

Madeira – das Hawaii Europas zwischen Levadas, Nebelwäldern und dem wilden Atlantik
Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.
Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.
Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal
Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.
Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.
Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben
Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.
Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.
Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.
Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.
Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.
Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken
Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.
Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.
Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.
Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte
Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.
Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.
Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.
Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.
Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.
Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch
Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.
Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.
Fazit – warum Madeira hängen bleibt
Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.
Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:
* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt
Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.
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Apulien, oder auf Italienisch Puglia, stand schon lange auf meiner Italien-Wunschliste. Kleine weiße Dörfer, endlose Olivenhaine, gutes Essen und dieses besondere italienische Lebensgefühl – genau das wollten wir erleben.
Im März 2025 war es dann endlich soweit. Nach meiner Italienreise durch die Toskana und Sizilien ging es nur kurze Zeit später erneut nach Italien. Dieses Mal führte uns die Reise in den Süden des Landes: nach Apulien.
Unsere Idee klang dabei ziemlich perfekt: eine Vespa mieten und damit durch die Landschaft fahren, kleine Orte entdecken und das Dolce Vita genießen.
Der einzige kleine Haken: Wir hatten beide noch nie wirklich eine Vespa gefahren.
Aber genau solche spontanen Ideen machen am Ende oft die besten Geschichten.
Anreise nach Apulien und unsere Unterkunft in Putignano
Unsere Reise startete mit einem Flug von Berlin nach Bari. Von dort aus ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiter nach Putignano, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage.
Die Anreise war überraschend unkompliziert. Der Zug brachte uns entspannt in unseren Urlaubsort und schon während der Fahrt bekamen wir einen ersten Eindruck von Apulien.
Unsere Unterkunft war eine kleine Ferienwohnung mit Frühstück und hat uns direkt begeistert. Besonders die Gastgeber waren unglaublich herzlich und haben uns jeden Tag gefragt, ob alles passt oder ob wir irgendetwas brauchen.
Diese Gastfreundschaft war etwas ganz Besonderes.
Die Wohnung selbst war modern eingerichtet, hatte ein schönes Bad und sogar einen Jacuzzi im Schlafzimmer. Gerade im März war das perfekt, denn die Temperaturen waren noch nicht sommerlich warm. Nach einem Tag voller Erlebnisse im warmen Wasser zu entspannen, war einfach herrlich.
Zum Frühstück gingen wir jeden Morgen ins nahegelegene Restaurant Mirum. Dort konnten wir uns unser Frühstück individuell zusammenstellen und wurden ebenfalls unglaublich freundlich empfangen.
Die Besitzer gaben uns Tipps, brachten uns kleine Antipasti zum Probieren und spendierten uns sogar einmal einen Aperol.
Genau diese kleinen Momente sind es, die für mich das italienische Lebensgefühl ausmachen.
Mit der Vespa durch Apulien: Zwischen Abenteuer und Herausforderung
Natürlich durfte bei unserer Apulienreise eine Sache nicht fehlen: eine Vespa.
Die Vorstellung war romantisch. Durch Olivenhaine fahren, spontan anhalten und die Landschaft genießen. Genau so hatten wir es uns vorgestellt.
Die Realität begann allerdings etwas anders.
Als die Vespa vor uns stand, schauten wir uns erstmal an und dachten: „Okay, das wird interessant.“
Denn tatsächlich hatten wir beide kaum Erfahrung mit Zweirädern. Keine Routine, kein Fahrgefühl und dazu noch der italienische Verkehr.
Nach einem kleinen Aperol zur mentalen Vorbereitung wagten wir uns schließlich auf die Straße.
Die ersten Kilometer waren aufregend. Besonders der Verkehr in Süditalien ist eine Erfahrung für sich. Es wird gehupt, überholt und gefahren, als gäbe es keine Regeln.
Für jemanden, der gerade erst seine ersten Vespa-Erfahrungen sammelt, kann das durchaus herausfordernd sein.
Wir tasteten uns langsam heran und erkundeten erstmal Putignano und die nähere Umgebung.
Rückblickend war genau diese Mischung aus Unsicherheit, Abenteuer und spontanen Entscheidungen das, was diese Reise so besonders gemacht hat.
Putignano: Kleine Gassen, italienisches Essen und Dolce Vita
Putignano selbst hat uns mit seinem Charme überrascht.
Abends schlenderten wir durch die kleinen Gassen, vorbei an Lichterketten, Pflanzenkübeln und liebevoll dekorierten Häusern.
Besonders ein Restaurant in einem Kellergewölbe ist uns im Gedächtnis geblieben. Dort gab es unter anderem eine Pizza mit Pistazien – und sie war unglaublich lecker.
