

Madeira – das Hawaii Europas zwischen Levadas, Nebelwäldern und dem wilden Atlantik
Madeira war für mich keine Reise, die man einfach „abhakt“. Es war eher so ein Ort, der sich Schritt für Schritt in den Kopf schiebt – mit jedem Tunnel, jedem Ausblick und jeder neuen Kurve ein Stück mehr. 2024 war ich dort für neun Tage, und rückblickend kann ich sagen: Es war magisch. Kein anderes Wort trifft es besser.
Unser Ausgangspunkt war Funchal. Dort hatten wir ein Hotel und einen Mietwagen für die gesamte Zeit. Die Kombination war perfekt, weil man so jeden Tag flexibel starten konnte. Die Tiefgarage in Funchal war dabei unser fester Ankerpunkt – von dort aus ging es jeden Morgen raus in eine neue Richtung über die Insel.
Ankommen auf Madeira – erste Eindrücke in Funchal
Die Anreise selbst war schon Teil des Erlebnisses. Über Berlin mit Zwischenstopp in Lissabon ging es spät in der Nacht nach Funchal. Viel gesehen haben wir am ersten Tag nicht mehr, aber dieses Gefühl beim Ankommen war sofort da: Diese Insel ist anders.
Am ersten richtigen Tag sind wir direkt mit der Seilbahn hoch nach Monte gefahren. Oben wartet eine Art botanischer Garten, der wie ein eigenes kleines Universum wirkt. Alles ist grün, verwinkelt und voller Ausblicke über Funchal und den Atlantik.
Der eigentliche Klassiker dort ist die Korbschlittenfahrt zurück ins Tal. Die haben wir tatsächlich ausgelassen, weil die Wartezeit extrem lang war – im Nachhinein würde ich sie aber definitiv vorher reservieren, einfach um das einmal mitzunehmen.
Levada-Wanderungen – Madeira zu Fuß erleben
Madeira zeigt sich am ehrlichsten, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Die Levada-Wanderungen gehören für mich zu den Highlights der gesamten Reise.
Wir sind unter anderem die Levada Nova, die Levada do Moinho, die Levada 25 Fontes und die Levada do Caldeirão Verde gelaufen. Jede dieser Touren hat ihren eigenen Charakter, aber alle haben eines gemeinsam: Diese Mischung aus Wasserläufen, Tunneln, Dschungelgefühl und plötzlich komplett offenen Ausblicken.
Die Wege sind dabei technisch nicht schwierig, aber unglaublich abwechslungsreich. Gerade die 25 Fontes Wanderung ist landschaftlich ein echtes Highlight – auch wenn sie entsprechend gut besucht ist.
Bei der Levada Nova gab es einen kurzen Moment, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Da hat bei mir kurz die Höhenangst eingesetzt, und ich bin tatsächlich ein kleines Stück direkt in der Levada gelaufen, einfach um mich sicherer zu fühlen. Am Ende war es genau dieser Mix aus Respekt und Natur, der die Wanderungen so intensiv gemacht hat.
Ein kleiner, fast zufälliger Abzweig führte uns außerdem zur Levada dos Balcões (PR11). Dort fressen Vögel direkt aus der Hand – ein unerwartet ruhiger Moment mitten im Grünen. Und direkt am Ende der Strecke wartet ein kleines Restaurant, in dem wir später die wohl beste Tomatensuppe unseres Lebens gegessen haben. Kein Gourmet-Satz, sondern einfach Realität.
Pico do Arieiro und Nebelwald – Madeira über den Wolken
Der Pico do Arieiro war einer dieser Orte, die man nicht einfach „besucht“, sondern erlebt. Wir sind zum Sonnenaufgang hochgefahren – und auch wenn es dort oben nie komplett leer ist, war der Moment oben angekommen trotzdem besonders.
Wegen eines Brandes war der weiterführende Wanderweg Richtung Pico Ruivo gesperrt, deshalb sind wir nur bis zum Aussichtspunkt und ein kleines Stück weiter gelaufen. Trotzdem hat sich allein dieser Blick über die Berglandschaft gelohnt.
Einen komplett anderen Charakter hatte der Fanal-Nebelwald. Die Anfahrt allein ist schon ein Erlebnis: lange, leere Straßen, plötzlich Wolken, und dann fährst du quasi in den Nebel hinein. Vor Ort wirkt alles surreal – alte Bäume, wechselnde Sicht, und diese Stimmung, die sich ständig verändert. Mal klar, mal komplett im Nebel verschwunden.
