wer um 18 Uhr essen gehen möchte, wird in vielen Restaurants eher fragend angeschaut.

Nach einigen Tagen hatten wir uns aber daran gewöhnt und saßen teilweise erst gegen 23 Uhr beim Abendessen.

Und genau das gehört irgendwie dazu.

Das Essen in Apulien war fantastisch. Pizza, Pasta und regionale Spezialitäten haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.

Unser Fazit zur Apulien Reise

Unsere Reise nach Apulien war nicht perfekt geplant – und genau deshalb war sie perfekt.

Wir haben nicht jeden bekannten Ort gesehen. Ostuni, Monopoli und viele weitere Orte stehen weiterhin auf unserer Wunschliste.

Aber darum ging es auch gar nicht.

Wir wollten Italien erleben, nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten abhaken.

Wir wollten durch Gassen schlendern, italienischen Kaffee trinken, spontan irgendwo anhalten und das Leben genießen.

Und genau das haben wir gemacht.

Apulien bedeutet für mich Dolce Vita: herzliche Menschen, gutes Essen, wunderschöne Landschaften und dieses besondere Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer und leichter wird.

Eine Reise, die definitiv nach Wiederholung ruft.
 

Grossbritannien

London – wo Träume Wirklichkeit werden

Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie. Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptsta
Christiane Seliger
08.08.2026
5 min Lesezeit

Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.

Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.

Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.

Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.

Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.

Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.

Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.

Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.

Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.

Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.

Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.

Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.

Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.

Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.

Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.

Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.

Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.

London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.

Meine Ausflugstipps für dich:

Deutschland

Seliger‘s Lichterpark

Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen. Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt
Christiane Seliger
08.08.2026
5 min Lesezeit

Normalerweise nehme ich euch mit an die Amalfiküste, nach Südafrika oder auf tropische Inseln. Heute bleiben wir allerdings in meiner Heimat Thüringen.

Genauer gesagt an einem Ort, den ich wahrscheinlich besser kenne als jeden anderen auf dieser Welt.

Nicht, weil ich ihn so oft besucht habe.

Sondern weil ich dort seit meiner Kindheit mitwirke.

Vor rund 16 Jahren stand hier eine kleine Glühweinhütte. Mehr nicht. Ein paar Besucher, etwas Weihnachtsmusik und die Idee, den Menschen in der Adventszeit einen gemütlichen Treffpunkt zu schaffen.

Dass daraus einmal ein Lichterpark mit fast 300.000 Lichtern, handgeschnitzten Kunstwerken, einem Weihnachtsbaumverkauf und tausenden Besuchern entstehen würde, hätte damals wahrscheinlich niemand gedacht.

Deshalb ist dieser Reisebericht für mich auch etwas Besonderes.

Er ist kein klassischer Reisebericht.

Er ist die Geschichte eines Ortes, den ich über viele Jahre wachsen sehen durfte – und den ich euch heute aus tiefster Überzeugung als Winterausflug empfehlen kann.

Schon die Anfahrt entschleunigt

Wer über die A9 anreist, nimmt die Ausfahrt Lederhose. Allein der Name sorgt meistens schon für das erste Schmunzeln.

Von dort sind es nur wenige Minuten bis nach Münchenbernsdorf. Kurz bevor ihr das Gelände erreicht, führt die Straße durch den Wald. Zwischen den Bäumen beginnen schon die ersten Lichter zu glitzern. Genau dieser Moment sorgt jedes Jahr wieder für Vorfreude.

Die Parkeinweiser begrüßen die Besucher, Autos rollen langsam auf die großzügigen Parkflächen und die Hektik des Alltags bleibt gefühlt schon am Eingang zurück.

Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Kommt besonders am Wochenende lieber etwas früher. Holt euch einen heißen Glühwein oder Kakao, genießt die ersten Minuten in Ruhe und wartet gemeinsam auf den Moment, wenn die Lichter eingeschaltet werden. Genau dann beginnt die Magie.

Weihnachtsbaum aussuchen gehört einfach dazu

Noch bevor sich am Nachmittag die Tore des Lichterparks öffnen, herrscht auf dem Gelände bereits reges Treiben.

Vom ersten Advent bis zum 23. Dezember findet täglich von 9 bis 20 Uhr der Weihnachtsbaumverkauf statt. Viele Familien verbinden den Besuch inzwischen miteinander: Erst wird gemeinsam der perfekte Weihnachtsbaum ausgesucht und später, wenn es langsam dunkel wird, geht es weiter in den Lichterpark.

An den Wochenenden könnt ihr euren Weihnachtsbaum sogar selbst schlagen. Zwischen 9 und 16 Uhr wird daraus für viele Familien inzwischen eine kleine Adventstradition.

Wenn fast 300.000 Lichter den Wald verwandeln

Punkt 16 Uhr verändert sich die Stimmung.

Nach und nach beginnen fast 300.000 kleine Lichter zu leuchten. Wege, Bäume und Figuren werden mal in warmes, mal in kühles Licht getaucht und plötzlich wirkt der ganze Park wie eine kleine Weihnachtswelt.

Viele Besucher erzählen später denselben Satz:

“Sobald man durch das Eingangstor läuft, fühlt es sich an wie eine andere Welt.”

Und genau das beschreibt den Lichterpark wahrscheinlich am besten.

Es ist kein Ort, durch den man einfach hindurchläuft.

Man bleibt stehen.

Schaut sich um.

Entdeckt kleine Details.

Und vergisst für einen Moment den Alltag.

Märchenfiguren, die jedes Jahr ein wenig anders wirken

Obwohl ich im Dezember fast täglich zwischen den Figuren unterwegs bin, gibt es Momente, in denen ich selbst noch kurz stehen bleibe.

Gerade wenn am frühen Abend langsam alle Lichter angehen, wirken die riesigen Holzfiguren jedes Jahr wieder ein bisschen anders.

Das liegt auch daran, dass wir sie immer wieder neu in Szene setzen. Mal verändert sich die Beleuchtung, mal bekommt eine Figur einen neuen Platz oder eine neue Kulisse. Dadurch entdeckt selbst jemand wie ich, der den Park seit Jahren kennt, immer wieder neue Blickwinkel.

Internationale Kettensägenkünstler haben über viele Jahre hinweg beeindruckende Märchenwelten erschaffen. Rapunzel, Hänsel und Gretel, das tapfere Schneiderlein, Rübezahl oder die Eiskönigin – überall warten kleine Szenen darauf, entdeckt zu werden.

Viele Figuren laden außerdem zum Mitmachen ein. Ihr könnt auf einem Drachenthron Platz nehmen, euch in eine alte Lokomotive setzen oder gemeinsam mit Rübezahl Erinnerungsfotos machen.

Gerade Kinder laufen mit großen Augen durch den Park.

Und ehrlich gesagt stehen ihnen die Erwachsenen dabei oft in nichts nach.

Ein Ort, an dem selbst ich manchmal kurz durchatme

Mitten im Park befindet sich eines der beeindruckendsten Kunstwerke.

Das lebensgroße letzte Abendmahl aus Holz.

Sieben internationale Kettensägenkünstler haben über mehrere Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Heute wird die Szene stimmungsvoll beleuchtet und durch eine Überdachung geschützt.

Ich laufe im Dezember eigentlich selten bewusst dort vorbei.

Aber es gab schon einige Abende, nachdem die letzten Besucher den Park verlassen hatten und langsam Ruhe eingekehrt war, an denen ich noch einmal dort oben stehen geblieben bin.

Einfach, um kurz durchzuatmen.

Die Beleuchtung, die Stille und dieses riesige Kunstwerk schaffen eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann.

Durch den Lichtertunnel schlendern

Einer meiner Lieblingsorte ist der lange Lichtertunnel.

Schon von Weitem zieht er alle Blicke auf sich. Tausende kleine Lichter bilden ein leuchtendes Dach über den Köpfen der Besucher.

