Amsterdam

Meine besten Tipps für Grachten, Foodspots & unvergessliche Erlebnisse
Niederlande
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Amsterdam gehört für mich zu den Städten, die einfach immer funktionieren. Egal ob für ein verlängertes Wochenende, einen spontanen Städtetrip oder als Zwischenstopp – langweilig wird es hier garantiert nicht. Das liegt nicht nur an den berühmten Grachten oder den schmalen Häusern, sondern vor allem an der entspannten Atmosphäre. Obwohl Amsterdam eine Millionenstadt ist, fühlt sie sich erstaunlich ruhig und gemütlich an. Überall fahren Fahrräder vorbei, kleine Cafés reihen sich aneinander und hinter jeder Ecke wartet ein neues Fotomotiv.

Mittlerweile war ich bereits zweimal in Amsterdam – und beide Reisen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Beim ersten Besuch standen die klassischen Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Keukenhof, Grachtenfahrt, A’DAM Lookout und Museum of Illusions. Beim zweiten Mal wollten wir die Stadt einfach nur genießen, ohne Zeitdruck und ohne To-do-Liste. Rückblickend kann ich sagen: Beide Arten, Amsterdam zu erleben, haben ihren ganz eigenen Charme.

In diesem Reisebericht nehme ich euch mit zu meinen persönlichen Highlights, verrate euch meine liebsten Foodspots und gebe euch ehrliche Tipps, welche Ausflüge sich wirklich lohnen.

Anreise nach Amsterdam: Nachtzug oder Flug?

Tatsächlich bin ich schon auf zwei verschiedene Arten nach Amsterdam gereist.

Beim ersten Mal haben wir den Nachtzug ab Nürnberg genommen. Das war überraschend entspannt. Wir hatten Schlafwagen gebucht und konnten die komplette Nacht durchfahren. Am nächsten Morgen rollte der Zug direkt am Amsterdamer Hauptbahnhof ein – ausgeschlafen mitten im Zentrum. Gerade für einen kurzen Städtetrip finde ich das eine richtig angenehme Alternative zum Flugzeug.

Beim zweiten Besuch kamen wir von Mallorca und flogen nach Amsterdam Schiphol. Schon der Flughafen hat mich begeistert. Alles ist modern, übersichtlich und hervorragend ausgeschildert. Vom Flughafen fährt regelmäßig ein Zug direkt zum Hauptbahnhof. Die Tickets lassen sich unkompliziert am Automaten kaufen und wenige Minuten später steht man bereits mitten in Amsterdam.

Allein die unkomplizierte Anreise macht Amsterdam für mich zu einem perfekten Ziel für ein verlängertes Wochenende.

Unsere Unterkünfte: Zwischen absolutem Reinfall und echter Empfehlung

Bei unserer ersten Reise übernachteten wir im ClinkMama.

Die Lage war grundsätzlich gut und viele Sehenswürdigkeiten konnten wir bequem zu Fuß erreichen. Leider hörten die positiven Punkte dort auch schon auf. Das Hotel war nicht besonders sauber und insgesamt hat uns der Aufenthalt enttäuscht. Deshalb würde ich es heute nicht mehr empfehlen.

Ganz anders sah es bei unserer zweiten Reise aus.

Diesmal entschieden wir uns für das ClinkNOORD Hostel. Auch wenn der Name zunächst nach klassischem Hostel klingt, hatten wir dort ein eigenes Doppelzimmer und waren wirklich positiv überrascht.

Das Beste ist allerdings die Lage.

Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich die kostenlose Fähre, die den ganzen Tag zwischen Amsterdam Noord und dem Hauptbahnhof pendelt. Innerhalb weniger Minuten steht ihr mitten im Zentrum – schneller geht es kaum.

Das Frühstück würde ich persönlich nicht dazubuchen. Es war vollkommen in Ordnung, aber Amsterdam bietet so viele schöne Cafés, dass sich Frühstücken außerhalb deutlich mehr lohnt.

Für Preis-Leistung und Lage bekommt das ClinkNOORD von mir eine klare Empfehlung.

