

Apulien
Apulien, oder auf Italienisch Puglia, stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben.
Im März 2025 war es dann endlich soweit. Nach meiner Italienreise durch die Toskana und Sizilien ging es nur kurze Zeit später erneut nach Italien. Dieses Mal führte uns die Reise in den Süden des Landes: nach Apulien.
Unsere Idee klang dabei ziemlich perfekt: eine Vespa mieten und damit durch die Landschaft fahren, kleine Orte entdecken und das Dolce Vita genießen.
Der einzige kleine Haken: Wir hatten beide noch nie wirklich eine Vespa gefahren.
Aber genau solche spontanen Ideen machen am Ende oft die besten Geschichten.
Anreise nach Apulien und unsere Unterkunft in Putignano
Unsere Reise startete mit einem Flug von Berlin nach Bari. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Putignano, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage.
Die Anreise war überraschend unkompliziert. Der Zug brachte uns entspannt in unseren Urlaubsort und schon während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Apulien.
Unsere Unterkunft war eine kleine Ferienwohnung mit Frühstück und hat uns direkt begeistert. Besonders die Gastgeber waren unglaublich herzlich und haben uns jeden Tag gefragt, ob alles passt oder ob wir irgendetwas brauchen.
Diese Gastfreundschaft war etwas ganz Besonderes.
Die Wohnung selbst war modern eingerichtet, hatte ein schönes Bad und sogar einen Jacuzzi im Schlafzimmer. Gerade im März war das perfekt, denn die Temperaturen waren noch nicht sommerlich warm. Nach einem Tag voller Erlebnisse im warmen Wasser zu entspannen, war einfach herrlich.
Zum Frühstück gingen wir jeden Morgen ins nahegelegene Restaurant Mirum. Dort konnten wir uns unser Frühstück individuell zusammenstellen und wurden ebenfalls unglaublich freundlich empfangen.
Die Besitzer gaben uns Tipps, brachten uns kleine Antipasti zum Probieren und spendierten uns sogar einmal einen Aperol.
Genau diese kleinen Momente sind es, die für mich das italienische Lebensgefühl ausmachen.
Mit der Vespa durch Apulien: Zwischen Abenteuer und Herausforderung
Natürlich durfte bei unserer Apulienreise eine Sache nicht fehlen: eine Vespa.
Die Vorstellung war romantisch. Durch Olivenhaine fahren, spontan anhalten und die Landschaft genießen. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.
Die Realität begann allerdings etwas anders.
Als die Vespa vor uns stand, schauten wir uns erstmal an und dachten: „Okay, das wird interessant.“
Denn tatsächlich hatten wir beide kaum Erfahrung mit Zweirädern. Keine Routine, kein Fahrgefühl und dazu noch der italienische Verkehr.
Nach einem kleinen Aperol zur mentalen Vorbereitung wagten wir uns schließlich auf die Straße.
Die ersten Kilometer waren aufregend. Besonders der Verkehr in Süditalien ist eine Erfahrung für sich. Es wird gehupt, überholt und gefahren, als gäbe es keine Regeln.
Für jemanden, der gerade erst seine ersten Vespa-Erfahrungen sammelt, kann das durchaus herausfordernd sein.
Wir tasteten uns langsam heran und erkundeten erstmal Putignano und die nähere Umgebung.
Rückblickend war genau diese Mischung aus Unsicherheit, Abenteuer und spontanen Entscheidungen das, was diese Reise so besonders gemacht hat.
Putignano: Kleine Gassen, italienisches Essen und Dolce Vita
Putignano selbst hat uns mit seinem Charme überrascht.
Abends schlenderten wir durch die kleinen Gassen, vorbei an Lichterketten, Pflanzenkübeln und liebevoll dekorierten Häusern.
Besonders ein Restaurant in einem Kellergewölbe ist uns im Gedächtnis geblieben. Dort gab es unter anderem eine Pizza mit Pistazien – und sie war unglaublich lecker.
Auch die Atmosphäre war genau das, was wir uns von Italien erhofft hatten: gemütliche Gassen, gutes Essen und dieses Gefühl, dass das Leben hier einfach etwas langsamer läuft.
Alberobello: Die berühmten Trulli von Apulien
Ein absolutes Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach Alberobello.
https://gyg.me/wp6kxmrt (Rundgang durch Alberobello mit einem Einheimischen)
Mit der Vespa fuhren wir durch die Landschaft Apuliens und durchquerten wunderschöne Olivenhaine. Alleine die Fahrt war schon ein Erlebnis.