Auch die Atmosphäre war genau das, was wir uns von Italien erhofft hatten: gemütliche Gassen, gutes Essen und dieses Gefühl, dass das Leben hier einfach etwas langsamer läuft.
Alberobello: Die berühmten Trulli von Apulien
Ein absolutes Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach Alberobello.
https://gyg.me/wp6kxmrt (Rundgang durch Alberobello mit einem Einheimischen)
Mit der Vespa fuhren wir durch die Landschaft Apuliens und durchquerten wunderschöne Olivenhaine. Alleine die Fahrt war schon ein Erlebnis.
In Alberobello angekommen, parkten wir etwas außerhalb des Zentrums und liefen die letzten Minuten zu Fuß.
Schon beim ersten Anblick der weißen Häuser mit den typischen Trulli-Dächern wussten wir: Dieser Ort ist wirklich besonders.
Zum Glück waren wir im März unterwegs. Alberobello ist inzwischen sehr bekannt und besonders in der Hauptsaison sicherlich extrem voll. Während unseres Besuchs konnten wir die kleinen Gassen noch relativ entspannt erleben.
Wir schlenderten durch die Straßen, besuchten Souvenirshops, tranken Kaffee, aßen Eis und genossen einfach die Atmosphäre.
Besonders schön waren die kleinen Dachterrassen, die man teilweise über Geschäfte erreichen konnte. Plötzlich stand man mitten auf einem weißen Trullo und hatte einen wunderschönen Blick über die Stadt.
Ein perfekter Moment, um einfach stehen zu bleiben und den Augenblick zu genießen.
Bari entdecken: Stadtleben statt Vespa-Abenteuer
Für unseren Ausflug nach Bari entschieden wir uns bewusst gegen die Vespa und nutzten stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Und das war definitiv die richtige Entscheidung.
Bari ist deutlich lebendiger und chaotischer als die kleinen Orte in der Umgebung.
Wir schlenderten durch die Stadt, gingen shoppen und erkundeten die Straßen.
Eigentlich hatten wir auch eine Bootstour geplant, um die Küste und die Höhlen rund um Apulien zu entdecken.
https://gyg.me/GtwS6g6E (Sunset-Bootstour mit Aperitif)
Aufgrund des starken Windes entschieden wir uns jedoch dagegen. Da ich schnell seekrank werde, war das wahrscheinlich sogar die bessere Entscheidung.
Nicht jeder Plan muss umgesetzt werden – manchmal entstehen gerade dadurch die schönsten Tage.
Polignano a Mare, Locorotondo und italienische Genussmomente
Natürlich standen auch weitere Orte auf unserer Liste.
Locorotondo konnten wir kurz besuchen und waren begeistert von den weißen Häusern und den kleinen Gassen.
Auch Polignano a Mare durfte nicht fehlen.
https://gyg.me/uivvxWjI (Besichtigung der Grotten in Polignano a Mare)
Dort machten wir unter anderem eine kleine Grottentour und erkundeten die beeindruckende Küste.
Was uns aber genauso im Gedächtnis geblieben ist: das Essen.
Die italienischen Essenszeiten waren für uns zunächst ungewohnt. Wer um 18 Uhr essen gehen möchte, wird in vielen Restaurants eher fragend angeschaut.
Nach einigen Tagen hatten wir uns aber daran gewöhnt und saßen teilweise erst gegen 23 Uhr beim Abendessen.
Und genau das gehört irgendwie dazu.
Das Essen in Apulien war fantastisch. Pizza, Pasta und regionale Spezialitäten haben uns jeden Tag aufs Neue begeistert.
Unser Fazit zur Apulien Reise
Unsere Reise nach Apulien war nicht perfekt geplant – und genau deshalb war sie perfekt.
Wir haben nicht jeden bekannten Ort gesehen. Ostuni, Monopoli und viele weitere Orte stehen weiterhin auf unserer Wunschliste.
Aber darum ging es auch gar nicht.
Wir wollten Italien erleben, nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten abhaken.
Wir wollten durch Gassen schlendern, italienischen Kaffee trinken, spontan irgendwo anhalten und das Leben genießen.
Und genau das haben wir gemacht.
Apulien bedeutet für mich Dolce Vita: herzliche Menschen, gutes Essen, wunderschöne Landschaften und dieses besondere Gefühl, dass alles ein bisschen langsamer und leichter wird.
Eine Reise, die definitiv nach Wiederholung ruft.

Schweiz
Schweiz
Eine Woche Auszeit in den Bergen
Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen.
Genau das war das Motto unserer Herbstreise in die Schweiz.
Für eine Woche zog es uns ins Kiental – eine Region, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Schweiz zeigte sich von ihrer vielleicht schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in warmen Rot-, Gelb- und Orangetönen, die Ahornbäume erinnerten mich an den berühmten Indian Summer in Nordamerika und die Bergkulisse sorgte dafür, dass ich gefühlt alle paar Minuten nach meiner Kamera griff.
Tagsüber waren wir auf Wanderungen unterwegs, abends saßen wir mit Blick auf die Berge im Whirlpool auf unserer Terrasse und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.
Viel mehr braucht es manchmal nicht.
Die Aareschlucht – der perfekte Einstieg
Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Aareschlucht.
Die Schlucht selbst lässt sich relativ entspannt erkunden und eignet sich perfekt für einen halben Tagesausflug. Für den Zugang wird Eintritt erhoben, was sich meiner Meinung nach aber definitiv lohnt.
Die gewaltigen Felswände, das tosende Wasser und die spektakulär angelegten Wege machen die Aareschlucht zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.
Wir haben den Besuch anschließend noch mit einem kleinen Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite kombiniert und konnten dort weitere schöne Ausblicke genießen.
Wer in der Region unterwegs ist, sollte die Aareschlucht auf jeden Fall mitnehmen.
Der Oeschinensee – mein persönliches Highlight
Wenn ich mich für nur eine Wanderung dieser Reise entscheiden müsste, wäre meine Antwort ganz klar: der Oeschinensee.
Schon vor der Reise hatte ich unzählige Bilder dieses Bergsees gesehen. Dass die Realität die Fotos jedoch noch übertreffen würde, hätte ich nicht gedacht.
Wir entschieden uns bewusst gegen die Gondel und starteten bereits früh am Morgen vom Parkplatz im Tal.
Der Start war allerdings alles andere als vielversprechend. Es war grau, kalt und neblig. Die Wolken hingen tief zwischen den Bergen und ich dachte bereits, dass meine Kamera an diesem Tag wohl kaum zum Einsatz kommen würde.
Doch je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Höhe der Wolkendecke. Plötzlich brach die Sonne durch und unter uns lag das gesamte Tal unter einer geschlossenen Nebeldecke.
Ich machte eines meiner absoluten Lieblingsfotos dieser Reise.
Unter uns das Wolkenmeer. Dahinter die Berggipfel. Über uns strahlend blauer Himmel.
Allein für diesen Moment hätte sich die Wanderung bereits gelohnt.
Als wir schließlich den Oeschinensee erreichten, zeigte sich schnell, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturhighlights der Schweiz gehört.
Direkt am See und an der Bergstation war allerdings auch entsprechend viel los. Viele Besucher fahren mit der Gondel hinauf, weshalb sich die meisten Menschen rund um das Restaurant und das Ufer sammeln.
Für uns war deshalb schnell klar: Wir laufen weiter.
Je höher wir kamen, desto ruhiger wurde es. Und genau dort entstanden die Ausblicke, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Der türkisfarbene See, eingerahmt von steilen Felswänden und den ersten Herbstfarben, wirkte fast unwirklich.
Als wir am Abend wieder am Auto ankamen, waren wir zwar vollkommen ausgepowert, aber jeder einzelne Höhenmeter hatte sich gelohnt.
Die Triftbrücke – die Wanderung, bei der meine Höhenangst gewann
Mein zweites großes Highlight dieser Reise war gleichzeitig auch die Wanderung, die mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat.
Die Wanderung zur Triftbrücke.
Vorweg: Wer diese Tour machen möchte, sollte gute Wanderschuhe, Trittsicherheit, Ausdauer und möglichst keine Höhenangst mitbringen.
Google beschrieb die Tour damals relativ entspannt. Die Realität sah etwas anders aus.
Bereits die Anfahrt beginnt mit einer Gondelfahrt. Von der Talstation fährt man ein gutes Stück hinauf in die Berge. Allein das Ticket für Hin- und Rückfahrt war sein Geld absolut wert, denn die eigentliche Wanderung beginnt erst danach.
An der Bergstation angekommen, fragten wir noch nach der benötigten Zeit. Die Dame vor Ort grinste nur und meinte, wir sollten lieber etwas mehr Zeit einplanen als bei Google angegeben.
Heute weiß ich auch warum.
Zunächst führt der Weg noch relativ angenehm durch die Berglandschaft. Doch je weiter man kommt, desto anspruchsvoller wird die Strecke.
Aus Wandern wird irgendwann Klettern.
Die Wege werden schmaler, die Steine größer und an einigen Stellen verschwindet der eigentliche Wanderweg gefühlt komplett.
Da wir im Oktober unterwegs waren, war es in höheren Lagen bereits deutlich kühler. Die Steine waren teilweise feucht und rutschig und man merkte, dass der Winter nicht mehr weit entfernt war.
Trotzdem war die Landschaft atemberaubend.
Immer wieder öffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge, die Gletscherlandschaft und das Tal unter uns.
Mit meiner Höhenangst war das allerdings nicht immer ganz einfach.
Mehrmals musste ich tief durchatmen und mich selbst überzeugen, einfach Schritt für Schritt weiterzugehen.
Und tatsächlich schaffte ich es deutlich weiter, als ich vorher gedacht hätte.
Bis kurz vor die Triftbrücke.
Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Ziel war für mich Schluss.
Der Weg verlief direkt an einem steilen Abhang entlang. Es gab keine Absicherung, keinen Handlauf und teilweise musste man von Fels zu Fels springen, um weiterzukommen.
Für viele Wanderer vermutlich kein Problem.
Für mich schon.
Dort habe ich entschieden umzudrehen.
Und ganz ehrlich? Das war vollkommen in Ordnung.
Natürlich hätte ich die Brücke gerne selbst gesehen. Die Bilder davon sind beeindruckend und wer sich diesen letzten Abschnitt zutraut, wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.
Aber manchmal bedeutet Abenteuer eben nicht, jeden Gipfel zu erreichen oder jedes Ziel zu erzwingen.
Manchmal bedeutet Abenteuer auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.
Und allein der Weg dorthin war für mich bereits ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Lauterbrunnen – schön, aber nicht mein persönliches Highlight
Auf dem Rückweg von der Triftbrücke haben wir noch einen Zwischenstopp in Lauterbrunnen eingelegt. Der Ort taucht gefühlt in jedem zweiten Schweiz-Video auf Instagram auf und gilt mittlerweile fast schon als Pflichtstopp im Berner Oberland.
Natürlich wollten wir uns deshalb auch selbst ein Bild davon machen.
Wir sind zu einem der bekannten Wasserfälle gelaufen und die letzten Meter über einige Treppenstufen hinaufgestiegen. Der Wasserfall selbst war beeindruckend. Die Wassermassen, die sich dort in die Tiefe stürzen, haben schon etwas Faszinierendes und die Kulisse ist ohne Frage wunderschön.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich war Lauterbrunnen nicht das Highlight der Reise.
Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor bereits so viele spektakuläre Naturerlebnisse hatten. Vielleicht aber auch daran, dass dort einfach unglaublich viele Menschen unterwegs waren. Während wir am Oeschinensee oder rund um Kiental oft das Gefühl hatten, die Natur nahezu für uns allein zu haben, war Lauterbrunnen deutlich voller.
Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, würde ich auf jeden Fall kurz anhalten und den Wasserfall anschauen. Der Ort ist schön und definitiv sehenswert. Extra quer durch die Schweiz fahren würde ich persönlich dafür allerdings nicht. Dafür gibt es in der Region einfach zu viele andere Plätze, die mich noch mehr begeistert haben.
Entschleunigung mit Bergblick
Nach unseren Wanderungen wurden die Abende deutlich ruhiger.
Wir ließen den Tag bei gutem Essen ausklingen, genossen die Aussicht auf die Berge und verbrachten viele Stunden in unserem Whirlpool auf der Terrasse.
Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwand und die Temperaturen sanken, blickten wir auf die bunten Wälder des Kientals.
Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung machte die Reise für mich so besonders.
Warum ich die Schweiz im Herbst jederzeit wieder wählen würde
Wenn mich heute jemand fragt, wann die schönste Reisezeit für die Schweiz ist, würde ich ohne zu zögern den Herbst nennen.
Die bunten Wälder, die klare Bergluft, die ruhigen Wanderwege und die besondere Stimmung zwischen Sommer und Winter haben diese Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Es war keine Reise voller spektakulärer Attraktionen oder ständig neuer Sehenswürdigkeiten.
Es war eine Reise, die entschleunigt hat.
Eine Reise voller Natur, Bewegung, frischer Bergluft und kleiner Glücksmomente.
Und manchmal sind genau das die Reisen, die einem am längsten in Erinnerung bleiben.

Grossbritannien
London – wo Träume Wirklichkeit werden
Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.
Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.
Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.
Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.
Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.
Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.
Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.
Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.
Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.
Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.
Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.
Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.
Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.
Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.
Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.
Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.
Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.
London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.
Meine Ausflugstipps für dich:



