Riga im Winter

Die schönsten Sehenswürdigkeiten, Weihnachtsmarkt & Ausflug zum Berg der Kreuze
Lettland
Christiane Seliger
28.07.2026
5 min Lesezeit

Manchmal entstehen die schönsten Reisen völlig spontan. Genau so war es bei unserem Wintertrip nach Riga. Eigentlich wollten wir im Dezember einfach noch einmal für ein paar Tage dem Alltag entfliehen. Das Budget war überschaubar, wir hatten beide bereits einige Reisen hinter uns und suchten einfach nach einem Ziel, das wir beide noch nicht kannten. Bei der Recherche tauchte plötzlich Riga auf. Ein kurzer Blick auf die Sehenswürdigkeiten, der berühmte Berg der Kreuze und ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt - mehr brauchten wir eigentlich nicht. Wenige Minuten später waren die Flüge gebucht.

Riga gehört für mich zu den unterschätztesten Städtereisezielen Europas. Gerade zur Weihnachtszeit entfaltet die lettische Hauptstadt ihren ganze eigenen Charme. Verschneite Gassen, trockene Winterkälte, gemütliche Cafés und historische Gebäude sorgen für eine Atmosphäre, die man so nur selten erlebt. 

Anreise nach Riga - Direktflug ab Berlin

Wir sind direkt mit Ryanair von Berlin nach Riga geflogen. Der Flug dauert gerade einmal rund zwei Stunden und eignet sich deshalb perfekt für einen verlängerten Wochenendtrip oder einen fünftägigen Städtetrip.

Schon bei der Landung fiel uns auf, wie ruhig alles war. Kein hektisches Großstadtgefühl, sondern eine entspannte Atmosphäre. Genau das sollte sich während der gesamten Reise bestätigen. Für den Transfer vom Flughafen in die Innenstadt hatten wir vorab über Booking einen Shuttle gebucht. Das funktionierte problemlos und brachte uns direkt bis vor unser Hotel.

Unser Hotel in Riga

Unser Hotel lag sehr zentral. Gegenüber befand sich zwar gerade eine Baustelle, gestört hat uns das allerdings kaum. Dadurch konnten wir die Altstadt bequem zu Fuß erkunden und mussten nur selten auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.

Gerade im Winter empfand ich die zentrale Lage als großen Vorteil. Nach ein paar Stunden auf dem Weihnachtsmarkt oder einem längeren Spaziergang durch die verschneite Altstadt war man schnell wieder im Warmen. 

Fortbewegung in Riga - Mein Geheimtipp heißt Bolt

Wenn ich einen einzigen Tipp für Riga geben müsste, dann wäre es dieser: Ladet euch Bolt herunter. 

Während unseres Aufenthalts war Bolt unglaublich günstig. Viele Fahrten kosteten gerade einmal vier oder fünf Euro. Dadurch mussten wir überhaupt nicht überlegen, ob wir laufen oder fahren. Gerade im Winter, wenn es draußen dauerhaft unter null Grad hat, spart man sich damit einiges an Zeit und bleibt trotzdem flexibel. Für längere Strecken - beispielsweise nach Jurmala - haben wir dagegen den Zug genutzt. Auch das funktionierte überraschend unkompliziert.

Riga zur Weihnachtszeit - Eine Stadt voller Atmosphäre

Wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück. Statt Regen erwarteten uns angenehme Minusgrade von ungefähr fünf Grad. Die Kälte war trocken und dadurch wesenlich angenehmer als die feuchte Winterkälte, die man häufig aus Deutschland kennt. Dazu kamen verschneite Straßen, festlich geschmückte Häuser und überall kleine Lichterketten. Gerade abends wirkte Riga unglaublich gemütlich. Der Weihnachtsmakrt gehört zwar nicht zu den größten Europas, dafür aber definitiv zu den stimmungsvollsten. Zwischen den kleinen Holzhütten gab es regionales Kunsthandwerk, warme Getränke und jede Menge lettische Spezialitäten zu entdecken. Ich habe dort gefühlt jeden Abend Pelmeni gegessen - mal klassisch gekocht, mal angebraten und jedes Mal mit einer anderen Füllung. Wenn ihr gerne lokale Küche ausprobiert, seid ihr hier genau richtig. 

Gingerbread Glühwein & Black Balsam - Zwei Spezialitäten aus Lettland

Natürlich durfte auch der berühmte Gingerbread Glühwein nicht fehlen. Den haben wir direkt am ersten Abend auf dem Weihnachtsmarkt probiert. Geschmacklich erinnert er an flüssigen Lebkuchen - definitiv mal etwas anderes. Obwohl…. ganz ehrlich: Mein Fall war es nicht unbedingt. Am nächsten Morgen mussten wir früh zum Tagesausflug aufbrechen und mir ging es überhaupt nicht gut.

Deutlich überzeugender fand ich dagegen den berühmten Riga Black Balsam. Auf Empfehlung eines Freundes kauften wir gleich mehrere Flaschen als Mitbringsel. Der Kräuterlikör wir nach einem traditionellen Rezept aus zahlreichen Kräutern hergestellt und gilt in Lettland fast schon als Hausmittel gegen Erkältungen. Zu Hause habe ich ihn tatsächlich ausprobiert, als ich krank war - und ich muss sagen: Ganz ohne Wirkung war es definitiv nicht. 

Museum of Illusions – Perfekt für Regentage und Familien

Eines unserer Highlights in Riga war außerdem das Museum of Illusions.

Normalerweise bin ich bei solchen Museen eher skeptisch. Viele wirken nach kurzer Zeit ziemlich eintönig.

Dieses hier hat mich allerdings positiv überrascht.

Fast jede Station war interaktiv. Es gab Spiegelräume, optische Täuschungen und zahlreiche Fotomotive, bei denen man selbst Teil der Illusion wurde.

Gerade wenn ihr zu zweit oder mit Freunden unterwegs seid, macht das unglaublich viel Spaß.

Für Familien mit Kindern würde ich das Museum ebenfalls jederzeit empfehlen.

Eine Kerze im Dom von Riga

Wie auf vielen unserer Reisen durfte auch diesmal ein Besuch in einer Kirche nicht fehlen.

Wir sind durch den Dom von Riga geschlendert, haben uns ein wenig Zeit genommen und natürlich wieder eine Kerze angezündet.

Gerade in der Weihnachtszeit hatte dieser Ort noch einmal eine ganz besondere Stimmung. Draußen herrschte winterliches Treiben, drinnen war es ruhig und angenehm warm.

Solche kleinen Momente sind oft die, an die ich mich später am meisten erinnere.