In Alberobello angekommen, parkten wir etwas außerhalb des Zentrums und liefen die letzten Minuten zu Fuß.
Schon beim ersten Anblick der weißen Häuser mit den typischen Trulli-Dächern wussten wir: Dieser Ort ist wirklich besonders.
Zum Glück waren wir im März unterwegs. Alberobello ist inzwischen sehr bekannt und besonders in der Hauptsaison sicherlich extrem voll. Während unseres Besuchs konnten wir die kleinen Gassen noch relativ entspannt erleben.
Wir schlenderten durch die Straßen, besuchten Souvenirshops, tranken Kaffee, aßen Eis und genossen einfach die Atmosphäre.
Besonders schön waren die kleinen Dachterrassen, die man teilweise über Geschäfte erreichen konnte. Plötzlich stand man mitten auf einem weißen Trullo und hatte einen wunderschönen Blick über die Stadt.
Ein perfekter Moment, um einfach stehen zu bleiben und den Augenblick zu genießen.
Bari entdecken: Stadtleben statt Vespa-Abenteuer
Für unseren Ausflug nach Bari entschieden wir uns bewusst gegen die Vespa und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Und das war definitiv die richtige Entscheidung.
Bari ist deutlich lebendiger und chaotischer als die kleinen Orte in der Umgebung.
Wir schlenderten durch die Stadt, gingen shoppen und erkundeten die Straßen.
Eigentlich hatten wir auch eine Bootstour geplant, um die Küste und die Höhlen rund um Apulien zu entdecken.
https://gyg.me/GtwS6g6E (Sunset-Bootstour mit Aperitif)
Aufgrund des starken Windes entschieden wir uns jedoch dagegen. Da ich schnell seekrank werde, war das wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung.
Nicht jeder Plan muss umgesetzt werden – manchmal entstehen gerade dadurch die schönsten Tage.
Polignano a Mare, Locorotondo und italienische Genussmomente
Natürlich standen auch weitere Orte auf unserer Liste.
Locorotondo konnten wir kurz besuchen und waren begeistert von den weißen Häusern und den kleinen Gassen.
Auch Polignano a Mare durfte nicht fehlen.
https://gyg.me/uivvxWjI (Besichtigung der Grotten in Polignano a Mare)
Dort machten wir unter anderem eine kleine Grottentour und erkundeten die beeindruckende Küste.
Was uns aber genauso im Gedächtnis geblieben ist: das Essen.
Die italienischen Essenszeiten waren für uns zunächst ungewohnt. Wer um 18 Uhr essen gehen möchte, wird in vielen Restaurants eher fragend angeschaut.
Nach einigen Tagen hatten wir uns aber daran gewöhnt und saßen teilweise erst gegen 23 Uhr beim Abendessen.
Und genau das gehört irgendwie dazu.
Das Essen in Apulien war fantastisch. Pizza, Pasta und regionale Spezialitäten haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.
Unser Fazit zur Apulien Reise
Unsere Reise nach Apulien war nicht perfekt geplant – und genau deshalb war sie perfekt.
Wir haben nicht jeden bekannten Ort gesehen. Ostuni, Monopoli und viele weitere Orte stehen weiterhin auf unserer Wunschliste.
Aber darum ging es auch gar nicht.
Wir wollten Italien erleben, nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten abhaken.
Wir wollten durch Gassen schlendern, italienischen Kaffee trinken, spontan irgendwo anhalten und das Leben genießen.
Und genau das haben wir gemacht.
Apulien bedeutet für mich Dolce Vita: herzliche Menschen, gutes Essen, wunderschöne Landschaften und dieses besondere Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer und leichter wird.
Eine Reise, die definitiv nach Wiederholung ruft.
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Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.
Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.
Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal
Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.
Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.
Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben
Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.
Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.
Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.
Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.
Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.
Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken
Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.
Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.
Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.
Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte
Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.
Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.
Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.
Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.
Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.
Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch
Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.
Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.
Fazit – warum Madeira hängen bleibt
Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.
Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:
* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt
Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.
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Italien
Italien - Zwischen Neapel und Rom, wo meine Liebe zum Reisen begonnen hat
Es gibt Reisen, die man macht, weil sie auf einer Bucketlist stehen. Und es gibt Reisen, die etwas verändern.
Italien gehört für mich zu Letzteren.
