Harrachov im Riesengebirge

Zwischen Wellness, Wandern und ungeplanten Abendteuern
Tschechien
Christiane Seliger
01.09.2026
5 min Lesezeit

Manchmal sind es gerade die Reisen, von denen man vorher nicht besonders viel erwartet, die am Ende besonders lange im Kopf bleiben.

Harrachov im Riesengebirge war für mich genau so eine Reise.

Im Oktober 2024 bin ich mit einer Freundin für knapp eine Woche nach Tschechien gefahren. Unser Plan war eigentlich ziemlich simpel: ein schönes, modernes Wellnesshotel, ein bisschen wandern, gut essen und vor allem runterkommen.

Keine Bucketlist, die wir abarbeiten mussten. Keine Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt sehen wollten. Einfach ein paar Tage raus aus dem Alltag.

Dass aus dieser entspannten Wellness-Auszeit am Ende unter anderem eine 30-Kilometer-Wanderung durch das Riesengebirge werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen.

Und genau das ist irgendwie typisch für uns.

Harrachov im Riesengebirge: Entspannte Auszeit nur vier Stunden von Deutschland entfernt

Harrachov liegt im Norden Tschechiens direkt am Rand des Riesengebirges und ist von Deutschland aus mit dem Auto überraschend schnell erreichbar.

Wir sind selbst mit dem Auto angereist und waren ungefähr vier Stunden unterwegs. Für einen Kurzurlaub oder eine spontane Auszeit ist die Region deshalb wirklich praktisch.

Unser Ziel war vor allem Erholung.

Wir hatten uns ein kleines, modernes Wellnesshotel ausgesucht, das im Vergleich zu vielen Unterkünften in den klassischen Alpenregionen erstaunlich günstig war. Unser Zimmer war modern eingerichtet, das Essen war gut und besonders schön war der Wellnessbereich.

Die Sauna hatte sogar einen direkten Blick auf die Skipiste.

Da wir im Oktober und damit außerhalb der Wintersaison dort waren, war im Hotel außerdem kaum etwas los. Teilweise hatten wir das Gefühl, den Wellnessbereich fast für uns alleine zu haben.

Genau das hatte ich mir unter einer Auszeit vorgestellt.

Und trotzdem waren wir fast jeden Tag unterwegs.

Ich merke mittlerweile, dass meine Reisen eigentlich fast immer aktiv sind. Strandurlaub, bei dem ich eine Woche lang nur auf einer Liege liege, ist einfach nicht so mein Ding.

Ich brauche Bewegung.

Und am liebsten verbinde ich sie mit Natur, gutem Essen und ein bisschen Wellness.

Harrachov hat dafür überraschend gut funktioniert.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Mit der Seilbahn ins Riesengebirge

Am ersten Tag wollten wir es trotzdem ruhig angehen lassen.

Eine der bekanntesten Attraktionen in Harrachov ist die Seilbahn, die direkt im Ort startet. Also entschieden wir uns, einfach einmal hochzufahren und anschließend zu Fuß wieder zurückzugehen.

Ein ziemlich guter Plan – zumindest theoretisch.

Oben angekommen, wurden wir direkt mit einer wunderschönen Herbstlandschaft belohnt. Im Oktober hatte sich das Laub bereits goldgelb verfärbt und überall im Wald entdeckten wir Pilze.

Wir sammelten einige davon und nahmen sie mit zurück ins Hotel, wo wir sie später in unserem Zimmer zum Trocknen auslegten.

Ein bisschen ungewöhnlich, aber irgendwie gehörte genau das zu unserer Reise.

Auf dem Weg nach unten entdeckten wir außerdem einen Regenbogen.

Und irgendwann verloren wir natürlich den Weg.

Wir liefen querfeldein und waren irgendwann nicht mehr ganz sicher, ob wir überhaupt noch auf einem offiziellen Wanderweg unterwegs waren.

Aber gut: Wir kamen wieder unten an.

Und genau deshalb würde ich diesen Tag auch nicht als Wanderung im klassischen Sinne bezeichnen. Es war eher unser erster kleiner Vorgeschmack darauf, dass wir in dieser Woche vielleicht nicht immer ganz nach Plan unterwegs sein würden.

Am Abend blieben wir im Hotel und aßen dort zu Abend.

Böhmische Küche, ein gemütliches Hotel und danach Sauna – für den ersten Urlaubstag konnte es schlechter laufen.

Ausflug von Harrachov Richtung Polen: Shopping und ein Wasserfall im Wald

Am nächsten Tag wollten wir etwas mehr von der Umgebung sehen.

Wir fuhren mit dem Auto Richtung Polen und verbanden den Ausflug kurzerhand mit einem Shoppingtrip.

Auf dem Rückweg machten wir spontan noch einen Stopp an einem Wasserfall, der mitten im Wald lag.

Vom Parkplatz aus führte ein Weg ungefähr eine halbe Stunde durch den Wald bis zur Wasserfallanlage. Für das Parken mussten wir eine kleine Gebühr bezahlen.

Schon am Weg dorthin merkte man, dass der Wasserfall eine beliebte Ausflugsattraktion in der Region ist. Vor Ort gab es sogar einen kleinen Imbiss, an dem man sich hinsetzen und etwas essen oder trinken konnte.

Nach dem Shopping war dieser spontane Zwischenstopp eigentlich genau das Richtige.