Küste, Atlantik und wilde Aussichtspunkte
Madeira ist aber nicht nur grün und bergig, sondern auch extrem rau an der Küste.
Ein besonderes Erlebnis war der Wasserfall an der ER103, bei dem die Straße direkt durch den Wasserfall führt und das Wasser über die Fahrbahn läuft. So etwas sieht man nicht oft.
Ebenso beeindruckend war Ilhéus da Ribeira da Janela, wo riesige Felsen im Atlantik stehen und die Wellen ungebremst auf die Küste treffen. Die Kraft des Wassers ist dort kaum zu beschreiben.
Am Farol da Ponta de São Lourenço sind wir von der Leuchtturmstelle aus zu einem Aussichtspunkt gelaufen, dem Miradouro da Garganta Funda. Von dort schaut man in eine tiefe Bucht, in der normalerweise ein Wasserfall fällt – bei uns war es allerdings trocken. Trotzdem war der Blick spektakulär.
Auch Seixal mit seinem schwarzen Strand lag auf unserer Route, ebenso wie mehrere spontane Stopps entlang der Westküste, wo der Atlantik mit voller Kraft gegen die Klippen schlägt.
Funchal, Essen und kleine Momente zwischendurch
Zwischendurch haben wir natürlich auch Funchal selbst erkundet: kleine Restaurants, lokale Küche, Churros, und einfach das Treiben in der Stadt.
Madeira hat diesen Effekt, dass selbst die kurzen Wege nie langweilig sind. Jeder Tunnel öffnet wieder einen neuen Blick, jede Kurve eine andere Landschaft.
Fazit – warum Madeira hängen bleibt
Madeira war für mich keine klassische Strandreise. Es war eine Insel voller Bewegung, Höhenmeter und ständiger Perspektivwechsel.
Was hängen bleibt, sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern diese Mischung aus:
* Nebel, der plötzlich Landschaften verschwinden lässt
* Sonnenaufgängen über den Bergen
* Levada-Wegen mitten durch den Dschungel
* und dem Atlantik, der ununterbrochen an die Küste schlägt
Wenn ich heute daran zurückdenke, ist es vor allem dieses Gefühl von „immer unterwegs sein“, das bleibt. Und genau das macht Madeira für mich zu einem der beeindruckendsten Reiseziele in Europa.
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Die Amalfiküste stand schon lange auf meiner Reiseliste. Diese bunten Häuser, die steilen Klippen, das türkisfarbene Meer und dieses typische italienische Lebensgefühl – genau das, was man sich unter „Dolce Vita“ vorstellt.
Nachdem unsere Sardinien-Reise zu Ende ging, ging es für uns weiter nach Rom und anschließend an die Amalfiküste. Unsere Route führte uns von Rom Termini mit dem Zug nach Salerno und von dort mit der Fähre weiter nach Positano.
Und ich kann direkt vorwegnehmen: Die Amalfiküste ist wunderschön. Aber sie ist auch speziell. Zwischen Instagram-Hype, überfüllten Gassen, teilweise absurden Preisen und ganz besonderen Momenten liegen manchmal nur wenige Meter.
Gerade diese Mischung hat die Reise aber so besonders gemacht.
Mit dem Zug von Rom nach Salerno – entspannt Richtung Amalfiküste
Nach unserem Aufenthalt in Rom ging es für uns weiter Richtung Süden. Wir sind von Rom Termini mit dem Zug nach Salerno gefahren.
Eigentlich wollten wir unsere Tickets ganz normal am Automaten kaufen, aber wie so oft in Italien kam direkt jemand zur Hilfe. Eine Mitarbeiterin hat uns gefragt, wo wir hinmöchten, uns den passenden Zug herausgesucht und direkt die Tickets verkauft.
Einfach, unkompliziert und wieder einmal unglaublich freundlich.
Wir hatten Tickets für die zweite Klasse und trotzdem war die Zugfahrt wirklich angenehm. Der Zug fuhr pünktlich los, wir hatten feste Sitzplätze und was ich tatsächlich so noch nicht erlebt hatte: Es kam sogar ein kleiner Servierwagen durch den Zug. Es gab Getränke und einen kleinen Snack dazu.
Klar, es ist keine Weltreise – aber genau diese kleinen Dinge machen das Reisen für mich aus.
In Salerno angekommen, mussten wir uns erst einmal orientieren und den Hafen finden. Mit Google Maps beziehungsweise Apple Karten war das aber überhaupt kein Problem. Der Weg war gut machbar und auch die Fähre nach Positano zu finden, war einfacher, als gedacht.