Warum sich Amsterdam so besonders anfühlt

Was mich an Amsterdam immer wieder begeistert, ist das Lebensgefühl.

Obwohl täglich tausende Touristen durch die Stadt laufen, wirkt Amsterdam nie stressig. Vielleicht liegt es an den vielen Grachten, vielleicht an den kleinen Häusern oder daran, dass überall Fahrräder unterwegs sind. Jedenfalls fühlt sich die Stadt deutlich entschleunigter an als viele andere europäische Metropolen.

Besonders gerne laufe ich einfach ohne Ziel durch die verschiedenen Viertel.

Das Jordaan-Viertel gehört für mich zu den schönsten Ecken der Stadt. Kleine Grachten, gemütliche Cafés, individuelle Boutiquen und jede Menge ruhige Seitenstraßen laden dazu ein, einfach loszulaufen und sich treiben zu lassen.

Ganz anders wirkt dagegen Damrak. Hier stehen die berühmten schmalen Grachtenhäuser, die wahrscheinlich jeder schon einmal auf Instagram oder auf einer Postkarte gesehen hat. Gerade morgens lassen sich hier wunderschöne Fotos machen, bevor die Menschenmassen eintreffen.

Keukenhof: Auch für Nicht-Blumenfans einen Besuch wert

Bei unserem ersten Besuch waren wir Ende März in Amsterdam und entschieden uns für einen Tagesausflug zum Keukenhof.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tulpenblüte gerade erst begonnen. Natürlich standen noch nicht alle Felder in voller Blüte, trotzdem war der Park beeindruckend.

Ich würde mich selbst nicht unbedingt als großen Blumenfan bezeichnen. Trotzdem gehört der Keukenhof für mich einfach zu einer Amsterdam-Reise im Frühling dazu. Die riesigen Blumenbeete, die liebevoll angelegten Gärten und die Farben sind einfach etwas Besonderes.

Praktisch fand ich außerdem, dass wir das Ticket als Kombi inklusive Grachtenfahrt gebucht hatten. Dadurch musste man sich vor Ort um nichts mehr kümmern.

Amsterdam vom Wasser entdecken: Die Grachtenfahrt

Wenn ihr Amsterdam zum ersten Mal besucht, solltet ihr unbedingt eine Grachtenfahrt machen.

Viele Sehenswürdigkeiten wirken vom Wasser aus noch einmal ganz anders. Gleichzeitig bekommt man einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile und entdeckt Ecken, die man zu Fuß wahrscheinlich nie gefunden hätte.

Für mich gehört die Grachtenfahrt mittlerweile genauso zu Amsterdam wie die Fahrräder oder die schmalen Häuser.

A’DAM Lookout: Die beste Aussicht über Amsterdam

Ein weiteres Highlight war für mich der A’DAM Lookout.

Schon die Aussichtsplattform bietet einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt. Wer möchte, kann sich dort einen Cocktail bestellen und einfach die Aussicht genießen.

Natürlich musste ich auch die berühmte Schaukel ausprobieren.

Zugegeben – ein bisschen Überwindung kostet sie schon. Schließlich schaukelt man mehrere Meter über dem Boden. Aber genau deshalb macht sie auch so viel Spaß.

Auch hier gibt es häufig Kombitickets inklusive Getränk, was sich preislich durchaus lohnt.

Museum of Illusions: Überraschend unterhaltsam

Das Museum of Illusions stand eher zufällig auf unserer Liste.

Eigentlich hatten wir gar keine großen Erwartungen. Umso überraschter waren wir hinterher.

Die verschiedenen Räume und optischen Täuschungen machen richtig Spaß und sorgen für viele lustige Fotos. Gerade wenn das Wetter einmal nicht mitspielt oder ihr zwischendurch etwas anderes erleben möchtet, kann ich das Museum definitiv empfehlen.

Meine liebsten Foodspots in Amsterdam

Amsterdam hat kulinarisch deutlich mehr zu bieten, als viele denken.

Natürlich musste auch ich die berühmten Stroopwafels bei Van Wonderen probieren. Frisch gebacken, mit Schokolade und verschiedenen Toppings – definitiv nichts für jeden Tag, aber unglaublich lecker.