Wir schauten uns den Wasserfall an, liefen anschließend zurück zum Auto und fuhren wieder nach Harrachov.

Abends ging es diesmal nicht ins Hotelrestaurant, sondern in eine kleine Kneipe im Ort.

Und daraus wurde kurzerhand unsere Stammkneipe für den Rest des Aufenthalts.

Felsenstadt Adršpach: Ein Must-See im Riesengebirge

Am nächsten Tag stand für mich eines der schönsten Ausflugsziele unserer Reise auf dem Programm: die Felsenstadt Adršpach.

Wenn du im Riesengebirge unterwegs bist, würde ich diesen Ausflug definitiv einplanen.

Die Felsenstadt ist eine beeindruckende Landschaft aus riesigen Sandsteinformationen, schmalen Wegen und natürlichen Felsentoren. Durch die Felsen führt ein gut ausgebauter Rundweg, sodass man die Anlage entspannt erkunden kann.

Der Eintritt kostet zwar etwas, aber für die gepflegte Anlage und die besondere Landschaft lohnt sich das meiner Meinung nach absolut.

Besonders schön war bei uns der Zeitpunkt.

Wir waren Mitte Oktober dort und hatten Glück mit dem Wetter. Es war sonnig, das Laub hatte sich bereits goldgelb verfärbt und gleichzeitig waren nur wenige Besucher unterwegs.

Dadurch wirkte die gesamte Felsenstadt unglaublich ruhig.

Der See in der Felsenstadt: Herbstlandschaft wie in den Canadian Rockies

Auf dem Rundweg kommt man außerdem an einem See vorbei.

Und genau dort hatte ich einen dieser Momente, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Die Sonne schien, die Bäume rund um den See leuchteten in den unterschiedlichsten Herbstfarben und das Wasser war so ruhig und klar, dass sich die komplette Landschaft darin spiegelte.

Ich hatte tatsächlich kurz das Gefühl, irgendwo in den Canadian Rockies zu stehen.

Auf meinem Foto ist eine Ente auf dem Wasser zu sehen, während sich die goldenen Bäume dahinter spiegeln.

Das Bild gehört bis heute zu meinen liebsten Erinnerungen an diese Reise.

Die Felsenstadt Adršpach war für mich deshalb nicht einfach nur ein weiterer Punkt auf unserer Ausflugsliste, sondern wirklich einer der schönsten Orte, die wir während der Woche gesehen haben.

Mummelfall in Harrachov: Wandern und Wellness perfekt kombiniert

Am 16. Oktober wollten wir es wieder etwas ruhiger angehen lassen.

Der Mummelfall, beziehungsweise Mumlavský vodopád, liegt direkt bei Harrachov und lässt sich von vielen Unterkünften im Ort problemlos zu Fuß erreichen.

Von unserem Hotel aus war der Weg eher ein Spaziergang als eine richtige Wanderung.

Wir liefen durch den Herbstwald zum Wasserfall, genossen die Natur und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

Genau solche kleinen Wanderungen fand ich an Harrachov so angenehm.

Man muss nicht jedes Mal einen ganzen Tag unterwegs sein. Viele Sehenswürdigkeiten und Wanderwege liegen direkt vor der Haustür.

Und danach wartet im besten Fall die Sauna.

Wellness in Harrachov: Sauna, Massage und eine kleine kreative Pause

Nach dem Spaziergang zum Mummelfall gönnten wir uns noch etwas Besonderes:

eine Massage.

Wir entschieden uns für eine Fußmassage und eine klassische Massage.

Und genau das war einer der Vorteile unseres Aufenthalts in Harrachov: Wellnessanwendungen waren im Vergleich zu Deutschland und vielen bekannten Wellnessregionen relativ günstig, sodass man sich so etwas auch spontan gönnen konnte.

Die Massage war unglaublich wohltuend.

Anschließend ging es natürlich wieder in die Sauna.

An den meisten Abenden gehörte die Sauna zu unserem festen Tagesprogramm. Nur nach unserer großen Wanderung am nächsten Tag waren wir dafür definitiv zu müde.

An einem weiteren Nachmittag wurden wir außerdem kreativ und gestalteten unsere eigenen Gläser.

Wir haben unsere eigenen Aperol- und Lele-Gläser bemalt.

Es war eigentlich nur eine kleine Beschäftigung für zwischendurch, aber genau solche Dinge machen für mich eine gelungene Auszeit aus: Man muss nicht ständig etwas unternehmen.

Man kann auch einfach mal einen Nachmittag im Hotel verbringen.

Wandern im Riesengebirge: Unsere völlig ungeplante 30-Kilometer-Tour

Und dann kam der 17. Oktober.

Der Tag, an dem aus unserer entspannten Wellnessreise plötzlich eine ziemlich ambitionierte Wanderung wurde.

Wir wollten unbedingt den Pančavský vodopád sehen – den höchsten Wasserfall Tschechiens.

Der Wasserfall liegt im Riesengebirge im Gebiet des Nationalparks und ist von Harrachov aus nicht gerade um die Ecke.

Unser Navi zeigte ungefähr zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto an.

Wir schauten auf die Entfernung und dachten:

„Das sind doch nur ungefähr 15 Kilometer.“

Also beschlossen wir kurzerhand:

Wir laufen.