Mittendrin befinden sich liebevoll dekorierte Verkaufsstände mit Weihnachtsdekoration, Geschenkideen und kleinen Mitbringseln.

Ich habe schon oft beobachtet, wie Menschen eigentlich nur kurz hindurchlaufen wollten und eine halbe Stunde später immer noch dort standen und gestöbert haben.

Verlaufen ausdrücklich erlaubt

Im unteren Bereich wartet ein weiteres Highlight auf Familien.

Das große beleuchtete Labyrinth.

Eigentlich richtet es sich an Kinder.

In der Praxis verirren sich dort aber mindestens genauso viele Erwachsene.

Es ist herrlich zu beobachten, wie zuerst die Kinder losrennen und wenig später die Eltern genauso ratlos nach dem Ausgang suchen.

Olaf, der Weihnachtsmann und viele strahlende Gesichter

Wer den Park am Wochenende besucht, sollte die Augen offen halten.

Regelmäßig sind Olaf, zwei Eisbären, ein Elch und natürlich der Weihnachtsmann auf dem Gelände unterwegs.

Für Kinder sind sie das absolute Highlight.

Und spätestens wenn die Erwachsenen anfangen, genauso viele Erinnerungsfotos zu machen wie ihre Kinder, merkt man schnell, dass Weihnachten eben keine Frage des Alters ist.

Je nach Wochenende sorgen außerdem Livemusik, Feuershows oder Moderationen für zusätzliche Highlights. Deshalb gleicht kaum ein Besuch dem anderen.

Thüringer Gemütlichkeit statt Weihnachtsmarkt-Hektik

Natürlich gehört gutes Essen zu einem gelungenen Winterabend dazu.

Im Park gibt es unter anderem Thüringer Rostbrätel, Flammkuchen, Ofenbrot, Pilzpfanne, Fischbrötchen, Burger, Gulaschsuppe am Wochenende, gebrannte Mandeln, heißen Kakao und natürlich Glühwein.

Was ich dabei besonders mag:

Der Lichterpark versucht gar nicht, der größte Weihnachtsmarkt zu sein.

Es geht nicht um möglichst viele Buden.

Es geht nicht um Konsum.

Es geht um Atmosphäre.

Um Gespräche.

Und um Menschen, die gemeinsam einen schönen Winterabend verbringen.

Jeder erlebt den Park ein bisschen anders

Obwohl ich hier seit meiner Kindheit mitwirke, entdecke ich den Lichterpark jedes Jahr ein Stück weit neu.

Nicht, weil sich alles verändert.

Sondern weil ich die Reaktionen der Besucher sehe.

Familien, die zum ersten Mal unter dem Lichtertunnel stehen.

Kinder, die staunend durch das Labyrinth laufen.

Großeltern, die ihren Enkeln die Märchenfiguren zeigen.

Und Menschen, die sich einfach irgendwo mit einem Glühwein hinstellen und den Moment genießen.

Genau diese Begegnungen machen den Lichterpark jedes Jahr aufs Neue besonders.

Mein Fazit

Ich durfte in den vergangenen Jahren viele wunderschöne Orte dieser Welt bereisen.

Tropische Strände.

Historische Städte.

Beeindruckende Nationalparks.

Und trotzdem gibt es einen Ort, auf den ich mich jedes Jahr wieder freue.

Nicht, weil ich dort Urlaub mache.

Sondern weil ich jedes Jahr miterleben darf, wie Menschen den Park zum ersten Mal betreten und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.

Genau deshalb wollte ich diesen Artikel schreiben.

Nicht, weil es unser Familienunternehmen ist.

Sondern weil ich überzeugt bin, dass besondere Ausflugsziele nicht immer am anderen Ende der Welt liegen müssen.

Manchmal findet man sie direkt vor der eigenen Haustür.

Und vielleicht geht es euch nach einem Besuch im Seliger’s Lichterpark genauso.

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