Mindestens genauso begeistert war ich von Fabel Friet.

Ja, man steht meistens eine Weile an. Aber die Pommes mit Trüffelcreme, Käse und den hausgemachten Soßen gehören für mich zu den besten Pommes, die ich bisher gegessen habe.

Wenn ihr mit mehreren Leuten unterwegs seid und jeder etwas anderes essen möchte, solltet ihr unbedingt bei den Foodhallen vorbeischauen. Dort findet ihr Streetfood aus aller Welt unter einem Dach – von Burgern bis asiatischen Gerichten.

Auch die Bar N-JOY hat mir richtig gut gefallen. Eine entspannte Atmosphäre, leckere Cocktails und der perfekte Ort, um den Abend einzuläuten.

Amsterdam bei Nacht: Mein absolutes Highlight war die Silent Disco

Amsterdam ist tagsüber wunderschön – aber auch abends hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme.

Natürlich gibt es unzählige Bars, Restaurants und Clubs. Wer aber mal etwas anderes erleben möchte, dem kann ich die Silent Disco Tour wirklich empfehlen.

Gebucht hatten wir sie damals über eine Ausflugsplattform wie GetYourGuide oder Tripadvisor. Im Preis war sogar ein Begrüßungscocktail enthalten.

Bevor die Tour losging, saßen wir noch gemütlich in der N-JOY Bar, haben unseren ersten Cocktail getrunken und anschließend unsere Kopfhörer bekommen.

Von außen muss das ziemlich verrückt ausgesehen haben.

Wir liefen tanzend durch die Straßen Amsterdams, jeder mit Kopfhörern auf den Ohren. Das Lustigste passierte immer dann, wenn man die Kopfhörer kurz abnahm.

Während die eine Hälfte laut Macarena mitsang, schmetterte die andere Gruppe plötzlich All I Want for Christmas Is You – und das mitten im März.

Ohne Musik hörte man also nur Menschen, die völlig unterschiedliche Lieder gleichzeitig sangen.

Genau das machte den Abend so witzig.

Es war eine dieser Aktivitäten, bei denen man sich vorher fragt, ob das wirklich Spaß macht – und hinterher gehört sie plötzlich zu den schönsten Erinnerungen der ganzen Reise.

Amsterdam ganz entspannt erleben

Bei meinem zweiten Besuch haben wir bewusst auf Sehenswürdigkeiten verzichtet.

Stattdessen wollten wir die Stadt einfach genießen.

Wir sind stundenlang durch Jordaan und Damrak geschlendert, haben kleine Boutiquen entdeckt, an den Grachten gesessen und einfach das Leben beobachtet.

Genau dafür eignet sich Amsterdam perfekt.

Man braucht hier nicht zwingend einen straffen Zeitplan.

Oft entstehen die schönsten Momente einfach beim Herumlaufen.

Ein Besuch im Coffeeshop gehört irgendwie dazu

Natürlich wollten wir auch einmal einen typischen Amsterdamer Coffeeshop besuchen.

Also haben wir uns Cookies bestellt und wollten einfach ausprobieren, warum dieser Teil der niederländischen Kultur so bekannt ist.

Um ehrlich zu sein?

Ich hatte deutlich spektakulärere Geschichten erwartet.

Wir mussten zwar ziemlich viel lachen, aber da ich sowieso ein Mensch bin, der ständig lacht, war der Unterschied ehrlich gesagt gar nicht so groß.

Trotzdem gehört diese Erfahrung für mich irgendwie zu Amsterdam dazu.

Einmal gemacht, darüber gelacht und eine weitere Geschichte für den Reisebericht gesammelt.

Shopping zwischen Grachten und kleinen Boutiquen

Auch zum Shoppen eignet sich Amsterdam hervorragend.

Zwischen den bekannten Marken findet ihr immer wieder kleine Boutiquen, Concept Stores und individuelle Läden, die man in Deutschland so kaum findet.

Gerade rund um die Grachten macht das Bummeln unglaublich viel Spaß.