Ich kann gar nicht genau sagen, wann diese Verbindung entstanden ist. Irgendwann war da einfach dieses Gefühl: Italien zieht mich an. Die Toskana, die Küste, das Essen, die Sprache - all das hat in mir schon lange etwas ausgelöst, bevor ich überhaupt dort war.
Heute versuche ich sogar, ein Stück dieses Lebensgefühls in meinen Alltag zu integrieren. Durch die Art, wie ich esse, wie ich meinen Tag gestalte oder wie ich Dinge wahrnehme. Aber der eigentliche Beginn dieser Verbindung liegt in einer Reise, die ich 2023 gemacht habe.
Der Anfang: Ein Hotelgutschein und eine spontane Entscheidung
Es war eine Zeit nach Corona, in der vieles wieder möglich wurde und Reisen sich langsam wieder normal anfühlten. Ich hatte einen Hotelgutschein, flexibel einlösbar in vielen Ländern. Eigentlich hätte es überall hingehen können. Am Ende habe ich mich ganz bewusst für Italien entschieden.
Nicht für einen klassischen Badeurlaub. Nicht für einen Luxusaufenthalt. Sondern für eine Route, die mich neugierig gemacht hat: Neapel, Amalfiküste und Rom. Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung.
Neapel - erster Abend, erster Überblick, erstes Gefühl von Italien
Wir sind in Neapel bzw. genauer gesagt in der Region Cassino angekommen und hatten dort im Best Western Rocca unser Basislager für die ersten Tage. Von dort aus haben wir die Umgebung mit dem Mietwagen erkundet.
Der erste Tag war noch ruhig - aber der erste Abend hat direkt etwas in mir verändert.
Nach dem Check-in und einem kurzen Besuch im nahegelegenen Freibad sind wir später am Abend einfach losgefahren, ohne konkreten Plan, nur um unsere Umgebung kennenzulernen. Wir sind irgendwo hochgefahren, auf eine Anhöhe mit Aussicht. In der Nähe war vermutlich eine Gedenkstätte oder ein historisches Gebäude - ganz genau kann ich es heute nicht mehr sagen. Aber das spielt auch keine Rolle. Was zählt, ist dieser Moment.
Die Sonne ist langsam untergegangen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich in Italien angekommen. Kein Sightseeing. Kein Programm. Nur dieser Blick, dieses Licht, diese Stimmung. Ein erster Überblick über unsere neue Umgebung - und gleichzeitig der Beginn einer Reise, die viel mehr werden sollte als nur Urlaub.
Paestum - wo Geschichte plötzlich greifbar wird
Am nächsten Tag ging es nach Paestum, einer archäologischen Stätte mit beeindruckenden antiken Tempeln. Wir sind dort ohne Guide durchgelaufen, einfach durch die Anlage geschlendert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen.
Es war heiß, ruhig und gleichzeit unglaublich eindrucksvoll. Zwischendurch ein Gelato, alte Steine, Sonne auf der Haut - genau diese Mischung macht Italien für mich aus.
Der Vesuv bei goldener Stunde und Pompeji im Morgentakt
Einer der intensivsten Tage begann früh in Pompeji. Wir waren direkt morgens dort, als die Anlage noch vergleichsweise leer war. Stundenlang sind wir durch die Straßen dieser antiken Stadt gelaufen. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, an einem Ort zu stehen, der so viel Geschichte in sich trägt. Am Nachmittag haben wir eine Pause eingelegt, etwas gegessen und uns dann auf den Weg Richtung Vesuv gemacht. Der Aufstieg zum Vesuv ist überraschend unkompliziert. Man kann relativ weit mit dem Auto hinauffahren und läuft dann nur noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten bis zum Kraterrand. Der Weg ist gut ausgebaut, breit und leicht zu gehen - anders, als viele es erwarten würden. Oben angekommen war es einer dieser Momente die sich einprägen.
Nicht ganz Sonnenuntergang, aber goldene Stunde über dem Golf von Neapel. Die Landschaft, das Licht, die Weite - einfach magisch.
Amalfiküste - Zitroneneis, Chaos und Umwege
Die Amalfiküste hat uns auf ihre ganz eigene Weise eingefangen. Mit viel Verkehr. Sehr viel Verkehr.