Lohnt sich der Zentralmarkt?

Natürlich wollten wir auch den berühmten Zentralmarkt von Riga besuchen.

Ich hatte vorher ehrlich gesagt etwas anderes erwartet.

Gedanklich hatte ich eher die Foodhallen in Amsterdam im Kopf – mit vielen kleinen Ständen und frisch zubereiteten Gerichten.

Tatsächlich handelt es sich aber eher um einen klassischen Markt, auf dem überwiegend Einheimische einkaufen. Fleisch, Fisch, Gemüse und regionale Produkte stehen hier im Mittelpunkt.

Interessant war der Besuch auf jeden Fall, allein schon, um einen Einblick in den Alltag der Letten zu bekommen.

Ein absolutes Highlight war der Markt für mich persönlich allerdings nicht.

Der Berg der Kreuze – Der beeindruckendste Ausflug unserer Lettland-Reise

Wenn ihr während eurer Reise nach Riga nur einen einzigen Tagesausflug machen möchtet, dann sollte es definitiv der Berg der Kreuze sein.

Den Ausflug hatten wir bereits vor unserer Reise über GetYourGuide gebucht. Der große Vorteil: Der Transfer ab Riga war bereits inklusive. Wir wurden früh morgens direkt in der Innenstadt abgeholt und mussten uns um nichts kümmern.

https://gyg.me/on1EWQce 

Die Fahrt dauert zwar rund zwei Stunden pro Strecke, aber schon unterwegs hat sich der Ausflug gelohnt. Unser Fahrer sprach sehr gut Englisch und erzählte uns unglaublich viel über Lettland, die Geschichte des Landes und das Leben der Menschen dort. Dadurch verging die Zeit fast wie im Flug. Wir waren insgesamt nur zu dritt im Auto. Eine weitere Mitreisende aus unserer Gruppe verschlief allerdings fast die komplette Fahrt - umso mehr kontnen wir die spannenden Gespräche mit unserem Fahrer genießen.

Der Berg der Kreuze im Winter - Mystisch und unglaublich beeindruckend

Als wir ankamen, wusste ich sofort, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte.

Der gesamte Berg lag im Nebel. Dazu kam der frische Schnee, der überall zwischen den Millionen von Kreuzen lag. Die Atmosphäre war gleichzeitig ruhig, nachdenklich und irgendwie magisch.

Man steht dort zwischen unzähligen Kreuzen, die Menschen aus aller Welt im Laufe der Jahrzehnte aufgestellt haben. Unser Fahrer erzählte uns viel über die Geschichte dieses besonderen Ortes und erklärte, warum der Berg bis heute für viele Menschen ein Symbol für Hoffnung, Glauben und Freiheit ist.

Ich glaube, genau dieses Winterwetter hat den Moment noch einmal verstärkt. Bei Sonnenschein hätte der Ort sicherlich ebenfalls beeindruckt – aber dieser Nebel und die verschneite Landschaft haben dem Ganzen eine fast mystische Stimmung verliehen.

Für mich war das ohne Frage das Highlight der gesamten Reise.

Jurmala Beach - Ein kilometerlanger Sandstrand im Winter

An einem weiteren Tag wollten wir noch etwas mehr von Lettland entdecken und sind deshalb mit dem Zug nach Jurmala gefahren.

Die Tickets haben wir direkt am Bahnhof gekauft. Das war unkompliziert und günstig, außerdem erklärte uns die Mitarbeiterin direkt, wann unser letzter Zug zurück nach Riga fährt.

Schon die Zugfahrt war entspannt.

Am Strand angekommen erwartete uns ein komplett anderes Bild als man es normalerweise von einem Badeort kennt.

Statt Sonnenliegen und Badegästen lagen Schnee und Eis auf dem kilometerlangen Sandstrand.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hatte dieser Ort etwas ganz Besonderes.

Wir sind lange am Wasser entlang spaziert, haben die Ruhe genossen und uns vorgestellt, wie belebt der Strand wohl im Sommer sein muss.

Ich könnte mir gut vorstellen, Lettland irgendwann noch einmal in der warmen Jahreszeit zu besuchen.

Ein weiterer Tipp für den Sommer: Der Kemeri-Nationalpark

Leider fehlte uns während dieser Reise die Zeit für den Ķemeri-Nationalpark.

Eigentlich stand er auf unserer Liste, aber fünf Tage vergehen in Riga schneller als gedacht.

Wenn ich noch einmal nach Lettland reisen würde – vor allem im Sommer –, würde ich diesen Nationalpark definitiv mit einplanen. Besonders die bekannten Moorlandschaften und Holzstege sehen auf Bildern unglaublich schön aus und wären sicherlich eine tolle Ergänzung zu einem Städtetrip nach Riga.

Mein Fazit: Warum Riga für mich zu den unterschätztesten Reisezielen Europas gehört

Ganz ehrlich?

Diese Reise haben wir damals fast blind gebucht.

Wir wollten einfach noch einmal spontan im Dezember verreisen, hatten ein begrenztes Budget und suchten nach einer Stadt, die wir beide noch nicht kannten.

Dass daraus einer unserer schönsten Winter-Städtetrips werden würde, hätten wir vorher nie gedacht.

Riga hat genau die richtige Größe. Die Altstadt ist gemütlich, alles wirkt entspannt und gleichzeitig gibt es genug zu entdecken. Dazu kommen die verschneite Atmosphäre, der wunderschöne Weihnachtsmarkt, leckeres Essen und außergewöhnliche Ausflugsziele wie der Berg der Kreuze oder Jurmala.

Gerade zur Weihnachtszeit hat die Stadt einen ganz besonderen Charme, den ich so vorher überhaupt nicht erwartet hätte.

Wenn ihr auf der Suche nach einem Reiseziel seid, das noch nicht von Touristen überlaufen ist, dann kann ich euch Riga wirklich ans Herz legen.

Und falls ihr mich fragt, welches Erlebnis mir bis heute am meisten in Erinnerung geblieben ist?

Ganz klar der verschneite Berg der Kreuze.

Allein für diesen Moment würde ich jederzeit wieder nach Lettland reisen.

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Italien

Rom - die ewige Stadt

Rom und ich – das ist tatsächlich eine ganz besondere Geschichte. Schon bei meinem ersten Besuch im Jahr 2023 hatte ich sofort dieses Gefühl: Diese Stadt lässt mich nicht mehr los. Damals hatte ich nur drei Tage Zeit und habe natürlich die klassische
Christiane Seliger
28.07.2026
5 min Lesezeit

Rom und ich – das ist tatsächlich eine ganz besondere Geschichte.

Schon bei meinem ersten Besuch im Jahr 2023 hatte ich sofort dieses Gefühl: Diese Stadt lässt mich nicht mehr los.

Damals hatte ich nur drei Tage Zeit und habe natürlich die klassischen Rom Sehenswürdigkeiten besucht: den Petersdom, das Kolosseum, das Forum Romanum, die Spanische Treppe, den Trevi-Brunnen und das wunderschöne Viertel Trastevere.

Aber Rom besteht nicht nur aus berühmten Bauwerken.

Was mir damals besonders gefallen hat, waren die kleinen Momente dazwischen: durch enge Gassen schlendern, spontan in ein Restaurant gehen, einen Aperol auf einer Piazza trinken und einfach dieses besondere italienische Lebensgefühl aufsaugen.

Schon nach meiner ersten Reise war klar:

Ich komme wieder.

Und tatsächlich dauerte es nicht lange.

2026 war es erneut so weit – diesmal als Teil unserer Sardinien- und Amalfiküste-Reise. Nach unserem Roadtrip über Sardinien flogen wir am Abend von Cagliari nach Rom.

Natürlich wäre es keine Rom-Reise von mir, wenn nicht direkt am Anfang irgendetwas schiefgehen würde.

Denn genau das gehört irgendwie auch zu Italien dazu: ein bisschen Chaos, viel Improvisation und am Ende funktioniert es meistens trotzdem.

Rom Flughafen Transfer: Warum Ciampino etwas komplizierter ist als Fiumicino

Wir flogen mit Ryanair von Cagliari nach Rom Ciampino.

Wer über den Flughafen Fiumicino anreist, hat es relativ einfach: Mit dem Leonardo Express kommt man direkt zum Hauptbahnhof Roma Termini und ist schnell mitten in der Stadt.

Ciampino funktioniert allerdings etwas anders.

Unser Plan war eigentlich unkompliziert: Vom Flughafen mit dem Bus in die Innenstadt fahren und anschließend zu unserer Unterkunft weitergehen.

Die Realität sah etwas anders aus.

Nach unserer Landung standen wir nachts an der Bushaltestelle und suchten unseren Bus. Das Problem: Die Haltestellen waren nicht ganz so eindeutig ausgeschildert, wie wir erwartet hatten.

Und dann begann das typische römische Verkehrschaos.

Wir wurden von einer Bushaltestelle zur nächsten geschickt. Ein Fahrer meinte, wir müssten dort warten, ein anderer schickte uns wieder zurück. Jeder hatte eine andere Information.

Nach ungefähr 30 Minuten waren wir genauso schlau wie vorher.

Natürlich schaute ich irgendwann bei Uber nach.

Der Preis: knapp 80 Euro.

Im Notfall wäre das natürlich möglich gewesen, aber wir wollten noch nicht aufgeben.

Dann kam unser persönlicher Rom-Moment:

Ein Busfahrer, ein Reisender mit Englischkenntnissen und ich mitten dazwischen.

Also habe ich kurzerhand zwischen Italienisch und Englisch übersetzt.

Und plötzlich war alles ganz einfach.

Der Busfahrer lachte, winkte uns heran und sagte sinngemäß:

“Kommt, steigt ein, ich nehme euch mit.”

Und genau solche Situationen liebe ich an Italien.

Nicht alles läuft perfekt – aber irgendwie findet sich immer eine Lösung.

Irgendwann mitten in der Nacht kamen wir endlich in Rom an und konnten in unsere Unterkunft einchecken.

Wir waren müde und ziemlich fertig, aber rückblickend gehört genau dieses kleine Chaos mittlerweile fast zu meinen Italien-Erinnerungen dazu.

Rom Sehenswürdigkeiten entdecken: Warum man die Stadt nicht stressen sollte

Nach der kurzen Nacht wollten wir natürlich direkt los und Rom erkunden.

Auch wenn ich bereits einmal dort gewesen war, gibt es in dieser Stadt immer wieder neue Ecken zu entdecken.

Mein größter Tipp für Rom:

Versucht nicht, alles abzuhaken.

Rom ist keine Stadt, die man einfach besucht und danach eine Liste abhakt. Rom lebt von den kleinen Straßen, den Cafés, den Plätzen und den Momenten dazwischen.

Unser erster Programmpunkt waren die Katakomben von Rom.

Katakomben von Rom: Spannende Geschichte, aber nicht mein persönlicher Favorit

Ich kannte bereits die berühmten Katakomben von Paris und war deshalb sehr gespannt, wie die römischen Katakomben im Vergleich wirken würden.

Die Katakomben von Rom sind definitiv interessant und besonders für Geschichtsinteressierte einen Besuch wert.

Die unterirdischen Anlagen entstanden vor allem in den ersten Jahrhunderten nach Christus und geben einen spannenden Einblick in die frühe christliche Geschichte Roms.

Eine Besichtigung ist nur mit Führung möglich. Alleine darf man die Katakomben nicht betreten.

Was man allerdings wissen sollte:

Wer spektakuläre Knochenkammern wie in Paris erwartet, könnte enttäuscht sein.

Es gibt zwar Räume mit Skeletten und menschlichen Überresten, aber der große visuelle Wow-Effekt blieb bei mir persönlich aus.

Trotzdem fand ich den Besuch spannend, weil man eine ganz andere Seite Roms kennenlernt – abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten wie Kolosseum und Trevi-Brunnen.

Hop-on-Hop-off-Bus Rom: Lohnt sich die Stadtrundfahrt wirklich?

Nach den Katakomben ging es weiter Richtung Innenstadt.

Wir entschieden uns spontan für eine Hop-on-Hop-off-Tour in Rom, weil ich dieses Konzept einfach einmal ausprobieren wollte.

Mein Fazit:

Es war nicht schlecht – aber bei einem zweiten Besuch würde ich es wahrscheinlich anders machen.

Der Grund:

Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom liegen relativ nah beieinander und lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden.

Vom Trevi-Brunnen zur Spanischen Treppe, weiter zur Piazza Navona oder durch Trastevere – genau diese Wege machen Rom eigentlich aus.

Bei der Hop-on-Hop-off-Tour bist du außerdem nicht direkt an den Sehenswürdigkeiten. Du steigst aus und musst trotzdem noch ein Stück laufen.

Wir stiegen beispielsweise am Trevi-Brunnen aus und entschieden spontan, nicht wieder zur Haltestelle zurückzugehen.

Und genau diese Entscheidung war wahrscheinlich eine der besten.

Wir liefen einfach los.

Durch kleine Gassen, vorbei an Geschäften und Cafés, machten eine Pause mit Latte Macchiato, schauten in Schaufenster und genossen den Nachmittag ohne festen Plan.

Und genau so würde ich Rom heute jedem empfehlen.

Weniger Stress.

Mehr treiben lassen.

Die schönsten Rom Sehenswürdigkeiten: Kolosseum, Plätze und das echte Dolce Vita erleben

Nach unserem Spaziergang durch die Innenstadt wurde mir wieder bewusst, warum ich Rom so besonders finde.

Natürlich gibt es die berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, den Petersdom oder den Trevi-Brunnen. Aber das eigentliche Erlebnis entsteht oft nicht beim Abhaken dieser Orte, sondern auf dem Weg dorthin.

Eine kleine Gasse, ein verstecktes Café, ein spontaner Aperitivo oder ein Platz, an dem man einfach sitzen bleibt – genau diese Momente machen für mich den Zauber Roms aus.

Rom zu Fuß entdecken: Warum Spaziergänge oft schöner sind als Sightseeing-Marathons

Bei meinem ersten Besuch 2023 wollte ich natürlich möglichst viel sehen. Das ist beim ersten Mal auch völlig verständlich.

Man möchte das Kolosseum sehen, Fotos am Trevi-Brunnen machen, den Petersdom besuchen und möglichst viele bekannte Orte kennenlernen.

Beim zweiten Besuch habe ich Rom deutlich entspannter erlebt.

Ich habe gemerkt: Die Stadt funktioniert nicht nach dem Prinzip „je mehr Sehenswürdigkeiten, desto besser“.

Rom ist eine Stadt, in der man Zeit braucht.

Zeit für einen Kaffee am Morgen, eine Pause im Schatten, ein langes Abendessen und einen Spaziergang durch beleuchtete Straßen.

Mein persönlicher Tipp für eine Rom-Reise:

Plant nicht jeden Moment durch.

Lasst bewusst Platz für spontane Entdeckungen.

Private Rom Tour: Warum ich heute eher eine individuelle Tour wählen würde

Wenn das Budget vorhanden ist, würde ich bei einem weiteren Besuch tatsächlich eher eine private Tour durch Rom buchen.

Damit meine ich nicht, sich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen zu lassen, sondern die Stadt entspannt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Eine Vespa-Tour mit Fahrer, eine Fahrt im Oldtimer oder eine private Stadtrundfahrt am Abend stelle ich mir unglaublich schön vor.

Gerade wenn die Sonne untergeht und die historischen Gebäude beleuchtet sind, bekommt Rom noch einmal eine ganz andere Atmosphäre.

Was ich dagegen nicht empfehlen würde:

Selbst mit dem Auto durch Rom fahren.

Der Verkehr ist wirklich speziell.

Roller kommen aus allen Richtungen, Straßen sind voll und Parkplätze sind schwer zu finden. Wenn man Rom genießen möchte, sollte man das Auto lieber stehen lassen.

Trevi-Brunnen, Spanische Treppe und Piazza Navona: Die klassischen Rom Sehenswürdigkeiten

Natürlich gehören die berühmten Orte trotzdem zu jeder ersten Rom-Reise dazu.

Trevi-Brunnen in Rom

Der Trevi-Brunnen ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Orte der Stadt.

Auch wenn dort fast immer viele Menschen stehen, lohnt sich ein Besuch.

Mein Tipp:

Geht früh morgens oder spät abends hin.

Tagsüber ist der Platz oft extrem voll. Am Abend, wenn die Gebäude beleuchtet sind und die meisten Tagestouristen verschwunden sind, wirkt der Trevi-Brunnen deutlich magischer.

Spanische Treppe

Auch die Spanische Treppe gehört zu den klassischen Fotospots in Rom.

Die Treppe selbst ist nicht riesig, aber die Umgebung mit den eleganten Straßen, Geschäften und Cafés macht den Besuch besonders.

Piazza Navona

Die Piazza Navona gehört für mich zu den schönsten Plätzen Roms.

Hier merkt man besonders dieses typische italienische Lebensgefühl:

Menschen sitzen draußen, Straßenkünstler treten auf und rundherum befinden sich historische Gebäude.

Genau hier hatte ich bereits bei meiner ersten Rom-Reise eine unglaublich gute Pizza gegessen.

Deshalb wollte ich unbedingt zurück.

Und tatsächlich:

Die Pizza war wieder fantastisch.

Ich glaube, genau diese kleinen Orte mit persönlichen Erinnerungen machen Reisen so besonders.

Man kommt nicht nur wegen des Essens zurück, sondern wegen des Gefühls, das damit verbunden ist.

Rooftop-Bar Rom: Abend mit Blick auf das beleuchtete Kolosseum

Einer der schönsten Abende unserer Rom-Reise war unser Besuch in einer Bar mit Blick auf das Kolosseum.

Ich hatte den Tisch beziehungsweise den Platz vorher reserviert, was ich bei solchen Locations unbedingt empfehlen würde.

Gerade in Rom sind beliebte Aussichtspunkte und Rooftop-Bars schnell ausgebucht.

Die Bar selbst war nicht klassisch auf einem hohen Dach, aber die Aussicht war trotzdem beeindruckend.

Vor uns lag das beleuchtete Kolosseum, während wir Cocktails tranken und den Abend langsam ausklingen ließen.

Im Preis enthalten waren verschiedene Getränke, Wasser und kleine Snacks wie Chips und Oliven. Es gab einen Mindestverzehr pro Person, aber für diese besondere Atmosphäre war es das für uns wert.

Das Kolosseum bei Nacht zu sehen, während die Stadt langsam ruhiger wird, gehört definitiv zu den Momenten, die ich von Rom besonders in Erinnerung behalten werde.

Rom im Sommer: Meine Erfahrungen mit Hitze und Menschenmassen

Viele fragen sich: Wann ist die beste Reisezeit für Rom?

Meine Antwort:

Das hängt stark von den eigenen Vorlieben ab.

Ich persönlich war im August in Rom und fand diese Zeit wunderschön.

Ja, es war heiß.

Sehr heiß sogar.

Gerade mittags sollte man die Temperaturen nicht unterschätzen. Bei meinem Besuch haben wir erlebt, dass einige Menschen aufgrund der Hitze Kreislaufprobleme bekommen haben.

Für mich persönlich hatte der August aber auch Vorteile:

  • lange, warme Abende
  • wunderschöne Sonnenuntergänge
  • lebendige Atmosphäre
  • perfektes Wetter für Aperitivo draußen

Wenn du Hitze nicht gut verträgst, würde ich eher den Frühling oder Herbst empfehlen.

April, Mai, September und Oktober sind wahrscheinlich die angenehmsten Monate für eine Rom-Reise.

Die Temperaturen sind milder und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich entspannter erkunden.

Rom Tipps für 3 bis 5 Tage: So würde ich die Stadt heute planen

Nach zwei Besuchen in Rom würde ich sagen:

Drei Tage reichen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Für ein wirklich entspanntes Rom-Erlebnis würde ich aber eher fünf Tage einplanen.

Meine Empfehlung:

Rom in 3 Tagen

Perfekt für Erstbesucher:

  • Kolosseum und Forum Romanum
  • Vatikan und Petersdom
  • Trevi-Brunnen
  • Spanische Treppe
  • Piazza Navona
  • Trastevere

Rom in 5 Tagen

Zusätzlich:

  • Katakomben von Rom
  • weniger bekannte Viertel entdecken
  • längere Cafépausen
  • Tagesausflug in die Umgebung möglich
  • mehr Zeit zum Genießen

Denn genau das ist Rom:

Nicht nur Sehenswürdigkeiten.

Sondern Atmosphäre.

Mein Fazit zu Rom: Warum ich die ewige Stadt immer wieder besuchen würde

Nach zwei Reisen nach Rom kann ich sagen: Diese Stadt lässt sich nicht einfach abhaken.

Natürlich gehören Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, der Petersdom, der Trevi-Brunnen und das Forum Romanum zu jeder ersten Rom-Reise dazu. Aber für mich ist Rom vor allem das, was zwischen diesen bekannten Orten passiert.

Es sind die kleinen Gassen am Abend, ein Espresso an einer italienischen Bar, eine spontane Pizza auf einer Piazza und diese Mischung aus Chaos, Geschichte und Lebensfreude, die Rom so besonders macht.

Meine wichtigsten Rom Tipps kurz zusammengefasst

Wie viele Tage braucht man für Rom?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen drei Tage aus. Wer Rom aber wirklich entspannt erleben möchte, sollte meiner Meinung nach eher fünf Tage einplanen. So bleibt genug Zeit für Sightseeing, gutes Essen und spontane Entdeckungen.

Wann ist die beste Reisezeit für Rom?
Das hängt von den eigenen Vorlieben ab. Ich persönlich war im August in Rom und habe die warmen Abende und die besondere Sommeratmosphäre sehr genossen. Allerdings sollte man die Hitze nicht unterschätzen. Wer mildere Temperaturen bevorzugt, ist im Frühling oder Herbst mit April, Mai, September oder Oktober wahrscheinlich besser aufgehoben.

Sollte man Tickets für Rom Sehenswürdigkeiten vorab buchen?
Ja, unbedingt. Besonders für das Kolosseum, das Forum Romanum und den Vatikan lohnt es sich, Tickets vorab zu reservieren. So spart man Wartezeit und kann die Reise entspannter genießen.

Wie bewegt man sich am besten in Rom fort?
Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden. Für längere Strecken oder Fahrten mit Gepäck würde ich persönlich eher Uber oder einen Fahrdienst nutzen. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren zwar grundsätzlich, können durch den Verkehr aber manchmal unberechenbar sein.

Rom hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich Italien so liebe.

https://gyg.me/UJYXm6F1 (Colloseum, Forum Romanum und Palatinhügel)

https://gyg.me/qny47Wzt ( Rom Vespa Tour mit Fahrer)

https://gyg.me/VSzGtmVV (Sixtinische Kapelle, Vatikan ticket ohne Anstehen)

https://gyg.me/krBHJ81a (Katakomben von Rom mit Transfer und Kapuzinergruft)

Italien

Von der Toskana bis nach Sizilien – eine Reise, zwei völlig unterschiedliche Welten

Toskana & Sizilien – wie eine Zugfahrt meine Liebe zu Süditalien noch größer machte Nach meiner ersten Italienreise war für mich eines klar: Das würde nicht das letzte Mal gewesen sein. Anfang 2025 zog es mich deshalb erneut nach Italien. Eigentl
Christiane Seliger
28.07.2026
5 min Lesezeit

Toskana & Sizilien – wie eine Zugfahrt meine Liebe zu Süditalien noch größer machte

Nach meiner ersten Italienreise war für mich eines klar: Das würde nicht das letzte Mal gewesen sein.

Anfang 2025 zog es mich deshalb erneut nach Italien. Eigentlich wollte ich nur dem grauen deutschen Winter entfliehen. Daraus wurde am Ende eine mehrwöchige Reise, die unterschiedlicher kaum hätte sein können.

Der erste Teil führte mich gemeinsam mit einer Freundin in die Toskana. Danach ging es für mich alleine weiter – mit dem Nachtzug bis nach Sizilien.

Und genau diese Kombination hat diese Reise so besonders gemacht.

Die Toskana im Winter – eine ganz andere Seite Italiens

Unsere ersten Tage verbrachten wir in der Toskana. Auf dem Programm standen natürlich die Klassiker: Florenz, Pisa und eine Weinverkostung im Chianti-Gebiet.

Florenz haben wir komplett auf eigene Faust erkundet. Ehrlich gesagt braucht man dort gar nicht unbedingt einen straffen Sightseeing-Plan. Gerade die kleinen Gassen, die Cafés, die historischen Plätze und die besondere Atmosphäre machen den Charme dieser Stadt aus.

Natürlich kann man auf die Domkuppel steigen oder verschiedene Museen besuchen. Uns hat es aber völlig gereicht, einfach durch die Stadt zu schlendern, hier und da in kleine Läden zu schauen und den italienischen Alltag aufzusaugen.

Besonders überrascht hat mich allerdings die Reisezeit.

Wir waren Ende Februar dort. Natürlich war es noch zu kalt für kurze Hosen und T-Shirts – den Wintermantel hatten wir definitiv noch dabei. Dafür waren die Straßen angenehm leer. Kein Gedränge, keine langen Warteschlangen und deutlich entspannter als in den Sommermonaten.

Gerade wenn ihr Städte lieber in Ruhe erkundet, würde ich die Toskana außerhalb der Hauptsaison jederzeit wieder empfehlen.

Durch die Weinberge des Chianti

Ein echtes Highlight war unser Ausflug ins Chianti-Gebiet.

Über GetYourGuide hatten wir eine Tour inklusive Weinverkostung gebucht und besuchten zwei verschiedene Weingüter mitten in den sanften Hügeln der Toskana.

Allein die Landschaft war schon den Ausflug wert. Endlose Weinreben, kleine Dörfer, Zypressen und diese typisch toskanischen Straßen, die man sonst nur aus Filmen kennt.

Die Weinverkostungen haben natürlich ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Da wir vorher ehrlich gesagt nicht besonders viel gegessen hatten, machte sich der Wein auch ziemlich schnell bemerkbar. Im Nachhinein gehört genau das aber zu den Momenten, über die wir heute noch lachen müssen.

Trotzdem würde ich den Ausflug heute wahrscheinlich etwas anders planen.

Damals waren wir mit einem Reisebus unterwegs. Das war zwar unkompliziert, aber mittlerweile würde ich mir lieber einen Mietwagen nehmen und die Toskana ganz individuell erkunden. Einfach dort anhalten, wo es gerade schön ist, spontan in einem kleinen Weingut einkehren und den Tag ohne festen Zeitplan genießen.

Genau so stelle ich mir die Toskana heute vor – am liebsten sogar mit einem kleinen Cabrio.

Die Ausflüge, die ich selbst empfehlen kann, findet ihr natürlich wieder gesammelt in meinem persönlichen Aktivitäten-Guide.

Mit dem Nachtzug nach Sizilien

Nach einigen wunderschönen Tagen verabschiedete sich meine Freundin wieder Richtung Deutschland.

Für mich begann jetzt der zweite Teil der Reise – und auf den hatte ich mich fast noch mehr gefreut.

Ich stieg in Pisa in den Nachtzug und fuhr quer durch Italien bis ganz in den Süden.

Allein diese Zugfahrt war schon ein Erlebnis.

Am nächsten Morgen erreichte ich das italienische Festland bei Reggio Calabria. Von dort ging es weiter mit der Fähre nach Sizilien.

Ich weiß gar nicht genau, warum mich dieser Moment so begeistert hat. Wahrscheinlich, weil ich plötzlich merkte, wie unkompliziert Reisen eigentlich sein kann.

Ich musste nicht noch einmal zum Flughafen, kein weiteres Mal einchecken oder durch Sicherheitskontrollen. Ich stieg einfach aus dem Zug, kaufte mir direkt am Hafen ein Fährticket, setzte innerhalb kurzer Zeit auf die Insel über und fuhr anschließend wieder ganz entspannt mit dem Zug weiter.

Irgendwie hatte das etwas unglaublich Entschleunigendes.

Sizilien – Liebe auf den ersten Blick

Von der Fähre ging es weiter nach Cefalù, wo meine Sprachschule lag.

Und genau auf dieser Zugfahrt passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Sizilien hatte mich innerhalb weniger Minuten komplett für sich gewonnen.

Es war Ende Februar beziehungsweise Anfang März und trotzdem herrschten dort angenehme 16 Grad. Während in Deutschland noch Winter war, schien hier die Sonne vom Himmel.

Links glitzerte das tiefblaue Meer, rechts zogen Palmen, Zitronen-, Orangen- und Avocadoplantagen vorbei. Dazwischen kleine Dörfer, grüne Hügel und in der Ferne der Ätna.

Ich hatte vorher ehrlich gesagt überhaupt nicht erwartet, dass Sizilien so grün ist.

In meinem Kopf war die Insel eher trocken und karg.

Die Realität sah komplett anders aus.

Je weiter der Zug Richtung Cefalù fuhr, desto mehr war ich einfach nur sprachlos. Diese Mischung aus Bergen, Meer, mediterraner Vegetation und dem allgegenwärtigen Vulkan im Hintergrund hat mich vom ersten Moment an begeistert.

Noch bevor ich überhaupt in meiner Unterkunft angekommen war, wusste ich bereits:

Diese Insel wird etwas ganz Besonderes.

Eine Woche Italienisch lernen – und dabei Sizilien kennenlernen

Mein Zuhause für die kommende Woche war die Solemar Academy in Cefalù.

Ich hatte mich bewusst für einen Sprachkurs entschieden und direkt über die Sprachschule ein Zimmer in einer WG gebucht. Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich immer noch ein bisschen über mich selbst lachen. Dass ich das wirklich gemacht habe, hätte ich mir ein paar Jahre vorher niemals zugetraut.

Rückblickend war es aber genau die richtige Entscheidung.

Ich wohnte mit zwei jungen Frauen zusammen, die beide bereits auf Sizilien lebten. Dadurch bekam ich nicht nur einen Sprachkurs, sondern auch ein kleines Stück italienischen Alltag mit.

Da die Sprachschule gerade erst aus der Winterpause zurückkam, waren wir in meiner Woche insgesamt nur drei Sprachschüler. Für mich bedeutete das einen riesigen Vorteil: Ich bekam praktisch Einzelunterricht.

Jeden Morgen begann der Unterricht gegen neun Uhr und ging bis mittags. Danach gab es Hausaufgaben – und genau die habe ich auch ernst genommen.

Denn ich war nicht nach Sizilien gereist, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ich wollte die Sprache lernen.

Also verbrachte ich meine Nachmittage damit, Vokabeln zu lernen, Grammatik zu üben und das Gelernte direkt im Alltag anzuwenden.

Ich ging zum Bäcker, kaufte Obst und Gemüse auf den kleinen Wochenmärkten, bestellte mein Gelato auf Italienisch und versuchte, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Gerade diese kleinen Momente haben mir unglaublich viel gebracht.

Besonders begeistert haben mich die vielen kleinen Obst- und Gemüseläden in Cefalù.

Alles wirkte frisch, regional und irgendwie viel ursprünglicher als ich es aus Deutschland kannte. Die Erdbeeren hatten tatsächlich Geschmack, die Orangen schmeckten nach Sonne und selbst ein einfacher Einkauf fühlte sich plötzlich nach Urlaub an.

Meine Nachmittage verliefen deshalb meistens ganz entspannt.

Ich machte meine Hausaufgaben, lernte noch ein bisschen Italienisch, ging am Strand spazieren, fotografierte mit meiner Kamera, machte Yoga oder setzte mich einfach mit einem Gelato ans Meer.

Abends wurde dann gekocht oder ich probierte eines der kleinen Restaurants in der Altstadt aus.

Genau diese Mischung aus Lernen, Entschleunigung und italienischem Alltag machte diese Woche für mich so besonders.

Palermo – der perfekte Abschluss

Nach meinem letzten Unterrichtstag wollte ich die Insel aber natürlich nicht verlassen, ohne wenigstens noch eine ihrer bekanntesten Städte kennenzulernen.

Also fuhr ich mit dem Zug nach Palermo.

Allein diese Zugfahrt war wieder völlig unkompliziert. Genau das liebe ich mittlerweile an Italien: Man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft erstaunlich entspannt von A nach B.

Für meine letzte Nacht hatte ich ein kleines Boutique-Hotel in der Nähe des Hafens gebucht.

Und Palermo überraschte mich.

Besonders der Hafen mit seinen Bars und Restaurants hat mir unglaublich gut gefallen. Abends saßen dort Menschen zusammen, lachten, unterhielten sich und genossen einfach den Abend.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass Palermo selbst Anfang März schon voller Leben war.

In den Straßen spielte Musik, die Restaurants waren gut besucht und überall herrschte diese besondere italienische Atmosphäre, die ich mittlerweile so liebe.

Mein Rückflug ging bereits früh am nächsten Morgen.

Trotzdem machte mir selbst die Heimreise keinen Stress. Vom Hotel lief ich einfach zum Bahnhof, stieg in den Zug zum Flughafen und wenige Minuten später saß ich bereits auf dem Weg nach Hause.

Einfacher hätte die Rückreise kaum sein können.

Warum ich definitiv zurückkehren werde

Diese Reise war anders als meine bisherigen Italienurlaube.

Ich habe in dieser Woche längst nicht alle Sehenswürdigkeiten Siziliens gesehen.

Ich war weder auf dem Ätna noch in Catania, habe viele Strände ausgelassen und Palermo eigentlich nur angerissen.

Aber genau deshalb weiß ich heute schon, dass ich zurückkommen werde.

Denn während andere Reiseziele für mich irgendwann abgeschlossen sind, hatte ich bei Sizilien eher das Gefühl, gerade erst angefangen zu haben.

Schon während meines Aufenthalts plante ich gedanklich meine nächste Rundreise über die Insel.

Dann mit mehr Zeit.

Mit einem Mietwagen.

Und mit deutlich besseren Italienischkenntnissen.

Denn Sizilien hat mich nicht nur landschaftlich begeistert.

Es hat mir gezeigt, wie schön es sein kann, eine Reise einmal nicht nach Sehenswürdigkeiten zu planen, sondern nach Erlebnissen.

Und genau deshalb gehört diese Woche bis heute zu meinen persönlich wertvollsten Reisen.

Italien

Sardinien im Frühling

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen u
Christiane Seliger
28.07.2026
5 min Lesezeit

Eine Woche, die Lust auf mehr gemacht hat

Eigentlich sollte unsere Reise ganz entspannt mit ITA Airways ab München starten. Doch wie das manchmal so ist, machte uns ein Streik einen Strich durch die Rechnung. Unser Flug wurde kurzfristig gestrichen und die angebotene Alternative hätte fast einen ganzen Tag gedauert. Also entschieden wir uns kurzerhand für einen Flug mit EasyJet ab Berlin – rückblickend definitiv die richtige Entscheidung.

Schon wenige Stunden später landeten wir in Olbia, holten unseren kleinen Fiat am Flughafen ab und starteten in eine Woche, die uns Sardinien von seiner schönsten Seite zeigen sollte.

Unsere erste Unterkunft lag ganz in der Nähe des Hafens von Olbia. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir den ersten Abend ganz gemütlich angehen. Ein Spaziergang durch den Hafen, ein Aperol in der Abendsonne, italienisches Abendessen und einfach erst einmal ankommen. Mehr brauchte es nicht.

Ein Tag im La-Maddalena-Archipel

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits gegen sechs Uhr. Vor uns lag eines der Highlights der Reise: eine Yacht-Tour durch den La-Maddalena-Archipel.

Schon die Fahrt nach Palau lohnte sich. Wenig Verkehr, aufgehende Sonne und dieses Gefühl, endlich wieder in Italien unterwegs zu sein.

Unsere Yacht war angenehm klein. Insgesamt waren wir nur sechs bis acht Gäste an Bord, wodurch sich alles sehr persönlich anfühlte. Gerade Ende April war das perfekt, denn die Inseln waren noch angenehm ruhig.

Das Wasser dort oben gehört ohne Zweifel zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Türkis, glasklar und fast schon unwirklich. Teilweise fühlte es sich eher nach Karibik oder Malediven an als nach Europa.

Zwischendurch legten wir immer wieder auf kleinen Inseln an. Es gab Wein, Wasser, Snacks, später sogar Pasta und Dessert – alles inklusive.

Das einzige, was ich komplett unterschätzt hatte, war die Frühlingssonne. Weil Ende April war, dachte ich natürlich, Sonnencreme brauche ich heute nicht unbedingt.

Großer Fehler.

Am Abend hatte ich einen ordentlichen Sonnenbrand auf der Stirn. Zum Glück entdeckte ich auf einer der Inseln ein abgebrochenes Aloe-Vera-Blatt. Das Gel daraus war meine Rettung und ließ den Sonnenbrand innerhalb weniger Tage fast vollständig verschwinden.

Zurück in Olbia kauften wir noch ein paar Snacks für die kommenden Roadtrip-Tage ein und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.

https://gyg.me/JOP8aCqZ (Inselhüpfen im La Maddalena Archipel)

Posada – ein Bilderbuchdorf mit Meerblick

Nach zwei Nächten in Olbia begann unser kleiner Roadtrip.

Unser erstes Ziel war Posada.

Das kleine Bergdorf gehört definitiv zu den Orten, die man leicht übersehen könnte – und genau das wäre schade. Hoch über der Küste thront die alte Burg, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Landschaft und bis zum Meer hat.

Anschließend gönnten wir uns einen Latte Macchiato und eine frische Focaccia, bevor wir weiterfuhren.

Nur wenige Minuten später hielten wir an einem der schönsten Strände der Reise.

Ein ewig langer, weißer Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Ehrlich gesagt hätte ich auf den ersten Blick nicht geglaubt, dass ich noch in Europa bin.

Was mir auf Sardinien außerdem sofort auffiel, waren die hervorragend ausgebauten Radwege. Die Insel eignet sich nicht nur perfekt für Roadtrips, sondern genauso gut für Radreisen, Wanderurlaube oder sogar Segeltörns.

Noch während dieser Reise war mir klar: Ich komme wieder.

Unser Zuhause zwischen den Bergen

Unsere nächste Unterkunft lag in der Nähe von Orosei.

Das kleine Airbnb verfügte über eine Terrasse mit Blick auf die Berge – genau die Art von Unterkunft, die ich liebe.

Am Abend gingen wir noch kurz einkaufen, besorgten Tomaten, Mozzarella, Brot und Käse und machten es uns anschließend auf der Terrasse gemütlich.

Während die Schwalben ihre Kreise zogen und die Kirchenglocken durch das Tal klangen, saßen wir einfach nur da und genossen den Sonnenuntergang.

Solche Momente sind oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.

Die Gorropu-Schlucht – und meine Wanderschuhe blieben zu Hause

Am nächsten Morgen ging es früh zur Gorropu-Schlucht.

Die Anfahrt führte durch riesige Olivenhaine, vorbei an Schafen, Kühen, Ziegen und Schweinen, die völlig selbstverständlich über die Straße liefen. Allein diese Fahrt war schon ein Erlebnis.

Am Parkplatz angekommen, fiel mir allerdings ein kleines Detail auf.

Ich hatte meine Wanderschuhe zu Hause vergessen.

Während Annika ihre Schuhe schnürte, stand ich dort mit meinen Tommy-Hilfiger-Flipflops und musste erst einmal über mich selbst lachen.

Tja.

Ändern konnte ich es ohnehin nicht mehr.

Also liefen wir einfach los.

Nach wenigen Minuten mussten wir uns in eine Wanderliste eintragen – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Die Dame dort musste ebenfalls schmunzeln, als sie meine Schuhwahl sah.

Der Weg führte rund 15 Kilometer hin und zurück durch eine beeindruckende Landschaft. Immer felsiger wurde der Untergrund, doch überraschenderweise funktionierte das Ganze auch in Flipflops besser als gedacht.

Als wir schließlich den Eingang zur eigentlichen Gorropu-Schlucht erreichten, entschieden wir uns jedoch umzudrehen.

Dort beginnt das anspruchsvollere Gelände und spätestens dafür braucht man wirklich festes Schuhwerk.

Bereut habe ich es trotzdem nicht.

Allein die Wanderung bis dorthin war wunderschön und einer meiner Lieblingsmomente auf Sardinien.

Am Abend arbeitete ich noch ein paar Stunden für eine Kundin, bevor wir den Tag erneut auf unserer Terrasse ausklingen ließen.

https://gyg.me/7kR05ezk (Wanderung durch die Gorrupo Schlucht mit Offroad Transfer und Mittagessen)

Das verlassene Dorf Gairo Vecchio

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unserer Unterkunft und fuhren weiter Richtung Süden.

Unterwegs machten wir Halt in Gairo Vecchio.

Das ehemalige Bergdorf wurde nach mehreren Erdrutschen aufgegeben und wirkt heute wie eine Geisterstadt.

Zwischen den verlassenen Häusern entdeckten wir jedoch immer wieder Hinweise darauf, dass dort tatsächlich noch einzelne Menschen leben. Ein gepflegter Garten, geöffnete Fenster oder Geräusche aus einem Haus machten den Ort gleichzeitig faszinierend und etwas geheimnisvoll.

Wir liefen lange durch die alten Gassen und hatten ständig das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben.

Wer Sardinien einmal von einer ganz anderen Seite erleben möchte, sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Entspannte Tage im Süden Sardiniens

Unsere letzte Unterkunft lag im Süden der Insel – ein kleines Boutique-Hotel mit Pool, nur wenige Minuten vom Meer entfernt.

Nach dem Einchecken gingen wir direkt im Hotel essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Villasimius.

Der kleine Küstenort gefiel mir sofort. Hübsche Boutiquen, kleine Cafés, Gelaterias und eine entspannte Atmosphäre.

Natürlich durfte auch hier ein Gelato nicht fehlen.

Ich versuchte außerdem während des gesamten Urlaubs, ein Paket mit sardischen Spezialitäten nach Deutschland zu schicken. Ich hatte bereits einen Karton, Souvenirs und regionale Lebensmittel gekauft.

Nur eines fehlte ständig.

Eine geöffnete Post.

Entweder war geschlossen, es fehlte Klebeband oder die Öffnungszeiten waren mal wieder sehr italienisch ausgelegt.

Am Ende blieb das Paket einfach im Auto und reiste wieder mit nach Hause.

Auch das gehört eben zu Italien.

Neben dem Flamingo-Strand besuchten wir noch weitere wunderschöne Buchten rund um Villasimius. Zum Baden war es Ende April zwar noch etwas frisch, dafür hatten wir viele Orte fast für uns allein.

Am Abend gönnte ich mir eines der größten Steaks meines Lebens, bevor wir unseren letzten Abend auf Sardinien genossen.

Abschied in Cagliari

Am nächsten Morgen gaben wir unseren Mietwagen in Cagliari zurück.

Da unser Flug erst am Abend ging, blieb noch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden.

Wir schlenderten durch die Altstadt, liefen hinauf zur Kathedrale, stöberten noch ein wenig durch die Geschäfte und genossen die letzten Sonnenstunden.

Annika hielt noch nach einem Kleid Ausschau, ich dagegen fand stattdessen ein neues Paar Schuhe.

Typisch.

Am Abend flogen wir schließlich weiter nach Rom.

Doch schon während des Rückflugs war mir eines klar:

Sardinien war definitiv nicht das letzte Mal.

Mein Fazit – Beim nächsten Mal vom Wasser aus

Sardinien hat mich überrascht.

Ich hatte vorher mit traumhaften Stränden gerechnet – bekommen habe ich eine Insel, die viel abwechslungsreicher ist. Berge, Schluchten, türkisblaues Wasser, kleine Dörfer und dieses entspannte italienische Lebensgefühl haben die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Die Gorropu-Schlucht würde ich jederzeit noch einmal besuchen – dann allerdings mit Wanderschuhen statt Flipflops. Den Weg bis dorthin fand ich schon wunderschön, aber irgendwann möchte ich die Schlucht auch komplett erkunden.

Trotzdem hat mir diese Reise noch etwas anderes gezeigt: Beim nächsten Mal würde ich meinen Fokus ganz anders setzen.

Die Bergdörfer waren interessant und definitiv sehenswert. Für einen ersten Sardinien-Roadtrip würde ich sie auch wieder empfehlen. Wenn ich jedoch noch einmal auf die Insel zurückkehre, würde ich meine Zeit lieber am Wasser verbringen.

Die Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel war für mich das absolute Highlight der Reise. Dieses glasklare Wasser, die kleinen Buchten, die Ruhe auf dem Meer und das Gefühl von Freiheit haben mich völlig begeistert.

Deshalb könnte ich mir inzwischen sogar vorstellen, eine ganze Woche auf einem Segelboot rund um Sardinien zu verbringen – gemeinsam mit einer kleinen Gruppe, jeden Tag in einer anderen Bucht ankern, morgens ins türkisfarbene Meer springen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus genießen.

Ich glaube, genau so würde sich Sardinien für mich beim nächsten Mal anfühlen.

Und ehrlich gesagt: Allein bei dem Gedanken daran würde ich am liebsten sofort wieder meine Koffer packen.

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