Man entdeckt ständig neue Ecken und läuft dabei automatisch an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Meine persönlichen Tipps für 3 bis 4 Tage Amsterdam

https://gyg.me/5wlPAhda (Rijkmuseum) 

https://gyg.me/1Tb8sdVk (Heineken Experience)

Grachtenfahrt am Abend https://gyg.me/laI4GQj5

Keukenhof + Grachtenfahrt https://gyg.me/FR75G6on

A‘DAM Lookout mit Essen https://gyg.me/NJVmSWVq 


Alternativ könnt ihr den Tag auch komplett entspannt in Amsterdam verbringen, durch die Viertel schlendern oder eines der vielen Museen besuchen.

Habt ihr vier Tage Zeit, bleibt sogar noch genügend Raum, einfach ohne Plan durch die Stadt zu laufen.

Und genau das würde ich inzwischen jedem empfehlen.

Mein Fazit: Würde ich wieder nach Amsterdam reisen?

Definitiv.

Amsterdam gehört inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsstädten in Europa.

Nicht, weil die Stadt die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten besitzt oder weil man hier möglichst viele Attraktionen abhaken muss.

Sondern weil Amsterdam unglaublich entschleunigt wirkt.

Die Grachten, die schmalen Häuser, die vielen Fahrräder und die gemütlichen Cafés sorgen dafür, dass man automatisch langsamer wird.

Natürlich gibt es die klassischen Highlights wie den Keukenhof, den A’DAM Lookout oder eine Grachtenfahrt. Sie gehören für mich definitiv dazu und gerade beim ersten Besuch würde ich sie auch immer wieder machen.

Mindestens genauso viel Spaß haben mir aber die kleinen Momente gemacht.

Mit einer Portion Pommes an einer Gracht sitzen.

Frisch gebackene Stroopwafels essen.

Ohne Ziel durch Jordaan laufen.

Mit Kopfhörern mitten durch Amsterdam tanzen.

Oder einfach auf die kostenlose Fähre steigen und den Blick auf die Skyline genießen.

Genau diese Mischung macht Amsterdam für mich so besonders.

Wenn ich noch einmal hinreise – und das werde ich ganz sicher – würde ich wahrscheinlich noch weniger planen als beim letzten Mal. Ich würde mir morgens einen guten Kaffee holen, durch die Straßen schlendern, hier und da spontan einkehren und den Abend wieder mit Freunden in einer Bar oder bei einer außergewöhnlichen Aktivität ausklingen lassen.

Denn manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die eine Reise unvergesslich machen – sondern genau diese kleinen, ungeplanten Momente.

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Italien

Apulien

Apulien, oder auf Italienisch Puglia , stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben. Im März 2025 war es dann en
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Apulien, oder auf Italienisch Puglia, stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben.

Im März 2025 war es dann endlich soweit. Nach meiner Italienreise durch die Toskana und Sizilien ging es nur kurze Zeit später erneut nach Italien. Dieses Mal führte uns die Reise in den Süden des Landes: nach Apulien.

Unsere Idee klang dabei ziemlich perfekt: eine Vespa mieten und damit durch die Landschaft fahren, kleine Orte entdecken und das Dolce Vita genießen.

Der einzige kleine Haken: Wir hatten beide noch nie wirklich eine Vespa gefahren.

Aber genau solche spontanen Ideen machen am Ende oft die besten Geschichten.

Anreise nach Apulien und unsere Unterkunft in Putignano

Unsere Reise startete mit einem Flug von Berlin nach Bari. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Putignano, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage.

Die Anreise war überraschend unkompliziert. Der Zug brachte uns entspannt in unseren Urlaubsort und schon während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Apulien.

Unsere Unterkunft war eine kleine Ferienwohnung mit Frühstück und hat uns direkt begeistert. Besonders die Gastgeber waren unglaublich herzlich und haben uns jeden Tag gefragt, ob alles passt oder ob wir irgendetwas brauchen.

Diese Gastfreundschaft war etwas ganz Besonderes.