Ich habe es geschafft, mich mehrfach an denselben Mautstaionen zu verfahren und bin zweimal wieder dort gelandet, wo ich bereits gewesen war. Am Ende bedeutete das: dreimal Maut zahlen und eine kleine Lektion in italienischer Straßenlogik. An der Küste selbst sind wir am Ende gar nicht richtig angekommen. Stattdessen haben wir oberhalb gehalten, Zitroneneis gegessen und einfach die Aussicht genossen. Nicht alles muss perfekt geplant sein, um in Erinnerung zu bleiben. Und was ich damals noch nicht wusste - ich sollte 3 Jahre später in einem kleinen, nieldichen Boutiquehotel direkt in Positano einchecken und die Amalfiküste auf ganz entspannte Weise kennenlernen.
Rom - die Stadt, die man zu Fuß versteht
Nach Neapel ging es weiter nach Rom. Dort haben wir den Mietwagen abgegeben und die Stadt komplett zu Fuß erkundet. Rom ist keine Stadt, die man einfach “besichtigt”.
Rom erlebt man.
Früh morgens standen wir am Petersdom, noch bevor die großen Menschenmassen da waren. Ohne Wartezeit sind wir direkt zur Kuppel aufgestiegen - sportlich über die Treppen, aber absolut lohnenswert. Oben hatten wir einen Moment lang das Gefühl, die Stadt gehört uns allein. Kurz danach war der Platz komplett überfüllt. Dieser Kontrast ist Rom.
Am Nachmittag folgten Kolosseum und Forum Romanum - enspannt, mit festen Zeitfenstern und ohne Stress. Dazwischen sind wir einfach durch die Stadt gelaufen: Spanische Treppen, kleine Cafés, enge Gassen und dieses Gefühl, dass Geschichte hier nicht hinter Glas steckt, sondern mitten im Alltag lebt.
Der Trevi-Brunnen war damals noch frei zugänglich. Nachts dort zu stehen, eine Münze hineinzuwerfen und diesen Moment mitzunehmen, war etwas ganz Besonderes.
Was Italien wirklich mit mir gemacht hat
Diese Reise war für mich mehr als eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Sie war der Beginn eines Gefühls. Italien hat mir eine Form von Leichtigkeit gezeigt, die ich vorher so nicht kannte. Dieses draußen sein, dieses Essen, die Lebensfreude, diese Wärme, diese Art zu leben. Ich war selten so entspannt wie in diesen Tagen. Und genau deshalb ist Italien für mich bis heute kein Urlaubsziel. Sondern ein Lebensgefühl.
Rückblickend war diese Reise der Startpunkt meiner Verbidnung zu Italien. Neapel mit seinem Chaos und seinen Momenten.
Der Vesuv mit seiner Ruhe über den Wolken.
Und Rom, das alles zusammenführt.
Es war nicht perfekt geplant. Es war nicht perfekt organisiert.
Aber genau deshalb war es perfekt.
Ausflüge Rom:
- https://gyg.me/hfn0qIuP (Colosseum, Forum Romanum und Palatinhügel)
- https://gyg.me/N4PnBrRk (Petersdom, Vatikan und Päpstliche Gräber)
Ausflüge Golf von Neapel:
- https://gyg.me/8JaDWrB1 (Pompeji ohne Anstehen mit Audioguide)
- https://gyg.me/tgiNo57I (Vesuv Ticket ohne Anstehen)

Sri Lanka
Sri Lanka und Malediven - die perfekte Kombination aus Abendteuer und Erholung
Wer mich nach einer Reise fragt, die Abenteuer, Natur, Kultur und Erholung perfekt miteinander verbindet, dem empfehle ich immer wieder die Kombination aus Sri Lanka und den Malediven. Ich selbst habe diese Reise 2025 gemacht und denke bis heute sehr gerne – und vor allem sehr oft – daran zurück. Und das liegt nicht daran, dass ich seitdem nichts Neues erlebt habe. ;)
Sri Lanka hat mich vom ersten Moment in seinen Bann gezogen und mit seiner unglaublichen Vielfalt begeistert. Der chaotische Verkehr, die herzlichen Menschen, die gelebte Gastfreundschaft, endlos weite Strände, eine Tierwelt, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt, und Abenteuer, die einen den Alltag für eine Weile komplett vergessen lassen - all das macht dieses Land zu einem ganz besonderen Reiseziel. Es ist einer dieser Orte, die man besucht und die einen auch nach der Rückkehr nicht mehr so richtig loslassen.
Unsere Rundreise begann in Sigirya, wo wir zwei Nächte verbrachten. Natürlich durfte die Besteigung des berühmten Lion Rock nicht fehlen. Mindestens so beeindruckend fand ich allerdings den Aufstieg auf den Pidurangala Rock, von dem man einen fantastischen Blick auf den Lion Rock und die umliegende Landschaft hat.