Rückblickend war das vermutlich nicht unsere cleverste Entscheidung.

Wir hatten zwar Wanderschuhe an, aber ansonsten waren wir alles andere als professionell für eine solche Tour vorbereitet.

Wir hatten eine kleine Flasche Wasser dabei.

Ein Hanuta.

Und natürlich meine Kamera.

Die Kamera war mir wichtig.

Wasser offenbar weniger.

Außerdem hatten wir die Karte nicht offline gespeichert.

Kein Empfang.

Keine vernünftige Vorbereitung.

Aber dafür jede Menge Motivation.

Pančavský vodopád: Wenn Google Maps plötzlich keine gute Idee mehr ist

Wir starteten morgens voller Elan.

Der Weg führte zunächst wieder am Mummelfall vorbei und anschließend immer weiter bergauf.

Es war kein besonders steiler Anstieg, aber es ging wirklich dauerhaft nach oben.

Irgendwann waren wir schon ziemlich genervt.

Und dann kamen wir immer weiter ins Nirgendwo.

Die Menschen wurden weniger.

Der Empfang verschwand.

Und irgendwann begegneten uns überhaupt keine anderen Wanderer mehr.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir auf der gesamten Strecke vielleicht acht Menschen gesehen.

Und die meisten davon waren tatsächlich erst in der Nähe des Wasserfalls.

Irgendwann kamen wir an eine Weggabelung.

Auf der Karte sah es für uns allerdings nicht nach zwei Wegen aus.

Ein Weg führte leicht bergab.

Der andere geradeaus.

Da wir keinen Empfang hatten und die Karte nicht offline gespeichert war, konnten wir nicht überprüfen, welcher Weg der richtige war.

Also liefen wir geradeaus.

Natürlich.

Und natürlich war das falsch.

Durch den Sumpf statt über die Brücke

Google Maps hatte inzwischen einen ganz eigenen Plan für uns.

Laut Navi sollten wir einfach noch ungefähr 20 Meter geradeaus laufen und dann wieder auf den richtigen Weg kommen.

Das Problem:

Vor uns lag ein Sumpf.

Und dahinter ein ziemlich steiler Hang.

Der Hang war voller Brombeeren, umgestürzter Bäume, Baumstümpfe und Äste.

Also im Grunde einfach Wald.

Nur nicht der Wald, durch den man gemütlich spazieren möchte.

Unsere Wanderschuhe waren zwar vorhanden, aber definitiv nicht dafür gemacht, durch einen Sumpf zu stapfen.

An dieser Stelle mussten wir beide erst einmal ziemlich durchatmen.

Denn inzwischen war uns klar:

Der eigentliche Weg war gar nicht so weit entfernt.

Wir hätten an der Gabelung einfach den Weg links bergab nehmen müssen. Dort hätte eine Brücke über das Wasser geführt und wir wären anschließend problemlos auf dem richtigen Wanderweg gelandet.

Stattdessen standen wir nun im Sumpf.

Wir waren genervt, hatten keinen Empfang und waren irgendwo mitten im Wald.

Kurz gesagt:

Wir hatten beide einen kleinen Nervenzusammenbruch.

Und ganz ehrlich: In diesem Moment war das auch absolut verständlich.

Denn wenn dort tatsächlich etwas passiert wäre, hätten wir ein echtes Problem gehabt.

Kein Netz.

Kaum Menschen.

Und Harrachov war ziemlich weit entfernt.

Unüberlegt war die Tour definitiv.

Aber abbrechen wollten wir trotzdem nicht.

Also kämpften wir uns durch Sumpf und Wald, kletterten den Hang hinauf und schafften es irgendwann tatsächlich zurück auf den richtigen Weg.

Und dann ging es weiter.

Der höchste Wasserfall Tschechiens: Pančavský vodopád

Nach diesem kleinen Abenteuer erreichten wir schließlich den Nationalpark und kamen irgendwann am Pančavský vodopád an.

Und plötzlich war der ganze Ärger vergessen.

Der Pančavský vodopád ist mit rund 148 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Tschechiens.

Wir konnten ihn allerdings nur von oben beziehungsweise seitlich betrachten.

Eine Drohne hatten wir natürlich nicht dabei – obwohl ich rückblickend wirklich gerne eine Aufnahme von oben gehabt hätte.

Trotzdem war der Anblick beeindruckend.

Nach ungefähr 15 Kilometern Hinweg machten wir dort eine kurze Pause, aßen unser Hanuta und tranken etwas.

Und dann kam der Moment, in dem wir uns eingestehen mussten:

Wir müssen zurück.

Es war Oktober.

Und damit wurde es am Nachmittag ziemlich schnell dunkel.

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Diesmal natürlich über die Brücke.

Man lernt ja dazu.

30 Kilometer Wandern im Riesengebirge: Unser längster Tag in Harrachov

Der Rückweg zog sich.

Wir liefen wieder durch den Nationalpark, anschließend den Weg zurück Richtung Harrachov und irgendwann kamen wir wieder in der Nähe des Mummelfalls an.

Es war inzwischen ungefähr fünf oder sechs Uhr am Nachmittag.

Und langsam wurde es dunkel.

Am Ende hatten wir an diesem Tag rund 30 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und ungefähr 40.000 Schritte gesammelt.

Für einen Tag, an dem wir morgens mit einem Hanuta und einer kleinen Flasche Wasser losgelaufen waren, gar nicht so schlecht.

War es anstrengend?

Oh ja.

Teilweise richtig.

Irgendwann läuft man einfach nur noch.

Man denkt nicht mehr darüber nach, ob die Füße wehtun oder wie viele Kilometer noch fehlen.

Man läuft.

Und läuft.

Und läuft.

Trotzdem fühlte es sich am Ende unglaublich gut an.

Als wir endlich unsere Stammkneipe erreichten, gingen wir sogar noch in voller Wanderkleidung hinein und aßen dort zu Abend.

Danach wollten wir eigentlich nur noch zurück ins Hotel, duschen und ins Bett.

Und trotzdem würde ich diese Wanderung heute tatsächlich wieder machen.

Nur mit einer Offline-Karte.

Mehr Wasser.

Und vielleicht ein bisschen besserer Vorbereitung.

Wellness nach der Wanderung: Warum wir trotzdem kaum Muskelkater hatten

Das Verrückte war:

Am nächsten Morgen hatten wir kaum Muskelkater.

Vielleicht lag es an der Massage am Vortag.

Vielleicht an den regelmäßigen Saunagängen.

Oder vielleicht waren wir einfach fitter, als wir dachten.

Unser Wellnesshotel war jedenfalls die perfekte Ergänzung zu den aktiven Tagen.

Bis auf den großen Wandertag waren wir eigentlich jeden Abend in der Sauna.

Nach einem langen Tag draußen in der Kälte in der Sauna zu sitzen und dabei auf die Skipiste zu schauen, war genau das, was wir nach unseren Wanderungen gebraucht haben.

Und genau diese Kombination aus Bewegung und Erholung hat mir an Harrachov besonders gut gefallen.

Harrachov im Oktober: Warum sich der Herbst für das Riesengebirge lohnt

Ich war im Oktober in Harrachov – und für mich war das eine richtig schöne Reisezeit.

Das Riesengebirge zeigt sich im Herbst von einer ganz anderen Seite.

Die Wälder färben sich goldgelb, die Temperaturen sind angenehm kühl zum Wandern und gleichzeitig ist deutlich weniger los als in der Hauptsaison.

Gerade an der Felsenstadt Adršpach haben wir davon profitiert.

Auch unser Hotel war aufgrund der Nebensaison sehr ruhig.

Wer also nicht unbedingt Schnee und Skifahren sucht, sondern Wandern, Wellness und Natur miteinander verbinden möchte, sollte den Herbst definitiv in Betracht ziehen.

Skifahren in Harrachov: Für Anfänger und Familien besonders interessant

Harrachov ist nicht nur ein Ziel für Wanderer und Wellnessurlauber.

Der Ort ist vor allem als Wintersportort bekannt.

Das Skigebiet ist meiner Meinung nach besonders für Anfänger und Familien interessant.

Wer riesige Skigebiete mit anspruchsvollen schwarzen Pisten und kilometerlangen Abfahrten sucht, wird in den österreichischen Alpen sicherlich mehr Auswahl finden.

Für Anfänger, Kinder und alle, die entspannt ein paar Tage Ski fahren möchten, bietet Harrachov aber eine angenehme Alternative.

Eine weitere bekannte Attraktion des Ortes ist die Skisprungschanze von Harrachov, die schon von Weitem auffällt und zum Ortsbild gehört.

Harrachov Sehenswürdigkeiten: Meine persönlichen Empfehlungen

Wenn du einen Urlaub in Harrachov planst, würde ich diese Erlebnisse auf meine persönliche Liste setzen:

  • Mumlavský vodopád / Mummelfall – leicht erreichbar und perfekt für einen Spaziergang
  • Felsenstadt Adršpach – für mich ein absolutes Muss
  • Pančavský vodopád – spektakulär, aber nur mit guter Planung und passender Wanderroute
  • Seilbahn in Harrachov – ideal, wenn man schnell Höhenmeter überwinden möchte
  • Skisprungschanze Harrachov – eine interessante Sehenswürdigkeit direkt im Ort
  • Wanderungen durch das Riesengebirge – besonders schön im Herbst
  • Wellness und Sauna – perfekt als Ausgleich nach aktiven Tagen


Wie viele Tage braucht man für Harrachov?

Für Harrachov würde ich mindestens vier bis fünf Tage einplanen.

Wir waren knapp eine Woche dort und fanden diese Zeit perfekt.

So konnten wir verschiedene Wanderungen unternehmen, einen größeren Ausflug zur Felsenstadt machen und trotzdem genügend Zeit für Wellness und Erholung einplanen.

Gerade wenn du Harrachov mit Wellness und Wandern verbinden möchtest, würde ich nicht versuchen, jeden Tag komplett durchzuplanen.

Ein aktiver Tag.

Ein ruhiger Tag.

Vielleicht ein Ausflug.

Und dazwischen Sauna, gutes Essen und einfach mal nichts tun.

Genau dafür eignet sich die Region meiner Meinung nach besonders gut.
 

Mein Fazit: Harrachov ist perfekt für eine aktive Auszeit

Harrachov stand 2024 definitiv nicht auf meiner Bucketlist.

Und vielleicht war genau das das Schöne daran.

Ich hatte keine großen Erwartungen und wollte eigentlich nur ein paar Tage abschalten.

Am Ende habe ich eine Woche voller kleiner Abenteuer erlebt: Wir sind mit der Seilbahn gefahren, haben uns im Wald verlaufen, Pilze gesammelt, einen Regenbogen entdeckt, die Felsenstadt Adršpach erkundet, sind zum Mummelfall gelaufen und haben spontan eine 30-Kilometer-Wanderung zum höchsten Wasserfall Tschechiens daraus gemacht.

Dazu kamen Sauna, Massagen, gutes Essen und ein Hotel, das für vergleichsweise wenig Geld wirklich viel geboten hat.

Harrachov ist vielleicht nicht der Ort für den großen Luxusurlaub.

Aber genau das muss er auch gar nicht sein.

Für mich war es eher Back to the roots.

Natur statt Programm.

Bewegung statt Liegestuhl.

Sauna statt Party.

Und abends eine kleine Kneipe im Ort statt schickem Restaurant.

Wer einen günstigen Urlaub im Riesengebirge sucht und dabei Wandern, Wellness und Natur verbinden möchte, sollte Harrachov meiner Meinung nach definitiv auf dem Schirm haben.

Ich würde jederzeit wiederkommen.

Vielleicht beim nächsten Mal sogar mit einer heruntergeladenen Offline-Karte.

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Sardinien im Frühling

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen u
Christiane Seliger
01.09.2026
5 min Lesezeit

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat

Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.

Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.

Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.

Ein Tag im La-Maddalena-Archipel

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.

Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.

Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.

Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.

Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.

Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.

Großer Fehler.

Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.

Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.

https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)

Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick

Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.

Unser erstes Ziel war Posada.

Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.

Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.

Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.

Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.

Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.

Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.

Unser Zuhause zwischen den Bergen

Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.

Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.

Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.

Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.

Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.

Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause

Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.

Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.

Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.

Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.

Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.

Tja.

Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.

Also liefen wir einfach los.

Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.

Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.

Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.

Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.

Bereut habe ich es trotzdem nicht.

Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.

Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.

https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)

Das verlassene Dorf Gairo Vecchio

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.

Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.

Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.

Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.

Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.

Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Entspannte Tage im Süden Sardiniens

Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.

Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.

Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.

Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.

Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.

Nur eines fehlte ständig.

Eine geöffnete Post.

Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.

Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.

Auch das gehört eben zu Italien.

Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.

Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.

Abschied in Cagliari

Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.

Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.

Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.

Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.

Typisch.

Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.

Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:

Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.

Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus

Sardinien hat mich überrascht.

Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.

Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.

Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.

Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.

Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.

Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.

Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.

Italien

Italien - Zwischen Neapel und Rom, wo meine Liebe zum Reisen begonnen hat

Es gibt Reisen, die man macht, weil sie auf einer Bucketlist stehen. Und es gibt Reisen, die etwas verändern. Italien gehört für mich zu Letzteren. Ich kann gar nicht genau sagen, wann diese Verbindung entstanden ist. Irgendwann war da einfach dieses
Christiane Seliger
01.09.2026
5 min Lesezeit

Es gibt Reisen, die man macht, weil sie auf einer Bucketlist stehen. Und es gibt Reisen, die etwas verändern.

Italien gehört für mich zu Letzteren.

Ich kann gar nicht genau sagen, wann diese Verbindung entstanden ist. Irgendwann war da einfach dieses Gefühl: Italien zieht mich an. Die Toskana, die Küste, das Essen, die Sprache - all das hat in mir schon lange etwas ausgelöst, bevor ich überhaupt dort war.

Heute versuche ich sogar, ein Stück dieses Lebensgefühls in meinen Alltag zu integrieren. Durch die Art, wie ich esse, wie ich meinen Tag gestalte oder wie ich Dinge wahrnehme. Aber der eigentliche Beginn dieser Verbindung liegt in einer Reise, die ich 2023 gemacht habe.

Der Anfang: Ein Hotelgutschein und eine spontane Entscheidung

Es war eine Zeit nach Corona, in der vieles wieder möglich wurde und Reisen sich langsam wieder normal anfühlten. Ich hatte einen Hotelgutschein, flexibel einlösbar in vielen Ländern. Eigentlich hätte es überall hingehen können. Am Ende habe ich mich ganz bewusst für Italien entschieden.

Nicht für einen klassischen Badeurlaub. Nicht für einen Luxusaufenthalt. Sondern für eine Route, die mich neugierig gemacht hat: Neapel, Amalfiküste und Rom. Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung.

Neapel - erster Abend, erster Überblick, erstes Gefühl von Italien

Wir sind in Neapel bzw. genauer gesagt in der Region Cassino angekommen und hatten dort im Best Western Rocca unser Basislager für die ersten Tage. Von dort aus haben wir die Umgebung mit dem Mietwagen erkundet.

Der erste Tag war noch ruhig - aber der erste Abend hat direkt etwas in mir verändert.

Nach dem Check-in und einem kurzen Besuch im nahegelegenen Freibad sind wir später am Abend einfach losgefahren, ohne konkreten Plan, nur um unsere Umgebung kennenzulernen. Wir sind irgendwo hochgefahren, auf eine Anhöhe mit Aussicht. In der Nähe war vermutlich eine Gedenkstätte oder ein historisches Gebäude - ganz genau kann ich es heute nicht mehr sagen. Aber das spielt auch keine Rolle. Was zählt, ist dieser Moment.