Die Wohnung selbst war modern eingerichtet, hatte ein schönes Bad und sogar einen Jacuzzi im Schlafzimmer. Gerade im März war das perfekt, denn die Temperaturen waren noch nicht sommerlich warm. Nach einem Tag voller Erlebnisse im warmen Wasser zu entspannen, war einfach herrlich.

Zum Frühstück gingen wir jeden Morgen ins nahegelegene Restaurant Mirum. Dort konnten wir uns unser Frühstück individuell zusammenstellen und wurden ebenfalls unglaublich freundlich empfangen.

Die Besitzer gaben uns Tipps, brachten uns kleine Antipasti zum Probieren und spendierten uns sogar einmal einen Aperol.

Genau diese kleinen Momente sind es, die für mich das italienische Lebensgefühl ausmachen.

Mit der Vespa durch Apulien: Zwischen Abenteuer und Herausforderung

Natürlich durfte bei unserer Apulienreise eine Sache nicht fehlen: eine Vespa.

Die Vorstellung war romantisch. Durch Olivenhaine fahren, spontan anhalten und die Landschaft genießen. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.

Die Realität begann allerdings etwas anders.

Als die Vespa vor uns stand, schauten wir uns erstmal an und dachten: „Okay, das wird interessant.“

Denn tatsächlich hatten wir beide kaum Erfahrung mit Zweirädern. Keine Routine, kein Fahrgefühl und dazu noch der italienische Verkehr.

Nach einem kleinen Aperol zur mentalen Vorbereitung wagten wir uns schließlich auf die Straße.

Die ersten Kilometer waren aufregend. Besonders der Verkehr in Süditalien ist eine Erfahrung für sich. Es wird gehupt, überholt und gefahren, als gäbe es keine Regeln.

Für jemanden, der gerade erst seine ersten Vespa-Erfahrungen sammelt, kann das durchaus herausfordernd sein.

Wir tasteten uns langsam heran und erkundeten erstmal Putignano und die nähere Umgebung.

Rückblickend war genau diese Mischung aus Unsicherheit, Abenteuer und spontanen Entscheidungen das, was diese Reise so besonders gemacht hat.

Putignano: Kleine Gassen, italienisches Essen und Dolce Vita

Putignano selbst hat uns mit seinem Charme überrascht.

Abends schlenderten wir durch die kleinen Gassen, vorbei an Lichterketten, Pflanzenkübeln und liebevoll dekorierten Häusern.

Besonders ein Restaurant in einem Kellergewölbe ist uns im Gedächtnis geblieben. Dort gab es unter anderem eine Pizza mit Pistazien – und sie war unglaublich lecker.

Auch die Atmosphäre war genau das, was wir uns von Italien erhofft hatten: gemütliche Gassen, gutes Essen und dieses Gefühl, dass das Leben hier einfach etwas langsamer läuft.

Alberobello: Die berühmten Trulli von Apulien

Ein absolutes Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach Alberobello.

https://gyg.me/wp6kxmrt (Rundgang durch Alberobello mit einem Einheimischen)

Mit der Vespa fuhren wir durch die Landschaft Apuliens und durchquerten wunderschöne Olivenhaine. Alleine die Fahrt war schon ein Erlebnis.

In Alberobello angekommen, parkten wir etwas außerhalb des Zentrums und liefen die letzten Minuten zu Fuß.

Schon beim ersten Anblick der weißen Häuser mit den typischen Trulli-Dächern wussten wir: Dieser Ort ist wirklich besonders.

Zum Glück waren wir im März unterwegs. Alberobello ist inzwischen sehr bekannt und besonders in der Hauptsaison sicherlich extrem voll. Während unseres Besuchs konnten wir die kleinen Gassen noch relativ entspannt erleben.

Wir schlenderten durch die Straßen, besuchten Souvenirshops, tranken Kaffee, aßen Eis und genossen einfach die Atmosphäre.

Besonders schön waren die kleinen Dachterrassen, die man teilweise über Geschäfte erreichen konnte. Plötzlich stand man mitten auf einem weißen Trullo und hatte einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Ein perfekter Moment, um einfach stehen zu bleiben und den Augenblick zu genießen.

Bari entdecken: Stadtleben statt Vespa-Abenteuer

Für unseren Ausflug nach Bari entschieden wir uns bewusst gegen die Vespa und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Und das war definitiv die richtige Entscheidung.

Bari ist deutlich lebendiger und chaotischer als die kleinen Orte in der Umgebung.

Wir schlenderten durch die Stadt, gingen shoppen und erkundeten die Straßen.

Eigentlich hatten wir auch eine Bootstour geplant, um die Küste und die Höhlen rund um Apulien zu entdecken.

https://gyg.me/GtwS6g6E (Sunset-Bootstour mit Aperitif)

Aufgrund des starken Windes entschieden wir uns jedoch dagegen. Da ich schnell seekrank werde, war das wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung.

Nicht jeder Plan muss umgesetzt werden – manchmal entstehen gerade dadurch die schönsten Tage.

Polignano a Mare, Locorotondo und italienische Genussmomente

Natürlich standen auch weitere Orte auf unserer Liste.

Locorotondo konnten wir kurz besuchen und waren begeistert von den weißen Häusern und den kleinen Gassen.

Auch Polignano a Mare durfte nicht fehlen.

https://gyg.me/uivvxWjI (Besichtigung der Grotten in Polignano a Mare)

Dort machten wir unter anderem eine kleine Grottentour und erkundeten die beeindruckende Küste.

Was uns aber genauso im Gedächtnis geblieben ist: das Essen.

Die italienischen Essenszeiten waren für uns zunächst ungewohnt. Wer um 18 Uhr essen gehen möchte, wird in vielen Restaurants eher fragend angeschaut.

Nach einigen Tagen hatten wir uns aber daran gewöhnt und saßen teilweise erst gegen 23 Uhr beim Abendessen.

Und genau das gehört irgendwie dazu.

Das Essen in Apulien war fantastisch. Pizza, Pasta und regionale Spezialitäten haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.

Unser Fazit zur Apulien Reise

Unsere Reise nach Apulien war nicht perfekt geplant – und genau deshalb war sie perfekt.

Wir haben nicht jeden bekannten Ort gesehen. Ostuni, Monopoli und viele weitere Orte stehen weiterhin auf unserer Wunschliste.

Aber darum ging es auch gar nicht.

Wir wollten Italien erleben, nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten abhaken.

Wir wollten durch Gassen schlendern, italienischen Kaffee trinken, spontan irgendwo anhalten und das Leben genießen.

Und genau das haben wir gemacht.

Apulien bedeutet für mich Dolce Vita: herzliche Menschen, gutes Essen, wunderschöne Landschaften und dieses besondere Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer und leichter wird.

Eine Reise, die definitiv nach Wiederholung ruft.
 

Griechenland

Griechenland

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang

Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.

So ging es mir auf Kreta.

Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.

Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.

Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.

Ankommen, abschalten und den Sommer genießen

Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.

Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.

Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.

Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte

Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.

Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.

Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.

Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.

Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.

Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.

Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.

Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung

Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.

Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.

Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.

Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.

Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.

Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.

Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.

Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.

Das Problem?

40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.

Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.

Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:

Wir drehten wieder um.

Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.

Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.

Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.

Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug

Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.

Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“

Gesagt, getan.

Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.

Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.

Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte

Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.

Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.

Rethymno hat mir genau das gegeben.

Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.

Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.

Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.

Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.

Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.

Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön

Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.

Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.

Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.

Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.

Wir haben entschleunigt.

Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.

Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.

Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.

Mein Fazit zu Kreta

Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.

Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.

Kreta hat mich entschleunigt.

Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.

Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.

Griechenland muss man erleben.

Am besten vom Wasser aus.

Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.

Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.

Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.

Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.

Und genau dazu gehört für mich Griechenland.

Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.

Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

Portugal

Madeira – das Hawaii Europas zwischen Levadas, Nebelwäldern und dem wilden Atlantik

Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückbli
Christiane Seliger
17.09.2026
5 min Lesezeit

Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.

Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.

Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal

Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.

Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.

Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.

Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben

Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.

Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.

Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.

Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.

Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.

Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken

Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.

Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.

Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.

Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte

Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.

Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.

Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.

Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.

Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.

Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch

Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.

Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.

Fazit – warum Madeira hängen bleibt

Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.

Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:

* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt

Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.

Meine Madeira-Tipps für dich auf GetYourGuide

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