Wir sind noch vor Sonnenaufgang gestartet. Über unser Hotel haben wir uns ein Tuk-Tuk organisiert, das uns im Dunkeln zum Startpunkt gebracht hat. Als wir ankamen, war es noch stockfinster. Im Internet hatten wir vorher gelesen, dass es sich um eine leichte Wanderung handelt. Also bin ich wie immer in warmen Ländern in Flip Flops und langem Kleid losgelaufen. Das lange Kleid war tatsächlich gar nicht so verkehrt, denn zu Beginn führt der Weg durch einen Tempelbereich, in dem Schultern und Knie bedeckt sein müssen. Die Flipflops hingegen würde ich niemanden empfehlen.
Von einer leichten Wanderung würde ich persönlich nämlich nicht sprechen. Es geht über viele, unregelmäßige Stufen stetig bergauf. Kurz vor dem Gipfel wird aus der Wanderung sogar eine kleine Kletterpartie. Um den Aussichtspunkt zu erreichen, muss man sich zwischen und über große Felsbrocken seinen Weg nach oben bahnen. In Flipflops war das definitiv eine interessante Erfahrung - eine, die ich nicht unbedingt wiederholen müsste. Mit festen Schuhen macht man sich das Leben dann doch etwas leichter.
Oben angekommen waren die Strapazen allerdings sofort vergessen. Den Sonnenaufgang über der Landschaft Sri Lankas zu erleben und dabei den Lion Rock in der Ferne aus dem Morgennebel auftauchen zu sehen, war einer der magischsten Momente unserer gesamten Reise.
Der Lion Rock selbst ist natürlich ebenfalls ein absolutes Highlight und für Erstbesucher aus meiner Sicht ein Muss. Der Eintritt ist allerdings deutlich teurer und lag bei unserem Besuch bei rund 30 $ pro Person. Für den Pidurangala Rock zahlt man dagegen nur einen Bruchteil davon. Wenn ich heute noch einmal nach Sri Lanka reisen würde, würde ich wahrscheinlich nur den Pidurangala Rock besteigen. Wer jedoch zum ersten Mal dort ist, sollte sich beide Erlebnisse nicht entgehen lassen. Sie ergänzen sich perfekt und bieten jeweils eine ganz eigene Perspektive auf diese beeindruckende Region.
Ein weiteres schönes Erlebnis was man bei beiden Wanderungen hat: Affen, die durch die Bäume und über die Wege sprangen. Sie kamen erstaunlich nah, wirkten aber völlig entspannt und friedlich. Gerade diese kleinen, ungeplanten Momente sind es oft, die einem noch lange nach einer Reise im Gedächtnis bleiben.
Am nächsten Tag wurden wir mit einem Fahrer nach Kandy gefahren. Auf dem Weg haben wir einen Halt am Dambulla Cave Temple gemacht, was ein weiteres Highlight der Reise war. Der kunstvolle Höhlentempel hinterlässt mit seinen beeindruckenden Buddha-Statuen einen bleibenden Eindruck.
Eine Nacht verbrachten wir in Kandy. Die Stadt gilt als kulturelles Herz Sri Lankas und war für uns vor allem Ausgangspunkt für eine der schönsten Zugfahrten, die ich bisher erleben durfte. Die Strecke von Kandy nach Ella führt durch die grünen Teeplantagen, vorbei an Wasserfällen und kleinen Dörfern. Mein Tipp: Die Tickets unbedingt vorab reservieren, beispielsweise über GetYourGuide.
In Ella verbrachten wir zwei Nächte. Der kleine Ort hat einen ganz besonderen Charme und ist ein Paradies für Naturliebhaber. Besonders gefallen hat mir die Wanderung zum Little Adam´s Peak. Der Aufstieg ist unkompliziert und auch in Flip Flops machbar. ;)
Die berühmte Nine Arch Bridge haben wir ebenfalls besucht - ein kurzer Fotostopp, der sich definitiv lohnt.