Die Tickets konnten wir direkt am Hafen kaufen. Es gab verschiedene Linien und die Abfahrtszeiten waren gut ausgeschildert. Auch wenn zwischendurch kurz Verwirrung herrschte, welche Fähre jetzt unsere war, wurde uns sofort weitergeholfen.
Dann ging es endlich los: Mit der Fähre entlang der Küste Richtung Positano.
Positano – wunderschön, aber auch unglaublich voll
Schon die Anfahrt nach Positano war beeindruckend. Die bunten Häuser, die sich an die Felsen schmiegen, das Meer und diese besondere Kulisse – man versteht sofort, warum dieser Ort so beliebt ist.
Bei unserer Ankunft am einzigen öffentlichen Strandabschnitt von Positano war allerdings direkt klar: Hier sind viele Menschen.
Sehr viele Menschen.
Mit uns kamen zahlreiche Tagesausflügler mit der Fähre an, die nur für ein paar Stunden in Positano bleiben wollten. Entsprechend voll waren die Gassen und der Bereich rund um den Hafen.
Kaum von der Fähre runter, wurden wir direkt angesprochen, ob wir einen Gepäcktransport zu unserem Hotel benötigen würden.
Unser Handgepäckkoffer hätte bis zur Mittelstation etwa 20 Euro gekostet, bis ganz nach oben sogar rund 40 Euro pro Koffer. Da wir aber nur mit kleinem Gepäck unterwegs waren und laut Karten-App nur etwa 15 Minuten laufen sollten, entschieden wir uns dagegen.
Also machten wir uns mit unseren Koffern auf den Weg durch Positano.
Mit Gepäck durch die engen, vollen Gassen von Positano zu laufen, war definitiv eine Erfahrung. Vor allem, weil unser Hotel ziemlich weit oben lag. Aber irgendwie gehört auch genau das dazu.
Später fanden wir heraus, dass man auch über Treppenwege deutlich angenehmer nach unten kommt. Positano ist eben nicht nur schön – es ist auch sportlich.
Unser Boutique-Hotel in Positano – ein echtes Highlight
Unser Hotel lag oberhalb von Positano und war ein kleines Boutique-Hotel mit nur wenigen Zimmern.
Schon beim Betreten haben wir uns direkt wohlgefühlt.
Unser Zimmer war komplett im Zitronenstil eingerichtet: warme Gelbtöne, kombiniert mit Blau, liebevolle Details und ein Balkon mit Blick aufs Meer.
Besonders schön fand ich das Fenster mit der kleinen Sitzbank direkt zum Meer. Einfach morgens dort sitzen, den Blick schweifen lassen und kurz vergessen, dass man überhaupt irgendwo hinmuss.
Das Bett war unglaublich gemütlich und alles wirkte sehr persönlich gestaltet.
Genau das ist für mich der Vorteil kleiner Boutique-Hotels: Es fühlt sich nicht anonym an. Man kennt sich, bekommt Tipps und fühlt sich eher wie ein Gast als wie eine Zimmernummer.
Auch Sarah und Elvira vom Hotel waren unglaublich herzlich. Sie haben uns direkt Restauranttipps gegeben, Ausflüge empfohlen und uns bei allem unterstützt.
Am Abend sind wir dann wieder Richtung Positano gelaufen. Da die meisten Tagesgäste mittlerweile verschwunden waren, zeigte sich der Ort plötzlich von einer ganz anderen Seite.
Die Gassen waren leerer.
Der Strand war ruhig.
Und plötzlich konnte man Positano wirklich genießen.
Wir haben uns keine große Restauranttour gemacht, sondern einfach eine Pizza geholt, uns an den Strand gesetzt und dazu einen Aperol beziehungsweise Limoncello Spritz getrunken.
Und ganz ehrlich: Viel mehr braucht es manchmal nicht.
Frühstück mit Meerblick und ein entspannter Tag in Positano
Am nächsten Morgen gab es erst einmal Frühstück.
Und dieses Frühstück war wirklich ein Erlebnis.
Jeden Abend bekamen wir eine Liste, auf der wir für den nächsten Morgen ankreuzen konnten, was wir gerne essen möchten. Und die Auswahl war wirklich verrückt.
Obstplatten, Porridge, Eier, Avocado, Tomate-Mozzarella, Lachs, verschiedene Getränke – alles wurde wunderschön angerichtet.
Dazu gab es jeden Morgen Zitronenwasser und einen leckeren Latte Macchiato.
Nach dem Frühstück wollten wir Positano noch einmal ohne Gepäck erkunden.
Also ging es wieder runter in den Ort.
Und ja – es war wieder voll.
Sehr voll.
Die berühmten Zitronenkleider, die kleinen Boutiquen und die Instagram-Spots sind natürlich wunderschön anzusehen. Aber gleichzeitig merkt man auch schnell, dass Positano extrem vom Social-Media-Hype lebt.
Ein Zitronenkleid für 140 Euro? Kann man machen. Muss man aber nicht.
Wir haben lieber die Atmosphäre genossen, sind durch die kleinen Gassen geschlendert und haben uns einfach treiben lassen.
Mein Tipp für Positano: Wenn ihr den Ort wirklich erleben möchtet, kommt früh morgens oder bleibt bis zum Abend. Genau dann zeigt Positano seine schönste Seite.
Capri als Tagesausflug – wunderschön, aber nicht mein persönliches Highlight
Am nächsten Tag ging es für uns mit der Fähre nach Capri.
Wir hatten vorher keine große Planung gemacht und dachten uns: Wird schon passen.
Rückblickend würde ich das anders machen.
Capri ist wunderschön, aber ohne Plan verliert man schnell Zeit. Wir sind angekommen und direkt mitten im Trubel gelandet.
Natürlich wollten wir das berühmte Zitronensorbet probieren.
Also haben wir uns hingesetzt, ein Zitronensorbet bestellt und dazu noch einen Aperol getrunken.
Was soll ich sagen?
Es war lecker.
Aber der Preis war definitiv ein Erlebnis.
Für zwei Zitronensorbets und zwei Aperol haben wir knapp 80 Euro bezahlt.
Für mich war das der Moment, wo ich dachte: Okay, Capri hat seinen Preis.
Danach sind wir noch weiter nach oben gelaufen, haben die Aussicht genossen und sind durch die Luxusgeschäfte geschlendert. Louis Vuitton und Co. waren vertreten – wir haben uns allerdings eher wie Besucher aus einer anderen Welt gefühlt.
Capri ist schön, keine Frage.
Aber wenn ich noch einmal hinfahren würde, würde ich deutlich besser planen. Vielleicht mit einem Fahrer, einer geführten Tour oder einem klaren Plan, welche Orte ich sehen möchte.
Die Lemon Tour – das schönste Erlebnis an der Amalfiküste
Und dann kam das Erlebnis, das für mich die gesamte Amalfiküste geprägt hat.
Die Lemon Tour.
Eigentlich wollten wir nach unserem Capri-Tag fast absagen. Das Wetter war bewölkt, wir waren etwas enttäuscht von Capri und hatten morgens beim Frühstück nicht so richtig Motivation.
Aber wir hatten die Tour bereits bezahlt.
Also sind wir gegangen.
Und zum Glück.
Die Lemon Tour kostet zwar 95 Euro pro Person, aber sie war jeden Cent wert.
Wir waren nur eine kleine Gruppe von vier Personen. Neben uns waren noch zwei Mädels aus Amerika dabei, mit denen wir uns direkt super verstanden haben.
Statt einer klassischen Tour mit Reisegruppe landeten wir mitten auf einer kleinen Zitronenfarm, die in die Felsen gebaut war.
Wir haben die Zitronenbäume kennengelernt, viel über den Anbau erfahren und einen Einblick in das echte Leben an der Amalfiküste bekommen.
Danach wurde für uns auf der Terrasse ein Essen vorbereitet.
Es gab Salat, frische Zitronenprodukte und natürlich Lemon Pasta.
Und diese Pasta war unglaublich lecker.
Ich hätte nie gedacht, dass Zitronennudeln so gut schmecken können.
Besonders schön war, dass alles so familiär war. Die Besitzer haben sich Zeit genommen, mit uns gesprochen und wir hatten nicht das Gefühl, einfach nur eine Touristin auf einer Liste zu sein.
Zur Farm gehörte sogar ein kleiner privater Strandabschnitt, den wir danach hätten nutzen können.
Keine Menschenmassen.
Keine überfüllte Badebucht.
Einfach Ruhe.
Genau solche Momente bleiben von einer Reise hängen.
Italienische Spezialitäten direkt von der Zitronenfarm nach Hause
Und tatsächlich hat sich dort auch mein kleines Paketproblem gelöst.
Schon auf Sardinien hatte ich versucht, italienische Lebensmittel nach Hause zu schicken. Aber irgendwie hat es nie funktioniert. Entweder war die Post geschlossen oder irgendetwas hat gefehlt.
Die Zitronenfarm an der Amalfiküste verschickt ihre Produkte weltweit.
Also habe ich zugeschlagen.
Zehn Kilo Zitronen, mehrere Flaschen Olivenöl, Limoncello und weitere italienische Spezialitäten wurden kurzerhand nach Deutschland geschickt.
Und ich würde jederzeit wieder dort bestellen.
Nicht nur, weil die Produkte unglaublich gut sind, sondern weil ich weiß, wo sie herkommen und welche Menschen dahinterstehen.
Aus einer einfachen Lemon Tour sind echte Kontakte entstanden.
Und genau das liebe ich am Reisen.
Mein Fazit zur Amalfiküste – würde ich wiederkommen?
Ja.
Aber anders.
Die Amalfiküste ist wunderschön und Positano gehört definitiv zu den Orten, die man einmal gesehen haben sollte. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass die Region extrem touristisch ist.
Mein größter Tipp: Nehmt euch Zeit.
Versucht nicht, jeden Ort abzuhaken.
Genießt lieber ein langes Frühstück mit Meerblick, einen Spaziergang durch leere Gassen am Abend, eine Pizza am Strand oder einen kleinen Ausflug, den ihr nicht auf jeder Top-10-Liste findet.
Capri würde ich persönlich beim nächsten Mal anders planen oder vielleicht sogar auslassen.
Dafür würde ich definitiv wieder eine Lemon Tour machen.
Denn genau diese Momente – die Begegnungen, die kleinen Geschichten und die besonderen Erlebnisse – machen für mich eine Reise unvergesslich.
Die Amalfiküste ist nicht perfekt.
Aber vielleicht macht genau das ihren Charme aus.

Schweiz
Schweiz
Eine Woche Auszeit in den Bergen
Manchmal braucht es gar keine Fernreise, um vollkommen abzuschalten. Manchmal reichen frische Bergluft, beeindruckende Natur, gemütliche Wanderungen und ein eigener Whirlpool mit Blick auf die Alpen.
Genau das war das Motto unserer Herbstreise in die Schweiz.
Für eine Woche zog es uns ins Kiental – eine Region, die mich vom ersten Moment an begeistert hat. Die Schweiz zeigte sich von ihrer vielleicht schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in warmen Rot-, Gelb- und Orangetönen, die Ahornbäume erinnerten mich an den berühmten Indian Summer in Nordamerika und die Bergkulisse sorgte dafür, dass ich gefühlt alle paar Minuten nach meiner Kamera griff.
Tagsüber waren wir auf Wanderungen unterwegs, abends saßen wir mit Blick auf die Berge im Whirlpool auf unserer Terrasse und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren.
Viel mehr braucht es manchmal nicht.
Die Aareschlucht – der perfekte Einstieg
Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Aareschlucht.
Die Schlucht selbst lässt sich relativ entspannt erkunden und eignet sich perfekt für einen halben Tagesausflug. Für den Zugang wird Eintritt erhoben, was sich meiner Meinung nach aber definitiv lohnt.
Die gewaltigen Felswände, das tosende Wasser und die spektakulär angelegten Wege machen die Aareschlucht zu einem beeindruckenden Naturerlebnis.
Wir haben den Besuch anschließend noch mit einem kleinen Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite kombiniert und konnten dort weitere schöne Ausblicke genießen.
Wer in der Region unterwegs ist, sollte die Aareschlucht auf jeden Fall mitnehmen.
Der Oeschinensee – mein persönliches Highlight
Wenn ich mich für nur eine Wanderung dieser Reise entscheiden müsste, wäre meine Antwort ganz klar: der Oeschinensee.
Schon vor der Reise hatte ich unzählige Bilder dieses Bergsees gesehen. Dass die Realität die Fotos jedoch noch übertreffen würde, hätte ich nicht gedacht.
Wir entschieden uns bewusst gegen die Gondel und starteten bereits früh am Morgen vom Parkplatz im Tal.
Der Start war allerdings alles andere als vielversprechend. Es war grau, kalt und neblig. Die Wolken hingen tief zwischen den Bergen und ich dachte bereits, dass meine Kamera an diesem Tag wohl kaum zum Einsatz kommen würde.
Doch je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Höhe der Wolkendecke. Plötzlich brach die Sonne durch und unter uns lag das gesamte Tal unter einer geschlossenen Nebeldecke.
Ich machte eines meiner absoluten Lieblingsfotos dieser Reise.
Unter uns das Wolkenmeer. Dahinter die Berggipfel. Über uns strahlend blauer Himmel.
Allein für diesen Moment hätte sich die Wanderung bereits gelohnt.
Als wir schließlich den Oeschinensee erreichten, zeigte sich schnell, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturhighlights der Schweiz gehört.
Direkt am See und an der Bergstation war allerdings auch entsprechend viel los. Viele Besucher fahren mit der Gondel hinauf, weshalb sich die meisten Menschen rund um das Restaurant und das Ufer sammeln.
Für uns war deshalb schnell klar: Wir laufen weiter.
Je höher wir kamen, desto ruhiger wurde es. Und genau dort entstanden die Ausblicke, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Der türkisfarbene See, eingerahmt von steilen Felswänden und den ersten Herbstfarben, wirkte fast unwirklich.
Als wir am Abend wieder am Auto ankamen, waren wir zwar vollkommen ausgepowert, aber jeder einzelne Höhenmeter hatte sich gelohnt.
Die Triftbrücke – die Wanderung, bei der meine Höhenangst gewann
Mein zweites großes Highlight dieser Reise war gleichzeitig auch die Wanderung, die mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat.
Die Wanderung zur Triftbrücke.
Vorweg: Wer diese Tour machen möchte, sollte gute Wanderschuhe, Trittsicherheit, Ausdauer und möglichst keine Höhenangst mitbringen.
Google beschrieb die Tour damals relativ entspannt. Die Realität sah etwas anders aus.
Bereits die Anfahrt beginnt mit einer Gondelfahrt. Von der Talstation fährt man ein gutes Stück hinauf in die Berge. Allein das Ticket für Hin- und Rückfahrt war sein Geld absolut wert, denn die eigentliche Wanderung beginnt erst danach.
An der Bergstation angekommen, fragten wir noch nach der benötigten Zeit. Die Dame vor Ort grinste nur und meinte, wir sollten lieber etwas mehr Zeit einplanen als bei Google angegeben.
Heute weiß ich auch warum.
Zunächst führt der Weg noch relativ angenehm durch die Berglandschaft. Doch je weiter man kommt, desto anspruchsvoller wird die Strecke.
Aus Wandern wird irgendwann Klettern.
Die Wege werden schmaler, die Steine größer und an einigen Stellen verschwindet der eigentliche Wanderweg gefühlt komplett.
Da wir im Oktober unterwegs waren, war es in höheren Lagen bereits deutlich kühler. Die Steine waren teilweise feucht und rutschig und man merkte, dass der Winter nicht mehr weit entfernt war.
Trotzdem war die Landschaft atemberaubend.
Immer wieder öffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge, die Gletscherlandschaft und das Tal unter uns.
Mit meiner Höhenangst war das allerdings nicht immer ganz einfach.
Mehrmals musste ich tief durchatmen und mich selbst überzeugen, einfach Schritt für Schritt weiterzugehen.
Und tatsächlich schaffte ich es deutlich weiter, als ich vorher gedacht hätte.
Bis kurz vor die Triftbrücke.
Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Ziel war für mich Schluss.
Der Weg verlief direkt an einem steilen Abhang entlang. Es gab keine Absicherung, keinen Handlauf und teilweise musste man von Fels zu Fels springen, um weiterzukommen.
Für viele Wanderer vermutlich kein Problem.
Für mich schon.
Dort habe ich entschieden umzudrehen.
Und ganz ehrlich? Das war vollkommen in Ordnung.
Natürlich hätte ich die Brücke gerne selbst gesehen. Die Bilder davon sind beeindruckend und wer sich diesen letzten Abschnitt zutraut, wird mit einem spektakulären Ausblick belohnt.
Aber manchmal bedeutet Abenteuer eben nicht, jeden Gipfel zu erreichen oder jedes Ziel zu erzwingen.
Manchmal bedeutet Abenteuer auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.
Und allein der Weg dorthin war für mich bereits ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Lauterbrunnen – schön, aber nicht mein persönliches Highlight
Auf dem Rückweg von der Triftbrücke haben wir noch einen Zwischenstopp in Lauterbrunnen eingelegt. Der Ort taucht gefühlt in jedem zweiten Schweiz-Video auf Instagram auf und gilt mittlerweile fast schon als Pflichtstopp im Berner Oberland.
Natürlich wollten wir uns deshalb auch selbst ein Bild davon machen.
Wir sind zu einem der bekannten Wasserfälle gelaufen und die letzten Meter über einige Treppenstufen hinaufgestiegen. Der Wasserfall selbst war beeindruckend. Die Wassermassen, die sich dort in die Tiefe stürzen, haben schon etwas Faszinierendes und die Kulisse ist ohne Frage wunderschön.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich war Lauterbrunnen nicht das Highlight der Reise.
Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor bereits so viele spektakuläre Naturerlebnisse hatten. Vielleicht aber auch daran, dass dort einfach unglaublich viele Menschen unterwegs waren. Während wir am Oeschinensee oder rund um Kiental oft das Gefühl hatten, die Natur nahezu für uns allein zu haben, war Lauterbrunnen deutlich voller.
Wenn man ohnehin in der Gegend unterwegs ist, würde ich auf jeden Fall kurz anhalten und den Wasserfall anschauen. Der Ort ist schön und definitiv sehenswert. Extra quer durch die Schweiz fahren würde ich persönlich dafür allerdings nicht. Dafür gibt es in der Region einfach zu viele andere Plätze, die mich noch mehr begeistert haben.
Entschleunigung mit Bergblick
Nach unseren Wanderungen wurden die Abende deutlich ruhiger.
Wir ließen den Tag bei gutem Essen ausklingen, genossen die Aussicht auf die Berge und verbrachten viele Stunden in unserem Whirlpool auf der Terrasse.
Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln verschwand und die Temperaturen sanken, blickten wir auf die bunten Wälder des Kientals.
Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Entspannung machte die Reise für mich so besonders.
Warum ich die Schweiz im Herbst jederzeit wieder wählen würde
Wenn mich heute jemand fragt, wann die schönste Reisezeit für die Schweiz ist, würde ich ohne zu zögern den Herbst nennen.
Die bunten Wälder, die klare Bergluft, die ruhigen Wanderwege und die besondere Stimmung zwischen Sommer und Winter haben diese Reise für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Es war keine Reise voller spektakulärer Attraktionen oder ständig neuer Sehenswürdigkeiten.
Es war eine Reise, die entschleunigt hat.
Eine Reise voller Natur, Bewegung, frischer Bergluft und kleiner Glücksmomente.
Und manchmal sind genau das die Reisen, die einem am längsten in Erinnerung bleiben.

Grossbritannien
London – wo Träume Wirklichkeit werden
Es gibt Städte, die man besucht und schön findet. Und dann gibt es Städte, die einen vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen. Für mich gehört London definitiv zur zweiten Kategorie.
Vor einigen Jahren durfte ich fünf Tage in der britischen Hauptstadt verbringen – und obwohl die Zeit eigentlich viel zu kurz war, habe ich in diesen Tagen unglaublich viel erlebt. Der eigentliche Anlass der Reise war mein Geburtstag und ein Erlebnis, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: Mamma Mia! The Party.
Wer jetzt an ein klassisches Musical denkt, liegt nur teilweise richtig. Mamma Mia! The Party ist viel mehr als eine Show. Es ist ein Erlebnis, bei dem man mitten in die Welt von ABBA eintaucht. Die Veranstaltung findet in einer liebevoll gestalteten griechischen Taverne statt und verbindet Musik, Schauspiel und ein mehrgängiges Menü zu einem einzigartigen Abend. Ja, das Ticket war nicht günstig – aber rückblickend war es jeden einzelnen Cent wert.
Während des Abends wird die Geschichte direkt um die Gäste herum erzählt. Dazu kommen die bekannten ABBA-Hits, die live performt werden und für eine Atmosphäre sorgen, die man kaum beschreiben kann. Für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich das Gefühl, als wäre die Welt von Mamma Mia zum Leben erwacht. Bis heute gehört dieser Abend zu meinen schönsten Reiseerlebnissen überhaupt.
Natürlich durfte neben diesem Highlight auch das klassische Sightseeing nicht fehlen. London bietet schließlich Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal gesehen haben sollte. Dazu gehören das berühmte Riesenrad am London Eye, der Buckingham Palace und die vielen historischen Straßen und Plätze, die den besonderen Charme der Stadt ausmachen.
Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Tagesausflug nach Stonehenge. Die beeindruckende Steinformation hatte ich schon oft auf Bildern gesehen, aber davorzustehen ist noch einmal etwas völlig anderes. Dieser geschichtsträchtige Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus und war für mich definitiv einen Besuch wert. Am liebsten hätte ich auf dem Weg dorthin noch weitere Orte in der Umgebung erkundet, doch dafür fehlte uns leider die Zeit.
Als großer Fan von historischen Anwesen, britischer Kultur und natürlich auch von „Bridgerton“ durfte für mich außerdem eine traditionelle Tea Time nicht fehlen. Wer London besucht und die britische Lebensart erleben möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Elegantes Ambiente, feine Sandwiches, Scones und eine große Auswahl an Tee – britischer wird es kaum.
Mindestens genauso begeistert hat mich der Besuch der Harry Potter Studios von Warner Bros. Für Fans der Filmreihe ist dieser Ort ein absolutes Muss. Wir hatten den Ausflug über GetYourGuide gebucht und wurden direkt im Londoner Stadtzentrum abgeholt. Die Anreise verlief allerdings etwas anders als geplant – zumindest für mich. Durch das ständige Stop-and-Go im Londoner Verkehr und die vielen Kurven wurde mir während der Fahrt leider ziemlich schlecht. So schlecht, dass ich kurz dachte, ich würde den Tag vielleicht eher auf einer Bank als in Hogwarts verbringen.
Zum Glück kam alles anders. Direkt nach der Ankunft führte unser erster Weg in den Eingangsbereich mit seinen vielen Harry-Potter-Spezialitäten. Dort entdeckte ich einen Goldenen Schnatz aus Kuchen und Zucker. Ob es die Magie von Hogwarts oder einfach eine ordentliche Portion Zucker war, kann ich bis heute nicht sagen – aber danach ging es mir schlagartig besser. Ich hatte zwar gefühlt einen leichten Zuckerschock, dafür war ich aber wieder bereit für das Abenteuer.
Und natürlich gehört auch das berühmte Butterbier dazu. Ob man es am Ende wirklich liebt oder nicht, ist fast nebensächlich. Wenn man schon einmal dort ist, sollte man es einfach probieren. Es gehört zum gesamten Erlebnis dazu und macht die Atmosphäre noch authentischer.
Danach konnte der Rundgang endlich beginnen. Die Originalkulissen, Requisiten und Einblicke hinter die Kulissen der Filme sind beeindruckend. Egal ob die Große Halle von Hogwarts, der Bahnsteig 9¾, die Winkelgasse oder die zahlreichen Kostüme und Filmsets – an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Selbst als Erwachsener fühlt man sich hier für ein paar Stunden wieder wie ein Kind und taucht komplett in die magische Welt von Harry Potter ein.
Für mich war dieser Besuch weit mehr als eine klassische Studioführung. Es war eine Reise zurück in eine Welt, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Und spätestens als ich mit meinem Butterbier durch die Studios lief, war die schlechte Busfahrt längst vergessen.
Rückblickend war diese Reise für genau das perfekt, was ich mir damals gewünscht hatte. Der eigentliche Anlass war mein Geburtstag und der große Traum, Mamma Mia! The Party live zu erleben. Allein dafür hätte sich die Reise schon gelohnt. Dass ich mir gleichzeitig noch einen weiteren lang gehegten Wunsch erfüllen und die Harry Potter Studios besuchen durfte, macht mich bis heute unglaublich dankbar. Genauso wie der Ausflug nach Stonehenge – ein Ort, den ich schon so oft auf Bildern gesehen hatte und den ich nun endlich mit eigenen Augen erleben konnte.
Wenn ich heute darüber nachdenke, noch einmal nach London zu reisen, würden meine Prioritäten wahrscheinlich etwas anders aussehen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten habe ich gesehen und viele davon würde ich nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen. Das London Eye beispielsweise war ein tolles Erlebnis, aber nicht etwas, das ich bei einem weiteren Besuch unbedingt wieder machen müsste.
Stattdessen würde ich mir mehr Zeit nehmen. Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung bewusster zu entdecken. Oxford steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Außerdem würde ich gerne die britischen Vororte und die kleineren Orte rund um London erkunden, vielleicht sogar mit einem Mietwagen. Einfach losfahren, an schönen Cafés und Pubs anhalten, neue Ecken entdecken und das britische Lebensgefühl noch intensiver erleben.
Auch kulinarisch würde ich mir mehr Zeit gönnen. Eine traditionelle Tea Time ganz ohne Zeitdruck, besondere Restaurants und vielleicht den einen oder anderen Ort, den man nicht in jedem Reiseführer findet.
Und doch gibt es eine Sache, die ich vermutlich sofort wieder buchen würde: Mamma Mia! The Party. Ja, die Tickets sind nicht günstig. Aber manchmal gibt es Erlebnisse, die weit über ihren Preis hinausgehen. Für mich war dieser Abend genau so ein Erlebnis. Die Musik, die Atmosphäre, das Essen und die besondere Stimmung haben meinen Geburtstag zu etwas gemacht, an das ich mich bis heute mit einem Lächeln erinnere.
London ist für mich deshalb nicht nur eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten. London ist eine Stadt voller Erlebnisse. Eine Stadt, die bei jedem Besuch etwas anderes bereithält und die mir gezeigt hat, dass die schönsten Erinnerungen oft dort entstehen, wo man einen lang gehegten Traum endlich Wirklichkeit werden lässt.
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