Die Sonne ist langsam untergegangen und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich in Italien angekommen. Kein Sightseeing. Kein Programm. Nur dieser Blick, dieses Licht, diese Stimmung. Ein erster Überblick über unsere neue Umgebung - und gleichzeitig der Beginn einer Reise, die viel mehr werden sollte als nur Urlaub.

Paestum - wo Geschichte plötzlich greifbar wird 

Am nächsten Tag ging es nach Paestum, einer archäologischen Stätte mit beeindruckenden antiken Tempeln. Wir sind dort ohne Guide durchgelaufen, einfach durch die Anlage geschlendert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen. 

Es war heiß, ruhig und gleichzeit unglaublich eindrucksvoll. Zwischendurch ein Gelato, alte Steine, Sonne auf der Haut - genau diese Mischung macht Italien für mich aus.

Der Vesuv bei goldener Stunde und Pompeji im Morgentakt

Einer der intensivsten Tage begann früh in Pompeji. Wir waren direkt morgens dort, als die Anlage noch vergleichsweise leer war. Stundenlang sind wir durch die Straßen dieser antiken Stadt gelaufen. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, an einem Ort zu stehen, der so viel Geschichte in sich trägt. Am Nachmittag haben wir eine Pause eingelegt, etwas gegessen und uns dann auf den Weg Richtung Vesuv gemacht. Der Aufstieg zum Vesuv ist überraschend unkompliziert. Man kann relativ weit mit dem Auto hinauffahren und läuft dann nur noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten bis zum Kraterrand. Der Weg ist gut ausgebaut, breit und leicht zu gehen - anders, als viele es erwarten würden. Oben angekommen war es einer dieser Momente die sich einprägen.

Nicht ganz Sonnenuntergang, aber goldene Stunde über dem Golf von Neapel. Die Landschaft, das Licht, die Weite - einfach magisch.

Amalfiküste - Zitroneneis, Chaos und Umwege

Die Amalfiküste hat uns auf ihre ganz eigene Weise eingefangen. Mit viel Verkehr. Sehr viel Verkehr. 

Ich habe es geschafft, mich mehrfach an denselben Mautstaionen zu verfahren und bin zweimal wieder dort gelandet, wo ich bereits gewesen war. Am Ende bedeutete das: dreimal Maut zahlen und eine kleine Lektion in italienischer Straßenlogik. An der Küste selbst sind wir am Ende gar nicht richtig angekommen. Stattdessen haben wir oberhalb gehalten, Zitroneneis gegessen und einfach die Aussicht genossen. Nicht alles muss perfekt geplant sein, um in Erinnerung zu bleiben. Und was ich damals noch nicht wusste - ich sollte 3 Jahre später in einem kleinen, nieldichen Boutiquehotel direkt in Positano einchecken und die Amalfiküste auf ganz entspannte Weise kennenlernen.

Rom - die Stadt, die man zu Fuß versteht

Nach Neapel ging es weiter nach Rom. Dort haben wir den Mietwagen abgegeben und die Stadt komplett zu Fuß erkundet. Rom ist keine Stadt, die man einfach “besichtigt”.

Rom erlebt man.

Früh morgens standen wir am Petersdom, noch bevor die großen Menschenmassen da waren. Ohne Wartezeit sind wir direkt zur Kuppel aufgestiegen - sportlich über die Treppen, aber absolut lohnenswert. Oben hatten wir einen Moment lang das Gefühl, die Stadt gehört uns allein. Kurz danach war der Platz komplett überfüllt. Dieser Kontrast ist Rom. 

Am Nachmittag folgten Kolosseum und Forum Romanum - enspannt, mit festen Zeitfenstern und ohne Stress. Dazwischen sind wir einfach durch die Stadt gelaufen: Spanische Treppen, kleine Cafés, enge Gassen und dieses Gefühl, dass Geschichte hier nicht hinter Glas steckt, sondern mitten im Alltag lebt. 

Der Trevi-Brunnen war damals noch frei zugänglich. Nachts dort zu stehen, eine Münze hineinzuwerfen und diesen Moment mitzunehmen, war etwas ganz Besonderes.

Was Italien wirklich mit mir gemacht hat

Diese Reise war für mich mehr als eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Sie war der Beginn eines Gefühls. Italien hat mir eine Form von Leichtigkeit gezeigt, die ich vorher so nicht kannte. Dieses draußen sein, dieses Essen, die Lebensfreude, diese Wärme, diese Art zu leben. Ich war selten so entspannt wie in diesen Tagen. Und genau deshalb ist Italien für mich bis heute kein Urlaubsziel. Sondern ein Lebensgefühl.

Rückblickend war diese Reise der Startpunkt meiner Verbidnung zu Italien. Neapel mit seinem Chaos und seinen Momenten. 

Der Vesuv mit seiner Ruhe über den Wolken.

Und Rom, das alles zusammenführt.

Es war nicht perfekt geplant. Es war nicht perfekt organisiert.

Aber genau deshalb war es perfekt.

Ausflüge Rom: 

Ausflüge Golf von Neapel:

Griechenland

Griechenland

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen
Christiane Seliger
01.09.2026
5 min Lesezeit

Kreta im Hochsommer – zwischen 40 Grad, Spinalonga und einem Segeltörn bei Sonnenuntergang

Manchmal sind es nicht die Reisen, auf denen man möglichst viel sieht, die einem besonders in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es genau die Urlaube, in denen man einen Gang zurückschaltet, spontan umplant und sich einfach dem Rhythmus des Reiseziels anpasst.

So ging es mir auf Kreta.

Vor zwei Jahren verbrachte ich gemeinsam mit einer Freundin eine Woche auf der größten griechischen Insel. Anfang Juni klingt zunächst nach perfektem Sommerurlaub. Was wir allerdings nicht erwartet hatten: Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Und ich kann euch sagen: Für die Einheimischen mag das vielleicht ein normaler Sommertag sein. Für uns Thüringer war es schlichtweg brutal heiß.

Schon am ersten Urlaubstag wurde uns das ziemlich deutlich vor Augen geführt. Während ich noch versuchte, möglichst viel Schatten zu finden, machte es sich Vanessa mit einem Buch am Pool gemütlich. Mit Sonnenhut zwar – aber eben trotzdem mehrere Stunden in der prallen Sonne.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Sie war anschließend so verbrannt, dass wir die nächsten Tage regelmäßig Aloe Vera nachlegen mussten.

Rückblickend können wir darüber lachen. In dem Moment war es allerdings eher weniger lustig.

Ankommen, abschalten und den Sommer genießen

Unser Hotel lag direkt am Strand in Ammoudara und war genau das Richtige für diese Reise.

Pool, Meerblick, entspannte Atmosphäre und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Einige Zimmer verfügten sogar über private Pools. Wir selbst hatten einen schönen Bereich im Nebengebäude und konnten dort wunderbar entspannen.

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, verbrachten wir die Abende meist in den Tavernen und Bars der Umgebung. Zu dieser Zeit lief außerdem die Fußball-Europameisterschaft, sodass wir viele Abende beim Public Viewing verbrachten, griechisches Essen genossen und einfach das Urlaubsleben auf uns wirken ließen.

Und ehrlich gesagt: Bei 40 Grad Außentemperatur war das manchmal ohnehin die vernünftigste Entscheidung.

Spinalonga – ein Stück bewegende Geschichte

Einer der Ausflüge, die wir trotz der Hitze unbedingt machen wollten, führte uns nach Elounda.

Von dort aus ging es mit der Fähre zur kleinen Insel Spinalonga.

Allein die Überfahrt war bereits wunderschön. Das tiefblaue Meer, die Küste Kretas im Hintergrund und die Vorfreude auf das, was uns erwartete.

Spinalonga ist weit mehr als nur eine kleine Insel. Viele kennen sie als ehemalige Leprakolonie, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Während man durch die alten Gassen läuft, die verlassenen Gebäude sieht und die Geschichte dieses Ortes auf sich wirken lässt, bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben dort früher gewesen sein muss.

Wir haben bewusst auf eine geführte Tour verzichtet und die Insel auf eigene Faust erkundet. Genau das hat mir persönlich sehr gefallen. Man konnte sich Zeit lassen, stehen bleiben, die Atmosphäre aufnehmen und sich die Geschichte in seinem eigenen Tempo erschließen.

Für mich gehört Spinalonga definitiv zu den Ausflügen, die man auf Kreta nicht verpassen sollte.

Wer keinen Mietwagen nutzen möchte, findet zahlreiche organisierte Touren mit Hotelabholung. Wir selbst sind mit dem Mietwagen nach Elounda gefahren und haben die Fähre direkt vor Ort genommen.

Palm Beach – manchmal ist Aufgeben die klügere Entscheidung

Eigentlich wollten wir während unseres Aufenthalts noch deutlich mehr sehen.

Der berühmte Palmenstrand von Vai stand ganz oben auf unserer Liste.

Also stiegen wir eines Tages ins Auto und machten uns auf den Weg.

Was wir dabei allerdings unterschätzt hatten, waren die Entfernungen auf Kreta.

Die Insel ist deutlich größer und bergiger, als viele vermuten. Die Straßen sind zwar gut ausgebaut, führen aber oft durch Serpentinen, vorbei an Olivenhainen und durch die beeindruckende Berglandschaft der Insel.

Google Maps war dabei regelmäßig optimistischer als die Realität.

Als wir schließlich am Parkplatz oberhalb des Palmenstrandes ankamen, hatten wir bereits einige Stunden Fahrt hinter uns.

Von dort führte ein Weg hinunter zum Strand.

Das Problem?

40 Grad. Mittagssonne. Keine Kopfbedeckung. Kein Wasser. Und natürlich wieder Flipflops.

Heute frage ich mich selbst, was genau unser Plan gewesen ist.

Wir liefen ein Stück des Weges hinunter, blickten auf die wunderschöne Bucht mit den Palmen und trafen dann die vermutlich vernünftigste Entscheidung des Tages:

Wir drehten wieder um.

Der Ausblick von oben war wunderschön und hat uns vollkommen gereicht.

Rückblickend würde ich den Palmenstrand definitiv im Rahmen einer Bootstour besuchen. Viele Touren kombinieren verschiedene Buchten, Strände und Schnorchelstopps miteinander. Das ist deutlich entspannter und man kann die Landschaft genießen, ohne bei 40 Grad einen Berg hinunter- und wieder hinaufzulaufen.

Manchmal gehört zur Reiseerfahrung eben auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Plan umgesetzt werden muss.

Ein Segeltörn, der mehr war als nur ein Ausflug

Als wir am Abend wieder zurück in den Hafen segelten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Tag viel zu schnell vergangen war. Die Sonne ging langsam unter, das Meer wurde immer ruhiger und irgendwo zwischen türkisblauem Wasser, salziger Meeresluft und diesem Gefühl von Freiheit wusste ich: Das war einer dieser Urlaubstage, an die man sich noch Jahre später erinnert.

Und als wäre der Tag nicht ohnehin schon perfekt gewesen, hatte Carly – die Freundin unseres Skippers – noch einen Geheimtipp für uns.

Sie schwärmte von einem kleinen Crêpes-Stand in der Nähe des Hafens und meinte nur: „Wenn ihr hier seid, müsst ihr dort unbedingt einen Crêpe essen.“

Gesagt, getan.

Unser Transferfahrer wartete ohnehin noch auf uns und Carly organisierte kurzerhand, dass wir zuerst zum Crêpes-Stand gefahren wurden und anschließend zurück ins Hotel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem ohnehin schon perfekten Tag lag oder ob der Crêpe tatsächlich so gut war – wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Aber ich kann bis heute sagen: Es war einer der besten Crêpes, die ich jemals gegessen habe.

Manchmal sind es eben genau diese kleinen Momente, die eine Reise besonders machen.

Rethymno – das Griechenland, das ich gesucht hatte

Ein weiteres Highlight war für mich Rethymno.

Während unser Urlaubsort wunderschön am Meer lag und perfekt zum Entspannen war, fehlte mir dort manchmal dieses typische Griechenland-Gefühl, das man aus Filmen oder Postkarten kennt.

Rethymno hat mir genau das gegeben.

Die engen Gassen, die kleinen Tavernen, die bunten Häuserfassaden, die Geschäfte mit Olivenöl, Gewürzen und Souvenirs, dazu das warme Licht am Abend – plötzlich hatte ich genau dieses Gefühl, das ich mit Griechenland verbunden hatte.

Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen am Hafen entlang, aßen gemütlich zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Natürlich war es touristisch. Natürlich waren viele Menschen unterwegs.

Aber irgendwie fühlte es sich trotzdem authentisch an.

Vielleicht lag es daran, dass wir erst am Abend dort waren, als die größte Hitze vorbei war. Vielleicht lag es an der entspannten Stimmung. Vielleicht auch einfach daran, dass dieser Ort genau meinen Vorstellungen von Griechenland entsprach.

Jedenfalls war Rethymno einer dieser Orte, an die ich jederzeit zurückkehren würde.

Kreta bei 40 Grad – und trotzdem wunderschön

Rückblickend war dieser Urlaub ganz anders, als wir ihn ursprünglich geplant hatten.

Eigentlich wollten wir deutlich mehr von Kreta sehen. Elafonissi stand auf unserer Liste. Palm Beach stand auf unserer Liste. Noch mehr Ausflüge, noch mehr Strände und noch mehr Inselerkundungen.

Aber manchmal macht einem die Natur einfach einen Strich durch die Rechnung.

Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad war irgendwann klar, dass klassisches Sightseeing nicht mehr wirklich die beste Idee ist.

Also haben wir das gemacht, was in diesem Moment richtig war.

Wir haben entschleunigt.

Wir haben Zeit am Pool verbracht, Fußball-Europameisterschaft in der Bar geschaut, Cocktails getrunken, lange Gespräche geführt und einfach den Moment genossen.

Kleiner Einschub am Rande: Vanessa hat es tatsächlich geschafft, sich trotz Sonnencreme nach einer halben Stunde mit einem Buch im Pool ordentlich zu verbrennen. Manchmal hilft selbst die beste Vorbereitung einfach nicht weiter.

Und genau deshalb denke ich heute so gerne an diese Reise zurück.

Mein Fazit zu Kreta

Wenn man mich heute fragt, ob mich Griechenland genauso begeistert hat wie Italien, dann lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Italien wird für mich wahrscheinlich immer einen ganz besonderen Platz im Herzen haben.

Aber Kreta hat etwas anderes geschafft.

Kreta hat mich entschleunigt.

Der Segeltörn nach Dia Island, das Schnorcheln im türkisblauen Wasser, die warmen Sommerabende in Rethymno, die Überfahrt nach Spinalonga und dieses Gefühl, einfach mal nichts leisten zu müssen – all das hat mir eine Ruhe gegeben, die ich damals genau gebraucht habe.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise.

Griechenland muss man nicht abhaken, indem man möglichst viele Sehenswürdigkeiten besucht.

Griechenland muss man erleben.

Am besten vom Wasser aus.

Denn spätestens während unseres Segeltörns wurde mir klar, warum so viele Menschen von Inselhopping, Segelreisen und kleinen Bootstouren durch die Ägäis schwärmen.

Diese Inselwelt scheint genau dafür gemacht worden zu sein.

Von Insel zu Insel treiben, in kleinen Buchten ankern, im glasklaren Wasser schwimmen, gemeinsam essen und den Sonnenuntergang auf dem Meer erleben.

Es gibt Reiseerlebnisse, die man schwer beschreiben kann.

Und genau dazu gehört für mich Griechenland.

Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.

Sondern wegen dieses Gefühls von Freiheit, Leichtigkeit und Seelenfrieden, das zwischen Meer, Sonne und den griechischen Inseln ganz von selbst entsteht.

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