Danach folgte ein Highlight, was meiner Meinung nach den zweiten Platz - wenn nicht sogar den ersten Platz - belegt. Zwei Tage verbachten wir in Udawalawe. Die Safari im Udawalawe Nationalpark zählt bis heute zu meinen schönsten Tiererlebnissen überhaupt. Wer Elefanten liebt, wird diesen Ort lieben. Während unserer Safari hatten wir teilweise das Gefühl, von Elefant zu Elefant zu fahren. Immer wieder tauchten neue Herden auf, oft ganz nah an den Wegen. Da Elefanten zu meinen absoluten Lieblingstieren gehören, war dieser Teil der Reise für mich etwas ganz Besonderes.
Als Alternative wird oft der Yala Nationalpark empfohlen. Dieser ist vor allem für seine Leoparden bekannt und die Chancen auf eine Sichtung sind dort höher als in Udawalawe. Garantiert ist eine Begegnung allerdings auch dort nicht. Wir selbst hatten in Udawalawe leider kein Glück mit einer Leopardensichtung, obwohl die Tiere grundsätzlich auch dort vorkommen.
Nach den vielen Eindrücken im Landesinneren zog es uns an die Küste. Unsere letzten Tage in Sri Lanka verbrachten wir in Welligama und Mirissa. Beide Orte haben ihren ganz eigenen Charakter. Welligama ist etwas lebhafter und besonders bei Surfern beliebt, während Mirissa mit entspannten Stränden und traumhaften Sonnenuntergängen punktet. Wir waren während dieser Zeit fast täglich surfen und haben das entspannte Lebensgefühl an der Südküste in vollen Zügen genossen.
Zu den schönsten Ausflugszielen in dieser Region zählen für mich der Turtle Beach, an dem man Schildkröten beobachten kann, sowie Coconut Hill mit seinem spektakulären Ausblick auf den Ozean.
Nach den erlebnisreichen Tagen ging die Reise für uns weiter in eine absolute Traumdestination - die Malediven. Der Flug mit SriLankan Airlines dauerte nur etwa eineinhalb Stunden und verlief vollkommen unkompliziert. Für uns war diese Kombination ideal, da man die beiden Reisziele problemlos miteinander verbinden kann.
Da wir auf den Malediven nur drei Tage verbringen wollten, hatten wir uns bewusst für ein Resort entschieden, das ohne zusätzlichen Wasserflugzeug-Transfer erreichbar war. Stattdessen wurden wir direkt nach unserer Ankunft am Flughafen von einem Mitarbeiter des Resorts empfangen und nach einer kurzen Fahrt mit dem Speed-Boot zu unserer Insel gebracht. Bereits die Anreise fühlte sich an wie der Beginn eines kleinen Paradieses.
Im Resort angekommen, wurden wir mit Trommeln und einem erfrischenden Kokosnusseis begrüßt. Anschließend zeigte uns das Hotelpersonal bei einer Rundfahrt mit dem Golfcart die gesamte Anlage. Schon in diesem Moment wussten wir: Hier würden wir die letzten Tage unserer Reise in vollen Zügen genießen.
Leider hatte ich mir während der Rundreise in Sri Lanka eine kleine Erkältung eingefangen, vermutlich durch die ständigen Temperaturunterschiede und Klimaanlagen. Statt jeden Ausflug mitzunehmen, verbrachten wir also die Tage ganz entspannt zwischen Pool, Strand und Meer, lasen Bücher, genossen die Ruhe und tankten Kraft.
Ein Highlight konnten wir dennoch nicht auslassen: Das Schnorcheln im Haus-Riff. Die Ausrüstung wurde kostenlos zur Verfügung gestellt und schon nach wenigen Minuten im Wasser eröffnete sich eine faszinierende Unterwasserwelt. Zwischen bunten Fischen, Korallen und kristallklaren Wasser fühlte man sich tatsächlich wie mitten in einem Naturfilm. Und natürlich durfte in diesem Film Findet Nemo und seine Freunde nicht fehlen.
Wenn ich heute an diese Kombination aus Sri Lanka und den Malediven zurückdenke, denke ich nicht nur an die einzelnen Sehenswürdigkeiten oder Ausflüge. Ich denke an die Elefanten in Udawalawe, an den Sonnenaufgang auf dem Pidurangala Rock, an die Zugfahrt durch die Teeplantagen, an die Schildkröten im indischen Ozean, an die unzähligen Sonnenuntergänge, an die herzlichen Menschen und an die vielen kleinen Momente dazwischen. Die gesamte Reise hat mich mit einer tiefen Dankbarkeit und Freude erfüllt - und genau deshalb denke ich bis heute so oft und so gerne daran zurück.
Meine Ausflugstipps für dich:






